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Rr. 154. - 17. Jahrgang.

Raffelet Neueste Nachricht««

DienStag, 5. Juli «47.

M likiliük Hummer mM 12 Seiten

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ßifchen Richterverein, gegen Kirch« und Schule und schloß mit dem Bekenntnis, daS Reichsban­ner werde allezeit die deutsche Demokratie und die deutsche Republik schützen. Rach einem dreifachen »Frei Heil- aus das deutsche Vater­land und die deutsche Republik und dem ge­meinsamen Gesang des Bundesliedes fand die Versammlung ihr Ende. erha.

Spare In der Seit!

Es wird wieder gespart.

Rach dem Geschäftsbericht der Städtischen Sparkasse Kassel für das Kalenderjahr 1926 be­tragen die Einlagen aus Sparbücher 6.067.688.74 R.-M-, die Rückzahlungen 4.482.212.65 R.-M. Der Einlagcnbestand ist im Berichtsjahr von 2.588.124.,40 R.-M. um 1.585.476,09 R-M. ge­stiegen. Die Zahl der Einlagenbücher belief sich Ende 1926 auf 11590 Stück gegenüber 7431 Stück Ende 1925 Von den 11590 Sparbüchern befan­den sich in Umlauf: mit Einlagen bis 20 R-M. 2649 Stck., mit Einlagen über 20 bis 100 R.-M. 2271 Stück, über 100 bis 500 R -M. 4257 Stück, mit Einlagen über 500 bis 1000 R.-M. 1.326 Stck.. mit Einlagen über 1000 bis 3000 R.-M. 965 Stck.. mit Einlagen über 3000 bis 5000 R.-M 64 Stck.. mit Einladen über 5000 R.-M. 58 Stck. Das durchschnittliche Guthaben eines Sparbuches betrug 360,10 R.-M., gegenüb. 348,29 R.-M im Vorjahre.

Ans Scheck- und Girokonten betrugen die Ein­zahlungen 9259.937,48 R -M.. die Rückzahlungen 9.224.773,82 R.-M. Der Guthabenbestand be- lief sich am Schluffe des Jahres auf 458.311.53 R -M Der Umsatz auf Kontokorrentkonten be­trug bei den Einnahmen 30 551 954.78 R-M. gegenüber 23 434.880, 82 R -M und bei den Rückzahlungen 30.657 315.86 R.-M gegenüber 25.088.562.19 R -M des Vorjahres

Von.den Beständen der Sparkaffe wurden im abgelaufcnen Geschäftssabr in Wertvabieren insgesamt 779.390,80 R.-M. angelegt. Als Hv- Potbckendarleben wurden ausgezahlt 2.007.800 R.-M. Gegen Faustpfand, Bürgschaft, Siche- runashvvothek. Schuldurkunde waren am Jah­resschluß 184.526.25 R.-M. als Darlehen auSge- lieben, in laufender Rechnung 722.789.95 R.-M als Kredit in Anspruch genommen. Wechsel wurden von insgesamt 325.217,07 R -M diskon­tiert. An Zinsen wurden vergütet aus Spar-, Scheck- u. Kontokorrenteinlagen 235.709.45R.-M.

Sommerruhe im Wohnungsamt.

Das Wohnungsamt bleibt in der Zeit vom 5. Juli b's einschließlich 8. Aua,ist für den Ver­kehr mit der Bevölkerung geschloffen. Rur An­meldungen über freiwerdende Wohnungen und die zur Genehmigung vorzuleqenden Mietver­träge werden während dieser Zeit tn den übli­chen Gcschäflsstunden entgegcngenommen. Drkn- gende Fälle werden durch besondere Vorladung erledigt.

2Inoenommen... Boftnunf-ill

Eine Uebung der Sanitätskolonne.

Die Freiwillige Santtätskolonne vom Roten Kreuz rückte gestern früh nach demMittelfeld" der Henschelwerke aus. Tie Annahme" ging dahin, daß ein Arbeiterzug der Industriebahn verunglückt sei.

Es war eine für die Weiterbildung der Sa­nitäter dankbare Ausgabe, denn die Zufahrt zur Unfall"-Stelle war schwierig. So mußten die Verletzten" u. a. in die Marinetrage geschnallt und mit Seilen über die Eisenbahnbrücke ge- laffen werden. Dann folgte Verladen in Stra­ßenbahnwagen. Das Gesamturteil der Füh­rung lautete: Sehr gut!

