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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 142. Amtliches Organ der Stadt Kassel. Dienstag, 21. Juni 1927. Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

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Vergiftete Pfeile Poincares.

Llnö abermals Genf.

Jetzt geht es an ColidgesAbrüstung".

Coolidges erster Vorschlag zur Seeabrü-

Versailles statt... Locarno.

PoinearL will uns noch weiter entwaffnen. / Briand ist tot /ES lebe PvinearS

stung siel bekanntlich ins Wasser, weil ihn die Völkerbundslieblinge selbst als Sabotage ihrer eigenen Abrüstungskonferenz ausfaßten. Aber ihre eigene Blamage bewies, daß sie Coo- lidge und den Amerikanern alles andere eher vorwerfen können, als Abneigung gegen die Abrüstung. Allerdings wäre es auch zuviel gesagt, Amerikas positiven guten Willen in die­ser Beziehung allzu bereitwillig zuzugestehen. In dieser Hinsicht wird der Verlauf der Drei- mächtekonferenz die Situation erhellen müffen. Die in Washington aufgestellte Formel ergab für das Großkampfschiff-Verhältnis von Eng­land, Amerika, Japan, Frankreich und Italien die Zifern von 5: :3:2:2. Gegen diese Formel hatten sich Frankreich und Japan gesträubt. Hier liegt auch der Kernpunkt der bevorstehen­den Verhandlungen der Dreimächtekonfercnz. Schon jetzt ist vorauszusehen, daß auch unter den drei Mächten die Verhandlungen hierüber nickt weniger kompliziert sein werden, als sie zwischen den fünf zuerst aufgesorderten Mäch­ten geworden sein würden. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die Zahl der Großkamps­schiffe einer Seemacht wird je langer, je mehr eine Prestigeangelegenheit. Die Kraft und Schlagkraft einer Flotte wird sich in Zukunft immer stärker aus die kleinen Einheiten konzentrieren, auf jene Einheiten, di« den See­kampf von der Oberfläche des Meeres weg in die Tiefen des Meeres und in die Atmosphäre hinauf verlegen, d. h. also auf die Untersee­boote und auf die Flugzeugmutterschiffe und Marineflugzeuge. Mit der Erörterung dieser Fragen wird die Konferenz an einen Punkt gelangen, an dem kein Ausweichen mehr mög­lich sein wird. An ihm wird sich enthüllen, ob der Seekrieg der Zukunft, soweit es an den beteiligten Mächten liegt, wirklich verhindert oder nur verbilligt werden soll.

So weit ist es an den beteiligten Mächten liegt, denn trotzdem es die maßgebenden See­mächte der Gegenwart sind, haben sie doch auf die Stellungnahme anderer Mächte Rücksicht zu nehmen, über deren Zukunftsabsichten man nickt unbedingt beruhigt sein kann. Wenn Frankreick noch zuletzt in Genf sämtlichen Möck len eine Gesamttonnageziffer für ihre Kriegs­flotten zugestanden wiffen wollte, deren Ein­teilung nach Schiffsarten der einzelnen Macht überlassen bleiben sollte, so war der Sinn dieses Vorschlages klar. Er entspricht durchaus dem Verhalten Japans, das gleichfalls geneigt nickt geneigt war und ist, über U-Boot- Ziffern sprechen lassen, weil eben diese ge­fährlichen Einheiten für die kleineren Mächte das einzige Mittel darstellen, den Ueberdrea- dnoughts der führenden Seemächte zu Leibe, zu gehen. Amerika müßte, um seinen bewillig­ten Bestand an Schlachtschiffen und Kreuzern aufzufüllen ungeheure Summen ausgeben Das tatsächliche Verhältnis für fertige Kreuzer stellt sich zwischen Amerika, England und Ja­pan auf 33:8:4 hinsichtlich der Gesamttonnage der Zahl nach sogar auf 1:4:2. Da eine fun­damentale Aenderung des Washingtoner Ab­kommens kaum zu erwarten ist, könnte also nur eine Erweiterung aus sämtlichen Seeinheiten Amerika auf verhältnismäßig billige Weise in eine günstigere Lage bringen, denn hinsichtlich seiner Torpedobootszerstörer und seiner U- Boole steht es wiederum den anderen Mächten stark voran.

So durchkreuzen sich schon bei diesen drei Mächten die Interessen aus eine Weise, von der sich unmöglich sagen läßt, wie man über sie hinaus zu einer Regelung kommen will. Nur das Auftreten eines entschlossenen Frie­denswillens könnte einen wirklich neuen Kurs der internationalen Flottcnpolitik herbeifüh­ren. Aber was von dieser Voraussetzung aller Friedenspolitik vorläufig noch zu halten ist, ist ja leider von der letzten Abrüstungs- und Locarnokonferenz her noch in zu frischer Er­innerung.

