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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 146 Amtliches Orqan der Stadt Kassel.

Sonnabend, 25. Juni 1927.

Amtliches Orqan der Stadt Kassel. 17. Iahrqauq

Gewissensbisse in London und Paris.

Des Pudels Kem.

Die Außenpolitik klar und... verworren.

Von

De. Paul rtohrbach.

Selten ist eine Lage in ihren Grundzügen so klar gewesen, wie die heutige in Europa, und eine Tagung so verworren, wie die jüngste Rats- versamnrlung m Gens. Die sechs Hauptmächte besprechen die wichtigen Fragen unter sich in ihren Hotelzimmern, und die Sitzungen zu Vier­zehn sind mehr oder weniger Staffage. Die Rheinlandsfarce mit Briands kranken Augen tst bekannt.Wenn wir gewußt hätten, daß man uns das gegebene Wort nicht halten wird, so hät­ten wir den Vertrag von Locarno nicht geschlos­sen, zu dem man uns gelockt hat" heißt es in Deutschland. ,^Jch höre nicht, was ihr fagt*, ant­wortet Frankreich,wenn ihr etwas haben wollt, so müßt ihr Opfer bringen!*Wünscht ihr et­was** so klingt es auf die Forderung nach völliger Räumung zurückdann müßt ihr zahlen und ihr müßt nicht nu r materiell, sondern auch moralisch ab- rüsten.* DaS heißt aber im französischen Sinn, Deutschland soll ein für alle Mal darauf verzich­ten, eine souveräne Macht zu sein, es soll sich gutwillig waffenlos unter die Bewaffneten ducken, es soll seine Grenzen im Osten auf immer zerrissen, seine Volksgenoffen auf immer aus dem nationalen Staat ausgesperrt sein lassen, es soll feine Rolle als abhängige und bevormundete Ration, mit dem Bekenntnis, dies Los ver­dient w Koben, demütig auf sich nehmen.

DaS ist bte moralische Abrüstung im Sinne PoincarsS. Deine letzte Sonntagsrede in Luneville bläst dem Geist von Locarno zum so- undsovielsten Male das Lebenslicht aus, und von dem armen Brtand läßt sie nichts weiter übrig, als die Figur eines politischen Kommis- flonsratS. Diese politische Linie einzufchlagen, ist Poincart deshalb imstande, weil er England gegenüber den Trumps des Russenkre­dit s in der Hand hält. Schließt er das Schul­den- und Kreditabkommen mit Moskau, so be­deutet das die Neubelebung der schon dem Ver- fall sich näherenden Sowjetmacht, bedeutet wei­tere ausländische Kredithilfe für Rußland uno die Lahmlegung P o l en s als eine« poli­tisch-militärischen Hilfsfaktors für England Nicht nur die wirklichen Nöte der Sowjetregie­rung werden, für den Augenblick wenigstens, ge­stillt, sondern, waS ebenso wichtig ist, auch ihr inneres und äußeres Prestige hebt sich von neuem,

Frankreich fordert diemoralische Abrüstung* und England fordert daS Faüenlassen unserer besonderen Beziehungen zu Sowjetrußland. Es gibt nichts, waS klarer wäre. Die englische Re­gierung versichert, sie denke an keinen Krieg und an keine allgemeine wirtschaftliche Kampffront gegen Moskau. Möglich! Das heißt aber nicht, daß sie darauf verzichtet, andere Mittel zum Sturz der Sowjetmacht anzuwenden. Der Gei­selmord in Rußland zeigt, daß sich der Bolsche- wismus im Innern der Sowjetunion nicht mehr so sicher sühlt, wie noch vor ein paar Jayreu Vor allem ist ihm die brennende Geld- und Kre­ditnot gefährlich. Wenn die maschinelle Einrich tung der Fabriken, die Dsershinski selbst als ver­braucht bezeichnet hat, nicht in absehbarer Zeit erneuert* wird, so mutz die russische Industrie aufhören zu arbeiten. Hilfe kann nur durch Lie­ferung auf Borg aus dem Auslande kommen. Die Führer wissen, worum es geht. Aus Berl-n aber fährt vier frühere Hetman der Ukraine, den Deutschland seinerzeit einfetzte, General Skoro padski, nach London und bietet sich an, die Ukraine zu revolutionieren. Er möchte dafür als erebliches Oberhaupt des ukrainisch n Staates anerkannt werden. Wenn die EnglSn der, wie anzunehmen, halbwegS unterrichtet sind so werden sie daS Geschäft nicht mit dem General Skoropadski machen, dessen Anhängerschaft sehr klein ist, fand rn mit den ukrainischen Bauern Parteien, zu denen die große Mehreit des Volkes gehört. Die wenigen Kommunisten in bet Ukraine, benen der Bolschewismus mehr ist, als der ukrainische Nationalismus, wären in dem Augenblick weggefegt, wo die Separation von Moska- erklärt ist und deren Verfechter genü genb mit Waffen und Geld versorgt sind. Hier singe die Rolle Englands an, in der Ukraine wie in Georgien.

