Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Mittwoch, 13. April 1927

Bringt Curtius Hom-Berlin zusammen?

Verliert Kanton den Krieg?

London, 12. April.

hie Truppen TschangsuntschangS die Kantonesen auf Nanking zurück. Die Einnahme Pu-

;nde

Id-

Die Kanlonesei, trumpfen aus.

schlagnahmeverfahren sei alles andere als ein

wert ist.

könne wegen dieses Schrittes nicht von Korruption gesprochen werden. Das Be-

Ist damit der Prozeß erledigt oder verdient er noch ein Nachwort? Dem Angeklagten wird er glaubte, für ein Ideal Urteil sieht daher von einer

Vergiftete Waffen.

Rach dem Prozeß Müller-Stresemann.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 12. April.

Die Südtruppen gehen auf Hankau-Nanking zurück / Japan lockert das scbwert gegen Moskau / Wachsender Wirrwarr / Was der Stresemann« Prozeß in Plauen lehrt.

SÄffÄ,ux. JS?«*

kaus werde erwartet. Schwere Kämpfe finden in Tschutschau Sektor, wo sich die Kantonesen auf den allgemeine» Rückzug über den Fluß vorbereiteten. Auch sollen die Nord­truppen rasche Fortschritte in Richtung Hankan machen und jetzt 83 Meilen^vor Hankau stehen.

Gekränkte Ehre.

Schwere Geldstrafen für Rechtsanwalt Müller.

Japan bekennt Farbe.

Kein Bolschcwistenchiua. Mandschureikrieg? (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 12. April.

Rach Berichten ans Schanghai verfolgen die Rordtruppen die zurückweichenden San­to nesen über den Yangtse und bedrohen st: jetzt südlich Tschingkiang. Inzwischen treiben

Amtliches Organ der Stadl ^a^el. 17.

zugute gehalten, daß er glaubte, für ein Ideal zu kämpfen. Das Urteil steht daher von einer Freiheitsstrafe ab. Andererseits mußte sich Dr. Müller als Jurist darüber klar sein, daß die Beweismittel mit denen er den schweren Nor-

Reichswirtschaftsminister Dr. CurttuS begibt sich Anfang nächster Woche zur Mailänder Mustermesse. Im Hinblick auf die deutsch- französischen Beziehungen hatte Berlin be­kanntlich die Einladungen Roms für einen Be­such Stresemanns wiederholt recht deut­lich abgewinkt, was dort nicht geringe Verwun­derung auslöfte. In politischen Kreisen nimmt man an, daß Dr. Curtius eine Zusammenkunft mit einem Vertreter Mussolinis, vielleicht mit Selaloia haben dürfte. Es fei nur daran

imy 52^* deutscherseits. dis, Nnrarbek'

H nb in Hand mit Rom?

Minister Curtius geht nach Italien. lPrivat-Telegramm)

Berlin, 12. April.

Plauen, 11. April.

Ein trüber Himmel hängt über Plauen. Erst gegen Mittag wird es heller. Auf dem Hrad- Hin, einem alten Schloß, das jetzt als Ge- ängniS Verwendung findet, liegt das Landge­richt, dunkel und drohend. In einem engen Raum voll von Zuschauern wird die Urteils­verkündung in dem Beleidigungsprozeß Strese- mann gegen Müller erwartet. Unter den An- wesenden bemerkt man den Privatsekretär des Reichsaußenministers und auch die Frau des Angeklagten.

feit aller öurtb Fernsprecher ausgegebenen Anzergen sowie 4^Enablnedaien und wV twn. e.Un merbejL »»r «Meiaen mti Mutet»> naem Bafc 1«' lro«nt flaftolas. Druckt»,: T»l »»iderttrafte Beiaans

ftefle: SSlnitLe Strafte 5. gegen Aber der $»obrftnifte Üerntpremer und ». -

£nt Sa fielet «eueftea «ad»n»i«n rtfdienen wo-ventl'-d 'e*»nut '

