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Meter Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Ureitag, 10. Juni 1927

Renkt ©trejemann den Moökaubruch ein?

folgt zusammen:

Goslar, 9. Juni.

unerkannt.

TSetr

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menhang stehenden Verhafteten befindet stch auch ter Bevollmächtigte des Großfürsten Nieolaj Ricolajetwitsch, sowie eine ganze Reihe ehemaliger russischer Zaren-Gene- räle. Polens Antwortnote an Rußland wird heute veröffentlicht.

sion der Grenzen im Korridor und in Ober­schlesien, Abrüstung der Anderen bezw. mili­tärische Gleichberechtigung Deutschlands und für die deutschen Minderheiten außerhalb der Grenzen Schutz der Sprache, der Religion und der Kultur. Ist das nicht genug für viele Iah- re? Muß nicht jeder Deutsche diesen Forde­rungen zustimmen und einsehen, daß wir nur weiterkommen, wenn wir nicht als einzelne Organisationen oder Parteien heut Außenpoli­tik betreiben, sondern als Ges amt Volk d. h. als Nation? Stellen wir unS nur einen Augen­blick vor, alle großen politischen Parteien Deutschlands schrieben diese für unS alle selbst­verständliche Forderungen auf ihrProgramm" und ihre Redner, Zeitungen und sonstigen Or­gane trügen es bis in die letzte deutsche Hütte wäre das nicht gegenüber dem jetzigen Durcheinander ein Zustand, von dem man wohl

Die Bombe im Gaal.

Noch ein Attentat gegen Moskau.

IFunktelegramm)

Berlin, 9. Juni.

Aus Moskau wird gemeldet: In Leningrad warf gestern abend ein Unbekannter eine Bombe in das gefüllte Versammlungslokal des Dis­kussionsklubs. Gleich darauf explodierte noch eine zweite Bombe. Insgesamt sind fechs- undzwanzig Versammlungsteilnehmer schwer verletzt. I« der Verwirrung entkamen die

Wo« fehlt dem Kronprinzen?

Ernste Besorgniffe in Madrid.

sPrivat-Telegramm.?

Paris, 9. Juni.

RE einer Meldung auS Rtadrid soll der Gesundhettszustand des Prinzen von Asturien z« lebhaften Besorgnissen Anlaß geben. Der Prttq soll nicht gehen können. Er begebe sich von Casa del Campo, nur im Automobil auf einer Mittratze liegend, in die Residenz.

Volk von Brüdern.

Zwei Millionen Deutsche bekennen ihre Treue. Zwanrlataniend Ausländsdeutsche habe» kürz­lich ie Goslar für zwei Millionen Deutsche das Gelöbnis deutscher Treue abaeleai. Unser Mit­arbeiter iaht das bedentiame. Ereignis wie

Amtliches Organ der Stadt Raffel. 17. Jahrgang

Lie Staffeln Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich itdjemal nachmirwgS Lei Lboanementsprei» beträgt für den Monat 3. X bet tretet Zustellung :nS Haub, tn der Geschäftsstelle ibgeboli IJtO X. Durch die Poft monatlich 3.X tusichl'etzlich ZoftellungsaebÜb, Verlag und tliedaktion $(blaibTbofftrifir äernforecher 861 und »63 ftßr unverlangt etnaelanbte Verträge kann dte Ne. saktton eine Verannvonung oder Gewäbr tu keinem Halle übernebmen Nüa» <.ib(nna ded VetnaSaeldeS oder Aniorüche wegen etwaiger n**> nrb">ino8niähioti ?-eternna ifl anSaetchsnNen Posttcheckkonio Hrankfnri am Main Nummer-I

Nummer 133 Amtliches Organ der Stadt Raffel.

London atmet auf.

Geht der Balkankelch an Europa vorbei?

(Eigene Drahimeldung.)

London, 9. Juni.

Ein diplomatischer Mitarbeiter schreibt: Die Londoner diplomatischen Kreise find optimistisch gestimmt bezüglich einer baldigen und besriedl- genden Regelung des serbisch-albanischen Strei­tes. Mussolini hat in Tirana mindestens ebenso nachdrücklich zur Mäßigung geraten, wie Briand in Belgrad. Es werde nicht not­wendig sein, den Streit vor den Völker- bundsrat zu bringen.

