Einzelbild herunterladen
 

Meler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

iM.

Freitag, 1. Juli 1927

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17, Jahrgang

9?Utnmer 151. Arntlirkes Organ der Stadt Kassel.

Ämet«BPrpft: Lind«milche OefdMftSanietfltn HetU «14. eutroSrhee »njeiaen 3e;I« ® 4. »imilieitoM. Seile 30 4. Äl. *b*. au» 8«Je{ L mim. n. Sn». Set le 30 4 Reklamen Seele 76 4. Cftenaebita 30 4 (Set SnL »et Offerten 50 4 Reck»lln«rdetr<iee tnnerd. 6 Tasen mM6»i »Bi ». Richti,. fett aller durch »ernforetfin aufaeatbtnen flnietaen lernte <8r Sufnibmehtteit an» Plätze kann nicht «muttert werten, ftftr Knetete mit vefoadtr» lchtvo rtaem Satz tfln Protem Auffchlas. Druckerei: Ichlachtboillrabe 2*30, äkfdtettl« Bellet KSkMfck» Strafte 5. oteenüber der Snofirftrafte. »ernlpredkr 051 utt» 059

T>te «alleinJteueftcn Rachnchten erfebetntn wSchentltch techsmal nachmtiras» Der flbonnementeeici» beträgt für den Monat 2. X bet freier SnfteBnng m» »au», m der »ef*6ft»iha« ibeeboU 1 ja x. Durch bte «»ft monatlich X aurfchltekltch Saktellungsaehüdi «erlag un3 Redaktion Sdiladttbofftrabe 3*80. »ernfttretbei WH an» »ss »81 unverlangt etnsefaudte Verträge fax» die Re- bihien eine tyeranenterteng »der (Sentäta tu keinem »alle SSernedmen Rück» tthfitne 6e# ffemafeetbe» oder Antvrllche wegen etmitger n1*' neb-wwafmäßiget -thrn^n «ft ,«aeech1oNen «efttchechkont» »ran ff art am Sfiiw Nummer

Nüssen und polen geschiedene Freunde.

MM zur Wahrheit!

«Sie nützen wir unsere Chance« am besten auS?

Fdeen ftnd stärker als Menschen.

Stresemann preist in Oslo die Göttin Phantasie / Noch ei« Locarnoappell des großen Fridtjofs Nansen.

Von

Staatssekretär Frhr. v. Rheinbaben, M. d. R.

Versuchen wir, die bisherigen .Locarno'« Erfahrungen voll in Rechnung zu stell len dann kommen wir etwa zu folgenden fünf Thesen deutsch-französischer Politik: Wir ha­ben am 1. Dezember 1925 die Unterschrift unter die Locarnoverträge zu billig und ebne ausreichende Garantien gegeben. Unser Hineingeyen in den Kreis der Großmächte war ein mutiger und richtiger Schritt auch wen» dafür Opfer gebracht und Bin­dungen eingegangen werden mußten. Es ist also ganz falsch, von einem »Bankrott der Locarnopolitik' zu sprechen Richtig aber -st es, sich über die Ursachen klar zu werden, w e S - halb die praktischen Auswirkungen von Lo­carno für Deutschland nicht größere und durch­greifendere geworden sind und in Zukunft dementsprechend zu handeln.

2. Die deutsch-französischen Beziehungen wer­den weder durch verwaschene» Verständigungs- gerede, noch etwa allein durch wirtschaftliche Maßnahmen entscheidend gebessert werden, son­dern nur durch eine längere Periode kühler und nüchterner AnnäherungSPolitik, die allmählich dasjenige Mindestmaß von Vertrauen herstellt, da» allein den jabrhundertelangen Hader und da» aus ihm entstandene Mißtrauen überbrük- ken kann. Die Hohlheit und Nichtigkeit so vie­ler großen Reden ehemals feindlicher Staats­männer haben wir zur Genüge erkennen müssen. Nun geben wir da» Ziel der Besserung der deutsch-französischen Beziehungen nicht etwa auf und wir wären die größten Toren der Welt, wollten wir da» verleugnen, waS wir un­ter so großen Opfern bisher geschaffen und er* reicht haben. Aber wir ändern die Me- ihode und wir unterfireicken das Wort des Außenministers:Nicht als Besiegter zum Sic-

