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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 157. Amtliches Organ der Stadt Kaffel. Freitag, 8. Juli 1927. Amtliches Organ der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang

DieBrockenbchn in den Abgrund gestürzt.

Europa schläft und wir warten. | Wolkenbruch-Katastrophe im Harz.

Magdeburg, 7. Juli.

brechenden Wassermassen, die die ganze Stra-

ftürzte der Bahndamm zehn Mnter breit

men ins Krankenhaus in Wernigerode.

Bisher neun Tote und viele Verunglückte / Lokomotive, Pack- und Per­sonenwagen abgestürzt / Personal tot Die Reisenden noch unbekannt.

zu drei Viertel nach der Innenseite ab. Unge­heure Wassermaffen, genährt durch die Wolken­brüche von sechs bangen Stunden, waren zum Teil gegen den Damm gestürzt, das Mauerwerk zerbröckelnd, zerreißend. So bedurfte es nur noch des Gewichtes des Zuges, um die Erdmassen in Bewegung zu setzen.

Was Litauer beweisen will.

Die Anträge gegen Stvesemann zurückgesteM.

Plauen, 7. Juli.

Im Stresemann-Müller-Prozeß verlangte gestern der Verteidiger des letzteren die Ge­genüberstellung von Dr. Stresemann mit Tr. Schacht. Außerdem Vernehmung des Ministers a. D. Dr. Scholz darüber, daß ihm entgegen der eidlichen Aussage Litwins ebenso wenig wie anderen Führern der Volksvartei von der Errichtung eines Devisen-Spekulationskontos für die Partei etwas bekannt war und daß die Parteiführer eine gerartige Devisen-Spekula- tion auch aus moralischen Gründen niemals gebilligt hätten. Der Staatsanwalt entgegnet, es käme nicht daraus an, ob Stresemann wirt­schaftlich, politisch oder sonstwie abhängig war von Litwin, sondern der Wahrheitsbeweis müßte ein vorsätzliches Handeln und bewußtes Eingreifen in der Richtung darstellen, daß Stre­semann wußte, er bringe ein Verfahren unge­setzlich zum Versanden. Der Staatsanwalt be­antragte Ablehnung sämtlicher Beweisanträge. R. A. Dr. Rietz sch: Dr. Stresemann kann gar nichts anderes sagen als: Ich habe mich zu meinem Bedauern dazu hergegeben, eine verbrecherische Handlung zu decken, ich habe aber damals nicht gewußt, daß es sich um ein Verbrechen handelt. Da kommen wir zu dem Ergebnis, daß dasVorschub leisten" durchaus nicht den Dolus einzuschließen braucht. An- geklagter Dr. Müller fügt dem hinzu, daß er nicht die Handlung der Evaporator als Kor­ruption bezeichnen wollte, sondern die Hand- lung Tr. Stresemanns. Nach fast fünfstündi- ger Beratung werden die Beweisanträge bis zur Vernehmung Litwins zurückgestellt. Als wcchr unterstellt wird der Beweisantrag, daß

Bis jetzt sieben Tote.

Aber noch mehr Leichen im Wasser.

Magdeburg, 7. Juli. (Privattelegramm.) Wie zu dem Unglück auf der Harzguerbahn amt­lich mitgeteilt wird, wurden bis 10 Uhr an der Unfallstelle sieben Leichen gefunden, und zwar die von vier Eisenbahnbeamten und drei Reisenden. Es wird aber vermutet, daß noch einige Tote im Wasser liegen. Ta das Messer die Toten vollständig umkleidet hat, war es bisher nicht möglich die Persona­lien festzustellen. Man hasst aber, daß es im Laufe des Vormittags möglich sein wird, dir Verunglückten zu identifizieren.

Sind rs schon neun 3

Blankenburg a. H., 7. Juli. (Privattele­gramm.) Wie ein Augenzeuge berichtet, sollen bisher außer den vier Personen vom Perfo- nach fünf Passagiere tot geborgen wor­den sein. Die Waffermaffcn des Thumkutten- baches haben die Leichen Hunderte von Nietern weit weggespult.

