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Kasseler Neueste Nachrichten

17. Jahrgang. Nr. 148.

Dienstag, 28. ^nni 1927.

Es

Keine liebe

Aller Mundgeruch

Das parteilose Blatt: Kasseler Neueste Nachrichten!

und von

und leise tickt an der Wand die Schwarzwälderuhr!

Bunte« Allerlei

Da« ErdbrvrngeMvl.

Das Ergebnis?

Was Turnrat Buchenau schon a«f dem Lud- wigstein begeistert aussprach, bewegte aus der Rückfahrt nach Kassel alle Herzen: Denen, die dabei waren, als vor einem Dutzend von Jah­ren der Hessische Gebirgsverein in Kassel erst­mals den vielfach noch unverstandenen Gedan­ken der Jugendherbergen in feste Form goß, war diese Fahrt die des Triumphes über Gro­ßes, das erreicht wurde!

Und in der Tat ... es ist Herrliches erreicht worden, <wer doch ift's nur Anfang noch, jeder Einzelne muß weiterhelfen, die Städte sollten Kassel ist hier vorangegangen und Hann.-Mün- den war vorbildlich! tiefer in ihren Säckel greifen.

Es ist keine private Vercinstätigkeit, denn es ist ein Werk, das von der Oefsentlichkeit ge­tragen werden muß, weil er die Jugend herausführt aus den dumpfen Städten und ihren heißen Luflhunger stillt. . .

Helft alle mit . . . hier gibt er keine trennen den Schranken, kein Ansehen dcS Standes, dce

Erprobt und bewährt.

Fingernägel, die zum Brüchigwerden neigen, Weiche man gelegentlich M'.t etwas Olivenöl ein.

Messing, das man bei feuchtem Wetter putzt, reibe man hinterher noch einmal mit einem ganz wenig mit Vaseline einaeschmierten Lappen ab.

Beim Haarwäschen füge man dem letzten Spülwasser den Saft einer Zitrone bei, dadurch wird das Haar locker und glänzend.

Nagelbürsten, deren Borsten mit überflüssiger Seife verklebt sind, weiche man einige Stunden in Salzwasser ein. Ein Eßlöffel auf einen Vier­telliter Wasser genügt.

Flaschen reinigt man indem man sie mit kal­tem Wasser füllt und einen Eßlöffel voll trocke­nen Mostrich hinelngibt. Dann schüttele man den Inhalt kräftig, lasse ihn eine halbe Stunde in der Flasche und spüle sorgfältig mit klarem Wasser nach.___________________________

Maubens und der Partei!

Rudolf Heynemann.

Vorsicht r Grenze 1

Auf der Insel Lealand in Dänemark, hat man soeben die ersten Grenzmarken für Flugzeuge zeuge errichtet, die zur Orientierung der Flie­ger dienen sollen. Auf einem großen freien Gelände hat man riesige Holzbuchsta- b e n aufgestellt, die dem Flieger selbst aus gro­ßer Höhe anzeigen, wo er sich befindet und die ihm somit als Wegweiser diene».

Gedächtnisraum für die gefallenen Jugendwanderer eingerichtet, der ein ein­zig in seiner Art dastehendes Ehrenmal zu wer­den verspricht.

Helft also mit, daß der Ludwigstein das wird, wozu er bestimmt ist . . . das Ehren­mal der gefallenen deutschen Jugend!

Ziegenhage«.

lieber Gertenbach liegt ein gesegnetes Wald­tal, ein wunderlieber Flecken und darin ein altes Fachwerkgebäude, das die Familie von Buttlar zur Verfügung gestellt...Zur Hälfte erst, doch wer die grün-weiße Behandlung dieser Jugendherberge sieht, der versteht den Wunsch nach Ausdehnung, nach Angliederung eines Er­holungsheims, denn die Stadt Kassel liegt nah und der Weg über den Steinberg mit dem Na- turfreundehaus ist eine Pracht. Ein alter und mächtiger Stein erinnert an die Glashütte, die einmal hier bestanden hat. Und drinnen dieselben Decken, dieselben <Sardinen, altes schö­nes Mobiliar, 52 Betten utd natürlich auch die bekannten Massenlager.

