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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Oie «allein Renette» #t gebrühten etittie-ntn wSLenrlich ledjemat nadjmtttage. Oer Äbonnemenisvrei, beträgt ffli ben Monat 2. X bei freie: ÄufteHung n» Hau«, tn bei Gefchäftsttelle abgebolt X. Durch frte Pott monatlich 2. X aus'chl-ettltch .SnfttHungeaebübi Verlag unb Siebüftton Schlachtkofttrake 28/30. ternfpreeber Jfil unb »52 ftü: unverlangt etngefjnbte Set träge kann bie Sie« biftion eine Berantwonnng ober (Äeroäb: tu keinem ssalle OBernebmen. Stück» "binng beS #*eMta8af!be» ober Änforüche wegen etwaiger nicht nrbmingSmäfttgei >.>:e?rntnttff an«a»tchfnNen Postfchetkkonto Frankfurt am Main Nummer «3^0.

Hessische Abendzeitung

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Nummer 96. Amtliches Organ der Stadt Raffel.

Dienstag, 26. April 1927.

Amtliches Organ der Stadt Raffel. 17. Jahrgang

Oesterreichs Wahlschlacht ist geschlagen.

1 *

Kein Negikmngssturz in Wien. VerMeuSerteGelder?

v vwö ö I v Wie Reinhold seinen Steuerabbau rechtfertigt.

Ein Linksruck ohne ernste Folgen / D e alten Sieger im Rathaus

wählt wurden:

der frühere christlich-soziale

Verschleuderung der Postgelder

Nicht ganz ohne Vrtlgelei.

zwei Grotzdkutsche. Gegenüber 1923 bleibt der Stand für die Sozialdemokraten unverändert.

Nach ameri'anlschem M ister.

Erkelenz als Wirtschaftsarzt.

Berlin, 25. April. (Eigene Drahtmeldung.) Aus den österreichischen Provinzen werden eini­ge Zwischenfälle gemeldet. In Wagram wurde ein christlich-sozialer Agitator niedergeschlagen. In Graz überfielen Kommunisten ein Wahl­lokal, In dem Handgemenge wurden vierzehn Personen zum Teil schwer verletzt.

Bundeskanzler Dr. Seipel, lich-soziale Minister Heimel,

Otto Bauer und der Bürgermeister von Wien Seitz. Die bisherig- bürgerliche Mehrheit in Oesterreich bleibt unerschiittert. Ebenso auch dlr sozial. Vorherrschaft im Wiener Gemeinderat.

Linz, 25. April. (Eigene DrahimeldungZ Der Vizekanzler und Führer der Großdeutschen, Dr. D i n g h o f e r, wurde im Wahlkreis Linz mit großer Mehrheit wiedergewählt.

Zwei eroberte Sitze im Nationalrat.

Wien, 25. April. (Funkdienst.) Von >.en 45 Mandaten für den Nationalrat, die Heu» zur Besetzung gelangten, entfallen im ersten Verfah­ren auf die Sozialdemokraten 29 (zuletzt 27) Mandate, auf die Christlich-sozialen 15 (16), ein Reststimmenmandat auf die Einheitsliste.

*

Das Rathaus bleibt den Sozialdemokraten.

Wien, 25. April. (Durch Funksvruch.) End­gültige Zusammensetzung des Gemeinde- r a t s: 78 Sozialdemokraten, 42 Mitglieder der Einheitsliste, davon 40 Christlichsoziale und

tlefergelegenen Fluren Nnd weit überschwemmt ugd die Wafsermaffen haben infolge des hohen Elbestandes keinen Abfluß. Saaten und Wie­sen sind so gut wie vernichtet.

X)berö;terreic6 wählt bürgerlich

Linz, 25. April. (Pr.vattelegrtunm.) In ganz Oberösterrcich entfallen auf die Einheitsliste 14 Mandate, auf die Sozialgemokratie 5, 4 Rest- "timmenmandate sind zu besetzen.

