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rionerten. (Paul Keßler goto ihnen drama­tisches Gesicht, Grete Klüver kleidete sie z-eit- gemäß-unzeitgemäß). Ernst Krenek variierte das Malborouqh-Thema, halb abenteuerlich- karikierenv, halb in schlichtesten gefühlvollen Wendungen, aber immer mit unfehlbarem Stil­gefühl, immer im Geist des Spiels.

Wenn auch die Sprecher, von denen Ernst Wehlau und Eva Hofmann am treffendstem charakterisierten, uns im Verein mit Mager- suppes Marionetten die Komödie nahe brach­ten, erschöpfen konnten sie Achards Spiel nicht. Mag sein, daß das Marionettentheater, das so feinen Stoff vermitteln will, noch intimeren Rahmen fordert. Mag sein, daß uns dir Um­stellung von Theater auf Puppenspiel nicht gleich restlos gelingt... Es bleibt die Ueber- zeugung, daß Achards entzückendes Spiel erst auf der Bühne mit lebenden Gestalten ausge­schöpft werden kann. Womit wir das Ver­dienst, das denKunstfreunden" und den Deutschen Puppenfpielen" gebührt, nicht schmälern wollen. G. M. Vonau.

Maria Müller

Liederabend im Scheelsaal.

Im Scheelsaal trat zum ersten Male Maria Müller, Schülerin der in Kassel bekannten Sän­gerin Emmy Müller, mit einem eignen Abend vor die Öffentlichkeit. Der gut besetzte Saal war in der Hauptsache von Bekannten und Freunden der Künstlerin besucht. Die sehr junge Sängerin bot eine gute Leistung, obwohl sie noch studieren muß. um höheren Ansprüchen zu genügen. Der Vortrag zeugte unbedingt von Musikalität, auch die Aussprache war meist gut. Tie Tonbildung konnte nicht durchweg befriedi­gen, insbesondere klang die mittlere und tiefere Lage oft leicht bedeckt, dagegen war die Höhe im Forte strahlend und klar. Es ist schade, daß die Stimme Maria Müllers noch unausgeglichen ist. denn um diese klangvolle Höhe würde sie manch andere Sängerin beneiden. Die Zusam­menstellung des Programms zeugte von feinem Geschmack und führte uns von Schubert über Brahms zu Strauß. Die Schubertlieder wurden

zum Teil vom Flügel übertönt, und die Künst­lerin tat gut daran, den Flügel während der ersten Pause ganz schließen zu lasten. Von den nun folgenden Brahmsliedern gelangMeine Liebe ist grün" bei weitem am besten. Hier wurden die technischen Anforderungen gut be­wältigt. Mit viel Innigkeit und zartem Aus­druck brachte die Sängerin dannMorgen" von Strauß. Auch die besonders ausdrucksvolle Be­gleitung dieses Liedes machte auf mich starken Eindruck. Im übrigen spielte Emmy Müller, wie bereits schon erwähnt, öfters zu laut. Das leichte, flüssige Spiel des technisch schwierigeren Parts, wie z. B. in dem LiedCäcilie" von Strauß, zeigte, daß Emmv Müller nicht allein als Gesangspädagogin und Sängerin, sondern ebenso als Pianistin starke Begabung aufweist.

Äubilüums-KunftausfteNung in Kaffe«.

Werke aus Kaffeler Privatbesitz.

Die Vorbereitungen zur großen Jubiläums- Kunstausstellung sind in ihr letztes Stadium eingetreten. In der Orangerie wird intensiv an der Herrichtung der gegebenen Räume gear­beitet. Die Magazinräume haben sich inzwischen mit einer großen Menge von Gemälden und Skulpturen gefüllt. Nachdem zunächst die Werke aus auswärtigen Städten herangeholt waren, sind in den letzten Tagen noch die ausgewäblten Stücke aus dem bemerkenswert reichen Kaffeler Privatbesitz zusammenaettagen worden. Für die moderne Abteilung ist ebenfalls weitaus der größte Teil versammelt. Es ist gelungen, von den führenden Künstlern vielfach noch ganz we­nig bekannte Arbeiten aus den letzten Jahren ihres Schaffens zu erhalten.

Harn, Liedtke dichtet.

Ein BerS-Buch des Filmhclden.

