Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 150 amtliche? Organ oer Stadl Waffel. Donnerstag, 3V. Juni 1927. Amtliches Organ der Stadt Waffel.
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Die ©eeaOrüftung auf dem toten fZunkt.
■3n Lappland war es ganz flnfter.
auch für den Blumenschmuck genaue Vorschriften erlassen, um zu Verbindern, daß sich etwa auf den Grabern von Anaeböriaen reicher Leute prunkvolle Ehrenmale erheben, während die Nachbararäber ssch mit Holzkrenzen oder bescheidenen Grakneicken beanüaen müssen. Gewissen deutschen Brivatorqanisationen. in erster Linie dem Volksbund Deutscher Krieasgrä- berfürsorpe ist aeüattet worden, Entwürfe für die einbeitlicke AnSaestaltnna der Friedhöfe anfrustellen, die in Paris genebmiat werden müssen und dann durch den deutschen Delegierten auf Kosten des Valksbundes zur Ansfübrung gebracht werden Es sind bereits fünf Friedhöfe auf diese Art in Stand gesetzt worden, nachdem schon früher ein Friedhof auf Rcicks- kosten bepflanzt worden war.
nach Freiheit erhoben gegen die polizeiliche Bevormundung angegangen wird, dringend notwendig, daß a l l e Parteien sich die n ö t i ge Reserve auferlegen und durch Ihr Benehmen dafür sorgen, daß der Staat keinerlei Veranlassung hat. diese Freiheiten aufzugeben
ES handelt sich bei all diesen bedauerlichen Vorkommnissen an sich doch weniger um eine Austraaung politischer Differenzen, als darum den Beweis persönlichen Mutes und deS Eintretens für eine Sacke zu erbringen Man muß aber vor allem von den Führern der verschiedenen Organisationen fordern, ihren Anhängern beizubringen, daß aus dem Wege der Gewalt eine Lösung der politischen Fragen nickt erfolgen kann und daß si» kein Reckt haben sich dagegen zu wehren, wenn der Stoa' bei Häufung von fo,»"’i Vorkommnissen ihnen pewolttam bk Möglichsten tu derol-i^en @r zessen unterbindet. Da? Ans-ben des Staate? und die Garantie der Sicherheit, b’e der S'aot allen Bürgern zu neben bat "ortwgeu eS, daß endlich einmal mit allen Mitteln gegen solche Ausschreitungen vorgegangen wird.
rvea Rosche fliegt setzt um Dollars
Hamburg, 29. Juni. Thea Rasche, Deutsch lands einzige ffu« ™ «udbet von Ham-
Oakland (Kalisornten) 29. Juni.
Der Flieger Smith, der zum Flug nack Honolulu aufgestiegen war, ist rasch zurück- gekehrt, da der Windschutz zerbrach, wodurch der Flieger schutzlos dem Winde preisgegeben war Dagegen find Maitland und Hegenberger abgeflogen. DaS Flugzeug erhob sich sehr rasch und überflog dann den Hafen von San Franzisko. Alle Schiffe find drahtlos aufgefordert worden, die Sichtung des Flugzeuges bei der Ueberguerung des Stillen Ozeans unverzüglich zu melde«.
Kassels Retck-dai.o.er-Vrotkst
Eine Entschließung des Reichsbanners Kassel erblickt in dem Ueberfall in Ahrensdorf einen Erfolg der von nationalen Wehrverbänden ge»
bürg, wo sie seit 1925 tätig ist. Sie hat mit der Gesellschaft deS OzeanfliegerS Levine einen Amerrkakontratt abgeschlossen und wird am 12. Juli mit Chamberlin und Levin abfahren.
Ser erste Sintz über den Wassern
San Franzisko, 29. Juni. Der Dampfer Zonouta1 hat daS Fugzeug der Leutnants Maitland und Heaenberger gestern nachmitta. ungefähr 750 Meilen von der kalifornischer Küste entfernt passiert.
2hTta!t zu Ahrensdorf.
Ein erster erregter Landtags-Rachhall.
Warschau, 29. Juni.
Am Dienstag setzte fick in Warschau die Fi- nanz-Deroute als Folge des Schciternsdcr Amerikakredite fort. Die Geschäfte wurden von den Käufern gestürmt. Allgemein be- ürchtet man ein neues Abwärtsgleiten des Zloty. Zahlreiche Firmen haben um Stundung der am 1. Juli fälligen Zahlungen gebeten.
Berlin, 29. Juni.
