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KGler Nemste Nachnchtm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Zahrg a« g

Sie aafidtt «eneftat SJaÄrübten erfSeinen wöchentlich ,e»»mal nafcmittagg. Der flBonnementeräeie benagt füt den Monat 1 X bet tretet Zustellung rnS Hau», tu bet BeschLfl»stille abgeboü L80 X. Durch bte Voll mouatssch 2. X auSM-etzlich Znsiellnng»gebüdt 8erlog und Redaktion e-blachrdosstrabe $SM SVernbreSer 951 und »52. Wüt unoerlan« etugesattdre Beirrt g« fatm bte Re. dtktion eine Bemnlwortung ober GewLbr tu keinem Walle flbernebme«. Rück» wbfnng de» BezuaSaelde» ober Slnftn-tltfie «egen ehtiotger nW nrf-rtno#m$6igei Stefemw» fff snSaeffMeffe« Vofffcheckkvnto Wronfftrrt ent Main Nummer 88«0.

Rümmer 156. Amtliches Organ der Stadt Kassel. Donnerstag, 7. Juli 1927.

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Herbslmanöver um das Reichsschulgesetz.

Fttedmömlele bis zu 160 Prozent / Eisenbahnkataftrophe bei Newyork.

DerkommenöeMann.

Der Himmel bewahre uns vor Tardieu.

Am 11. Mai 1928 muß die Wahl für die französische Kammer stattfinden. Wenn bis zu diesem Termin auch noch reichlich Wasser die Seine hinabfließen wird, so wirst doch heute schon das kommende Ereignis seinen Schatten voraus. Wer etwa der Meinung sein sollte, daß es noch zu früh ist, sich um die kommenden Wahlen zu kümmern, der wird durch einen Vor­stoß, den Tardieu unternahm, eines Besseren belehrt sein, der jetzt schon in weiten Kreisen als der kommende Mann Frankreichs gilt. Für den Fall, daß Poincare sich aus irgend einem Grunde veranlaßt sehen sollte, doch noch vor den Neuwahlen das Ruder aus der Hand zu geben, gilt Tardieu als sein Nachfolger und feine letzte Rede in Belfort ist denn auch vielfach als Kandidatenrede für die Mi- nisterprästdentschaft angesehen worden. Dieser Mann, mit dem man in Zukunft vermutlich wird rechnen müssen, hat in der französischen Politik bereits eine große Rolle gespielt, er gilt als Politiker, der genau weiß, was er will und er gilt ferner als geschickter Tak­tik e r, der alle Wege kennt und zu nutzen weiß, die zum Ziele führen können. Er war ur­sprünglich Diplomat, dann Journalist, während der Friedensverhandlungen war er einer der wichtigsten Helfer Clemenceaus und als Mit­glied wichtiger Kommissionen führte er die für Deutschland ungünstige Entscheidung in der Reparationsfrage und in der Saargebietsfrage gegen die ursprünglichen Ab­sichten der Engländer und Amerikaner herbei. Tardieu verdanken wir es in erster Linie, daß der Raub des deutschen Eigentums im Auslande zum System erhoben worden ist, und Tardieu war auch der Vater der Zer­stückelung Oesterreichs und der Ab- schnürung deutscher Gebiete im Osten und Westen. Ein französisches Blatt sagt von ihm, daß er in Europa die Keime von zehn künf­tigen Kriegen legte.