Eine fröhliche Feier der dienstfreien Kolon­nenangehörigen mit Musik, Vorträgen und son­stigen Unterhaltungen in der Siedlung Jung- scrnkopf gab den Abschluß der ernsten Uebung.

Sofalnachrichten vom Tage.

Die Hundeschau an der Prinzenquelle. Der Verein der Hundefreunde veranstaltete gestern auf dem dafür geradezu idealen Gelände bei der Prinzenquelle eine Ausstellung von Rassehunden. Wenn er damit aus den Wert von Raffen Hinweisen wollte, um dem Ausziehen Loreleyhunden, Promenadenmischun­gen usw entgegenzuwirken, so ist ihm das voll­auf gelungen. Selten sah man in Kassel eine so gut und so gediegen beschickte Hundeschau mit einem wirklichen Prunkstück: Der bekannte Züch­ter Zahnarzt Stamm hatte eigens von England einen Terrier kommen laffen. Dieses Exemplar steht einzig in Deutschland da! Der Besuch war an^aezeichnet.

Ein treuer Straßenbahner Der aus der Linie 5 wohlbekannte Führer Johannes Häf mg feiert heute sein silbernes Berufsjubiläum bei der Großen Kaffeler Straßenbahn. Er erhielt von der Verwaltung die übliche Jubiläumsuhr. Außerdem wurde ihm ein Ruheseffel zuteil. Und an sonstigen Ehrungen wird auch kein Mangel sein!

Jubiläum bei der Stadt. Heute feiert der städtische Arbeiter beim Retnigungsamt. Fried­rich U h l e m a n n sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum im Dienste der Stadt Kaffel. In Anerkennung seiner treuen Dienste wurde dem Jubilar ein Dankschreiben des Magistrats über­reicht.

-r- In den Ruhestand. Reichsbahnsekretär Johannes S v i l l n e r wurde nach vierund- vierzigjähriger Tätigkeit bei der Eisenbahn tn den Rubestand versetzt.

Vergißmeinnicht sviel» . . . In der .M a r- tinsballe" in der Marktaaffe ist fetzt -ine neue Damenkaveve einaezoaen mit dem bimmel- blauen NamenVergißmeinnicht" In holländischer Aufmachung wird eine wirklich an­sprechende Musik geboten Und Durst hat die Kapelle auch und dann lieot ibr vor allem die Tanzmusik mit blanken Instrumenten vom Pi­ston bis zur Tuba sie bringt Stimmung in den unter der Leitung Palchvoß autgeordneten und oer-Ni^-u Betrieb

Ans dem Reiche der Kleinkunst. In der Libelle" erinnert der frumorift Haß- Am­mon an Kassels erste Kabarettzeit. als noch im damals noch vorhandenen Monovol-Hotel der Kleinkunst gehuldigt wurde Er ist seitdem in bester Erinnerung geblieben Er singt und zwar aus <T,i<i''niir* unp Sevilla den Ers"d

M te 611ÖW1W« gefeiert Milt.

Die 150 Zahrfeier vor dem Schlößchen / Ehrung für den Neu» schöpfet des Parks / Erhaltung des Schlößchens ist Ehrensache.

Von den auf Schönfeld heimischen rot-weiß- heflischen Flaggenmasten wehte gestern srüh die blauweiße Kaffeler Stadtflagge und die Sonne spielte mit dem Grün der hohen Bäume und frohe Festklänge begrüßten die Ehrengäste für des Schlößchens Schönfeld schon in der Sonn­tagsausgabe ausführlich gewürdigten hundert­fünfzigsten Geburtstag. Lorbeerbäume schloffen einen Kreis um den Vorplatz des Schlößchens, dessen schlichte und gerade deshalb edle Architek­tur durch Girlandenschmuck betont worden war. Die Stadt Kassel wurde durch Beigeordneten Henkel und Stadtrat Schmidt vertreten. Ter Festmarsch aus dem S-dur-Konzert von Beethoven verklang, vom Kasseler Konzert-Or­chester unter H. Schröders Leitung trefflich wie­dergegeben, dann trat die Kasseler Quartett­vereinigung von 1919, Hermann Schleiden's erstklassiger Gesangskörper, mit Lewalters ge­rade hier stimmungsvollemHeffenlied" in Er­scheinung und . . . vom hohen Fenster des Mit­telbaues herab ließ der bekannte Heimatschrift­steller Wilhelm Markus Ide

