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DonnerSiag, L Juni 1936.

Kasseler Alerteste Nachrlchte»

17. Fahrs««-. - Är. 127.

beilsfreude und Arbeitsrhythmus seien unab- hänaig von der materiellen Lage der Beamten, inSvefondere ihrer Bezahlung. Nahrungs­sorgen und Arbeitsfreude schließen sich aus. Das muß hier gesagt werden, weil die Beamtenschaft im ganzen zur Zeit auf einem unerfreulichen Lebensniveau gehalten ist. Gut­bezahlte Beamte sind die billigsten Kräfte für den Staat. Rur sie werden mit gleichem Rhyth­mus Tag für Tag rasche Feriigarbeit leisten. Es darf auch nicht mehr Vorkommen, daß sich die Behörden teilweise wie feindliche Brüder gcgenüberstehen, sich gegenseitig reiben und Ar­beit und Zeit unwirtschaftlich Verschwenden. Es wird dann nicht mehr Vorkommen, daß eine Schwesterverwaltung die andere Verwaltung im Geschäfte versaufen läßt, während es ihr selbst ganz gut geht. Es wird dann nickt mehr so viel Behördenschreibwerk notwendig sein, weil das Mißtrauen schwindet und vieles, Wofür man korrekterweise einen Beleg haben zu muffen glqubt, mündlich erledigt wird.

Am OVefenftreif vorbei.

Keine Dreiviertelmehrheit der Metallarbeiter.

Berlin, 1. Juni.

Nach dem bisherigen Abstimmungsergebnis in der Berliner Metallindustrie wurde die nötige Dreiviertelmehrheit für den Streik nicht her­beigeführt. Nach der vorläufigen Zählung sind rund achtzigtausend Stimmen für und zwanzig­tausend Stimmen gegen den Streik abgegeocn worden, während zweiunddreißigtausend Arbei­ter sich der Stimmeenthalten haben. Die Stimmenthaltungen werden für Annah- m e des Schiedsspruches gezählt. Voraussichtlich wird es zu neuen Verhandlungen kommen.

Äu schlechsbefo det.

f Ultimatum und Poststreik in Wien?

Wien, 1. Juni. Die österreichiscke Beamten­schaft ist fetzt in dte vierte Gchaltsbewegung getreten. Der Vollzugsausschuß ist einberufen. Ueber die Forderungen der Poft- und Telefon­angestellten wird z. Zt. verhandelt. Die Post­gewerkschaft bezeichnete gestern die Zuge­ständnisse in den meisten Punkten als nicht ausreichend. Sie überreichten eine schriftliche Zusammensaffung der Forderung, die bis Samstag, den 4. Juni befristet ist. Diese Forderungen gehen über die bisheri­gen Forderungen wesentlich hinaus.

Bleibt der Vostmetfter taub?

s Porto-Entscheidung schon nächste Woche. Berlin, 1. Juni.

Der Verwaltungsrat-Ausschuß der Reichs­post tritt am 2. Juni wieder zusammen, sodaß sich der Verwaltungsrat selbst mft der Frage der Tariferhöhungen im Laufe der nächsten Woche befassen und seine endgültige Entscheidung tref­fen wird, zumal bekanntlich die Erhöhungen zum 1. Juli in Kraft treten sollen. Aus eine Landtagsanfrage stellte der preußische Handels mini st er fest, daß der gegenwär­tige Zeitpunkt für eine Erhöhung der Postge­bühren sehr ungünstig ist. Preußen werde die Vorlage zu verhindern suchen.

Der Osten Ht wehrlos.

Berlin, 1. Juni. (Funkdienst.) General von Pawelsz hat nach Besichtigung der Spren­gungen im Osten seinen Bericht fertiggefiellt. Der Bericht wird nunmehr dem Reichskabi- «ett vorgelegt werden.

Gtoffelun g und lAvvau der Hauszinssteuer

Berlin, 1. Juni. Rach einem bereits vor­liegenden Referentenentwurf ist die Hauszins­steuer in Zukunst je nach der Verschuldungshohe eines Grundstücks zu staffeln, und zwar soll der Höchstsatz bei 50%, der Mindestsatz hingegen bei co. 15% der Friedensmiete liegen. Ferner »st beabsichtigt, diese Sätze jährlich um 10% Weiler

Galan.

Tausendfältig ist er unter uns.

