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Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Freitag, 1. April 1927

Nummer 77.

Amtliches Organ der Stadt Kassel.

Holt ©trefemann zum Schlage aus?

Sturm gegen Versailles.

Eine große Strrsemann-Offenfive nach Ostern?

Schanghais vfeile gegen England.

Schanghai, 81. März. (Durch Funkspruch.) Der «rbeitervrrband beschloß, einen neuen Generalstreik zu veranstalten, dessen Da­tum später festgesetzt «erden soll, um dir a n t i» britische Bewegung zu fördern.

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Der Riese von wurden.

Tschangtsolin als stärkster Feind Kantons.

Paris, 31. März.

Dem bekannten Außenpolitiker Sauer- wein, der stch zurzeit in Mulden aufhält, fiel dort eine gewaltige Mauer von 3,5 Kilomc. Irr Länge ans, die daS Arsenal Tschangtso- litte umgibt. In ruhigen -feiten berge das Ar­senal 136 Flugzeuge, 40 Tanks und Ausrü­stungsgegenstände für einen mehrmonatigen Feld­zug. Tschangtsolins Truppen beliefen sich auf zweihunderifünfzigtausend Mann. Hinzu kämen dir hundrrtfünstigtausend des Marschall- Tschangtschuntschang.

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Am Sachsenwald.

, Wo BiSmarckS Eiche» rauschen.

Zum heutigen Todestage des eisernen Kanzlers. Bon Ente Löwe.

«s brobkv auch In XSellno.

London, 31. März. (Eigener Drahtbericht.! Ei« Pekinger Korrespondent meldet, unter den Ausländern und den Chinesen in der Haupt­stadt herrscht Unruhe über die Gerüchte über bevorstehende Unruhen in Peking. Biel« verdächtige Personen wurden verhaftet.

Der Sowjetstern über Hankau.

Pari-, 31. März. (Eigene Drahtmeldung.) Rach Nachrichten au» Hankau haben sich Unru­hen im franzäfifchen Konzrffionsgebiet nicht er­eignet Richtig sei dagegen, daß die chinesische extremistische Partei Hankau beherrsche und daß fie eine Regierung nach bolschewi­stischem Muster eingerichtet habe.

London, 31. Mär».

Ein Finanzblatt begrüßt die Bemühungen, um ein Einvernehmen zwischen britischen und deutschen Industriellen von Herzen. Nächste Woche werden der deutsche Handelskammer-Prä­sident und ein zweiter Wirtschaftsführer in Lon­don vor dreihundert Bertretern Reden halte«. Deutschland ist noch immer das wichtigste der Länder des Kontinents. Wir brauchen viele Waren aus Deutschland, genau so, wie Deutschland viele Waren von England braucht. Fr mehr Handel wir treiben können, umso bes­ser sür alle Beteiligten. (Hoffentlich wissen un­sere Industriekapitäne aus der englischen Misere nun auch einmal soviel Vorteile wie irgend möglich herauSzuschlagen, nachdem das hochmü­tige Albion den deutschen Michel ein Jahrzehnt lang weidlich geschröpft hat. D. Red.)

anders sind auch die Pläne über eine Begeg­nung Stresemannr mit Mussoliüi im Anschluß an eine Sizilienreise zu beurteilen, die für Italien fast etwa« wie eine Prestige- frage geworden ist. Amtliche deutsche Stellen haben stch dazu noch nicht geäußert, und man soll die Bedeutung solcher Reisen und Begeg­nungen nicht überschätzen. Aber die Frage verdient in dem gezeigten Zusammenhang doch eine reifliche Ueberlrgung und muß nach den Interessen Deutschland-, nicht im Rah­men einer persönlich erwünscht« Reiseroute entschieden werden.

den. Die Ausländer wurden durch Nord- truppen nicht belästigt Das bri­tische Konsulat «et das besondere Ziel der Plünderungen. Die nationalistischen Truppen schossen vorsätzlich auf den amerikanischen Konsul, nm ihn zu töten. Ebenso wurde daS amerikanische Konsulat vor­sätzlich geplündert. Die vorher geplanten Aus­schreitungen hörten erst auf, alS die Marine- krafte eiugriffen. Gegenmaßnahmen werden zur Seit erwogen.