Harry Liedtke, der populärste deutsche Film­schauspieler, Held aller bei weiblichen und männlichen Backfischen beliebten Wiener, Hei­delberger und anderer Filmliebesromanc, hat Verse gemacht. Bei Axel Juncker erschienen sie

unter dem Titel:Vergeßt mich nicht!" Hier zwei Proben aus dem Buch:

Ewige Unrast.

Wen Gort zu einem großen Werk erwählt, Dem jagt er Ruh und Frieden von der Stiege, Dem setzt er nachts Frau Unrast an die Wiege, Die ihm den Traum mit harten Augen quält. Sie webt ihm Unruh in sein Kinderkleid, Sie singt ihm Ahnung in die Kinderspiele, Daß im Fast-Wiffen feiner fernen Ziele Ihn seine Jugend quält wie Kerkerleid.

Sie gibt ihm an die Füße Wanderschuh, Die ihm mit Feuer brennen seine Sohlen, Bis daß er dort, wohin ihn Gott befohlen, Im Nimermben findet seine Ruh.

Du wolltest einsam sein . . .

So sah ich dich: Am Tisch, den Kopf gesenkt Auf ein vergilbtes, eng bcschrieb'nes Buch, Die Hände, fest, wie zum Gebet erschränkr, Hielten ein kleines, tränenfeuchtes Tuch, Und hoben sich und legten wie im Krampf Sich eng um deines Nackens zartes Rund. Auf fuhr dein Haupt, und ein durchstritt'ner Kampf Spielte nachzitternd noch um deinen Mund. Ich sah dir tief ins starre Äug' hinein, An dem vertropfend eine Trane hing.

Und fühlte es: Du wolltest einsam sein, Und sprach kein Wort und ging...

Abend am Rhein.

Don

Heinrich Zerkauten.

Es steigt die Nacht an goldner Leiter hoch. Auf Sternenstufen bis zum vollen Mond. Der steht ganz einsam da und lächelt bloß, Wie einer, der viel weiß und manche schont. Der Strom geht still und schläft schon bald wohl ein.

Er zieht die Nebel wie ein Bettuch an, Schiebt sich am Brückenpfeiler sacht vorbei. Und gluckst und dreht sich auf die Seite dann. Ein einsam Schifflein treibt noch seine Bahn. Wer mag da sitzen bei dem roten Licht? Der Strom hat es tiergeffen, glaub ich fast. Und auch der Mond tut so, als wüßi' er's nicht.

Raffelet Neueste Nachrichte»

3m Dvlker parlament der Dresse.

der

Masaryk wird wieder Xichechenprüsibent.

Prag, 12. Mai. Nationalsozialisten und Mittelstandspartei beschloffen, bei der Präsiden­tenwahl für Masaryk zu stimmen. Die slowaki­sche Volkspartei hat noch keinen Entschluss gefasst.

ein Griff in die SesandtschaslSkaffe

Belgrad, 12. Mai. Der Erste Sekretär der südslavischen Gesandschaft in Rom, W u j i t s ch, wurde wegen Veruntreuung von fünfund- dreissigtaufend Lire Amtsgeldern zu fünfzehn Jahren Kerkers verurteilt.

was sie in der Inflationszeit zu wenig erhal­ten batten. Dr. Best stimmte dem Antrag der Demokraten zu, während ein Regierungsvertre­ter ausführte, durch den Antrag würden alle Fundamente eingerissen, auf die sich Recht und Wirtschaft stützen. Abg. Dr. Kahl (Tvp.l er­klärte, der Antrag entspringe wohl dem Gefühl, daß bei den Grundstücksgeschäften in der In­flationszeit die schlimmsten Unbilligkeiten vor­gekommen feien. Nach Zustimmung der Links­parteien wurde beschlossen, den Antrag einem Unterausschuß zu überweisen.

Aus VoNtik und Wirtschaft.

Eine Zeitung in einem Exemplar. In Paris teilt ein vierzig Jahre altes Mädchen eben Tag mit Schere und Leimttwf und einer Spielzeugdruckerei für Kinder eine einzige st e i t» n a ausfchlieklick kür ihren alten

Heranbildung des Lualitätsar» b eiter-, namentlich durch Fachschulbildung und gute Löhne zwecks Hebung der Berufs- freubigSeit.