ES ist denn auch kein Wunder, daß der gleiche Tardieu schroff gegen die Locarno-Po­litik Stellung enommen hat, daß er damals betonte, daß Locarno aus dem Vertrag von Versailles beinahe alle? streiche, was in ihm der alten französischen Tradition entsprach. Locarno bedeutet den Verzicht aus die Vor­sicht, die Frankreich bisher Deutschland gegen­über angewandt hat. Frankreich hat einen brüsken Wechsel seiner Politik vorgenommen, es hat die wesentlichen Bestimmungen des Friedensvertrages von 1919 und eine dreihun­dert Jahre alte Tradition preisgegeben/ So Tardieu nach dem Abschluß der Locarnover­träge. Es liegt aber kaum ein Anzeichen dafür vor, daß sich inzwischen bei Tardieu ein Wechsel seiner Gesinnung eingestellt hätte, denn noch in jüngster Zeit hat auch dieser Hetzer bestätigt, daß seit einem Jahr die Unnachgiebigkeit gesiegt hat und man wird Tardieu sicherlich nicht un­recht tun, wenn man sein außenpolitisches Pro­gramm in die Worte zusammenfaßt: Keiner­lei Preisgabe irgend eines Rechtes, das der Versailler Vertrag Frankreich ver­leiht. Von jeher hat denn ja auch Tardieu im­mer wieder betont, daß man in Frankreich die Waffe, die man durch den Versailler Vertrag in die Hand bekommen habe, nicht zu nutzen ver­stehe und aus diesem Grunde hat Tardieu wie­derholt schwere Angriffe gegen die französische Regierung gerichtet.

Nun ist allerdings richtig, daß Tardieu aus Mißerfolgen (Wahldurchfall) die Lehre gezogen hatte, daß er sein Temperament zügeln müsse und es ist nicht zu leugnen, daß sich Tardieu eine gewisse Mäßigung in den letzten Jahren auferlegt hat. Aber man wird gut tun, seinen Schwur "auf Versailles nicht zu über­hören, denn da man mit Tardieu als den kom­menden Mann rechnen muß, so scheint es zweck­mäßig, sich über die Einstellung dieses Mannes keinen Illusionen hinzugeben. Auch jetzt hat Tardieu erneut die Absicht bekundet, eine neue große Partei, eine Partei der Mitte, zu schaf­fen,die alles um ihre Fahnen scharen soll, was republikanisch von Geburt und demokratisch von Gesinnung ist". Mit dieser Formel soll offenbar die L o s l ö s u n g der bürgerlichen Linken von den Sozialisten betrieben werden, und die französischen Pressestimmen lassen denn auch klar erkennen, daß man sich in den Kreisen der bürgerlichen Linken über die Gefährlichem des Manövers Tardieus nicht im Unklaren ist. Seine Formel ist geschickt ge­

wählt, aber der schwache Punkt der Gedanken­gänge Tardieus liegt in ihrer Dunkelheit und geringen Durchschlagskraft.

Schon jetzt gesichert.

Wie man das Schulgesetz durchbringt.

(Eigener JnfvrmationSdte«!..)

Berlin, 6. Juli. Das Reichskabinett berät z. Zt. den Reichsschulgesetzentwurf und zwar hauptsächlich die Fragen der Simultan­schulen. Ein Rechtsblatt glaubt, daß der Abschluß der Verhandlungen bevorsteht. Man fei bestrebt, der Vorlage jeden verfassungs­ändernden Charakter zu nehmen, damit sie von den Regierungsparteien ohne Hilfe der Sozialdemokraten angenommen werden kann. Sie dürfte im wesentlichsten '"«auf hin­auslaufen, daß die Gleichberechtigung aller drei Schularten der konfessionellen, der Simultan- und der weltlichen Schule festge­legt wird. Diese Fassung dürfte übrigens auch bei den Sozialdemokraten auf keinen unüber­windlichen Widerstand stoßen. Damit aber wäre für eine Vorlage in dieser Form auch eine Zweidrittelmehrheit gesichert.

Die Volkspartei hat Bedenken wegen der Be- stimung, daß auf einer konfessionellen Schule auch der Unterricht in rein wissenschaftlichen Fächern im Meiste de« betreffende" B-'-r /* niffes zu erteilen fei. Unseren Informationen zufolge ist man beim Zentrum wie bei den Deutschnationalen durchaus bereit, diesen Be­denken der Bolkspartei durch Eventualzusätze Rechnung zu tragen. Die Führer der Regie­rungsparteien dürften sich mit einer Sevtember- tagung einverstanden erklären. Der Reichstag dürfte also Ende September auf etwa drei Tage zusammentreten, um das Gesetz in erster Lesung dem Bildungsausschutz zu überweisen.