Wir haben unsere Sonntaaskritik über die Genfer Tragikomödie nicht viel hinzuzufügen. Und wer noch Zweifel an der Tatsache hatte, daß dort das Unmögliche Ereignis wurde, daß der Staatsmann Briand den Boden seines Pro­gramms verläßt und sich dem Poincarismus beugen muß, daß er also, für das, was er als seine eigenen Polittk bezeichnet, seine eigene Mis­sion, seine eigene Lebensaufgabe stck nickt mehr verantwortlich fühlt, dem wird es der gestrige Denkmalserguß Poincarcs deutlich gemacht ha­ben. Jetzt wird es auch dem eingcfleischestcn Patifisten klar: Briand ging als der Abgesandte des Herrn Poincark nach Genf. Wurde übellau­nig und krank (die Wahrheit der Krankheit soll

Berlin» 20. Juni.

Botschafter v. Hoesch wird demnächst vom Kabinett Instruktionen für die schleunig wieder aufzunehmenden Verhandlungen bezgl. der Ver­minderung der Besatzungen entgegennehmen. Bei der Aussprache Chamberlains mit Stresemann am Sonnabend soll u. a. der Gedanke einer neuen Konferenz der Außenminister noch vor der Septembertagung des Völkerbundes erwogen worden sein. Dr. Stresemann wird alsbald auch im Reichstag die Fortführung der Locarno- politik für das gegenwärtig einzig Gegebene be­zeichnen, ohne allerdings positive Mitteilungen über das Ausmaß der Verringerung der Be- satzung zu machen, denn der französische Außen­minister wird jetzt versuchen, sein Kabinett für eine möglichst beträchtlichere Herabminderung der französtschen Besatzungstruppen zu gewinnen. Um der berechtigten Forderung Deutschlands mehr Nachdruck zu verschaffen schlagen jetzt die Deutschnationalen vor, die Botschafter! on- serenz in einer Note an ihre Zusagen für normale Friedensstärke" am Rhein erinnern, wonach das französische Vesatzungsheer nur etwa 48000 Mann betragen darf. Diese Zusage der Botschafterkonserenz wird die Reichsrrgicrung besonders hervorheben.

GS lede Versailles!

DaS nennt PoincarLVerständigung".

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 20. Juni. In Luneville sagte bei einer Kriegerdenkmalsweihe PioncarS u. a.: Warum lassen deutsche Finanzautoritäten be­reits jetzt schon durchblicken, daß binnen zwei Jahren Deutschland eine Revision des Dawes­planes fordern und nicht mehr die vorgesehe­nen Zahlungen leisten werde? Menn Deutschland uns affen sagen würde: Ich habe auf Els atz-Lothringen, das ich Euch 1871 gewaltsam entrissen habe und das einmütig gegen die Annektion protestierte, ver­zichtet (Diesen Verzicht hat Deutschland im Locarnovertrag feierlich geleistet) wenn Deutsch­land einwilligen würde, seine Polizei zu reor­ganisieren, die militärischen Verbände auf- lösen (!), die Arsenale und Kasernen zu veräußern (!), die es in Verletzung des Vertrages behält, und die Niederlegung der verbotenen Festungsanlagen zu be­enden, dann würde es der Welt FriedenS- Pfänder geben, die jede Beunruhigung besei­tigen und die erwünschte Annäherung erleich­tern (Diese geradezu grotesken Zumutungen des Totengräbers Europas" als üblichen Sonn-

tagSredeschwulst eines Dutzendredners zu be­lächeln, geht heute nicht mehr an. Denn hier spricht der verantwortliche Leiter der Loearnopolitik", in dessen Händen Briand nur noch eine willenlose Kreatur ist. Dieses Rede­pamphlet wirkt, wenn auch stark für den Chau­vinismus berechnet, wie ein Satyrspiel zur letzten Genfer Tragödie. Die Red.)

Gin entschuldigter Mord.

Wie Polen die Bolschewisten beschämt.

lEigener Traktberickt.i

Warschau, 20. Juni.

In der Begründung des Urteils gegen den Gesandtenmörder K o w e r d a heißt cS, daß der Schutz der öffentlichen Sicherheit die Todesstrafe nicht verlangte. Andererseits seien als mil­dernde Umstände die Jugend des Angeklagten, sowie feine moralischen Qualitäten angesehen worden. Zu seinen Gunsten habe auch rin tiefer Katholizismus und fein von Herzen kommendes Gefühl für dir Leiden seiner Mitbrüder ge­sprochen. »Andererseits habe er das Asylrecht mißbrauchend das moralische Ansehen und die politischen Interessen Polens geschädigt.

Gens überrascht.