Verratene GeheimnW.

Wie Chinesen die Botschaften bestehlen.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 25. April.

Ein Pekinger Korrespondent meldet, daß in der russischen Botschaft auch streng vertrauliche Schriftstücke ausländischer Gesandtschaften an Regierungen entdeckt wurden. Die chinesischen Angestellten der ausländischen Gesandtsämsten erhielten von den Ruffen vierzig Dollar im Monat und besondere Gratifikationen iür Schriftstücke von hervorragender Wichtigkeit.

Paris, 25. April. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blat meldet aus Peking: Seit mehreren Ta­gen beginnen geflüchtete Ausländer, besonders Amerikaner und Amerikanerinnen, wieder nach Peking zurückzukehren auf die Nachricht hin, daß man nicht mehr ein Vorrückcn der Kontontruppen befürchtet und .daß die Lage wieder normal ist.

Es bleibt wie es war.

Seipel als Regierungschef. Wien sozialistisch. lPrivat-Telegramm)

Wien, 25. April.

Es wurden in Wien 120 000 Stimmen mehr abgegeben als bei den Wahlen 1923. Wiederge-

Hamburg, 25. April.

Ans dem demokratischen Parteitag sachte Finanz« Minister a. $ . Dr. Reinhold seine Finanz- nnd Wirtschasisvolitik in der Wirtschaftskrise ixt recht« tob setzte sich dabei polemisch ansetn« ieinen deutschnationalen Gegner» nnd jetzige« Zentrnmsminister Dr. Stäbler,

Wenn auch die Kräfte fehlen.

Englands Seeabrüstnngsprogramm.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 25. April.

Die englische Admiralität wird folgende Vor­schläge für die Dreimächte-Konferenz in Genf am 12. Juli d. Js. vorlegen: 1. Herabsetzung der Höchstkalibersätze der Geschütze, 2. Herabset­zung der Formate der Linienschiffe auf 20000 Tonnen, 3. Abschaffung der 10000 Tonnen« Kreuzer und Festlegung der Höchst ton nage atus 6000 Tonnen, 4. Festsetzung der Tonnage der Torpedobootszerstörer und Unterseeboote aus eintausend Tonnen, 5. Verlängerung der Washingtoner Konvention Dir Konferenz dürs­te etwa f e ch S W o ch e n dauer».

Eine Riesenflotte für Ho chwafleropser

Hundert Tote im Mississippi / Eine Frauen- und KindertragSdie.

Der Hauptredner Abg. Erkelenz erblickte die einzig wertvolle Sozialpolitik in der Stei­gerung der Kaufkraft, die wiederum zu einem Aufblühen der Wirtschaft führe. Er übernahm folgende amerikan:sche Grundsätze: Der Erfolg eines Unternehmens hänge ab von den Kenntnissen und Leistungen deS Personals, nicht aber von der Länge der Dienstzeit, ferner von großem Umsatz bei kleinem Nutzen, Schnel­ligkeit des Warenumschlags, Akkordlohn anstelle von TageSlohn, regelmäßige Aussprachen mit der Konkurrenz und Wohlfahrt der Arbeiter und Angestellten. Der Redner wies ferner auf dte Steigerung der Erwerbslosigkeit durch die Revarationslasten usw hin. Niedrige Löhne füllten nur die ausländischen Zollkasten. Unsere ganze Handelspolitik fei ein kläglicher Durcheinander, bei dem die Heine und mittlere Fertigindnstrie völlig vernachlässigt

Wien, 25. April.