Nette Aussichten.

Kommen wir auf 160 Prozent Friedensmiete? (Funktelegramm)

Berlin, 6. Juli.

Einem Demokratenblatt zufolge behandelt eine Denkschrift der Reichsregierung im Um­fange von annähernd achtzig Druckseiten die bisher nur einzelnen Parlamentariern zugelei­tet worden ist u. a. Fragen des Wohnungsbaues insbesondere der Neubauwohnungen und die zukünftige Mietgestaltung in den Altbauten. Ausgehend von der zu Anfang d. I. beschlosse­nen Erhöhung der Altmieten auf zunächst 110 Prozent und ab 1. Oktober auf 120 Prozent der Friedensmiete wird in der Denkschrift ge sagt, daß man gezwungen sein werde, im Laufe der Zeit entsprechend der wirtschaftlichen Ent­wicklung eine Stabilisierung per Altmieten auf 130160 Prozent vorzunenhrnen.

Varl« wirb zugänglicher.

Pari«, 6. Juli. (Eigene Drahtrneldung.) Nach einem amtlichen Communique schreiten die deutsch-französischen Verhandlungen zum Abschluß eines langfristigen Handelsproviso­riums günstig fort.

Wie Marianne buhlt.

Der Ozeanflwg als Friedensgeschäst.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 6. Juli.

Anläßlich des amerikanischen Unabhängig keitstages hat Präsident Doumergue an Präsi­dent Cooligde unter Hinweis auf die Er- chließung des kürzesten Weges zwischen ihnen durch die Transozeanflieger gedrahtet: Könnte doch das Jd«ck, das unsere neiden Völker be- eelt, den Regierungen die Formeln eingeben, die die glücklichsten und geeignetsten sind, um ihre traditionelle Freundschaft zu bestätigen.

Do« Messer tm Wahllokal.

Graz, 6. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt meldet aus Gospitsch: Bei einer Wahl- Versammlung kam eS zwischen Parteianhängern zu einem Zusammenstoß, wobei ein Kreispräfl- dent, der den Vorsitz führen sollte, von einem Gegner durch Messerstiche getötet wurde.

5tom zuckt die Achseln.

Aber Paris duldet die Grenzkanonaden nicht. (Eigene Drahtmeldung.)

Rom, 6. Juli.

Zu den Zwischenfällen am Mont Cenis er­klärt ein Regierungsbüro, daß sich die Schieß­

übungen in derselben unbewohnten (?) und unbebauten (?) Gegend auf italienischem Gebiet alljährlich wiederholten. Für etwaige Schäden seien die Grundstückseigentümer Franzosen wie Italiener entschädigt worden.

Zürich, 6. Juli. Ein Blatt meldet aus Rom: Laut Pressenotiz verlangt Frankreich die Zurückziehung der italienischen Truppen au« dem Grenzgebiet in eine mindestens zwan­zig Kilometer zurückliegende Zone.

Kvilg Fuad in London bewacht.

London, 6. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt spricht von besonderen Vorsichtsmaß­nahmen zur Sicherheit des Königs Fuad von Aegypten und zwar anläßlich von Nachrich­ten, daß ein linksstehender Türke, dessen Namen das Blatt nicht nennt, in den nächsten Tagen in England zu landen versuchen werde. Die Geheimpolizei überwache deshalb alle englischen Häfen aussgenaueste.

Panik im Schnellzug.

Vier Tote, siebzig Schwerverletzte.

Rewyork, 6. Juli. (D«'ch Funkspruch.) Im Tale des Hudson, 50 Meilen von Newyork. fuhr ein Schnellzug aus einen Güterzug auf, wobei vier Personen getötet und etwa dreißig verletzt wurden, darunter mehrere schwer.