Wie zu erwarten, bildete das Landtaastbema gestern zuerst der Ueberfall auf das Reichsbanner in AhrenSdorf, weshalb Abg. Pieck iKomm.Z zugleich auch wegen anderer Zu'am- menttöße ein Verbot sämtlicker Recktsoraa- nisationen und eine Säuberung der Polizei und Justizbehörden sowie des Innenministeriums von monarchistischen El-menten forderte. Abg. H e i l m a n n lSoz.) wünschte eine Besprechung der auch von ihm mit Empörung :us« genommenen Zusammenstöße weaen der Verrb- fchiedung des Polizeibeamtengesetzes. Seine Interpellation spricht von einer ungeheuren Erregung der republikanischen Bevölkerung wegen dieker Vorkommnisse und verlangt Gx. oenmaßnabmen. Minister Gr, elinski will ’ffl Freitag zu ds-s>n Dingen St-Nuno n-^men nd meinte, daß dann Wohl auch der Justiz- ninister sich äußern werde.
Kompromiß i.r Regierungsparteien gesschcri. Auch betreffs der Zollvorlage find die Regierungsparteien sich in dem Sinne einig, daß nur der Kartoffelzoll auf 1 Mark, der Zoll für frisches Schweinefleisch auf 32 Mark erhöht werden soll. Die Frage des Sperrgesetzes und der Ent- ichädignng der Standesherren ist ebenfalls einer Lösung sicher. Für das vorgeschlagene Schiedsgericht, für Vie letzteren soll das Reichsgericht nicht nur rechtlich, sondern auch nach Gründen der Billigkeit und nach wirtschaftlichen Rücksich- tcn entscheiden. Man glaubt daher bestimmt, bis zum 16. Juli fertig zu werden.
Lindberoh« Sltnj m Srantt
Paris, 29. Juni. Heute wird aus dem Flugplätze von Le Bourget von Kriegsfliegern eine Granit-Gedenktafel zum Andenken an den Ozeanflug Ltndberghs eingeweiht.
Man kann diese Opfer der parteipolitischen Verblendung, die es mit ihrem Leben haben büßen müssen, daß sie sich in den Dienst einer Idee gestellt haben, kaum mehr zählen. . .. Immer und immer wieder muß man der Liste neue Namen hinzufügen. Aus allen Lagern sehen sie sich zusammen und aus ihrem Blut sprießt keine Saat, die Segen bringt. Die Leidenschaften schärfen sich nur und die Ernüchterung wächst. Es hat wenig Zweck, hinterher, nachdem solche Taten des Wahnsinns gescke- hen sind, zu untersuchen, wer daran schuld war, wer provoziert bat und welchem Verbände diejenigen, die ihr Leben hingeben mutzten, an- gehört haben. Wie lange soll das noch weitergehen? Vor allem muß gefordert werden, daß die Gerichte einmal mit aller Energie durch Verhängung schwerster Sira- fen die radaulustigen Elemente, denen die Waffe allzulocker in der Tasche sitzt, von ihrem Tun abschrecken. Es darf nickt mehr sein, daß die politiscke Leidenschaft als Milderungsgrund angesehen wird und daß die Gerichte allzuverstehend Normen schaffen, die einer weiteren Verbreitung des Unfuges, politiscke Gegner mit Waffen oder Knüppeln zu bekämpfen, eher förderlich als schädlich sind. Daneben aber muß auck die Regierung allen Ernstes erwäaen, wie sie dieser Verrohung des politischen Lebens entgegentreten kann. Es darf vor keiner Organisation Halt gemacht werden, die leichtfertigerweise solche Dinge herauf- besckwört.
Hand In Hand müssen unsere Richter und Polizei. Staatsanwälte und Verwaltung dafür sorgen, daß solche blutigen Vorfälle unmöglich gemacht werden. Darüber hinaus mutz aber die O e f f e n t l i ch k e i t immer und tmmer wieder ihrem Abscheu vor einem solchen Treiben Ausdruck geben. Es ist geradezu beschämend, daß man bei uns in gewissen Kreisen immer noch glaubt, Streitigkeiten, wie sie zwischen Parteien immer schon waren und auch in । Zukunft sein werden, mit Gewalt, statt mit gel- , stigen Waffen auSkämpfen zu können. Und daß man es sich nicht über sich bringt, anstelle des Totschlägers geistige Argumente treten zu lassen. Auf die Dauer kann sich der Staat, Wenn er seine Autorität nicht einbüßen will, diese Dinge nickt gefallen lassen. Es mutz da- rum von ftaatswegen das Erforderliche geschehen Andererseits ist aber gerade im heutigen ! Staate, wo immer und immer wieder der.Rus
London, 29. Juni.