Äazetaeavretfe: Liudetmtkche SelchäftSan^tgen Zeile 20 A. auswärtige Geschäfts- ansetgen Zeile 30 A. Kamillen« uz. Zeile 20 A. «U «i». aus Kassel b. Wort 4 A. auSw. kl. «nj. Zeile 20 A. Reklamen Zeile 76 A. Cffengebübt 20 A ibei Zui. öer Offerten 50 A Rechnunasben-äge tnnerb. 5 Tagen wblbar Hür d. iHidjtig- kett aller durch Hernfvrecher aufgegebenen Anteigen sowie für Aufngbmedaien und Plätze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mti betonber6 schlie­rigem Latz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Lchlachtbofftratze 2S/30. Geschäfts­stelle: Kölnische Strafte 5. gegenüber bei Sttobrftrafte skernfvrecher 951 und 952

lieber die ganze Erde hin hat der Verein seine Fäden geknüpft. Er kennt die Not, aber auch die Mannigfaltigkeit des Außendeutschtums und sucht zu helfen überall mit den Mitteln, di« nach seiner Kenntnis angebracht und zweck­mäßig sind. Die Mafien des reichsdeutschen Volkes ruft er hierbei zur Mitarbeit auf. Zwei Millionen hat er bereits unter seinem blauen Wimpel der Treue versammelt, wobei gerade die Jugend, daS Heranwachsende Geschlecht, in Massen sich beteiligt, und auch die Frauen, die Mütter der deutschen 'Zukunft, die Trägerinnen heimischer Art, eine rege und vorbildliche Tä­tigkeit entfalten. So wächst eine Massenbewe­gung heran, deren Seele das zur Selbständigkeit gewordene Bewußtsein ist. daß nicht die Staats­zugehörigkeit, auch nicht der Stand, die Konfes­sion oder gar die politische Partei Wert und Wesen des deutschen Menschen bestimmen oder abgrenzen. Diese Gesinnungsentwicklung, bereit Sieg ftü deutschen Volke endlich seiner Kraft und Leistung entsprechende Entfaltung auch der äuße­ren Kraft und der staatlichen Geltung zur Folge haben würde, ist ebenso bedeutsam wie die Un- terstützungssummen, die in alle Welt hinaus- gefloflen sind. So ist es dem Verein endlich gelungen, das Wissen vom Auslandsdeutschtum, die Erziehung zum gesamtdeutschen Bewußtsein in höhere, mittlere und Volksschulen als Lehr­gegenstand hineinzubringen. Frau Klara M e n- d e, M. d. R., bebt mit Recht hervor, die größ­ten Aufgaben lägen auf den Gebieten der Sprachen- und Schulsragen, der Verbreitung von deutscher Kunst, Musik und Wissenschaft in allen auslandsdeutschen Erdteilen. Die

hohe Mitarbeit der Frau

im V. D. A. und int Dienste des Auslands- deutfchtums sand in der glanzvollen Ausstel­lungFrauendienst am Auslandsdeutschtum" beredten Ausdruck. Unter dem Motto:Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt" würdigte Staatssekretär a. D. von Hintze die unermeßlichen Verdienste der Frauenarbeit. In dem Festzug zogen sechzehntausend Jugendliche mit ihren Fahnen, die mannigfachen Gruppen von nah und fern, begeisterte Jugend und stolz- bewußte Männer durch die buntgeschmückten Straßen der geschicktsreichen Harzstcdt, die noch nie einen solchen Festzug in ihren Mauern ge­sehen hatte. Bei der großer Kundgebung im Kaiserhaus betonte Pros, von Sobi k-Wien, das Reich sei erhalten geblieben und die gesamt­deutsche Gesinnung liege in unseren Herzen stär­ker denn je. So ist der V. D. A. berufen, in Wahrheit der größte Volksverein aller Deutschen innerhalb und außerhalb der gegen­wärtigen Reichsgrenzen zu werden.

Ganz Rußland grollt

England-Polen am Gesandtenmord schuld?

(Eigener Drahtbericht.)

Moskau, 9. Juni.