Oslo, 30 Juni. Beim Ehrrnbankett für Außenminister Etresemann führte dieser im Bet jein des Nobellomitees, der Minister, Gesandten usw. aus. daß es für die Bölkerschicksalc mehr noch auf die Größe der Idee als auf den Güteraustausch ankomme. Wir sprechen verschie­dene Sprachen, aber wir verstehe» un» in dem einen Gedanke», daß Golt bie Völker nicht ge­schaffen hat, damit sie ihre Kultur gegenseitig zerstören, sondern dami, sie ihr Bestes her- geben in gemeinsamer Arbeit. Es ist eine ganz falsche Anschauung, die praktische Betätigung des Menschen, auch der Politiker, habe mit der Phantasie nichts zu tun. Die Berbindung von praktischer Betätigung und Phanta. sie sehe« wir glänzend verkörpert in dem gro­ßen Norweger Fridtjof Nansen, Es hat mich tief ergriffen, daß die Männer vom nor­wegische« Robelkomitee, in dem, was mir als Ziel europäischer Entwtckclunavorschwebte. einen Klang ihrer eigenen Melodie finden. Dafür Ihnen zu danken, ist mir eine ernste Pflicht und Ihnen zu sagen, daß mir diese Tage unvergeßlich sei« »verden. ist mir ein ernstes Bedürf«,».

Darauf wie» Fridtjof Nansen eindringlich auf die Bedeutung Locarnos ol» eines Ver­suches .einer neuen politischen Aera gegenseitigen Vertrauens und aus die Schwie­rigkeiten hin. die uns von diesem Ziel noch trennen. Vizepräsident Mowinkel brachte ein hoch auf die deutschen Frauen und

insbesondere aus Frau Dr. Stresemann aits. Zuletzt sprach Emanuel Nobel selbst. (Siehe auch Bericht zweite Seite.)

Keiner- fängt an.

Elektrische Luft zwischen Moskau-Warschau. (Funklelegramm)

Moskau, 30. Juni.

Ein Regierungsblatt weist darauf hin, daß keinepolnische Antwort auf dlc zweite Sowjctnote eingetroffen ist und daß Bolen kei­ne Maßnahmen gegen die offenkundige Tätigkeit wcißgardtstischcr Bersch w ö - rer unternommen hat. Bis zum Eintreffen einer befriedigende« Antwort sei eine Besserung der Beziehungen unmöglich. Ter Anleihe- Mißerfolg in Amerika beweise, daß die ame­rikanischen Kreise offenbar nicht an die angebli­che polnische Friedenspolitik glauben. Die Sow- jetregierung werde feinen Garantiepakt anbiete«, bevor sie volle Genugtuung für die Ermordung Woykows erhalten habe.

Rache ttir -Eßcqtoto

Moskau, ,U). 3t:fti. (Eigene Drahtmeldung.) Zwei polnische Spione wurden wegen Spio­nage zugunsten des polnischen Generalfttwr in Switoimr «Wolhynien« zum Tode verurteilt. Das Urteil ist bereits vollstreckt.

Fürstenkrach in der Regierung.

gcr, sondern als Gleichberechtigter wol­len wir neben Frankreich stehen!'

