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Kasseler Neueste Nachrichten

Freitag, 1. S&i E

Der König von Spanien in Paris: Dor der Ekrenkompagme

^^pannendfte Romane: ßaf[efer ffleuefte Sdadjvidjtenlj

bernsteingelb« und tiefrote Capes gleichen exo­tischen Riesenblüien und dazwischen schmiegsa­mer lichter Sommerpelz. Bildet Cbisson das

unterrichtet ist, als der Kunde. Riarbeit muß Weilerbin herrschen über den besten Weg der Streuung in der Reklame", d. h. über die Art, wie man sein Angebot am besten und billigsten an die «Interessenten heranbringt. Das hangt wieder wesentlich von der Ware ad. Bedarss- Artikel wollen hier anders behandelt fern, als Luxus-Gegenstände.

Reklame von heute! Ist sie etwas anderes, als die Reklame von gestern? Gan; gewiß Aus keinem anderen Gebiete hat sich ein so innfälliger Wandel vollzogen, wie auf dem Gebiete der Reklame. Bis vor wenigen Jah­ren -hielt man nicht nur in Privat-, sondern auch in Geschäftskreisen nicht allzuviel von der Reklame oder gerade soviel, daß man sie als ein notwendiges Hebet ansah, das man ebenso im-den Kaus nahm wie Zahnschmerzen und Grippe. Die Kosten die die Reklame machte, wurden als unvermeidliche Repräsentations- kosten angesehen, von denen man nicht erwar­tete, daß sie sich in produktiver Weise wieder hereinbringen ließen. Wie ganz anders heute, wo in jedem Betriebe wieder mit dem Pfennig gerechnet werden muß, wo es keine Ausgaben geben darf, die sich nicht aus irgend eine Weise und sei es auch aüf längere Sicht bezahlt macht. Heute fragt man unbedingt bei jeder Reklame:

Macht fie sich bezahlt oder nicht?" Sollte man das erst nachher seststellen, so wäre es zu sät. Wenigstens dann zu spät, wenn die Reklame erfolglos war. Man muß also vorher prüfen, ob eine Reklame Erfolg verspricht, will man sein Geld dafür nicht nutzlos Hinaus­wersen. Erfolg hat nur gute Reklame, d. h. diejenige, die mit den geringsten Kosten die al­te Kundschaft erhält und neue hinzu wirbt Eine solche Reklame will sehr gut durchdacht sein. Sie hat von der Ware auszugehen und von den Käufern, die dafür in Betracht kom­men. Gute, preiswürdige Ware ist und bleibt der beste Werber. Ohne ste ist auf die Dauer die sonst beste Reklame erfolglos.Wahrh ftt in der Reklame" ist nickt nur in Amerika, son­dern überall in der Welt und also auch bei uns nicht nur moralisch, sondern auch wirt-, schaftlich von größter Bedeutung. Sie schasst den unbezahlten Werber. 966er es wäre heute durchaus verkehrt, wollte man sich allein vo­rauf verlassen, die gute, preiswürdige Ware für sich werben zu lassen. Dafür ist schon lange der Wettbewerb zu groß und die Reklame zu allgemein. Wer in seiner Werbung noch an­genehm aussallen will, der mutz das immer feinfühliger werdende Instrument der Rekla­me zu Mele» verstehen, damit er keine falsche Musik macht.

Klarheit im Reklame-Plan ist darum eine [ zweite Grundforderung ersolgsicherer Werbung, ; Klarheit vor allen Dingen darüber, welche Kreise für den Artikel, den man propagieren , will, in Frage kommen und wie man tun besten i an diese Kreise herankommt.

Photo: Max Nehrmca.

Ernst Krenek,

Der junge erfolgreiche Komponist und künstleri­sche Beirat des Kasseler Staatstheaters folgt dem Intendanten Paul Bekker an das Staats- theater in Wiesbaden. Kreneks neue Oper Jonny spielt auf" ist für das Kasseler Staats­theater erworben worden. Mit Kassel ist der Name Kreneks verknüpft durch die Urauffüh­rung seiner OperOrpheus und Eurydike", fei­ne Begleitmusik zu einer Reihe von Schauspie­len und die Leitung vonMarlborough zieht in den Krieg.

Buntes Merlei.

Röntgenstrahlen statt Fingerabdrücke?

Nr. 151.

Siebzehnter Jahrgang.

Schlechte Geschäfte.

Der Berbrecherberuf wird unrentabel.

Reklame, die sich bezahlt macht.

Moderne Rekiamefeldzüge / Die Frau ist maßgebend.

