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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Sonntag, 1a* Mai 1927

f Kassel eröffnet seine erste Maiwoche, f

Paris läßt sich auf gamichts ein

Wahlterror tu O verschiessen.

wasOberbürgermeisterStadlersagt

Oberbürge rme st« Stadler sendet uns folgendes Geleitwort zur Maiwoche.

Der Lnnenmlnisser »st Nch noch nicht Nar.

London, 14. Mai. (Eigens Drahrmeldung) Auf Den bereits gemeldeten Protest des enffi- ^chen Geschäftsträgers wird eine of izielle Emp angsbestätigung erteilt werden. TuS Forrign Office wird jedoch in dieser Suche f e i n e rt e i aktive Schritte tun, bis das Ministe­rium des Innern endgültig entschieden ha«

Mit Einbrechern verwechselt.

Berlin. 14. Mai. (Durch Funkspruch.) In Der Meinung, Einbrecher vor sich zu baden rjfhrete in Hamburg-Tehnheibe ein Schm'e' v.tt Pisto'enfeuer auf eine revidierende Ad'- »ne d-r Sc'utz olieei in Zivil. Zwei Per. wurde» schwer verletzt.

slation teilweise einholen wollte und den uner­träglichen Steuerlasten nur durch gelegent­liche Börsengewinne nachkommen konnte.

Die Bedeutung des zrenrdenverkehrs ßr das RuUur- und Wirtscha tsleben einer Stadt regt <utt der Hand. Alle deutfchen Großstädte mchen heme durch besondere Veranstaltungen den Zremdenstrom m ihre Dore ru leiden. Leipzig, DSln, §r«n2furt a. M., Königsberg haben ihre großen Meßen in» Leben gerufen. Die Gesolei hat im vorigen Iahre Hunderrtauiende von Gästen nach Düsseldorf geführt. Magdeburg bereitet in diesem I»hr unter außerordentlich hoher Lo.len eine großzügige Theater-Ausstellung vor. In Köln findet im nächsten Jahr eine Ausstellung von r, ternationaler Bedeutung, die preßa, statt, wir müßen in Raffel in vielem bescheidener zern. Aber wir wollen anderen Städten doch das $el6 nicht kampflos überlaßen.

Raße! ist zwar anerkannte Kongreßstadt, die sich wachsender Beliebtheit erfreut. Die Schönheit srinrr Landschaft und seiner Lunstbenkmäler im Zusammenhang mit den Vortesten zentraler Lage erleid tert die Heranziehung auswärtiger Gäste. Aber der Reis ende unserer Zeü stellt besondere Ansprüche. Lr begnügt stch nicht, Museen zu besuchen und di« Schönheit d-.r Landschaft in sich au'zunehmen, sondern sucht darüber hinaus ie nach Veranlagung und Ge chrnack Vergnügung oder Belehrung. Ls ist also notwendig, mit BisonLer-m au,zuwarten. So ist der plan entstanden, in diesem Sommer in v rbinbung mit dem 150 iährigen Jubiläum dtr äur staradentie in fc.«t Stifo'imm des Drangeriefchloßes eine Kunst­ausstellung su veranstalten, die ahlreiche Kunst reund« nach Laße! iüh en wird; so reif.« auch beim Stad' Verkehrsamt der Gedan e der Raßeier Maiwsche, die durch zahlreiche Veranstaltungen in bunter Reihe die w rtschaftliche und kulmrelle Struktur unserer Stadt zeigen soll. Lebensmittel-Ausstellung, Raffeler wagen- schau und werbr-verkaufafage find rcrbundcn mir festlichen Theatervorstellungen und Konzerten. §ür den Sportfreund find besondere Veranstaltungen, von denen bas Herku esberg rennen anerkannte Bedeutung unter den Automobilrennen in Deutschland hat, vorgesehen.

wa» nottut in diesen Tagen, ist die bewußte und fteudige Mitarbeit der Bevölkerung. Beschaulichkeit und Zurüft mltunz ist nicht am Plage. Jeder Einzelne muß das Stadtverkehrsamt an feinem Teil unterstützen. Dann wird auch für unsere Raffeler Wirtschaftskreise der Erfolg nicht ausbleiben. Hoffentlich macht auch grau Sonne ein freundlich es Gesicht. Also auf zur Kasseler Maiwsche!

Amtliches Organ der Stadt Kalel. 17. Jahrgang

Nummer 113. Lmtliches Organ der Stadt Kassel.

Der fiebernde Vuls.

Am Krankenbett von Politik und Wirtschaft.