Aufwerfung von ZnflatlonsverkSufen?

Ein Antrag gegen die Hausbesitzer.

Berlin, 12. Mai.

Im Rechtsausschuß wollte ein Antrag (Dem.) der Vorlage über die Verzinsung auf­gewerteter Hypotheken einen neuen Artikel ein­igen, wonach die beim Verkauf von Häusern erzielten Jnflati onsge- winne zugunsten der früheren Hauseigen­tümer gefchmälert werden follen. Rechts­parteien und Zenttum bezeichneten den Antrag als unannehmbar. Mit dem gleichen Recht wie vom Grundstücksverkäufer könnte ein Anfpruch auch von den Verkäufern anderer

Krulls Flucht aus demGrünen Wagen".

Berlin, 12. Mai. Der des Mordes an Rofa Luxemburg verdächtigte, wegen Betrugs nsw. bestrafte Leutnant a. D. Krull ist bei dnem Transport nach dem Amtsgericht in Weitzensee entwichen, indem er die ver­schlossene Tür des 'Wagens öffnete. Krull er­klärte telephonisch dem Gefängnisdirektor, daß er wiederkommen werde, wenn seiner Be­schwerde stattgegeben werde.

Arbeit macht uns groß.

Mehr Qualitätsarbeit! Religion in Fort­bildungsschulen?

Berlin, 12. Mai.

In der gestrigen Landtagsdebatte über den Handels- und Gewerbehaushalt wurde bczüg-

no im Reichstag.

Abstimmungsscherze um den Jugendschutz.

Berlin, 12. Mai.

Im Reichstag wurde gestern das Gesetz zum Schutze der Jugend bei Lustbarkeiten be­raten, das Jugendlichen unter achtzehn Jcchrea den Besuch und die Mitwirkung bei öffentli­chen und nichtSffenMchen Lustbarkeiten, Schau­stellungen usw. verbietet, wenn eine Schädi­gung ihre sittlichen, geistigen oder gesundheit­lichen Entwicklung davon zu befürchten ist. Das Verbot kann auch aulf die Bsschäftigung bei be­stimmten Lichtspielaufnahmen ausgedehnt werden. Ein Absetzusigsantrag wurde gegen die Linke und Wirtschaftliche Vereinigung im Hammelsprung mit 162 gegen 147 Stimmen abgelehnt. Daraus bekämpfte Abg. Sehdewitz lSoz.) die Vorlage scharf. Abg. Frau Wurm (So;.) setzte darauf, weil die Regierungspar- teien den Saal verlassen hatten, den Absetzungs-

Mit verffegeltem Mund

Major Buchrucker weiss nichts von Fememorden.

Berlin, 12. Mai

Im Landtags-Femeausschuß teilte Abg. Kuttner (Soz.) mit, Major Buchrucker hat in ferner nichtöffentlichen Aussage angegeben, er wisse nichts von Fememorden, wenn ihm auch bekannt sei, daß innerhalb der Arbeitskomman­dos Totschläge vorgekommen seien. Er habe Schulz geraten, sich selbst zu stellen, weil er überzeugt sei, daß Schulz mit den sogenannten Fememordennichtszutun hatte. Durch das Schweigegebot des Kottbuser Sondergerichts sei es ihm unmöglich gemacht, über die Vor­gänge vom Jahre 1923 weiteres zu sagen. Er habe sich aus diesem Grunde auch nicht weh­ren können gegen die ehrenrührigen Angriffe und Vorwürfe aus dem Reichswehrministerium. Die Aussagen des Zeugen Schmidt-Halb­schuh verfolgen das Ziel, das Reichswehr- minlsterium zur Uebernahme der Verantwor­tung zu zwingen, für die Dinge, für die es ver- antwortlich sei. Tie nächste Sitzung findet am Sonntag, den 15. Juni statt.

Wien, 12. Mai. Bei Eröffnung der Inter­nationalen Preffetagung betonte der Wiener Preffevorstand Zappler, die Bedeutung der Tagung für die Zusammenarbeit der Journa­listen und für die Berständigung der Völker. Hierauf hieß Gesandter Ludwig die Anwesenden willkommen. Namens der Gäste dankte der Präsident der Internationale Presse, Bourdon- Paris.