Von

Jeanne Bailhache.

Seit den ersten stammelnden Sprechversuchen der Menschheit ist die Person Satans das be­liebteste Thema aller Skandalchroniken gewesen. Unermüdlich hat man über diese seltsame Er­scheinung diskutiert und tut es noch heute. Ich finde, man sollte, gerade wenn es sich um den Teufel handelt, nicht mit Ernst und Vor­sicht, sondern im Gegenteil mit Kühnheit, Phan­tasie und Unbeschwertheit von ihm sprechen. Das wäre eine Art Revanche, die man an diesem seltsamen Wesen nehmen müßte.

Mir persönlich gefällt es, den Teufel nicht als Symbol, sondern als ein konkretes Wesen anzusehen, dessen Aeußeres sich je nach der Epoche und den Umständen ändert.

Im Mittelalter war der Teufel nach ein­mütiger Uebereinkunst von abschreckender Häßlichkeit, mit Pferdefuß und Hörnern, und jeder Mensck hatte Angst, ihm nach dem Tode zu begegnen. Leder von uns stellt sich ihn anders vor. Mr haben keine Angst, aber wir denken an ihn. weil wir seine Gegenwart ständig spüren. Ich stelle ihn mir als einen athletisch gebauten, sehr eleganten Herrn vor, in einem untadelhaften Frack, allmächtiger Fürst eines unendlichen Reiches, in dem jeder Untertan ein Dämon ist. .

Es gibt große Dämonen, und es gibt kleine Dämonen. Die einen sind schön, andere sind hübsch, die meisten sind häßlich. Zwei der be­rühmtesten Dämonen ocs Minelafters der Dämon des Sckmutzes und der Unwissenheit sind heute beide matt und entkräftet. Der Dämon des Korsetts - vor etwa zwanzig Jah- rtzn nock einer der lebhaftesten ist plötzlich von unheilbarer Melancholie befallen worden. Und der Dämon der hohen Absätze ist seit ein paar Monaten selbst etwas leidend! Wenn also tm Augenblick einige Dämonen von ihrem Tckövfer Satan, mehr oder weniger vernachlässigt werden, so erfreuen sich dafür andere einer ge-

abzubauen. Die Verwaltung der Hauszins­steuer soll in Zukunft bei den Finanzämtern liegen und ihre Stabilisierung in der Form er­folgen, daß ein bestimmter Prozentsatz auch in Zukunft als Steuer bestehen bleibt. Diese Neu­regelung soll noch im Laufe des Sommers oder spätestens im Herbst zurVerabschiedung gelangen

Räumung und dvty feine.

Berlin, 1. Juni. (Durch Funkspruch.) Die Räumung des Saargebietes durch die französi­schen Truppen soll bis zum 12. Juni beendet sein. Kurz daraus wird die neugebildete Bahnschutztruppe einziehen.

Sausewind" startet in Vari«.

Hamburg, 1. Juni. Der Sportflieger Paul H. Bäumer hat seinen neuenSausewind" zur Teilnahme an dem Flugwettbewerb Paris Vincennes am 5. und 6. Juni gemeldet, bei dem derjenige siegt, der nach Zurücklegung der größ­ten Strecke in der besten Zeit und zwar zu be­stimmter Stunde in Paris eintrifft. Voraus­sichtlich wird Bäumer, einziger deutscher Teilnehmer, von Königsberg aus starten.

©taatd?treich in Athen?

Volksabstimmung über Monarchisten.

London, 1. Juni.

Nach einer Meldung aus Athen hat Benize- los eine Volksabstimmung darüber ver­langt, ob Monarchisten in der neuen Regierung sitzen dürfen oder nicht. Nach anderen Tele­grammen ist die Lage in Athen äußerst kel­tisch. Man befürchtet einen Staatsstreich der griechischen Militärpartei.

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Brianv-Ehamberiain als BalkonwäHier

Wien, 1. Juni. Aus Saloniki berichten venizölistische Blätter, daß Briand und Cham­berlain sich darüber geeinigt hätten, sowohl in Belgrad wie in Athen im Sinne einer Eini­gung zwischen den beiden Staaten hinzuwirken. Erfolgreiche Schritte seien bereits von den Bot­schaftern unternommen.

Sie wollen selbst richten.

Ein Gefängnissturm im Wildweststil.