Bevor der deutsche Außenminister nach Gen ging, hat ibn Herr Tschitscherin gedrängt, er möge nicht von Rußland lassen, und als er nad Ge- " kam bebränate !*-t Herr Chamberlain, e- mRae bt>* Ri'Kkond nicht boi">rnb zur Seit stehen. Zu bieten batten sie alle beide nichts: der Buss» nicht, weit er leere Hände ba ttnb 'hm daS Wasser an den Hals steigt, und der Engländer, weil er weder den Willen noch die

Mrd Paris auf Strefemann hören? Was wo«

__ . Gest«« gab AuhcnMinister Stresemao« bei fei

ubeumiuiü«

Gest«« gab

sei.

London klatscht Beifall / Paris halb für, halb gegen den Kriegshetzer.

Schwacher Aufwertungstrost / Byrd noch nicht abgeflogen.

Sm DeuNchnationaler Minister in Sachsen

Dresden, 24. Juni. Die Deutschnationalen beischloffen mit knapper Mehrheit, das Angebot des Ministerpräsidenten Held zur Besetzung des WirtfchaftsministeriumS anzunehmen Die Fraktion schlägt Dr. Krug von Nidda, ehe­maligen Kreishimvtmann von Dresden vor.

Girelemanns Th ma in OSio

Berlin, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Hin­sichtlich der Dispositionen des Außenministers bleibt es bei der Abreise nach Oslo am Sonntag, doch soll das Thema des dortigen Vortrages sich speziell mit den letzten Erfahrungen in Genf befassen. Arn Montag will der Kanzler die Ver­treter der besetzten Gebiete empfangen.

Dyrd kann nicht fort

Enttäuschte Landsleute. Das Wetter zu schlecht

Rewyork, 24. Juni. Wegen ungünstigen Wetters hat Bvrd seinen Flug über den Atlan­tischen Ozean, den er schon am Dienstag, dann heute früh antreten wollte, abermals aufgescho ben. Die Menge, die dem Abflug beiwohnen wollte, gab ihrer Unzufriedenheit über

Berlin, 24. Juni.

Wie man in parlamentarichen Steifen an nimmt, werden sofort nach Abschluß der außen­politischen Debatte in der sranzösifchen Sammer Die diplomatischen Verhandlungen zwischen Berlin und Paris wieder einfetzen. Man rechnet nicht damit, daß Poinearö oder Briand nähere Angaben über das Ausmaß der Truppenreduzie­rung im Rheinlande machen werden. Jedenfalls wird ein Borfchlag um nur viertausend bis fünftaufend Mann ganz bestimmt von Berlin als ungenügend zurückgewiesen werden. In der Wilhelmstraße erwartet man jedenfalls eine kla­re Antwort der französischen Regierung auf die Rede Strefemanns. Man gibt sich jejdoch kei­nem Zweifel darüber hin, daß in der Frage der Herabminderung der Besatzungstruppen, schon im Hinblick auf die Anhänger Poinearis, daS französische Kabinett es vermeiden wird, anläßlich der Jnterp--llationsdebatte eine klare Antwort zu geben. Erst die divlomatlfchen Ver­handlungen werden also ein Ergebnis zeitigen. Denn daß Frankreich in dieser wichtigen Frage schließlich nachgeben muß, steht außer Zwei­fel. Eine festgesetzte Ablehnung dieser berechtig­ten deutschen Forderung oder eine Verschär­fung der Beziehungen im Sinne Poineares kann auch für FrastkrirH A'-- t-Luscht ***?

