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Mckr Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Sonnabend, 28. Mai 1927

Ein neuer Vellbrmd im Fernen Osten?

Mussolini fuchtelt mitdemGäbel. «rge fd mit sw.

Die Hilfstruppen des Böllerbundes in Berlin.

rung handeln.

*

Noch 15 Jahre Diktator / Opposition ausgeschlossen / Zittre Europa! Moskau bläst Alarm / Auszug aus London / Südafrika als warnendes Beispiel

Linier derSonne" der Diktatur.

Mussolini führte weiter aus, daß die Kam­mer von morgen der derzeitigen nicht ähnlich sein kann. Wir geleiten ioierlichst die Lu g e vom demokratischen allgemeinen Stimm­recht zu Grabe. Alles im Staat, nichts gegen den Staat, nichts außerhalb des Staates, nur der Staat ist cs. der den Völkern ihre Kraft gibt! In zehn Jahren wird man Italien nicht wiedererkennen, denn wir werden nicht nur sein Antlitz, sondern auch seine Seel« völlig und von Grund aus verändert haben.

Bürgerkrieg um die Flagge?

In Südafrika noch schlimmer als bei unß.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 27. Mal.

Ein Blatt berichtet aus Kappstad«: Alle Hofs- nungcn auf eine freundschaftliche Flaggen-Rege­lung sind nach der erbitterten Rede des gemä­ßigten Finanzministers Navenga bei der Flag­genvorlage geschwunden. Die Oeffentlichkri« ist bis zum Siedepunkt erhitzt. Es wird von der Möglichkeit eines Bürgerkrieges gespro­chen, falls die Flaggenvorlage Gesetz wird. Eine Volksabstimmung würde fast sicher zur Annahme des Flaggenentwurfes der Natienalistcn führen, da Engländer il Buren in der Minderheit find.

Aus Peking wird berichtet, daß General Tsangtsolin eine große Offensive gegen die Südtruppen beginnen wolle. Die in Hankau tagende pan-pazifistische Arbeiterkonsrrcnz aller Länder forderte unter Verurteilung des Jmpe- rialismus, die Einigung der Gewerkschaften Der russische Delegierte Lesewski erklärte, der nächste Krieg werde int Osten ausbrechen und die ganze Welt ergreifen. Er könne durch die vereinten Bemühungen der Arbeiter im Keime erstickt werden.

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Ru-Iond macht schon mobil?

Tokio, 27. Mai. (Kabeltelegramm.) Mehrere japanische Blätter bringen Telegramme aus Chardin (Mandschurei), wonach Befehle zur raschen Mobilmachung der Sowjettrup­pen ergangen seien. Die mobil gemachten Trup­pen würden hauptsächlich nach der Grenze im äußersten Osten und nach Kronstadt gesandt werden. Die Maßnahme wird als B o r s p i e l von Feindseligkeiten zwischen Großbritannien und Sowjetrutzland angesehen.

Die Koffer sind gepackt

Russisches Reisefieber...in London.

iEiaener Drahtberichi.)

London, 27. Mai.

Der russische Geschäftsträger wird wahr- scheinlich England nächster Woche verlassen. Auch in der rnssischen Botschaft und in der Han­dels-Delegation werden die Reisevorbereitnngen fieberhaft fortgesetzt. Der größte Teil des Per­sonals, etwa 250 Personen, wird am Samstag ab reisen. Die Sowjetbotfchaft hat bereits die Erteilung von Paß-Bisen an englische Staatsangehörige, die über Rußland nach Japan reifen wollen, verweigert.

Wenn dir Weil wieder ousstammt

Sturmsignale aus dem Reich der Mitte.

Paris, 27. Mai.

Nummer 123. Amtliches Organ der Stadt Kassel.