3. Die deutsch-französische Annäherung kann sich nur in gleichzeitiger Zusammenarbeit mltEngkand vollziehen, oder sie wird n i e- mals kommen. Die Lehre der sogenannten Kontinentalpolitik, die theoretischen Luftgebilde der Paneuropäer sind falsche Lehren nnb führen in die Irre. Aus vielfältigsten Gründen euro­päischer und Weltpolitik bezeichnen sowohl Frankreich wie England ihr eigenes beiderseiti­ges Verhältnis als den Eckstein ihrer Poli­tik. So kann Deutschland weder hoffen, in ab­sehbarer Zeit etwa Frankreich von England zu entsremden und von wirtschaftlichen Ueberle- gungen iusgehend einen deutsch-französischen Kontincnialblick zu schassen, noch in direkter deutsch-englischer Politik der unbestrittenen mi­litärischen Vormacht des Kontinents ein Paroli zu bieten. Deutschland muß seine Ziele vielmehr stets in einer solchen Politik Frankreich und England gegenüber versolgen, die den Interes­sen beider Länder gerecht zu werden sucht. Damit wir jedoch nicht dauerndes Objekt sol­cher Politik bleiben, wird und muß Deutschland auch anderen Mächten, Amerika. Rußland, Jta- lien, mittleren und kleineren Staaten und nicht zuletzt dem Völkerbund gegenüber alles tun, um die Selbständigkeit und Freiheit seiner Aktion zu vermehren. Und hier und aus diesem Gebiete liegt die Ausschöp­fung jener Möglichkeit, die uns die Locarnopo- litik erösfüet Hai. Ich betrachte als das wesent­lichste Ergebnis der letzten Verhandlungen in (Senf nicht die Art der Erledigung der Tages­ordnung her Ratssitzung, auch nicht etwa die Enttäuschung über die bisherige Nichterfüllung der Reduzierung der BesatzungStruPpen, son­dern die osfenkundiye Tatsache deS Wie der- hineinwachsens von Deutschland in die Mitbestimmung europäischer und weltpoli­tischer Probleme.

4. Es gibt keine deutsch-französische Politik ohne die Berücksichtigung des französisch-polni- schen und der deutsch-polnischen Ver- bältnisseS. Rheinland und deutsche Ostgrenze sind in Wahrheit sehr viel enger mitein, ander verknüpft, als ein sehr großer Teil der deutschen Oeffentlichkeit es bisher glauben will. Einflußreichste Kreise in Frankreich sind am Werke, die Rbeinlandbesatzung zu dem Versuche auSzunutzen, die sreiwillige Anerkennung der heutigen deutsch-polnischen Grenze durch Deutsch­land zu erzwingen. Wir müssen diesem kom- wenden Druck aegennb-r uns wappnen und die Dinge im Zusammenhang und in der Wirklich­keit sehen, nickt aber so, wie unsere Wünsche sie vielleicht gestalten möchten. Wir müssen den Mut ausbringen, und an der These feschalten.

Wird das Zentrum im Reichstag wieder ander» stimme«? / Wirth will die Koalition sprengen / Peking von zwei Armeen umklammert.

Berlin, 30. Juni.

Die Annahme des LinkSantrages auf Ver­längerung des Fürstenspcrrgesehes im Reichs tagsansschutz wird, wie ein Rechtsblatt meint, keine weiteren politischen Folgen nach sich ziehen. ES ist nicht anzunehmen, daß die Reichsregierung ihren ablehnenden Standpunkt gegenüber einer Verlängerung des Sperrgesekes aufgibt. Es ist vielmehr zu erwarten, daß die Zentrumsfraktion nach der gründ säükichen Wahrung ihres Standpunktes sich den MehrheitSverhältniffen im Plenum beugt, das die notwendige Zweidrittelmehr­heit für die Berlängernng des Sperrgesetzes nicht gewähren will. (S. Bericht 2. S.)

Wirth als starker Monn.

Er will die Regierungskoalitivn sprengen.

Berlin, 30. Juni.

Josef Wirch äußerte sich gestern Abend rum Uehrrggng des Zentrum» zur Opposition: Tas ifl erst bttr Anfang. Ich weiß genau, daß die jetzige Regierungskoalition in vier Woche» nicht mehr besteht.

Berlin, 30. Juni. Die Berliner Zentrums- vartri sprach nach einem Bortrag von Dr. Wirth diesem ihr uneingeschränktes Vertrauen au» und bat ihn, fein mutiges Wirte» für den sozialen Bolksstaat unbeirrt fortzuseben. Die Berliner Zentrumspartei werde ihn tatkräftig unterstützen.

Durch Rebel und Wolken gen Paris.

Dhrd kämpft sich über de» Ozean vorwärts / Ein Flug San Faneisco- Tokio / Hohe Fliegerpreise.

