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Semeabeud, BL Mai 1927.

Kasseler $?eneüe Nachrichte»

17. Jahrgang. Nr. 118.

einer Aussprache mit dem

Bischof kommt,

teressant abheben.

G. M. V.

Millionen wissen e& KAISERN KAFFEE IST DER BESTE!

HUale in

KAISERN KAFFEE-GESCHÄFT

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steht fest, wird einen boxenden den geeigneten Man,, halten,

Neulich hat aber das britische Kirchenkon­zilium, das für so ausgesprochen christliche Sportarten nicht das genügende Verständnis besitzt, dem ehrenwerten Mills Roberts ein Ultimatum gestellt. Entweder müsse er seine Mitgliedschaft beim National Sporting Club lösen, oder man werde es dem Bischof melden. Der Bischof, das " '' ' .......

Vikar nicht für

Eugen Croissant und Hans Weis heben sich durch eine sehr persönliche künstle­rische Handschrift hervor. Eugen Croiffant er­gründet das Wesen seiner welligen Heimat. Er baut weiche runde Hügel, zieht tiefe, warme Schatten aus dunklen Senkungen über die brau­nen Felder an Sügelhängen. Er formt mit einer zärtlichen Hand, die aus Himmelshöhe nieder­greift, alle Unebenheiten verwischt und nur das charakteristische der Berge und Hügel und Ebene im Bildrahmcn vereinigt. So ist Croiffant im besten SinneExpressionist", ein Ansdrucks- ünstler, der sich nie so sehr von der Natur ent» ernt, daß er das Pfälzer Land zum Thpus eines Hügellandes verallgemeinert.

Hans Weis, der originellste der Aquarel- listen, geht ins Detail, er liebt Dörfer und Burgen und Ruinen, die er so sehr stilisiert, daß nur ihr lineares Gerüst stehen bleibt und man zeneigt sen könnte, diese Malerei für eine ästhetische Spielerei zu halten. Doch hebt Weis durch weiche, farbige Uebergänge den holz- 'chnittartigen Charakter seiner Aquarelle ins Malerische. Dabei erreicht er ein selten schönes, geschlossenes Bildganzes, von dem eine unfar­bige Wiedergabe hier schwaches Zeugnis ab­legen soll. «Unser Bild.)

Eine liebenswürdige, aber schwache Nachah­merin der Bildsprache von Hans Weis ist Hanna Forster, ebenfalls aus Kaiserslautern. Viel persönlicher wieder gibt sich Hans Mül­ler-Ried. Sein Blick auf Donnersberg zeigt eine heftig gegliederte Landschaft, die stark: malerische Qualitäten aufweist.

Die Seelen guter Christen zu behüten. Wenn es zu t'

können ist vorbei. Damals saß da und dort ein bärtiger Professor mit seinen jungen be­geisterten Mitarbeitern in der Gegend und legte selbst Hand an den Spaten, und nachher veranstaltete man in der nächsten Taverne eine gewaltige Siegesfeier, wenn glücklich irgend­eine alte Tonscherbe zutage gekommen war. Auch später, als der Stadt selbst mit den da­mals zur Verfügung stehenden Mitteln Pom­peji aus der Asche schälte, gab es noch eine Entdeckerfreude, die wie das Glückss'icl reizte. Man arbeitete in Gruppen, und d>: Archäolo­gen waren als Schlachtenbummler an jedem Ort gleichzeitig, wo das Geschrei Der Arbeiter auf einen interessanten Fund beutete. Und als man erst daraus kam, die hohlaewordenen Aschengräber der verunglückten Pompejaner mit Gips auszugießen, da verwane.-elie sich die Ausgrabearbeit zur wirklich aufregenden Tätig­keit.