Der Äbonnemenksprers benagt füi den Monar 8. btt tretetSunjuunj ns Ojue. tn bei SetchäflsfteNe abnebolt i.»> *. Dur» 6l< Vp# monat(id) rus'Ll eftlt» ,1uftenunfl#aebübi Verlas und Aedaknon LcktacknboNtrafte id lernfpredtei »51 und »53 Äü: nnoerlanot etnaefanbte «e-trii« kann die Ne- »rknoo eine Verantwonun« oder (Seroäbi tu keinem üaDe übernehmen «M < ihlttna des rie,naß«eldes ober flnforüthe roeaen ermataer nt*j rrh , «ao

<n 11tna-t*tnnen Pnftt^eckkonto Äranffurt am Main Nummer <»

vertragsgemäß keine kommunistische Propaganda treiben und Japan könne angesichts der Bol- chewisierung Chinas nicht gleichgültig bleiben. Tokio begünstige die nationale chinefi- che Bewegung, werde aber keine Einmi- chung der Bolschewisten zulasten.

Nummer 87. Amtliches Organ der Stadt Kastel.

Noch verfrüht.

Die schlummernde Regierungskrise in Preußen.

Die Parlamente haben sich vertagt, die Herren Abgeordneten sind nach Hause gefahren, um fern von Politik und parlamentarischen Sorgen das

Der japanische Generalkonsul in Schanghai erklärte u. <t; Infolge der Sow.etnote kann die Spannung zwischen Rußland und Chma ernste Folgen in der Mandsrtmrei haben. Falls der latente Kriegszustand, mit dem man

ohne selbst eine neue Regierung bilden zu kön­nen, der sollte sich hüten, in Preußen das gleiche Glatteis zu Betreten. In Deutschland hat man die ewigen Regierungskrisen gründlich satt. Sie untergraben nur das Ansehen der Parlamente, ohne in Wirftichk"it viel besser machen." Ein Wort, dnts der Beachtung w

Osterfest und die schönen Tage des Vorfrüh­lings zu verbringen. Auch die Herren Minister werden zum größten Teil in den nächsten Ta­gen die Reichshauptstadt verkästen und eS ist dann wieder einmal über allen Wipfeln Ruh. Wie sich aber Stürme auf der See noch langer in einer hochgehenden Dünung auswirken, so, wirken, bevor der österliche Friede auf der gan­zen Linie herrscht, noch die letzten Reichstags- kämpfe in den Artikeln der Hauptstadt-Presse nach. Man ist sich bei der Erörterung über das A r b ei t s z e i t n o t g e s e tz in die Haare gera­ten und noch die letzten Debatten über dies Gesetz haben ein Gefecht zwischen dem Zentrum, vertreten durch Stegerwald, und der Sozialde­mokratie, vertreten durch den Abgeordneten Graßmann, gebracht, eine Auseinandersetzung, an die sich Kommentare anknüpfen, bte nicht ohne Interesse sind insofern, als sie glauben, mit einem Wechsel in der preußischen Koa­lition rechnen zu können. Man verweist dar- auf, daß eS auch schon zwischen Herrn v. G u i - r a r d und dem preußischen Ministerpräsidenten Braun eine vielbeachteten Auseinandersetzung in diesen Tagen gegeben hat und man glaubt weiter den Schluß aus den Vorgängen ziehen ... fee«»« hoß das Zentrum bereit fei. tn Preußen eine Schwenkung vorzunehmen, b. h. die Sozialdemokratie aus der Re- aietung auSzubooten und dafür ein Ka­binett zu schassen, daS in seine Parteizufammen- setzung völlig dem Reichskabinett ent­spricht. Ein Rechtsblatt glaubt von einer planmäßigen Etnkreisungspolitik des Zentrums gegen die Koalition in Preußen sprechen zu müssen und noch deutlicher wird ein Volksvar­leiblatt, da, die Anschauungvertritt, daß in Preußen eine ernste gesetzgeberische Arbeit nickt geleistet werden kann, weil eine stabile Regie­rung nicht vorhanden sei, daß im Gegenteil die nnn» politische Kunst der Regierung darauf ge-

fartige Einstellung dieser ungesetzlichen Handlungen und eine annehmbare Entschuldi (jung, da sonst die Kcittonesen offensive Maßnahmen gegen die britischen Flieger er greifen werden. In Tschingkiang find die Nordtruppen eingerückt. Sie sollen schon fiebztg Meilen vor Schang ai stehen.

