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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

enielgenpretfe: (ttnbetmitoe fSefcbäftSanietgen Zeile20 J. auswSnige SelchSll». an«igen Zeile 20 4. ftamilienanj. Zeile 20 4. Kl. Anz. aus Kastel b. Wort «4. ausw. kl. Anz. Zeile 15 4. Reklamen Zeile 75 4. Cffengebübr 20 4 (bei Auf. oer Offerten 50 4. Rechnungsbeträge in »erb. 5 Tagen zahlbar, ftftr b. Richtig, teil aflet burch Äernfpretber anfgegebenen Anzeigen tonne löt Auinabmebaien nnb Plätze kann nicht girantien werben. Mr Anzeigen mit besonders schule- rigem Latz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Lchlachtbosstrabe 2Sf3O. Geschäfts, stellet Kölnische Strafte 5. gegen über bet Spobrftrnfte stternfprecher 951 und 952.

Mittwoch, 23. März 1927

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Nummer 69. Amtliches Organ der Stadt Raffel.

Beruhigt der Balkan sich wieder?

SS Echrellensherrschast in Schanghai

*

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ter* jubelnd erwarteten, gegen die Kriegsme» Ihoden der Plünderungen und anderer Gewalt-'

Mr die Schaffung eines Rahmengesetzes für btc Gewerbesteuer hält es die Hanbwetkskam- mcr rur unbedingt notwendig, daß damit die Gewerbesteuer zu einer Berufsstener auSgebaut, auf dte schwächeren Betriebe Rücksicht aenom- men. eine Begrenzung ves Zuschlaasrechiz der Gemelnden vorgesehen nnv das AnhörunaS- recht der Berufsvertretungen gesickert bleibt. Dio vom Retchssinanzminister Tr. Köhler an- gekündigten Reformen werden allaemcin für gut gehalten Dies gilt auch für die Darlegung des Retchswtrtschgftsmtnisters Dr Curlius an­läßlich der Etatsberatunaen seines Ministeri. ums. Es wird aber erwartet, daß nun diesen Dorten auch die Daten folgen, daß insbefon» dere das Eingreifen der öffentlichen Hand in

Die Truppen der südchinesischen Kantonregie- rung sind nunmehr in Schanghai eingerückt. Sie besetzten das Chinefenviertel, verbarrika­dierten sich in der Stadt, anscheinend In der Erwartung, daß neue Kämpfe bevorstehen wer­den. Und tatsächlich scheinen sich denn auch dte enttäuschten Bürger, die den Einzug der ,Ret-

t ä r a t t a ch L 8 in Belgrad an die serbisch-al­banische Grenze, die sich an Ort und Stelle darüber zu unterrichten hätte, ob militärische Vorbereitungen getroffen worden seien oder nicht.

London. 22. März. (Eigener Drahtberickt.) Wie amtlich verlautet, hat der britische Ge. sandte in Belgrad lediglich bei dem fugoslavi- scheu Außenministerium vorgesprochen und der- jugoslavischen Regierung die größte Mäßigung angerate».

alle sehr energisch aufzulehnen. Denn die Straßen hallen vom Gewehrgeknaiter und

wenn einmal die endgültige Einigung des Lan­des und die Befreiung von den ungleichen und den ungerechten Auslandsverträgen gekommen ist. das chinesische Volk wieder zu einer ruhige­ren Betrachtung der politischen Dinge kommen wird. Zu der Ueberzeugung. daß ohne auslän­disches Kavitgl und ohne Anlehnung der Ver- wastungsstruktnr des Landes an die auslän­dische Kapitalwirtschaft der Aufstieg des Chinas nicht möglich sein to|rb.

Wenn die Kugeln pfeifen.

Im Kampf mit Engländern. Waffenstillstand? London, 22. März.