Heute fahren die Motorsparen in den vul­kanischen Schlamm, auf das le-se-te Kommando hin ändern die Maschinen b:e Richtung oder sieben still, wenn der Vorarbeiter eine Äaukt, eine Säule usw. meldet; alles ist Militär sck organisiert, man arbeitet nach einem ganz be­stimmten Plan, und die geschulten Facharbeiter behandeln die 2000 Jahre alten Mosaiks »ichi anders als die im neuesten Neavoliianer sZilm-

3um Schluß seien noch Auguste Reismül- l e r s Aquarelle erwähnt, die eine nervöse aber zeichnerisch kulturvolle Hand schuf; ferner der wundervoll sonnige, weite, malerische Blick ge­gen die Rheinebene, den 9tuguft Croiffant vor Maikammer malte. Daniel Wohlgemuth möge den Kreis der Pfälzer Maler beschließen, groß­maschig strichelt und treibet er stimmungsvolle und suggestiv wirkende Landschaftsausschnitte, die sich von den Bildern seiner Kollegen in-

Eine sehr repräsentative Schau: Pfälzer Ma­ler schildern ihr Pfälzer Land in durchweg wchwertigen Gemälden, Aquarellen und graphi- chen Blättern. Das Werk der Wesentlichsten dieser heimatliebenden Maler haben wir schon umriffen. Heute ailt unser Wort den Graphi­kern und Aquarellisten der Ausstellung.

zu erwartenden Funde zu fein, bestaunen un- verholen den gewalttgen dlpparal, den die mo­derne Technik ansetzt, um eine Stadl aus 2000-jährigem Schlaf zu Wecken. Die wunder-.

Seelsorger und Boxer.

Bon der Kanzel in den Boxring.

Der ehrenwerte Mills Robins, Vikar einer britischen Gemeinde, huldigt neben der Seel­sorge dem Boxsport. Mehrmals in der Woche und am Ende sogar Sonntags, wenn er den Christen Liebe gepredigt hat, geht er hin und her und bearbeitet das Kinn und die Magen­grube eines auserwählten Gegners mit treff­lichen Schwingern. Der boxende Vikar ist bei allen bedeutenden Veranstaltungen eine respek­tierte Persönlichkeit. In Oxford hat er es so­gar zum Meister gebracht. Von den ihm anv-r- trauten guten Christen behaupten englische Zei­tungen, daß man ihn der wohlgezielten Schläge wegen nicht minder verehrt wie seiner from­men Worte halber. Ms er bei einem extra scharfen Match gelegentlich mit einem bläuen Auge davonkam, va war es eben dieses bläue Auge, welches den guten Christen am meisten imponierte.

... hat der ehrenwerte Mills

Roberts sich vorgenommen, Seiner Hochwürden von verschiedenen jüngeren Leuten zu erzählen, die heute refpeftotie Pfarrer sind, und diesen Lebenserfolg ihrer Mitgliedschaft beim Boxing Club verdanken. Gerade Roberts hat mit sei­nen vortrefflichen Schwingern in die Magen- aegenb vielen rohen Burschen ben Weg zur FrömmiAeit gewiesen. Er würde cs als eine Beeinträchtigung der priesterlichen Ausgabe an­sehen, wollte der Bischof den Seelsorgern das Boxen untersagen. Der Bischof möge sich von dem ehemaligen Weltmeister im Schwergewicht James I. Jeffries bestätigen lassen, daß man nach einer Reihe großartig angelegter Knock­outs sehr wohl seine Arme der christlichen Nächstenliebe öffnet. Denn gerade dieser Jeffries hat das Bedürfnis gespürt, als Missionar nach Afrika zu gehen, nachdem er vom Boxen genug hatte. B. M.

Hairy Schultz

Sonderausstellung im Graphischen Kabinett.

Harrv Schultz ist in Danzig geboren, also ist feine Phantasie erfüllt von See, Schiff und Wolke. Leider siebt man kein Gemälde von Harrv Schultz, sondern nur Zeichnungen und Holzschnitte, die eigentlich kein vollkommenes Bild der Eigenart des Künstlers geben können, da Schultz als Graphiker Autodidakt ist, der ohne technische Virtuosität den Stoff zu be­wältigen sucht. So bleibt es nicht aus, daß manche Blätter etwas hausbacken wirken. Doch überstrahlt in den meisten Bildern das Stoff­liche die Technik. Schultz schildert als erfahre­ner Seemann die Poesie des Segelschiffes Alte drohende Piratenschisfe, Karavellen, Bar­ken, moderne Fregatten, Schoner und Jachten. Schultz' malerische Qualitäten offenbaren sich in stimmungsvollen Seebildern: abendlicher Hafen mit dunstig-verfchwimmender Atmosphäre etc. Freunde der See werden jedenfalls an den Blättern des Malers Viel Freude haben.

