Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

«aff eiet Weuefteu Wa<t>rUt>«n erf»einen mvchenmch lech-ma! mtomtttege. Sei Jlbonnementeprei» beträgt für den Monat X bei tretet Zustellung MS »au», in der ®etoäft»fteae abgebolt 130 *. Dur» die Po» mouatlt» 1 Jl auStol-eßlt» Sn»eanng6gebübt Verla« unb RäakÄN Schlachchofftrah« SSfflO. (jeminreebet »61 unb »59. ftüi unverlangt eingeianbte 6 ei trägt kam, bfe Re» bamon eine Berantwormno ober ©eroäbr tn keinem »alle flberntbmen. Rück- «thfuna be? BeiugSaet>» ober Ankvrütde menen etmetger ntof nrb"'tn«8ntätit«ei P'efrrntM »ft anUaee-hsollen ToiHtbetffpnto frrnnffnrf am Main Nummer ns«t>.

M <

Hessische Abendzeitung

»wärttae getoäft».

«offel b. Bort4 J.

»er Offerten 50 A. Rechnungsbeträge inner». 5 Sagen zahlbar. Kür b. Richtig« keU aller durch Kernforecher aufgegebenen Anzeiaeu fowre für «ufuabmebateu tmb Plätze kann nicht yrnntiert werden, ft StR «eigen nrtt besonders tonne« rtgem Satz 100 vroren.t Aufschlag. Druckerei: SchlEboffloahe 2H/80. Geschäft». Kelle: tklllntsche Straße 6, gegenüber der Svobrllratze. ftemfnrecher 861 und 95S.

A ureigen a ureigen ausw. kl

Nummer 120. Amtliches Organ der Stad« Kaffel.Dienstag, 24. Mai 1927.Amtliches Organ der Stadt Kaffel. 17. Iayrg anS

Variö macht jede Abrüstung unmöglich.

Der Ozeanflieger im MiMonenregen / Ständige Flüge nach Newyoek?

Seid gewarnt!

Nachdenkliches »um letzten Börsenkrach.

Von

Minister a. D. Hermann Dietrich, M. d. R.

Der Veitstanz, tn den die Börse mit ihren Auftraggebern in den letzten Monate« verfallen war, hat das von allen Einsichtigen längst er­wartete Ende in dem Krach vom vorigen Fret- taa gefunden. Zahllose kleine Börfenspieler wurden sc^ver geschädigt. Wie weit die großen auch mithereingefallen sind, ist nicht ersichtlich, aber wenig wahrscheinlich. Während die Reichs- rcgierung die Sache für sich glaubte abtun zu können, daß sie erklärte, an den Vorgängen gänzlich unbeteiligt zu sein, hat Herr Schacht Strafantrag gestellt gegen em Berliner Blatt, das ihm vorwars. er habe selbst feine Geschäfte dabei gemacht. Bei dieser Gelegenheit will man weniger Schacht selbst am Zeuge flicken der wohl eine absolut saubere Weste hat als einige Herren der hohen Finanz, die man glaubt treffen zu können, vor Gericht auf­marschieren lasten und aussragen. Es konnte ja nichts schaden, wenn die umstrittenen Vor­gänge gerichtlich geklärt würden.

Sachlich ist zunächst festzuhalten, daß einsich­tige Menschen in allen Kreisen der wertpapier- bcsitzenden BevöVerung sckion längst wußten, daß die Kurse aller Dividendenvapiere s-rt Monaten in einer tmvernünftigen Weise m die Höhe getrieben waren, so daß deren Kurs in keinerlei Verhälmis mehr zu dem günstigsten­falls zu erwartende Zinsertrag stand. Es ist doch klar, daß etwas Derartiges ein wirt­schaftlicher Unfug ist, der auch nicht da­mit entschuldigt werden kann, daß mit Kapiial- erhöhunaen und ähnlichen Dingen gerechnet werden könne, die zunächst auch nur in der Phantasie bestehen. Aber niemand hat auf die Warnunaen der Wirtschaftsfübrer gehört, auch die Großbanken nicht. Nun hat allerdings die Reichsbank gehandelt und die Stempelvereini- gnng gab auf ihre Veranlassung den berüchtig­ten Bericht heraus über die Einschränkung der Reportgelder, im Verfolg dessen die Börse am Freitag zusammenbrach. Vielleicht wäre eS gut gewesen, wenn schon vor Monaten dem Treiben an der Börse, da? geneigt war, zahllose ordentliche Menschen draußen, vor­nehmlich in der Provinz, zum Börsengeschäft zu veranlassen, Einhalt getan worden wäre.

