Kasseler Neueste Nachrichtm
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 139. Amtliches Organ der Stadt Kastei.
Freitag, 17. Juni 1927.
Amtliches Organ der Stadt Kastel. 17. Jahrgang
Das holt Stresemaun in Gens hernns?
Er hat Nug reden. M GksWlllS W Stil GkWWlllMÜer. 2mmer daran denken.
Wie lange noch unter dem Dawesjoch? ' ö ’ Oberschlesiens Leid ,ahrt sich zum 5. Mal.
Der letzte Monatsbericht des Reparations-
Moskau einverstanden? / Kowerdas Rache an den Bolschewisten.
agenten umfatzt nicht weniger als hundertdreißig bedruckte Seiten und ein Kapitel „Schlußsol- ge ngen". Herr Wirker Gilbert äußert sich darin in sehr nüchterner und eingehender Weise darüber, wie er die deutsche Wirtschaftslage an- sieht. Im allgemeinen übt er bis auf einige wenige Stellen so gut wie gar keine ausgesprochene Kritik, doch ist, ganz im Gegensatz zu den bisherigen Berichten, zwischen den Zeilen eine sehr starke und manchmal sogar h e rb e Kritik herauszulesen. Das ist umso bedeutsamer, als die Stellung, die Herr Parker Gilben zu den Dingen einnimmt, für Deutschland leider nicht gleichgültig sein kann, ist er doch der Vertreter aller jener Staaten, die an Deutschland Ansprüche zu erheben haben. Es ist zwar bitter, von solcher Stelle aus eine Kritik entgegennehmen zu müssen, die nicht mehr und nicht weniger bedeutet als eine Einmischung in Sachen, die uns eigentlich persönlich angeben sollten; nichtsdestoweniger aber müssen wir sie wohl oder übel ernst nehmen, denn tote er die Dinge ansteht, so sieht sie auch das Ausland, dessen Repräsentant er ist.
Vor allem ist eS die Wirtschaftslage, deren Entwicklung in dem Zwischenbericht eingehend besprochen wird. Interessant ist die Feststellung, daß „der Faortschritt der deutschen Wirtschaft ständig, wenn auch nicht allgemein und nicht frei von Schwierigkeiten „aufwärtsgegangen" sei. Im Zusammenhang wird aus die gesteigerten Produktions- und Verbrauchsverhältnisse und aus eine „gewiss« Verbesserung" des Lebensstandards hingewiesen. Ein kritischer Unterton macht sich fühlbar, wenn int Zusammenhänge mit dem Problem der E i n f u hr, die „einen großen Umfang ohne eine entsprechende Ausfuhrsteigerung angenommen habe, die Frage aufgeworfen toierd. „ob sich Deutschland neuerdings im Innern nicht üb er ent wickelt hat, ohne seine Fähigkeit zu steigern, in wirksamen Wettbewerb auf den Weltmärkten zu treten, was so nötig für die Entwicklung und die Ausded- nung seines auswärtigen Handels wäre." Auch mit der G e l d p o l i t i k der deutschen Reichsbahn scheint der Reparationsagent nicht ganz einverstanden zu fein, wenngleich in diesem Punkte fein Urteil weniger durchsichtig ist. Sv hätte nach der Ansicht Parker Gilberts der Diskontsatz schon früher heraufgesetzt werden müssen. Auch hält er die Auflegung einer Reichsanleihe dafür verantwortlich, daß sich im öffentlichen deutschen Finanzwesen jetzt eine Phase wiederhole, die bereits vor ein und zwei Jahren der natürlichen Entwicklung am Geldmärkte entge- gengewirkt hat." Er bedauert dieses Ergebnis sehr und macht nach seiner Meinnung wirksa- fernere Vorschläge.
