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Kassckr NeUste Nachrichtm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Dienstag, 3. Mai 1927

Moskau Wirbt jetzt wieder um Europa

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zug statt. Die Prin- in Leiden fptt

zessin setzt ihre Studien

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Affäre antifaschistisch eingestellt waren. Neber hundert zum TcU einflußreiche Journalisten stnd endgültig aus ihrem Berufe verdrängt.

Nochmals tber den Ozean

Rückflug de Pinedo- von Neufundland.

Rom, 2. Mai.

Die vollständige Faschisierung des Ualieni- schen Pressevereins durch strenge Auswahl der

Mit dem gestrigen 18. Geburtstag der P r i n- zessin Juliana, der künftigen Königin von Holland, ist diese nun mündig und darf jetzt an den Sitzungen des StaatSrats trilnehmen. Außerdem erhält sie an diesem Tage als Wohn­sitz ein eigenes Palais. In Haag sand ein historischer Umzug statt. Die Prin-

rriebsficherste Flugzeug erhält den Preis hunderttausend Dollar.

Schanovat» feurige TRaigrflfte.

Schanghai, 2. Mat. (Funkielegramm.) Ein britisches Kanonenboot und ein HilfSschiss wur­den in Schanghai von den T s ch i n k i a n g - sortS beschossen; letzteres erhielt drei Treffer. DaS Schiff erwiderte das Feuer und brachte daS Fort zum Schweigen.

Schanghai, 2. Mai. (Funkdienst.) Die Ja­paner haben das ganze obere Uangtsetal westlich von Hankau geräumt.

N lcht mehr fo stürmisch toi# früher.

Ueberall ruhiger Verlauf tm Reich.

Berlin, 2- Mai.

Die Maifeiern im Reiche stnd unter nicht ge- rade großer Beteiligung vor sich gegangen. Auch die Berliner Versammlungen und der Anmarsch der Massen im Lustgarten waren nicht so stark als in den früheren Jahren.

Essen, 2. Mai. (Privattelegramm.) Die Maifeier ist durchweg ruhig verlaufen. Zwischen­fälle haben stch nicht ereignet.

München, 2. Mai (Privattelegramm.) Die Maikundgebung auf der Tberesienwiese war in­folge des ungünstigen Wetters etwas schwächer besucht als in den Vorjahren. Die Kommuni­sten hatten sich vor einem eigenen Podium ver­sammelt, doch war die Teilnahme gering. Zu Störungen ist es nicht gekommen.

enthalten, andernfalls Todesstrafe angedroht wird. Sämtliche fremdenfcindltche Plakate ,in6 neuerdings abgeriffen worden. Ein Blatt meldet aus Schanghai: Die neue Re­gierung in Nanking werde formell einge­setzt werden. Sie besteht au8 einem Ausschuß von 15 Personen unter General Hiuyungtschicn.

Nrwqork, 2. Mai.

Das neue Flugzeug für de Pinedo ist hier eingetroffen, de Pinedo aedenkt sich nach dem Geulkte der großen Seen nuu) Kanada und Neufundland zu begeben, von wo die Ueber- guernng des atlantischen Ozeans nack> Lissabon erfolgen soll.

Der richtige Weg.

Zum Wohle Deutschlands und Englands.

Von

Ramsay Macdonald, ehemaliger Erstmintster.

London, L Mai.

Der englische Arbeiterführer, der als einzi­ger aufrechter Gegner des Krieges gegen Deutschland stch damals den Hitz der Volks-

Nummer 102. Amtliches Organ der Stadt Kassel.

Amtliches Organ der Stabt Kassel. 17. Jahrgang

zuschlietzen. Allerdings wird der Konferenz keine ausübende Gewalt zustehen. Sie kann durch Entschließungen nur ihrer Meinung Ausdruck geben. Aber-Deutschland und England sollten es sich angelegen sein lassen, die nach reiflichen Erwägungen sich ergebenden Entschließungen der Konferenz, so weit sie zur unmittelbaren praktischen Verwendung geeignet sind, zum Ab­schluß von Handelsverträgen zu be­nutzen. Außerdem bieten derartige Konferenzen Gelegenheit zu Beratungen und Besprechungen privater Kreise, die nicht unbenutzt vorüber­gehen dürfen. Ein vollkommener Einklang der wirtschaftlichen und industriellen Interessen Deutschlands und Englands, der keinesfalls ge­gen andere Staaten gerichtet zu sein braucht, sondern die Wohlfahrt der ganzen Welt im Auge hätte, würde beiden Staaten, Deutschland und England, unabsehbar« Vorteile bringen.

