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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Sn-eiaenvi anietaen i

n& abmebaten erb ichnue» Gel-bSKS. il anb 953.

Nummer 112. Amtliches Organ der Stad« Raffel.

Sonnabe d, 14. Mai 1927.

Amtliche« Organ der Stadt Raffel. 17. Jahrgang

London reizt Moskau aufs schwerste.

Was uns nicht oefällt.

Ein peinliches Staatsduell. Teuerere Kohlen?

Abbruch der Beziehungen?

Unbekannte Größen.

Max von Baden und Kurt Hahn.

ist der

Ueber die Gründe und Ergebnisse der Razzia

Noch zwei Fahre Republikschutz

Am Balkan verhungern die Arbeitslosen.

nehmen. Es gilt als sicher, daß das Gesetz noch vor den Pfingstferien verabschiedet wird.

n

Wein und Getreide haben empfindlich gelitten

DrahtmeMmng.) nachts in vollem Kacht sortgesetzt.

Londo Die Durä Gange in

Norb rrn^ere Folgen?

Abbruch der Beziehungen wahrscheinlich.

London, 13. Mai.

Ruffische GefchSstsrSnme werden fünf Stunden lang durch« sucht / Der erste scharfe Protest / Echo im Unterhaus

im russischen Arkos-Gebäude mutmaßen die ....... vom Innenminister ver- im Unterhaus eine wichtige

Das le zte Hoffnungswnkchen

Rungeffer im weltfernen Norden gelandet?

im Atlantischen Ozean herrschenden Nebel ver­ursacht worden sein könnte.

Sie müssen elend verhungern.

Weil in den Balkanbergen keine Arbeit ist.

Belgrad, 13. Mai.

In der Herzegowina ist eine Hungers­not ausgebrochen. Nach Blättermeldungen fei­len bereits zahlreiche Bewohner Hungers ge­storben sein. Die Regierung hat Lebensmit­tel und Kredite für viele Millionen bereitge­stellt. Die Ursache der Hungersnot ist darin zu suchen, daß der größte Teil des Landes infolge der wirtschaftlichen Rot in Jugoslavien und den benachbarten Ländern keine Arbeits­gelegenheit finden konnte und in der gleich­falls beschäftigungslosen Heimat bleiben muß.

Blätter, d° anlaßt sei.

Heute fliegt Amerika nach Paris

Glückt der zweite Flug und wie wird Paris sie empfange»?

Rußland schweigt nicht siM.

London, 13. Mvi. (Eigener Drahtbericht.) Der russische Geschäftsträger wird heute bei Chamborlaln einen formellen Protest einlegen. Einern Blatt zufolge ist ein solcher Schritt be- reits eine Stunde nach Beginn der Durch­suchung erfolgt.

nur Eingeweihte hiervon wissen.

Wer aber seinen Einfluß kennt und das Buch des Prinzen daraufhin aufmerksam durchlieft, wird ihn immer wieder spüren, auf allen Seilen und zwischen allen Zeilen. Hat er doch das Buch, wie Prinz Mar in seinem Vorwort dank­bar sagt, .redigiert und durch historische Quel­lenforschungen ergänzt." Kurt Hahn entstammt einer seit Generationen reichen und führenden Industriellensamilie, die ihr Judentum niemals verleugnete. Wegen eines asthmatischen Leidens lebte Kurt Hahn, der in Oxford studiert hatte, jahrelang in England. Einer der besten Kenner dieses Landes wurde er daher nach seiner Rückkehr Anfang August 1914 trotz seiner Ju­gend Leiter des englischen Referats im Auswärtigen Amt. Wegen einer Denkschrift gegen den unbeschränkten U-Bootkrieg schied er aus, bis ihn Prinz Max zum Hilfsarbei­ter in der Leitung der Reichskanzlei machte. Inoffiziell blieb natürlich Kurt Hahn wie schon früher der .alter ego" des Prinzen. Schon vorher hatte er diesem fortlaufend doli- tische Berichte aus Berlin und dem Haag wo er zeitweilig dienstlich tätig war, geschickt, ihm Reden und Denkschriften auSgear-

Berlin, 13. Mai.