Man schätzt die Zahl der Streikenden in Schanghai auf etwa hunderttausend, darunter sämtliche Eisenbahner, sodaß die Stadt vollstän­dig von der Umwelt ab geschnitten und nur auf die Waflervcrbindungen angewiesen ist. Eine chinesische Polizeistation wurde von der Bevölkerung angegriffen. Vierzig Nordisten, die sich in die Station geflüchtet hatten, wurden niedergemetzelt. Zwanzig wurden Mnd rechtlich erschossen. Nach einem Telegramm sind Schantung-Soldaten in die Konzeffion ein- gendrungen, wo sie sofort zu plündern be­gannen. Ein englisches Panzer-Auto wurde von ihnen mit heftigem Gewehrfeuer empfangen. Bier Engländer wurden schwer ver­letzt, desgleichen auch europäische Zivllisten. Mehrere Chinesen wurden getötet. Man rech­net mit einem Waffenstillstand zwischen den Nordisten und den Kantonesen.

Rach dem Einzug der Kantonesen / Bürger gegen Soldaten / Juqoslabiens Abbitte / Chamberlain dämpft den Brand / Italiens Kriegsmanöver an der Grenze / Auch die Türker wird unruhig.

Für alle Fälle bereit.

Italienische Flieger und Grenzbataillone.

Budapest, 22. März.

AuS Agram werden militärische Borberei­tungen der Italiener längs der jugoslavischen Grenzen gemeldet. So sei in Pola eine neue Militärflugzeitstat io n angelegt wor­den und mehrere italienische F l ie g e r patroullierten die füdserbische Küste ab. Das 11. Bersaaglierie-Regiment sei an die Grenze verlegt worden, während die italienischen

erhoben. Die Methode mit den beruhigenden Interventionen (Schiedsspruch usw.) sei die raschere und wirfungsvollere, besonders in einer Angelegenheit, in der der Völkerbund nicht vollkommen freie Hand habe, da Ita­lien zur Verteidigung Albaniens verpflichtet sei. Die beste Lösung werde vielleicht doch eine Aus­einandersetzung der Interessierten unter dem Schutz ihrer Vertreter in London und Paris fein. Briand dürfte sich heute dazu äußern.

Der kluge Mann baut vor.

Balkansorgen am Goldenen Horn.

> Rotterdam, 22. März.

Londoner Blätter melden aus Angora: Mit wachsender Spannung verfolgt man zur Zeit die Zuspitzung des jugoslavisch-italienischen Konfliktes. Die Türkei hat schon vor SBorfjen die Verstärkung der Garnisonen und Befestigungen an den Meerengen eingeleitet, da man in Angora einen neuen Balkan- krieg für das Frühjahr erwartet.

Dte Vollversammlung der Handwerkskam­mer Kassel hat sich in ihrer Sitzung vom 21. Mär, d. I. mit den augenblicklichen wirtschaft- ltchen Fragen beschäftigt und dabei festgestellt, daß die allgemein zu beobachtende Belebung der Wirtschaft leider nicht für das Handwerk zu verzeichnen ist, daß im Gegenteil die ver- chiedensten Faktoren, wie Arbeitslosigkeit, Ka­pitalknappheit, Borgwesen. Preisunterbietun­gen und Belastung mit öffentlichen Abgaben die Entwicklung der Handwerkswirtschast - ge- hemmt hat. Es wird deshalb auch weiterhin ür notwendig erachtet, daß diese Hemmungen beseitigt werden, daß insbesondere eine ratsäch- l'cke Entlastung an Stenern und sozialen Ab­gaben eintritt. Dies gilt besonders für die Rcalsteuern, die auch für das Fahr 1927 von ben Gem.-inden zur Haupteinnahmeauelle ge­macht werden.

denpartei uftb besonders das klägliche Versagen der Schantungtruppen zeigen weiterhin, daß die Kraft der Gegner Kantons zu Ende geht Db der endgültige Sieg Kantons China de.i Bolschewismus bringen wird? Es ist natürlich e6r schwer, hier eine Voraussage zu machen Wer das chinesische Volk kennt, seine Religion ------- und seine Weltanschauung, der wird nicht an Mehrheit der chinesischen Bevölkerung gefestigt. > e i n e Bolscheweslernna der Bevölke- Der Uebertritt verschiedener Generale der Muk- rungsmasse» Chinas glauben. Eher daran, daß,