Moskau schürt öle Flammen

... und geißelt die Beschießung Nankings.

(Eigener Drahtbericht.)

Moskau, 31. Mürz.

vor kommunistischen I ' »erbLnden er- klärte Stalin, die Besch von Nanking f*We die chiwesische ins Herz

treffen, den weiteren Vormarsch der Südtruppen und die nationale Einigung Chi­nas hindern und die Abmachungen über die Ausländerkonzesstonen vereiteln. Der Versuch, die Verhandlungen mit der Rational­regierung unter Artilleriebegleitung zu führen, habe nur eine Verstärkung des chinesi- schen HasseS gegen den Imperialismus, den ZusinmnenMuß der Kräfte des Kuomin­tang und eine neue Linksschwenkung der revolutionären Bewegung Chinas erzielt.

Dl, «jftein Mcueften StaLnchkea tri »einen wSchearUch lechSmal aachattttaa«. Der Sbonnemenrenreie bettägi ffli den «vaai 1 X bei kreier 3nfte3ane ms C>ju8. tn bet <Sef»a)t»beOe abgeholi IL>> X. Dar» bie «oft monailt» t X ju0'»l efclitb .Huttenunaeoebbbt eerlae and Redaktion S»la»tbef6rafat 88/80. lerntpretber #61 and toi. Für Unverlangt etnaelnnbte Beitrüge kann bte Re- itafnon eint Berantwormno oder @ereibt te feinem Falle übernehmen. «Sa- uMnne ded «emadaeldt» oder ÄnterO*e ree«» eneef«t ntot orbnitnfllmi6i«i tWnnin »ft »nbeeWoitew Tolftoetf ferne Frankknrt am Main Summer «3*0.

Weiße und rosenrote Blütenschleier umwallen die Obstbäume und die Kastanien haben zur Feier des Tages helle und rote Lichter aufge­setzt. Durch zartgrüne Blätter blinken funkelnd die Sonnenstrahlen und wie im Märchen schreite ich über einen Teppich, gewebt aus buntfarbi­gen, herabricselnden Blüten. Dann umfängt mich das tiefe Schweigen des SachsenwaldeS und seine weiten friedvollen Hallen nehmen mich auf. Wie oft mag Bismarck hier gewapdelt sein! Liebte er eS doch feit seinen frühen Kindestagen, einsam durch die Wälder zu slrei- sen, still vor stch hinzusinnen und dabei wichtige Entschlüsse zu fassen. Die Vögel und die Tiere des Waldes hatte er besonders lieb und stets sorgte er dafür, daß ihnen auch in Wintertagen genügend Futter gestreut wurde. Er liebte die Blumen und freute sich an der Pracht der wil­den Kinder des Frühlings. Diese Eichen und Buchen waren ihm liebe Bekannte und treue Freunde. Wie oft mag et tief verbittert unter diesen Baumkronen gegangen sein und verzwei­felt in seinem Innern um die Zukunft seines LebenSwerkeS, um das Reich, das er errichtet, aezagt haben. Da haben dem Einsamen in Stun­den höchster Erregung u. peinvollster Seelennot

