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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Nummer 136. Amtliches Organ der Stadl Kaffel. Dienstag, 14. Juni 1927._______Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Iahrgang

Der Vorhang in Genf geht hoch.

Ein heißer Mchstagssommer.

Noch ein Haufen Gesetze vor der Sommerpause / Was am meisten drängt.

Genf, 13. Juni. (Privattelegramm.) Die heute beginnende Völkerbundstagung wird sich unter den fünfunddreißig Fragen auch mit dem Bericht der Abrüstungsvorkonferenz sowie den Empfehlungen zur Herbeiführung eines Rats- beschtufses bei internationalen Konflikten befas­sen. Die Frage der Listen der deutschen Zi­villuftschiffahrt ist inzwischen bereits geregelt worden. Beschlüsse über die Ausgestaltung des Weltwirtschaftsprogramms wird die erste Scp- tembertagung fasten. Auch eine Reihe weiterer wirtschaftlicher und finanzieller Fragen sind vom Rate zu entscheiden. Nach Erledigung der Saarfrage durch Ernennung des Prüsidenten wird der Rat sich weiter mit dem polnischen Munitionsdevot auf der Westerplatte (Danzig) u. den deutschenMemelbeschwerden beschäftigen. Schließlich liegen dem Rat noch die Berichte einer Reihe von Völkerbnndskommiffion vor darunter der, die Zahl der jährlichen Rats­tagungen von vier aus drei herabzusetzen. In­wieweit außer den besonders Deutschland in- tereffierendrn Fragen der Rheinlandbesehnng und der Abrüstungs-Kontrolle auch der alba­nisch-jugoslawische Konflikt, und die Frage der rustisch-volnischen Beziehungen eine Rolle spie­len werden, läßt sich noch nicht übersehen. D» die Verhandlungen der internationalen Ar» beitskonferenz noch erneuert und am Montag, den 20. Juni, die Seeabrüstungskonferrnz be­ginnt, so wird sich in Genf ein internationales Leben- von seltener Fntensivitüt entwickelt. Vier Außenminister sind bereits eingctroffen.

Der 3t?tostag mutz sich spuren

Arbeitslose. Verdiener und Mieter warten.

Berlin, 13. Juni.

Bei der Entscheidung über die Verlängerung deS Zolltarifes, der Ende Juli abläuft, wird es ich lebhaften Auseinandersetzungen über die Frage einer Erhöhung des Getreide- und Kar­toffelzolls, deS Zuckerzolls und der Beseitigung der Zollfreiheit für ein gewistes Kontingent von Gefrierfleisch kommen. Das sehr wichtige Ar­beitslosenversicherungs-Gesetz soll ebenfalls vor der Sommerpause noch erledigt werden, damit

dieses Gesetz zum 1. Oktober inkraft treten und der Rcichshaushalt von den Lasten der Er- werbslosensürsorge dann befreit werden kann. Mit Ende Juni lausen das Mieterschutzgesetz und das Reichsmietengesetz ab. Ans Antrag der Wirtschaftspartei sollen diese und auch das Wohnungsmangelgesey am 1. Juli außerkraft treten und ie Wohnungsämter sowie die Miet­einigungsämter spätestens bis zum 1. Oktober verschwinden Ein Linksblatt glaubt jedoch an­gesichts des Wohnungselends an eine Verlänge­rung der geltenden Gesetze. Die neuen Steuer­rahmengesetze (Realsteuer Und Hauszinssteuei) werden dem Reichstag vor der Sommerpause nicht mehr zugehen, da im Kabinett noch keine Einigung besteht.