* * *

Bessere Auswertung.

Erleichterungen. Frühere Verzinsung. 25%.

(Funkdiensts

Berlin, 24. Juni.

Die Regierungsparteien haben sich, wie die Bläter berichten, mit der Regierung in der Fra­ge der Aufwertungsnovelle gestern geeinigt. Bei der Einsetzung in den vorigen Stand fallen Er­leichterungen Platz greifen. Ferner soll bei der Anleiheaufwertung eine Heraufsetzung der Be- dürstigkeitsgrenze von 800 guf 1000 Mark er folgen, die Verzinsung der aufgewerteten Hypo­theken nicht am 1. Juli 1926, sondern am 1 April 1926 beginnen. Bei Restkaufgeldern auS dem Jahre 1921, soweit die ersten Dreiviertelfahre in Frage kommen, eine Auswertung im Höchst­sätze von 400 v S. und soweit das letzte Biertel- sahr in Frage kommt, eine Aufwertung im Höchstsätze von 600 v. H. erfolgen. In den Sauf wert umgerechnet, ergibt diese Aufwertung etwa einen Satz von 25 v. H.

Zur Stresemann-Rede im Reichstag (siehe 1. . . .

Seite 4 Spaltes schreiben die Rechtsblätter, derdie 8^rf*iehmtn d-s fShi-eg f«»«<« A>««druck

«em Gens« Bericht nochmals das Beke«»t«ls für strikte Neutralität aeaenflb« Moskau and für Einhaltung der Locaruovolitik ab. fertigte ab« gleichzeitig de« grobe« Antipode» Poivcar« mit Tatsachen ab. über die «an auch in Pari« nicht stillschweigend wird binweggebe» kSunc«.

Berlin, 24. Juni.

Saal und Tribünen waren dicht besetzt und auch die Diplomatenloge war gut besucht, den Mittelplatz nahm der russische Botschafter Kre­stinski ein. Außenminister Dr. Strese- mann trat bei feinem Bericht über Genf zu­nächst der Meinung entgegen, daß Deutschland in Genf irgendwie sich in eine gegen Sowjetrußland gerichtete Koalition eingegliedert habe. Eine solche Koalitton sei dort garnicht gebildet wor­den. Deutschland werde auch niemals die Hand dazu bieten, daS große russische Wirt­schaftsgebiet i f o I i e r e n ju lassen. Deutschland wolle die guten Beziehungen zu Rußland auf­rechterhalten. Die Abwehr der weltrevolutionä­ren Propaganda fei freilch ein Gebot der Selbst­erhaltung für alle Staaten. Sein Bestreben den Frieden vor jeder Gefahr zu schützen, habe Deutschland auch bei der Spannung infolge des Warschauer GesandtenrnorDes und bet dem jugoslawisch-albanischen Konflikt bewiesen. (Letzterer ist ja so gut wie beigelegt. Die Red.) Im Anschluß an die Genfer WeltwirtschastSbe- schlüsse werden Reichswirtschaftsrat und ReichS- lagsausfchnß über eine Herabsetzung des deut­schen Zollniveaus beraten. Deutschland werde mit besonderem Nachdruck sich um die Lösung deS Abrüstungsproblems bemühen. Deutschland, WjersiMf hat, g-hx in

