Einzelbild herunterladen
 
  

Rr. 154. 17. Jahrgang.

Kasseler S?«e9e Nachrlchlev

Dlen-Iag, 5. Juli i#2T.

MM.

Der Hindenburg-Pokal.

Der Wanderpreis des Reichspräsidenten für das vom 14. 17. Juli stattfindende inter­nationale Tennis-Turnier in Pforzheim.

Shinesifche Amazonen...

. . . und die Liga der Pantoffelhelden.

China, das lange so konservative Reich der Mitte, das jetzt so gewaltsam von demGeist der neuen Zeit" durchstürmt wird, hat der Welt eine Neuheit geschenkt. Wie aus Tientsin be­richtet wird, haben sich die Ehemänner der Provinz Hupeh zu einerLiga der unterdrückten Gatten" zusammengeschlossen, um sich gemein­sam nach Kräften gegen die immer anwachsende Gewaltherrschaft der Frauen zu schützen.

Pantoffelhelden hat es zwar schon immer in China gegeben, und sie spielen eine große Rolle in den Novellen und Anekdoten des chine­sischen Schrifttums, aber man macht nunmey» den Kommunismus dafür verantwortlich, daß die Unbotmäßigkeit und Gewalttätigkeit der Ehefrauen auf den höchsten Gipse! gestiegen ist. DieBefreiung" der Frauen hat seit der rus­sischen Propaganda gewaltige Fortschritte ge­macht. In den Provinzen, die von der Man* ton-Regicrung beherrscht werden, sind fana­tische Frauenrechtlerinnen tätig, meist unvcr- beiratete, kurzhaarige, männlich gekleidete Vor­kämpferinnen des Ideals der neuen Frau, die sich vor nichts fürchten, in die Familien ein­dringen und die Frauen aufhetzen. Sie for­dern von denEhesklavinnen", daß sie nicht nur dieKuli-Arbeit", die sie auf dem Felde ver­richten, aufgeben, sondern auch nicht mehr das Esten kochen und überhaupt nichts mehr kür den Mann tun. Die Zerstörung der Familie, die gepredigt wird, geht sogar soweit, daß man in einzelnen Gebieten südlich des Uangrsee di« Ebe überhaupt ausgehoben hat. Die Frauen wählen sich Männer auf Zeit aus, und W Männer, denen diese Ebre zuteil wird, müssen sich vollkommen dem Willen ihrer Frau unter­werfen. Die Propagandistinnen der Frauen­befreiung werden in besonderer Akademie aus­gebildet, die auch das weibliche Geschlecht für den Kriegsdienst erzieht. Ein Korps von Amazonen kämpft an der Honan-Front gegen die Nordstaaten, und diese Kriegerinnen leben in Hautau wie Männer. Die Führerin, die stets einen Revolver im Gürtel trägt, erhält von den Soldaten alle militärischen Ehren.

Bei solchen Gefahren ist es nur zu verständ­lich, daß die Ehemänner sich zur Abwehr zu- sammenschkießen. Sie haben für ihren Bund ein Programm ausgearbeitet, das sich im Wort­laut an die kommunistischen Proklamationen anschließt und in dem es z. B. heißt:Kämpft gegen die weiblichen Unterdrücker des Mannes! Helft denen, di« unter den Händen ihrer Frauen leiden! Vernichtet alle ungleichen Abmachungen, die den Ehemännern von ihrenbefreiten" Weibern aufgezwungen werden! Lang lebe die Weltbewegung für di« Emanzipation der Gatten!"

Gfcbweger Iohannissest.

Einweihung des Dietemanns.

Das Johannisfest, das seit einigen Jahren immer mehr den Charakter eines echten deut­schen Heimatfestes annimmt, erhielt in diesem Jahre noch eine besondere Bedeutung durch die Einweihung der Dietemannkunstuhr auf dem alten Landgrasenschloß. Schon leit Wochen bil­dete der Tietemann das Stadtgespräch. Tie Stadt prangt seit Freitag im herrlichsten Fest­schmuck. Girlanden, Wimpel und Fahnen bie­ten ein farbenfrohes Bild. Vor der Altstädter Kirche ist der alte Brunne" mit dahinterliegen­dem Springbrunnen, der 615 vor etwa 30 Jrh- ren da gestanden hat, rekonstruiert und so em reizvolles, altes Stadtbild geschassen worden. Im Lause der Woche fanden in der Stadtpark-

skesthalle Aufführungen des von Lehrer Adler, i Datterode, verfaßten HeimatspielesJohannis- ! nächte" durch die Literarische Vereinigung statt. ^TaS wirkungsvolle Festspiel spielt in der Zeit ^Heinrich deS IV. und he handelt Episoden aus der Stadtgeschichte in dichterischer Form. Den eigentlichen Auftakt des Festes bildete, wie im­mer, der Maienzug der Knaben am Sonnabend.