London, 12. April. lEigene Drahtmeldung.) Der Kantonkommistar erhob in einer Rote Ein­bruch gegen bie Umstellung der Sowjetbotschaft

einigem Belang aus bent Wege zu lange, so fragt bas Blatt, soll Zustand in Preußen noch fortdauern? -Wie lange soll der groteske Zustand noch dauern, daß das Zen­trum im Reich mit der Reckte«, in Preußen m der Linken geht, wie lange soll diesePolttU mit dem doppelten Boden noch fortgesetzt werden.

DaS ist gewiß ein sehr kräftiger Appell an die Abresie beS Zentrums, wobei «urbie Frage offen bleibt, ob eS auch ein sehr geschickter Av pell ist. Ganz wesentlich ruhiger beurteilt ein Kölner Volksparteiblatt bte Angelegenheit Auch dies Blatt will nicht leugnen, daß die Ausein­andersetzungen zwischen Zentrum und ^»tal- demoknratie den Anfang eines Weges darstel len können, der zu einer inneren Geschlossenheit und Annäherung der bürgerlichen Kreise fuhrt, wohl aber setzt es hinzu: .Man soll alle diese Vorgänge in ihrer politischen Bedeutung nicht überschätzen; sie werden eine praktische Aus­wirkung von heute auf morgen nich haben.9 Aehnlich wird auch in Zentrumskreisen erklärt daß irgend ein Anlaß zu einer Schwen­kung in Preußen nicht vorliegt und daß man nicht daran denke, etwa gegen die preußische Koalition mobil zu machen. .Zugleich »st auch die Sozialdemokratie bemüht, den Nachweis da­für zu erubringen. daß ihre Ablehnung de-- EtatS nicht etwa einer veränderten Einstellung gegenüber dem Staate gleichkomme und der ftühere preußische Innenminister Severing mi- terstrich tn einer Rede, daß die Zukammenarbe.t mit den Sozialdemokraten die sicherste Bürg­schaft für den Schutz der Republik .ei, aus wel­chem Grunde auch falsche Reden wie die deS Abgeordneten Stegerwald bte Koalition in Preußen nicht zu sprengen vermochten..

Es ist also auf beiden Seiten offenbar nicht der Wunsch vorhanden, an den bestehenden Zu­ständen irgend etwas zu ändern sondern nun wird bei ruhiger Betrachtung die Vorgänge hm- nehmen muffen als kleine Verärgerung »wischen Parteien, von denen ja auch nickt ein­mal die Koalition verschont bleibt. Solche Aus­einandersetzungen brauchen nick tunmer Kon- seguenzen zu haben und da überdies erst einmal die Parlamente und bie Fraktionen in die »c- rien gegangen sind, so lieat umso weniger Anlab zu der Annahme vor. bah nun etwa iroenMvel- che Folgerungen aus biefem -der jenem Rede­duell gezogen werden. Dabei mag nock bemerkt fein, daß gerade auck das Kölner volkspartei­liche Organ davor warnt, etwa in Preußen eine

Die Sitzung wird eröffnet. Der Borsttzeni verliest das Urteil: Zehntausend Mark Gell strafe ober hundert Tage Gefängnis, Kosten­tragung und Publikationsbefugnis in mehre­ren führenden Blättern. Urteilsbegründung siehe weiter unten.

TfchonalsoUn treibt die Bolschewisten auck.

London, 12. April. (Eigene Drahtmeldung.) Tschangtsolin hielt eS durch die Pekinger Doku- niente für erwiefen, daß der Sowjet v i $ e- konful in Mulden das Haupt der Geheim- agenten in Nordchina ist. Tschangtsolin will alle Sowjetbeamten entlassen und wahrscheinlich auch die vollständige Kontrolle der chinesischen Ostbahnen übernehmen. Eine be­merkenswerte Versteifung sei in der Haltung der Japaner eingetreten. Die verhafteten Russen wurden freigelassen, der Stab der rafft» schen Botschaft fährt am Sonnabend ab.