Tampa, Florida, 1. Juni. Etwa zweitausend Personen versuchten das hiesige Gefängnis zu stürmen, um einen Gefangenen in ihre Gewalt zu bringen, der angeblich eingestanden hat, eine ganze Familie von fünf Köpfen ermor- d e t zu haben. Die Angreifer feuerten auf das Gefängnis, andere rannten mit schweren Baum­stämmen gegen die Mauern des Gesängniffes Sturm. Feuerwehr und eine Kompagnie Miliz waren machtlos. Erst als zwei weitere Kompagnien anrückten, zerstreute sich die Menge.

Sn der Sunk-Sonnenfinsternis

Die Astronomen machen sich nach Schweden auf.

Berlin, 1. Juni.

Zur Beobachtung der im nördlichen Europa totalen Sonnenfinsternis am 29. Juni werden sich zahlreiche Astronomen aller Länder im iördlichen Schweden einfinden wo jetzt eine chwedische und holländische Expedition statio­niert sein werden. Schwedische und deutsche (darunter auch Göttinger) Astronomen wer­den die Gegend von Are, Undersaker und Nör- A in Jämtland als Operattonsbasis wählen und hier mit einer für die Beobachtung von Sonnenfinsternissen besonders konstruierten vierzig Meter langen Kamera das Naturereig­nis studieren. Andere Expeditionen werden in Lappland oder in Norwegen beobachten.

Szeanflug oder Seeinannelaieinr

London, 1. Juni. Nach einer Meldung aus Newyork hat ein englischer Paffagierdampfer nordwestlich der Azoren ein Flugzeug bemerkt,

radezu unverschämten Gesundheit und prächti­ge» Wohlseins.

Der jüngste von ihnen und der bei weitem Bevorzugte ist der Dämon der Schnelligkeit. Man behauptet, daß er den großen Sieg Satans über die Welt entscheiden wird, man behauptet, er werde uns alle vernichten. Ein aüseittg, verehrter, sehr mächtiger Dämon ist der Dämon des Goldes. Immer glaubt man, jetzt sei er an der Grenze seiner Macht angelangt und dennoch wächst diese Macht vollständig weiter: -er ist der in Satans Reich am meisten geachtete Dämon, weil er der am meisten verbrecherische, der böseste, der fürchterlichste ist! Der Dämon des Ruhmes ist älter noch als der des Geldes, aber er ist viel weniger mächtig, trotzdem auch seine Macht beträchtlich ist. Noch älter ist her Dämon der Neugierde. Er hat einen großen weißen Bart, der auf der Erde sckleift. Er ist vielleickt der solideste Pfeiler in Satans Ge­bäude, und ich persönlich finde ihn eigenttich ganz sympathisch, trotz all des Hebels, für das er verantwortlich ist.

Der Dämon der Liebe ist der älteste der greifen Dämonen: man weiß nicht recht, was man von ihm halten foll, so seltsam ist er. Jahrhunderte hindurch hat er die ungeheuer­lichste Macht beseflen, aber feit einiger Zeit fängt er an. sich zu beunruhigen: sein Stern scheint im Verblassen die Dämonen des Gel­des der Schnelligkeit und des Ruhmes haben ihn glatt überflügelt. Es stimmt zwar, daß der Dämon des Geldes ihm des öfteren dient, aber die Dämonen her Schnelligkeit und des Ruh­mes sind ihm ausgesprochen feindlich gesinnt. Der Dämon der Neugierde ist ihm stets ergeben, trotzdem er außerdem vielen feiner Rivalen dienstbar ist.

das von Westen nach Osten flog. Man vermu­tet, daß es sich um einen neuen Ozeanflieger handelt, der die Reise angetreten hat, ohne zu­vor davon etwas bekannt zu geben.

Was wird erst Newvolk toben!

London, 1. Juni. Lindbergh wird in Cher bottrg auf einem amerikanischen Zerstörer die Heimreise antreten und wird am 14. Juni in Rewyork landen. Er soll auch in Washington ofsiziell empfangen werden.