Sonderbar mutet allerdings da? Verhal­ten der Reichsregierung an, die ge­wiß das muß man ihr zugeben gänzlich unbeteiligt ist. Gerade das aber ist das Bedenk­liche. Hätte nicht das Wirtschaftsministe- r i u m noch viel mehr als der Reichsbinkpräst- dent, den die Börse direkt garnichts angehl, dafür zu sorgen, daß nicht die kleinen Leute im Lande wieder einmal tüchtig herein­gelegt und ausgebeutet worden? Wozu ist denn das Wirtschaftsministerium überhaupt da. wenn diese Dinge für dasselbe ohne Interesse sind? Rein, eS ist ein bedenkliches Zeichen für bie Geistesverwirrung, in der wir leben, wenn die Regierung zusieht, wie Teile deS erwachenden Mittelstandes in der Geldanlage gewissenlos beraten und geschä­digt werden. Für die deutschen Kapitall>esitzer aber muß man mit Betrübnis feststellen, daß ein erheblicher Teil von ihnen immer noch glaubt, eS gäbe in der soliden Wirksbaft Mög­lichkeiten, ohne Arbeit seinen Besitz zu ver­mehren. und sich daher verleiten läßt, ohne bar zahlen zu können, also gegen Zahlung lediglich von Einschuß oder auf Grund von Kredit zu spekulieren. Die Börse ist der Ort, an dem man neu herauSkommende Papiere ver­kauft, an der man eine Vermögensanlaqe macht oder wenn an bareS Geld braucht, Papiere in solches verwandeln kann, die Börse ist also ein notwendiger Marktplatz für die Wertpapiere, aber die Börse ist keine Spielhölle. Zur letzteren war sie aber geworden. Wenn sie wieder zurückgesührt wird zu ihrer eigentlichen Ausgabe, so ist dar kein Mißgriff, sondern ein großes Verdienst, und wenn der Bevölkerung daS Spekulieren an der Börse ausgetrieben wird, so bedeutet das die Heilung von einer gefährlichen Krankheit, keinesfalls aber eine Schädigung der Volkswirtschaft. Hoffentlich fin den sich die Dummen nicht, die noch einmal ihr Geld riskieren und gerissenen Spekulanten, die

rechtzeitig ihre Papiere wieder» abstoßen, ihr sauer verdienter Geld in den Rachen Wersen.

Drahtverhaue um Senf.

Frankreich macht jede Abrüstung illusorisch. Berlin, 23. Mai.

G egenvber dem französischen MobilisationS- gesetz für den Kriegsfall verlangt jetzt eine S o zialistengruppe, daß Frankreich in eine innere und eine äußere Zone einzuteilen sei. Die Grenze soll eine gerade Linie bilden, die etwa von der Mitte von der französtsch-belgischen Grenze bis zum westlichen Viertel der franzö­sisch-spanischen Grenze läuft. Westlich dieser Li­nien sollen nur Mobilisations» und Jnstruktlonszentren bestehen, während die größte Anzahl von aktiven Divisionen zur Grenzdeckung in der östlichen Zone liegen sollen. Die Dienstzeit soll weiter auf neun Ako nate herabgesetzt und die Zahl der aktiven Dlvi fionen weiter reduziert werden. Das Regie­rungsprojekt will jedoch aöe Eigenschaften des stehenden Heeres der Vorkriegszeit aufrecht er­halten. Es ist sicher anzunehmen, daß die Kam­mer dem Projekt der Regierung zustimmen wqird. Berücksichtigt man weiter den im Aus­bau begriffenen Festungsgürtel an der Ost- und auch Südgrenze Frankreichs, so ist Se nicht recht einzusehen, aus welchem Grunde die französische Regierung die Besatzungstruppen im Rheinland nicht überhaupt reduzieren bezw. völ­lig zurückziehen will, worauf Botschaftsrat Dr. Rieth in Paris besonders Hinweisen wird. Für die kommenden Beratungen der Genfer Abrü stungskommifsion ist das Reorganisa­tion 8 w erk über die französische Armee fickfer lich ein großes Hindernis und eS machen sich schon jetzt Stimmen laut, die besürchten, daß infolge der Aufrechterhaltung der Militärpolitik Frankreichs die in Aussicht genommene Abrü­stungskonferenz überhaupt nicht statt finden wird, da sie zu einem positiven Er­gebnis doch nicht führen wird.

