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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Sonntag, 29. Mai 1927

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Amtliche- Organ der Stadt Raffel. 17. Jahrgang

9?tttnmei 124 Amtliches Organ der Stadt Kassel.

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Berlin wieder zwischen zwei Fronten.

Englands Meiler halten zu Moskau L

Moskau steht mit London schon im offenen Handelskrieg , Berlin als- gauttfche» Bab»weg^dnrch^^?/Äatte»me«"nach tHtmitMA ah Xaw i Ai«.« ua^iaaa^a co _ Erbiiueu, der zugleich ein Erüolungsrveg

Zufluchtsort / Verstimmung an der T hemse / Eine verlorene R.esenschlachi

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Charhbdis zerrieben zu werden.

F. R.

durch Versprechungen und Drohungen zum Bruch der Verträge verleiten lassen oder . . . tum Tummelplatz fremder Heer Haufen werden will. Befürchtet man doch beute schon in AuS- andSblättern vielfach daS Schicksals Belgiens ür Deutschland und preist dafür im BündniS- iall als H"ch,eitSaabe Konzessionen am Rhein. Rstckgabe Daniigs und ähnliche süße Trauben an, die steilich beim Zuschnappen sich als

Japan erzwingt sich ben Durchmarsch.

Tokio, 28. Mai. (Durch Funkspruch.) DaS japanische Außenministerium wird in einer Rote den Regierungen Nord- und SüdchiuaS schärfste Maßnahmen ankündigcn, falls dem Transport der für Rorchina bestimmten Trup­pen Hindernisse in den Weg gelegt würden.

Hankauer Regierung und Tschaugkaische ein Einvernehmen erzielt worden fei.

des ru

andelsbüroS »Arcos" tn

Die vüfle sind ousgesteNi.

London, 28. Mai. (Eigene Drahtmelbung.) Tie gestern dem russischen Gefchäststräger über­reichte Abbruchsnote fordert die Abreise deS Low.etftabes innerhalb zehn Tagen and teilt die gleiche Anweisung für den Londoner Botschafter in Moskau mit. Der rechtmäßige Handel könne Weilerbestehen.

* * *

Briand weicht aus.

Moskaugewitter in der Kammer.

(Elgener Drahtbertcht.)

Deutschland von England als unfreund­licher Akt auSgelegt werden könnte. In den Berliner Regierungstreisen wird demgegenüber mit allem Nachdruck die Neutralität Deutschlands dem englisch-russtschen Kon­flikt gegenüber unterstrichen, und gleichzeitig darauf hingewiesen, daß auf Grund deS soge­nanntenBerliner Vertrages" Deutschland dir Einreise der Mitglieder betArcos" ge­statten müsse. Ein offizielles russisches Er­suchen wird stündlich erwartet. Andererseits neigt man in der Wilhelmstratz, bet Ansicht zu, daß daS Londoner Kabinett nicht Vie Absicht habe, an andere Mächte mit dem Erfucke» heranzutreten» sich an bet englischen Aktion gegen Rutzlanb zu beteiligen. AuS diesem Grunde müßten die Gerüchte, «ach denen ein englisches Angebot in vorkiegen soll daß England für die baldige Räumung des Rhein- landes, die Rückgabe deS polnischen Korridors und für Zuteilung eines Kolonialmandats an Deutschland eintreten wolle, wenn die Reichs­regierung sich für eine Option für England ent. schliesse, alS blosse Vermutung bezeichnet werden

der sich dafür einfetzt, die Konflikte zu be­schwichtigen und zu verhüten! Ihr wollt den Krieg, weil MoSka« nicht den Friede» will, um feinr Macht sicher zu stellen. Da könne« wir nicht mit. Mr werden gegen alle Pro- vikatione« vorgehen, gleichviel ob sie von Ausländern ober von Inländern ausgehen. Abg. Blum (Soz.) betonte, der Innenminister iabe hauptsächlich gegen Moskau gesprochen. Er wolle daher genau wisse«, wa« die Regie­rung eigentlich beabsichtige. Man entfessele eine derartige Aktion nicht, ohne ihre Folgen zu überlegen. Aussenminister Briand wies auf die Verbindungen der französischen Kommunisten mit Moskau hi». Was die russische Regierung anbetreffe, so würde er in hem Falle, bnft sie es an diplomatischer Korrekt-

Berlin nimmt die OW'en auf

England bedrängt die Wilhelmstraße.