Li« Haftetet Renetten «attinditea eri-einen-enili- ted)6mal nathmutage Sei «boanememsoret« beträgt füt den Monat 8. X bet tretet Zustellung tnS Han«, tu bet (Sei-ätwstelle abgebolt 1.80 X. Dur- btt Poft monaili-1. X tusi-l eftlt- Haftenungeaebübt Verlag und Redaktion Sdtlatbtbofftrafte <8'30. .>ernfvre-et Kl nnb 953. düt nnoedangt etngefanbte v et träge kann bie Re­daktion eine Verannvonnno oder ®emäbt In keinem »alle übernehmen. Rück- nblttna de« BentaSaefde« ober Anfvrü-e wegen etmiiger ntA« erb-MngSmähtaet >!e?entnn ist an»aek-foNen Postf-eckkonto ÄranPart am Main Nummer «W

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Rom, 27. Mai. In einer großen Kammer­rede bezeichnete M u s f o l i n t u. a. die Behaup­tung, daß 200 000 Personen in Zwangsaufent­halt verschickt worden seien, als dumm und feig. Nur 698 politische Berbrcck)er seien nach den Inseln verschickt. Sie erhielten zehn Lire pro Tag und seien, getrennt von den gewöhnlichen Verbrechern, gemeinsam auf zwei Inseln unter- gebracht. Vor dem Jahre 1932 sei aus eine Amnestie nicht zu rechnen. Die oppofitionellen Bewegungen in Italien hätten ihr Ende er­reicht. Tas allumfassende faschistische Regime mache

die Opposition vollständig überflüssig. Mussolini fuhr fort: Ich muß mir die Aufgabe, das italienische Volk zu regieren, noch für zehn oder fünfzehn Jahre sichern. Dies ist notwen­dig. Mein Nachfolger ist noch nicht geboren. Ich habe eine genau umriffene Aufgabe: Die bewaffneten Kräfte der Ration müssen auf den Zustand höchster Bereit- schäft gebracht werden. Wirtschaftlich und finanziell muß unsere Rüstung vollendet fein und schließlich müssen konstituionelle Re­formen durchgeführt werden. Der Stahlhelm aufmarsch in Berelin mit TafelnVon Triest bis Riga" ist eine paradoxe Renommiererei, aber es ist immerhin eine Tatsache. Deshalb müssen wir bis zum Aeutzersten gerüstet bleiben. Wir müssen in der Lage fein, im gegebenen Augenblick fünf Millionen Mann zu mobilifieren und mit Waffen zu versehen. Wir müssen unsere Marine vkrstärken und un­sere Luftflotte muß so gewaltig werden, daß ihre Flüge die Sonne verdunkeln.

ziohungen aufrecht zu erhalten, die so geführt und nrißbraucht nicht ein Werkzeug des Frie­dens seien, sondern ein Grund zu neuer und dauernder Erregung. (Beifall auf der Regie­rungsseite.) Lloyd George stimmt dem Schritt zu, hält ihn ober für eines der riskan­testen Dinge, die je von einer Regierung ohne Uebekleg-umg unternommen wurden in einer Zeit, wo die Lage sich zweifellos besserte. Bevor sie diesen endgültigen Schritt unternahm, hätte die Regierung einen oder zwei Schritte vor einem vollständigen Bruch der Beziehungen jun müssen. Die Wirkung wird sicher die Ver­doppelung und Verschärfung der Propaganda sein. Wie denkt sich die Regierung die Wie­deraufnahme der Beziehungen? Die Regie­rung hat in ein u n ru h i g e s Europa diesen Zamapfel geworfen. Es ist ein Sprung ins Dunkle und in einen Strudel.

Geknechtete Seelen.

Nimmt sich der Völkerbund unserer Brüder an?

In Berlin tagt zurzeit der Kongreß der Völkerbundsligen, die wahren Völkerbundsgeist verbreiten und vor allem aber auch Einfluß aus die Politik des Völkerbundes selbst gewin­nen wollen. Eine der wichtigsten Fragen, die dieses .Weltparlament" zu lösen sich vorgenom­men hat, ist das Minderheitenpro­blem. Der Völkerbund selbst hat bisher die mit diesem Problem zusammenhängenden Fra- gen als einBlümchen Rührmichnichtan" behan­delt. Vor lauter Bedenken und diplomatischen Rücksichten hat er lieber die Not so vieler natio­naler Minoritäten zugelassen, als daß er nur die geringste Anstrengung gemacht hätte, die Leiden zu mildern. Jetzt endlich hat sich die Liga zu einem Entwurf aufgerasft, wonach der Völker­bundsrat verpflichtet sein soll, Maßnahmen ge­gen jede Verletzung der Minderheitenverträge zu ergreifen. Um eine Verschleppung hintauzu- halten, wird vorgeschlagen, daß jede Klage spä­testens sechs Monate nach der Einreichung er­ledigt sein müsse.