Von Dr. Rudolf Albrecht, Dozent für Werden)« en an der Kunstakademie Düsseldorf.

stallen. ~

Mäntel, Capes, Tücher, Fransen, Chtsfon, Tüll. Samt, Brokat und Pelze einen sich zu farbenfrohem Mosatk. Schrankenlosen Fanta­sien bietet sich Gelegenheit zu stofsllcker Ver­wirklichung. Leuchtendes Weiß in Chtsfon, Kasha, Samt und Hermelin tritt sanft schim- mernd aus nächtlich-dunklem Rahmen, königs­blauer Samt mit silbernen Stickerei - Motiven scheint aus besterntem Nachthimmel gewebt,

In Amerika, wo die Reklame auch der größ ten Werke, wie z. B. Forbs, nur von Spezial- Reklame-Unternehmungen, nicht etwa von der Firma selbst, besorgt wird, Pflegt man jedem Reklame-Feldzuge bei neuen Artikeln eine Markt-Untersuchung vorhergehen zu lassen, die sehr eingehend die Bedürfnisfrage behandelt und sich auch darauf erstreckt, ob die betreffende Firma in der Lage ist, den durch die Reklame geweckten Bedarf zu befriedigen. Wenn solche Markt-Untersuchungen auch nur für ganz große Firmen in Frage kommen, so ist eine ständige Markt-Beobachtung auch für den kleinsten Ge­schäftsmann nicht nur nützlich, sondern notwen­dig, um über alle Fortschritte aus seinem Ge­biete stets unterrichtet zu fein und feiner Kund schäften stets das Reust« bieten zu können. Nichts ist verkehrter, als der Glaube, sich bei der Kund schüft herausreden zu können, wenn «man über die neuesten Artikel in seinem Fache weniger

In einer Versammlung in Greenwich Eng­land sprach man über die schlechten Zeiten im allgemeinen und im besonderen und über die Aussichten, die sich in den einzelnen Berufs­zweigen eröffnen. Als schon so ziemlich alle Möglichkeiten des Gelderwerbes durchgespro­chen worden waren, erhob sich auch ein Herr W-, der bisher geschwiegen hatte und erklärte nunmehr, daß er über di« Aussichten im Ver- breckerberuse sprechen wolle. Zahlreiche An­wesende kannten den Redner als soliden und ehrlichen Bürger, und so konnte der im Saale anwesende Polizeibeamte nicht recht nach der Quelle forschen, aus der der Redner seine Wi senschaft bezog. Herr W. erklärte dann auch, daß er als Schriftsteller des öfteren berüchtigre Lokale in gewissen Gegenden Londons aufsu- chen müsse und auf diese Art schon die Ehre ge­habt habe, von ganz bedeutenden Koryphäen des lichtscheuen Gewerbes ins Gespräch gezo­gen worden zu sein. .

Diese absolut authentischen Herrschaften äu­ßerten sich über die Erwerbaussichten in ihrem Beruf außerordentlich pessimistisch. Das Ge­schäft gehe immer mehr zurück. Es werde wohl noch mancher große Coup gemacht, aber das ge­schähe nur selten und die Regiekosten seien außerordentlich hoch. Es konnten genaue Zah­len genannt werden. Einer der Befragten, der in seinen Kreisen hohes Ansehen genießt, be­zifferte seinen durchschnittlichen Wochenverdienst mit der Bagatelle von 15 Schilling, und dabet habe er zwanzig Jahr« seines Lebens tm Ge­fängnis verbracht. Er glaube nicht, daß es unter den Verbrechern auch nur einen gäbe, der über ein Barvermögen von einigen hundert Pfund Sterling verfüge. Und dabei fet der Beruf doch gewiß gefahrvoll und ausreibend!

Mögen die Ausführungen des genannten Herren in der hochachtbaren Versammlung auch nur Lieberhaberwert gehabt haben sie regen dennoch zum Nachdenken an. Der ehrbar« Teil der Welt hat «s allmählich doch wohl ausgege- b«n, den anderen Teil durch Güte und lieber« redung vom Pfade des Lasters abzubringen. Auch Strafen helfen nichts. Dagegen aber kann die Polizei durch ihre Findigkeit und Achtsam­keit dafür sorgen, daß dem Verdrecherhandwerk dergoldene" Boden entzogen werde, Berufe, die unrentabel wurden, sind bisher immer noch ausgestorben, und aus reinem Idealismus Hai noch keiner einen Raubmord begangen.

diese Chiffonhüllen mehr mantelartigen Cha-1 ratter in blusiger, gegürteter Form zeigen, nei­gen die entzückenden neuen Tüllgebilde mehr der Cave-Linie zu. Mehrere Farben überein« ander mit zahlreichen Falbeln und Rüschen, die durch geschickte Verarbeitung bald die eine, bald die andere der übereinander liegenden

Der älteste Meteor.