Schiff oder Eisenbahn? lleberall Kanalbauten Und die Weser? An erster Stelle aller Kanalbaupläne steht noch immer die Vollendung des Mittellandka­nals. Ursprünglich als eine durchgehende Ver­bindung von West nach Ost, von Tuisburg- Ruhrott bis nach Ostpreußen gedacht, zerschlug der Versailler Friedensvertrag diese stolzen Pläne. Mit der Aanalverbindung zwischen Rhein nndOder wird es aber nur noch möglich fein, die Ruhrkohle und die oberschlesische Kohle auf dem schnellsten Wege nach dem Berliner Markt zu bringen und damit die englische Kohle allmählich ganz zu verdrängen. Vom Mittel­landkanal ist bisher nur der westliche Kanalteil vom Rhein bis nach Hannover fertiggefiellt. Zu­nächst kommt nun ein weiterer Ausbau bis Burg bet Magdeburg in Betracht. Stichkanäle sollen u. a. auch zu den Kalilagern nach Staß­furt geführt werden. Außerdem macht sich die Verbesserung der zahlreichen Zweigkanäle noi- wendig. An zweiter Stelle unter den großen Kanalbauplänen steht der Plan eines Rhein- Donaukanals, bei dem man sich vorläufig auf die Anlegung von Staustufen und die Zusam­menlegung und die Erweiterung von veralteten Schleusen am Main unterhalb Frankfurts be­schränken wird. Neben der bereits begonnenen Neckar-Kanaltsierung stehen noch in Frage der sogenannte Hansakanal von der Weser nach Hamburg und Lübeck, weiter ein Aachen-Rhein­kanal und ein Saar-Pfalzkanal. Außerdem soll die Oder reguliert und die Weser im Interesse der Schiffbarkeit kanalisiert werden, und zwar von der Kreuzung des Mittellandkanals bei Minden bis Bremen.

Fast drei Millionen Versicherte.

Berlin, 1. Juni. Laut Statistik werden bei der Reicksoersicherungsanstalt für Angestellte an Gesamtbeiträgen im nächsten Jahre 245 Milli­onen Mark eingehen. Die Zahl der Versicherten wird auf 2,8 Millionen geschätzt. Der Verwal­tungskostenaufwand beträgt 3,4 v. H. her Bei­tragseinnahmen. Stark gestiegen sinh die Lei­stungen der Versicherungsanstalt, insgesamt waren 1926 107934 Renten! gegen 83 273 im Jahre 1925 zu zahlen.

Aus Volttttünd Wirtschaft.

Pfingsten bei den Ausländsdeutschen. Aus der Großdeutschen Volkstagung in Goslar, wo etwa 20060 Ausländsdeutsche erwartet werden, wird u. a. auch ein - Siebenbürgener Sänger­chor auftreten. Ein Festzug wird daS gesamte deutsche Volk in und außer den Grenzen in Trachten verkörpern.

Frauenturnen... öffentliches Aergernis Die Bischöfe Bayerns erheben gegen das öffentliche Aergernis eines Franenturnfestes im Juli öf­fentlich Einspruch und verpflichten alS Wächter des göttlichen Sittengesetzes die katholischen Frauen und Mädchen, dem Turnerinnenfest fernzubleiben. Die Seelsorger werden ange­wiesen, den Einspruch von den Kanzeln zu ver­lesen und mit pastoraler Klugheit und Entschie­denheit bei allen Gelegenheiten auf die katholi­schen Sittlichkeitsgesetze hinzuweisen.

Sühne für Kommunistenterror. In einem Prozeß in Stuttgart, Mitte Juni werden sich 13 Kommunisten wegen vollendetenMordes, ver­suchten Mordes, Hochverrats, Geheimverbin­dung und Sprengswffverbrechen zu verantwor- ten haben werden. Es handelt sich um dieAn-

klage wegen Ermordung eines Kriminal-Ober­wachtmeisters, der im November 1923 eine Ge­heimsitzung oufgebedt hatte. Man versuchte da­mals auch ein Zeitungsgebäude zu zerstören, das von der Kriminalpolizei besetzt war.

Drahtlose Lichtbilder... im Freiballon. Auf einer Breiballonfahrt Wurden gestern in der Lubecke Bucht Berfuche mit drahtlosen Licht- bilbÜbertragungen gemacht Gefunkt wurde durch den Hamburger Flugplatzsender eine Wet­terkarte und ein Punktbild. Das Ergebnis war trotz Störungen gut.

Paris will gebeten fein. DiePresse" ver­handelt z. Zt. in Paris wegen Beteiligung Frankreichs an der Preffeausstellung in Köln, über die nähere Auskunft verlangt wurde.