London mußte in Hankau kapitu­lieren, seine Flagge niederholen und die Verwaltung den Gelben über­lassen Man kann sich denken, welche Wirkung diese englische Schlappe auf den Kampfgeist der Kantonregierung ausübte Die Folgen zeigten sich in dem unwide'-stehltchen Vormarsch der Kantontruppen und noch mehr in dem Jubel und in der Begeisterung, mit denen sie überall von der chinesischen Bevölkerung empfangen wurden Die Kantonregieruna bringt China die Befreiung vom ausländischen Jach! Die Gewißheit ist in **» überwiegenden

Kampslärm wieder. Wer in diesem Kamps den Kantontruppen als neuer Gegner gegenüber- treten wird, das lehren die englischen Kanonen und Maschinengewehre, die in den Konzessio­nen konzentrierten Truppen Großbritanniens Die nächsten Taze dürften Entfckcidmige.i brin­gen, die die weitere Gestaltung der Krise tn China bestimmen nnb kcstlegen. Cs iIcibt ab­zuwarten, wie sich England den siegreichen Truppen Kantons gegenüber in Schanghai Dir» halten wird. Ob es ein Kompromiß suchen will, oder eine bewaffnete Ausernan- dertragu n g.

Mit her Einnahme Schanghais hat die südchinesifche Regierung einen Erfolg errungen, der einen völligen Sieg ihrer Bestrebungen und Ziele nahekommt. Man hat zu beachten, daß nunmehr nahezu zwei Drittel Chinas von Kanton beherrscht wird. Man ersieht hieraus, daß zum mindesten die Einigung des Rc.ches Fortschritte macht. Ein hoher chinesischer Di­plomat äußerte sich dieser Tage zu einem Ber­liner Journalisten über die neuen Ziele: Tie Mukdenpartei hat keine Ideen, sie hat nur Truppen. Diese Antwort des Chinesen greift in das Kernproblem des ganzen chinesischen Haders hinein. Mit dem Sturz der kaiserlichen Mandschudynastie zerbrach das Riesenretch mit einem Schlage. Ehrgeiz, Profitgier und Macht- dunkel trieben bie Gouverneure zum offenen Kampf gegen Peking. Sie etablierten eigene Kabinette und regierten ihre Provinzen nach eigenem Gutdünken,ohne sich um die Anord­nungen Pekings zu kümmern. Tie Hauptstavt selbst gab den furchtlosen Kampf bald auf und im Norden Chinas gelang es Tschangso- lin die verschiedenen Gouverneure und Gene­rale unter einen Hut zu bringen. Im Süden des Reiches beugten sich die kriegführenden Ge­nerale dem Oberbefehl Kantons Wäh­rend der Kampf von Mukden aus nur in dem

Aus friedlichem Wege?

Italiens Scheu vor dem Völkerbund.

(Amtliche Drahtmeldiing.»

Paris, 22. März.

Halbamtlich verlautet zu den gestrigen Ver­handlungen zwecks freundschaftlicher Bei­legung des italienisch-serbischen Konflikts: Die englische Regierung habe ihren Standpunkt noch mcht mitgeteilt. Jtalienischerseits scheine man der Verweisung der Angelegenheit an ben Völkerbund nickt allzu schnell zu­stimmen zu wollen. Es blieben übrigens noch andere Vermittlungswege» so die Absendung einer Abordnung der alliierten Milt-

Heimisches Handwerk.

Der neue Regierungspräsident bei der Kasseler Handwerkskammer.