* * *

Unsere Bilder vom Pfälzer Lund.

Das obere Bild gibt ein 9lquarellWolfs­stein" des Pfälzer Malers Hans Weis aus Kai­serslautern wieder. Unten: eine Steinzeich­nung von August Wilde, ein künstlerisch wirk­sames Bild der Klosterruine Limburg.

MA Maler im Mer KWereia

... und Harry Schnltz-Ausstellunq des Deutschen Seevereins.

Der erste Spatenstich.

Herkulanum erwacht ans 2000-jährigem Schlaf.

Wir berichteten schon von der feierlichen Er­öffnung der Ausgrabung von Herkulanum bei Neapel. Der Festakt spielte sich in dem glei­chen Rahmen ab, in dem sonst Grundsteinle­gungen vor sich geben. Würdenträger des kö­niglichen Hofes, die Herren des Ausgrabungs- dienstes mit Professor Spinnazola an der Spitze, standen Spalier und hinter ihnen drängten sich bunt und laut die herbeigeeilten Bürger von Neapel, Touristen, Preffeleute, Photographen und die Bevölkerung von Re- sina, die dem Beginnen besonders sympathisch gegenübersteht, weil sie für armseligen Grund und armselige Hütten namhafte Entschüdigun- gen bekommen hat. Nach einer kurzen An­sprache tat der König den erstes, Spatenstich.

Die Stoßkraft des neuen Jttttlen hat sich dafür eingesetzt, daß die Ausgrabung nun bis zum Ende durchgeführt wird und die Wiflen- schaftler, die aus Neapel und Rom. aber selbst aus Deuy'chland und Oesterreich hierhergeeilt sind, um Zeugen der Ausgrabu.-tgen und der

theater. So geht es wohl weniger romantisch zu, aber der Wert der tenibediutg'n kann da­durch nur gesteigert werden. Die Ersahrungen, die man in Pompeji machte, jinben hier prak­tische Nutzanwendung und vieles wird hier er­halten bleiben, was in Pomvr'i noch der Zer­störung anheimfiel. Auch die Gwuld wird nicht auf derart harte Proben gestell:. Tie Ge­schwindigkeit, mit der die Bagger 1520 Me­ter starke Schlamm und Lavaschicht hinweg- schaffen, ist derart, daß die Archäologen der Kommissionen alle Hände voll zu tun haben, um die Detailarbeit an ben irenclegten Bau­lichkeiten vorzunehmen. In wenigen Wochen vielleicht wird die Welt hie Lösung zahlreicher Rätsel, die noch über das Leben und Treiben der alten Römer Schleiern gleich gebreitet sind, vernehmen. Dr. P.

2000-iabrigem Schlaf zu wecken. Die wunder-, fante Romantik des Ausgrabens, deren sich viele unter den älteren Archäologen entsinnen

gibt Krankheiten, di? eigentlich zu den schwersten gehören, d. h., den Gesamtorganis­mus bis in die Grundvesten erschüttent, und trotzdem fast ohne Schmerzempsindung einher­gehen: Der Brustkrebs der Frau macht sich kaum lenmls durch Schmerz bemerkbar, im Ge­genteil, die Frau kann es dem Arzt, der ihr zu lofortiger radikaler Behandlung rät gar nicht glauben, daß ein tödliches Unheil ihr droht. Wie sollte der kleine schmerzlose Knoten ge- kahrlich sein? Was eine richtige Krankheit ist, die litt doch weh! Ta wird der 9lrzt sich wohl geirrt haben." Leider hat er sich dann nicht geirrt.