Zurück nach Europa!

MoSlauS neue Devise für Genf.

kSigener Informationsdienst.)

Berlin, 2. Mai.

Wegen der schweren Rückschläge in China hat die russische Außenpolitik anscheinend eine Neuorientierung vorgenommen und will nun das Schwergewicht ihrer Propagandatätigkeit wieder nach Westeuropa verlegen. Die franzö- fische und englische Presse befürchtet, daß die rusfische Delegation ihre Anwesenheit in Genf dazu benutzen wird, um eine rege politische Propagandatätigkeit vorzubereiten. Bon dem Erscheinen der Russen in Genf wird auch eine Sabotierung der Arbeiten der Weltwirt­schaftskonferenz erwartet, denn man macht sich auf umfangreiche Vorträge und Anträge der russischen Delegation gefotzt. Auch wird man eine Aendcrung in der Haltung der Moskauer

1OOOOO Donar für bas sicherste Flugzeug

Newyork, 2. Mai. (Durch Funkspruck.) Ein reicher Amerikaner hat 250 000 Dollar für die Erlangung größerer Sicherheit im Flugwesen gestiftet. Es soll ein internationaler Wettbewerb veranstaltet werden. Tas be-

Kabinettskrife in England? Baldwins Tage gezählt. Und der Nachfolger? (Eigene Drahtmeldung.)

London, 2. Mai.

Laut Pressenotiz fühlt sich Baldwin sehr amtsmüdr und denkt daran. Nächstens von sei­nem Amt zurückzutreten. Der Rücktritt wäre schon längst erfolgt, wenn man stch über einen Nachfolger hätte einigen können. Als An­wärter ständen sich aber Chamberlain, Churchill und Lord Birkenhead gegenüber. Außerdem wird mitgeteilt, daß Lord Asquith ernstlich erkrankt sei.

£nt Hafletn Reuesten «achncknea «rtche neu w0<deulliS> i «bemal aachminaa» Oer flbonnementeprtte beträgt <Qi den Monat S. X bet steter Zustellung nl Hau», tn der VetLSNsstelle ibgtboU LW X. Dur» btt Soft monatlltb 1. X lueftbl'tftlt* .Saftennnq#aebübt «erlag nnb Redaktion $d)Iad>thofftraftt 8S/8fl. *ernstrecket «I und t>iS Mr unverlangt «twestndte SlettrSae kann di« Re­aktion eine Berantwormng oder ®en>8fn st keinem Walle übernehmen Rflck- >hfnno ded Re,na5aeldkd oder Aniorück» wetten -st-rtaer nl*1 -^"nnaksttSsttger

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Mussolini lötet den Seift.

Die Preffe als Opfer des Faschismus / Ohne Beruf und Brot. Schwindender Fremdenhaß in China / Tritt Daldwien bald zurück? Coots Generalstreiiparoie.

Snteigenoretie: l£tRbetmtfibe <Scfdiäft8anteigen .iriefli a auoroarttge SeickSitd. aBtetaen Set le SU -l ftam'lienan,. -teile3t) A- Kl. Snz. au« ikastel 6. Sort 4 A. ausw. kl An,. .Seile 20 A Reklamen .Beile 75 A. Cffengebübr 20 A Ibei Aus. 6er Offerten 50 A RecknunaSbeträge tnnerb. 5 Tagen tablbat ftflr d. Richtig, kett ei durck ftemWreibet aufaegebenen ümetaen stwie ffit flufnahmebaten und Plötze kann nickt atranner werden ftflr Anzeigen mit besonders ftbnre» rtgem Satz 100 Provnt Aufschlag. Druckerei: $*t iwhctftrafre 3Rt30. GelckSttK. stelle- Kölnische Strafte 5. aearnfiber bet Sooftrstrabe fternstrecker OM und 952