Parteien erstrebt. Das Zentrum will den leligionsunterrlcht obligatorisch einführen, um dem Grundsatz von Treu und Glauben im Geschäftsleben wieder zur vollen Geltung zu verhelfen, dann aber auch aus bet» assungsrechtlichen Gründen. Die Kommu­nisten dagegen behaupten, daß neunundneuzig

Zrozent aller Schüler durchaus kein Bedürfnis ach weiterem Religionsunterricht hätten. Auch bei den Sozialdemokraten, Demokraten und bei der Deutschen Volkspartei die Deutschnatio­nalen äußerlen sich noch nicht zeigt sich star­ker Widerstand. Sonst fei aus dieser Debatte nur noch derSchrei nach Quali­tätsarbeit", den namentlich die bürger­lichen Parteien als für die Konkurrenz- ähigkeit der deutschen Wirtschaft zu erfül­len als ihre Parole aufnahmen, erwähnt. Diese Qualitätsarbeit soll nicht zuletzt, wie die Links- L. hl A Sri

antrag durch, aber in einer erneuten Sitzung zu der die Regierungsparteien wieder in stär­kerer Besetzung erschienen waren, wurde gegen die Linke beschlossen, am Donnerstag die Be­ratung fortzusetzen.

Marionettentheater.

Malborough zieht in den Krieg. Theaterabend der KaffelerKunstfreunde".

Des Pariser Dichters Marcel Achard geist­volle Paraphrase über das 400 Jahre alte französische SoldatenliedMalborough s'en va-t'en guerre" wurde gestern von der Kasseler GesellschaftDie Kunstfreunde" im Logenhaus der Kolnifchenstraße als Puppenspiel aufge­führt. Inhalt und Form des Spiels deutete an dieser Stelle schon Ernst Krenek.

Es bandelt sich kurz um eine liebenswür­dige Demaskierung des hiswrifchen Helden, der in^Segcnbcn und Balladen gefeiert wird. Ohne Haß und Schärfe, mit humorvoll-lässiger Geste enthüllt Achard ebenso den Schwindel der Weltgeschichte wie sein irischer Kollege Shaw das mit töilichen Seelenenthüllungen in strena gefügter Komödie tut. Achard zeigt wie ein intrigantes Großmaul, ein grandioser Dumm­kopf in Generalsuniform, ein wahlloser Schür­zenjäger nach unverhofftem Heldentod (aber die Kugel traf den Feigling in den Rücken) als Vollsheld in die Legende auffteigt: Ein Page, die köstlichste Gestalt dieser Komödie, der die schöne Frau des Maulhelden Malborough schwärmerisch liebt, erfindet nach der Heimkehr aus dem Krieg, der Geliebten zu Liebe, d,e heldische Legende vom glorreichen Kamos und Tod des Jämmerlings. Der Page gräbt feiner eigenen Liebe das Grab. Er weckt die Liebe der geliebten Frau zu dem toten Heloen, der mit der neugebackenen Glorie weiterlebt im populärsten Sieb Frankreichs.

Achard, für den die alten Legenden vom Polksbelden nicht mehr sind wie großspreche­rische Reklame und Propaganda für moderne Größen", schildert in leicht hingezeichneten BiK>ern zwei Schicksale: das grotesk-komische des Maulhelden und das wehmütig-tragische des Pagen. Die Fäden dieser beiden Schick­sale nahmen, uns dies Spiel zum Erlebnis zu macken, vier Puppenführer in die Hände. In kleinem Bnhnenrahmen, dessen Kulisse Paul Schönte bunt und phantasievoll malte, hampel­ten, neigten sich, tänzelten und starben die Ma-

Laßt Such gegenseitig in Ruhe!

Grzesiuskis Stahlhermbllanz. Dank der Polizei.