Nun ein Gegenbeispiel: Es gibt wohl keinen niederträchtigeren Schmerz als den Zahn­schmerz. Man hört eine ganz höllische Katzen­musik, besonders, toe.in es die Hinteren oberen Zähne sind, in die der Satan gefahren ist. Und doch, wie belanglos ist eigentlich der Zahn­schmerz; kaum jemals, daß von einem schmer­zenden Zahn eine Allgemeinerkrankung des ge­samten Körpers ausgeht. Bei einem sonst ge­sunden Menschen hört der Zahn nach einer be­stimmten längeren oder kürzeren Zeit von selbst auf, wehzutun. Und selbst wenn der hohle Zahn die Eingängspforte für Krankheitserre­ger bedrohlicher 9lrt bildet, so steht doch das Schmerzgefühl in keinem aber auch keinem Ver­hältnis zur Größe der augenblicklichen Schädi­gung. Vielleicht ist der Zahnschmerz eine Art Erbtest aus der Zeit, da der Mensch Mch mehr als heute, auf sein Raubtiergebiß angewiesen war und durck, das Erkranken eines Zahns tatsächlich in seiner Lebensmöqlichkeit beein­trächtigt wurde Der Zahnschmerz war also damals vielleicht ein Hinweis, daß das Jndl- vidum aufhörte, lebenstüchtig zu sein. Dr.B.G.

Buntes Allerlei.

Die Sonate an die Schwiegermutter.

Paderewski, berühmter als Pianist denn als Politiker, ließ eines Tages eine seiner Schüle­rinnen eine Sonate von Schubert spielen. Be- ' vor die junge Dame begann, setzte ihr der Mei­ster weitläufig auseinander, daß der Komponist bei der Niederschrift zweifellos an eine Frau gedacht habe, und daß die Komposition einer unerreichbaren Geliebten gegolten haben müsse. Die Schülerin begann zu spielen.Hören Sie ans", schrie Paderewski, nachdem er fassungslos eine kurze Weile zugehört hatte,Ihre Sonate hat Schubert nicht für seine Geliebte, sondern für seine Schwiegermutter komponiert!"

Mit Marmor gefütterte Hennen.

Wenn man Hühner mit Kalzinm-Karbonat füttert, was der chemische Name für Marmor ist, und zwar als Zusatz zu ihrem gewöhnlichen Futter von Weizen, gelbem Mais und Milch, so befördert man dadurch das Eierlegen wie G. V. Buckner von der Universität von Cm- tucky behauptet. Buckner bat viele Versuche ausgeführt über die Wirksamkeit verschiedener Substanzen, die der Nahrung der Hennen -ur Beförderung der Bildung der Eierschalen bei» gefügt werden. Außer dem Kalziumkarbonat wurde eine Reihe von anderen chemischen Sub- tanzen geprüft, die Kalzium enthalten, aber das Karbonat erwies sich als das wirksamste. Es bringt schwerere Eier hervor und mehr.

einerlei Humor.

Die rethorische Frage.Meine Brüder in Christo," sagte der Prediger mit bewegter Stimme,was wird die Zükunft unserer Kir­che sein? Ich frage Euch noch einmal: Was

wird die Zukunft unserer Kirche sein?" Er hielt inne, um eine effektvolle Pause zu machen. Da hörte ntan.baS Helle Stimmchen eines Kin­des:Scw's ihm doch bloß, bitte, Papa, und bann wollen wir gehen." Ihr Trick.Ich Möchte gern ein Dutzend Eier von schwarzen pennen."Suchen Sie sich sie selber aus," er« widert der Kaufmann wütend." Bescheiden wählte das Mädchen die größten Eier aus dem Korbe, zahlte und verschwand.______________

KmnkohnkGchMkrzen

Der Tod naht oft unangemeldet.

Wir wissen, daß der Schmer; uns ankündigt, vax irgendwo unterem Körper Schaden juge» lugt worden ist, sei es von außen durch eine Verletzung, jet es von innen, durch eine Krank- öen. funktionieren die Nervenbahnen nicht, so geichieht oft großes Unheil dadurch, daß die Besetzung irgend einer Körperstelle nicht als Schmerz zum Bewußtsein kommt. Wir sehen Patienten mit Rückenmarksleiden oft genug sich bcTBrennen n>eU sie das Anlehn en an ben glühenden Ofen nicht als Schmerz übermittelt bekamen. Wir sehen den Epileptiker Üm Krampsanlaü iich an der brennenden Petro­leumlampe Hände und Unterarme fast braten, weil bas Bewußtsein im Anfall geschwunden u.n^ keine Stelle vorhanden war, wohin die EilpostnachrichtSchmerz" gemeldet werden konnte.

Kassel

Hohenzollei nstraße 40

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Wir gewahren EQ/_ auf alle Waren,

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