* * *

3m <$6006 des Himmelreichs

Alarmnachrichten und Kriegsgreuel.

(Eigene Drahlmeldung.)

London, 12. April.

Japanische Korrespondenten in Charbin be­richten über die Zusammenziehung großer ruf» fischet und chinesischer Kontingente an der sibi- rischen Grenze. Ein Blatt meldet aus Schang Hai- Fünfhundert japanische Matrosen durch­suchten in Tschapci die Chinesenstadt nach be- waffneten Kommunisten. Japans Konsul er­klärte dem Kantonminister, Japan werde Han­kau in Grund und Bodenschießen, wenn der geringste Versuch unternommen werden sollte, in die japanische Konzession etnzudrin- gen. Ein Blatt meldet auS Schanghai, daß fünftaufenb Südtrupp:n gefangen genommen worden seien, und daß Suntschuaugfang alle Gefangene^ eines Regiments, das seinerzett Regierungskrsie herbeizuführen und dabei aus­drücklich feststellte. daß aus der Aussprache im preußischen Landtag kein sachlicher Grund für einen Regierungswechsel ersichtlich geworden sei und sehr nachsicktlick den Krisenmachern gegen­über betonte: .Wer der Sozialdemokratie im Reich mit Reckt vorgeworfen hat, daß sie vor Weihnachten eine Regierungskrise herbeiführte,

Frage der Rheinlandräumung offiziell zur Sprache gestellt werden. Die Reichstegie- rung glaubt der Unterstützung ihrer Forderung hinsichtlich der Zurückziehung der Besatzungs tuppen durch England und -wohl anch durch Belgien sicher zu sein. In der Wtlhelm- straße ist man nunmehr bestrebt, auch Jtalten für das berechtigte deutsche Verlangen aus schnellste Räumung der Rheinlande zu gewtn- nen. Als deutsche Konzession für Italien wird die bcutfdfe Unterstützung in der Kolomalfrage angeführt. In Genf wird nämlzch kurz über lang auch die Kolonialfrage zur Debatte gestefit werden müssen. Rtcht nur Deutschland, son­dern auch Italien erheben fett langem An­sprüche aus Zuteilung eines Kolonialmandats. Hier würde sich dann die Notwendigkeit eines deutsch-italienischen Zusammengehens ergeben, und zwar im Interesse beider Staaten.

Zu dem Urteil gegen den Rechtsanwalt Dr. Müller wegen Beleidigung des Außenministers Dr. Stresemann (siehe auch 4. Spalte) sagt ein Rechtsblatt: Der Höhe de« Strafmaßes lie­gen insofern politische Motive zugrunde, als besondere Rücksicht auf die Stellung Dr. Stresemanns genommen ist. Sm zweites Rechtsblatt erkennt an. daß Muller den ange- kündigten Beweis nicht erbringen konnte, daß Dr. Stresemann einen Verstoß gegen die Ge- hat man sich ebenso blamiert, wie vor einem Jahre mit einem gleichen Kamps gegen Seve­rin». Die Methode von Plauen, die auf dem Gedanken aufgebaut ist, cs bleibt doch immer etwas härmen, diese Methode mutz aus der deutschen Politik verschwinden. Em Volkspar­teiblatt betont die völlige Haltlosigkeit der er­hobenen Vorwürfe als geringste Genugtuung Ein Zentrumsblatt fragt: Kommen wir wirk- lich mit dem Abbau der verwilderten Methoden des politischen Kampfes noch immer nick voran? Ein Demokratenblatt stellt fest, daß heute noch ein ausgedehnterer Schi-herting im Kettenhandel gestohlener Akten stücke besteht, dessen Haupt sich in der Hauptgeschäfts stelle der Deutschnationalen Partei befindet. Ein gleiches Parteiblatt erklärt unter der Ueberschrift .«ohlfeile E h r a b s ch n et - berei", bet Säuberung der politischen At­mosphäre in Deutschland leistet das Plauener Urteil einen miserablen Dienst.

von ihm zum Feind übergelaufen war, habe köpfen lasen.