Die Heckenrosen blühen und in den Wäldern singt der Wind...schön ist es hier, wunder­schön!

So, nun kommen Sie auch mal in unser Heim!

Es ist das Gegenüber, ein christliches Jugendheim des Kasseler Pfarrers Ruetz, hübsch gemütlich eingerichtet mit nettem Bilderschmuck

Durch der Hände lange Kette

Um die Wette

Fliegt der Eimer . . .

Bei Erbssuppe mit Würstchen, Pudding Kirschen berichtet Burgwart Heinz Ameln

Das Ehrenmal der Wandersugend.

Wir kennen alle di« Burg der Wander- jugend, oft wurde sie geschildert, sie und ihr Wiederauferstehen aus Verfall und Vermodern. Und doch . . . eine jedeBesteigung" bereitet neue Freude an neuer Tat. Ein bequemer Weg führt jetzt zur Höhe und unweit des alten Schafflalles steht das hübsch angepatzte Pump­werk für die Wasserleitung. Endlich hat die Burg neben elektrischem Licht und Fernsprecher auch Wasser .. . vorbei ist der .Sport" des Was­serholens aus dem Tale zur Höhe nach alter Weise:

Landrat Thoene, der eifrige Förderer der Jugendherbergen seines Kreises Witzenhausen, gibt uns von hier das Geleit zur Hochburg der Jugendherbergen, zum stolzen Ludwigsteni!

Bürgermeister Lahmeher, als Vorsitzender des Jugendherbergsausschuffes für Riederheffcn und Waldeck, fuhr am Sonnabend mit einem Autobus voll Vertretern der verschiedensten Be­hörden und Aemter, so Landesrat Schellmann von der Landesverwaltung, dem neue» Bezirks­jugendpfleger Pfarrer Völker, Vertretern ver­schiedener Mitglieder der ftädttschen Körperschaf­ten, des Hausfrauenvereins unter Führung von Frau Krauß, der Presse und vor allem seiner treuen Mitarbeiter bei der Wirksamsanckeit für die Jugend, Turnrat Buchenau, ferner Jahn, dem Nachfolger des so verdienten Geschäftsfüh­rers des Jugendherbergswesen, des von diesem Eorenamt zurückgetretenen Inspektors Weil und den Damen Rohrbach und Link, zur Inspektion der größten Jugendherbergen des Werratals.

Dann aber . . . Tannenberg.

Und wieder fliegt eine glückliche Landschaft von Berg und Wald vorüber. Das reizendeRat- HauS" zu Sontra grüßt und schließlich . . . Nentershausen. Der Kreis Rotenburg heißt hier durch Landrat Dombois willkommen. Ist schon der Ort zur Rast und Ruhe einladend, noch überraschender wirkt es, wenn der Wald aufnimmt, der prachwolle Bergwald, von dem man mit Recht behauptet, es sei der Keine Harz. Ein Blick, der unbeschreiblich, folgt . . . Schloß Tannenberg, die Burg der Baum- backs, turmlos, über feine Gemäuer hochanstre­bend. eine Burg, so recht nach jugendlicher Phantasie!

Di« ULberraschung steigert sich, wenn wir unter bewährter Führung durch die alten Mauern schlüpfen, die mächtig die Burg umziehen, wenn Höfe sich öffnen wie der auf der Sabüburg und in den verlassenen aber noch gedeckten Bauten, trotz aller Verwüstung (aus neuerer Seit!) die alte Schönheit lächelt. Dann leuchtet es plötzlich in brennendem Karminrot ... ift's ein Märchen- spuk? Die meterdicke Mauer wurde zu einem Gewölbe verjüngt, um Fenster einzufügen und wer Linaus blickt, sieht unter sich und über sich den herrlichsten Wald. Hier ist die Mädchen- Jugendherberge . . . Und ebenso farbenfroh und ebenso gediegen in der modernsten Ausfüh­rung ist im anderen Burgflügel die Jungens­bleibe ... Wo vor einem Jahre noch verlassen« Löcher, lacht jetzt das Leben!