Der (Wtnerontietf läßt sich nicht verdreten

London, 2. Mai. (Eigener Drahkbericht.) Bei der Maifeier im Heydepark (®. a. L S. 4. Sp.) führte Bergarbeitersekretär Cook u. a. aus: Im letzten Jahre stnd wir unterlegen, aber nur vorübergehend. Die Regierung hat eine Vorlage eingebracht, durch die ein neuer Generalstreik verhindert werden soll, ob gesetz­lich oder gesetzwidrig: Es wird einen neuen Generalstreik geben. (Beifall). Diese Gewerkschaftsvorlage ist die größte Herausforderung, die die Arbeiterschaft empfangen hat. Ich begrüße ste.

Shina besinnt sich wieder.

Auch Hankau nicht mehr fremdenfeindlich.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 2. Mai.

Aus Hankau wird Übereinstimmend gemel­det, daß ein Stimmungsumschwung eingetre- ten ist. 84 Stimmen wurden für Tschang- katsche! und nur 22 gegen ihn abgegeben. Infolgedessen wurden die Einwohner angewie­sen, sich jeder fremdenfeindlichen Agitation zu

Was ollen Völkern nützt.

Freie Bahn für die Weltwirtschaft!

Konstanz, 2. Mai.

Auf einer Volksparteiverf ammlnng be­dauerte der aus Mailand zurückgekehrte Wirt­schaftsminister Dr. CurtiuS, daß eine Zu­sammenkunft mit feinem italienischen Kollegen wegen dessen Behinderung sich nicht habe er­reichen lassen. Die Zurückhaltung der öffent­lichen Meinung gegenüber der Weltwirtschasts- konferenz sei verständlich. Es gälte, entschlos­sen alle Chancen auszunützen, um die Solida rität der Weltwirtschaft treibenden Nationen zu fördern und den Protektionismus zu be­schneiden. Mit dem vorgesehenen Zwecke der Weltwirtschaftskonferenz sei allerdings der hochschutzzöllnerische neue französische Zolltarif unvereinbar. Tie Verhandlungen mit Polen nähern stch dem entscheidenden Stadium.

Vorsprung gewährt und ste daher zu einem ern­sten wirtschaftlichen Faktor für Europa macht, liegt das Hauptinteresse Englands an einem wiederhergestellten Deutsch­land. In allen englischen AnSsuhr-Jndustrien, mit der alleinigen Ausnahme der Kohle, deren Ausfuhr an Wichtigkeit zu verlieren scheint, ist Deutschland Englands größter Rivale. ES wäre aber ein Mißgriff errster Ordnung, wenn wir darnach streben würden, unsere industrielle Po­litik ausschließlich nach den Bedürfnissen briti­scher Märkte einzurichten. Wir müssen fortge­setzt bemüht bleiben, einen beträchtlichen Teil des Weltmarkts für unS zu erhalten. Reichs­und Weltmarkttnteressen müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Die unleugbare Tat­sache, daß uns Deutschland ernste Sorgen berei­ten kann, zwingt unS, eine Verständigung mit Deutschland anzustreben, wenn unS daran gelegen ist, eine Verarmung bei­der Staaten zu vermeiden. Sollte England an dem Stahl-Kartell zwischen Deutschland, Frank­reich, Belgien, Luxemburg und dem Saargebiet teilnehmen? Zweifelsohne, vorausgesetzt, daß es zu seinem Vorteil gereicht. Gegenwärtig macht sich ein wirtschaftlicher Aufschwung gel- tend und der Wettbewerb bietet verlockende Aussichten. Die Erfordernisse der Lage deuten auf die Notwendigkeit gemeinsamer HandelSbe- Hörden, denen die Austeilung der Märkte unter­stehen sollte. Die wirtschastlichen Folgen der politischen Neuordnung Europa- stnd von ern­ster Bedeutung für beide Staaten. DaS augen­fällige Ergebnis engherziger Nationalwirtschaft mit ihren Zollbarrikaden ist die Verarmung Europas und die Verzögerung seiner Wieder­gesundung durch- Verhinderung des AuSlauschs von Produtten, wodurch Vergeudung an Kapi­tal und Arbeit herbeigeführt wurde.