Washington, 12. April. (Durch Funkspruch.) Der amerikanische Generalkonsul in Kanton be richtet, daß die Lage gespannt bleibe. Mau er­warte jeden Augenblick einen Zusammenstoß zwischen den Kommunisten und der gemäßigten

wurs per Korruption begründen wollte, unzu­länglich waren. Ter Angeklagte ist ein Mann von fünfundvierzig Jahren, Rechtsan­walt, Kriegsteilnehmer und Offizier, eine tem­peramentvolle energische Persönlichkeit, ein gu­ter Redner, ein tüchtiger Jurist. In Plauen hat er viele Anhänger» aber ma^ weiß nicht, ob die Blumensträuße, die ihm von begeisterten Damen überreicht Werden, mehr dem Mann oder dem Polittker gelten. Nach seiner politi­schen Ueberzeugung ist er ein Anhänger der Ideen des weit rechtsstehenden Oberfinanrrats Dr. Bang. Dieser Oberfinanzrat ist der Grün­der der gegen den Reichsverband der Industrie gegründeten Vereinigung Deutscher Industriel­ler, jetzt Bund für Nationalwirtschaft und Werkgemeinschaft. Dr. Müller selbst ist aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgeschie­den und gehört seitdem dem Bund der All­deutschen an. Diese politische Stellung charak- teriftert ihn als politischen Hitzkopf, per sich durch seine Kämpfernatur, von seinen politi­schen Idealen beherrscht, hinreißen ließ, einen schweren und unbeweisbaren Vorwurf gegen eine nicht nur in der deutschen Öffentlichkeit, sondern in der Weltöffentlichkeit stehende Füh­rerpersönlichkeit zu erheben, sodaß ihn jetzt die wohlverdiente, noch reichlich milde bemessene Strafe trifft.

¥ * *

Deutschland ha den Schaden.

Wenn seine Minister verleumdet werden.

In der Urteilsbegründung führte der Vor­sitzende u. a. aus: Es werde einem Minister, dem Repräsentanten Deutschlands, der Vorwurf der Begünstigung des Landesverrats durch Verschiebung von Kriegsmaterial nach Polen gemacht. Dieser Vorwurf fei ganz ungeheuer- lich. Dieser Vorwurf sollte den Minister Dr. Sttesemann in der ganzen Welt unmöglich machen und er sollte dem Angeklagten bie Ge­legenheit bieten, In einem Strafverfahren den Wahrheitsbeweis für eine so schwere Verfehlung des Minister zu erbringen. Der Wahrheitsbeweis habe sich nicht darauf er­strecken können, ob Dr. Stresemann als Abgeordneter zu Gunsten einer Gesell­schaft, in deren Aufsichtsrat er gewesen sei, un­ter Ausnutzung seines vollen Einflusses und seiner persönlichen Beziehungen interveniert habe, was der Angeklagteparlamentarische oder politische Korruption* nenne. Was sei nun bewiesen? Tas Verschwinden von Waggons im polnischen Korridor, das vorge­kommen fein könne, konnte nicht von den Zeu­gen mit der Evaporator in Verbindung gebracht werden. Es bleibe nur der Fall der neun­undzwanzig Waggons, der als einziger Punkt, wo der Evaporator ein Vorwurf zu machen wäre, ergeben habe, daß die Umschrei­bung der schriftlichen Umtauschgenehm i- qung nicht eingeholt worden sei. Die seh- iende schriftliche Ausfuhrerlaubnis habe zu einem Strafverfahren gegen Litwin geführt. Die Tatsache des Eintretens für die Evaporator könne Dr. Stresemann, der im Aussichtsrat ge­wesen fei, in keiner Weise verwehrt werden. Daß natürlich fein Einschreiten, da er damals Abgeordneter gewesen fei, vielleicht größeres Gewicht gehabt habe, liegt auf der Hand, jedock