Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
L»r Äafleln Steuefteu Hatbnctiten etfibtinen wöchentlich lechsmal nachmiiragS Der Äbonnemenisprei» beträgt füi Öen Monat 2.— Z bei freiet Zuftellong in» Han», tn bet GefckäftSftelle abgebolt 1.80 Z. Dor» bte Poft monatlich S.— X insfchlieftltch Snfteflungegebübt Verlag und Sfebaftion $d>lad)thofftrafie 8S1SO. >>ernkprecher »51 and 952 Wüt an verlangt etnaefanbte #t ei trägt kann bte Retraktion eine Beranttnortnng oder ®emäbt in keinem Walle übernehmen. Rück- "Blnng beb SewflSgeibe» ober Ansprüche wegen etmttget nttfv nrff""tta#mäfttgei ?:ef»ritnfl fff anbaetchsoffen Poffscheckkontv Wrankfnrt am Main Nummer «ssc
Hessische Abendzeitung
flnietgenoretfe: (Stnbetmtftbe ®efd>ält»antetgen Seile 20 4. auSwänige VeichäftS. an teigen Seile 30 4 Kamtltenanr. Seile 20 4. LI. Änz. aus Kassel b. ’Sort 4 4. nusw. tl. An,. Seile 20 4 Reklamen Seile 75 4. Cffertgebübi 20 4 (bet Sui. »er Offerten 50 4 Rechnungsbeträge tnnerb. 5 lagen zahlbar Wüt b. Richtigkeit aller durch Wernforedtet aufgegebenen Antigen sowie für Aufnabmebaten und Plätze kann nicht garantiert werben. Wüt Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Jchlatritbofstrafte 28/80. Geschäftsstelle: KSlnfsche Strafte 5. gegenüber der Soobrftrafte Wernfttretber 951 und 952
Nummer 106. Amtliches Organ der Stadt Kaffe».
Sonnabend, 7. Mai 1927«
Amtliches Organ der Stadt Kaffe». 17. Jahrgang
Marx bannt die Krisengespenster.
Motional(o$ialiften unbStiiWmtog
Verwaltungsreform?
Wann kommen Steuer
Recht hätten, sich dagegen aufzulehnen, wie ein, etwas Neues nicht bringen konnte. Erfreulich ist
an den letzten Ausführungen des Finanzmini
ruf erlassen. Dreitausend Hektar kanadischen Landes stehen bereits unter Wasser.
Berlin, 6. Mai.
Für die ge!
der Regie- empfohlen.
Stcgerwald gestern u. a.: Für die Anschluß frage bleibe entscheidend, daß die Oesterreicher ein Volk mit alter Kultur seien und daher ein
Auch das Recht wird moderner.
Was der Landtag »och durchsetzen will.
Hottentotten Volk auf dem politischen Schachbrett behandelt zu werden. Die Behandlung Oesterreichs durch die Siegerstaaten fei ein Hohn auf das Srlbstbestimmungsrecht der VSl ter. Die Arbeiterschaft würde in Zukunft noch oerstärkt gemeinschaftlich für dir Verwirklichung ihrer gemeinsamen Ziele kämpfen. Wenn die Oesterreicher sich für den Zusammenschluß entscheiden sollten, würden sie bei uns mit offenem Armen ausgenommen werden.
Man verweist darauf, daß in allen Ländern mit ebgeschaffter Todesstrafe eine etwaige Steigerung der Kapitalverbrechen nicht zu verzeichnen
Preußens Fehdehandschuh / Gründe für die Auflösung / Keine Vorbedeutung aber doch böse Vorzeichen für Sonntag / Offene Arme für unsere Donaubrüder.
rung der Gefangenen, Handlung, Erletchtei
Wen« die Wollen bersten.
Hagel, und Wolkenbruchschäden weit und breit. (Privat-Telegranrm.)
Ragold, 6. Mai. Gestern nachmittag ging über Ragold ei« schwerer Wolkenbruch nieder, der Teile der Stadt überschwemmte. Der Hei- zer einer Möbelfabrik wurde vom Wasser zu Boden gerissen und mit Schutt und Brettern überdeckt, sodaß er ums Leben kam.