Deutschland stimmt über Kolonien mit (Eigene Drahtmeldung.)

London, 20. Juni.

Ein französischer Berichterstatter meldet aus Genf: Es wird nicht daran gezweifelt, daß das deutsche Ersuchen um einen Sitz in der Man­datskommission im September erfüllt werden wird, da Chamberlain vertraulich erklärte, er hoffe, die Mandatskommission werde die Zulas­sung der deutschen Delegierten billigen. Da die britischen Dominions gegen eine solche Maß­nahme waren, herrscht Ueberraschung über die Plötzlichkeit dieses Schrittes.

Gin blutiges Grenzdrama.

Litauen knallt eine Deutsche nieder.

Heydekrug (Memelgebiet), 20. Juni. ( Pri­vattelegramm.) Als Sonntags nacht eine Be- sitzerstochter vom Baden znrückkehrte, hielt sie ein litauischer Grenzpolizist unter dem Verdacht des Schmuggelns an. Als die Besttzerstochter einige Schritte seitwärts machte, gab der Grenzpolizist Schüsse auf sie ab, an de­ren Folgen sie nach 1% Stunden starb.

Wettergraus am Zuni-Gonntag

Lederschwemmte Alpentäler. Ertrunkenes Vieh.

Berlin, 20. Juni.

Im Semmering-Gebiet ging ein vier Stunden andauernder Wolkenbruch mit Hagelschlag nieder und überschwemmte die Umgebung mehrerer Städte. Biel Vieh ist in den Fluten umgekom- men. Der Schade» ist bedeutend.

* * *

Noch eine Negenkalafleopde.

Sechzig Baumwollarbeiter verschüttet.

Newyork, 20. Juni.

Rach einer Meldung aus Obota in Columbien wurde ein Baumwollbezirk durch einen Erdrutsch nach langem Regenwetter verschüttet. Sechzig

Arbeiter werden vermißt. Man befürchtet, daß sie unter demSchutt begraben sind. Bis jetzt konnten zehn Leichen geborgen werden.

Gkwmetstukm und Hagelschlossen

Paris, 20. Juni. (Drahtmeldg.) Bei Sois- sons wurden durch einen schweren Gewitter- sturm Weinberge und eFlder völlig verheert. Der Hagel bedeckte den Boden mit einer vierzig Zentimeter hohen Körner Schicht. In einigen Dörfern wurden die Straßen und Wege in rei­ßende Bäche verwandelt, Bäume entwurzelt Dächer abgedeckt u. Fensterscheiben zertrümmert.

nicht bestritten werden), als er sich zu konkreten Puntten seiner Locarno-Politik bekennen sollte und reiste ab. Wir haben nicht gehört, daß Herr Briand nach seiner Rückkehr in Paris Herrn Poincare seine Demission anbot, die Bitte um Entlassung einreichte, da seine Politik von der Mehrbeit der Regierung, deren Mitglied er war, nicht akzeptiert wurde. Man muß die Frage stellen: wie verhält sich dieses Verhalten Briands zu der Verantwortung eines jeden Staatsman­nes für seine Ueberzeugung für fein politisches Programm? Man hat zu antworten: der Staatsmann Briand ist tot, denn er verzichtet darauf, für seine Worte als osftzielle Persönlich­keit Frankreichs einzustehen.

Ein Vergleich sei gestattet: der deutsche Außen­

minister Dr. Stresemann bekannte sich fast mit gen

denselben Worten, wie Briand es tat, zur Lo­carno-Politik u. den Ideen die fie tragen sollen. Waren die Schwierigkeiten, die sich der Locarno- Politik Stresemanns in Deutschland entgegen­stellten, etwa geringer als die, gegen die Briand anzukämpefn hatte? Wohl kaum. Aber Herr Stresemann kämpfte für seine Idee, er setzte sein Programm durch. Auck seine Gegner in Deutsch­land werden es als feststehende Tatsache betrach­ten, daß der Staatsmann Stresemann gegan­gen wäre, wenn sein Kabinett ihm die Fesseln angelegt Bütte, die Herr Briand so bereitwillig auf sich nahm. Der Vergleich spricht für sich. Er ist das Totengeläute aus dem Grabe des sranzö- ssscken Staatsmannes Briand, dem man einst huldigte, den man aber jetzt abzutun gezwun- ist.

DenktanOberschlesim!

Kundgebung, Festzug und Heimatfest der Kasseler Heimattreuen Oberschlesier.