Waldesrauschen, Vogelsang und Blumenduft Ruhe und HerzenSfrieden wiedergegeben. So gelange ich zu dem hinter dichten Baumwipfeln verborgenen Schloß, daS ihm daS Reich 1873 schenkte. Im Arbeitszimmer des Fürsten. Am 30. Juni 1892 starb Bismarck und im Au­genblick seines Todes blieb die große, auf dem Sekertär stehende Uhr stehen. Seit dieser Stun­de bat man tm Zimmer alles so gelassen, wie zu Bismarcks Lebzeiten. Am hohen Fen- ster steht Bismarcks historischer Riesenschreib­tisch, an dem so mancher welterschütternde Ent­schluß gefaßt wurde. Hier hat der Fürst noch bis einen Tag vor seinem Tode an diesem Schreibtisch aearbeitet. Dor demselben steht der große Stuhl, den Bismarcks gewichtiger Körper völlig auszufüllen pflegte. Aus dem Schreibtische liegt nochBiSmarckSBibel mit Lesezeichen an seinen Lieblingsstellen. Daneben liegt aus­gebreitet eine große Karte deS Sachsenwald.'S, der man den fleißigen Gebrauch ansieht. Im Raume stehen nebeneinander zwei bequeme Chaiselongues; auf dem einen pflegte der Fürst zu ruhen, auf dem andern lag sein getreuer Hund »Tyras*. Im Sterbezimmer: Die Sonne wart ihre vollen Strahlen aus die rote Decke, die über Bismarcks großem einsachen Bet­te ausgcbreitet liegt. Auch hier ist alle- genau so stehen geblieben, wie in der Sterbestunde. Roch kann man an seinem Bett eine ganze Bat­terie von Medizinslaschen stehen sehen. Auf ei­nem kleinen Tische liegt ein Rasierpinsel und da- Messer, die von Bismarck noch kurze Zeit vor seinem Tode benutzt wurden. Draußen aber rauscht der Wald. Zu allen Fenstern grüßen die Bäume hinein Was mögen die sich im Winde neigenden Wipfel alles gesehen haben. Hier mag ihm nach feiner historischen Entlas­sung, dem »Leichenbegängnis erster Klasse" da» Rauschen seiner über alle- geliebten Wälder wieder Ruhe und Frieden gegeben haben. Wie oft mag er sich ruhelos in diesem Bett gewälzt haben, in Sorge vergehend um des Reiches Zu- kunst und da- Weiterbestehen seine» Werke-. Und ein anderer Tag tritt lebhaft vor mein Auge: al- Bismarck hier für immer seine Augen schloß. Al- am Abend deS 30. Juli 1898 tau­sende und abertausende in tiefem Schweigen bi» tn die Rächt hinein die Parkmauer umstanden, um dem größten Sohne Deutschland» bei feinem

London wirbt um Berlin.

Winke für Industrielle / Moskaus Fluch wegen der Beschie -ung Nankings. Chamberlain rechnet mit Nanking ab / T changisolin als Waffenrtese Amerika- schwarzer Riesenstreik.

m «mass?isrwwMÄ .;iwä s». euere, kl. »tu. Seile 15 4. Reklamen Säle 75 4. Dffenaebübr » 4 (bei Suf. oer Offerten 50 4. Rechnungsberrüse tnnerb. 5 Tage» zahlbar. Kür b. Rtchtis- keu aller durch Kernfvrecher aafseaebenen jl»zeigen fonrte für Wnfnabmebaten und VlSve kann nicht eiruntien werden. Kür Anzeigen mit besonders tonne, rtaem Latz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: $4h4tbofftrafte 9W90. Getoaiis. Aelle: Kölnische Strafte 5. «eenAber der Lvobrüraße. Kernfvrecher 051 und 931.

Durch weite grüne Ebenen jagt der Zug. Hinter mir versinken der Mastenwald deS Ham­burger Hafens und die hoch in den blauen Aether ragenden fchlanken Helligen feiner Werf­ten. Die Musik der Arbeit verklingt, das Häm­mern und Dröhnen ertönt nur noch aus wei­ter Ferne. Bald umgibt mich der Frieden der Natur. Auf saftigen Wiesen weidet daS Vieh. Bäume flankieren die Bahn, aus zartem Grün blitzen goldgelbe Blüten. Schon umrauschen mich die dunklen Kronen des Sachsen­waldes. Friedrichsruhe ist erreicht! Er­griffen liest man den Namen, der einst eine Welt erschütterte und in Atem hielt. Ein sel­ten schöner Tag voll froher Erwartung, erfüllt von Vogelsang und Blütendust, ist angebrochen. Friedrichsruh gleicht ei.ter

erglühenden jungen Braut.

paris-Bellln-Nom.

Handelsvertrag und Balkanabenteuer.