Wegen der Ermordung Wojkows haben in vielen russischen Städten Protestversammlungen und Kundgebungen ftattgejunden. In Moskau nahmen mehrere hunderttausend Per­sonen teil. Am Gebäude des Außenkommissari­ats defilierten Demonstrationszüge von 3 Uhr nachmittags bis spät abends vorbei. Die pol­nische Mission war durch verstärkte Mittz- aufgebote abgesperrt. Die Resolutionen führen die Ermordung Wojkows auf die sowjet­feindliche Politik Englands zurück und weisen darauf hin, daß die p ° l n i f ch e Regierung die Verantwortung für den Mord trage. Sie verlangen strenge Bestrafung des Mörders und die L i g u i d i e r u n g der weitzgardistischcn Or­ganisationen in Polen. Das diplomatische Korps sprach dem Außenkommiffar sein Beileid aus. Der deutsche Botschafter sandte ein Beileids­telegramm.

Zugenv heißt Zukunft.

Unsere Lehrer als Bolkserzieher.

Heber die non über 4000 Delegierten beschickte bereits ermähnte Tagung »er deutschen Lehrer gebt uns noch folgender Nachtrag unteres «on- derberichterstatters zu:

Düsseldorf, 9. Juni.

Frau Ministerialrat Dr. Bäumer-Berlin und Direktor Leisemann-Hannover referieren über Jugend - Wohlfahrtspflege. Schule und Lehrerschaft müssen und wollen stär­ker in die Jugendwohlsahrtsardeit hinein. Jugendamt und Schule müssen sich finden, die Lehrerschaft hat ein inneres Recht in den Jugendwohlfahrtsbehörden und Jugend­ämtern mitzuwirken. Vereinfachung der Ar­beit, Vorsicht bei dem Werte bürokratischer, aktenmäßiger Behandlung ist aus diesem wei­ten Felde besonders zu beachten. Die Oef- fentlidrteit spürt, daß der N>ealismus ihrer Berusserzieher sich deutlich im Pestalozzijahr als lebendig erweist. Bezüglich der zweiten Aufgabe: Selbstverwaltung und Schulwesen, gilt eS den lebendigen Gemeinsinn zu wecken; dazu braucht der Staat als Schulträger den vollen Einsatz aller Kräfte. Der Volksstaat muß darum der Schule weit ausgedaute Selbstverwaltung geben. (Die Ent­schließungen zur Ablehnung des Konkordats, mm Reichsfchulgesetz und zum Gehaltselend waren bereits in der gestrigen Ausgabe ent­halten. Die Red.) Rektor Lckröcker-Kassel.

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Reine geistige üeberfütterung

Stettin, 9. Juni. Auf der Lehrerinnen- tagung führte Frau Ministerialrat Dr. Bäu­mer u. g. aus: Die Gefahr, daß in gesuchter Vielseitigkeit dey K indem zuviel gegeben

Ein Siel für affe!

Oder wir werden niemals ein freies Volk.

Von

Staatssekretär Frh. v. Rheinbaben, M. d. R.

Wie ein schwerer Fluch lastet das Gemisch von außenpolitischer Unkenntnis, Illusion und Parteidemagogie immer noch aus unserem Volke. Wenn unser Volk nicht in Selbst- Prüfung und Erziehung als Ganzes das Be­wußtsein wiedererlangt hat, daß nur ein natio­naler d. h. in gegenseitigem Verständnis in sich befestigter Staat die Voraussetzung für vas Wiedererstehen eines geachteten Vaterlandes ist, dann wird es verstrickt in unfruchtbare Nörge­leien ober rein materiellen ober verschwommen internationalen Gebankengängen keine Zu­kunft haben. Wäre unser Volk heute schon von solchem Bewußtsein burchbrungen, dann würbe es angesichts ber Entwicklung seit vori­gem Herbst mit ganz anbeten Augen aus die Entwicklung draußen blicken und den Ent­schluß zum inneren Zusammenstehen und Zurückstellen innerer Streitpunkte ebenso tote andere Völker in ähnlich gefährdeter Lage ge­funden haben.