(Ebener AyformattonSdiensi.»

Berlin, 28. Mai.

ES sind Stimmen laut geworden, die daran Hinweisen, daß die Ausnahme bet Mitglieder

Sonderzug über den Damm brausten.

Ihre Aufmerksamkeit und ihr opferbereites Ausharreü im Anprall der «türme und der Wogen, ihre Rastlosigkeit uni. Zähigkeit sind die sicheren Stützen dieses gigantischen Werkes. Es ist ein eigenartiges Gefühl, auf schmalem Damm durch bew-.gte See an ein Ziel zu eilen, das bisher nur in vielen Dampferstunden zu erreichen war. Nur bei Hochwasser, nur bei Flut konnten die dänischen Dampfer von Hoyerschleuse nach Munkmarsch verkehren We­der die Dampferfahrt, noch das Allgemeinver­halten der Dänen und erst reckt nicht die däni­schen Preise für Atzung und Trunk gehörten zu den besonderen Annehmlichkeiten einer Reise nach Sylt. Das alles ist durch die Ausfüllung des Meeres einer Bodenmasse von 3» Millionen Kubikmeter von fetzt ab Vergangenheit geworden. Planmäßig fahren die Zuge ihren Weg über das stattliche gras- begrunte Bollwerk. Trotz der Dammzuschläge um vieles billiger und recht viel schnellerer und sicherer als bisher. Mit den Bäderschncllzügen ist man heute von Hamburg aus in knapp fünf Stunden gegen früher bei günstigen Verhält- nisten 9% Stunden in Westerland. Auch für Personenzüge beträgt der Zeitgewinn über drei Stunden. Die Fahrpreisverbilligung erreicht für alle Klassen M 6.50, für die vierte »lasse sogar M 7 50. Shit braucht nun nicht mehr das Bad einer exklusiven Gesellschasts- schlcht zu sein. Die Verbindung mit dem Fest- lande bedeutet für die Insel die Möglichkeit an ihrem über sechsunddreißig Kilometer we'tge- strekten Strande nun auch Volksbäder zu errichten. Der neue Weg nach Sylt erschließt damit die beispiellosen Vorzüge gerade dieses Nordseestrandes und dieses vom Golfstrom wohltuend milde beeinflußten Klimas viel breiteren Bevölkerunasschichten als bisher Für höhere, aber auch für bescheidene Ansprüche werden mit Sicherheit'neu« Siedlungen ent- iehen Der gesamte Fahrplan aus Deutsch- land über Hamburg ist setzt auf eine flotte Ver­bindung nach Sylt eingestellt. Die Schnellzsiae haben jetzt auch nach Mittel-, Süd- und West­deutschland passende Anschlüsse und Nachtver- bindungen. Gerade weil Svlt nunmehr aus allen Teilen Deutschlands in weniger als einem Tage zu erreichen ist. wird die ReichSbahnver- waltuna leicht dazu übergeben können, in den -chnellzugSpaaren au«- Wagen vierter Klasse fahren zu lassen, um dadurch dar aroftartiae Kulturwerk zum starken Hebel der Vollsgesundbeit werden zu lassen, denn die salzige Seeluf. und daS salzige Meereswasser gerade dieser Fusel sind unvergleichliche Herr- liche Heilmittel. Stehst Du am Fenster dieses suaeS über den .blanken 6an8e wie man daS Wattenmeer hier nennt bann dauert eS wenige Minuten, und Dit fvürst nicht nur die schwer« volle Meeresluft, sondern Du schmeckst sehr bald das

Salz der Meeresluft auf Deinen Lippen.