Nachdem daS Handelsprovisorium mit Frank­reich bis zum 30. Juni verlängert worden ist, gehen die Vorberitungen für den Abschluß eine» endgültigen Handelsvertrages mit Hoch­druck weiter. Da die Verabschiedung des fran­zösischen Zolltarifs stch wegen der Währungs­krise immer wieder verzögert hatte, konnte Frankreich bisher mit keinem Staat einen endgültigen Handelsvertrag zum Abschluß brin­gen, sondern es mußte lediglich Provisorien vereinbaren, die immer wieder verlängert wur- den. Die schnellste Verabschiedung deS franzö­sischen Zolltarifs ist also eine Notwendig­keit und auch in Paris hat man dies endlich erkannt. Das Handelsministerium hält aber an den Ausfuhrzöllen für gewisse Pro­dufte fest, und man wird sich aus schwierige Ver. Handlungen gefaßt machen müssen.

Nach Aeußerungen des Handelsministers scheint die Regierung entschlossen zu fein, den Zolltarif durchzupeitschen und damit eine Kritik der gemäßigten Kreise an dem hochschutz- zöllnerischen Charakter des Zolltarifs nicht zum Durchbrich kommen zu lassen. In den maßge­benden Berliner Streifen wird die Erklärung BokowskiS, daß der in dem Zolltarif zum Aus­druck kommende Jndustriefchutz fehr maßvoll fein werde, gleichfalls mit groß.r Reserve aufgenommen, indem man aus den Wi­derstand gegen die Einfuhr deutscher chemischer Prodickte nach Frankrech hinweist. In dieser Frage werden die kommenden Verhandlungen mit Frankreich stch wieder äußerst schwie­rig gestalten, weil die französische Regierung entschlossen ist, ihre Industrie gegen die aus­ländische Konkurrreuz zu schützen. Deutschland hat nämlich vor dem Kriege neun­zig Prozent des Bedarfs an chemischen Artikeln in Frankreich gedeckt. Man wird also sehr daran zweifeln müssen, daß der neue französische Zoll­tarif sehr maßvoll sein wird.

Inzwischen ist e» am Balkan neuerdings auffallend still geworden. Der Gedanke einer schlichtenden Untersuchungskommission wurde of­fenbar alS untauglich fallen gelassen, ebenso die Intervention des Völkerbundes, den man offen­bar nicht unnötig mit einer unlösbaren Auf­gabe belasten und kompromittieren will. Im Vordergrund steht jetzt der Gedanke einer di­rekten Verstand igung zwischen den bei­den Gegnern, waS natürlich nicht ausschließt, daß Frankreich, England und auch Deutschland ihre guten Dienste zur Versügung stellen. An­scheinend wollte Italien von vornherein nicht einen bewaffneten Konflikt mit Serbien vom Zaun brechen, sondern lediglich seine durch den Vertrag von Tirana abgesteckte Position in Al­banien sicher stelle», und Jugoflavien, den Gegner der Zukunft, einen weiteren Schritt von der Adriaküste zurückdrängen. Mit diesem Ersolge müßte eine direkte Auseinandersetzung zwischen Italien und Serbien schließen, und es ist aus der fafcifHfäen Presse deutlich zu sehen, Latz die itlaienische Diplomatie auf diese» Ziel lossteuert. Mussolini möchte also vorerst nur eine Anerkennung der Freundschaft-Verträge mit Serbien selbst (Rettuno) und mit Albanien (Ti- rana) erzwingen, was praktisch ein völliges Desinteressement Serbiens an Al­banien und eine Festsetzung Italien- auf dem Balkan bedeuten würde.

ES ist heute eigentlich kein Zweifel mehr, daß Italien diese- Ziel erreichen wird, denn der ab banesiche Streitfall hat die für Italien günstige Verteilung de- Machtgewichts auf dem Balkan deutlich beleuchtet. In Athen, Bukarest und Bu­dapest hat die italienische Diplomatie, nicht ohne Mitwirkung der englischen, der serbischen den Rang abgelaufen. So bleibt die enge Freund­schaft mit Frankreich, von der man jedoch »ich Weitz, wie weit sie verttaglich gebunden ist, b.r einzige Aktivposten für Serbien. Die Diskussion de» albanischen KonfliftS hat jedoch Belgrad gezeigt, daß es auf mehr alS diplomatische Un­terstützung und Beteiligung der französischen Presse an der anti-italienischen Kampagne nicht rechnen darf.