Der Generalgouverneur von Mgerien hat den Eingeborenen in der Oase Tamenit tm Gebiet von Touat einen Eisenblock abgekauft, der, wie in der letzten Sitzung der Pariser Aka­demie der Wissenschaften berichtet wurde, von einem Meteor herrührt. Aufgrund von Schrift­stücken läßt sich nachweisen, daß der Meteor im 14. Jahrbundert gefallen ist. Es ist der älteste beglaubigte Meteorstein. Da die Eingeborenen dem Stein übernatürliche Kräfte zuschrieben und ihn als eine Art von Heiligtum betrach­teten, waren langwierige Verhandlungen nötig ehe er zur Uebersührung in ein Pariser Mu- seum erworben werden konnte.

Material, so stimmt dieser in der Farbe mit oem darunter getragenen Kleide überein wenn der Stoff einfarbig ist unp mildert di« Lebhaftig­keit des gemusterten Kleides dadurch, daß er ---- - _

einfarbig nur den Grundton zeigt. Während i Tüllschichten in den Vordergrund treten lassen,

Im allgemeinen wird man die Zeitungs- Anzeige als den besten Streuweg der Reklame bezeichnen müssen, I Photo: Max Nehrdich.

durch den man an die meisten Menschenl $r Ernst Zulauf.

SM, n.d, tunas-Änzeige in der Regel von F r a u e n vierundzwanztgrahriger Tätigkeit am Staats- gewesen und in ihrer Wirkung entschieden theater Kassel als erster Kapellmeister an das wird. Es ist eine alte Wahrheit, daß das Volks! Staatstheater Wiesbaden berufen. &n ferne einkouimen zum größten Teile durch tote Handl Stelle tritt Franz Rentz von der Stadtiichen der Frau wandert. Nahrungsmittel, Frauen- Oper Berlin. Dr. Zulauf hat sich auch durch und Kinder-Kleidung, kauft die Frau und auch die Leitung des Madrigalchores Verdienste um bei der Herrenkleidung spricht sie meist ein ent- ba? musikalische Leben Kassels erworben Heute scheidendes Wort. Das bedingt, daß tote Zet- dirigiert Dr. Zulauf zum letzten Mal Beetho- tungsanzetzge unbedingt auf die Seele der Fraui vensFidelio".

Rücksicht nehmen muß. Und da die Fran tm all----------------

^nln7a6uKTbii0Äe®eSe darauf gleichen »arten Pastellpaletten. Aber wie der Wirf mitt fowobl in der textlichen GestaltungIAbendmantel stets einen Anklang an dasCaPe X in bet technischen Durchführung. Der zeigt, sucht letzteres wieder IN der LiNiensuhrung m-nfeo Anreir tum Kans liegt darin, daß man! mantelartige Momente. L»o S^tgen audj die der^-Vrau kirrt klar und bestimmt den VorteftI Tülleaves diese Neigung und verwirklichen Ji- E. Auaen führt den sie erreicht, wenn, ste die durch den breiten geibcngurtel, der m vorn an, ono-vr-ekene Kare kauft Darum ist es eineisteigender Linie di« Bemühung um die ^allleu- Kri'ndiforderuna für die werbe-wirksame Text-1 Verkürzung anbeutet. Eine dritte litejifiM Gestaltung der Anzeige sich auf die Notwen-1sommerliche Abendhülle ist das spttzeneape^. in Setu^torän^eu itnib babei boti alles zu bunten Metallfäden oder kostbaren echten sptt- Ä waslNLftch M. D?s erfopdert Ta- »en hebt sich fein zierliches Muster vom Farb- lent und Hebung und wer das nicht selbst kann, ton des darunter getragenen Kleides.

soll sich den Wortlaut der Anzeige durch einen Samt, weiß und in sämtlichen leuchtenden Könner aufbauen lassen. Das Zeitungsinserat I ~artM,n ,ft ein sehr begehrtes Material. Dieser muß »um Leser kommen, weil der Leser «n.den'schmiegsame Stofs gibt ideale Möglichkeiten sur wenigsten Fällen 'ba§ Inserat sucht. Und selbst ^,ld- und Silberstickereien, für Perlarbelt und dann ist es noch gut, wenn es ihm vernehmnchhjftafewuu. Auck ausrasierte Muster erzielen entgegen ruft:Hier bin ich!" Es muß aus der Effekte. Seidene Tücher sieht man selten,