Newyork, 6. Juli. (Funktelegramm.) Zu dem Eisenbahnunglück bei Nyack wird ergän­zend mitgeteilt, daß etwa siebzig Perso­nen verletzt wurden, darunter zahlreiche schwer. Die Toten lagen mehrere Stunden ne­ben den Trümmern des ersten Passagier- und des Gepäckwagens. Die Ursache zu dem Zu­sammenstoß ist entweder in einem nicht verstan­denen Signal oder in einem Weich en de­fekt zu suchen. Der Personenzug stieß mit sol­cher Kraft gegen den beladenen Güterzug, daß dieser sich vollständig in die ersten beiden Wa­gen des PersoncnzugeS hineinschob. Die Katastrophe war eine panikartige.

Leberall verfehmt.

Auch Norwegen treibt die Bolschewisten aus.

(Eigener Drahtbericht.)

Kopenhagen, 6. Juli.

Wie ein Blatt aus Oslo meldet, ist das Aus­weisungsdekret für elf NNtglieder der Sowjethandelsvertretung vollzvoen worden. Die Ausgewiesenen find bereits außer Landes pegongen. Die Sowjetregiernng hat keinen Einspruch gegen die Ausweisungen erhoben.

Zwei ergriffene Attentäter.

London, 6. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Em Blatt meldet aus Leningrad: Die Urheber des letzten Bombenattentates in Leningrad, durch das achtundzwanzig Personen schwer verletzt wurden, sind in zwei Finnlän­dern ergriffen worden Eine Erschießung sei noch nicht erfolgt, weil die Auftraggeber in, England zu suchen seien.

DieSchwarze Maske" am Salgen.

Moskau, 6. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) In Artemowsk im Donezrevier wurden fünf Anführer der RaubmörderbandeSchwarze Maske" zum Tode und zehn Raubmörder zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt.

Atel da« Bierseidei von allein?

Berlin, 6. Juli. (Durch Funkspruch.) Ein Polizei oberwachtmeister, der gestern abend an­läßlich einer kommunistischen Feier zu Ehren Klara Zetkins im Sportpalast anwesend war, wurde durch ein Bierseidel, das von einem Ständer herunterstürzte, am Kopfe schwer verletzt. Ob Absicht oder ein Berschen vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden.

Tödliche Hitze am Balkan.

Sofia, 6. Juki. (Eigene Drabtmelduno.) In­folge der grotzrn Hitze sind im Bezirk Burgas heute fünf Personen anHitzschlaggestorben.

Die Zentner Watten.

Rur Notlösungen. Und das BersorgungSgesetz? Don

Dr. Else Matz, M. b. R.

Bekanntlich bat «an i« Reichstag wiederholt eine Sonderstellung und Sicherung der berech­tigten Kleiurentueransvrllche verlangt, denn der Kleinrentner gehört feiner ganzen Vergangen­heit nach nicht in die Fürsorge, lieber das bisher (erreichte und weiter Erstrebte läftt sich eine bekannte Volksvertreterin wie folgt ver­nehmen:

Die Landes- und Bezirksfürsorgcverbände wurden bereits durch Ministererlaß dringend aufgesordert, den Kleinrentnern eine wirNiche gehobene Fürsorge zuteil werden zu lassen. Diese Erlasse deS Reichsarbeitsministeriums mußten aber erfolglos bleiben, so lange dem Reich keinerlei tatsächliche Möglichkeiten der Einwirkung durch eine Beteiligung des Reiches an der Aufbringung der Mittel zu- stand. Dabei soll nicht verkannt werden, daß eine Reihe von deutschen Städten die besonde­ren Belange der Kleinrentner zu wahren gesucht und die Kleinrentner aus dem Rahmen der Übrigen Fürsorgeberechtigten herausgeho­ben haben. In anderen Gemeinden bedeutet aber Kleinrentnerfürsorge noch heute eine ver­kappte Armenpflege. Die schweren Mißstände, die sich allmählich herausgebildet haben, führten zu dem Vorschlag des Deutschen Rentnerbundes aus Erlaß eines Rentner- versorgungsgesetzes. Infolge der star­ken rechtlichen und organisatorischen Schwierig­keiten der Durchführung eines solchen Gesetzes, zumal auch im Zusammenhang mit dem provi­sorischen Finanzausgleich, wobei mehrere hun­dert Millionen zwischen Reich und Länder hät­ten hin- und hergeschoben werden müssen, ist ei den Freunden der Rentner jetzt noch nicht ge­lungen, das Rentnerversorgungsgesetz im Reichstage durchzubringen.