sechs Bilder aus Schönfelds Geschichte vorüberztehen, mahnend, die Geschichte müsse endlich aufhören, ein Totenkult zu sein, aus trockener Ueberlieferung müssen lebendige Bil­der erstehen. So entstand das erste Bild, der wüste Lengberg mit dem Feerenspita! für 'Aus­sätzige und mancher Kasselauer hörte hier einge­standenermaßen erstmals, wie die Feerenstraße am Turaplatz zu ihrem seltsam klingenden Na­men kam! Ein Lebensbild des Generals von Schönfeld erstand, des Kameraden jenes Gene­rals von Schliessen, der in Windhausen seinen Affenkult trieb . . . nach Schönfeld kamen die Affen er st hundertfünfundzwanzig Jahre spä­ter, als hier draußen der Versuch gemacht wur­de, einen Zoo einzubürgern, selbst Neger und Malebareuweiber, die mehr quakten als die Frö­sche in Schönfelds Teichen retteten nickt den Un­tergang dieses Versuchs. Doch zurück zu den ersten Bildern von Schönfeld, zu jener Zeit, da nach Schönfelds Tod

ein Hauch von Schnupftabak über dem Schlößchen lag, als der Holländer Thorbecke hier eine Windmühle erbaute,n der der Schnupftabak gemahlen werden sollte. Ein Bretterzaun wurde als Grenze nach Wehl­heiden errichtet, dock die Wehlheider waren em­pört, läuteten die Sturmglocken und in stürmi­scher Nacht rotteten sie sich zusammen, legten das Grenzzeichen um und feierten mit großem Schmaus ihre Heldentat. Die Brüder Grimm tauchten auf, erhielten von der schönen Frau Bankier Jordis-Brentano manches ihrer Mär­chen und dann... Jerome, von Napoleons Gna­den König von Westfalen, der, als er das Schlößchen erstmals sah. in die sofort wahrge­machten Worte ausbrach:

Dies Haus gehört mir!"

Der spätere Schöpfer der Münchener Prnnkbau- ten, der Baukünstler Klenze, verband die bisher freistehenden beiden Gebäude und rauschende Feste wurden gefeiert, das größte ein schwüles betäubendes Nachtfest mit märchenhafter Illu­mination des Schlößchens und des Parks . . . am 28. August 1812, als Tausende tapfere Hes­sen für Napoleon auf Rußlands Steppen blute­ten! Und weiter« Bilder zogen vorüber von Verwildern, von Wiederwerden unter Prinz Karl von Hessen (als er den Park für die All­gemeinheit schloß, veranstalteten die Zwehrener und Weblheider Treibjagden darin!) und

schließlich kam als zwölfter Besitzer die Stadt Kassel! Was jetzt folgte, war ein Preislied auf

Stadtgartendirektor Justus Engeln, der, obwohl sehr schwer krank, hierher gekommen war, wo er sich sein bleibendes Denkmal gesetzt hat... mit einem wahren Kleinod der Garten­kunst. Aller Augen hingen an dem kürzlich in den Ruhestand getretenen Künstler und Zu­stimmung bestätigte die Ehrung Engelns durch den Rediter, der u. a. noch einen Appell an die Stadtverwaltung richtete, hier draußen die alten Flurnamen in neuen Straßenbezeichnungen zu erhalten und

das Gute, das hier aus der guten alten Zeit überkommen, zu erhalten und zu pfle­gen und dem Bolksgauzen dienstbar zu machen...

das sei der Sinn dieses Festtags!

Und wieder fangen Schleiden s Sänger, Ro­senduft erfüllte ihr Lied und mahnte an das Rosarium am Rerghang des Parks und die von Schröders stattlicher Kapelle gespielte Fantasie ausUndine" versetzte an den Wasserzauber im Park, an jenen Teichen, in denen sich Hohe Wei­den zu Seerosen neigen . . .!

Die Feier war ein Werk des jetzigen Päch­ters Georg Degenhardt, des Bergwirts vom Hohen Gras und seines die Geschicke von Schönfeld leitenden Sohnes, des Diplomkaus- manns und Musikers August Degenhardt. H.

*

Das Volksfest von Schönfeld.