Nach dem Ergebnis der Parteibesprechungen mit dem Kanzler werden die Regierungs. Parteien im Reichstag einen Initiativantrag einbringen, wonach das Gesetz zum Schutze der Republik um zwei Jahre verlängert wird. Das gleichfalls einmütige Kabinett wird von einer eigenen Regierungsvorlage absehen. Die Geltungsdauer des jetzigen Gesetzes wird auf zwei Jahre verlängert mit der Maßgabe, daß die Befugnisse des Staatsgerichts­hofes an einen Senat des Reichsge­richts übergehen. Später wird das Reichsver- waltungSgericht an dessen Stelle treten. Weiter soll die Regierung erwägen, welche Bestimmun­gen des Gesetzes überhaupt beibehalten und in das allgemeine Strafgesetzbuch über, nommen werden sollen. Der Reichskanzler wird auch mit den Oppositionsparteien Fühlung I

arbeite* ht bis. flüchtigen Schlaglichtern anweckt.

Herr von Bethrnann-Hollweg, einer der kulti­viertesten Männer der neowilhelminischen Epoche war zweifellos ein vortrefflicher preußischer In­nenminister und ein ausgezeichneter Chef des ReichSamtS der Innern. Seine Entschluß- losigkeit machte ihn aber absolut unsä­ht g, Kriegskanzler zu sein. Sein Nachfolger Michaelis war der Typ eines tatträftigen preußischen Oberprästdenten, sein Mangel an politischen Kenntissen und parlamentarischer Routine bewirkte indessen seinen Rücktritt nach einer erst hunderttägigen Amtszeit. Gras Hertling, der dritte deutsche Kriegskanzler, besaß zwar die beiden erwähnten Eigenschaften in hohem Maße, war aber zu alt und schwächlich, um die verfahrene außen- und innenpolitische Situation Deutschlands retten zu können. Das wollte mit ehrlichstem Wollen und bewundernswertem Idealismus der badische Thronfolger Prinz Max, der zweifellos ein vortrefflicher Regent des Musteiländles gewor­den wäre, ober auck er erlitt Schiffbruch u,id war das erste Opfer namer neuer tzvmpto- miffe. Das .Entweder-Oder" und das .Mit Ser Faust auf den Tisch schlagen" lag ihm nicht. Da- zu kam, daß ihn in den krtischen Wiffenstill- standstaaen eine Influenza überfiel, die ihn zwang, die politischen Geschäfte tagelang vom Bett aus zu führen und ihn sogar einmal infol­ge eines durch feisten Hausarzt zu hoch dosier­ten Schlafmittels in einen

fechSunddreißigstündigen totenähnlichen Schlsf

1 m Paris, 13. Mar.

Nungessers Bruder hält es nach ei- ner ergebnislosen Streiffahrt für möglich, daß die Flieger vielleicht, um Schneestürmen auszu- weichen, nördlich von Neufundland -gelandet ünd. Auch die Blätter ergehen »ich

^ Mutmaßungen über die Landung der beiden <win uno werreioe nauei d-ger zum Beispiel m Labrador, die durch deniDie Getreidepreise steigen.

Rewyork, 13. Mai.

Da günstiges Flugwetter vorausgesagt ist, hat Ingenieur Bellanca Anordnungen für den Start zum Lzeanflug getroffen. Berthraud und Chamberlickn erklären, sie wollten in Paris landen, in der Ueberzeugung, daß die Frauzo fen in dem Besucht nichtsBeleidigendes gegen das mißglückte Unternehmen Nungessers erblicken würden. Hauptmann Landsbera gedenkt den Start für seinen Transozewnflug ebenfalls zu beschleunigen. Er hat in den letz­ten Tagen Etappen von mehreren Tausend Kilometern zurückgelegt.

Paris, 13. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Aus Neufundland wird berichtet, daß dort die Aussagen von Personen gesammelt worden find, die das Passieren eines Flugzeugs beobachtet haben, und daß diese Aussagen tat­sächlich miteinander übereinstin,nten. Die Fest-

6ie machrn es gründttch.

Gelehrte Tasche«. Erhobene Arme.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 13. Mai.

Ueber die Haussuchung werden noch folgende Einzelheiten bekannt. Die Angestellten wur­den in den Korridoren zusammengetrieben. Die Handtaschen der weiblichen Angestellten wurden scharf untersucht. Die männlichen An- ä>u.E« m.rßwn M« sämtlichen Taschen ent­leeren und die Polizei nahm alle Briefe und sonstigen Schriftstücke an sich. Die Leiter, die diplomatische Vorrechte gemeßen, wurden gleichfalls durchsucht. Von der Straße aus konnte man sehen, daß die Angestellten mit e r- hobenen Armen dastanden, bis die Unter­suchung, die etwa fünf Stunden dauerte, beendet war. Auch Bücher, Rechnungen usw wurden genau geprüft.