Wenn auch das Rentnerversorgungsgesctz jetzt noch nicht zu erreichen war, so ließ anderer­seits die Entwicklung der Verhältnisse eine schnelle, durchgreifende Hilfe als notwendig er­scheinen. Dieser Weg der Notlösung ist jetzt beschritten worden. Einmal wird die Lage der Rentner dadurch erleichtert, daß zur Verbesse­rung der Ablösung des Altbesitzes von betagten Kleinrentnern fünfundzwanzig Millionen Mark bereitgestellt werden. Sodann ist eine allgemeine Bewilligung von fünfundzwanzig Millionen Mark als Beteiligung des Reiches an der Klein- rentnersürsorge erfolgt. Wenn auch dieser Be­trag nur eine gewisse Erhöhung der Kleiurent- nersätze ermöglicht, um die Mielssteigerungen auszugleichen, und wenn auch angesichts deS großen KreiseS der beteiligten Kleinrentner höhere Beträge deS Reiches notwendig erschei­nen, so bedeuten doch angesichts der starken finanziellen Anspannung der Reichsfinanzen, die auch auf anderen Gebieten zu Einschrän­kungen zwang, diese insgesamt fünfzig Mil­lionen immerhin einen wertvollen An­fang. Eine Nachprüfung über die Verwen­dung der Mittel ist ausdrücklich für das Reich vorgesehen. So ist die Beteiligung des Reiches von grundsätzlicher Bedeutung für die weitere Entwicklung in der Zukunft. Neben der Her- gäbe von Mitteln ist weiter erreicht worden eine erhebliche Verbesserung deS Verfahrens der Fürsorge für die Kleinrentner, indem die Her- gäbe der Mittel an die Bedingung der Durch­führung dieser Verbesserungen der Fürsorge durch die Fürsorgeverbände geknüpft ist. Die dabei getroffenen Bestimmungen der Aufhe­bung sämtlicher Verpfändungsver­träge, auch der Stellung von SicherheitS- hvpothcken, der Nichtzulassung des Rückgriffs auf den Nachlaß des Kleinrentners, der Nichtan­rechnung eines Arbeitseinkommens in der Höhe des eineinhalbfachen Betrages des Kleinrentner, richtsatzes, der Nichtanrechnung bestimmter Zu­wendungen seitens der Verwandten deS Klei«, rentners, der Nichtanrechnung des Wertes der eigenen Wohnung, bedeuten praktisch genommen eine Lockerung der Fürsorge für die Kleinrent­ner, ein Herausheben der Kleinrent­ner aus dem Kreis der übrigen.

Es ist durchaus begreiflich, daß di« Länder und Gemeinden dieser Regelung gegenüber Be­denken ausgesprochen haben, weil sie in ihre beute von ihnen selbständig ausgeübten Befug­nisse stark eingreift. Es steht jedoch zu hoffen, daß die Bezirksfürsorgeverbände, die in der Forderung eines RentnerLtzriorgungsgesetzes die Notwendigkeit einer Sonderregelung für die Kleinrentner anerkannt haben, die,'-- Erleichte­rung in dem Verfahren, die schließlich aus der- selben "'n-e liegen, auch zur Durchführung brin-