Mehrere hunderttausend Personen haben sich in die Zone begehen, in der die totale Sonnen- insternis ftattfinbet In den meisten Städten dieser Zone sind entgegen dem englischen Brauch die Lokale und Ballräume die ganze Nacht offen gelassen worden. Etwa zwanzigtau- iend Personen fuhren heute Nacht in die nördlichen Gegenden Englands. (S. a. die Schilderungen im lokalen Teil. D. Sieb.)
* * *
Aller Augen hingen am Himmel.
Auf ben Sternwarten Hamburg-Berlins.
Hamburg. 29. Juni.
Die Sonnenfinsternis ließ sich auf der Sternwarte fehr gut beobachten. Sie begann um 5.24.48 Sekunden bei fast ganz klarem Himmel. Später trat leichte Bewölkung ein, aber der Mond blieb fast dauernd sehr gut zu beobachten. Später nahm die Bewölkung fo1
Gttefemann hochgefeierl.
Ein Gala-Abend bei den Schweden.
Oslo, 29. Juni.
Einem Empfang beS brutschen Gesandten Dr Rhomberg zu Ehren des Außenministers Dr. Strefernenn und Gemahlin hatten etwa dreihundert Gäste Folge geleistet. Premier- und andere Minister, Professor Nansen, dos Nobelkomitee, di« fremden Gesandten usw. Dr. Stresemann unterhielt sich mit den Gästen in angeregter Stimmung bis Mitternacht.
Das muß aufhörm!
Oder wird der Brudermord bei uns geheiligt?
•vjn dem kleinen Dörfchen Ahrensdorf hat sich jetzt wieder eine jener politischen Tragödien abgespielt (diesmal war es bekanntlich ein Ueberfall auf das Reichsbanner), die immer wieder kostbare Menschenleben fordern und die allen Anstrengungen zum Trotz kein Ende nehmen wollen. Alle paar Wochen kommt es vor, daß deutsche Erde mit deutschem Blut getränkt werden muß. weil in unser politisches Leben -in Fanatismus eingezogen ist, der seinesgleichen sucht, weil bei vielen Angehörigen politischer Verbände eine Verbissenheit sich breit macht, die keinen Respekt vor dem Leben des Nächsten hat, und weil ein Haß sich in die Herzen hineingefressen hat, der nicht mehr sieht, daß Bruder Bruder ist, wenn er auch anders denkt. Es geht nicht mehr um Argumente, mit denen man den Andersdenkenden überzeugen will. Eine politische Ichsucht hat alle Neigungen zur Toleranz zerstört und immer wieder entlädt sich diese Leidenschaft in einer Weise, die eines zivilisierten Volkes unwürdig ist.
Eie schweben über dem Stillen Szean.
Ob die Flieger schon in Honolulu find ? - Bhrd heute nach Europa abgeflogen.
Neue Inflation in Polen?
Das Geld wird schlechter — Gestürmte Läden
Das Zentral-Nachweisamt in Spandau ist allein VLb,er. Lage, authentische Auskunft über ”T(|b in Frankreich zu or -v-r um verlocke Verwalter, oe ihrer Angehörigen an Stelle W üüblichen schwarzen Holzkrenzes ein steiner- nes Grabzeichen aufstellen und Blumenschmuck anbringen lassen können. Darauf bezügliche A nträge sind gleichfalls an das Zeit- tral-Nachweisamt zu stellen Allerdings hat die französische Reaierungfür alle Grabsteine und
ie 5000 Franken Gehalt, und außerdem noch 25 Graberosfiziere mit zahlreichen Hilfskräften dauernd besoldet werden Bei Beendigung der Feindseligkeiten bestanden in Frankreich, abge- ehen von den ungezählten in Wäldern und Fcl- dent verstreuten Einzelgrabstätten 2900 kleinere .,n® größere Friedhöfe, aus denen deutsche und ranznsische Krieger schlummerten. Außerdem «ergen Mele Gemeinde-Friedhöfe 'n ganz Frankreich Graber der in der GefangensLäft äsfioT^i"
Soldaten Bei der erforderlichen aSe Leicken aus einem Um- Stacn r7^"Drmcter ^"Nächst auf proviso- m r 1 c.b b o f e n gesammelt und man eme Anzahl solcher Provisorischer f)nf wfommlLe nre^ endgültigen Sammelfried- , Zu^mmen. sodaß von rund 2900 ur- speunglicken Friedhöfen 165 deutsche 147 fran- j^ftfäe und 76 gemischte Friedhöfe übrig blie-
Lappland, 29. Juni. (Kabeltelegramm.) Die Hamburger Sonnenfinsternis-Expedition konnte b'e totale Finsternis bei klarem Himmel vortrefflich beobachten. Die Sonnenkorona war sehr hell, auch in mehreren Protuberanzen Die Dunkelheit während der Totalität war groß
Keinen Dollar für Hetzer
Sonst zerfleischen sie wieder Europa.