London macht Ernst.

Abbruch mit Moskau '"»vr-tneidhar.

London, 23. Mai.

In ministeriellen Kreisen erwartet man die Aufhebung des englisch-russischen Handelsab­kommens und ein Abbruch der Beziehungen. Erklärungen des Innen- und des Außen­ministers stehe» bevor. Die Opposition wird sich erst Mittwoch früh entscheiden. Eine Ant­wort aus die Protestnote der Sowjetregierung ist vorbereitet, wird jedoch erst nach der Erklä­rung im Unterhause abgesandt werden.

* * * Moskau gegen Vaeis.

Doriot kehrt mit scharfen Waffen heim.

Paris, 23. Mai.

Rach einem Telegramm des kommunistischen Abgeordneten D o ri o t tuiS Wladiwostok teilt dieser mit, er habe von den Verfolgungsabsichten der französis^n Regierung Kenntnis erhalten und werde sich in Frankreich selbst verteidigen. Diese Verteidigung soll sich zu einer vernichten­den Anklage gegen den gefährlichen französischen Jmperialismu s ausdehnen.

Durch Nacht und Grauen.

Lindbergh als Ozeankönig. Flüge nach Newyork?

Paris, 23. Mai.

Lindbergh äußerte sich zu einem Pressever­treter dahin, daß die Errichtung einer Handcls- lugverkehrslinie Paris - Newyork prak­tisch ins Auge gefaßt werden könnte. Der chlimmste Teil seiner Fahrt fei der Empfang in Le Bourget gewesen. Der Flieger fuhr fort: Ich verfügte aber über das, was immer noch das beste ist: Ein gutes Flugzeug, einen aus gezeichneten Motor und vorzügliche Instrumen­te. Das Welfer war natürlich nicht so, wie die Meteorologen voraussagten. Ein Augenblick war es so fürchterlich, daß ich wirklich Lust hat­te, umzukehren. Bor allem die Berel - u n g, der schlimmste Feind des Fliegers, macks­te mir zu schaffen. Ich mußte auf drei Meter über dem Meeresspiegel niedergehen und stieg zeitweilig auf dreitausend Meter Höhe. Erst ge­gen Morgen konnte ich eine mittlere Höhe ein« Kalten. Tie Nacht war am schlimmsten. Die Kälte machte sich bemerkbar und ein Sturm. Zum Umkehren war es zu spät. Ich beschloß, koste es, was es wolle, den Weiterflug,

Brklanca und Byrd sagen ad.

Newyork, 23. Mai. (Durch Funkspruch.) Ter Transozcanslug Bellanca ist endgültig am

Finanz-Differenzen gescheitert und auch Kom- mandaM Byrd soll auf den Flug Rewyork- Paris verzichtet haben. Man spricht jetzt von der Möglichkeit eines FlugeS Neufundland- Spitzbergen oder nach den Sandwich - Inseln, nach Japan oder nachdem malayischen Archipel.

* * *

Der Heid des Tages.

Glückwünsche und Trauer der Staatspräsidenten.

Paris, 23. Mai.

Ein Glückwunschtelegramm d«S Präsidenten der Republik an Coolidge bringt zum Ausdruck, daß Lindbergh den Plan NungesserS und Colis verwirklicht habe. Präsident Coolidge gibt in seinem Antworttelegramm der F r e u d e über den großen Erfolg, aber zugleich der Trauer um den Verlust der beiden tapferen französischen Flieger Ausdruck.