Berlin, 13. Juni. Bei der Zolltarifnovelle wird in Bgrarkreisen bekanntlich auch eine sehr erhebliche Erhöhung des Kartoffeleinfuhrzolles und von anderer Seite auch die Beseitigung des bisher zollfreien Gefrierfleischkontingents gefor­dert. Soweit bekannt wird, dürfte daS Zollpro- visorium gleich auf mehrere Jahre verlängert werden. Im ReichSernährungsminiperium will man dix Vorlage bis auf etwa drei Punkte un­verändert lasten. Die Verlängerung deS am 30. Juni ablausenden Fürstcnabfindungs- sperrg-setzes dürfte sich vermeiden lassen, weil die Streitigkeiten in Thüringen bis zum 30. Juni geregelt fein dürften. Nach dem in unver­bindlichen Besprechungen die Bayerische Volks- vartei zur Arbeitsgemeinschaft mit dem Zen­trum bereits ihre Zustimung gegeben hat, wird auch das Zentrum seine Zustimmung nicht ver­sagen. Vorher wird aber noch die Frage der Rrichörahmengesetzgebung für die Finanzgesekc zu bereinigen sein. Der Reichsfinanzmi tifter ist ja bestrebt, die den Ländern bisher noch icrblie- bencn Realsteuern gleichfalls dem Reiche zu über­tragen und auf Grund von jedcsmnlmen Finanzausgleichen, die Ansprüche der Länder auf einen gewisten Anteil zu beschränken. Diese Bestrebungen haben namentlich in Bayern gioße Erregung ausgelöst. DaS Zentrum wird darauf hinwirken müssen, den verfaffungSändernden Charakter dieser Bestimmung zu beseiiigen.

Polen über Moskau empört.

Was wird Marschall PilsudSki heute antworten?

GS glimmt weiter.

f Setzt Italien den Balkan in Flammen?

(Von unserem Sonderberlchlerstatter.f

Belgrad, 12. Juni.

Bei Kundgebungen vor dem südslawischen Konsulat in Triest ries man 'n Anwesenheit des italienischen Königs noch kürzlich: .Nieder mit Jugoslawien!" ,Es lebe das italienische Dal­matiens und bei den Ansprachen war von den barbarischen Unterdrückern der dalmatinischen Jtalianismus" die Rede. Roch mehr: die mit Trauerflor umhüllte dalmatinische Fahne wurde den Abordnungen vorangetragen, und das gleiche synckolische Fähnchen übergab eine junge Dalmatinerin dem König. Schließlich wußte die Presse viel von der Barbarei der Serben und vom serbischen Joch zu sagen. Sehr böses Blut hat in Belgrad auch eine Aeußerung des TriesterPiccolo" gemacht, der von An­zeichen sprach, wonach man von südslawischer Seite etwas gegen König Victor Emanuel plane. Mit einer Entrüstung, als ob es nie ein Attentat von Sarajewo gegeben hätte, als ob in Belgrad der politische Mord nicht als Hel­dentum gepriesen würde, wies mandiese blu- lige Beleidigung des südslawischen Volkes zu­rück, das als ein Volk von Attentätern. Mör­dern und Verbrechern hingestellt wird.

Trotz dieser Erbitterung, die mit Ent­täuschung über die eigene Schwäche gepaart ist, ringen sich ab und zu unwillkürlich Worte der Bewunderung lür dieDynamik und den Stolz des faschistischen Italien" durch, das auf einen bloßen Ruf deS Duce wie ein Mann aus das gesteckte Ziel gelenkt werde. Auf der anderen Seite finden sich aber ungezählte Stimmen, die haßerfüllt nur Schatten sehen. Da ist Mussolini dieüberaus dunkle Figur, die unwürdig :st, ein Führer zu sein", ein Mann,ohne Format", ein kleinlicher verbohrter Rückschrittler und Ab­solutist". Und in weitgesteckten Ausblicken wird Italien als der Störenfried Europas bezeichnet, der sich zu Eroberungszügen gegen Frankreich. Südslawien, die Türkei und Eng­land rüstet. So wird dem Volk systematisch der gleiche Haß gegen Italien anerzogen, wie man ihn gegen Oesterreich-Ungarn eingepflanzt hatte.