Sin LlnglLSStog quchdrüben".

Rewyork, 7. Juli. (Funkdienst.) Bei einem Zugzusammenstoß bei Jonesport wurden fünf Reisende getötet und etwa fünfzig verletzt, dar­unter fünfundzwanzig schwer. Nach einer Meldung aus Seattle stürzte ein Passagier­flugzeug in den Washingtonfee ab. Der Pilot und drei Passagiere ertranken.

Minister und Parlamentarier lassen im süßen Sommertraum Politik Politik sein. Und diese Ruhe dürfte eine Weile anhalten. In fast allen für die Weltpolitik maßgebenoen Ländern rüstet man sich nämlich auf die Wah­len, die das kommende Jahr bringen wird. Wenn man auch noch so oft mit Prophe­zeiungen schlechte Erfahrungen gemacht hat, wenn so manches Jahr nicht das gehalten hat, was man von ihm erwartete, wobei nur an das Jahr der Rheinlandräumung erinnert sei, so wird doch die Prophezeiung Be­stand haben, die das Jahr 1928 als das große Wahljahr bezeichnet. Da wir zum Reichstag zuletzt im Dezember 1924 ge­wählt haben, so würde mithin ein Wahltermin am Ausgang des Jahres 1928 in Frage kom­men, aber es gibt Pessimisten und Skeptiker, die glauben, daß der Reichstag ein so hohes Lebensalter nicht erreichen und nicht eines natürlichen Todes sterben wird. Darüber zu rechten, hat wenig Zweck. Möglich, daß der deutsche Staatsbürger schon im Frühjahr des kommenden Jahres an die Urne herantreten muß, um einen neuen Reichstag zu wäh­len, möglich, daß diese Wahlen sogar zu einem noch früheren Zeitpunkt stattfinden werden, wenngleich sich auch wohl keine Partei recht im klaren darüber ist, wie man die Kosten eines Wahlkampfes bestreiten soll, da doch, wie böse Zungen behaupten, noch unbezahlte Rech.

dt. n'.lugen au$ dem letzten Wahlkampf bei ver­schiedenen Parteien vorhanden sein sollen.

In Frankreich wird man am 11. Mai des kommenden Jahres die neue Kammer wäh­len und hier ist ja auch der Wahlkampf bereits mit der gestern kritisch behandelten Belforter Rede Tardieus eröffnet worden. In Eng­land hätte man mit den Wahlen zum Unter­haus an sich Zeit bis zum Frühjahr des Jah­res 1929, aber nach Meinung fast aller Sachver­ständiger dürften auch die Engländer be­reits im kommenden Jahre das Wahl­glück versuchen, wobei dann zum ersten Male die .Flappers", dieBackfische" von ein­undzwanzig bis zu dreißig Jahren mitwählen würden. Diese sünf Millionen neuer weiblicher Wähler, die zum ersten Mal die ernste Handlung der Wahlzettelabgabe auS- führen würden, würden dabei der weiblichen Wählerschaft in England eine Mehrheit über die männliche bringen, da bei Vie­sen Wahlen 14^ Millionen Frauen 12% Mil­lionen Männern gegenüberstehen würden. Es kommt hinzu, daß das Jahr 1928 in A m e r i k a die Präsidentschaftswahl bringt.

Bei dem Vorrang der Innenpolitik ist es nicht verwunderlich, wenn in solchen Zeiten jeder Regierung zu einer frischen mutigen Tat die srische mutige Seele fehlt. Man ist sich deshalb auch nirgends im Unklaren darüber, daß die Frage der Revision des Dawesplanes nicht eher erörtert werden kann, ehe nicht die ameri­kanische Prästdentschaftswahl vorüber ist, da keine Partei es wagen könnte, sich etwa dem Vorwurf auszusetzen, daß sie amerikanische Be­lange vernachlässigt habe. Man wird sich aber auch darüber keiner Illusion hingeben können, daß die bevorstehenden Wahlen in Frankreich auch die Erledigung der R.Hei»landfrage stark erschweren. Auch hier wird sich kem Staatsmann und kein Politiker finden, der sich dem Vorwurf aussetzt, daß durch die Räumung des Rheinland»? französische Interessen oder auch nur die Interessen des ftanzösischen Bun­desgenossen gefährdet worden sind. Die eng­lische Regierung, die ohnehin genug eigene Sor­ge hat, wird sich ebenfalls nicht veranlaßt sehen, die Rbeinlandfrage zu fördern und auf Paris einzuwirken. Das Wahlrecht wird in Frank­reich für die Parteien wichtiger sein als die Rhoinlandfrage und die Reform des Oberhauses sowie die Erweiterung des WablrechteS auf dieBackfische" wird für die Engländer ebenfalls inteieffsntet und wesentlicher sein als die Frage wieviel Trup­pen in Mainz, Wiesbaden oder Koblenz gar- nisonieren.