Coburg, 6. Mai (Privattelegramm.) Gestern nachmittag ging hier ein seit fünfzig Jahren nicht erlebter wolkenbruchartiges Hagelwetter nieder. Der Ertrag der Obsternte ist schwer in Frage gestellt. Die Hagelkörner erreichten beträchtliche Größe. Wintersaat und Futtergewächse sind zerschlagen. Die Feuerwehr pumpte das Wasser aus den Häusern._________
(Durch Funkspruch.)
Berlin, 6. Mat.
Im Grünewald überfielen gestern rote Frontkämpfer einen VolizeUastkraftwagen, weil ein Mitglied des K. P. D. zwangsgestellt wor- den war. Die Demonstranten wurden von den Polizeibeamten mit dem Gummiknüppel auseinandergetrieben. Drei Polizeibeamte wurden leicht verletzt, fünf Kommunisten zwangs gestellt.
Was geht im Kabinett vor?
Krisengerüchte im Reich und Preußen. (Eigener Informationsdienst.)
logen etwa fünfzig Ausschubanträge neben zabl- reichen Beamtenwünschen, Reformvorschläge für den Strafvollzug, die Sozialverstche- ~ _ . bessere ärztliche Be
handlung, Erleichterung des Wiederaufnahmeverfahrens usw. vor. Außerdem liegt der Antrag vor, daß die Polizei Druckschriften ohne richterliche Entscheidung nunmehr auch beschlagnahmen können soll, wenn das Delift der Gotteslästerung gegeben ist. Bon den Linksparteien wird u. a. der Standpunkt der Regierung „zur nochmaligen Erwägung" empfohlen, ob tatsächlich im kommenden Strafgesetzbuch die Todesstrafe beibehalten werden soll.
Berlin, 6. Mai.
Die gestern erfolgte Auflösung des Gaues Berlin-Brandenburg der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei stützt sich laut Pressenotiz vor allem darauf, daß Führer und Mitglieder der Partei zu Gewalttätigkeiten gegen politisch Andersdenkende aufgefordert haben und vielfach auch zur Tat geschritten sind. Ministerpräsident Braun erklärt in einem Preflearti- kel, diese gewalttätige Bewegung werden wir in Berlin und in ganz Preußen im Keime ersticken. Innenminister G ic z e s i n s k i schreibt: „Für die Veranstaltungen des Stahlhelm haben die Vorgänge bei den Nationalsozialisten keine Bedeutung. Es wäre falsch, wenn die Bevölkerung Berlins sich über den kommen- den Sonntag beunruhigen würde.
Berlin, 6. Mai. (Funktelegramm.) Die Auflösung des Berliner Nationalsozialistenverbandes erfolgte auf Grund der schon gestern gemeldeten blutigen Ausschreitungen tn einer Versammlung gegen Pfarrer Struwe, der blutig geschlagen wurde, und einen Pressebericht- crstatter. der auf die Straße gesetzt wurde. Die Polizei besetzte den Saal und stellte bei elf Personen Waffen fest. Neunundzwanzig Sistier- te wurden später wieder auf freien Fuß gesetzt. Entgegen der ursprünglichen Annahme befanden sich unter ihnen nicht die Urheber der schlveren Ausschreitungen in der Versammlung.
Schon jetzt blutige Köpfe.
Kommuniftenüberfall und Krawalle.
landskrediie. Damit ist im Grunde schon zugegeben, daß der Dawes-Nla« aus die Dauer nicht durchführbar ist. Die letzte Probe auf den viel bewunderten wirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands find weder die Kartelle, noch dte Derflüsfigung der Kohle, noch sonst etwas der Art, sondern es wäre die Steigerung der Ausfuhr über die Einfuhr. DaS zu erreichen, ist keine OrganisationAraft imstande auch die deutsche nicht, eS sei denn, daß mit dem jetzigen internationalen System gebrochen wird, wonach jeder Staat seine Zölle mit der Absicht sestsetzt, fremde Einfuhren soweit wie möglich zu verhindern. Darum wird auch der praktische Wert der Welttvirtschastskonseren; für uns in erster Linie davon abhängen, ob in der Richtung aus den Abbau dieses Systems etwas erreicht wird oder nicht.