Was ist von den augenblicklichen Gescheh­nissen in der Welt das für Deutschland Wich­tigste? Weder für die Rheinlandräumung noch für die Davesfefielu steht jemand heute irgend­wie eine klare und zeitlich präzisierte Lösung vor sich. Die Verhandlungen mit Polen sind auch im neuen Anlauf dieses Frühiahrs schnell festgelaufen. Auch wenn wir im Moskaukon- slikt uns nicht ohne weiteres von Eng­land in daS Schlepptau einer antirussischen Po­litik nehmen lassen wollen, auch wenn wir im Hinblick auf die Zukunft an selbständigen und direkten Beziehungen mit dem heutigen russi­schen Reiche festhalten wollen, werden wir um gewisse Entschlüsse zu allen möglichen TazeS- sragen nickt herumkommen. Auch Deutschland darf nicht etwa zu einem besonderen Tummel­platz russischer revolutionärer Agen­ten und ihrer Propaganda werden, die hier Ersatz für den Verlust sonstiger Bestätigung sucht. Noch wichtiger erscheint uns aber unsere Energie auf die Erreichung ganz bestimmter sir uns nächstliegender Ziele zu konzentrieren und diese auch zum Prüfstein für alles das zu machen, was etwa in absehbarer Zeit in Rückwirkung auf Deutschland ge­schehen sollte! .

Tatsächlich weiß heute keiner so recht, wo­hin die Reise geht. Der eine sagt, man solle diebewährte" Verständigungspolitik weiterbetreiben, fast im Schema hundertfach wiederkehrende Resolutionen über das deutscke Recht auf Räumung; und in Befriedigung über diesezielbewußte" außenpolitische Betätigung wartet er geduldig das Weitere ab. Andere Stimmen lassen sich dahin vernehmen, man sollte angesichts ber ganzen auf reiner Macht- politik fußenden Entwicklung und angesichts ber näher heranrückenben Endtermine 1930 und 1935 nickt jeden Tag und jede Woche bescktoö- rend die Franzosen darum bitten, aus dem Rheinland herauszugehen, weil es allmahlick nicht nur gegen die deutsche Würde verstoße, sondern auch Politisch im Augenblick deshalb eher schadet als nützt, weil die Franzosen den Preis für die Räumung bann erst recht immer höher setzen. Wieber anbere meinen, man solle bock noch den Versuch einer Option nach Eng­land hin macken und habet sehen, den Korri­dor und Oberschlesien wiederzubekommen.

Deshalb meine ick. die Führuna ber beut- schen Außenpolitik unb die hinter ihr stehenben Kräfte haben aerobe in solchen Zeiten wie ben jetzigen, in benen vielleicht zum ersten Male feit hem Zusammenbruch weniger Zwangsläu­figkeit unb mehr Möglichkeit zu selbst- fiänbigen Entschlüssen vorhanben ist, die Pflicht, für Klarheit unb Wahrheit zu sorgen, die Zersplitterung zu bekämpfen unb vor allem dasjeniae einmal zusammenzufassen und auf lange Sicht nach Innen und Außen zu vertre­ten, was sozusagen alsnationales M i n- destprogramm" zum weiteren Aufbau des deutschen Staates erforderlich ist. Es mußm deutschen Volke unbedingt ein einheitliche? (yofühl und eine einheitliche Ziel­setzung dafür geschaffen werden, was abge­sehen von allen möalicken späteren Zukunfts- Hoffnungen zunächst verwirklicht werden muß. damit Deutschland als freies Land ei­nten unb leben kann unb endlich bie bisher noch nickt aefAaffene Grundlage friedlicher unb stabiler Eristenz erhält: Rheinlanb- räumung, enboültia nack Ausmaß unb Zeit be­stimmte unb ber wi-klicken beutscken Leistungs­fähigkeit angepaßte Reparationsleistungen, deutsch-polnischer Ausgleich einschließlich Revi-

Moskau prangert London an.

Der Bolschewismus in Gefahr? / Rußlands Massen zürnen England-Polen. Roch ein Monarchistenattentat / Spaniens Kronprinz schwer krank.

leider sagen muß: Er wäre zu schön, um wahr werden zu können! Trotzdem mußt der Ver­such gemacht werden, unS wenigstens dem Ide­al zu nähern! Sonst bedrohen die Fluten der Parteipolitik wieder einmal die mühsam aufaerichteten Grundmauern unserer nationalen Wiederauferstehung und der stär- tere nationale Wille anderer Völ­ker macht unS auf unabsehbare Zeit zu ihrem Werkzeug! Rur bann, wenn wir wirklich unter unS selbst, wenigstens in einer großen und ausschlaggebenden Mehrheit, nn? über die Möglichkeiten unb gtunblegenben Not­wendigkeiten deutscher Außenpolitik nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich klar sind, wird auch in Krisen- unb Uebergangszeiten bie Re­gierung biejenige Bewegungsfreiheit unb das- jenige Vertrauen besitzen, ohne basAußen­politik" überhaupt nicht betrieben werde» kann!