ES ist immer wieder ein bezaubernde- Bild, den wandelnden Wald durch die Straßen der Stadt ziehen zu sehen.

Der Sonnabend abend brachte dann tote Einweihung deS Dietemanns. Eine nach tau­senden zählende Menschenmenge füllte den Schießplatz. Ein Herold mit drei Johannis- si'streiiern in mittelalterlicher Tracht eröffneten

8. WIM Mil ,.M M MM".

Das große Straßenrennen «m den Wanderpreis der K. 9t. 9t.

Lange Vorbereitungen für das traditionelle große RadrennenRund um den Meißner" haben in jeder Beziehung Erfolge gezeigt. Disziplin sowie echt kameradschaftttcher Geist waren die Träger der Fahrt und Dastk gebührt dem Veranstalter

Klub der Kasseler Herrenfahrer" für sein« mühevolle, bis inS kleinste durchdachte Arbeit. In den frühen Morgenstunden des Sonntags herrschte am neutralen Start im Braustübl in der Holländischenstr. reges sport­liches Treiben. Fahrwart Dohr ruft zum Antreten, verliest 45 Fahrtteilnehmer und läßt in Vierer-Stirnreihe antteten, um in ge­schlossener Form vom neutralen Start nach dem offrziellen Start in der Sandershäuser- straße zu fahren. Voran der Leitungswaäen, gefolgt von zahlreichen Radfahrern und Mo­torrädern, die dem Ganzen ein besondere- Ge­präge verliehen. Herr Brün- mit seinem schmucken Opelwagen, würdiger Vertreter von Parfümerien, hat heute die Presse ausgenom­men und führt mit sicherer Hand das Steuer.

6,22 Uhr, der Start Sandershäuserstrasie ist erreicht und in fliegender Fahrt begleitet der GlücksrufAll Heil" die jungen, frischen Radler. Die Fahrt beginnt. Das erste Sprung­brett, der Sandershäuserberg, mit seiner aus­gedehnten Steigung, gibt der zahlreich einge­fundenen Sportgemeinde ein packendes Bild. In geschlossener Form bewegt sich das bunte, in allen Farben schimmernde Gros der Fahrer den Berg empor und schon ist 6,37 Uhr das Forsthaus in flotter Fahrt passiert. In der Spitze liegt Müller, Neumann, Goldbeck, Diefenbach, Detekind. Nachzügler arbeiten sich an das Ganze glänzend heran. 6,42 erreicht die Spitze Landwehrhagen. Vor Lutter­berg holt die zweite Gruppe kräftig auf Und geschlossen wird 6,44 Lutterberg durcheilt.

Den Mündener Serpentinen

geht es zu. das Feld wird gesprengt und unser Opelwagen läßt erfahrungsgemäß, um in die­sem schwierigen Gelände keinen Fahrer zu be­unruhigen, dies« in einem 50er Tempo vorbei. Das Tempo ist auf 56 erhöht, die erste Spitze hat 7,01 Münden durchfahren. In dieser liegen friedlich neben- und hintereinander Lö­wer, Wagner, Sauer, F. Brachvogel, V. Brach­vogel, Barthel, Menne, Henning, A. Ploch, Koppenrath, Bock, Diefenbach, Detekind, Gold­beck. Zwei Minuten später folgt die itoeite Gruppe. Rechts der Werra zwischen hohen be­waldeten Bergen über Hedem ünden und Gertenbach mit dem Blick auf da- schöne alte Schloß Berlepsch geht eS der

Abwurskontrolle Witzenhausen zu.