Nacktem l» bett Ministerien und z. T. auck schon in bett Parlamenten bet Hochbetrieb wieder eingesetzt bat fühlen sich namentlich die leitenden Kopse g-drnngen, die Seitgenofien für ihre bockfliegenden Pläne zn begeistern, wie sie kürzlich wieder Reichssinan,Minister Dr. « S b- l e r boffnnngssrendig vor uns ansbreitete.
Es ist in letzter Zeit ja sehr viel über die Steuerpolitik des Reiches geschrieben und gesprochen worden, sodaß an sich dieses Thema
sters lediglich, daß er Steuererhöhungen ganz entschieden ablehnt, daß dagegen die Steuer- ermäßigungsmatznahmen fortgesetzt werden müßten und würden. Die Steuerermäßigungspolitik denkt sich der Minister anscheinend so, daß die Länder und Gemeinden veranlaßt werden, abzubauen. Diese Polittl hätte den Vorteil, daß endlich einmal eine gewisse Gleichförmigkeit in das Steuersystem käme und daß die Steuern in Esten nicht anders wären als in Kastel und daß man in Bayern als Steuerobjekt genau so behandelt würde wie beispielsweise in der freien Hansastadt Bremen. Von diesem Gesichtspunkte aus dürfte auch die F i n a n z a u s g l e i ch s p o l i t i k zu brioerleit sein, die Herr Dr. Kodier eingeschlage.e hat und die so sehr bekämpft Word: i ist. cs dem neuen Haupte der Reichsfrnanzverw-ltung gelingt, auf dies Weise eine größere Einheitlichkeit zu erzielen und die damit verbundenen Vereinfachungen in der Durchführung der Steuerpolitik zu erzielen, so könnte man sich mit dieser Art, eine Reform unseres Verwaltungsapparates möglich zu machen, einverstanden erklären, wenn auch nicht verschwiegen werden darf, daß der Weg sehr schwierig zu gehen sein würde.
Genau so wichtig aber wie die Durchführung der Rationalisierung der Verwaltung ist es, daß einmal unser ganzes Steuersystem auf eine einfachere Formel gebracht wird und daß einmal Schluß gemacht wird mit der Hydra von Steuern. Wenn man das Gleichnis vom Irrgarten, aus dem man sich nicht wieder heraus« sindet, treffend anwenden tarnt, so ist es in unserem Steuerrecht der Fall. Immer neue Köpfe hat die Steuerhydra geboren und schließlich ist er' beinahe soweit gekommen, daß jeder sich einen eigenen Steuerterminkalender halten muß, der jeden Tag die Beschäftigung mit einer anderen Steuer verlangt. Diefes ungemein komplizierte System, in dessen Maschen sich mancher so verstrickt hat, daß er dabei den Boden unter den Füßen verlor, und plötzlich seine Existenz gefährdet sah, muß vereinfacht werden. Wenn das erst einmal geschehen ist, dann wird man auch mit der Rationalisierung ter Verwaltung schneller vom Fleck kommen. Man wird wenigerRegi st raturen brauchen, man wird im Auskunftsdienst und in der Veranlagung sparen können und die Folge davon würde sein, daß wir überhaupt weniger Steuern würden bezahlen brauchen. Die Sympathien der Oeffentlichkeit werden dem Minister bei diesem Beginnen unbedingt gehören und er wird sich dabei der stärksten Unterstützung aller Kreise erfreuen können. Leider aber wird man vorläufig dem ganzen Reformwerk noch etwas skeptisch gegenüberstehen müssen. Es sind schon so viele Reformen geplant rmd so wenig ausgeführt worden, daß man beinahe versucht ist, mit dem Dichter auszurufen: »Die Botschaft hör' ich Wohl, allein mir fehlt der Glaube!" Dr. A. L.
ettergraue in Maientagen
Immer neue Hiobsposten aus dem MisfisfiPPi-Chaos.