Bis in die Nacht hinein fortgesetzt wurde dann die Debatte über das preußische P o l i- zeibeamtengesetz, das bekanntlich die Einheitspolizei im Staate schaffen, will und das bisherigeVersorgungsprinzip" beseitigt, um an seine Stelle denLebensberuf" des Po­lizeibeamten und des Offiziers zu setzen. Wäh­rend bisher die Polizeibeamten in der Regel nach 12 Jahren entlassen wurden undUeber- gangsgebuhrnisse" erhielten, sollen sie jetzt in der Regel Ausnahmen sind vorgesehen lebenslänglich unkündbar als Be­amte angestellt werden mit der Möglichkeit, aus der Schutzpolizei hinüberzuwechseln in die Kriminalpolizei, Landjägerei, Kommu­nalpolizei oder Verwaltungspolizei. Jnnen- minister Grzesinski sprach bei dieser Gelegen­heit unter Beifall des Hauses den Polizetbe- amton seinen Dank für ihre mustergültige Ar­beit anläßlich des Stahlhelmtages. Mit lebhaftem Hört! Hört! nahm das Haus zur Kenntnis, daß die Mehrkosten wegen der Alarmbereitschaft sich auf hunderttausend Mark belaufen und beifällig wurde fein Wort ausge­nommen, daß sich die Parteien doch bei Um­zügen gegenseitigungeschoren" lassen möchten, damit polizeilicher Schutz überflüssig werde. Andernfalls sei zu erwägen, ob solche Demonstrationen überhaupt noch geduldet werden könnten. Nachdem H ö r f t n g (Soz.) Verbesserungsanträge angekündigt hatte, wurde die Beratung auf Donnerstag vertagt.

Die Wohnungen Weeden gezählt.

Und auch die Wohnungsuchenden!

Wie aus einer besonderen Bekanntmachung des Magistrats ersichtlich ist, findet die laut Reichsgesetz vom 2. März 1927 angeordnete Wohnungszählung und Feststellung der Zahl der Wohnungsuchenden im Stadtkreis Kassel am 16. Mai statt. Die Zählung erfolgt durch Grundstückslisten und Wohnungskarten und zwar derart, daß für jedes Hausgrundstück eine Grundstücksliste und für jede vom Hauseigen­tümer gemietete Wohnung eine Wohnungskarte auszufüllen ist. Wohnungsuchende haben außer­dem ein besonderes Formular zu beantworten, das sie vom Hauseigentümer, Verwalter usw.. ober im Statistischen Amt Rathaus ober den zuständigen Polizeirevieren beziehen können.

Wer als Wohnungsuchender bereits in die Wohnungslipe eingetragen ist und die Aus­füllung des Meldebogens in doppelter Aus­fertigung unterlässt, wird in den Listen des Wohnungsamtes gestrichen.

Die Grundstückseigentümer, die Wohnungs­inhaber und die Wohnungsuchenden sind gemäß der gesetzlichen Bestimmungen verpflichtet, die Zählbogen aus das Gewissenhafteste zu beant­worten. Wer sich weigert oder wer die Fragen wiffentlich wahrheitswidrig beantwortet, kann mit hoher Geldstrafe belegt werden. Die Aus­teilung und Wiedereinfammlung der Zähl-

Sin verbotener Vilgerzug.

Mekka-König und Heiliger Teppich.

London, 12. Mai.

Ein Blatt meldet ans Kairo: Der König von Hedschas, Ibn Saud, hat der ägyptischen Regierung die Pilgerfahrt nach Mekka unter der Bedingung gestattet, daß die Pilger mit dem Heilgen Teppich von keiner bewaffneten Eskorte begleite fein dürfen und die Grabstät­ten nicht küssen dürfen. Wegen dieser unan­nehmbaren Bedingungen wird die Pilgerfahrt in diesem Jahre vermutlich unterbleiben.

Setzt sich Moskau durch?

Zwei Balkanstaaten für Anerkennung.

Bukarest, 12. Mak.

Der interessanteste Punkt der Konferenz der Kleinen Entente in Joachimsthal wird die Er­örterung über die Anerkennung Sowjet­rußlands sein und zwar glaubt man, daß die Tschechoslowakei und Jugosla- vien die Anerkennung nicht mehr ablehnen.

Freitag, 13. Mai 1927.

tet sich im Reichstag über die Wichtigkeit ober Rlchtwichtigkeit des Baues von Kanälen. Sie sind unwichtig, weil hier für die Allgemeinheit durch den Bau van Landstraßen, von Eisen­bahnlinien, von Siedlungen, von Wohnungen von diesen viel mehr geleistet werden kann als de» schönsten Kanal. Hier gibt es die Möglichkeit, mit Stickstoff und reichlich vorhan­dener u b e r sch ü sf i ge r Menschenkraft tu allen Teilen Deutschlands Bauernsied- kungen für Vieh, Obst und Gemüse zu schaffen, die deutsche Außenhandelsbilanz zu starken und vor allem den

Arbeitsmarkt zu entlasten.