Handlungen

nicht als Schuldner, sondern als Gläubiger Unsere Entwaffnung bis zur Nacktheit ist doch das Aeußerste, was man fordern kann (Sehr richtig bei Der Mehrheit!) Ich habe in Genf ernste Zweifel geäußert, ob der gute Wille auch überall vorhanden ist, der Verpflichtung zur Abrüstung nachzukommen. Für den Völkerbund selbst ist die Lösung dieser Frage einfach eine Frage seiner eigenen Geltung, ja eine Frage der Existenz. (Erneute Zustimmung.) Als Erfolg der Genfer Tagung fei Deutschlands Ein­tritt in die Kolonialmandatskommis, sion des Völkerbundes für September zu er­warten. Es sei von Bedeutung, daß uns die ko­loniale Erfahrung nicht verloren geht. Wir brauchen sie für unsere Betätigung in den Roh­stoffbetrieben. Wenn die frühere koloniale Ge­neration ausgestorben ist, brauchen wir junge Kräfte, die diese Erfahrung nur bekommen können, wenn wir in der Mandatskommission arbeiten. Die Stadt Danzig will dem Völker­bund bezüglich der polnischen Munitionsdepots auf der Westerplatte neue Vorschläge unterbrei­ten, darum wurden die Differenzen vertagt.

* * *

llnse e Gesu d ist erfDöoft.

Mit Der Rheinbesetzung fällt Locarno.

Der Minister äußerte dann seine Enttäuschung darüber, daß in der Frage der Herabsetzung der R h e i n l a nd b e s a tz u ng in Genf nach kein größerer Erfolg erzielt worden fei. Er betonte nachdrücklich, daß es sich hier um einen deutschen Rechtsankvruch handele, der an keine Bedingun­gen geknüpft fei, sondern eine

Voraussetzung des Locarno-Vertrages darstelle. Mit dem Abbau von 45000 Mann fei der uns feierlich verbriefte Vorkriegsstand (Normalziffern) der Garnisonen nicht erreicht. Wenn das Mißtrauen in den Wert feierlich gegebener Zusagen sich ausbreitet und erhärtet wird durch die Nichterfüllung auf einem Gebiet, so ist die Gefahr vorhanden, daß die Zuversicht auf anderen Gebieten mit erschüttert wird (Leb­hafter Belfall.i Unterem Botschafter ist in Lon­don versichert worden, daß die Fra-g« der Ostfestungen nicht etwa als ein* Voraus­setzung für die Erfüllung der Zusagen der Trup- venreduktion im Rheinland anzusehen ist. Die Besetzungsfrage ist eine Frage des Vertrauens geworden, und es liegt nicht an uns. sondern an der unglaublichen Hinauszögerung der Entschei­dung, daß die deutsche Oefsentlichfeit die

Außenminister habe Worte stärkster Mannhastig­keit für die Proklamierung des deutschen An­rechts aus endliche Erfüllung der Räumungszu- sage gesunden. Von der Truppenverminderung war die Unterzeichnung der Locarnoverträge ab­hängig. Dr. Strefemann habe vor der Welt fest- gestellt, daß der Wille zur Locarno-Politik in Deutschland unvermindert vorhanden sei. Et habe aber auch zu erkennen gegeben, daß ernste Zweifel darüber vorhanden feien, ob Frankreich noch diese Linie verfolge. Er fordere Klarheit welches Ziel gelten solle, Ruhrpolitik ober Lo­carnopolitik. Ein Börsenblatt rühmt den Mut, daß endlich amtlich die tiefe Enttäuschung über das Versagen der Locamopolitlk und über die Nichterfüllung der uns von den Allierten ge­gebenen feierlichen Verfprechungen ausgedrückt worden fei. Die .DAZ.* stellt fest, daß er auch im Ausland das Gefühl für unser Recht und un­ser ehrliches Wollen wecken werde. Der gestrige Tag, so heißt es im Zentrumsblatt, habe die Uebereinftimmung der überwältigenden Mehr­heit des deutschen Volkes in der großen Frage der deutschen Außenpolitik von neuem gezeigt Ein Demokratenblatt schließt: Die Locamopolitlk mag durch Potncare Rückschläge erleiden, mag Krisen durchmachen, sie muß zum Endersolg füh­ren, wenn nur die deutsche Außenpolitik nicht .'schwankt E!-t ^SoziaflftenorAan fordert mehr I noch völlige Räumung als Befatzungsabdau.

