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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Gon4 4, (bei SuT. b. Richtig.

flnie gtnoretfe: Lindetmilche <Äef4äftbantetaen Sette 20 j. auSroätttge Ge anzeigen Seile 80 4 »am'l'enanz. Seile 20 4. LI. «m. aus Raffel b. ®i ausw. kl. An,. Seile 2> 4. Reklamen Seile 75 4. Dffertgebühr 80 4 (bi bet Offerten W 4 Rechnungsbeträge tnnerb. 5 Tagen zahlbar Ritt b. fett aller buttb Rernforetber autgeaebenen ünwgen foroie füt Aufnahmebaten nn» vfäve kann nicht garantivt werben. Rür «nteigen mit besonber» ftbnxe. ngem s-atz ino Prozent AuOchlag. Druckerei: $(6la*tbcfftrafte 28/30 ffieftbäfti» stelle: Kölnilcku Strafte 5. gegenüber bet ©oobrftrafte Rernforetber 051 nitb 052

Sonnabend, 18. Zuni 1927

Rum mer 140. Amtliches Organ der Stadt Kassel.

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Höhere Zölle verteuern das Leben.

Wir sind das Herz. Zn Genf enttäuscht und betrogen

Ein Locarno für Mitteleuropa? ' **

Beamtenprotest

¥

Bei den

ÄÄ }u entsenden, um dort mit den Abgeordneten aVo/iT Juntenh nrrirfoH' mnä Reichstages zu verhandeln, wurde einstim.

«fit iX» irHifiMt 8 mi0 angenommen. Im Schlußwort hob der

der diplomatischen Höflichkeit krMflert. Redner des Abends hervor/daß die primäre

L^ung der Beamten nur dahin gehe, der

eln olks-

Briand wirdkrank" und verschwindet / Das Rheinland seufzt weiter. Stresemann kehrt mit leeren Händen heim. / Warnende Teuerungszeichen

chungen des und Fimmzmiuistern

mählich aufhört, für die dänischen Molkereipro- butte der Markt schlechthin zu sein. Die dänische Butter und die dänischen Eier werden in Eng­land durch kanadische Lieferungen niederkonkur- riert, und die dänischen Bauern blicken sehn- üchtig über die deutsche Grenze, wo ihnen ein großer und sicherer Absatzmarkt winkt wenn die Zollschranken fallen. Auch In Li­tauen gestehen die wenigen Menschen, die dort

Erst am 1 SNover statt i Iutt t

Berlin, 17. Juni. Es scheint sich zu 'rcstäti. gen, daß der Finanzminister eine Erhkk, mg der

Beamtenschaft das Existenzminimum zu sichern. Es bedürfe keiner besonderen Betonung, daß der Beamte bereit sei, zu seinem Teil Wiederauf- bauarbeit zu leisten, aber die könne er nur be- tätigen bei gesichertem Brot. erha.

wirtschaftspolitisch zu denken Imstande sind, ein, daß nur ein e n g e s Z ol I b ü n d n i s mit

Höhere Kartoffekzölle?

Aber nur für 40000 Tonnen.

(Funktelegramm)

Berlin, 17. Juni.

sandtschaft aus Anlatz des Mordes an dem russischen Gesandten in Polen hatte Maker in

Deutschland daS völlig niedergebrochene litau­ische Wirtschaftsleben noch reiten kann. Alle diese Gedanken und Tatsachen empfehlen sich einstweilen zur Betrachtung neben den Genfer Vorgängen bis es an der Zeit sein wird, die diesmaligen Ergebnisse von Genf überschauend zu würdigen.

360 000 Tonnen auf die Einfuhr von Früh­kartoffeln, die einem besonderen Zoll un- ierliegen, der nicht geändert werden soll. Die Aollerhöhung kommt nur für den Rest von 40000 Tonnen in Frage. Man wird der An­sicht fein, so.führt das Blatt auS, daß der Kar­toffelpreis nicht davon abhängt, ob man diese 40000 Tonnen mit einem Zoll von 50 Pfg. oder 1 Mk. pro Dz. belegt. Bon diesem Gesichts, punkt aus scheint die Erhöhung des Kartoffel­zolles keine dringende Gegrnwartsforderung zu sein. DaS Zentrum lehnt eine Erhöhung ab. Die Deutsche Volkspartei ist noch unentschlossen

Bewahrt uns vor der Teuerung i Weizen, Kartoffel, Lebensmittel.