Leider tut aber auch Jugoslawien nichts, um den Streitfall mit Italien einer Lösung zuzu- führen. Die Belgrader Taktik ist die des Ab­wartens, der Elastizität, die jedem Zusammen­prall ausweicht, wie dies die Zwischenfälle von Ragusa und Spalato bewiesen haben. Gegen­über Albanien allerdings hat man es mit der schärfsten Tonart versucht und auf die Verhaf­tung des Vertrauensmannes Gjuraskovitsch mit dem Abbruch der diplomatischen Be­ziehungen geantwortet. Angeblich kühlere Beziehungen zwischen England und Italien haben den Anstoß zu dieser energischen Behand- luna des Falles gegeben. Ohne Scheu bezeichnet die Belgrader Presse Italien als den Draht­zieher und das keck-rubiae Verhalten des alba­nischen Präsidenten Achmed Zogu bestätigt neben vielem anderen diese Vermutung. Im Schutzbereich der Italienischen Macht und natürlich im Einvernehmen mit dem Duce gehi Achmed Zogu ruhig seinen Weg weiter. So wird sich dieser unheimlich aufregende diplomatische Krieg auf beiden Seiten weiter­spinnen, bis bei Zeit reis sein wird, ihn mir den Waffen auszutragen.

Die kürzlich in Triest unter großen Feier­lichkeiten erfolgte Inbetriebsetzung des Siegcs- leuchtturms dessen weit in die Adria hinaus­blitzende Blinklichter den italienischen «Sieg" im Weltkrieg verkünden und einewiges Wahrzeichen der italienischen Vorherrschaft in und an der Adria" bilden sollen, beleuch­tet das Wesen, die Bedeutung, die Gefahren des italienisch-südslawischen Streites. Denn diese Festlichkeiten waren in ihrem Aufbau und in vielen ihrer Einzelheiten weniger die Feier des Sieges, derVermehrung und Erfüllung", als die Kundgebung begeisterten Kraftbewußt- sein und des Willens, nicht auf Lorbeeren aus­zuruhen. sondern neue zu erringen. In diesem Sinn wenigstens bat man die Triester Festtage in Südslawien verstanden Das Erscheinen des Si e a e r k 8 n i g S". dann des Heerführers Markchall Dia, und des Seehelden Großadmi­ral Tbao de Revel in Triest die Paraden der krieasstarken Reaimenter. faschistischen Le­gionen und Krieasschiffe hat man in Belgrad halst ironisch, halb neidisch-ängstlich als drohende Geste aegen Südslawien aufgesaßt das sich den italienischen Wünschen aus Dal­matien und Albanien entaeaenstellt Man bat verstanden daß die Aeste nicht bloß dererfüll fen Erlösung van Trento und Triefte" galten sondern mehr nach dem Versprechen, auch dem ^nnertästen Tafn*n*ien. dem unterdrückten Jta- lian'SmuS in Dalmatien" dieErlösung" zu bringen.

Moskau, 13. Juni. Die russische Antwort erwartet u. a., daß die polnische Regierung alle nötigen Maßnahmen zur Aufdeckung und strengen Bestrafung der am Morde dcS Gesandten Wojkow Schuldigen treffen werde. Außerdem erwartet sie, daß die polnische Re­gierung den Vertreter der Sowjetregierung zur Teilnahme an dem Unter­suchungsverfahren in diesem Prozeß zulasten wird. Drittens fordert die Sowjet­regierung, daß alle Antisowjetorgaue und Per­sonen zur Einstellung ihrer Tätigkeit auf polnischem Gebiet gezwungen und aus Polen ausgewiesen werden, worüber die russische Re­gierung ohne Zögeen den entsprechenden Mit­teilungen entgegensehen wird.

*

Wer von Beiden logt nun?

London gegen Moskau.

London, 13. Juni.