Tragfähigkeit, Elastizität, innere Harmonie und staatspolitische Klugheit der argwöhnisch be­wachten Regierungsfamilie Waren in diesen zähneklappernden, mürrischen Maifrosttagen nicht weniger grimmigen Eisheiligen ausgesetzt, als die übrigen nach der Sonne frierende Menschen­welt überhaupt. Und wenn die Monarchisten, die eben noch im Brustton der Ueberz-ugung sich versunkenen Kaiserträumen verschrieben, trotz­dem ebenso pflichteifrig abermals für zwei Zahre ans Repubkikwacht ziehn, so tun sie das ffcher weniqstens mit einem nassen Auge, denn der ominöse Kaiserparagraph mit der verbotenen Rückkehr bleibt in Kraft, während allerdings der ärgerliche Staatsgerichtshof sein prekäres Amt nach einem reichsgerichtlichen Zwischenspiel an die ordentliche Gerichtsbarkeit ansliefern soll. Als erfreuliches Aktivum bleibt jedenfalls im schwarzen Verlustkonto des nachrevolutionären Parlamentarismus zu verzeichnen, daß man Staaswohl und Gemeininteressen über das Parteioötzcntum zu stellen zu lernen beginnt, tin praktischer Er-iebungsfortschritt, dessen Kom- vromistwhren auch für Konkordat und ReichS- lchütgesetz trotz aller heis-umstrittenen Pgr__

sühvunkte günstige Aussichten erössuet

Wenn schon dief7 innerpolitischen Spannun­gen und schmerzlichen GesetzeSgeburten zweifel­los der immerhin ansteigenden WirtschaftSkurve nicht gerade starke Auftriebe geben dürften, so wird auch sonst, trotz aller Beschwörungsformeln der Genfer Medizinmänner, allsobald kein radi- chles Heilmittel für das Grundübel der Wirtschaftsdevression Europas: Erdrosselung der Kauskraft durch ^awesmilliar- den und Arbeitslosigkeit, sowie Balkanisierung durch sinnlose Zollgrenzen und -schranken, ge- sunden werden. Was nutzt eS, daß deutsche Be- kennet der Katze die Schelle umzuhängen wagten und Ubbau der ungeheuren unproduktiven Schulden, und Daweslasten verlangten! War hilft es, daß sie der Welt und vor allem den Dollarkrösussen ins Gewissen redeten, mit der Beseitigung der lähmenden Schutzzölle die Le­benshaltung vor allem des verelendeten deutschen Volkes zu heben! Sind nicht die Pa- riscr Wirtschaftspiraten am Werke, durch ein . Monstrum von exorbitanten Zollsätzen leben Vertrag und Güteraustausch mit seinem besten Abnehmer und willigsten Nachbarn zu unterbinden, sodaß unsre Unterhändler, ähnlich wie in Polen, immer nur ... die Achseln zucken , können. Was anders ist der Zweck dieser ihrem eigenen Genfer Katechismus Hohn sprechenden Manöver, als ihren künstlich hochgezüchteten Jn- landsmarkt vor dem Gewerbefleiß des Nachbarn abzuriegeln? Dabei unterstehen sie stch, für ihre eigenen Erzeugnisse: Parfüms, Seifen, Seide, Wein und Frühgemüse gegen geringe Nachlässe in den wahnwitzigen Zollsätzen die volle Meist­begünstigung, d. h. den niedrigsten Zollsatz, der irgend einem Land gewährt wird, zu fordern. Aber freilich, sie schwingen dabei den blitzenden Tomahawk militärischer Machtmittel und glau­ben, uns durch kleine Zugeständnisse (schwächere Besatzungsstärken) abspeisen und sich möglichst unser verbrieftes Recht mit Gold aufwiegen las- ren zu können. Die Presse wird auch hier, wenn schon höher Rücksichten den Staatsmännern den Mund verschließen, die Belange der deutschen Steuerzahler zu wahren haben.

Wie ein Warnungssignal sind auch die Bei- «vicllosen Kurseinbrüche an der Berliner Börse, die geradezu gewitterartige Stimmungen und Wirkungen hervorriefen. aufaezischt und haben den Wirlschraftskreisen des In. und Aus­landes gezeigt, wie es um die viel^eneidete deutsche Hochkonjunktur bestellt ist. Nicht nur befürchtet die Geschäftswelt in den steigenden Lohnforderungen ein Anziehen der Preise ans allen Gebieten, auch die pewaltiaen Voster- ^shunaen werden als s ch w e r N e B e l a st u n g für die eben erst ausatmende Wirtschaft empsun- ven. Die wachsende Be«chäf'ia'!"gSs'fser für Arbeitslose kann jedenfalls nicht durch den Rückgang der Ausfuhr a'iSaealichen we-den; *ie unter den Börsenrückschlägen noch emvkivdli- cher leiden dürfte. F. R.