Stärker zwischen den Zeilen lesbar, aber ohne nft einem Worte hervorzulreten, ist die Kritik, die an der Finanztoirtschaft des Reiches, insbesondere am Finanzausgleich geübt wird. Dabei wird vor allem darauf hingewiesen, daß „das Reich sich an Hand der Lösung des Finanzausgleichs selbst automatisch eines bedeutenden Anteils an seinen hauptsächlichen Steuern begeben habe" und daß man nicht von einer für das Reich günstigen Vereinbarung sprechen könne." Es bedarf, so wird bann ausgeführt, dringend einer Neuordnung r Vereinbarungen, die dem Reiche die gesamte Kontrolle seiner wichtigsten Einnahmen garantiert. Wie das gemeint ist, ergibt sich bann aus der Feststellung, daß „zwar bas Reich in erster Linie für die Reparationszahlungen verantwortlich ist, daß aber die Länder nächst dem Reich die volle Verantwortung für diese Zahlungen tragen."
Es bat wenig Zweck, gegen die Darstellung, die Herr Parker Gtlberf von der deutschen Wirtschaftslage gibt und gegen die Schlußfolgerungen, bie er daraus zieht, zu polemisieren, da baburr' nitck sa? geringste geändert .trihbe. Wichtiger erscheint uns bie Feststellung saß her ganze Zwischenbericht nicht? anderes ist. als eine Häufung V n Argumenten, bie gegen ine Rev'^ " W »plane- angeführt werden Es ist somit damit zu rechnen, daß innerhalb einer absehbaren . t unS Erleichterung der Daweslafien nicht zuteil Wird. Da aber tri tz der optimistischen ^-«iritions
agenten doch der Zeitvunkt näherkommt, an dem die Durchführung des Datoesplanes so tote er ist unmöglich fein -"rb, wäre es Zeit, daß die inständigen v„ch Ifiter Volft'k auf
bie Argumente etwa? achteten, bie eine Revision zu verhinbern scheinen.
Priester-Tragödien in Mexiko / Die Grotzmachie löschen den Balkanbrand.
Warschau, 16. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Kotoerda, der Mörder des Sowjetgesandte Woikow, sagte gestern u. a. aus, daß er als Gymnasiast Augenzeuge des Chaos und der Terrorakte der Bolschewisten war. In Wilna geriet er in eine -kommunistische Umgebung und lernte da die negative Seite der bolschewistischen Ideologie kennen. Damals entstand in ihm die Absicht, den Kampf gegen den Bolschewismus in Rußland zu beginnen. Als ihm der Paß abgeschlagen wurde, beschloß er, den Gesandten Wojkow zu töten. Er fei nicht Monarchist, sondern Demokrat. Er ziehe jedoch in Rußland jede andere Staatsform dem Bolschewismus vor.
Warschau, 16. Juni. Der sowjetrussische Geschäftsträger in Loudon, Rosengvlz, sagte alSdann als Zeuge a«S, er habe im ersten Augenblick nicht vermutet, daß der Schuß Wojkow gelten sollte. Der Staatsöntvokt vertrat den Standpunkt, daß der Mord an Wojkow als die Tat eines Einzelnen zu betrachten sei, der sich weder von irgendwelchen Organisationen noch von sonstigen Begleitumständen leiten liest. Das Strafausmast überliest der Staatsanwalt dem Gerichtshof.
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Rur 15 Softre
Wie beurteilt Moskau die milde Strafe?
Warschau, 16. Juni.
Der Angeklagte Boris Kowerda wurde zu schwerem Gefängnis ohne Fristangabe ver
urteilt Gleichzeitig hat das Gericht beschlossen, sich an den Staatspräsidenten mit der Bitte zu wenden, daß dem Verurteilten diese Strafe in eine fünfzehnjährige schwere Gefängnis st »afe verwandelt wird.
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Der Bürgerkrieg wütet Weiler
Sie finden in China nicht zusammen.
London, 16. Juni.