Auf dieser Fahrt haben sich inzwischen drei Gruppen gebildet und das Feld hat sich merk­lich ausgedehnt. 7,39 Uhr, Witzenhausen ist erreicht. Ploch führt. Erste und zweite Gruppe sind nur wenig voreinander. Die Ab- wurfnummern fliegen den Kontrolleuren ent­gegen und folgende Fahrer werden uns ge­nannt: Detekind, F. Klinge, Sauer. Löwer, Goldbeck, W. Brachvogel, Diederich, Saal, Die­fenbach, A. Ploch, Bock, Barthel, Benseler, Knie- rim, K. Roppel, und Wagner. Es folgen 7,43 Uhr Gude, Engelhardt-Mengeringhausen, Bach- Mengeringhausen, Anifang und Müller, zwei Minut. später Rettmeher und 7,47 Uhr, Kerste., Ambolat, Schulz und der Altersfahrer Schra­der. War bis dahin ein ziemlich geschlossenes Feld vorhanden, so beginnen jetzt die trainier­ten Fahrer ihre Technik zu entwickeln.

Das sogenannte Abhängen beginnt.

Bei W e nd e r s h a u s en ereilt den aus­sichtsreichen Diederich das Mißgeschick, in erster Grupp« liegend, kommt er »um Sturz, ohne nennenswerten Schaden. Er folgt schnellstens nach und kommt kur; darauf zum Metten Mal zu Fall und muß die Fahrt aufgeben. Bis und hinter A l l e n d or f haben sich nun drei Grup­pen gebildet in bereit Erster Koppenrad, Sauer, Detekind und Goldbeck liegen. Die zweite Gruppe besteht aus Löwer, Barchel, Preßler und Klinge. Die geschloffene dritte Gruppe bilden Wagner, Knierim. K. Roppel und Back. Mit 38er Tempo durchrollt 8,21 die Spitzengruppe Albungen und 8,28 Uhr

die Abwurfkontrolle Niederhone.

Weiter führt die Spitze in gleicher Zahl und durchfährt Reicheniachsen 8,40, Oet - mannshausen 8,45, Äischhausen 8,50 und Waldkappel 9,02. Kurz vor dem Bahn­übergang entweicht Detekind die Luft aus dem Vorderrade. Er muß auswechseln und Koppen­rath bleibt ertvaä zurück. Die Spitze wird an Zahl kleiner und

diese Gelegenheit benutzt Goldbeck und geht ab.

Sein Bismarckrädchen ist sein Begleiter. In guter Form passiert er Harmuthsachsen 9,08, im­mer näher der letzten Hindernisetappe, der Walburger Höhe zu. Sein Tempo kaum ver­ringernd erreicht er mit 25er Tempo 9,34 die Höhe von Walburg. Ihm folgen 938 Sauer und 9,40 Detekind, der inzwischen seinen Defekt ausgeglichen und gut ausgeholt hat. Ein Mel­

defahrer bringt uns die Nachricht, daß bei der Mündener Serpentine Karl Gast ohne be­sonderen Schaden zu Fall gekommen ist. Gold­beck, den wir von nun an nicht unseren Augen entschwinden lassen erreicht nach einer Fahrt awu 3 Stunden 58 Minuten das Ziel.

Ein großer Empfang, brausende Hochrufe wer­den dem Sieger bereitet. Die Ehrensahn durch daS in großer Zahl erschienene Sportpu- blikum muß angetreten werden. Ein großer Lorbeerkranz mit blau-weißer Schleife wird ihm umgehängt und schon drängen sich die Pho" tographen um ihn... er ist der Träger des Wanderpreises der Kasseler Neuesten Nachrichten.

Inzwischen laufen die übrigen Fahrer über das Zielband, immer und immer wieder stür­misch begrüßt. Alles in Allem, eS war eine wunderbare Fahrt, bei guter Witterung, wenn auch etwas Windstärke vorhanden war. Daher auch die ganz gering längere Fahrtzeit des vorigen Jahres.