Berlin, 17. Juni.

Wert Breite, höhere Löhne.

Eine Schraube treibt die andere.

(Funkdienst,

Berlin, 17. Juni.

T« Teuerungswelle hat verschärft einge­setzt. In Berlin zeigen die Preise der wichtig­sten Lebensmittel feit Wochenanfang bereits Steigerungen bis zu acht Prozent.

Essen (Ruhr), 17. Juni. In zahlreichen BelcgsckMstsverfammlungen wurden neue Lohn forderungen für das Ruhrrevier formuliert Dis Forderungen bewegen kick zwischen zehn un>d fünfzehn Prozent. Die Preiserhöhungs­anträge des Kohlensyndikates werden z. Zt vom Reichsfohlenrat geprüft.

Berschleppung der Besoldungsreform ruhig hinzunehmen und sie erwartet eine zu- rtedenstellende Lösung bestimmt vom 1. Juli ab. Der Vortrag wurde mit stürmischem Beifall auf- genommen. Der Vorsitzende des Ortskartells, Lehrer Vogt, erklärte dann u. a. ,der Beamte verlange nicht mehr ,als wie ihm zusteht, als etne gerechte Behandlung im Gesamtbild des Volkes erfordert. Die Beamtenschaft lebt der Uebcrzeuoung, daß ihre Besoldung nicht Schritt gehalten hat mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. Es erscheint überheblich, die von der Regierung ins Auge gefaßten PläneRe- form" zu nennen. Die Beamtenschaft mutz daS Vertrauen in den guten Willen der Regierung bet der dauernden Verschleppungstaktik verlie- ren. Auch diesem Redner wurde stärkster Bei- fall. Nach kurzer Pause folgte eine rege AuS- spräche, bte aber wesentlich Neues nicht er- brt"*-^ Ein Antrag,

eine Abordnung von vier Bertretern bet Kasseler Beamten nach Berlin

Jahren derselbe Herr Benesch die Verkündung des Anschlusses von Oesterreich an das Deutsche Reich alsden Krieg" schlechthin bezeichnete, wird sich nicht leicht zu dem Glauben entschlie- tzcn, daß man in Prag sich jetzt schon damit ein­verstanden erklären sollte.

Trotzdem sind zwei Dinge richtig. Erstens ist seit Monaten in Jugoslawien einedeutsch­freundliche" Schwenkung zu beobachten. Zwei­tens hört man aus der Tschechoslowakei, datz dort der Gedanke einer wirtschaftlichen Verständigung mit Deutschland Boden ge­winnt. Schon aus der Genfer Wirtschastskonfe- renz wurde die relativ gemäßigte Haltung der tschechis^en Vertreter durch die Einsicht be­stimmt, daß bei den nahe korresponbierenden Verhältnisse" der einzelnen Wirtschaftszweige in der tschechoslowakischen Republik und in Deutsch­land ein irgendwie gearteter Zusammenschluß mit g '' saurer wirtschaftlicher Außenfront das Vernünftigste wäre. Sogar das Wort von einem Zollverband zwischen Deutschland, Oesterreich, der Tschechoslowakei und Jugosla­wien ist schon gefallen, wenn e sauch bis dahin selbst im günstigsten Falle noch gute Wege haben wird. Selbstverständlich würden Fortschritte aus diesem Wege für die Gesundung Europas nicht soviel bedeuten, wie eine deutsch-franzö­sische Wirtschaftseinigung. Diese wäre nicht nur ein europäisches, sondern ein Weltereignis. Sie ist aber unmöglich, solange in Frankreich der Poincarismus regiert. Politisch gehören so­wohl die Tschechoslowakei als auch Jugoslawien bisher zur französischen Gefolgschaft. Darum möchte man hier wie dort, wenn man sich mit dem Gedanken einer Annäherung an Deutsch­land beschäftigt, daß Frankreich mit von der Partie ist. Die wirtschaftlichen Beziehungen nach Frankreich sind aber trotz allen Bemühens unbedeutend geblieben, weil die natürlichen Voraussetzungen fehlen. Politisch drängt bei den Jugoslawen die zunehmende Sorge vor Italien die öffentliche Meinung aus Deutschland hin, und die Tschechoslowakei macht die Erfah­rung, daß es nicht glückt, das eigene Wirtschafts­leben entscheidend voranzubringen, während das wirtschaftliche Prestige Deutschlands in uner­hörtem Maße wächst.