Unsere Gefallenen in treuer Hut. Der Volksbnnd für Kriegsgräberfürsorge hat bisher auf seine Kosten 133 Friedhöfe instand gesetzt und für weitere 125 Friedhöfe gesorgt. Paten­schaften bestehen für 98 Kriegerfriedhvse in Frankreich und Belgien und für 130 int Osten, lieber Kriegergräber wurden 39649 Auskünfte erteilt.

Nur Spitzenverbände werden empfangen. Die Reichsministerien verkehren nur mit Spitzen- derbänden, nicht mit örtlichen Verbänden. Letz­tere, die nicht von Vertretern der Spitzenver­bände begleitet oder angemeldet sind, werden an ihre Zentrale verwiesen.

Tausend Gemälde vom Weltkrieg. Die gestern in Berlin eröffnete AusstellungDer deutsche Frontkämpfer" von Bilddokumenten des Welt­krieges und zwar Künstlern, die sämtlich an der Front waren, und von denen viele den Helden­tod gefunden haben, umfaßt 1000 Gemälde, Bilder und Werke von den Ereignissen des Welt^, krieges und ist bis zum 26. Juni geöffnet.

Stwrttsgerichtshof und NatiomttsozÄMsten. Die Beschwerde eines rheinischen Nationalso­zialistenblattes gegen ein dreimonatiges Verbot wegen des Satzes:Wir hassen die Zuhälter des November-Staates, bedauern aber die Beamtenschaft, die dazu verurteilt ist, die­sen auf Meineid und Hochverrat aufgebauten Staat gegen die Interessen des Gefamtvolles vertreten zu müssen" wurde jetzt vom Staats­gerichtshof zurückgewiesen.

Volkstrauertag für alle? Nach einer Bespre­chung des Präsidenten der Kriegsgräberfürsorge mit Reichskanzler Dr. Marx steht zu hoffen, daß dem Volkstrauertag als dem einen Gedenk­tag für die Gefallenen aus dem Weltkrieg bald­möglichst die gesetzmäßige Legitimation gegeben und daß dieser Tag von der Veranstal­tung jeglicher Lustbarkeiten freigehalten wird.

Hermes im Weltparlament her Landwirte. An der Tagung des internationalen Landwirt­schaftskongresses in Rom nimmt Deutschland zum ersten Mal offiziell durch den Reichs­minister a. D. Hermes teil.

Mit den Tschechen geht es schneller. In Pa­ris wurde heute der Handelsvettrag zwischen Frankreich u. der Tschechoslowakei unterzeichnet.

Neues aus Kassel.

Die Feuerprobe des Rettungsdienstes.

Anerkennung durch den Regierungspräsidenten.

An die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz richtet der Regierungspr^sioent folgendes Schreiben:Nach meinen eigenen Wahrnehmungen und den Bekundungen her verschiedenen beteiligten Zeugen hat ftdj Ihre Organisation bei dem traurigen Straßenbahn­unglück am Mittwoch, den 18. Mai, abends, in vorbildlicher Weise betätigt. Die erst wenige Tage vorher geschaffene Organisation für das Zusammenarbeiten zwischen Polizei, Feuer­wehr und den Rettungskolonnen, hat sich hier­bei, obwohl Erfahrungen tmb Hebungen noch nicht Vorlagen, nicht zuletzt dank her Hingabe ihrer Mitglieder, in vollem Maße bewährt. Ich freue mich, her Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu ihrer Haltung und ihren Leistungen

Er besitzt eine so fruchtbare Phantasie, daß seine Beliebtheit ständig wächst. Er hat geschworen, die ganze Menschheit dumm und verrückt zu machen. Er veranstaltet Maskenbälle. Er hat eine Epidemie gesät: den Tanz, der einen große» Teil der Menschheit verseucht hat: tausende und abertausende von Menschen auf Erden und, wer weiß, vielleicht auch auf anderen Planeten schütteln sich auf eine durchaus unwahrschein­liche Weise. Der Dämon des Vergnügens sieht in dieser Hebung die Vorboten eines allge­meinen Veitstanzes und hat seine Freude daran! Der Dämon des Jazz her Jüngst- geborene, ist der Drolligste von allen Dämonen: er schlägt den Takt zu den Torheiten her Zeit.