Schon am frühen Nachmittag entwickelte sich auf dem festlichen Platz vor dem Schlößchen ein reges Leben. Das freundliche Wetter, die Fest­gabe des Wettergottes für das Jubelkind, hatte eine große Schar der Freunde von Schloß und Park Schönfeld bewogen, an dem Feste teilzuneh­men. Dicht besetzt war der große Konzertgar- ten vor dem Schlößchen. Karuffel und Luft­schaukel waren ständig dicht umlagert und auch die übrigenLecker"-Buden hatten regen Zu­spruch. Auf der Wiese hinter den Mannten drei Eichen triebKasperle" seine tollen Späße und minutenlang flog das Lachen der Kleinen und auch der Großen über den Festplatz, die Musik des Konzertorchesters Übertönend. Mit Beginn der Dämmerung tarnen die Tanz­lustigen auf ihre Rechnung. Auf dem großen Tanzpodium herschteHochbetrieb". Und als die Nacht sich über Park und Schloß senkte, im Garten die altertümlichen Gaslichter aufflamm­ten, wartete alles in fiebernder Ungeduld auf das angekündigte

Feuerwerk.

Ganz Vorsichtige standen schon eine Stunde vorher am Schauplatz der Pyroteckuik an und immer größer wurde der Kreis, bis dann ein Krachen, ein Zischen und ein Prasseln die Luft erfüllte. Sonnenblumen, Jeuerräder, Palmen wechselten mit Raketen aller Art und bildeten das Entzücken aller Besucher. Nach einem prachtvollen Wasserfall wurde eine Wind­mühle in Brand geschossen. Dabei ging nicht ohne unfreiwilligen Humor ab. Dann flammte als Abschluß über dem Eingang des Scklosies eine leuchtende150" auf, von benga­lischem Rotseuer zu beiden Seiten wirkungsvoll unterstützt. Das ganze Feuerwerk, Glanzlei­stungen des heimischen Pyrotechnikers Luban, fand reichsten Beifall. Langsam nur verebbte das fröhliche Leben, um in den nächsten Tagen immer wieder neu aufzuleben. -ee-

aller Wahrscheinlichkeit nach, um einen wegen derartiger Delikte bereits mit langen Jahren von Zuchthaus vorbestraften Mann.

Letzte Depeschen.

'Vergiftete Äugend.

Die Schülertragödie wird immer dunkler. Berlin, 4. Juli.

In der Steglitzer Schülertragüdie wurde der Schüler Krantz verhaftet, weil Krantz nicht nur der Mittäterschaft am Morde des Kochlehrlings Stephan verdächtig erscheint, ton« dem selbst die tödlichen Schüsse abgegeben ha­ben soll. Die Alkoholorgie in der Eltern- wohnnng soll mit Zustimmung der Hildegard Scheller vereinbart worden zu sein, und sie selbst soll es gewesen fein, die den Kochlehrling Ste­phan dazu eingeladen hatte. Die Tochter Scheller behauptet, sie hätte nickt die Tat »er« hindern können, weil das Unglückszinnner von innen verriegelt gewesen fei. Sie be- beugtet auch, ihrem Freunde Krantz keinen An­laß zur Eifersucht gegeben zu haben.

Vermißte Millionen.

Der Staatssäckel wird immer schmäler.

Berlin, 4. Juli.

Mit den Reichsfinanzen geht es seit 1. Mai abwärts. Der Abschluß für Mai weist bereits fechsundsiebzig Millionen Def auf. Für Juni ist ein Defizit von siebzig bis neunzig Millionen wahrscketulich. Die Warnitn- gen des Reichsfinanzministers vor neuen Aus- aaben ohne vorherige Eirmahmeen scheinen wohlbegründet zu fein. Die Gefahr neuer Steuern rückt n äh e r.

Mussolini läfct nur höhere Beamten zu

Rom, 4. Juli.

Nach einer Amtsverfügung sind Staats- und andere Beamte nicht wählbar, wenn sie nicht d r ei M o na te vor dem Wahltage ihre Ent- l a s s u it g ober ihre Beurlaubung beantragen. Ausgenommen sind u. a. Botschafter und Ge­sandte, Prosefforen, höhere Offiziere usw., tue niederen Offiziere dagegen nur bann, wenn sie h. a. bie goldene Dapferkeitsmedaille besitzen.

Ottlt den Engländern am grünen Tisch

Berlin, 4, Juni (Durch Funkspruch.) Die zum Gegenbesuch eingetroffenen englischen In­dustriellen wollen sich auf Grund der Genfer Beschlüsse u. a. über Zollnomenklatur und über Ein- und Ausfuhr unterhalten. Weiter soll über die Bearbeitung wirtschaftlicher Fragen durch den Völkerbund, das Problem der Kre­ditversicherung, die internationalen Ver- träge, des Ausstellung Z- und Meffewesens usw. gesprochen werden.