Wenn man hört, daß in Südtirol es den deutschen Eltern verboten ist, im eigenen Hause ihren Kindern in deutscher Sprache Unterricht zu geben, wenn man weiterhin die Vergewaltl- gungen verfolgt, denen die Deutschen in Pol­nisch-Oberschlesien Tag für Tag aus­gesetzt sind, und wenn man sich schließlich der beweglichen Klagen erinnert, die über die Tsche- chisierungspolitik in Deutsch-Böhmen ge­führt worden sind all das, ohne daß der Völkerbund Ordnung geschaffen hätte, dann wird man begreifen, wie erfreulich eS ist, daß ein so hervorragendes Gremium, wie es das Parlament der Völkerbundsligen, dem Autori­täten aus aller Herren Länder angehören, ein­mal die Stimme der Welt aufruft, um hier Zu­ständen ein Ende zu bereiten, die wahrhaftig nicht mehr in das so vielgerühmte Zeitalter der Kultur hineinpassen. Die Organisation der Völkerbundsligen hat sich bereits einen Namen geschaffen, und nicht ungehört werden die For­derungen verhallen, die sie stellt. Wenn auch die beamteten Instanzen vielleicht vorläufig schwei­gend über sie hinweggehen, werden sie doch das Ohr der Völker erreichen und schließlich sich durchsetzen.

Die Minderheitenfrage ist eines der wichtig­sten Probleme der Politik. Wie oft haben wir es im Laufe der Geschichte erlebt, daß um dieser Minderbeiten willen blutige Kriege ent­brannt sind! Wie häufig hat sich schon der Völ­ker Haß an diesem ewig glühenden Feuer ent­zündet. Das nationale Gefühl eines jeden Volkes wird das ist eine Beobachtung, die man immer wieder machen kann am heftig, ftett dadurch angegriffen, daß seine unter frem­dem Joch seufzenden Stammesgenossen, ihm verbunden durch gleiches Blut und gleiche Sprache, einem harten Schicksal ausgeliefert sind. Der unbeschreibliche Kampf, den eine sol­che Minderheit mit dem fremden Volke zu füh­ren hat, unter dessen Botmäßigkeit sie steht, hat nickt selten zu Verzweiflungsaktionen geführt und eine haßglühende Jrredenta hat metst in solchen Fällen auch das Mttttervolk erzittern lassen. Soll es wieder dazu kommen, daß um dieser Frage willen Völkerin schirmender W-Hr" aufeinander loSgehen? Soll nie bie Ruhe hergestellt werden können, weil angestammte Rechte verletzt werden? Es ist des hohen Kul­turstandes, in dem wir leben, nicht würdig, daß heute noch jemand geknechtet und tyrannisiert wird, nur weil er das Unglück gehabt hat, in ei­nem Gebiete zu wohnen, das einem fremden Polle untertan geworden ist, dessen Blut und dessen Sprachen nicht die feine ift

Leider liegt das M inderbeitenproblem noch sehr im Argen. Besonders wir Deutsche sind daran stark interessiert, denn unsere Brüder sind in Ländern aller Sprachen zerstreut. Wennjetzt das Berliner Völkerparlament mit allem Nach­druck von der zuständigen Instanz, dem Völker­bünde, eine Aendernng der bisher betriebenen Politik verlangt, so können wir das nur begrü­ßen und aufs Wärmste unterstützen. Hoffent­lich finden sich auch Mächte, die sich beim Völ­kerbunde zum Anwalt dieser Postulate machen. Vor allem aber ist es Pflicht des deutschen Au­ßenministers, hier einmal ein kräftiges Wort z sprcheen. Wichtiger noch als manche andere Frage ist der Schutz unserer Brüder.