Ergebnisse:

1. Ludwig Goldbeck, R.-V. Rothendit­mold 08, 3 Stunden 58 Min.

2. Walter Detekind, R.-V. Rothenditmold 08 4 Stunden 7,56 Min.

3. Sauer, R.-V. Rothenditm. 99 4 Stunden 7,5^l. Ferd. Klinge (verjähr. Preisträger) R.-V. Hermania, 4 Stunden 11,15 Min.

5. Knierim, R.-V. Rothenditm. 99 4 Stun­den 11,16 Min.

6. Ploch, Klub Kasseler Herrenfahrer 4 Std 11,17 Min.

7. Karl Roppel R.-V. Rothenditm. 99 4 Std. 11,18 Min.

8. August Goldbeck, R.-V. Wanderer 4 Stun­den 11,45 Min.

9. Koppenrath, R.-V. Rothenditm. 06 4 Std. 12 Minuten.

10. Robert Löwer, R.-V. Hassia 4 Stunden, 15,50 Min.

11. Mohnsam, R.-V. Hassia 4 Stunden 25,55 Minunten.

12. Saal, R.-V. Hassia 4 Stund. 25,56 Min.

13. Antfang, R.-V. Hermania, 4 Stunden 25,57 Minuten.

14. V. Brachvogel, R.-V. Rothenditm. 99 4 Stunden 27,31 Minuten.

15. Müller, R.-V. Hassia 4 Std. 36.30 Min. Der Alterssahrer Schrader R.-V. Wanderer, 45 Jahre alt, wurde mit einer Fahrtzeit von 4 Stunden 45,40 Min. vierter Preisträger.

Am Abend vereinigte sich der Klub, um die Preisträger zu ehren, im Braustübl. Der rüh­rige Vereinsvorsttzende Herr Schwan, gab in echt sportlichem Geist ein Bild von der Fahrt, dankte allen Spendern, die das Rennen ermög­lichten, lobte die gut gefahrenen Zeiten von diesem Jahr und überreichte dann jebem Ein­zelnen mitAll Heil' seinen errungenen Preis. W.

?" ' i fr

All Hei!

M

Sieger.

NN

Ludwig Goldbeck.

Radsahrervereiu Rothenditmold 08, der Sieger des StraßenrennensRund um den Meißner" gewinnt den Wanderpreis derKasseler Reue- ften Nachrichten.'

die Feier durch Fanfarenblasen. Rach einen« Gesmrgsvorttag des Deutschen Sängerbundes nahm Pfarrer Clermont, von dem die Anregung zur Schaffung des Dietemanns ausgegangen ist, das Wort zur Weiherede. Er wies auf die Be­ziehungen zwischen dem Dietemann und dem Johannisfest hin und betonte, daß beide dazu berufen seien, den Heimatgedanken zu stärken, und die politischen und gesellschaftlichen Gegen­sätze zu überbrücken. Der NameDietemann", der ursprünglich ein Spitzname für die Esch- weger sein sollte, müsse ein Ehrenname für sie werden. Seine Rede klang in ein Hoch aus den Tietemann aus, an das sich der Vortrag des Dietemannliede- durch die Vereine des Deut­schen Sängerbundes anschloß. Schulrat Tith- mar dankte allen, die dazu beigetragen haben, den Dietemann wieder erstehen zu lassen, und übergab das Kunstwerk der Kreisverwaltung z« Schirm und Schutz. S anbrat Langer dankte im Namen der Kreisverwaltung und gab das Ver­sprechen, daß der Dietemann auf dem Schlosse alle Zeit gut aufgehoben sein soll. Und dann er­schien der Dietemann! Ein ganz prachtvolle- Werk! Er hat ein rote? Mäntelchen umgewor« fen, da- graue Hemd guckt darunter hervor, dis Beinkleider sind blau, die Mütze und die ledern« Tasche rotbraun. Golden glänzen Horn und Hellebarde, das kleine, allerliebste Laternchen ist ein Kunstwerk für sich Die Figur, die unter der Leitung von Professor Sandtrock, durch Bildhauer Ripp in HildeSheim wunderschön und sehr kunstvoll geschnitzt worden ist. bildet das. Entzücken von Jung und Alt. Rach Ein­bruch der Dunkelheit brachten die der Sänger« aemeinschaft angeschlossene.« Gesangvereine Arion",Harmonie',Liederkranz' undLie­derverein" dem Dietemann ihre Huldigung durch einen Fackelzug und einen kräftigen San- gergruß dar.

Sah man schon am Sonnabend viele fremd- Gesichter in den Straßen der Stadt, so wurde der Fiemdenziistrom am Sonntag noch erheblich größer. Dichte Menschenmauern umsäumten am Nachmittag die Straßen, durch die der Fest­zug der mit Kränzchen und Blumen geschmück­ten Sckmljugend kam. Auf dem Werdchen ent­wickelte sich nach dem Absingen des Johannis­festliedesDas Fest der Freuden ist erschienen« ein reges Volksfest treiben. Am Abend er­strahlten Bismarckturm- und Schäserhalle auf dem Lenchtbera in berrlichem Lichterglanze. Es waren in der Tat hohe Festtage für Eschwege!