Hier mußte man sich versammeln und allge­meiner Beifall unterstreicht ehrende Worte der Anerkennung durch Bürgermeister Lahmeyer für den prcüttschen Arzt Dr. Schröder, den Nachfolger des bekannten Hegemeisters Most als Herbergsleiter . . . mit verständigen Handwer­kern, bei beschränktesten Mitteln hat er ein Werk geschaffen, das ein junger Förster behütet . . . ein Werk, das bei weiterem Ausbau und der Wille dazu ist da, ein zweiter Ludwig­stein werden mutz!

Noch ein Besuch im Orte selbst mit einer merkwürdigst ausgemalten Gewölbekirche und heimwärts rollt der Autobus, über Walburg nach Kassel. . .

allmählich klarer sehen lernen.

Gin seltsamer Scheidungsgrunv.

Der Polizeikommissar im Grandes-Earri- sres-Viertel von Paris erhielt kürzlich den Be­such einer jungen Frau, die ihm erklärte, sich von ihrem Manne scheiden und mit ihren Kinder zu ihrer Mutter nach Rueil zurück­kehren zu wollen. Als Anlaß dieses Entschlus­ses gab sie an, ihr Mann sei vor einiger Zeit aus der französischen Kolonien heimgekehrt in Begleitung von 70 kleinen Krokodilen, die er trotz ihrer heftigen Bedenken im Badezimmer untergÄracht habe. Das Entsetzen Daniels in der Löwengrube sei kaum mit dem ihrigen, da» sie Tag und Nacht peinigt, zu vergleichen.

Otaturgetreue Wiedergabe.

Ein pfiffiges Bäuerlein aus der Nähe Kölns will bei einem Photographen ein Bild bestellen. Als sich der Photograph nach seinen Wünschen über Größe und Ausstattung des Bildes er­kundigt, sagt der Bauer: »Met dem Bild wollt ich ming Frau an ihrem Naamensdag üvver- rasche, no sid esu jot (nun seid so gut! und mabt dat Bild esu, bat ming Frau mich nit tivek (direkt, sofort) kennt."

werden. Die Schlangenhaut hat den Vorzug, auch zu allem Beiwerk der Mode verwendet werden zu können, und so werden Handtaschen Schuhe, Puderdosen und sogar Herreubries- taschen und Krawatten aus Schlangenhaut gemacht. Was die Damentaschen betrifft, so steht man in diesem Bereich eine große Exzen- trität obwalten. Außer den sehr modernen Ledertaschen kommen Stosssäcke zur Geltung, über die originellen Taschen sind aus Stroh und namentlich dem gleichen Stroh wie der Hut, und sic treten noch den Vorrang an Originalität jenen Tatsachen sei, bei denen man lange glauben mutz, die Dame trage ih­ren Keine Hund am Arm, bis man dann end­lich merkt, es ist dies nur ein künstlicher Wau- Wau, der geöffnet werden kann, wenn die Da^ me ihren Lippenstift braucht.

Um das Bild der sommerlich fachigen und duftigen Pariserin zu vervollständigen, muß man noch ihren Schmuck erwähnen, denn die Eintönigkeit der großen falschen Perlen hat sich überlebt und außer allen bunten Ketten kommt die Koralle zum alten bevorzugten Platz und auch das Gold. Diesmal jedoch führt das falsche Gold das große Wort. Gro­ße, schwere, gewundene Ketten aus Gold und Silber oder aus Güld allein behängen jetzt die Pariserin, schmücken ihre Handgelenke und gleichen der überreichen Ornamentik der Pa­riser Häuserfassaden. Aber wir wollen nicht allzu streng richten, mag hin und wieder im ein zeinen ein Fehler gemacht werden, das ganze Bild ist, trotz seiner Gesundheit, so weise do­ziert, daß ein ästhetischer Genuß daraus resul­tiert, ein Wunsch das Bild festzuhalten, die Person vielleicht. Und damit ist ja alles be- wiesen, alles erreicht.