Unter diesen Umständen wird man damit rechnen müssen, daß weder in der großen Poli­tik Ereianiffe von Bedeutung eintreten werden, noch daß in den sogenannten deutschen Fragen ein wesentlichen Fortschritt erzielt wird. Man wird überall sich nach Möglichkeit zu­rück b al t e n und jede Regierung wird bemübt sein, sich so wenig wie möglich Angriffen der Gegner auszusetzen und Taten zu vollbringen die ibr und ihrer Koalition das Leben kosten könnten. Das sind gewiß leine sehr erfreulichen DuZstchten dort Hof eS keinen Zweck, die Augen z» schließen vor Dingen, die nun einmal vor- banden sind und mit denen man sich in irgend einer Form abftnden muß.

Magdeburg, 7. Juli. An dem 10 Meter hohen Abhang in der Sohle des zum Riesen- gebirgsbach angeschwollenen, sonst friedlich plätschernden Bächleins Braunenwas­ser, das sonst Erquickung bot, liegen im wü­ten Trümmerhaufen Lokomotive, Packwagen und Personenwagen. Oben auf dem Gleis stehl ein weiterer Packwagen verlassen. Den zwei­ten Packwagen und dritten Personenwagen hat man wieder nach Drei Annen-Sohne transpor­tiert. Anfangs hing der abgestürzte Personen­wagen noch an stevenaebliebenen Teilen des Zuges fest. Man hat ihn dann nach der Ber­gung der Toten und Hxrfetzien abge- schweißt, um den übr^ Zug zu sichern Unterspült durch die katastrophal herein-

wenn der vom Brocken kommende Zug, der mit dem aus Drei Annen Hohne kommenden Zug immer vereinigt wird, zu einem Doppelzug, dort eingetrossen wäre. Wegen des Unwetters am Brocken kam er aber nicht durch. Die Bergung der Toten wurde durch die hereinbrechende Nacht, durch die rasende Macht des Wassers, das einige der Toten weit in das Land führte, sehr erschwert. An der Unglücksstelle werden die Aufräumungs­arbeiten eifrig betrieben, da man noch einige Personen vermißt.

Die Harzbavn liegt still.

Berlin, 7. Juli. (Funkdienst.) Der Bahn­betrieb von Wernigerode bis nach Drei Annen- Hohne wird wahrscheinlich aus zehn Tage ein­gestellt werden müssen. Aüch die Bahn von Schierke nach dem Brocken wird heute wegen Unterspülungen nicht gefahren. Regierungs­baumeister Mäher war erst seit zwei Tagen im Dienst der Harzquerbahn lätiq. Die erste Fahrt war zugleich seine Todesfahrt. Eine Ge- richtSkommission ist zur Stelle.

Zwei Leichen erkannt.

Wernigerode, 7. Juli. (Privattelegramm.) Bisher wurden die Leichen zweier weiblicher Fahrgäste durch ihre Ehemännner festgestellt als Frau Biermann und Frau C. Oehms Berlin.

Der falsche Prinz.

Harry Domelas Glück und Ende.

Heimat, Levr- uud Wauderjalire des Betrügers. Hinter ichwedischen Gardine«. Wo er de« gSnigge" ftudierie. Das aevrellteKorps". Seine Anbeter. Flucht i« die Fremdenlegion.