Die Kampfrufe von RechS gegen dieMiß­wirtschaft in Preußen" haben bisher von Zen- trumsseite noch immer eine glatte Ablehnung erfahren, daS sich von diesem Vorwurs selbst aufs schwerste beleidigt fühlte. Welche unerfreu­liche Verschärfung aber die Beziehungen Preu­ßens zum Reich erfahren haben, lassen aufs peinlichste diegestrigen LapdtagSdebatten erken- nen, in denen Ministerpräsident Braun dem Reich abermals offene Fehde ansagte und über­haupt schwere Vorwürfe gegen die Reichspolitik erhob. So will sich Preußen aus dem Vorgehen der Reichsregierung zum Beispiel in der Frage der Vertretung im Verwaltungsrat der Reichs- eisenbahn, in gewissen Vermögensauseinander­setzungen zwischen Preußen und im Reich und neulich in der Erhöhung der Biersteueranteile an die südeutscken Stalen gegenüber den anderen Ländern benachteiligt fühlen u. gezwungen sein, seine Reckte gegen das Reich schärfer als bisher geltend zu machen. ES besteht also eine gewisse Gefahr, daß zwischen dem größten Land, das immerhin den Kern des Reiches bildet und ge­gen dessen Interessen und Stimmungen eine Reichspo.'itk auf die Dauer nicht geführt werden kann, und einer Reichsregierung, in der sich die Einflüsse von reckts stark geltend machen, Gegen­sätze entstehen, unter denen die großen allgemei­nen Interessen Schaden leiden. So erfreulich es an si-»' ist. daß in letzter Zeit die bayrische Frage der Reichspolitik keine Schwierigkeiten mehr mar so wäre dieser Vorteil doch zweifel­los allzuteuer erkauft, wenn er von einem offe­nen Kampf der beiden in Berlin amtierenden Regierung abaelöst würde.

Sehr bed.-nklich wollen uns auch die Nach­richten von beabsichtigten Preiserhöhun­gen für Ruhrkohle dünken, die schließlich nichts ar res bedeuten würden, alS daß der deutsche Verbraucher die infolge des schar­fen Wettkampfes mit England stark gedrückten Exportpreise für Kohle durch hohe Inlands­preise abzubüßen hätte. Daß dckdurch die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie ae- sördert werden würde, kann wohl niemand be­haupten, umsomehr, als eine Erhöhung der Koh­lenpreise noch immer Schule gemacht und zahl­reiche Preissteigerungen auf anderen Gebieten mit sich gebracht hat. So mutz es nicht über­raschen, daß die Eisenindustrie schon in der näch­sten Woche gedenkt, zu der veränderten Sachlage Stellung zu nehmen und die vertagte Er- Höhung der Eisenpreise wieder akut werden zu lassen. Dabei bleibt es doch sehr fraglich, ob der scharfen englischen Konkurrenz durch eine Erhöhung der Preise beizukommen ist. Die Lage im Ruhrbergbau hat sich von Woche zu Woche verschlechtert. Die Feierschich­ten nehmen zu und die Haldenbestände beginnen wieder wie vor dem englischen Bergarbeiter­streik sich aufzutürmen. Der Wettbewerbskampf im bestrittenen Gebiet ist so heitz wie noch nie zuvor entbrannt, die Preise, die erzielt werden, sind schlecht, da der englische Bergbau infolge

London, 13. Mai.

Eine starke Polizeiabteilung besetzte und durchsuchte gestern die Büro räume der russischen GesellschaftArcoS" und zwar sämtliche Schreibtische und sonstige Möbel. Niemand hatte Erlaubnis, das Gebäude zu betreten oder zu verlassen. Die extoriale russische Handelsgesellschaft blieb verschont.

London, 13. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Artur Henderson wird heute im Unter­haus anfragen, ob mit amtlicher Ermäch­tigung eine Haussuchung auf dem Grundstück derArcos" ober der russischen Handelsdeliga. timt oder beider Behörden erfolgt ist, und e i n - gehende Aufklärung verlangen.

Jnforiralion erhaltrn Wstt '".un­bestimmt an, daß britische Staatsdoku. mente entdeckt worden sind. Ein Blatt glaubt, daß die neue Entwickelung in kurzer Zeit zum

Abbruch der englisch-russischen Beziehungen führen werde. Ein anderes Blatt urteilt, daß der Innenminister im Besitz von Informationen allerernftester Bedeutung gewesen sein müsse. DaS Arbeiterblatt spricht von einer direkten Beleidigung der russischen Regierung. Wenn sich die Attion der Regie­rung gegen irgendein anderes Land unter Shn-

strllungen werden noch fortgesetzt.