Dein Auge trinkt die unendliche Weite bet

. bet zugleich ei» (rrboluugöwcg für snrrz Deutschland bebentet. Unser Mttarbei- tet bat mit tm erste» Zug gesessen, bet ja ein Mr» ,bezwaug. unü wertet bitte Uultur-Grok- tat fast als faustisches Erlebnis, wen» er schreibt: Die melchsoayn ya» den schon von fünfzig fahren von einem Hamburger Arzt angeregten -plan in vreieinhalo fahren mit insgesamt fünfundzwanzig Millionen Goldmark aus der Phantasie der Ingenieure in die Wirklichkeit hlnemgerlssen, fünfzehnhundert fleißige Arbei- ter Haven Zahr um Jahr den Kampf mit den Wellen und Stürmen durchgestanden. Wasser­scheu dursten sie nicht sein. Die Nordsee, oas Wattenmeer har sich kräftig gegen den Zugrtfj gewehrt. Der Mensch erwies sich trotz mehr, facher entmutigender Zusammen- oruche gewaltiger geleisteter Arbeit aber doch dem Element überlegen. Heute branden die Wellen der höchsten Flut vergeblich gegen den '-steindamm, der auf seinem Rücken Eisenbahn- zuge mit Gütern- und Menschen über die See trägt. Ueber fünfzig Meter breit ruht der Fuß des Seebammes. der als wichtigster Teil der ganzen Bahnanlage allein 18,5 Millionen ver­schlungen hat, auf dem Meeresgründe. Els Neter breit ist die F< «fläche für die Eifen-- öahn. An drei Meter hoch liegt sie über oie höchste Sturmfläche. Das Meer mit feiner Ur­gewalt reißt bei schwersten Stürmen beute noch hie und da breite Lücken in die Stem- wand des Dammes. Niemals aber kann die Naturgewalt das Menschenwerk ernstlich gefähr- den. Wo schadhafte Stellen entstehen, sind so­fort massenhafte Arbeitskrüste tätig für den so­fortigen Wiederausgleich des Schadens. Wir sahen sie am Werk, als mir mit dem

Inzwischen haben aber die Leuchtturmwär­ter der Wilhelmstraße und ihre Kollegen in Europas Hauptstädten noch andere und ernstere Sorgen. England hat, davon ist die Welt heute schon überzeugt, zum tödlichen Schlage gegen Moskau ausgeholt. Ohne daß vielleicht die Kriegsmordmaschinen in Tätigkeit treten, soll ber sowjerbär in seiner Falle langsam erstickt und erdrosselt werden. In der Tat, niemals standen John Bulls Aktien für den Wirtschafts­krieg günstiger: Rußlands Handel war in Lon­don sehr viel stärker engagiert als umgekehrt. Und wer wird der kaum erwachten Sowiet- inbuftrie in ihrer katastrophalen Kreditnot, mit ihren verbrauchten Maschinen und dem chroni- scheu Kapitalschwund durch Milliardenkredite auf die Beine helfen wenn die stärksten Fäuste der Welt ihr ben Atem abschneiden? Die Rote Armee und Flotte kommi für einen Waffen- gang ernstlich noch nicht in Frage; auch könnten Vie Flinten der unzuverlässigen Bauernmassen sehr leicht gegen die Moskauer Despoten selbst losgehen. Dazu ist der große Wurf in China so gut wie mißalückl. wenn auch die Roten von Hankau fick tw*?eifelt dem riesigen Heerhausen der freilich selber verfeindeten Generäle und der antib»rfcbetoiffifuen Uebennacht entgegen- geworfen haben.

So bleibt als einziger Wall int Osten da« neutrale Deutschland das damit selbst vor her . schicksalsschweren Entscheidung steht, ob es sich

Bittende Hände.

Senmtenclenb und Russen-Rätsel.