Unter der DeviseOberschlesische Heimat- Woche" hat die Ortsgruppe Kassel der Vereinig­ten Verbände heimattreuer Oberschlester eine Veranstaltung durchgeführt, die mit ihren viel­seitigen Darbietungen im Charakter des Volks- sestes auch der Kasseler Bevölkerung Gelegen­geben soll, ihr Scherflein zur Unterstützung der kulturellen Bestrebungen in dem so arg be­drängten Oberschlesien beizusteuern. Den Auf­takt des Heimatfestes bildete ein Bierabend in der Tanzdiele des großenOberbahern"-Zeltcs auf der Leistevschen Wiese am Sonnabend. Zu diesem Abend waren die Behörden und die Vereine Kassels eingeladen, Oberstadtsekretär Proba, der erste Vorsitzende der hiesigen Ver­einigung heimattreuer Oberschlesier hieß die aienenen im Namen der Ortsgruppe herzlich ,mitten und zeichnete in kurzen Zügen ein Bild von dem Zweck und Ziel desObcrschle- sischen Heimatfestes". In Vertretung des be­urlaubten Regierungspräsidenten Dr. Friedens bürg war Regierungs-Vizepräsident Dr. Gehrke als Vertreter des Finanzamtes Oberregie­rungsrat Schütze erschienen. Ihnen widmete der Vorsitzende besondere Worte der Begru- ßung und betonte, daß die Gesamt-Veranstal­tung den Charakter einer mit ernstem Unter­ton gewürzten Geselligkeit tragen solle Im Ernst des Lebens fei es ertoiefem daß uns Deutsche alle ein gemeinsames Band verbindet und wir zueinandergehören nach dem allen Wort:Einer für alle, und alle für Einen." Nur Einigkeit kann uns zu einer Wiedererstar- kung im Deutschen Wesen führen. Von dieser Einstellung aus hoffen die Oberschlester Kassels auch weiterhin für ihre Heimat und damit für Volk und Vaterland wirken zu können. Sie rechnen auch für die fernere Zeit mit der Un­terstützung der Behörden und glauben, durch diese Veranstaltung, die mit einem ernsten Unterton dem allgemeinen Charakter Rechnung tragen soll, ihr treues Einsetzen für die Heimat in der rechten Form zum Ausdruck gebracht zu haben. Mit einem herzlichenGlück auf!" schloß der Redner seine von tiefer Heimats­liebe zeugenden Ausführungen.

Regierungs-Vize-Präsident Dr. Gehrke betonte eingangs seiner Ansprache, daß er der Einladung umso lieber gefolgt sei, als et eben erst aus Oppeln hierher gekommen sei. Auch Oberregierungsrat Schütze den Vertreter des Finanzamts verbänden starke Erinne­rungen mit Oberschlesien.Wer in Oberschle­sien tätig gewesen ist, wird diese Zeil in dank­barer Erinnerung behalten. Nicht immer wa­ren es ungetrübte Stunden, die Oberschlesien sah. Die Zeit der Polenaufstände wird noch in Aller Erinnerung sein, hier wurden der Provinz Oberschlesien auf allen Gebieten des Lebens schwere Wunden geschlagen. Und in dieser Zeit bildete sich aus der Bevölkerung des schwergeprüften Landes eine Rotgemein­schaft die auch heute noch unermüdlich um u. für die alte Heimat kämpft. Weite Teile des Ober­schlesischen Landes sind an Polen gekommen, wir aber erinnern uns immer daran, was wir an Oberschlesien verloren haben. Unser hei­ßestes Bestreben wird es fein, daraufhin zu arbeiten, daß auch Oberschlesien wieder etrchor steige. Dieses reiche Industrieland muß dem deutscken Volke erhalten werden, darum gilt es, hier auf industriellem und auch auf allen kulturellen Gebieten helfend und fördernd zu wirken. Möge das hier ins Leben gerufene Werk der Hilfe von vollem Erfolg gekrönt fein, zum Segen Oberschlesiens, zum Segen unseres noch immer aus tausend Wunden blutenden deutschen Vaterlandes. Oberschlesien und mit ihm unser deutsches Vaterland, sie lebenhoch" In weiteren Reden versprachen die Vertreter der landsmannschaftlichen Vereine, auch fer­nerhin die Besttebungen der Oberschlesier zu unterstützen und an ihrem Teil mitzuarbeiten an der

Linderung der Not in den so hart bedrängten Gebieten im Osten und auch im Westen unseres Vaterlandes. Un­ermüdlich spielte dieOberbayern" Kapelle ihre flotten Weisen und zwischendurch erfreute der .Silcher-Chor" unter der Leitung seines Chor­leiters Lehrer Köhler durch prachtvolle, fttm- mungsreiche Männerchöre. Auch das deutsche Lied nimmt Anteil an dem Hilfswerk für ba$ leihende Oberschlesien. Durch alle Fröhlichkeit des Abends klingt immer wieder der Ernst des Werkes und seines Wollens. Nach diesem so harmonisch verlaufenen Austcckt nahm das Oberschlesische Heimatfest" mit einem ein-