Es hieße den Deutschen nun allerdings all­zuviel Naivität zutrauen, wenn wir nicht aner­kennen sollten, daß Italien mit der Adressierung der Beschwerde-Noie über Serbien nach Berlin seinen eigenen Interessen diente. Nicht daß e» von Deutschland einer besonderen Unterstütmng der italienischen BaNanvolitik oder eine eins i- ftg, Stellungnahme be» Berliner Kabinett S ge­gen Jugoflavien erwartete, Wohl aber mußte e» Mussolini erwünscht sein, zwischen England,

Kann Frankreich sich in Schanghai Volten <

London, 31. März. (Eigener Drahtbericht.) Schanghaier Berichterstatter klagen übereinstim- tuend über ungenügende verteidigungS- matznahmen in der französischen Nieder­lassung in Schanghai, die von der Internationa, len Niederlassung isoliert liegt

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Gemeinsame» Vorgehen wegen «an klag.

London, 31. März. (Eigener Drahtbericht.) Die Blätter erwarten einen gemeinsamen Schritt der Mächte wegen der Nanking- Zwischenfälle bei der nationalistischen {Regie­rung. Die Nachricht über ein solches Zusam- mengehen habe einen Protest verschiedener japanischer Blätter hervorgerusen.

Rache an England.

Chanwerlain geht mit Nanking in» Gericht.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 31. Mürz.

Im Unterhause erwiderte Chamberlain auf Anfragen: Der Augenblick für Berhandlun- gen mit den chinesischen Nationalisten sei noch nicht geeignet England» Politik müsse von den Umständen abhängen. Zum Schub Tientsin» ständen ungesähr 4740 Offiziere und Mannschaften der Mächte bereit, »ei den Zwischenfällen in Nanking habe e» stch um uniformierte chinestsche Soldaten ge- handelt, die die PlÜndernngen auf da» Signal ihrer Offiziere begangen hüt- ten. Die Fronen der Ausländer, darunter auch die Frau des britischen Generalkonsuls, wurden in roher Weile durchsucht und ihrer Wertsachen beraubt. Bielen Frauen wurden die »leider vom Leibe gerissen. Zwei Amerikanerinnen konnten «och im letzten Augenblick vor Gewalttätigkeiten gerettet »er- dessen Unterstützung er sicher war, und Frank- reich, dessen Interessen und Neigungen nach Serbien gravitieren, einen dritte», ganz Un- parteiischen zu stellen, der in der Lage ist, gefährliche Rivalität au-zugleichen. Die» ist tn der Tat die Aufgabe Deutschlands, wenn feine Devlomatie überhaupt in die Lage kommen foll- te, im Verlauf des Vergleich-Verfahrens eine ir- aenbtoie aktive Rolle zu spielen. Denn ttotz de» freundschaftlichen Berhältnisse» zu Rom und ttotz de» Umschwung» in Südtirol wird sich Berlin stet» der Relativität der italienb scheu Freundschaftsgefühle bewußt bleibe«. Richt

(Eigener Drahtbericht.)

London, 31. März.

Ein Blatt meldet aus Berlin, fein Korre­spondent sei in den Besitz zuverlässiger Infor- mationat gelangt, wonach unmittelbar nach Ostern Cirefemann eine große Demonstration gegen den Versailler vertrag aufnehmen wolle. Die Hoffnungen, daß man noch einmal von der Junitngung des Völkerbundes den Sturm ab- wenden könne, den da» deutsche Vorgehen brin­gen müsse, müßten von den Chauvinisten tn P«i8 endlich zu Grabe getragen werden.

*

Noch Mn Ausweg in Thüringen.

Weimar, 31. März.

Im Thüringer Landtag wurde gestern eine Vertagung der Regierungs-Angelegenheft bis mm 8. April beschlossen. Neuerdings wird dir Frage einer Minderheitsregierung erörtert, die aus Sozialdemoftaten, Demokraten und Witt schattsparteilern bestehen würde.