Die Franzosenfkelette stehen wieder auf.

Berlin, 4. Juli. (Funkdienst.) Auf einem Grundstück wurden bei Ausfchachtungsarbeiten vier menschliche Schädel und Skelet­teile gesunden. Es Dürfte sich um einen alten Franzosenfriedhof handeln, auf dem franzöfisäte Soldaten, die 1812 in Berlin starben, beigesetzt wurden.

Da» rote Tuch

Madrid 4. Juli. (Eiigene Drahtmeldung.) Bei heute hier veranstalteten Stierkämpfen wurde ein Matador von einem Stier getötet.

Da» QIuio auf den schienen: 7 Tote.

New-Jersey, 4. Juli. (Funkdienst.) Ein Antombil, das auf einem Eisenbahngleise stehen geblieben war, wurde von einem Zuge überfah­ren, wobei sieben Personen den Tod fainden, Darunter fünf Kinder. Drei Insassen kamen mit Verletzungen davon.

Sturzwellen am Strand sind gefährlich

für das allzu geflügelt gewordeneValencia". Di« puppenhaft kleine Tänzerin Assi-Astri führt u. a. als Kinderkopistin eine süße Kinderszene um einen reiqenden Weißen Teddybär auf. Ihr Spitzentanz verdient erste Anerkennung. Auch sie war schon einmal in Kassel im Zeller. Eine abwechslungsreiche Vortragsfolge wird geboten, umrahmt durch flotte Tanzwshsen des Trios Kobold. Leimbach ist ein begabter Begleiter am Klavier. «o»

Geltendmachung von Altbesitzrechten in Anleiheablösungs-Verfahren. Nach einer Er­klärung, die ein Vertreter des Reichsfinanz- ntiniftenumä gelegentlich der Aufwertungsbe­ratungen im Rechtsausschuß des Reichstags abgegeben hat. wird Altbesttz-Gläubiaern von Markanleihen des Reiches noch bis spätestens zürn 31. August d. I. die nachträgliche Bean­tragung von Auslosungsrechten gestattet, wenn der Anleihe-Gläubiger nachweist, daß er ohne fein Verschulden die rechtzeitige Anmeldung unterlassen hat. Die Anträge auf Bewilligung der Nachfrist sind an den Reichskommissar für die Ablösung der Reichsanleihen alten Besitzes, Berlin. Alte Jakobstraße 117120 zu richten

Aus der Diebstahlschronik. Vor einem Hause am Schloßplatz wurde gestern etn Fahr­rad gestohlen, ebenso in der Spohrstratze. In einer Wohnung der Murhardstraße öffneten Diebe gewaltsam die Eingangstür und erbra­chen dann noch drei Keller, aus denen sie Weine und Kartoffeln in größeren Mengen stahlen In einer Aantinenwirtsckaft eines hiesigen Sportvereins wurden durch Einbruch Schoko­lade. Zigarren und Eßwaren tn größeren Men­gen. sowie sämtliche Garnituren der vorhande­nen Svortaeräte und Fußbälle gestohlen.

Allerlei vom Tage. Gestern abend tcr- rümmerten im Hollandisttu»n Torviertel Be runfene. nachdem fie den Wirt niederaesck' batten, einen großen Teil der Einricktnno ^in Untermieter, der in der Schlackt ho "frafte an die irische Lust gesetzt worden w- »Drohte seine Erwirtstente berat! Da* n Polizei eingreifen mußte. In der Schäfer- 'affe sckkua ein Betrunkener in feiner Wo' nvnq alles kurz und klein. Der Tobende ward ;n der Marinetraae nach dem Zuflucktsbeirn gebracht. Dorthin kam auch ein Tobender der stck bei einem Sturz in der Briiderstraße Ver 'etzungen zugezogen hatte. Am Osterbera bei " ickko »flr.te ein "'Mährernd zog ft*

Hebliche Verletzungen zu. Gestern abend wurde auf dem Wege nach Waldeslust ein Mann von einem Personenkraftwagen ange­fahren. Er zog sich Verletzungen an den Füßen zu und wurde zum Landeskrankenhaus ge­bracht. Beim Abfahren des Lindenbergs kam ein junger Mann mit seinem Rade so unglück­lich zu Fall, daß er sich schwere Sturzwunden an Kinn und Händen zuzog. In der Mehrzahl dieser Fälle leistete die Arbeitersamariterwache die erste Hilfe.