Falsches Lob.
f Ein Wort zur Weltwirtschaftskonferenz.
! Von
Von Dr. Paul Rohrbach.
In Genf und anderswo haben die Wirt- schaflskoryphäen die enge Verflechtung der Weltwirtschaftsinteieffen kundgetan und die deutschen Minister betonen immer wieder, daß unsere wirtschaftliche Gesamilage „noch in keiner Weise zum Optimismus berechtigt", und daß unsere öffentlichen Lasten im Vergleich mit denen anderer Länder „in ihrer Auswirkung sehr viel schwerer sind", trotz gegenteiliger Behauptung. Im Auslande ist es jetzt, man kann sagen „große Mode", Deutschland zu bewundern. Man bewundert uns in Frankreich, man bewundert uns in England, man bewundert uns in Amerika. Mit diesen Bewunderungen geraten wir aber aus ein gefährliches Gebiet, und die Gefahr ist umso größer, le sicherer man auch die Konferenz in Genf dazu benutzen wird, uns Bewunderung zu servieren utkd dann zu sagen: Wer so bewundert wird, dem mutz es doch leicht fallen, zu zahlen! Schrieb doch erst kürzlich ein wenig deutschfreundliches Londoner Blatt: Wir haben in der Erholung Deutschlands „eines der größten Wunder der Nachkriegsperiode" gesehen! Die deutsche Wirtschaft, heißt es weiter, hat durch ihre erstaunliche Disziplin ein gewaltiges dreifaches System ausgebaut, indem sie die Kohlen- produktion methodisch rationalsierte, For- schungsergebnisse der Chemie meisterhaft verwertete und ein großes Gebäude von Kartellen errichtete.
Die deutsche Rationalisierung und die deutschen Kartelle machen manchen Leuten Kopsschmerzen, sodaß man in Paris keinen Vertrag abschließen zu können vorschützt, weil die deutsche Industrie durch ihre Kartellierung zu sehr überlegen sei; FrankretchS Wirtschaft müsse diesen organisatorischen deutschen Vorsprung erst aufholen. Deutschlands Valuta-Kunststück, die sogenannte Verflüssigung der Kohle, die der Anfang vom Ende des Oelmonopols der Petroleum erzeugenden Länder war, der Riesenaufschwung der Stickstoffproduktion, haben denn auch die Londoner Prefleäußerung veranlaßt: Deutschland baut ein „gewaltiges System der Wirtschaft" jetzt mit derselben Gründlichkeit aus, wie eS emst feinen Militärstaat auf- gebaut hat! ES mag viele Deutsche geben, denen solche Worte glatt einaehen. Wir möchten aber demgegenüber aus das magere Fazit unserer Finanz- und Wirtschaftsmtnister Hinweisen, daß die Sachverständigen des Dawes-
Berlin, 6. Mai. Bei kommunistischen Kundgebungen kam es zu sechs Zwangsgestellungen wegen Richtbekolgung polizeilicher Anordnungen.
Seid willkommen!
Stegerwalds Treuschwur für Oesterreich.
(PrivadLelegramm.)