Rcwqork, 30. Juni. (Funkdienst.) Ein Funk- fpruch aus St. Johne» (Neufundland) be­sagt, daß dieAmerika" ungefähr 40 Meile« südwestlich St JohneS passierte. Um 6^9 Uhr abends Newporter Zeit hatte Byrd drahtlos ge- ntetoet, daß dieAmerika" in Rebel gekom­men ist, der ganz Neufundland bedeckt und eine Navigation unmöglich macht. Die Botschaft fügte hinzu, dieAmerika" steige übr den Rebel empor und habe sehr ungünstige Winde angetroffen.

*

Dykd will auch zurtlcksiteatn

Paris, 30 Juni. (Eigene Drahtrneldung.) Byrd läßt in Paris fein Flugzeug genau prüfen

und will dann wieder aus dem Flugwege nach St. Franzisko zurückkehre«.

Rcwyork, 30. Juni.

Der Flugzeugkonstrukteur Fokker, der die Amerika" Byrds und das Flugzeug für Ha­waii erbaut hat, erklärte, er stelle Mr Zeit ei« Flugzeug her, da» imstande sein ntcrdc zwei- und siebzig Stunden lang in der Lust zu blei­ben und ohne Unterbrechung von San Fran­cisko nach Tokio zu fliegen. Binnen JayreS- rist werde ein Flugzeug diese Reise durchführen.

daß wir die Befteiung de- Rheinlandes nie­mals und unter keinen Umständen mit jenem »Ofilocama" bezahlen werden, das dem deutschen Volke für alle Zeiten die Wiedergutmachung der ungerechten nnd unmöglichen Grenzziehung im Osten verwei­gern würde. Also: Schlimmstenfalls Abwarten der RäumungStermine 1930 und 1935 aber Offenbalten der Revision de r O st g r e n z en !

5. Von der Regelung der sich gegenseitig be- vinaenden DaweStribute u. französischen Sckul- dcnleistungen wird ein gut TeilSolidarität', d. h. gemeinsames Interesse für

Deutschland und Frankreich abhängcn. Die Ta­gespolitik geht noch mit großer Schau an diesem schwierigsten aller Probleme vorbei. Aber bet Zeiger der Zeit rückt und beide Völker werden zunehmend die Last der Schuldknecht­schaft spüren. Es kann sein, daß gerade diese Art von nicht gewollter aber um so schärfer sich ouswirkenderSolidarität' im Zwange der Dinge die beiden Völker zueinander führt. Bis das geschieht, müssen wir Herrn Poincare und dic ihn stützende überhebliche und kurzsichtige Klique abvettern und Frankreich und her Welt beweisen, baß der deutsche Staat seit 1923 einige Fortschritte gemacht hat!

Sind Sie religiös?"

Die »ird)e zählt ihre Getreuen.

Swtt Hanoi- nnd Rebithn «Mixte geuieiRoxtx. Soeeetificne Katholik«». SbUnfi der -sraelite» end Lnddrirtichlanb. Wer oerliert bar* Vir» chenanstriN» am metile«?

Evangeliscite «. katholische Kirchen haben thre überlegene Führung vor allen anderen Bekennt- nissen bei wertem gehalten. Zu ihnen gehören insgesamt 96,5 Prozent aller Deutschen. Beide Bekenntnisse haben anteilsmäßig gegenüber der Vorkriegszeit aber doch etwas nachgelas­sen; denn damals umfaßten sie aus dem heu­tigen deutschen Gebiete 98,6 Prozent. Der An­teil der unter »Sonstige' geführten Einwohner lNichtchristen, Richtjuden, Gemeinschaftslose usw.) hat sich von 0,4 Prozent vor dem Kriege unter voller Aufsaugung des Verlustes der 2,1 Prozent der Hauptbekenntnisse aus 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung gesteigert. Anteilsmä­ßig unverändert geblichen ist die Zahl der Is­raeliten mit 0,9 Prozent und der »anderen Christen' mit 0,1 Prozent (Griechisch- und rus­sisch-katholische, Altkatholiken usw.). Durch vie Gebietsverluste infolge des Versailler Vertrage» sind bei den Hauptbekenntniffen die

Katholiken ent schwersten betroffen.