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Gewaltsam gesprengt!

Die Polizei sucht nach geheimen Dokumenten

London, 14. Mai.

Da die Angestellten der Arcos nach wie vor die Schlüssel zu den Sgfes verweigerten wurde e:n für die Zerstörung der armierten Betons geeigneter Apparat sowie ein Knallgasgebläsc Hebestangen und Spitzhacken herbeizeschasfr, um die fünf Safes gewaltsam zu öffnen. Die Arbeiten werden noch viele Stunden in Anspruch nehmen. Die Polizei sucht noch im­mer nach den angeblich aus dem Kriegsnum- sterium entwendeten Dokumenten. Die Polizei hatte dem Chef der »ArcoS*. der die Heraus­gabe der Schlüssel verweigerte, ein dreistün­diges Ultimatum gestellt und danach noch eine halbe Stunde Bedenkzeit gelassen, ohne jedoch die Schlüssel zu erhalten.

flnu'iaenmile: ti'nbe'.miW »efetkiheIntrigen .Sri« ?'i A nu»ivnnt«e «SeichaU». intetiien .ieIe 2U X A-invltcnanr Heil« 3" 4. Hl. fln*. aue ndffel 6. &<on 4 4 mero. fl Än». Sulr 31 A iHefbmen Heile 7S A. C^eriaebiibi #i A 'beiSui. »ei CWerten 5ii A :Hed)nunaeberräfle innerd. s rosen wblbai Mt 6 Rianig. feit ilier 6ur* rtern'prerfiei »ufaeaebenen flnwaen «oitne >üi flinnihmebiiten un» Piitse kann n-itn dir inner roerhrn ftllr flntetaen mit befonber? tchw-e- faem S >k> v« P rotem flunibhg. Triitfere': $<t)l >t>th#iftrifte 'h 811. (Seiifinftb- irfle- asttnU-be Stifte S. aenenflbet bet Loobrdrifte Äernitterber Q*>1 und 0X2

W-r haben S^^tze. die wir zeigen dürfen 3" Berlin find durch die panikartigen Kurs- Wir haben Stätten, die Erholung Erbauung stürze Hunderte von mittleren und kleineren Fir- und Unterhaltung bieten wir find eine Groß- men finanziell ruiniert. Eine einzige mittlere ftabt und müssen die Welt zum Glauben Bank mußte zweitausend ihrer Devosttenkonten daran bekehren, zunächst die engere Welt um ausläscheu, weil die Gelder für die Zu- uns herum »nd dann allseitig ausstrablend die ,Ee nicht mehr auSreichten Selbst große Me- um d"? hLl,nnfirnten mürt,en ^uie nicht in der Lage fein

"7 kVJh J'nfh"'Arbeitern volle Löhne in »ahlen.

vor 37 jflnrfn D(*vffme Landrtnrmer prägten I M v

als der bei Sedan aefinnene dritte Napoleon Berlin, 14. Mai. (Privattelegramm.) Ern

n-* h-m W'ib<>tin?t,«if,r enttnbrt wurde sachverständiger äußerte fich: DieseSmal haben Ab nach Kassel wobl verstanden nach $T a f -peine Spekulanten das Geld verloren, sondern Fel ... nicht nur nach Wilhelmshöhe! R. H. ein arbeitendes Boll, das die Berlupe der Jn-j

2lb nach Kaffel! I

Warum ein. Kasseler Maiwoche?

Es geht im deutschen Vaterlande und. ebenso leider, jenseits feiner heute vielfach roibernatiir- lich aezoaenen Krenttinien ein- Legende um. das inmitten belebter Reife- und VerkehrSaebiete Kassel als ein Dornröschen schlummert, ein lie­bes und süßes Ding, aber... daS Wagnis, ihm den weckenden Kuß zu geben, lohne nicht ... zu undurchdringlich sei die Dornenhecke, die ein etpen-irtioer Zauber um daS Märchenprinzeßchen erbaut hat: Der Geist einer kleinen Residenz und eng in sich abgezirkelter Kasten! Legende ... es war einmal!