Die Verhandlungen zwischen Tscknrngsolin und Tschangkeischeck über ein mög(id)eS gern e i n s am r s Borgehen gegen die Regierung von Hankau sind febeinbar cnbgiMtig zu- s a in m e n g c b r o ch e », sodaß mit einer Fortsetzung der Kämpfe zwischen Nord und Süd noch auf lange Zeit zu rechnen ist.
Die Großmächte löschen.
Aussöhnung der feindlichen Balkanbrüder?
London, 16. Juni.
Frankreich und Italien haben in Belgrad und Tirana wiederum dahin interveniert, die ffeittlidjen Meinungsverschiedenheiten unverzüglich auf dem Wege eines diplomatischen Kompromisses zu regeln. Jngoflavien solle seine erste scharfe Note zurückziehen, und soll gleichzeitig darauf verzichten, die Gefangenhaltung des jugoslavischen Dragornans in Tirana als berechtigt anzusehen.
EsflndöochnichtNungesser-Eoli
Phantastische Gerüchte aus Kanadas Bergen / Im fahrenden
Chicago, 16. Juni. Der Handels-Präsident in Grandmere (Quebee) hat in einem Ferngespräch mitgeteilt, daß die Hauptleute Nungesser und Coli sich in einem Lager von Holzfällern auf dem Südufer t<3 Saguanay- Flusses in der Provinz Quebee befänden. Der Präsident begab sich in einem Flugzeug dorthin
Montreal, 16. Juni. Die kanadische Presse bezeichnet bie Nachrichten über Nungesser und Coli als unrichtig Die Nachforschungen werden mit größtem Eifer fortgesetzt. DaS Gebiet, wo die L i ch t s i g n a l e gesichtet wurden, ist schwer zugänglich. Die Flieger sollten tat sachlich etwa zehn Raketen mit genommen haben, die ihnen im letzten Augenblick von Flieger-Offizieren überreicht worden seien.
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Laßt alle Hoffnung fahren!
Newyork, 16. Juni. (Durch Funkspruch.) Der Handelspräsident tn Grandmere (Qubec) bestreitet jetzt entschieden, Salbungen über Nungesser unb Coli gemacht zu haben. Die Suche nach ben Vermißten burch Flugzeug fei nutzlos.
Newyork, 16. Juni. lFunkteledramm.) Gegenüber der Melbung, daß ein Trapper am Samte Marguerite-Fluß ein Flugzeug gehört habe, wirb barauf hingewiesen, daß dort öfter Flugzeug entlang kommen.
etrefemann soll wählen.
Zwischen Moskau und Warschau.
Berlin, 16. Juni. Wie man von Regierunqs- feite erklärt, feien in der Frage der Ostfestungskontrolle die Genfer Unterhändler, namentlich England, bereit, sich mit einem Kompromiß dahingehend einverstanden zu erklären, daß diese durch einen bezw. mehrere neutrale Sachverständige vorgenommen werde. Schwierigkeiten macht andererseits die Frage der Truppenverminderung im Rheinland, da Briand nicht gewillt zu sein scheint, der Forderung nach einer Reduzierung um etwa zehntausend Mann ohne weiteres nachzukoin- men. Was schließlich dieMemelbefchwerbe betrifft, fo ist lediglich die denffche Hauptforderung, die Wahlen zum memelländlfchen Landtag stattfinden zu lassen, von dem litauischen Staatspräsidenten Voldemaras mehr ober weniger angenommen worden. Die übrigen Be schwerdepunkte dürften dem Sckicbsgerichtshos im Haag unterbreitet werden. Besonders aber entfaltet der britische Außenminister Chamberlain eine auffallende Aktivität, mit dem Ziele, die deutsche Autzenvolitik von Moskau ab- zuziehen, zumal die Maffenhinrichtungen und bie scharfe Sprache Moskaus gegenüber
Auto überfallen.