Mehrzahl der Anzeigen einer Seiteheraus- weiß nicht, ob man es bedauern oder

fallen", gutheißen soll. Richt etwa weil man die Tn-

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Den erhält es auf die einfachste Weise dadurch, wahrhaft künstlerische Modelle - mit daß man um den Text möglichst viel leeren ,^ -Een langen Fransen, denen die Raum läßt, oder in dem man umgekehrt nega- Wünsche schöner Frauen heiß entgegenschlagen, tive Schrift mit viel Sckwarz umgibt. Men nur wenigen ist es gegeben, sie wirk- Viesen einfachsten Formen spielt das Bild vm [i<$, mit Unmut und Grazie zu tragen. Der Inserat als Mickfang eine große Stolle. %se @rltttb mag vielleicht darin liegen, daß uns zwingender ein solches Bildinferai den nörbltcfxen, stark zivilisierten Völkern die na- auf sich zieht, je stänker die innere BeMÄHung Erliche Grandezza, mit der die Spanierin oder zwischen Bild und Wort ist, umso werbewirk- Italienerin das Tuch zu tragen versteht, inmii- famer wird die Anzeige fein. ;sft die ffuntotn|^n üon Äutogehupe und rasenden Untergrund durch das Inserat bis vor den Laden verloren gegangen ist, und vom Erha-

so tritt das Schaufenster in seine Wirft amketttt^^ Lächerlichen ist bekanntlich nur ein

Grundsätzlich soll es alles das, anschaulichI ,tt. Brokate und Pelze zeigen gegenüber

macken, was das Inserat bezüglich Gute und . winterlichen Abendcapes und Mänteln das

Preis der Ware verhieb' soll es durch geschickte nach weiteren, glockigen Formen und

Aufmachung noch steigern, soll vor allem dwcch Farben. Sandor,

richtige Beleuchtung in den Abendstunden, tool ---

die mÄsien Angestellten erst Zeit finden, Schau-! fenfter zu betrachten und zu vergleichen, tote Ware in das ^richtige" Lickt setzen. Daß der Laden bei natürlichem Licht und bei kunsüt- ckem so ausgestaltet sein muß, daß der Käufer, ücb darin wohl fühlt, das Personal liebens- Werden Röntgenstrahlen die Fingerabdrucke würdig ist, ohne aufdringlich zu fein, daß es sich bei der Jndentifizierung von Verbrechern er-

als der sachkundige Berater, als der Treuhan- setzen können? Nach der Meinung der Rew-

der der Kundschaft darstellt, das alles liegt in Yorker Aerzte William Cnlbert unb yreberid

ber Richtlinie der Reklame von heute, die in Sato sind die Röntgenaufnahmen die besten

der Seelenkunde ihre stärkste Stütze sucht undtJdentifizierungsmittel. Dr. Cnlbert beruft sinditt sich zur Bekräftigung seiner Behauptung auf

r ' folgenden Fall: Im Januar 1920 hatte er bet

einem Patienten eine Kieferoperation vorge­nommen. Im Jahre 1925 verschwand der Pa­tient in Tibet. Er hatte eine Expedition aus­gerüstet, die von Räubern überfallen wurve. Man fand mehrere verstümmelte Leichen am Ufer eines Flusses unweit der Stelle, wo die Expedition ihr Lager aufgeschlagen batte. Für die Familie des Pattenten war es sehr wichtig, die Jndentität der Leiche festzustellen, da es sich um die Verteilung einer großen Erbschaft han­delte. Bei den Röntgenaufnahmen der Schä­del der Opfer konnte Dr. Cnlbert an den Spu­ren der Operation den Schädel seines Patien­ten sofort erkennen. Dr. Culbert behauptet, während sich die Fingerabdrücke mit der Zett veränderten, feien die Eigentümlichkeiten des Knochenbaus kaum starken Veränderungen untertoorfen.

Rund um die Dame.

Modeluxus der Weltstadt.

Wenn zu abendlicher Stunde die Vergnü­gungsstätten der Weltstadt mit magnetifeber - Mackt Ströme von Menschen aus den Vororten hereinlocken, Tausende von Autos in die Zu­fahrtsstraßen pressen und erst spät nach Mitter­nacht wieder ihre Tore öffnen, um die Men­schenmenge zurückfluten zu lassen, gaukeln, gleich bunten Schmetterli ngen, geschmückte Frauen durch die laue Sommernacht. Fern von Staub und Last des Alltags, tm weltentrückten Blick -extatische Freude genossener Musst oder prickelnde Operettenmelodien aus rot schim­mernden Lippen, oder aufreizende Jazzryth- men in den Gliedern, in schimmernde Abend­mäntel gehüllt gleichen sie lichten Traumge-

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