H. Ney.

Buntes Allerlei.

eine Schule mit allem Komfort.

In der in der englischen Grasschaft Midd- lesex gelegenen Gemeinde Chiswick wurde soe­ben von dem Direktor des Londoner King's College, Doktor Barker, eine Schnle eröffnet, die bestimmt ist, 740 Knaben und Mädchen unter einzigartigen Bedingungen Aufnahme zu gewäh­ren. Tie Charakteristika dieses Schulidylls sind die folgenden: Klassenzimmer mit versenkbaren Wänden, die sich nach ausgedehnten Tennis­plätzen hin öffnen, Fenster, deren Scheiben aus Vitaglas bestehen, das die ultravioletten Strah­len durchläßt, Telephone in allen Klassenzim­mern, die dem Lehrer ermöglichen, in ständiger Fühlung mit seinen Kollegen zu bleiben, ein Sprechtheater und ein Filmtheater, große Spiel­plätze, Bäder und Ankleideräume. Die Schule führt den NamenCentralschule" und ist eine Gründung des örtlichen Distriktsrats, der auch die Schulaufsicht in der Anstalt führt. Dem Schularzt fällt hier eine besonders bedeutungs­volle Rolle $it; er hat fortlaufend den Geftind- beitszustand der in den mit gewöhnlichen Glas- fenstern versehenen Schulräumen arbeitenden Knaben und Mädchen mit dem der Schüler und Schülerinnen zu vergleichen, die in den Klassen­zimmern Unterricht erhalten, deren Fenster aus Vitaglasscheiben bestehen. Wenn das Vitaglas in Bezug auf die heilkräftige Wirkung baS hält, was man sich von ihm verspricht, so sollen alle Fenster der Schule damit versehen werden. Zu Bergleichszwecken kontrolliert man heute schon Kresse, Lattich und Bohnen, die in Kästen ans beiden Glasarten gezogen werden, in Bezug auf ihr Wachstum, um so die Wirkung des Vitagla- ses auf die Entwicklung der Pflanze erperimen- tell sestzustellen.

«

Sin indirekter Beweis.

Ein deutscher Oberlehrer, Spezialgebiet Ar- chäologie, ist in Pompeji gewesen und hat di« Resultate der neuesten Ausgrabungen bewun­dert. Begeistert kommt er in fein Städtchen zurück und erzählt am Stammtisch von der ün- erhörten Kultur der verschütteten Stadt.Ob- Sie es glauben ober nicht, meine Herren", rief er aus,wir, die wir uns einbilden, alle techni- fchen Fortschritte selbst gemacht zu haben, wir sind Stümper gegen jene Römer. Denken Sie, man hat unter sämtlichen Häusern, ja die ganze Küste entlang, Drahtleitungen gefunden' was beweist das deutlicher, als daß diese Römer zur Zeit vor Christi Geburt bereits die Telegraphie gehabt haben?" Allgemeines bewunderndes Schweigen am Stammtisch. Rur der Herr Fab­rikant wiegt lächelnd fein graues Lebemanns- Haupt.Wissen Sie, verehrter Herr Oberlehrer, das ist garnichts. Wie sie wissen, habe ich dieses Frühjahr eine Reise ins Land meiner Väter ge­macht nach Palästina. Dort hat man eben­falls Ausgrabungen gemachi und bat den ganzen Boden unter Jerusalem durchwühlt. Gefunden hat man nichts. Ist das nicht ein klarer Be­weis dafür, daß die alten Juden den Griechen weit über waren und bereits die drahtlos« Telegraphie gekannt Haven?"________

Für die Reise

Chlorodont-Zahnpaste

die herrlich erfrisdrend schmeckende Pfefferminz-Zahnpaste. Tube 60 Pf. und Mark.

Chlorodont-Mundwasser

mit gleichem köstlichem Pfefferminz-Aroma. Reise-Spritzflasdie 1.25 Mark.

Chlorodont-Zahnbürste

Spezialbürste mit gezahntem Borstensdmitt 70 PL und 1.25 Mark."