Deutschland und England sollten mit den möglichst niedrigsten Zollsätzen einander entge­genkommen und England sollte durch seine eige­nen Maßnahmen der allgemeinen Neigung zum Schutzzoll entgegenarbeiten. In erster Linie sollte England bemüht sein, eine allgemeine Stabilität der Zollsätze herbeizusühren. Schwan­kende Währungen rufen teilweise die Wirkung von Zollsätzen, teilweise von Prämien hervor. Daher haben Deutschland und England das größte Interesse daran, internationale Wäh­rungs-Stabilität herbeizuführen. Selbstverständ­lich stnd wir auch an der Lebenshaltung unserer Arbeiter interessiert, an hohen Löhnen, an der Zulänglichkeit und Wirksamkeit unserer Wohlsahrtseinrichtungen. Deutschland und England laufen Gefahr, die Lebenshaltung ihrer Arbeiter durch die degradierende Lebens­führung beeinflußt zu sehen, die Länder, die ganz bestimmte Waren produzieren, ihren Ar­beitern auferlegen. Deutschlands und Englands Arbeitervertreter beim internationalen Arbeits­amt in Gens sollten daher in engster Zusammen- arbeit wirken; es sollte die Pflicht der Regie­rungen beider Länder sein, die Ratifizie­rung aller Uebereinfommen, die durch die Be­mühungen deS Genfer Amtes herbeigeführt werden, durchzusetzen. Ein Ausgleich zwischen Kapital und Arbeitnehmer war nach dem Kriege unerläßlich. Englands heutige Lage ist fast aus­schließlich auf diesen Prozeß der Umstellung zu- rückzusühren.

Auf der soeben beginnenden Weltwirt- schaflskonferenz sollen di« Fragen der Zollgrenzen, von internationalen Kartellen und Verkaussabkommen und Handelsverträgen dis­kutiert. kurz: Versuche unternommen werden, einen Ausweg für gemeinsame internationale Lösungen durch Mitwirken aller interessierten Staaten zu finden. Hier ergibt sich die beste Ge- leaenheit v r aefeinsamen Arbeit für Deutsch­land und England, ohne andere Staaten aus-

Regiernng zum Völkerbund erwarten kön­nen. Die Sowjets haben nach dem Fehlschla gen ihre ostasiatischen Politik sicherlich das Be­dürfnis, jetzt mit Westeuropa den zum Teil lerlDrengegangencn Kontakt wieder Herruftel­len. Auch wirtschaftspolitische Gründe mögen die Sowjetregierung für ihre Neuorientierung in der Außenpolitik bestimmt haben. Es fei nur auf die Unterbrechung der französisch-rus­sischen Schuldenverhandlungen hinzuweisen. In Moskau will man mit der Beteiligung an der Weltwirtschaftskonferenz sicherlich das Ver­trauen der internationalen Finanz zu Rußland in die Wege leiten und damit Kredite größeren Ausmaßes erreichen. In London ist man wegen der deutschen Aktivität für Rußlands Teilnahme verstimmt. Selbstverständlich wird die deutsche Delegation ein Zusammengehen mit den Russen zum Beispiel auf dem Gebiet des Außenhandelsmonopols auf extremer Ba fis wie bisher entschieden ablehnen.

SRcffenaufmarkb in London.

Gegen Gewerkschaftsgesetz und China.

London, 2. Mri.