der jüngsten Burggefchichte und Bürgermeister Lahmeyer teilt mit. daß noch in diesem Jahre mit dem Bau der Großjugendherberge Kassel an der Mosenthalstraße begonnen wird, appelliert aber auch an die Frauen, mit zarter Hand zu glätten und zu ordnen, was die Männer planmätzig vollbringen. Dann geht von der Höhe der Burg herab der

Rus ins ganze Land:

Kaust Lose der Ludwigstein-Lottcrie!

Jedes zweite Los das Stück 50 Pfennige gewinnt und der Hauptgewinn ist ein Land­haus mit sechs vollkommen ausgestatteten Zim­mern. Wen reizt nicht so hoher Gewinn? Ge­rade jetzt im Zeitalter der Wohnungsnot? Etwa 150000 Mark sollen aus der Lotterie heraus- jpringen und damit geht es an den Innenaus­bau, an die Fortsetzung des bereits begonnenen Vorplatzes der Burg, aus dem gerade ein Was­serreservoire ausgehobee wird, das dem Feuer- schutzdienstJm nächsten Jadre wird nun auch der

ist bekannt, daß Goethe das Erdbebert von Lissabon trotz einer Entfernung von vie­len Hunderten von Kilometern doch im glei­chen Moment gefühlt hat. Auch das große Bev 6en von Messina ist in Deutschland von beson­ders sensiblen Personen in eigentümlicher Wei­se wahrgenommen worden. Gegenwärtig ist nun in England eine Dame in ärztliche Be­handlung gekommen, deren Nervosität sich bis zur Unträglichkeit steigerte, wenn irgendwo ein bemerkenswertes Erdbeben eintrat. So hat sie in England das letzte groß« Japanische Erd­beben psychisch schon erlebt, als dort noch keine Nachricht darüber eingegangen war. Zweifel­los ist eine Empfindung für die Störungen, die Erdbeben auslösen, auch noch bei anderen Personen aufgetreten, ohne daß diese seltenen Wahrnehmungen der Wissenschaft zugängig ge­worden wären. Es liegt daher im Interesse des Studiums dieser höchst eigenartigen Vor­gänge, daß Personen, die von Erdbeben in der S»achten Weise affiziert werden, dies wissen- aftlich eingestellten Bekannten mitteilen, da­mit wir durch Vergrößerung des Materials

Fünf Fugendherbergen im Werratal

Eine Besichtigungs-Fahrt von Kassel über Münden, an der Werra entlang bis nach Nentershausen.

wkrv abstoßend. Häßlich gefärbte Zähne entstellen das schönst« Antlitz. Selbe Schönheitsfehler werden oft schon durch ein. maüges Putzen mit der herrlich erfrischenden .'Zahnpaste Chi«, rodont beseitigt. Die Zähne erholten schmo noch kurzem »raub einen wundervollen Dfenbeinglanz, auch an den Seiten» flachen, bei gleichzeitiger Benutzung der bafür eigens konstruier.

ChloiMMlont-Xahnbttrste mit geahntem Borsten.

»«ulende Speisereste in den ZahnMschenraumen als Urta^e bes ublen Mundgeruchs werden gründlich Damit be. htthst Versuchen Sie es zunächst nut einer Tube zu 80 Pf. Chlorodont . Zahnbürste für Kinder 70 Pf., für dorsten), für Herren Mk. 1.25 (barte , 6^9Sltr Crkjinafoadung mir bet

i AufschriftChlorodont'. Ueberall zu haben.

Nund um die Dame

Was die Sommermode bringt: Hüte und Abendkleider, Blumen und Safdjtn.