Winter ist es wieder.

AuS dem Osten kommt der Schnee.

lichen Umständen gerichtet hätte, so wäre sie gleichbedeutend mit dem Abbruch aller Beziehungen. Ein letztes Blatt gibt seiner tiefen Genugtuung übe* die energische Aktton der Regierung Ausdruck.

fallen ließ. Roch in anderem gleichen sich die vier deutschen Kriegskanzler. Jeder von ihnen stand unter dem Einfluß eineS Adlatus, der ihn, wie der traurige Ausgang des Krieges zeigt, nicht gerade erfolgreich beriet. Herr von Beth- mann-Hollweg wurde von seinem Ziviladjutan­ten Legationsrat Riezler, der unter dem Namen Ruedorffer über Weltpolitik ge­schrieben hat und nach dem Kriege als Vorgän­ger Meißners einige Zeit lang Kabinettsches von Ebert war, völlig eingewickelt. Michae- liS Ratgeber war der Unterstaatssekretär von Grävenitz, ein tüchtiger preußischer Landrai, der aber die gerade unter Michaelis zur Aus­wirkung kommende komplizierte innenpolitiscke Situation auch nicht im entferntesten meistern konnte. Graf Hertling aber, alt und müde, mür­be von seinem Unterstaatssekretär von Rado- witz hermetisch abgeschlossen, so baß er durch ihn ein kritikloser Bewunberer LudendorffS würbe. Auch der Einfluß, den Kurt Hahn auf den Prinzen Max von Baden in den Jah­ren 1917 und 1918, besonders natürlich während feiner Kanzlerschaft, ausgeübt hat, ist ein unge- wöhnlich starker gewesen; ja, man kann sagen, daß Prinz Max ohne Kurt Hahn nie­mals daran gedacht hätte, sich als Reichskanz- lerkandidat zu plakatieren. Klug und zähe, von feinstem politischem Instinkt, fabelhafter Sugge­stivkraft und unerhörter Dialektik verstand es Kurt Hahn, ben Prinzen Max in den beiben ge­nannten Jahren zum Verfechter feiner eigenen politischen Ideen zu machen. Merkwürdig, baß

_ Berlin, 13. Mai.

Wie ein Blatt aus Warscha« melbct. ist t« Polen eine neue Kältewelle eingetreten Die Temperatur ist stark gesunken. In Wilna herrscht Schneetreiben.

Bubapest, 13. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Aus Transbannbien wirb ungewöhnliche Kälte ncmelbet Die Temveratnren erreichten In ein­zelnen Komitaten fünf Grad Minus Obst.

des gegen die Arbeiter errungenen Sieges preisdrückende Angebote zu machen in der Lage ist. Demgegenüber steht aber als günstiges Moment die Konjunkturverbes­serung in Deutschland, besonders die Be­lebung des Baumarktes, die einen vermehrten Kohlenabruf im Gefolge hat. Demgegenüber stehen auch die erheblichen Reserven, die der deutsche Kohlenbergbau aus der einzig dastehen­den Konjunktur während des englischen Streiks ansammeln konnte und die zum großen Teil für die technische Verbesserung der Betriebe Ver­wendung finden konnten. Der deutsche Bergbau gilt international als ein Muster moderner Ra- tionalisierung, umsomehr mutz es nun über­raschen, daß am Ende der Rationalisierungs- Periode eine Preiserhöhung stehen soll.

Roch ist die Kohlenpreiserhöhung nicht Wtrk- lichkeit geworden, denn sie bedarf erst der Ge­nehmigung durch den Reichskohlenrat und den Reichswirtschaftsminister. Es wird die verantwortungsvolle Aufgabe der beiden Insti­tutionen fein, durch eine genaue Nachprü­fung des , Sackverhaltes, insbesondere durch eine sorgfältige Untersuchung der Unkostenver- hältniffe für Ruhrkohle die Entscheidung zu tref­fen Produzenten- und Verhraucherinteressen steben sick hier sckrofs gea-'nüber Darüber hin­aus gilt e? aber so zu bündeln daß die Volks­wirtschaft, die ja beide Tesle umfaßt, keinen Schaden leibet.

belasst wie die siet

volle

versagt