Polen keinesfalls bie Zustimmung ber Reichs- regieruna finben. Deshalb könnte immerhin auf ber Sechs-Mächtekonferenz eine geschloffene Front gegen Sowjetrußkanb zu staube kommen die allerdings zunächst nach außenhin nicht in Erscheinung zu treten brauchte. Für Dr. Stresemann ergibt sich jetzt die Möglichkeit, auf diese Weise für bie deutschen Interessen gewisse Zugeständnisse vo» der Gegenseite heranszn- holen, bie sich vor allem auf die Frage einer Revision ber deutschen Ostgrenzen ein schließlich des polnischen Korridors erstrecken dürfte. Ans Grund dieser Befürchtungen hat sich auch Polen bisher Moskau gegenüber so nachfichtig verhalten. Vielleicht dürfte ietzt eine deutssi-volnische Berstimbipuna unter Vermittlung Chamberlains angängig sein.
Gekreuzigt, verbrannt, erschossen.
Priester-Martyrium in Mexiko.
Rom, 16, Juni. Aus Mexiko wird gemeldet: In Toluea wurde ein junger Katholik gekreuzigt unb am Kreuz erschossen. In Gna- tÄajgma wurde ein Geistlicher mit Benzin übergossen nnb lebendig verbrannt. In ber Stabt Mexiko mürben siebzehn Geistliche aus der Festung nach dem Friedhof Dolores gebend}!, unb am Rande eines gemeinfamen Grabes e r f ch o ffon. Einige von ihnen wurden begraben, während sie noch Lebenszeichen von sich gaben. Von diesem schaurigen Anblick wurde einer der Totengräber geistesgestört.
Autoschrecken bei Nacht.
Banditen springen sogar auf.
Hamburg, 16. Juni.
Gestern Nacht wurde gegen ein Auto auf der Rasloher Chaussee ein großer Feldstein gefchleudert, der die Glasschutzscheiben zertrümmerte. Im gleichen Augenblick schwang sich ein Mann auf das Trittbrett und brachte dem Gastwirt Heeschen mit einem Messer einen Stich oberhalb des Auges bei. Der Stich drang in das Gehirn. Tab Auto wurde führerlos und stürzte in den Chauffeegraben. Der Wege lageret überfiel nun die Frau und wollte sie vergewaltigen. Es entstand ein Ringen, wo durch beide erheblich am Hals und an ber- Händen verletzt wurden. Beim Nahen eines zweiten Autos ergriff der Bandit die Flucht. ' Väter gelang es. als Täter den vierundzwan- zigjährigen Gärtner Schenkat ans Quickborn festzuftellen, der jetzt den wilden Mann spielt. Der Gastwirt ist schwer verletzt.
Am heutige» 16. Juni jährt sich rum 5. Male der Tag der Tragödie Oberschleüens, denn an diesem Tage wurde die ungerech.e Entscheidung des Obersten Rates zur Tatsache und urdeutsches Land bei der Teilung Oberschlesiens an Polen übergeben. Aber wir haben und wir werden nicht vergessen und warten aus die Stunde, wo das Weltgericht den Rechtsbroch sühnen wird.