Es gibt noch eine Menge anderer Dämonen: den Dämon der Gefrässigkeit, den Dämon her Trunkenheit »sw... Aber her Häßlichste, der Abstoßendste von allen ist der Dämon des Neides. Er überfällt die Menschen wie ein fressendes Krebsgeschwür nnd treibt ste dazu, daß sie in unersättlicher Gier ihren Nächsten verfluchen!

Unb mitten unter ihnen Satan, der all­mächtige Satan. Er ist da, wir wissen, daß er da ist, und doch können wir nicht genau sagen, wo er ist! Er ist von einer unbegrenzten Ver­wandlungsfähigkeit. Einmal nimmt er die Gestalt einer schonen Frau an. Ein andermal erscheint er als Auto. Als ein Sack mit Geld. Ein kostbares Schmuckstück. Eine Flasche Al­kohol. Eine langweilige, alte Lehrerin! Er erscheint ebensowohl in unerhört prächtiger, wie in ganz niedriger Gestalt

Wir könne» ibn her eigenen Phantasie an« passe». Alles in Einem gesagt glaube ich, daß Satan der stärkste Anreiz für unsere Phantasie ist.

diesem Ausdruck der Verehrung und Liebe für einen wahren deutschen Künstler anschließen zu können. Bartram spielte denBürgermeister" inZar und Zimmermann", die Rolle, die ihm auf deutschen Bühnen wohl kaum ein Sänger jemals Nachspielen wird. Es ist über» flüssig, hierüber noch ein Wort-zu sagen. Wer überhaupt in Kassel jemals int Theater gewe­sen ist, der hat Robert Bartram in dieser Par­tie gesehen und gehört. Jeder Kasseler Kunst­freund weiß, daß wir uns glücklich sckätzen kön­nen, einen Künstler vom Range Robert Bar- ttams unser Eigen nennen zu können; gehört er doch zu jener langsam aussterbenden Katego­rie von Künstlern, denen die Kunst alles ist. Nicht nur bewundert man an ihm eine fein ge­pflegte, nie versagende Gesangskunst, sondern was an Robert Bartram vor allem besonders rühmenswert ist, das ist seine ungeheure Natür­lichkeit. Man kann sagen, Barttam bewegt sich auf der Bühne, wie auf der Straße. Sein in­begrenztes Charakterisierungsvermögen gestattet es ihm, mit feinsten, unaufdringlichen Nuancen jeder Rolle, sei sie groß oder klein, das ihre zu geben. Wir wünschen dem Künstler unb uns, daß es ihm vergönnt sein möge, noch eine lange Reihe von Jahren her Kunst in unserem Staats­theater zu bienen. Unnötig zu sagen, daß der Künstler schon bei seinem Auftreten von einem rasenden Beifallssturm Überschüttet wurde, der ich im Laufe des Abends noch erheblich steiger­te. Arn Schluß der Oper dankte Robert Bar­ttam tiefbewegt seinen Freunden, die ihn so liebgewonnen haben. Er banfte in seiner schlich­ten, natürlichen Art, hie ihn alle Herzen ge­winnen läßt. Dr. Max Plaut.

Ein außerordentlich hübscher Dämon, deffen Erfolae stck ständig mehren, ist der Dämon des Luxus Unb sein Frennb, bet kleine Dämon der Schminke, folgt ihm stets auf ben Fersen Er ist so ckannant, daß er seine Eroberungen schon nicht mehr zählen kann! Ein anderer, sehr alter Dämon, der trotzdem infolge seiner unerschöpflichen Fähigkeit sich zu erneuern, stets jung bleibt, ist der Dämon des Vergnügens.

Darlrams Bühnenjubiläum.

Eine Festvorstellung im Staatstheater.

Das Kasseler Publikum bereitete gestern abend seinem verehrten, lieben Robert Bartram, der vierzig Jahre in unwandelbarer Treue dem Kasseler Kunstinstitut anaebört, einen herzlichen Glückwunsch. Die Kritik schätzt sich glücklich, sich

WetSdetten in einem Satz.

Alte Zopfe sind dazu da, abgeschnitten zu werden, doch nur von sachkundiger Hand; eS gibt auch Barbaren,die gleich die Köpfe mit ent­fernen.

Von jedem Menschen läßt sich etwas lernen, und wenn es von manchem nur das wäre, daß man sieht, Wie man es nicht machen soll.