Heute, da die einzelnen Städte, selbst kleinst.- Gemeinden, wenn sie nur einige wenige sehens­werte Kostbarkeiten besitzen, eine Werbetätigkeit großen Stils entfalten, zu dem ausgesprochenen Zweck, von dem brandenden Verkehr in Euer- fiien unnusormende Wellen zu empfangen, kann! eine Stadt wie Kassel nicht auf den Zufall warten, der von außen kommend zum Zerstörer dieser Legende wird. Wir leben in einem Zeit- alter, in dem der Sa- ,^i!f dir selbst- oberste Geltung Hot. unbi'ser jetzt zaudert, diese Selbst- htlfe an-»wondc^, der hat beim Wettlauf zwi- fdjen den verkehrswerbenden Städten bereits am Start den Eichenkranz Serspielt. Kassel, das legendenumwobene, kann und darf nicht aufgeben. WaS der Schöpfer deS städtischen Verkehrsamtes, der an anderer Stelle heute zu! Wort kommt, aufgebaut, das läßt die heutige Leitung wirken Ein weithin leuchtendes Trans­parent ist eS mit der Strablenschrift: An Alle ... ab nach Kaffel! Und weiter: Kommt selbst und seht, daß die Dornenhecke längst gefallen ist, daß sich Dornröschen Kaffel vor der Pforte seines Wundergartens Wilhelmshöhe mit Kraft und Anmut zugleich geschäftig rührt!

Jetzt, zur blühenden Maienzeit, ergeht diese Einladung: Kommt und seht! Wohl findet der rzremde. in Gärten verborgen, daS berühmte PensionopoliS. aber er entdeckt auch eine auf- blnhende Großstadt, in der sich Tradition und Gegenwart die Hände reichen. Eine malerifchk Altstadt mit stolzen Bauten kraftvoller und kunst­sinniger Fürsten, deren Namen zu ihrer Zeit die Welt bewegten und heute' kaum noch in ihrer

D°' i°»Sft« DS-l-nsch-°-k / W-«- Wi-«ch-stSIr-is° aufs

Art in anderen Städten aushalten, sind in eine neue verarmt / Kommnn!sten-Rrzzia In London und Tokio,

gottbegnadete Umgebuna von klippenreichen undl sagenumwobenen Bergen mit Burgruinen, mit! Paris, 14- Mai.

Schlössern und Naturwundern aller Art in rau- Ein Blatt behauptet, daß Botschaftsrat Dr. n7/."?En Waldern und an schönen ylüffen ge- Rieth gestern keine genügenden Vorschläge für Vettel. Hier t|t bte Heimat der Märchen undl die stzeftungskontralle habe vorlegen können, der sitz regsamer Industrie, hier lebt ein moder- Unter diesen Umständen w-ftde der Quai d'Or- und ein unbeugsamer Ge- fay fich ablehnend verhalten. Briand und ft» unb dNeger schöner Kun- Chamberlain seien der Ansicht, daß die Besichti-

bln Katern erworbenes Gut immer Zungen der Ostfestungen mit Diskretion durch- daz deutsche^Sie»- "wird^ 7eR6!n geführt werden müsse, aber daß sie st a t t f i n -

o<. »Vul°>e ",c , unrd hier gehütet, wie bte hen NI u ß. Hinsichtlich der Verminderung der unb6 roerftinn^ft311 Besatzungstruvpen wolle sich die sranzöstsckie Rc-

dieseL' AeI6f< Unt fcto gierung ihre Handlungsfreiheit bewah-

patriotismus diktiert ist! Di^Wagensckau°und Druck"handel/^^^^ 3tU °^nC iC die Geschicklichkeitsfahrt das Herkukesbergren-'e ®rud .

neu am Schl- ßsonntag sind Points des Groß- stadtwesens. und ganz besonders die heute in,

feierlicher Weise durch den neuen Regierungs- Beuthen, 14. Mai. Bei den letzten Sonn- Präsidenten eröffnete Lebensmittelausstellung tags-Gemeindewahlen waren die Deutschen an die einen Denkstein aufrichtet für den gutenIverschiedenen Orten überfallen und schwer Geist, der auch den Kleinhandel in Kassel be- mißhandelt worden. Auf die Beschwerde wegt Wer die Kasseler Geschälte und ihr- beim Woywoden stellte dieser die vorgebrachten Schaufenster mit denen anderer Großstädte ne- Tatsachen zunächst in Abrede, erklärte sich aber beneinanderstellt findet bestätigt was eine Ber- 'chli-ßlich bereit, eine Untersuchung anzustellen Nn"- Autorität auf diesem Gebiete anläßlich * * *

Zum zwkilenma verarmt,

druck brachte: Kaffel stebt auch in dieser Be l _. . " . ...

ziebung selbst hinter größeren Städten nicht Wreder Heinere Firmen ruiniert

zurück! Berlin. 14. Mai.

<S ne Tlrbeitstront öer Weltpresse.

Wien. 14 Mai Aus einem GesellschaftS- bend der Internationalen Br-ssetaauna roieS j Gesandter Ludwig auf Oesterreichs Bestre­bungen zur Vereinheitlichung des