Die Ironie der Weltgeschichte besteht nämlich darin, daß das oberste Gesetz der ganzen Teilungsfragen das Serbstbesttmmungsrecht der Völker sein sollte. Nach diesem Selbstbe- stimmungsrecht fand bekanntlich eine Abstimmung statt, bie nach Stob» Georges eigenen Worten das Ergebnis hatte, daß das ganze Land am Ocheroberlauf hätte bei Deutsch land bleiben müssen. Aber VöstevbestimmungS- recht hin, Völkerbestimmungsrecht her! Man tat, was man konnte, um Polen aus Kosten Deutschlands einen Gefallen zu erweisen. Nach einem verhüteten Getoaltstreich Polens, der die Welt vor vollendete Tatsachen stellen sollte, wie etwa tn Wilna kam unter Le Rond die Besatzung, die nunmehr für Recht u. Ordnung sorgen sollte. Es ist noch in aller Erinnerung in welcher Weise sie ihre Ausgabe durchzeführt hat, wie die französischen Oberbefehlshaber die Mbsttmmungspolizei polonisierte, alle Deutschen entwaffnete durch ein strenges Verbot des Waffenbesitzes, wohingegen die Polen ruhig ihre Waffen behalten dursten, um damit von Zeit zu Zeit Gcwaltmaßncchmen tu in» szeuicren; wie der Paßztoang durchgesührl wurde und die deutsche
Presse in ber schamlosesten Weise zugunsten der polnischen unterdrückt wurde. Unter dem Schutze der französischen Soldaten gingen die größten Ungerechtigkeiten vor sich, da die Polen wußten, daß sie sich alles gestatten durften, denn die französischen Befehlshaber waren blind gegen die polnischen Umtriebe, da sie zu scharf auf die Deutschen auf- paffen mußten. Aufstände und Massenmorde, wie der Aufstand von Beutheii-Tarnowitz unb ber Mord von Josephtal waren an der Tagesordnung, um auf diese Weise eine „gerechte Abstimmung" vorzubereiten. Und doch ergab bie Abstimmung trotz der Schreckensherrschaft das Wunder, daß 59,65 Prozent der Abstimmenden für Deutschland stimmten, während nur 40,35 Prozent ihre Stimmen z. Teil gezwungen z. Teil aus Furcht für Polen abgaben. Ein ganz klares Ergebnis von 3:2 für Deutschland sollte durch einen neuen Aufstand „verbessert" werden, ben Korsanty im Mai 1921 inszenierte. Er hatte es aber gar nicht nötig, sich anzustrengen, denn unter Leitung des Belgier Hymans kam ein Schiedsspruch zustande, der wohl bie
schreiendste Ungerechtigkeit darstellt, die jemals einem Volke unter der Maske von Gesetz und Recht angetan worben ist. Am 20. Oktober 1921 fand die Grenzsest- sctzung für Oberschlesien statt und am 16. Juni 1922 wurde sie in die Tat umgesetzt und somit ein fruchtbar schönes Land, das seit Jahrtau- senden deutsch war und immer bleiben wirb, ben Polen übergeben, die nicht einmal die Fähigkeit haben, die von Deutschen gepflegte Kultur zu bewahren.
Ist Schätzer bekehrt?
Die Portoerhöhung fällt im Reichstag durch.
Berlin, 16. Juni.
Im Reichstag hatten die tags zuvor bei der Portofrage überstimmten Regierungsparteien gestern ein sonst immer wirksames Mittel enge* wandt, um ihre Mitglieder im Reichstag fest- zuhalten. Sie hatten nämlich namentliche Abstimmung über ein gegen den Reichspost- Minister eingebrachtes Mißtrauensvotum (Rom.) beantragt. Auch gestern aber blieben die Regierungsparteien mit zwei Stimmen in der Min. der heil und mit 175 gegen 173 Stimmen wurde ein Antrag (Soz.z angenommen, der den Reickspostminister auffordert, seine Porto, erhöhungsvorlage zurückzuziehen. Die Opposition nahm das Abstimmungsergebnis mit großem Jubel auf, aber die praktische Wir- kuna der Niederlage der Regierungsparteien ist zunächst noch nickt die Verhinderung der Portoerhöhung. In dieser Frage ist nämlich nickt der Reichstag, sondern der Ber Wal» tungsrat der Reichspost zuständig. Der Reichstag kann allerdings mit dem Reichsrat einer Verordnung, die die Portoerhöhung ber. fugt, widersprechen und in diesem Falle könnte e8 zu einer neuen Erörterung der Porto- frage kommen. Von den Kommumsten bis zur Wirtschaftspartei wurde in schärfster Weife gegen die durch nichts begründete, geradezu verhängnisvolle Portoerhöhung Stellung ge*