Die bisherige Rohbilanz der gestrigen Sonn­tags-Wahlen in den Nationalrat, in die Land­tage und in den Gemeindero« Wiens stellt sich wie folgt: Die Sozialdemokraten be­haupten ihren bisherigen Besitzstand im Ge­meinderat .von Wien mit 78 Mandaten gegen­über 42 Mandaten der Christlichen Sozialaen. Sie behalten somit weiterhin die Mehrheit über das Wiener Rathaus. Im Nationalrat werden die Sozialdemokraten nach vorläufigen Schätz­ungen zwei Nationalratömandate in Wien er­obern und auch in der Provinz dürften ihnen zwei neue Mandate zu fall en. In den Landeshauptstädten L in z und Graz ist eS den Sozialvemokraten gelungen, die Mehr­heit im Gemeinderat zu erlangen. An der politischen Zusammensetzung des Rationalrats und des Wiener Gemeinderats wird sich kaum etwas wesentliches ändern.

Im Ratinalrat werden die Sozialdemokraten weiter die Rolle der einflußstarken Opposition spielen. Das einzige bisherige jüdische Natio- nalratSmitglied wurde nicht wieder gewählt. Ebenso ist der Vertreter der Hakenkreuzler Dr. Riehl, durchgefallen.

Modeme Märtyrer.

MexikoS Bischöfe außer Landes vertrieben. Funkdienst.

Mexiko, 25. April.

Die mexikanische Regierung erklärt, daß die ausgewiescnen Bischöfe und Würdenträger vor die Wahl gestellt worden wären, vor Ge­richt zu erscheinen oder das Land zu ver­lassen. Sie hätten das Letztere gewählt. Die in San Antonio (Texas) eingetroffenen Bischöfe bestritten diese Wahl: sie hatten erklärt, daß sie die gegenwärtige mexikanische Regierung nicht als gesetzmäßig anerkennten. Sie nähmen das Recht für sich in Anspruch, für die religiöse Freiheit zu kämpfen, und zwar zunächst mit friedliklfe» Mitteln. Darauf seien sie aus dem Lande deportiert worden.

Verwüstete Elbefluren.

Wittenberg, 25. Avril. (Privattelegramm.) Das Hochwasser der Elbe fällt langsam. Die

Diesmal in Japan.

Jnflationsgespenster und Wirtschaftskatastrophe.

Das japanische Volk ist zur Zeit von einer Wirtschaftskatastrophe betroffen worden, deren einschneidende Wirkung ungefähr der gewalti­gen Erdbebenkatastrophe des Jahres 1923 gleichkommt. Fast sämtliche Banken sind zah- lungsunsählg. Die japanische Industrie ist jo gut wie stillgelegt, die Arbeiterschast aus« Sperrt. Um das Schlimmste abzuwenden, hat nunmehr die neue japanische Regierung da­zu entschlossen, die Banken und sämtliche Waren- und Essektbörsen zu schließen, sowie einen allgemeinen Zahlungsaufschub zu erlassen. Somit Hai man zu erkennen, daß im Augenblick wenigstens das japanische Wiit- schaftsleben vollständig vernichtet ist Die Ursachen zu dieser fürchterlichsten .aller Wirtschastskatastrophen Japans liegen weit zue rück. Der Weltkrieg brachte auch Japan eine Zeit der Hochkonjunktur, eine Möglichkeit der Ausbreitung seiner Industrie und der Er­weiterung ihrer Absatzgebiete in Ausmaßen, wie sie Tokio nie erhofft hat. Pilzartig schossen neue Unternehmungen aus der Erde. Fast daS gesamte chinesische Weltreich eröffnete sich dem japanischen Handel und der japanischen Industrie zu einem Absatzgebiet, das restlos ot» riesenhafte Produktion Japans aussog. Die japanische Regierung, in dem Bestreben, diese Konjunktur zum Nutzen deS Landes auszuwer- ten, gab Kredite auf Kredite, finan­zierte Unternehmungen auf Unternehmungen, förderte so vielleicht unbewußt eine Speku- lationSlust, die der wahren wirtschaft­lichen Kraft und dem wahren wirtschaftlichen Können deS Landes nicht netfprach.