Der letzte britische Botschafter in Moskau, Hodgsou, wies nachdrücklich die unbegründeten Anklage gegen Leute zurück, die angeblich in Moskau spioniert haben sollen. Die Behaup­tung, der Vizikonsul White sei an einer Ver- chwörung beteiligt gewesen, die das Ziel ae- aohabt hätte, den Kreml und das Große The­ater in die Lust zu sprnigen usw. sei grotesk und unsinnig. Die G. P. U. pflege Geständ­nisse durch Drohungen herauszupressen oder Freilassung zu versprechen, wenn diktierte Er­klärungen unterzeichnet werden, während sic die abscheulichsten Zwangsmaßnahmen gebrau­che, um die Leute dazu zu bringen, als Agen­ten zu handeln. Einem Dienstmädchen sei z. B Gefängnis und Tod angedroht angedroht wor­den, wenn es nicht Angaben über ihn mache

England« ll-Doot» im yolen Hofen

Danzig. 13. Juni (Privattelegramm > Gestern traf in Gdingen ein aus U-boot-Mut-

terschisf und vier U-booten bestehendes eng­lisches Geschwader, feierlich begrüßt von den polnischen Behörden, ein.

Keinen Gchkitt weiter!

Polen über Moskaus Sprache empört.

Warschau, 13. Juni.

Zur zweiten Sowjetnote schreibt das Blatt der PilsudSki Anhän ger: Der scharfe und of­fensive Ton der Note, die leeren Beschuldigun­gen erschweren eine ruhige Aussprache. Polen hat alles getan, damit dieser traurige Vorfall die Beziehungen nicht stört doch keinen Schritt weiter! Die öffentliche Meinung werde auf diese Note antworten müffen, teil­weise durch entschiedenes Verwerfen, teilweise durch Nichtbeachtung des Inhalts. Da ein wei­terer Notenwechsel unvermeidlich zur Verschär­fung der Beziehungen führen müßte, wird eS am besten sein, diesen Schritt ohne sachliche Grundlage nicht weiter zu führen.

*

RufsenpoUtt» auf eigene Jau l.

München, 13. Juni. (Privattelegramm.) Stärkere Kommuuisteugruppen suchten vor den diplomatischen Vertretungen von Amerika, Eng- und Polen zu demonstrieren. Die Polizei trieb sie jedoch auseinander. Später versammelten sich die Kommunisten abermals am St. Annaplatz und vor der französischen Gesandtschaft und ver­suchten dort zu demonstrieren. Auch hier wur­den die Demonstranten zerstreut.

v

Gibt v lsudski wieder nach?

Warschau, 13. Juni. (Eigene Drahtmeldung.> Polens Antwort an MoSkau soll heute telegra­phisch abgesandt werden. Bekanntlich leitet Mi­nisterpräsident Markchall PilsudSki für die Dauer der Abwesenheit ZalcwSiS das Mini­sterium des Acußcrn.

Wo wollen Sie hin?

Am schönsten ist's zu Haus.

Darf es ben# nicht Deutfchlaud fei«? «s- wechslungsrcichcr. sicherer unb sauberer ist es nirgends.-Engländer und Amerikaner sind entzückt. Roter nnb weitzer Stern für uns. '