Leere Aodriken m Bremen

Bremen, 27. Mai. Hier traten 3500 Metall­arbeiter in den Ausstand. Ein VerglcichSvor- schlag über einen neuen Tarifvertrag wurde in der Urabstimmung der Arbeiterschaft mit Zwei­drittelmehrheit abgelehnt.

Hick« als Ttufftnfreffen

London, 27. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Innenminister Hicks teilte u. a. mit, er habe eine russische photographische Kopie des im KriegSaml vermißten Dokuments. Sowjet- spione seien in allen militärischen Hauptorten tätig gewesen, besonders im Flug- und Kriegs­hafen. Er kenne die Namen und Adressen der meisten dieser Spione. Jetzt könne die Regie-

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Er nimmt den Mund sehr voll

Mussolini wieder in Kriegskrämpfen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Rom, 27. Mai.

In der Kammer bezeichnete Mussolini Bozen alS eine italienische Stadt, die wie Südtirol und Trient nut von Oesterreich ger- maniftert worden sei, um zwischen zwei italie­nischen Provinzen eine Enklave zu haben. Das alles hat jedoch, fuhr Mussolini fort, nichts mit der Bremterarenze zu tun. Selbst, wenn es im schlimmsten Falle in Südtirol hunderttausende von Deutschen gäbe, so ist die Brennergrenze heilig und unverletzlich. (Lang anhaltender Beifall! und wir werden sie, wenn es nötig, verteidigen, sogar mit einem Kriege, so- gar schon morgen. (Beifall.)

Treibt England Mim Krieg?

Was Moskau nach dem Abbruch wittert. sPrivat-Telegramm.i

Wien, 27. Mai.

Ein Blatt meldet aus Moskau: Der stellver­tretende Außenkommissar Litwinoff richtete eine Erklärung an die Presse, wonach England die Sowjets um jeden Preis vernichten wolle. Dafür könne er wiederum keine andere Erklärung abgeben, als daß England mit allen Mitteln auf einen absoluten Vernichtungs­krieg gegen Rußland binarbeite.

Sln Sprung ins Dunkle.

Lloyd Georges Menetekel für Chamberlain.

London, 27. Mai.

Gerechtigkeit für alle! Marr schürft bas Welt- gewisiea. Erwerbt Euch erst unser Vertrauen! Die Franzose« sollte« bei sich zuerst ansangen!

Berlin, 27. Mai.

Bei Eröffnung der Tagung der Welt-Völ- kerbundSligen im Reichstagssaal durch Präsi­dent Professor Aulard-Paris, trat Graf Bernstorfs für völlige Gleichberechtigung aller Staaten, gleiche Gerechtigkeit, sei cs für große, sei es für kleine Staaten im Völ­kerbund ein. Die Ligen sollten vor allem für bie in Genf gescheiterte Abrüstung wirten. Reichs- kanzler Marx führte alsdann aus: Die Wahl Berlins als Tagungsort sei ein Zeichen des V e r st ä n d i g u n gl s f o r t s ch r i 11 s, Der aufgebaut sei auf dem Vertrauen zwischen Re- gierungen und Völker und nicht auf der Macht von Kanonen und Bajonetten. Tie Zugehörig- leit zum Völkerbund sei der sicherste Weg zum Ziele der Völkerversöhnung, und er appelliere an die Friedensgeister aller Länder die Arbeit der Versöhnung und des Ausgleichs unermüdlich s o r 1 z u s e tz e n. Wenn der Völ- kerbnnd auch noch nicht vollkommen zu einem Bund freier, gleichberechtigter Völker gewordeit sei, so habe sich doch eine erfreuliche