DaS Ende de» Weltkrieges vernichtete mit einem Schlag diese günstige Ausnahmestellung des japanischen Ervortes. Nach der Liquidation deS Krieges traten auch die Mächte, deren Energien sich biS jetzt auf die Niederzwingung deS Gegners konzentriert hatten, wieder in den Konkurrenzkampf ein Der japanische Erport wurde, wenn auch nicht verdrängt, so doch zum mindestens stark in die normalen Grenzen z u - rückgeschraubt. Angesichts der treib- hauSartig hochgezüchteten Industrie des Landes trat nun plötzlich eine Absatzstockung ein Zwar versuchte auch jetzt wieder die Regierung, durch eine großzügige Subventionspolitik die hochgeschossene Industrie des Landes aus dem alten Stand zu halten. Der Versuch erwies sich als ein Fehlschlag Da brach im September 1923 die ungeheure Erdbebenkatastrophe aus. die ganze Städte, grobe Teile der In­dustrie völlig vernichtete. Mit einer bewunde- runoswerten Energie und einer beispiellosen Tatkraft wurden au5 den Trümmern wieder neue Städte und eine neue Industrie geschaf­fen Aber die Kavitalien die die japanische Re­gierung in dieses Aufbauwerk bhteiittoarf. waren so gewaltig daß der Haushalt in Erschütterung kam Neue Wirtschafts­krisen erforderten neue Subventionen der Re­gierung. Arbeiterentlassunaen, neue Kavitalien für eine großzügige foziale Fürforae. alles neue Ausgaben denen keine neue Deckungsmöolich feit gegenüberstand Das Mittel einer unge« beuren Anspannung der Steuer­schraube verfehlte angesichts der Verarmung des Mittelstandes und der KrediMot in der In­dustrie seinen Zweck.

Vor einigen Wochen brach We große japa­nische Weltfirma, der Suzuki-Konzern, zusam­men Die Insolvenz dieser Firma zog andere Unternehmungen 'n ihren Bann. Innerhalb weniger Wochen waren die elf größten Banken Japans so gut wie f a 11it. Zu dieser Wirt­schaftskrise trat nun auch die RegierungS- f r t f e. Um den allgemeinen Ausbruch einer Panik zu vermeiden, wurde ein dreiwöchent­liches Moratorium proklamiert and der Noten­umlauf wesentlich erweitert, sodaß man schon fast von einer Inflation sprechen mutz, die mit Leichtigkeit zur Wirtschaftskatastrophe führen kann Daß diese innerpolitischen Ver- bälmisse Javans sich auch auf die Außenpolitik Tokios in Bezug auf die chinesischen Wirren auszuwirken hat ist mit Sicherheit anzuneh­men Japan braucht Geldgeber. Was die Der- mutuna stärkt, daß eine japanisch-eng­lische Einigung auch in der Chinavolitik ( nicht mehr lange auf sich warten lassen wird

Sur Beruhigung des Vublikums.

Tokio. 25. April. (Durch Funkfpruch.) Die Stinnnuna hier und in Osaka ist zuversichtlich Die Banken haben heute morgen ihre Schal­ter wieder geöffnet nnd es sind wieder erhebfirfie Devositen einpegangen Die Be- rubionna des PubfiknmS ist offenbar darauf zu­rückzuführen, daß die Staatsbank sich bereit er­klärt hat, allen Banken Borschüffe zu leisten.

Newhork, 25. April.

Die letzten Meldungen aus dem Mississippi- gebiet berichten, daß bisher die Leichen von sechzig Ertrunkenen geborgen wurden. Die Zahl der Obdachlosen ist auf 150000 gestiegen.