Im Hvdevark zogen die Redner bei den rie­sigen Maikundgebungen gegen die neue Gewerk­

massen zugezogen hatte, wagte auch als einer der ersten für eine WirtfchaftSannäherUng ein­zutreten. Nur ganz langsam setzen sich die An-«Mitglieder ist beendet. Ave Journalisten sichten Macdonalds durch, der sich wie folgt da- ben ausgeschlossen, die während der Mali zu äußerl: Jede durch den Krieg tn Mitleiden­schaft gezogene Nation sieht nunmehr ein, daß ihre Interessen Weit eher durch wirtschaftliche Zusammenarbeit mit ihren Nachbarn, alS durch Zollkriege gefördert werden. Obgleich der Na» tionalrelchtum und die Ausdehnung ihrer Märkte den Vereinigten Staaten wirtschaftlichen

Die mflnöifle Kronorinz-ffln.

Prinzessin JulianaS 18. Geburtstag.

Brüssel, 2. Mai.

SS geltt nickt ow Vlut.

Eine polnische Salve auf Maiumzügler.

Warschau, 2. Mai.

In Brest-Litowsk wollte die Polizei einen kommunistischen Umzug verhindern und verhaf­tete am Friedhof» dem Sammelpunkt der Kam- muniften, aus dem sich bildenden Zug einige Personen. Als sich hierauf die Menge auf die Volizisten stürzte, um die Festgenommenen zu befreien, gaben die Schutzleute Feuer. Ei.ie Person wurde getötet, drei Personen verletzt.

Nach dem 1. Mai.

Fast überall ruhiger Verlaus.

N«r ei« paar blutige Klivie in Berlin. Ge­reizte Stimmung in England. Aber Pole« 1861 «Lieben.

Berlin, 2. Mat.

An der gestrigen, meist ruhig verlaufenen Maifeier-Kundgebung der Gewerkschaften und Kommunisten nahmen etwa fünfzigtaufend Per­sonen teil. Der Vorsitzende des Holzarbeiter- VerbandeS. Tarnow, feierte den Mai als Friedensfest. Er erinnerte Weiter an den Kampf des russischen Volkes um seine politische und wirtschaftliche Freiheit, sowie an die Lage der italienischen Sozialisten. Der Redner warf auch die Frage auf, ob angesichts der großen Zahl der Arbeitslosen eine Verkürzung der Ar­beitszeit aus weniger als acht Stun­den zu prüfen wäre. In vielen Lokalen fan­den weitere Feiern der Sozialdemokraten und Kommunisten statt. Beim Abmarsch der Teilneh­mer an der Maifeier im Lustgarten kam cS an einigen Stellen zu kleinen Zusammenstößen mit der Polizei. Im Nordwesten sollte rin Kom- munist, der eben einem zehnjährigen Knaben eine schtvarz-tvelß-rote Fahne entrissen hatte, festgestellt Werben. Es gelang ihm aber mit Hilfe der anderen zu entkommen. Ein Helfershelfer wurde nach heftigem Widerstand fcftgenommeit. In Neukölln wurde ein PoltzciWachtmei- ter bei Regelung des Straßenverkehrs von etwa sieben Personen angegriffen und durch Stock­schläge am Kopf und tm Gesicht verletzt. Der Bedrängte konnte erst mit Unterstützung von Kameraden befreit werden. Ter Polizeiarzt stellte außer einer Gehirnerschütterung noch Blu­tungen im Magen fest. 2 Täter Wurden verhaftet.

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Unter HMers Fahnen.

Sein Programm sür die Maifeier.

Berlin, 2. Mai.

Auf einer Maikundgebung der Nationalsozia- listen wurde Adols Hitler mit stürmischen Heil- rufen empfangen. Er bezeichnete es als Schick­salsfrage, ob das deutsche Volk überhaupt beste- l)en bleiben könne und wie es möglich sein wer­de, die große Einwohnerzahl Deutschlands mit feiner Bodenfläche in ein Verhältnis zu bringen. Weiter betonte er, daß durch das deutsche Volk eine tiefe Kluft gehe. Auf der einen Seite fei die Arbeiterschaft bewußt international, auf der anderen Seite das Bürgertum gewollt na­tional. Der Nationalsozialismus wolle die Ge­gensätze der beiden Seiten zu einem neuen Be­griff vereinen und Deutschland wieder zur Frei- heit führen. In einer Entfchlietzung wurde un­eingeschränkte Redefreiheit für Hitler verlangt.