Washington, 23. Mai. (Durch Funkspruch.) Präsident Coolidge hat dem Flieger Lindbergh für seinen Heldenhasten Flug und Ozean- rekord Glückwünsche und gleichzeitig für das französische Volk Grüße und die Bewunderung für die unerschrockenen Franzosen Nungesser und Colis übermiteln lassen.

x

Das Luftnetz wird immer enger.

Görlitz, 23. Mai. (Privat - Telegramm.) Heute früh wurde der Verkehr auf der Flug­strecke Breslau-Görlitz-Berlin und Görlitz-Leip- zig in Betrieb genommen.

Sie gebärden sich wie ton.

Paris, 23. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Le Bourget wird gemeldet: Heute morgen glich der Flugplatz einem Schlachtfeld. Klei­dungsstücke, Stöcke, Hüte lagen überall zerstreut. Die Fensterscheiben der verschiedenen Pavillons und di« Türen waren zertrümmert. Zehn Per­sonen haben Verletzungen erlitten. Der Zustand von zwei Verletzten soll ernst sein. Lindbergh selbst mußte man aus wetten Um­wegen nach Pari- schaffen.

de vfliedo zum zweitenmal Ober dem Ozean

St. JohnS (Neufundland), 23. Mai. sKa­beltelegramm.) de Pinedo ist, wie angekündigt, zum Rückflug über den Atlantie und die Azo­ren nach Italien ausgestiegen.

* * * Letzt naht das Stück.

Eine Million Dollar für Lindbergh.

(Funktelegramm)

Newyork, 23. Mai.

Lindbergh sind telegraphisch zahlreiche ver­lockende Angebote gemacht worden, darunter für 400 000 Dollars von Music Holls, für 200 000 Dollars von einer Filmgesellschaft, für 100 000 Dollars von Theatern, für fünfzigtausend Dol­lars von einer Radiogesellschaft. Weitere be­trächtliche Summen wurden ihm von Verlegern und Zeitungen angeboten. Der Gesamtwert der ihm gemachten Anerbietungen wird auf über eine Million Dollars geschätzt.

Wo war öle Katastrophe?

Nachtalarm auf der Erdbebenwarte.

(Privut-Telegramm.)

Karlsruhe, 23. Mai.

Die Seismographen der hiesigen Erdbeben­warte registrierten heute Nacht zwischen 1 und 2 Uhr ein außerordentlich starkes Erdbeben. Die Apparate waren zwei Stunden In Bewc- gung. Der Herd des Bebens liegt in einer Ent­fern,mg von nahezu siebentausend Kilometern.

Ade, Locarno!

Drei Wochen Schonzeit sür Stresemann.

(dtflener Informationsdienst.)

Berlin, 23. Mai.

Bevor der Reichstag auSeinanderging war der Zusammenbruch der Loacrnopolitlk Strese- manns, wie ihn die Londoner nnd Pariser Blätter ganz unverhüllt bestätigen, der am mei­sten Interessierende Gesprächsstofl im Hause. Der Außenminister hat Schonzeit bis Mitte Juni. Daun dürste die fernere Außenpo­litik endgültig geklärt werden.

Berlin, 23. Mai. (Privatte!egramm.> Tic Vermittlung der ZentrumSmänner zwischen dem Reich und Preußen wird auch während der parlamentarischen Ferien fortgejührt. Auch für heute find Unterhandlungen mit Mitgliedern der Reichsregierung angesetzt.

Wege in öie Zukunft

Ministerreden und Parteiprogramme. , etrefemoitn beruhigt nttbnwttf. Dos Zen­trum als Regiernngsregolator. Marr' Beet- booen-Evangelio«. Pfeile »ett links.

Freiberg, 23. Mai.