London, 25. April. (Eigene Drabtmeldung) Ein Blatt meldet aus Newhork: Dsa Rote Kreuz ist dabei, eine Flotte von vierzigtausend Dampfern, Motorbooten ufw. zufamntenzubrin gen, um den Miffiffivviopfern Unterstützung zu bringen. Ziirzeit steht das Land in einer Aus­dehnung von fast hundert Meilen unter Wasser. "Siehe auch »Ans aller Welt.)

aufgedeckt habe. Vom Herbst 1926 an seien dann oie Angriffe aus die demokratische Finanzpoki- i'.k verstummt und Hergt habe sogar loyal er­klären müssen, die Deutschnationalen hätten sich geirrt. Reinhold behauptete, daß fast jede vorgebrachte Ziffer und jedes von dem Etat­redner Oberfohren (Dtl.) erwähnte Argument falsch gewesen fei. Dr. Köhler habe denn auch berichtigend zugeben müssen, daß Reinhold die Reserven des Etats nicht verschleudert habe. Plötzlich seien die »verschleuderten Reserven' wieder da gewesen, als man sie zu Liebesgaben für die süddeutschen Staaten brauchte. Der Redner wies dann noch den Vorwurf zurück, als ob er für die Erwerbslosen keine Beträge in den Etat eingestellt habe Er verwies darauf, daß die jetzige Koalition mögliche Ersparnisse am Wehretat unterlassen habe. Die vom Innen. Minister v. Keudell befürwortete Souveränität der Länder erkennt er nicht an, er ist vielmehr Anhänger des gegliederten Einheits- st a a 1 e s. Dr Reinhold forderte eine rasche Verwaltungsreform und verurteilte die Er- Höhung der Bierfteuerentschädiamtg für Bayern, die dieses Land der Notwendigkeit zum Sparen enthebe. Weiter forderte er eine Herab­setzung der Einkommen st euersätze und eine Vereinfachung der Steuerverwaltung und Gesetzgebung. Zum Schluß verlangte der Redner einen Abbau der Zollmauern, eine ver­nünftige Gestaltung der Arbeitszeit und schloß unter dem lebhaften Beifall: .Die deutsche Re­publik wird sozial fein oder ste wird nicht sein!'

Frauen unb R über als Opfer.

Washington, 25. April. (Funkdienst.) In der Nähe von Memphis (Tennessee) ertranken dreiundzwanzig Frauen und Sin­der in einem von den Fluten weggeschwemm ten HauS. Bisher wurden über hundert Tote geborgen. Heber 9000 Luadratmeilen Ackerland sind bis jetzt verwüstet.

die Tat umzusetzen, was die Demokraten in der Opposition gejordert hatten, habe er von vornherein eine Fronde der Bürokratie gegen sich gehabt, die sich nicht gewöhnen konnte, die Zahlen anders als fiskalisch anzusehen und die wirtschastlichen Gründe in den Vordergrund zu stellen. Man sei sogar an das Kabinett und den Reichskanzler gegangen, um seine Pläne zu verhindern. Er selbst habe stark gefüllte Reichskassen vorgesunden und trostlose Zustande der Wirtschast mit zwei Millionen Arbeitslosen. Dr. Ideinhold gibt zu, daß der von ihm damals ins Auge gefaßte Steuer- abbau ein kühner und gewagter Schritt gewesen sei. Hätte sich die Wirtschast nicht gehoben, so wäre feine Politik allerdings »>n Fehlschlag gewesen. Sein Plan habe da. malS zu einer gewissen Parteigehässig' leit geführt, weil der Rechten und dem Zen­trum immer gesagt worden sei, Steuerabbau sei unmöglich. Hergt (Dtl.) habe ja damals für den Herbst die Katastrophe oorausgesagt. Die Entwicklung habe jedoch ihm, dem Redner, recht gegeben. Wenn man im Frühjahr 1926 die Steuersenkung nicht vorgenommen hätte, würde das Reich wieder einen Mil» liarden-Ueberschuß gehabt und dem Auslände ein ganz falsches Bild unserer Leistungsfähigkeit gegeben haben. Wohin eine Neberfchußwirtschaft im Etat sühne, habe der Barrnatprozeß gezeigt, der die