Was die Pariserin, die die Damenmode Europas bestimmt, ju Spaziergang, Sport uno Badepromenade tragt, erzählten wir schon. Heute denken wir daran, daß die Kleider durch entsprechende Mäntel, durch passende Hu­te ergänzt werden. Nie hatte die Mode eine derartige Fülle von Westen, Capes, Boleros, kurzen Jacken, ärmellosen Mänteln, Shwals und Tüchern gesehen, schon ganz abgesehen da­von, daß der sehr viel getragene dunkelblaue Mantel meistens mit einem bunten Seiden- kleid zu einem Komplet zusammenwächst und Soar durch das Futter, das aus gleichem toff wie das Kleid ist. Und Hüte? Wohin ist die Zeit verschwunden, als die Pariserin einen einzigen kleinen zu allen Toiletten pas­senden Hut aus Filz besaß, gleich ihrem Mann oder ihrem Sohn? Farben und Formen und Stoffe der diesjährigen Hüte sind beinahe so verschieden wie die der Kleider uno haben die Atftgabe, sich den Kleidern anzupassen oder eigentlich sie zu ergänzen. Filz wird zwar immer noch getragen, aber in allen möglichen Farben worunter auch heWlau oder hellrosa, und außerdem wird er sowie weiche Stoffe gehandhabt, d. h., abgenäht, in Falten gelegt Ufw. Im allgemeinen wird er auf dem Kopfe der Kundin gearbeitet und ihrem Gesicht völ­lig angepaßt, es werden aus ihm Turbane, togueartige Mützen und Toques geformt. Manchmal sieht man auch Hüte aus Seide und Filz ober Filz und Stroh. Aber das völlige Neue an der diesjährigen Hutmode sind bte ganz großen und farbigen Sonnenhüte. Ganz neu kann man sie natürlich nicht nennen, denn viele Generationen haben sie nur zur Selbstverständlichkeit der Kleidung gezählt; soll doch der Hut im Sommer vor der Sonne schützen; immerhin haben wir sie schon so lan­ge entbehrt, daß wir sie jetzt beinahe als ganz unbekanntes Glück aus den Händen der lau­nischen Mode empfangen. Allerdings muß man heute noch sehr viel Vorsicht bei der Wahl eines solchen Hutes üben, denn eine kleine oder etwas breite Gestalt hat dabei mehr zu verlieren alS zu gewinnen. Auf diesen Hüten sieht man auch Blumen wieder, Blumen, bte man in letzter Zeit wohl überall angebracht sah, aber niemals auf Hüten. Doch bevor wir mehr von diesen Blumen erzählen, müs­sen wir noch zu den Kleidern zurückgreifen und die Abendkleider erwähnen. Wie wollen sie jedoch nur erwähnen und zwar nicht, weil wir der Meinung sind, daß sie im Sommer eine geringere Bedeutung hoben, int Gegenteil in der gesegneten Ferienzeit tanzt man natür­lich in allen Kasinos der Normandie, der Bre­tagne, der Este Bas que oder der Este d'Or, aber weil der Sommer gewöhnlich wenig Ver­änderungen auf diesem Gebtet bringt. Man trägt also in diesem Sommer als Abendkleid auch ferner das Spitzenkleid oder das Geor­gette-Kleid mit Mützen oder schließlich ein mit Perlen besticktes Meid. Etwas neuer wirkt vielleicht das wieder aufkommende bemalte Kleid, das auf dem Umweg über das große spanische bemalte Tuch, das das unsagbar kost­spielige bestickte Tuck ersetzt wieder modern ge­worden ist. Und weil wir über diese Tucker reden, muß gesagt werden, daß sie auch unbe- stickt, unbemalt und unbedruckt getragen wer­den und die ganz große Mode sind. Die Tü­cher und die Blumen Die Blumen sind in die­ser Saison ganz richtig geworden, sommerlich, sie werden meistens aus Seide oder Gaze ge­macht, hell. bunt, luftig. Zn den Kleidern werden sie an der Schulter getragen, beim Mantel, so wie früher. Bei dem dunkelblauen Mänteln werden sie meistenteils in der Grund­farbe des dazu passenden Kleides gewählt Und wenn wir soeben einmal bei den Neben­bei" der Mode angelangt sind, so müssen wir betonen, daß die Ledermode, besonders die des Krokodils, der Eideckse und der Schlangenhaut noch immer int Wachsen begriffen ist und was die Popularität des veau mort ne (des tot geborenen Kalbesf betrifft, so fragt man »ck Veraeblick. wieso io viele Kälber toi geboren

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Eschwege.