Von bett runb 6.4 Millionen Deutschen, bie aus dem Reichsverbande ausscheiden mußten, gehö­ren 4£ Millionen der römisch-katholischen nnb 1F Millionen der evangelischen Kircko an. Den­noch hat sich der anteilsmäßige Bestand der Katholiken in dem jetzigen Reichsgebiet nur von 32.6 auf 32.4 Prozent ermäßigt, während die Evangelischen von 66 Prozent aus 64,1 Prozent zurückgegangen sind. Im großen und ganzen hat sich aber nichts wesentliches an der Tatsache geändert, daß ein Drittel der Bevölkerung ka­tholischen Glaubens ist nnb zwei Drittel der evangelischen Kirche angeschlossen sind; in absoluten Zahlen sind das vierzig Millionen Evangelische und zwanzig Millionen Katholi­ken. Die genaue Zahl der Israeliten beträgt 564 000,andere Christen' wurden 87 060 und .Sonstige' 1.5 Millionen errechnet. Diese »Son­stigen' haben ihre absolute Zahl um 640 Pro» -ent. oder anders ausgedrückt, um da» Sechsfache gesteigert. In dieser Ziffer kommt naturgemäß die KirchenauStrittS» bewegung znm Ausdruck. Sie hat den

Evangelischen mehr Abbruch getan als den Katholiken. Das ist im große« nnd ganzen schon daraus ersichtlich, daß die bei­den Länder mit dem stärksten katholischen Be­völkerungsauteil also Pa Vern und Ba­den nur eine einfache (Bayern) und eine zweifache (Baden) Zunahme der Bekennlnislo- fen aufzuweisen haben. Dagegen beträgt ihr Zuwachs in Preußen das 5,6 fache, in Sachsen das Vierzigsache (der deutsche Rekord) in Württemberg nahezu das zehn- fache, in Thüringen das achtzebnsache, in Hessen das zweifache, in Anhalt das ein« nndzwanzigfache ufw. des Bestandes vor dem Kriege. Die bei weitem niedrigste Zunahme an Bckcnntnislosen bat aufsallenderweise Bre­men mit nur sechzig Prozent oder dem 0,6fa- chen ihres Bestandes vor dem Kriege. Bremen übertraf ober mit 14 000 Bekenntnislosen vor dem Kriege in absoluter Ziffer sämtliche deutschen Länder mit Ausnahme Preußens, batte also in seinen Mauern mehr Bekenntnis- lose als ganz Bavern oder Sachsen oder irgend ein anderes deutsches Land mit vielfach höherer Volkszisser. In Preußen wuchsen die .Sonsti­gen' von 200000 auf fast eine Million. In Sachsen verloren bie Evangelischen durch bie Kirchenaustrittsbewegung rund 32 000 Mit­glieder oder noch nicht 1 Prozent ihrer Bestan­des: die Katholiken mußten in diesem Lande aber über 56000' Mitglieder oder nahezu den v i e r t e « T e i l ihre« Gesamtbestande» abgeben. Ein bemerkenswerter Vorgang in­nerhalb der Belenntuisbeweaung ist bie

Abstufung bet Israeliten

au» Süddeutschland. Bayern, Württem­berg, Baden. Hessen und Thüringen haben in#» gesamt über zwölftausend ISraelftrn weniger al» vor dem Kriege. Abwanderungen von JS- ractiten sind weiter auch au» beiden Mecklen­burg. Oldenburg, Bremen, Braunschweig, An­halt, Waldeck und beiden Lippe erfolgt. Mehr als fünftausend ISraekiten ginge» nach Sachse«, tzie anderen nach Preußen und konzentrierten üch in den großen Städten, besonder» Ber­lin, da» 172000 J»raeliten bei einer Zu­wanderung von 28 000 zählt. Frankfurt .im Main mit 29000 (Zuwachs 3000), BreSla« mit 23000 (Zuwachs .3000) und weiter Köln 16000 (Zuwachs. 3700). In diese Städte Wan-