(Strefemann not Recht.

Poincarö im Spiegel Englands.

(Eigene Trahlm-Ivuna i

London. 24. Juni.

Die Rede deS dentfchen Außenministers Stre- fcntonn (f. 1. Seite 4. Spalte) wird in der eng­lischen Presse auffällig mit den Neber«chriften Locarno oder Ruhr?"Wann will Frankreich endlich den Frieden" wiedergrben, ohne daß sich daran Kommentare knüpfen. Nur ein Blatt kommt zu dem Schluffe, daß Poincarö Locarno begraben habe. Der Rachegedanke wurde stelb in Frankreich feit dem Frieden von 7071 ge­lehrt und das habe wefentlich zum AnSbrnch deS Krieges beigetragerr. Die englifdie Presse halte sich vielznfehr zurück. Auch Ehambcrlain habe an der Wendung der Dinge eine schwere Verantwortlichkeit.

3tur halb für itoincare.

Aber die Pariser Faschisten lausen Sturm.

(Eigener DrahtderickN I

Paris, 24. Juni.

Biele Morgenblätter heben die Geschick- l i ch k e i t und die Mäßigung Strefemanns hervor. Eine starke Befatzungsverminderung sei nicht zu umgehen, wenn wirklich bei der Unter* zcichnung deS Locarno Paktes formelle Zusiche- runaen gegeben worden feien. Nur die Rechts­presse wiederholt die von Strefemann znrückge- wiefenen Behanvttmgen PoincaröS und regt sich darüber auf, daß Strefemann ihn als f ch l e ch t un t e r r i d) t e t hingestellt habe Bezüglich bet Rheinräumung wird vor allem die Fordernng «ach dentfchen Gegenleistungen wieder­holt Rur ein poinearsfeindliches Blatt fchreibt, Strefemann habe gegen den französifchen Mini- stervrästdenten, ohne ein ungeschickte« oder ver­letzendes Wort zu gebrmichen, eine Waffe ange- wendek, die ein großer Teil der französifchen Meinung aufgreifen werde. Die die Rede StresemannS befibließende Frage werde auch von allen unpartel'fchen Franzosen gestellt.

* * *

Wie ein Mann.

... steht das deutfche Volk hinter Strefemann.

(Funkdienste

Berlin, 24. Juni.

traft Hal, Die englische Politik von Frankreich if öfen und mit Deutschland den Pakt aus Neu- rrldrtung eines kontinentalen Gleichgewichts ' Europa zu schließen. Es scheint, als ob Deutsch 'wb eine aller Hörner und Zöbne entkleid-' Nitteilung an Rußland zugesagt hat, eS würd'- n Europa angenehm berühren, wenn die Mos 'wer Regierung die Somintern (ihr zweites

SU i -OHATr*

dabin beeinflussen würde die unterirdische revo­lutionäre Agitation außerhalb Rußlands zu drosseln, und als ob England eine ebenso pla­

tonische Einwirkung zu Gunsten bescheiden re­duzierter deutscher Rheinlandwünsche in Aus­sicht gestellt hat. Um diese Summe an sich durch- ilchttger. aber öffentlich mit ihrem wahren Na­men schwer trennbarer Zusammenhänge müssen sich in Deutschland auch die Reichstags-Erklärun­gen und Debatten bewegen Was im Einzelnen aesagt wird, ist ziemlich gleichgültig da die bestimmenden Linien seststehen. deren Erstarrung nur ausaehoben werden kann, wenn einer der Beteiligten die Initiative zur Aenderung des ganzen Systems ergreift

Geduld darüber verloren Hat

(LebH. Beifall.) Die Annahme der Festungskon­trolle im Osten war lediglich ein Akt des Entge­genkommens. weil die deutsche Regierung nichts zu verbergen hat und well die Ostfestungsfrage als Streitobjekt zu gering erscheint.

* *

Woh'n re!) Su, ^oreorfe?

Strefemann rechnet mit dem Mephisto ab.

Dann hielt Str-femann Abrechnung mit der jüngsten Rede PoincarkS in Luneville,