Berlin, 9. Juni. (Eig. Informationsdienst.) Trotz des amtlichen Stillschweigens verlau­tet, daß die Teilnahme des deutschen Bot- chasters in Konstantinopel Nadolny an der Unterredung des Reichsaußenministers mit Tschitscherin zunächst einmal seststellen sollte, ob Herr Nadolnh der Sotojetregierung genehm wäre. Man versichert, daß der russische Volks­kommissar gern gesehen hätte, wenn Gras Brock­dorfs-Rantzau vorläufig fein Amt weiter bei« behält. Von der Ersetzung durch Nadolnh soll auch durchaus keine Rede mehr sein. Man wird nicht fehl gehen in der Annahme, wenn man dieses Dementi als Ergebnis der Besprechung Dr. Stresemanns mit Tschitscherins bewertet. Weiter will man wissen, Tschitscherin habe Dr. Streifemann den Vorschlag gemacht, im eng» lisch-russischen Konflikt anläßlich der Völker­bundtagung bei Chamberlain zu vermitteln Eine solche Vermittlungsaktion zwischen Eng­land und Sowjetrußland durch den deutschen Außenminister wird nicht von der Hand zu weisen fein. Auffallenderweise spricht man jetzt auch in Moskau von dieser Möglichkeit und ein Regierungsblatt erklärt offen Dr. Stre- femann plane, anläßlich der Völkerbunds­tagung mit dem britischen Außenminister tue Frage einer Wiederannäherung zwischen Lon­don und Moskau zu erörtern. Deutschland ist nämlich zurzeit nicht in der Sage, Sowiet- rußlanv Kredite größeren Umfanges zur Verfügung zu stellen, was man in Moskau wach dem Abbruch der Beziehungen zu Eng­land wohl zunächst erwarte hatte.

Wa« S'rksemann nicht getagt hat

Berlin, 9. Juni. Die Meldungen der babi schen Presse, Dr. Siresemann habe Tschitscherin gegenüber in Baden-Baden zum Ausdruck ge­brockt, daß der Zeitpunkt des Besuches schlecht gewählt sei, find unrichtig. Die Unter­redung hat, wie von zuständiger Stelle verlau­tet, aus Wunsch des Reichsaußenministers stattgefunden, da zu befürchten war, daß eint spätere Unterredung nicht mehr möglich war.

Auch London wühlt.

Attentate auf Sowjetführer unb Kreml?

Moskau. 9. Juni.

Auf Grund des Gesandtenmordes in Warschau gibt ein Sowjet-Kommunigus eine Reihe von Tatsachen bekannt, die, wie es heißt, die Arbeit der englischen Regierung und ihrer untergeord­neten Organe auf dem Teritorium der Sotojet- regierung zur Genüge kennzeichnet. 1925 erklärte ein an der finischen Grenze verhafteter angebli­cher Kaufmann Steinberg, in Wirklichkeit der dem englischen Geheimdienst angehörende eng­lische Hauptmann Riley zu fein, er sei vom Schatzkanzler Churchill persönlich mit Instruk­tionen zur Organisierung von Attentaten und Aufständen in Sowjetrußland versehen wurden. Tas Kommuniguö zählt dann eine Reihe von Attentatsversuchen ehemaliger Weißgardisten auf, als deren Opfer mehrere Sowjetführer u.a. Bucharin in Aussicht genommen waren. Ins­besondere soll eine am 10. Mai verhaftete Grup­pe früherer Koltschak-Offtziere die Sprengstoff- attentate im Kreml und im Großen Theater plante, mit dem englischen Konsularbeamten in MoSkan, Witte, in unmittelbarer Bervin- dung gestanden haben.

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»rotzMtft Nikolajewitsch mitbeteiligt

Warschau, 9. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Unter den mit dem Gesandtenmord im Zusam-