. Wie wir schon in unserer gestrigen Ausgabe belichteten, wurde gestern die diesjährige Früh­jahrs-Vollversammlung der Handwerkskammer eröffnet. Die Kammermitglieder waren voll- zähltg versammelt, als Vorsitzender Zimmer­mann in feinen Begrußungsworten insbeson­dere den neuen Regierungspräsidenten Dr. Friedensbuig willkommen hieß, der erstmalig an einer Versammlung der Handwerkskammer teilnahm. Neben dem Regierungspräsidenten

' wohnte Regierungsrat Gicsler als Vertreter der Regierung der Vollversammlung bei Ter : Vorsitzende gedachte des verstorbenen Rammet- Mitglieds Schuhmachermeister Schmand, Velk- , Marsen, zu dessen Ehren sich bie Mitglieder . von ihren Plätzen erhoben. Vorsitzender Zim­mermann streifte in feinen Begrüßungswonen die augenblickliche Lage des Handwerks im Be- . ztrk und sagt, daß sich diese in den letzten Mo« . uaten nicht gebessert habe. Schars geißelte er die Konkurrenz der Behörden und wandte sich gegen die in voller Blüte stehende Preistreibe­rei. Die Großindustrie beachte in keiner Bezie­hung die Belange des Handwerks. Mit allen Mitteln müsse dieses Gebahren bekämpf werden. Entgegenstemmen müsse man sich auch den zahl­reichen Auswanderungen guter Arbeitskräfte. Trotz alledem wolle das Handwerk nickt ver­zagen, sondern mit aller Energie Weiterkämpfen Regierungspräsident Dr. FriedenSburg

stempelte in feiner Ansprache das Handwerk zu einem Machtfaktor in unserem Be- müsse. Er dürfe sagen, daß er nicht ohne wirt- swaftliche Vorbildungsein neues Amt angetre­ten habe. Seine Sporen auf wirtschaftspoliti­schem Gebiet habe er sich im Bergfach verdient, wodurch er stets in engster Fühlung mit dem Handwerk gestanden habe. Regierunaspräfl- bent Dr. Friedensburg unterstrich die Worte des Vorsitzenden und

warnte vor der Amerikanisierung der deutschen Wirtschaft.

Hierdurch würden sich Wirtschaft und Hand­werk ihr eigenes Grab schaufeln. Im Geaenteil. es müsse angestrebt werden die deutsche Eigen­art nicht nur zu erhalten, sondern sie noch ivei- ter wie bisher zu berücksichtigen. Insbesondere müsse dem persönlichen Geschmack Rechnung ge­tragen werden Regierungspräsident Dr. "Frie- densburg anerkennt die besondere Pflege, die man dem Nachwuchs angebeiben lasse, dieser sei die unsere Zukunft. Er versicherte den Mün­chen des Handwerks unter Abwägung aller Umstände stets Rechnung zu triften. Die Wor­te des Regierungspräsidenten fanden ben leb­haftesten Beifall bei ben Kammermitgliedern. Hierauf erstattete Synd.kus Dr. Hartmann ben Tätigkeitsbericht, über ben wir besonbers be­richten.

In längeren Ausführungen nahm Dr. Hart­mann zu den schwebenden Winschaitsfragen Stellung Seine Worte fanden tu folgender Entschließung ihren Wiederklang:

Entschließung:

Aufgelöste Parteien.

Ein Berfaffungsbruch in Polen.

Warschau, 22. März.

Die Unabhängige Bauernpartei und die WeißrussischeHromada" wurden für aufgelöst und illegal erklärt. Bei den umfangreichen Haussuchungen leistete ein Abgeordneter pasfi- ven Widerstand, in dem er das BorstandSbüro als seine Privatwohnung bezeichnete. Sämt­liche Parteilokale find versiegelt worden. Tie Nachrichten über daS Vorgehen der polnischen Behörden gegen die beiden Parteien haben im Sejm großen Eindruck gemacht. Die Juristen stellen fest, daß man von nichtlegalen Parteien in Polen nicht sprechen könne, da diese einer behördlichen Bestätigung nicht unterliegen. Die Unabhängige Bauernpartei will allen Verboten zum Drop ihre Tätigkeit fortsetzen und gegen den Verfassungöbruch Klage erheben.

Grenzgarnisonen um einige Batail­lone verstärkt wurden.

Der belelwgte Gesandte.