Anläßlich einer Kundgebung der Deutschen Volkspartei führte Reichsaußenminister Dr. stresemann nach scharfer Betonung uuse- rer schlechten Wirtschaftslage u. a. aus: Wir würden niemals atmen können, ohne den Hauch des Weltmeeres in uns aufzunehmen, aber ebenso sei es selbstverständlich, daß die Volks- Partei alles unterstütze was die Produktivität der Landwirtchast steigere, wie z. B. auch die Er­richtung einer Grenzmauer durch Siedlun­gen int O sten. Voraussetzung zu guten Han­delsbeziehungen z. B. mit Polen sei aber die Möglichkeit der Niederlassung der Reichs­deutschen sowie die Vertragstreue Be­handlung aller Menschen deutsch en Blutes, mit denen uns nationale Zusammenhänge ver­binden, auch wenn sie Bürger eines anderen Staates geworden sind. Der Minister wandte sich gegen Gerüchte, die seine Außenpolitik stö­ren wollten, wie z. B. die angeblichen Versuche zur Privatisierung der Reichspost sowie über angebliche englisch-französische Aus- marfchpläue gegen Dentschland. Es sei not­wendig, daß die Fraktionen, die die Re­gierung bilden, entschieden für die Regie- rungspolitlk eintreten. Dies sei wichtiger sür das Staatswohl, als wenn eine Partei zeit­weise darunter litte. Seine Partei habe immer die Gesamtinteresscn der Nation höher geschätzt als die Zahl der Mandate.

* * * pkkutzen als Eicherheiismotoi-.

Warum das Zentrum pendelt.

Berlin, 23. Mai.

Auf der Zentrumstagung führte Abg. Dr. H e ß u. a. aus: Preußen sei wiederholt seit 1913 ein fühlbarer Sicherheitsmotor für das Reich gewesen. So war für die gesamte Zen- trumsparwi die jetzige Rechtsregierung im Reiche hauptsächlich deshalb tragbar, weil das Zentrum in Preußen mit der Lin- ken zusammenging. Die Theorie der Homo­genität zwischen Reich und Preußen auf der Basis von Rechtsregierungen lehne das Zentrum als indiskutabel grundsätz­lich ab. Tie Sozialdemokratie habe die Pflicht, sich endlich einmal zu einer zuverlässigen politi­schen Linie durchzuringen. Es sei sonst nicht einzusehen, wärum nickt auch das Zentrum bei der nächsten Gelegenheit seine Politik nach der parteipolitischen Bequemlichkeit einrichten solle. Reichsfinanzminister Dr. Köhler verteidigte die Zentrumspolitk im Reiche gegen den Voc- toitrf reaktionärer Bestrebungen. Die bisher zu­stande gekommenen Gesetze wären auch bei ei­ner Linksregierung nicht wesentlich anders aus- nesallcn. Tie Kulturpolitik sei bisher bewußt zurückgestcllt worden. Auf finanzpolitischem Ge­biete strebe er gerechtere Steuervcrteilnng an.

* * *

Seid umschlungen...

Enropa in Beethovens heiligen Hallen.

Bonn, 23. Mai.

Ms Krönung de? Beethovensestes versam­melten sich nach dem Festgottesdicnst gestern die Ehrengäste auf dem Miinsterplatz, unter ihnen u. a. der französische Minister H e r r i ot, der Preußische Fmanzministcr Dr. Höpker- Aschosf, der russische Botschafter in Berlin Krestinski und Vertreter der Städte Wien und Lyon. Oberbürgermeister Falk-Bonn legte mit einer Rede einen Kran; am Denkmal Beethovens nieder. An die Feier aus dem Münsterplatz schloß sick ein F'c stakt in der Beethovenhalle an. Hier feierten in großan- gelegten Reden Reichskanzler Dr. Marr unb Kultusminister Dr. Becker Beethoven als den Deutschen und als einen der Bahnbrecher in der Geschichte der Selbstosfenbarung der meiisch. licken Seele. Bei keinem fühle die Mcnsckhcit als Ganzes so sehr die eigene Seele klingen. Beethoven sei das größte Beispiel der zualcich nationalen und übernationalen völkcvbindena den Sendung der Kunst. Als Vertretet Oesterreichs sprach der Gesandte Dr. Iran! von besonders lebbastem B"isall bcarüßt.

* * *

3m Scha.ien von 1925.

Regierungsproteste der Sozialdemokratie.

. . , . Siel, 23. Mai.

au? dem auch international stark vertretene,, sozialdemokratischen Parteitag sprach sich Abg