Wie wenig das deutsche Volk heute auf Rosen gebettet ist offenbaren immer wieder nickt nut warnende Minister- und Industriemagnalen- Horoskope, lehren nicht nur abgleitende, unter wertige Handelsbilanzen (Warenausfuhr tn ei­nem Monat um 44 Millionen gesunken), bezeu gen nicht nur die hageldicht auf Schätzles Sm genhgupt niederprasselnden Wirtschaftsprotest gegen hie unglückselige Postverteuerungspolitik deren Sünden doch nur die Verbrauchermassen auszubaden hätten. Vergebens forscht man auch nach dem Blütensegen der Wirtschastsankutbe- hing durch Rationalisierung, Kredite, Statts- aufträge usw.. denn die einzige, genießbare, sai­sonmäßige Frühbeetfrucht: sinkende Arbeitslo- senzifsern, wird von den scharfen Maisrötz n wachsender Teuerungsnöte schon jetzt so gur wie aufgezehrt. Nichts beleuchtet z. B. das loch immer krüppelbafte Wirtschaftssiechtum greller als die jedesmal dringender und unbeirrbarer aus Beamtenkreisen ben Regierungen und Par­lamenten entgegenbrandenden Massenpelitionen: Gebt, was ihr wollt, nur gebt rasch und ohne Umschweife, denn Verschuldung und Verelen­dung sitzen uns an der Kehle.

Man weiß nicht, ob die Bestechungssucht tm Zarenreich aus dem Besoldungsmanko ober dieses aus der Bestechltchkeitssuckt geboren war. Wenn wir aber unser vorbildliches, unbeschol­tenes und beruss- und staatsfreudiges Beam­tentum erhallen, wenn wir die sich mebrenden Einzelfälle von Unredlichkeit sich nicht häufen lassen wollen, dann wird man bald durch ein menschenwürdigeres Gehaltsniveau dafür sorgen müssen, daß namentlich kopfreiche Beamtenfami­lien tn ihren Einrichtungen, tn Garderobe und Lebenshaltung nicht noch weiter berabkommen. Stieg doch der Lebenshaltungsinder seit ber letz­ten Gehaltserhöhung von 122,2 auf 146,4 und das Arbeitseinkommen des gelernten Arbeiters z T. um 30 und mehr Prozent! Verdient doch der Beamte der Gruppe 2 mit allen Zuschüssen Zulagen usw., d h als Höchstgehalt nach sech­zehn Dienstjahren nicht viel über 150 Mark. Und selbst die mittleren und höheren Gehalts­stufen bis hinaus in die Ministerien erklären schroff, daß kein anderer Beruf mit gleichartigen Leistungen auch nur annähernd so schäbig be­zahlt wird wie der ihre. Die bescheidene Frage, wo freilich der Staat die erforderlichen fünfhun­dert und mebr Millionen (hinzu kommen noch die Kriegsbeschädigten. Liguidationsopser und die seit sechs Jahren sträflich vernachlässigten Altpensionäre) Herkommen sollen, ist den Fi- nanzkünstlern ,. Zt. noch ein Buch mit sieben Siegeln, zumal neue Steuerlasten selbstverständ­lich ausgeschlossen sind, die Dawesmillionen vom Herbst ab nach derSchonzeit" noch stärker drücken, und dann ohnehin das Erwerbs­losenelend wieder groteskere Formen annehmen dürste. Aber es werden sich auch hier Wege fin­den lassen, da ja die Steuermillionen in näch­ster Zeit noch stärker fließen und auch die große 1 Verwaltungsreform viele Millionen freimachen soll. Letzten Endes soll ber Goldregen ja auch i Handel und Industrie befruchten, die ihren Ge- 1 winn hoffentlich nicht noch durch neue Preis- 1 Wellen zu steigern suchen werden. 1

London, 28. Mai.

Beträchtliches Aufsehen erregt in der Presse oie Tatsache, daß eine Anzahl von Mitgliedern der Arbeiterpartei und Gewerkschaftsführern dem russischen Geschäftsträger Rosenholz, dem Leiter ber Handelsbelegativnen Kintschuk und dem ersten Sekretär im Unterhaus gestern ein Abschiedsfrühstück gaben, das ein Blatteine überlegte, ab?r charakteristische Un­verschämtheit" gegenüber dem britischen Parlament, das sich soeben für die Entfernung der Russen ausgesprochen hat. nennt. Macdonald habe es abgelehut, an dem Frühstück teilzunehmen.