Denver, 29. Juni.
Senator Bvrah führte hier u. a. aus: Wir Helsen ben Völkern Europas nicht, wenn wir ihnen ihre Schulden erlassen ober ihnen Gelb leihen. Wir Helsen bamit nur ben europäi- sckrn Friebenstörern. Die Geschichte Euro. Pas währenb bes letzten Monats habe bieselben treitsüchtigen Elemente gezeigt, bie bic Zeit vor Ausbruch befi großen Weltkrieges charakterisier tcn, z. B. bie Rebe, in bet Mussolini eine Armee von fünf Millionen Mann forberte, ben Bruch zwischen Großbritannien nnb Rußlang die Ermorbung des russischen Gefanwe-
durchtränkt von öctocfcn fei.
Der Reichstag bald fertig.
Schiebsgericht für Standesherren.
Berlin, 29. Juni.
Bis auf das Reichsschulgesetz find jetzt alle wichtigen Fragen, die noch vor der Vertagung tn Angriff genommen werden sollen, geklärt. Tie Novelle zum Auswertungsgesetz ist durch das
Wer tatdle Sonnenfinsternisgesehen?
durchwachte Großstadtnachte / Auszug aus London / Im finsteren Lappland.
Sie kommen ntM^iter
Grvßkamps um die @?nfCr KoWtz,.,.
London, 29. Ium. ..Wächte-Konserenz mar- benl meldet: Die^us der Stelle und ein wirk- 8eScnWft’ln Richtung ottf eine neue Ver. “5” SortzH nicht zu erwarten, bevor die Herabsetzung des Tonnengehaltes der ä^ikampfschiffe in ein neues end- ttges Stadium getreten ist.
„Wer weiß, wo?"
Unsere Gefallenen in treuer Hut.
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irftr eile, dem« em treues Her; in Feindesland : ,n“b trüge um sie beute kein l2 btr werden die solg. amt- licken Angaben non besonderem Interesse sein: Nahezu die Hälfte der im Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten, rund 900 000, ruht in französischer Erde. Davon sind etwa 450 000 Tote in Einzelgräbern beigesetzt, rund 230 000 when in Massengräbern und 200 000 gelten bisher als verschollen. Aus der Untörhaltungs- pfncht für die Gräber ergibt sich für Frankreich eine erhebt. Belastung des Budgets, denn abgesehen davon, baß ein vebeutender Gelänbelompler iur 460 000 Einzelgräber unb bie 230 000 Tote heberbergenben Massengräber zu erwerben war, müssen für bte Pflege von je 1000 Gräbern ein Wärter, daß heißt also für 460 000 deutfche Graber
runb 460 Wärter
Dtzrd will erst heute flauen.
Newyork. 29. Juni. (Durck Funkspruch.) Der Flieger Btzrd hat angeorbnei. daß fick bie Mannschaft bes Flugzeuges „Amerika" für Pier Uhr morgens zu bem Fluge nach Paris bereit halte.
Newyork, 29- Juni. (Funktelegramm.) Der Flieger Byrd ist heute Bormittag kurz na» 4 Uhr (9 Uhr europäische Zeit) zum Fluge na» Paris geftortet.
ft ar k zu, daß das E n b e der NnsterniS nicht beobachtet werden konnte.
Berlin, 29 Junt Die heutige Sonnenfinster. ntS. deren Beginn durch Wolken der Sicht entzogen war, konnte bei völliger Aufklärung bis zu ihrem Ende um 7,21 Uhr gut beobachtet werden. Am großen Fernrohr der Treptower Sternwarte wurden den verschiedenen Phasen Photographien gemacht. Auf der Sonne waren einige Fleckengruppen zu sehen.