Neiderfüllt schaut jetzt mancher auf Freunde und Bekannte, die große Reisepläne schmieden. Aber wer erst das Ausland kennt, wer Italien und Spanien, Nordafrika, Madeira und Tene­riffa sah, wer in den nordischen Ländern und England und Frankreich reiste, wer Frau Ucbersce kennen lernte und sich mühevoll durch Indien oder Japan schlug: sie alle werden be­kennen müssen, Mittelcurova ist doch der schön­ste Erdteil und wenn sie Ausländer sind in Klammern hinzufügen: Deutschland ist in Mitteleuropa der sicherste, sauberste abwcchss- lungsreichste Erholungsaufenthalt. Gerade als Deutscher, der im Ausland reiste, darf und mutz man ehrlicherweise seinen Landsleuten immer wieder zurufen, wenn sie Erholungsreisen in- Ausland planen: darf cs nicht Deutschland fein?! Ihr alle, die ihr Eure herrliche freie Zeit zwischen Meer und Bergen in Deutschland ver­lebt, könnt sicher sein, daß Euer Verzicht auf Auslandsreisen keine Entsagung bedeutet. Tie Erde ist an Schönheiten der Natur und der Kunst wunderreich! Die Stelle auf Teneriffa, an der unser großer Alexander von Humbold niedergesunken und die Augen voll Freu­dentränen erfüllt in den Ruf ausgebrochen sein soll:Dieses ist der schönste Punkt der gan­zen Erde, hat Gegenstücke in deutschen Land­schaften an der See, im Mittelgebirge und >m Hochgebirge, die in gleichem Maße Rausch und Seligkeit wecken können. Man macht sich nickt schuldig einer Fürsprache für dieverdammte edürsnislo,, gl.it", wenn man den Deutschen predigt:

Es gibt nichts Schöneres und Erhebenderes als das deutsche Land. In einem mehr als hundertseitioeit englisch-amerikanischen Reise­prospekt heißt es z. B.:Was weißt Tu von Thüringen und den Sagen um die Wartburg? Erinnert Dich Eisenach an Martin Luther? Am Fuße der waldreichen Berge des Thüringer Waldes liegt Weimar, die Zufluchtsstätte Goethes und Schillers. Im Rheintal findest Du, soweit Du kommen kannst, Hunderte von alten Schlössern, die einander überbieten an Sagen aus vergangener Zeit. Kennst Du den Bodensee und den wundervollen Schwarzwald? Bist Du jemals gewandert in den Schluchten des Harzes oder besuchtest Du das Riescnge- t'irge, den Spessart und das Fichtelgebirge? Hast Du jemals diese alten deutschen Städte gesehen, die tote Träume früherer Jahrhun­derte in der Neuzeit tociterleben? Das un« ögbar malerische Rothenburg an der Tau- Oer ober das alte Meersburg am Bodensee oder das berühmte Nürnberg, das eher einem großen historischen Museum als einer neuzeit­lichen Stadt zu gleichen scheint? Oder sahst Du die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen, mit ihrer fesselnden Mischung mittelalterlicher Baudenkmäler und neuzeitlicher Hochkullur? Du mußt in Europa reifen, wenn Du Freude inden willst an den Schätzen der Vergangen­heit und ihrer Kultur.

Und gerade in Deutschland

indest Du diese Schätze unverloren und wohl« behütet inmitten aller neuzeitlichen Höben« mtwicklung. Und diese Reiseoesellschaften

ind sicher, daß sie von ihrer Kund-

chaft nach dem Besuch Deutschlands für diesen hervorragendenTip" Dank und durch rühmen­de Erzählungen von dem in Deutschland Ge­schauten und Erlebten auch in der Zukunft eine Belebung des Geschäfts erfahren werden. Einen schlagkräftigeren Beweis für die Be- ckchswürdigkeil unseres Landes kann es kaum noch geben. Heute atmet man tn Deutschland selbst schon wieder freier und braucht den Aus­ländsaufenthalt nicht mehr als fozufagen see­lische Heilmittel. Die Ueberschüsse einer soeben leise ansteigenden Konjunktur, aus denen in diesem Jahre die Sommerreisen in vielleicht größerem Umfange als früher ermöglicht wer« den können, sollten wir aber im Lande behal« ken, zumal wir sie nirgends wirkungsvoller ür unsere Erholung anleaen können. Das gilt für Gesunde und Kranke. In keinem Lande der Erde gibt es die Heilauellen und Heilwässer 'iich nur entfernt so wirkungsvoll und vollitän- Big wieder tote in Deutschland und allenfalls noch in den nordböhmischen Kurorten. Kein Land weist auf so engem Raum die Vorz'ige bei salzbaltfgen Meeresluft und der Höbenlnft der Hochgebirge auf. Der Natur- und Kunst«