Zugoslavien mutz sich bei Italien entschuldigen.

(Eigener Drahtberickt.)

Belgrad, 22. Mär;

Der Abgeordnete Wilder, der in der gestri­gen Sitzung der Skupschtiua durch seine An­griffe auf den italienischen Gesandten Bodrero einen Zwischenfall bervorriefMwurde vom Prä. stdenten von Brei Sitzungen ausgeschlossen. Außenminister Peritsch stattete wegen des Zwi­schenfalls dem Gesandten Bodrero einen Besuch iib. Abg. Wilder hatte dem Gesandten zugeru- en:Hinaus mit ihm aus dem Lande mit seiner ganzen S p i o n e n b a « d e!"

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Rein Eingreifen Deuifch'andS

Berlin, 22. März. (Funktelegramm.) Wie den Blättern mitgeteilt wird, haben die deut­schen Vertreter im Ausland im albanischen Konflikt sich nur nach der Auffassung der Regierungen erkundigt, ohne von sich aus ir­gendwelche Vorschläge zu machen. Die heutige Rede des deutschen Außenministers im Reichs­tag wurde auch nicht von diesem selbst, sondern vom Aeltestenrat auf heute verlegt.

Nückkchr zur Vernunft.

Ob sich die Balkanrivalen selbst verständigen?

(Amtliche Drahtmeldung.)

PariS, 22. März.

Ein Blatt glaubt, daß Italien im serbischen Konflikt eine beruhigende Situation herbeiführen wolle. Deshalb habe auch der ita- lienifdje Botschafter gestern bei Briand keinen grundsätzlichen Einspruch gegen eine interna­tionale Enquete an der jugoslavischen Grenze

Willen geführt wurde, die Macht, d. h. die ge­samte staatliche Autorität über das Reick sich zu erzwingen, entstand der Südregierung Chi­nas durch das Auftreten Sunjatsens eine Idee ein Gedanke, der die Massen zündete: Dte Be­freiung Chinas von den ungerechten Auslandsverträgen und schließlich die Hebet- tragung der Macht in China an eine ausge­sprochene Volksregierung. Diese letz­tere Forderung näherte sich stark sozialistischen Gedankengängen. In Moskau wurde man aufmerksam: Eine Volksregierung in China? Das ist für die Sowjets keine geeigentere Gelegenheit dem englischen Konkurrenten und Gegner in Asten einen furchtbaren Schlag zu versetzen. Die Kan­tonregierung erhielt Geld aus Moskau, sie erhielt russische Militärinstrukteure, russische Waffen und Munition und ein ungeheures Propagandamaterial. Allerdings ein Propa­gandamaterial für die bolschewistische Idee. Russische Provokateure reizten die Massen des chinesischen Proletariats auf. Es kam (man beachte ausgerechnet in den Städten wo sich größere englische Konzessionen befin­den) zu ungeheuren Aufständen, Zusammen­rottungen, Plünderungen, zu einer Gefahr drohender Bewegung gegen den Handel und die Wirtschaft der ausländischen Konzesstonsinha- ber. Es läßt sich heute nicht beziffern, wie groß der finanzielle Schaben ist, der den britischen Handel durch die zahlreichen Aufstände zuge­fügt wurde.

Schanghai, 22. März.

In bet Eingeborenenstadt find Straßen- Ikämpfe zwischen Truppen und bewaffneten Zivilisten im Gange. Es wird gemeldet, daß an verschiedenen Punkten Brände aus- gebrochen sind. Die Südtruppen haben jetzt Die Grenze der Attsländerniederlaffungen erreicht.

London, 22. März. (Eigene Drahtmeldung.) Das Reuterbüro meldet au8 Schanghai, die Streikenden und 150 000 Mann der Schantuug- streitkräfte plündern die Chinesenstadt, wo eine vollkommene Schreckensherr- fchaft besteht.

Schanghai, 22. März. (Eigener Drahtbe­richt.) Die Räumung Don Nanking durch die ausländischen Frauen und Kinder hat heute bei Tagesanbruch begonnen.