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Amerika fischt tm Trüben.

Keine Vertäge, aber bessere Geschäfte mit Moskau.

Washington, 28. Mai.

Staatssekretär Kellogg dementierte, daß die amerikanische Wirtschaftsdelegation in Genf zu Handeksvertragsverhandlungen mit ben de­legierten Rußlands beauftragt sei. Man f;offt, daß ber Bruch mit England bic Ausfuhr Ame­rikas nach Rußland günstig beeinflussen wird.

Waslfington, 28. Mai. Präsident Coolldge erNärte gestern, er glaube nicht, daß ber Bruch die amerik.-russischen Beziehungen beeinflußt.

Der Handelskrieg beginnt.

Kein Russenschiff und kein Rubel für Englanb.

(Eigene Drahtmeldung»

Lonbon, 28. Mai.

DaS russische Marineministerium hat alle russischen Schiffe angewiesen, bie englischen- en nicht mehr anzulaufe«. Ferner sol­len ben englischen Schiffahrtsgesellschaften keine Aufträge mehr erteilt werden. Die russischen Dampfer sollen ihre Fahrt in Hamburg beenden.

Deutschland als Hemmschuh.

Aber nicht verbündet, sondern nur neutral.

Köln, 28. Mai.

AuS London wird gemeldet: Die Presse kri­tisiert Deutschlands Bereitwilligkeit, Rußlands diplomatische Vertretung in London zu übernehmen, durchweg in nicht günsti­gem Sinne. Sie schreibt, Deutschland werde ttotz seines Bündnisses mit Moskau den Zu­sammenbruch SowjetrußlandS nicht aufhalten. Die deutsche Polittk sei unüber - legt, denn sie gebe Rußland Hoffnung auf Verbündete und trete England in den Weg

leere Vorspiegelungen entpuppen und nur schmerzliche Erinnerungen wecken dürften. Mit ser Vertretung bei Russeninteressen an bet "bemse belastet und durch die Aufnahme der auSgewiesenen Handelsvertreter in vielen Ka­binetten beargwöhnt, wird man in der Wkl- Mmffrafte mehr aT5 jemals Nerven behal­fen müssen, ttm nicht zwischen Sevlla und

Paris, 28. Mai.

In ber Kammer klagte Abg. L a ch i n (Korn.) bie Regierung bei einer Interpellation Über bie Offensive gegen bie Kommunisten aufs schärfste imperialistischer und militaristischer Umtriebe an. Locarno sei heute schon ein leerer Wortschwall Aber bet Kommu­nismus nehme ben Fehdehandschuh des Innen­ministers Ser raut aus. Letzterer ries den Kommunisten «. a. zu: Ihr behauptet gegen den Krieg zu sein und ihr seid dabei für alle Kriege, denn ihr beutet bie exothischen Natio­nalismen auSf Ihr schmäht ben Völkerbund,

heil hätte fehlen lassen, die nötigen Sanktio­nen angekündigt habe. Er bitte daher, oie Außenpolitik aus der Deoattc fernzu- gölten. Als er die Vertr auenSsrage stellte, stellte Abg. Blum sein« Interpellation ohne weiteres vorläufig zurück.

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Vernichtend geschlagen!

Moskaus letzte Chinakarte ausgespielt?

London, 28. Mai.

In ber Provinz Honan soll bie bisher größte Schlacht zwischen Norb- und Südtruppen im Gange fein. Die Südtruppen sollen starke Verluste erlitten haben; die achte Armee sei vollständig aufgerieben. Eine Bestä­tigung dieser Meldung liegt noch nicht vor.

London, 28. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Der amtliche Funkdienst bestätigt bie schwere Niederlage ber Kantontruppen. Borodin soll mit sieben anderen Russen heute morgen fich aus Hankau auf das südliche Flntzuser bege­ben haben. Weiter verlautet, daß zwischen der