Diese Ueberlegungen sehen zunächst noch ganz davon ab, ob und wie Deutschland sich viel­leicht in nächster Zeit zwischen England und Russland zu entscheiden haben wird. Es ist mög­lich, daß diese Entscheidung auch nachdem sie in­nerlich schon gefallen ist, äußerlich noch eine Weile hinausgezögert werden kann. Es wird

Moskau, 17. Juni.

Ein Blatt weist auf die Entrüstung in der Oefsenllichkeit der Sowjetunion über das War- schauer Urteil am Gesandtenmördet Kowerda hin. Das beschleunigte Gerichtsverfahren, so er- klä rt das Blatt, hat die polnische Regierung zur raschesten und «chersten Berbergung aller Fäden des BerbrechenS benützt. Die russische Forde­rung hinsichtlich der Untersuchung des Verbre­chens und der strengen Bestrafung des Mörders ist von der polnischen Regierung faktisch abge- lclnt worden. Die Sowietreaierung wartet nun­mehr die ^--"-'tanahme Polens »«r dritten Forderung der Liquidierung der weitzgardifti-

gestrigen interfraktionellen Bespre ReickManzlers mit den Ernährungs ' ~ t über die Frage, ob das Zollprovisorium lediglich verlängert ober entsprechend dem Wunsche der Deutschnationa­len gleichzeitg eineErhöhungd« landwirt­schaftlichen Zölle namentlich für Karto vorgenommen werden fall, fchreibt ein parteÄlatt. Bei den eingeführten rund 400 000 Tonnen Kartoffeln bei einem Verbrauch von rund vierzig Millionen Tonnen entfallen etwa

bisherige Regelung läuft am 31. Juli ab) zu rechnen. Eine Zollerhöhung kommt in drei Fällen in Frage: Zunächst ist eine Erhöhung des Weizemzolls, b. h. des autonomen Zoll­satzes, um 50 Pfg. auf 5,50 Mark vorgesehen. Weiterhin so» der Vertragszoll für Kartof­feln (f. obige Depesche) eine Erhöhung um 50 Pfg. auf 1 Mark erfahren, während der autonome Kartoffelzollsatz auf 1,50 Mark fest­gesetzt werden soll, lieber die Fleischzölle schweben noch Verhandlungen. Der bisher 21 Rmk. betragende Zoll wird vermutlich auch eine Erhöhung erfahren. Speck und Schmakz sind ausgenommen. Auch wird die Forderung auf Abschaffung des zollfreien Ge- frierfleifch-Kontingentes von 130000 Tonnen unberücksichtigt bleiben. Die Erhöhungen sol­len nicht vor dem 1. Oktober antreten.

Berlin, 17. Juni.

In Genf geht heute vormittag die Bölker- bundtagung zu Ende. Die deutsche Delegation trifft spätestens Sonntag früh tn Berlin ein. Briand ist wegen einer Augenentzün- dung schon gestern abgereist. Die angesetzte Autzenministerkonferenz über die Truppen. Verminderung kam deshalb nicht zustande Die Verhandlungen werden auf diplomatischen, Wege fortgesetzt. Die R a^f o n t r o l, c bet Ostfestungen soll, wie bereits berichtet, durch eine neutrale Kommission erfolgen.

fchen terroristischen Organisationen in Polen ab, um s.ch über ihre weiteren freundnachbarlichen Beziehungen zu Polen schlüssig zu werden.

Moskau gerüffelt

Oslo, 17. Juni.