Der Frankfurter Wetterdienst, vom Montag vormittag besagt: Im Bereicke eines Zwischenhochs ist in Mittel- und West­europa die Bewölkung zurückgegangen. Von England zieht jedoch bereits ein neues Tiefdruck­gebiet heran dessen Randstörungen bald wirk­sam werden: allerdings ist zu erwarten, daß ihr Einfluß noch unerheblich und vorübergehend bleibt. Bis Dienstag abend lautet die Vorher­sage: Meist trocken, wärmer, südwestliche Winde Westenwärme 17, Luftwärme um 11 Uhr 26 Grad.

Veranstaltungen am Dienstag.

Stobt®art: Kaneekonzert, 4 Uhr: Sortiert und SifmDer tanzende Tnr" mit Waldemar Klinael- böfer als Sänger. 8 Uhr.

Palalttdeater:Die Diamanteni'Kmnaaler von Rewoork"

Metrovoltbeater:Oitfriaen einer Tänzerin". Heute Montan.

Park Schönfeld: Schloßbeleuchtnna und Tanz im treten, 8 U6r.

Sittlichkeitsverbrechen im Reinbardswald

Ende voriger Wocke wurde eine Lehrerin Die schon feit längerer Zeit hier zu Besuch weilte, bei einer Radtour auf einer der Haupt­straßen im Reinhardswald von einem Mann ingehalten. der sie mit höflichen Worten um ihre Luftpumpe bat. um den defekten Tckl.iuck seines Hinterrades anfpurnpen zu könnnen. Die Dame stieg vorn Rade herunter und wurde Dann zu Boden geschleudert, unter Drohungen in den Wald geschleppt und dort vergewaltigt Tie war durck Drohungen derartig eingeschüch- tert. daß sie es nickt toaate. laut um Hilfe zu rufen, und mußte so fast über zwei Stunden in Der Gewalt des Mannes bleiben, bis er sie end­lich losließ. Wie uns von der Kriminalpo- lizei nach dazu m'toeteilt w'-d dandett n*

Berlin, 4. Juli. (Durch Funkspruch). Im Nordseebad Wenningstedt auf Sylt wurde gestern ein des Schwimmens unkundiger Ber­liner Fabrikant von einer Sturzwelle er­faßt und fortgefpült. Er ertrank vor den Augen feiner Gattin und seiner beiden erwachsenen Söhne. Die Leiche wurde geborgen.

Sie SaarzoNe laufen weiter.

Saarbrücken 4. Juli. (Privattelegramm.) Amtlich verlautet, daß die bestehenden Zollab­kommen für das Saargebiet bis 31. August d.J. verlängert wurden. Demgemäß gehen die lau­fenden Kontingentsperioden der verlängerten Abkommen bis 31. August weiter. Hinsichtlich des Zeitpunktes der Inkraftsetzung des Ver- längerungsprotokolles schweben noch Verhand­lungen zwischen den beteiligten Regierungen. Ebenso ist noch nicht bekannt, wann die Rati­fizierung des Protokolls vom 30. 6. 27 erfolgt.

Das Zentrum we.ter regierungstreu

Berlin, 4. Juli. (Privattelegramm.) Zu bett Zoltdifferenzen zwischen Reichsrat und Regie­rungskoalition bemerkt ein Zentrumsblatt, ? die Koalition im Reiche von feiten des Zen­trums nicht gefährdet ist und nicht gefährdet werden soll. Ueber sachliche Schwierigkeiten führt kein Weg zur Preisgabe der Koalition.

Ein rälUlbQhtr MäLchknmmv.

Paris, 4. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Gestern entdeckte im Bois de Bonlogne ein Ar­beiter unter dichtem Bebusch die Leiche eines dreizehnjährigen Mädchens, das mit einer Schärpe erdrosselt worden war. Trotz­dem die Leiche Spuren einer Vergewaltigung auf weift, glaubt die Polizei aus dein Umstande, dost mit dem Kinde dreitausend Fran­ken ans der väterlichen Wohnung verschwun- den sind (boS Mädchen wurde von einer Frau abgeholt), schließen zu müssen, daß es fick um einen raffinierten Raubmord handelt und ein Lustmord nur vorgetäuscht wurde.