Berlin, 6. Mai. Das Kabinett besprach gestern die aufgetauchten Mctnungsverschiedeu- heiten auf Grund der tiefen Enttäuschung der Leutschnttionalen über die angeblich nicht ge- nügenve Aktivität in der Autzenpolttik. Es wird gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß die radikale Strömung innerhalb der deutschnationalen Außenpolitik auS diesem Grunde wieder mehr in Erscheinung getreten ist. In innerpolitischer Beziehung treten die deutschnationalen Bedenken über das Kon - t o r d a t namentlich vonseiten des evangelischen Bundes in Erscheinung, der auf ent Volkseat- scheid hinarbeitet. Reichsjustiznnnlster Dr. Hergt brachte alle diese Momente zur Sprache, auf die der Reichßaußenminister einging. Eingeweihte Kreise wollen wissen, daß letzterer euch die Konkordatsfrage zur Debatte gestellt und zum Ausdruck gebracht habe, daß er persönlich jetzt die Notwendigkeit eines Kontor. datS erkannt habe. Anscheinend will die Opposition eine offene Kabinettskrise herbeiführen. Wie wir von maßgebender Seite erfahren, ist man jedoch im Kabinett davon überzeugt, daß die Meinungsverschiedenheiten sich ohne größere Schwierigkeiten beilegen lassen werden. Das Zentrumsorgan meint sogar, daß in der nächsten Zeit auch die Oppositionsparteien ihre Feuerprobe zu bestehen haben werden. Riemand bestreitet ihnen das Recht der sachlichen Kritik und der Bekämpfung der Regierungspolitik. Aber die Art, in der sie von diesem Rechte Gebrauch mache, könne entscheidend sein für ihre eigene Position und die Weiterentwicklung der gesamten Politik. Man will daraus schließen, daß das Zentrum die Koalition mit den Sozialdemokraten aufzugeben und eine Regierungsgemeinschaft nnl
<Yn einem Vortrag vor den christlichen Ge- der Deutschen BoNspartei und den Deutsch werkschasten erklärte^ Ministerpräsident a. D. nationalen in Preußen einzugehen gedenkt.
Reworleans, 6. Mai.
Schwere und andauernde R e g e n f L l l e find während der letzten vierundzwanzig Stunden ntedergegangen, wodurch die Leiden der Ueber- schwemmten noch vergrößert werden, denn die Flüchtlinge lagern in Zelten. Nahezu fünfhunderttaufend Acres reichsten Baumwoll. und Zuckerlandes stehen unter Wasser. In Louistana allein bedecke« die Flute« drei Millionen.
Rewyork, 6. Mai. (Durch Funkspruch.) Im Staate Louisiana find weitere Dämme gebrochen. Biele Dörfer mußten geräumt werden Außerdem ist die Stadt Rayville durch einen neuen Dammbruch bedroht. Die Hebet» schwemmung von New-Orleans dürfte kaum noch abzuwenden sein.
M
Sn Kanada nicht viel ander«.
London, 6. Mai. Aus Montreal wird gemeldet, daß die Ueberschwemmungen zur Ausdeh nung neigen. Das Rote Kreuz hat einen Auf-
Magdeburg, 6. Mai. (Privattelegramm.' An einer stark besuchten nationalsozialistischen Versammlung, in der Abgeordneter Strasser sprach, kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, wobei Straffer eine schwere Kopfverletzung erhielt. Das Ueberfallkommando griff ein.
Plans selbst zugegeben hätten, Leistungen von Regelmäßigkeit und Dauer seien aus der Wirtschaft eines Schuldnerlandes nur herauszuziehen, soweit sie durch den Ueberschuß der Ausfuhr über die Einfuhr ausgeglichen ^vür- den, und daß durch Reparationen nicht der Lebensstandard des deutschen Volkes auf Tiefstand gehalten werden darf. Unsere Äussuhr- zifsern hatte» nach 1925 nach altem Geldwert ein Minus von beinahe 2% und nach neuem Geldwert eins von mehr als vier Milliarden Mark, rnd d i es e Ziffer muß denen entgegengehalten werden, die mit oder ohne Nebengedanken, ihre Bewunderung für Deutschland so lauten Ausdruck geben. Natürlich wird in Genf auch davon wieder die Rede sein, daß Deutschland seinen Reparationstribut bisher glatt bezahlt hat. Das hat es, aber erstens bat es ihn nur mit Hilfe der Anleihen bezahlt, die aus dem Auslande gekommen sind, und zweitens ist die Höchstquote des TributS, die auf unbestimmte Zeit bestebn bleiben soll, noch gar nicht erreicht worden. Herr A. P. Demtis ist in seinem Artikel aufrichtig genug, zu be- merken, die Durchführbarkeit des DawesplanS sei für Deutschland abhängig von einer „fast übermenschlichen" Ausfuhrsteigerung — oder von der Fortdauer des Systems der Aus-