geistige Umwandlung vollzogen, die es Deutschland ermögliche, an den hohen Aufgaben des Bundes zum Nutzen der Gesamt- heit mitzuarbeiten. Die Völkevbundligen könn­ten als Volksparlament an die Probleme un­parteilicher herantreten als der Völkerbund selbst. Die Union habe schon wiederholt wich­tige Beschlüsse durchgesetzt, sich auch heikler deutscher Fragen angenommen und in der deut­schen öffentlichen Meinung des Verständnisses für die Völkerbundsaufgaben verbreitet. Die gegenwärtige Tagung werde hoffentlich dazu beitragen immer weitere Kreise des deutschen Volkes für den Gedanken des Völkerbundes zu gewinnen. (Lebhafter Beifall.) Der Präsident Der Union, Professor Aulard, hob u. a. her­vor: Ohne den Völkerbund Wäre das unglück­liche Europa vielleicht schon wieder in die Schrecken eines Krieges zurückgefallen. Der Völkerbund habe Kriege zu verhindern und ihnen vorznbeugen. Aufgabe des Welt- verbandes fei es auch, den Geist von Loearno Lusrechtzuerhalten nnd fort,zubilden. Er sei auch eine Hilsstruppe des Völkerbundes in der Minderheitenfrage. Bei den Schulen und Uni­versitäten müsse angefangen Werden, um als Ziel die moralische Abrüstung zu er- reichen, die das unumgängliche Vorspiel nlr das Zusammenarbeiten der Völker bilde. Das neue Europa müsse sich auf

Gerechtigkeit und Solidarität stutzen. Auch Nationen müßten künftig ihre Streitigkeiten von einem Richter richten lassen. Ihre Souveränität sei durch die Notwendigkei- tin der Solidarität und der gegenseitigen Htlse begrenzt. Man reinige den Geist der Völker vom Kriege und öffne ihn für den Frieden unv die gemeinsame Arbeit. Das große arbeitefame deutsche Volk brauche nur seinen großen Dich­tern und berühmten Gelehrten zu folgen, um sicheren Schrittes die Laufbahn des Frich>ens zu beschreiten. Den Schlußsatz hätte sich der fromme Völkerbundsgeber schenket^ können, denn der Geist des krassesten Milita­rismus feiert heute nirgends als an der Seine Orgien. D. Red).

Witschaffen statt Verneinen.

Die Sozialdemokraten wollen weiter mitregferen Kiel, 27. Mai.

Der sozialdemokratische Parteitag, nahm u. a. Entschließungen an, die die gesetzliche Sanktio­nierung der weltlichen Schule und ein Reichsschulgesetz im Sinne der Weimarer Schul­vereinbarungen und Verfassungsbestimmungen ohne Bevorzugung der Bekenntnisschule fordern, sowie die Entschließung gegen ein Konkor- bat, das die Schulfrage umfaßt. Abgelehnt wurde mit großer Mehrheit ein Antrag Dr. Löwenstein-Berlin, der jedes Konkordat zwi­schen Reich, Ländern und Religionsgemeinschaf­ten grundsätzlich ablchnt. Abgelehnt wurde auch der Antrag, einen Gnadenakt des Reichspräsi­denten für Mar Hölz zu fordern. Rach einem Referat Dr. Hilferdings überdie Auf­gaben der Sozialdemokratie in der Re- vublik" wurde der Antrag Aufhäuser-Sander- Rosenfeld,

Opposition statt Koalition zu treiben, abgelehnt. Mit großer Mehrheit wurde da- gegen eine Entschließung zur Vereinigung al­ter Arbeitenden in der Sozialdemokratie zweck? AuL-'au der Demokratie und Abwehr der Rcak- tion qpgenommen. Als politische Partei lehnt

Ans Angriffe im Unterhaus leugnete Cham­berlain die Einleitung eines antrbolschewiftt- schen Feldzuges. Nur eine Regierung habe bisher versucht, das Werk der Versöhnung und der Befriedigung zu hindern. Die Sowjetre- gierung habe sich unverbesserlich gezeigt. Nach­sicht sei bis zu einem Punkt getrieben worden, wo ihre Fortsetzung Schwäche sein würde und die britische Regierung werde nicht länger die Verantwortung überneihmen, diplomatische Be-