Hier sind Millionen und Abermillionen ange­bracht, weil sie sich mit tödlicher Sicherheit für das Volksganze verzinsen. Hier ver­bluten Provinzen, weil ihr natürliches Hinter- land durch die Grenzziehung jenes amerikani­schen Paralytikers verloren gegangen ist. Unsere Ernährung muß besser werden, wenn hier die Wirtichast wieder eingerenkt wird; ebenso ent­lastet sich durch diese Arbeit und besonders durch -Siedlung dauernd der Arbeitsmarkt, der jetzt durch die zur Untätigkeit gezwungenen Ltadte und Landschaften belastet wird. Diese Landschaften des der Reichshauptstadt nächst ge­legenen Ostens dürfen kein Brachland bleiben. Man hat sie zu stark vergessen, über den Nöten des Westens. Aber auch hier droht das Aus- land. Auch hier droht der Feind. Auch an dieser Grenze fallen nicht selten Schüf- fe! Diese Gebiete dürfen nicht länger tiergeffen bleiben! Hier ist Hilfe dringliche Pflicht und ein wesentliches Stück Aufstiegs nicht nur der Ostmark, sondern des ganzen Reiches! Hier muß großzügig gearbeitet werden und vor allem rasch! Franz Lehn hoff.

17. Jahrgang. Str. Hl

Vater her, der an Melancholie leibet, wes­halb sie ihm eine Zeitung mit nur erfreu- lichen Nachrichten gibt.

Ein Ständchen für . . . Großdeutschland. Nach einem Ständchen österreichischer Eisenbah­ner für Reickistagspräsident Loebe betonte dieser: Wir wollen gemeinsam dabin arbeiten, daß demnächst in diesem Saal die Vertreter von Wien, Salzburg und Linz sich mit den Vertre­tern von Norddentschlanb in der großen beut- schen Republik zusammensetzen. In diesem Saale sitzt keine Partei, die nicht den Takt des Zusammenschlusses erleben möchte.

Vo« Land zu Land vertrieben. Aus der Türkei wurden auf Wunsch Moskaus zweitau- fenb Mitglieder der Wrangel-Armee als staatenlos ausgewiesen. Sie werden durch Vermittlung des Völkerbundes nach anderen Ballanstaaten gebracht werden.

Gnade für einen reuigen Sünder. Der russi­sche Flieger T i m o s ch a k, der in einem Mili­tärflugzeug Polen Nachrichten über die Rote Armee überbracht hatte, wurde in Moskau zu­erst zum Tode verurteilt, dann aber zu sechs Jahren Kerker begnadigt, da er nach Rußland zurückkam und seine Tat bereute.

Um einen Kopf ärmer. Der schon in einem Teil der gestrigen Ausgabe berichtete Tod dcS Kalisyndikats-Vorsitzenden Geheimrat K e m p - ner erfolgte nach einer feiner wichtigsten Er­kundungsfahrten nach den Vereinigten Staaten in Amsterdam an Herzschlag. Die souveräne Be­herrschung des Aktienrechts und seine nie ver­tagende Geschicklichkeit ließen Kempner zu einem der hervorragendsten Techniker in der Leitung von Generalversammlungen werden.

Auch Notstandsarbeiter tiersicherungspflichtig. Auch Notstands- und Pflichtarbeiter sind zu versichern, weil der Abschluß eines Arbeitstier- träges nicht Voraussetzung für die Begründung der Unfallversicherung ist. Die Beiträge sind von demjenigenUnternehmer" zu entrichten, für dessen Rechnung die Arbeiten gehen.

Die deutsche Riefenbrücke am Balkan. Die zurzeit von Deutschland allsgeführte große Eisenbahn- und Straßenbrücke über die Donau zwischen Belgrad und Pantschowa wird von zwanzig Firmen auf Repara­tionskonto für etwa 22 Millionen Mark ausgeführt und zwar von fünfundzwanzig deut­schen Ingenieuren mit etwa taufeitb Arbeitern. Neues aus Kaffe!.