Der russische Gesandte in Oslo, Maker, tour heute zu dem Außenminister Suffe geladen. Bei der Trauerfeierlichkeit in bet russischen Ge-

Bon ' -auf Rohrbach.

Der trotz aller Genfer Heilungskräuter wei­ter dahinsiechenden Locarnofreundschaft könnte vielleicht ein neues Reis ausgepropst werden durch die Mitteilung einer deutschen Balkanzei­tung, wonach der tschechische Außenminister und Allerweltsreisende Benesch bereit wäre, den An­schluß Oesterreichs an Deutschland zu unterstüt­zen, wenn das Reich sich an einem mitteleu­ropäischen Locarno beteiligen und die Grenzen der dazugehörigen Staaten (vor allem natürlich die der Tschechoslowakei) garantieren wolle. Noch mehr: Eine Verständigung in die- fern Sinne sei schon an Deutschland ergangen, und auch die jugoslawische Regierung habe den Gedanken freudig begrüßt, da ein so vergrößer­tes Deutschland einen verstärkten Schutz Jugo­slawien-) gegen die italienische Einkreisungspo- litik bedeute. Belgrad werde in Paris dahin wirken, daß der Widerstand geg^n ben Anschluß verschwinbe; Rumänien wart« vorläufig ab. So­weit die genannt-' deutsch-rumänische Zeitung. Wer sich daran erinnert, daß noch vor wenigen

Zweifellos muß diese preisteuernde Zoll- polirk Bedenken erregen, umso mehr als sie zu dem gestern noch von Streseman und von allen Wirtschaftlern vertretenen Zollprogramm absolut nicht paßt. Auch wendet sich schon jetzt der Unwille der ganzen Welt gegen die von Paris aufgerichteten Hochschutzzölle.

en können ,dann so

Frage beschäftigen, wie lange sie noch thr Leben fristen wollen. Die Besoldung richtet sich nach der Leistung. Man wird anerkennen müs­sen, daß Leistung und Verantwortung jedes ein­zelnen Beamten bedeutend größer sind als in Vorkriegszeiten. Es ist darum nicht denkbar, daß Leistung und Verantwortung jedes einzel- nen Beamten bedeutend größer sind als in Vor- kriegszeiten und es ist darum nicht denkbar, daß man das Nominaleinkommen von früher mit dem von heute vergleicht. Es ist verfehlt, den Wert der Mark von 1913 dem der Mark von 1927 gleichzustellen. Aber selbst diese Gleichstel- lung ist noch nicht das Letzte. War denn

Zer Gesandtenmord spukt weiter.

Moskau über das milde Urteil empört / Austreibung aller Antibolschewisten

Laut Pressenotiz ist mit der Beibehaltung der bisherigen Zollsätze für Lebensmittel (die bisherige Regelung läuft " * ~

rechnen. Eine Zollerhöl

Die große Versammlung int Kasseler Stadtpark. 3m Stabioarffeftfaal fattb am Donnerstag abend eine groge Proteftverlarnmlung bet ge- SSÄ L"W8.»,.L, 'S! anlabt, de» Schritt in die Oeklentlichkett als uatwendig erachtete n«rd eingehend begründete. Dte überaus starke Beteiligung Saal und Galerie waren bis aus den letzten Platz dicht besetzt legte Zeugnis ab, wie hoch die Wellen der Erregung in der Beamtenschaft gehen. Tele- graphenbauführer Kloppmann, der zweite Vorsitzende des Ortskartells Kassel im Deutschen Beamtenbund betonte, die Beamtenschaft würde cs lebhaft begrüßen, wenn sich derartige Ver­sammlungen nicht zu wiederholen brauchten. Dann sprach der Vorsitzende des Landeskartells Braunschweig, Volk!and, in zweistündiger Rede von der sich immer katastrophaler auswir- kenben Not der Beamten. Die mit dem 1. De- zember 1924 beginnende Zeit der Stabilisierung verlangte von allen Volfsgenossen Opfer. Auch die Beamtenschaft war bereit Opfer zu bringen. Die Voraussetzung dazu war aber, daß die Be- lastung gleichmäßig getragen werden müßte. Aber schon die erste Besoldungsreform krachte durch die große Spannung der Gehälter allge­meine Enttäuschung, die weitere Entwicklung hat gezeigt, daß die Parteien an der Beamtenschaft einen schnöben Wortbruch

begangen haben. Das Reich ist nicht dazu da, die Existenz der kleinen Länder zu finanzieren. Wenn die kleinen Länder ihre Beamten nicht de- -ahlen können ,dann sollen sie sich ernstlich mit

lltbelS Ohr gehauen.