Durch Sooden gehl's den Leuchtbergen zu und bald hält der Wagen vor dem alten Siechenhaus. Einst war es großes Kloster. Von der Kapelle sind nur noch Teile erhalten, diese aber ein Denkmal großer Baukunst. Die starken Mauern sind grün umsponnen. Wir steigen eine Treppe empor. Das Glockenseil hängt auf einen langen Flur herab, eine Tür öffnet sich und .. . eine hübsche Jugendherberge liegt da, hell, freundlich, dichtes Grün blickt durch das Fenster herein . . .

Man hatte uns gesagt, hier habe schon man­ches Mädel, das diese Mädchenbleibe von Eschwege bewohnte, das Gruseln gelernt habe.. es stimmt nicht, int Gegenteil, sie fühlen sich wohl in dieser verträumten Romantik, in diesen Jungmädelräumen erster Ordnung.

Und wir glauben auch, daß die alten In­sassen desSpitals" gern und freudig Spiel und Tanz ihrer jungen Gäste zusehen . .. wir tun's ja auch!

Und die Jungens?

Sie haben ihre Bleibe hoch oben im alten eckigen Klosterturm am hübschen Schulspielplatz und der Blick geht weit hinaus ins lachende Land, zur Felsgroteske der Blauen Kuppe und zur Bohneburg, deren Turmrest den Ringgau beherrscht, sie sehen die steile Hörne und den verblauten Meißner, den trotzigen Hülfensberg, alle Ziele junger Wandersehnsucht liegen vor ihren Augen ausgebreitet. Tief unter ihnen aber fließt die Werra durchs freundliche Städtchen. Hier sind 14 Betten vorhanden und die Pläne der Herbergsleitung gehen dahin, auch das nie­dereHochzeitshaus" nebenan dem Herbergsge- danken zu unterwerfen. Das Ganze ... ein Jugendidyll!

Hann.-Münden.

Dort, wo einst die Mündener Pioniere ihre Wasserübungen abhielten, an der jungen Weser, ringsum beschirmt von Grün und Waldern und Bergen, liegt d i e Jugendherberge, das Werk Karl Fuhrmanns (t)r des fahrtenfrohen Jugendfreundes, die Bleibe, die für immer sei­nen Namen trägt

An historischer Stätte ist sie errichtet, am Be­ginn der unendlich langen Kette von Steinen, die einst die Grenze waren zwischen Hannover und Hessen und heute beginnt hier der Fugend- herbergsgau. Bis zum Sauerland reicht er, um­faßt bte Kreise Homberg und Frankenberg, den Knüll, den Ringgau und geht an der Werra ent­lang wieder bis Münden. Groß ist diese Her­berge angelegt, muftergiltig nach den modernsten Richtlinien aus gestattet, anheimelnd und nett unter straffer Leitung und weithin bekannt... oft reichen ihre 200 Betten nicht aus... 18 000 Jugendliche haben bereits seit ihrer Weihe im Vorjahre in diesem schmucken Nest übernachtet!

Mündens Bürgermeister Dr. Haarmann ist mit feinem Magistratsstab erschienen, die Gäste aus Kassel zu begrüßen. Es sitzt sich schön im hellen Tagesraum, den Blick gerichtet auf den deutschen Strom und seine Berge.

Der Tanzwerder, die roten Dächer und grauen Türme der Stadt grüßen über Gärten und Wiesen die schöne Bleib» ..!