Köln, 7. Juli.

Am 11. Juli beginnt hier der Prozeß gegen den falschen Hohenzollernprinzen Harry Do­me la. Der letzt Dremndzwa'.rzigjährige kam als Sohn eines kleinen kurländischen Gutsbe­sitzers landesslüchtig nach Berlin und fand als P a ge in einer vornehmen Pension Unterkom­men. Dort stahl er, ohne eigentliche Not, sil­berne Lössel und erhiÄt dafür 14 Tage Ge­fängnis mit Bewährungsfrist. Nun trat der Verurteilte in Potsdam auf, gesellte sich unter dem falschen Namen einesHerrn von der Recke" zu adligen Kreisen und nutzte sie zu sei­nem Fortkommen aus. Später sammelte er, wieder als von der Recke, für ein vaterländi­sches Flugunternehmen .wozu ihn niemand be­auftragt hatte. Diesmal mußte er sechs Wochen verbüßen und die Vorstrafe dazu, bald danach wiederum vier Monate, weil er in Geld­verlegenheit als Herr von der Recke Darlehn ausgenommen hatte. Inzwischen führte ihn sein Wandertrieb so ziemlich durch alle deutschen Gaue, wobei er im letzten Dezember in Heidel­berg wieder einmal völlig mittellos dastand. In seiner Verzweiflung kam er nun zu dem Entschluß, sich alsBaron Korfs" von einem studentischen Korps gastlich anfnd)men zu las­sen. Das gelang, weil Domela ohne Zweifel Kenntnis von Personen und Verhältnissen hatte, die er dem Umgang mit jungen Leuten verdankte, die wohl mit ihm in bestimmten Be­ziehungen gestanden hatten. Von Heidelberg ging Domela zunächst mit Empfehlungen nach Frankfurt und von dort nach Gotha und Erfurt. Er stieg mit Rucksack und auch sonst höchst bescheiden ausgerüstet in einem

ersten Gasthof als Baron Korfs

ab, täuschte dann aber geschickt Ferngespräche nach Potsdam vor und erwirkte so in voller Absicht, daß man ihn alsKönigliche Hoheit" ansprach und für den Prinzen August von Preußen hielt. Er nutzte die sich ihm bieten- den Gelegenheiten, aus und war bald die wich­tigste Persönlichkeit in einem Kreise, die ihm eigentlich ganz fern stand. In Köln kam man ihm bei einem Betrug aus die Spur. Der Flüchtende ließ sich von den Franzosen Geld zur Fabrt nach Euskirchen geben und stellte sich in der Kaserne der Eifelstadt zur Fremden­legion. Am Tage seines Abtransportes nahm ibn dann ein deutscher Kriminalassistent fest. Seit dem 7. Januar sitzt Domela im Ge­fängnis in Köln, wo er inzwischen noch eine Reststrafe verbüßt hat. Vor dem Strafgericht hat er sich jetzt wegen dreier Betruyssälle zu verantworten. Die meisten von ihm Geschä­digten haben auf Anzeige verzichtet.

Ein Augenzeuge erzählt: Ich stand auf der Plattform des sechsten Wagens, als der aus dem Tunnel von Drei Annen Hohne kommende Zug in die Kurve ganz langsam einbog. Plötz­lich, ehe es zu fassen war, sah ich die Loko­motive stch aus die Seite legen und sich über­stürzend im Abhang verschwinden, den Pack­wagen und den folgenden Wagen mit sich rei­ßend. In demselben Augenblick das alles ge­schah im Moment ertönten furchtbare Angst- und Schreckensschreie, ein furchtbares Gepolter und Getöse. Ich rettete mich durch weniger entschlossenes als iuftinkti- ves Abspringen. Weiter weiß ich nichts. .'Ich hörte furchtbare Schmerzensschreie. Rur einen Blick warf ich angsterfüllt in d»« Tiefe und wandte mich, ohnmächtig noch einen Mer­ten Blick in die Tiefe zu tun, ab, um aus Hasserode die erste Hilfe zu holen. Mehr weiß ich nicht. Nur, daß der Artblick, die, Schmer- ' zeusrufe schrecklich waren. Das Unalück hätte leicht noch furchtbarer werden können.