Das Rheinland muß weiter schmachten.

Berlin. 17. Juni.

Wi<- wir mm m-'^-bender Seite erfahren, hat Briand in der Besatzungsfrage Dr. Strese­mann nur ganz vageZusicherungen" gemacht. ES ist weiter Tatsache, daß er sich auf Zahlen überhaupt nicht festgelegt hat. Es dürfte also wieder ein langwieriger diplo­matischer M e i n u n g s a u s t a u s ch zwischen Berlin und Paris über das Besatzungsproblem cinfchcn und dann wird Frankreich bei der Umgruppierung" nur einige wenige taufend Mann auS dem Rheinland zurück/fehen. Bon 150000 Mann Ion dabei gar keine Rede sein, zumal man in Paris erklärt, die Besatzungs­macht Frankreichs im Rheinlande betrage nur etwa 45 000 Manu. Tatsächlich sind aber im be­setzten Gebiet etwa 60 000 Mann französischer Truppen untergebracht, weil Frankreich das um­fangreiche technische Personal nicht als Militär, sondern als Zivilpersonen (!) betrachtet. Ange­sichts der ergebnislosen Genfer Beratun­gen wird der Reichsautzenminister dem Reichs­tag feine sensationellen Mitteilungen machen können. Selbst die Regierungsparteien werden in einer Erklärung ihre lebhafte Enttäuschung -^drücken. Der Reichsaußenminister wird zunächst im AuSwär- tigen Ausschuß vertrauliche Mitteilungen machen.

das vielleicht weniger von englischen Angriffs- plänen abhängen, als von dem Ausbruch oder Nichtausbruh innerrussischer Krisen. Je schwä­cher sich die Sowjetmacht zeigt, desto rücksichts­losere Mittel wird England anwenden, um sie beschleunigt zu Fall zu bringen. Fällt sie, und entsteht wieder ein bürgerliches Rußland, so wird dieses zu einem großen Feld des Wett­bewerbs für die europäischen Wirtschaftsmächte und für Amerika werden, die sich alle zu den dann einsetzenden Wiederaufbaulieferungen drängen werden. Halten sich bte Sowjetleute noch bis aus Weiteres, so wirb ber mitteleuro­päische Gedanke umso eher und umso stärker sich geltend machen. Halten sie sich nicht, so wird er vielleicht eine Zeitlang überspült werden, um später wieder hervorzutauchen.

Auch in Dänemark wird schon öffentlich da­von gesprochen, daß eine deutsch-dänische Zoll­vereinigung das beste Mittel wäre, um ein Ende mit den Nöten der dänischen Landwirtschaft zu machen, bte baher stammen, daß England all-

bic Besolbung vor dem Kriege richtig? Haben wir nicht den Staat groß ge- hungert? Die schlechten Witze über den hun­gernden Beamten sind noch nicht vergessen! Die Beamtenschaft ist heute berechtigt, vom deut- scheu Volke eine finanzielle Besserstellung zu verlangen. Wenn man jetzt die Hinausschiebung einer Erhöhung der Gehälter versucht, so mutz angenommen werden, daß diese Hinausschiebung eine absichtliche ist. Die Riesenlast der Repara­tionen läßt noch nicht erkennen, ob sie auch wei­terhin für das deutsche Volk tragbar sind. Aus außenpolitischen Erwägungen muß die Besol­dungserhöhung noch vor den Sommerferien des Reichstags gefordert werden. Die Beamten­schaft wird der Oeffentlichkeit mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zckgen, daß sie nicht gewillt ist, eine weitere