Gestern abend um 18,30 Uhr entgleiste ein I Senf eite oberhalb der Unglücksstelle herun Zug der Harzer Querbahn infolge Hochwaffersjtergerissen haben, im Thumkullental zwischen Hasserode und -- - - - -

Schierke an dem steilen Abhang, der den Harz­besuchern durch seinen wundervollen Talblick bekannt ist. Zur Sicherheit fuhren ein Regie- rungsbammeister und ein Techniker auf der Lo­komotive ptit. Die Lokomotive und einige Wa­gen stürzten den Abhang hinunter. Der Loko­motivführer, der Regrerungsbamneifter, der Techniker und der Heizer sind tot. Man kann schon jetzt annehmen, daß auch Reisende ums Leben gekommen sind. Mehrere Verletzte ka-

Hochwaffer durch Wolkenbruch.

Wernigerode, 7. Juli. (Privattelegramm.) Durch einen wolkenbruchartigen Regen wurden die Flüsse und Bäche im Harz im Nu zu reißen­den Strömen und traten zum Teil weit über die Ufer. Ein großer Teil der Stadt Werni­gerode steht bereits unter Wasser. Mele Keller sind überschwemmt. Bei einem tief stehenden Haus haben die Wasser das D>uh erreicht.

* * *

Wenn die Lokomotive rutscht.

Rur zwei Wagen. Das Entsetzlichste verhütet.

Berlin, 7. Juli.

Ein Augenzeuge weiß folgendes zu berich­ten: Der Brockenzug, der neben einem Packwa­gen sieben Waggons mit sich führte hatte eben den Tunnel passiert, als die Lokomotive plötz­lich ins Rutschen geriet und bei einer kleinen Biegung aus dem Gleise heraussprang. Ich selbst stand auf der Plattform des dritten Wa­gens und sah, wie der Wagen zweiter Klasse vor mir sich losritz und mitsamt der Lokomotive und dem Gepäckwagen die Böschung hinab- stürz te. Gleichzeitig legte sich der Wagen, in dem ich war, zur Seite und kippte langsam um. Ich selbst fiel von der Plattform, blieb aber wie durch ein Wunder unverletzt. Das Um­fallen des Waggons, in dem ich mich befand, hatte glücklicherweise verhindert, daß die fünf weiteren Wagen, die alle vollbesetzt waren, ebenfalls die Böschung heruntergestürzt waren. Im nächsten Augenblick entstand eine unbe­schreibliche Panik. Alle Fahrgäste eilten aus den Waggons und liefe« lautschreiend umher. Von der Lokomotive, dem Gepäckwagen und dem Waggon zweiter Klasse fab man nur noch tief unten, mehr als hundert Meter unterhalb der Unfallstelle, die Trümmer aus dem Bache herausragen.

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Dke Schienen geben nach.

Bremsen als Retter. Wer find die Toten?

Wernigerode, 7. Juli.

Beim Heruntcrfahren des Zuges gab der unversehrt scheinende Bahnkörper nach. Der Zug wurde wegen der Hochwassergefahr und teilweiser Ueberflutung der Schienen in lang­samer Fahrt zu Tal geführt. Trotzdem geschah das Unglück. Tot find Lokomotivführer Gierke, Heizer Schmidt (Nordhausen), Re­gierungsbaumeister Meyer und Bautechniker Bode (Wernigerode). Außer der Maschine find ein Packwagen und ein Personenwagen ab­gestürzt. Seiber find auch aus dem Personen­wagen einige Passagiere tödlich verunglückt. Im Krankenhaus Wernigerode find zehn Ver­letzte untergebracht. Lebensgefahr soll für kei­nen der Verletzten bestehen. Durch das vorsich- ttge Fahren und das schnelle Wirken der Bremse find die übrigen Wagen sofort zum Stehen ge­bracht worden. Die übrigen Toten wurden we­gen der Wasserfluten noch nicht erkannt.

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AIS bas Gräßliche gefchah.

Zwei Augenzeugen geben Kunde.