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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Sonnabend. 12. März 1927

Amtliches Organ der Stadt Raffel. 1 7. Zahl } ang

Nvm mer 60 Amtliches Organ der Stadt Kassel.

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Die Gaae für Frankreich verloren.

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fünfzehn Jahren zugunü-u F ausfallen werde, ist bereits jetzt

jetzt durch die Er-

Gipfek des SoSmopolitiSrnnS.

Hohenlohe Herzog von Ujest. In weitem stand folgen dann die Magnaten mit viel Land«

ben. Und den Krieg

Rachbar mehr ebenbürtig gezeigt wenn eS für die Italiener scbwv

London, 11. März.

Wie ein Genfer Korrespondent meldet, sol­len Chamberlain und Briand verfucht haben, die schweizerische Regierung zur Wiederauf­nahme der diplomatischen Beziehungen mit Rußland zu überreden, damit di« Sowjetregle- rung nicht länger dir Ermordung WorowskiS alS Borwand für ihre Richtteilnahme an der Abrüstungskonferenz vorbringen könne.

Wenn Frankreich klug ist.

... gibt es die Saar sofort heraus.

(Funktelegramm)

Paris, 11. März.

Abg. Leon Mum (Soz.) schreibt zur Saar- frage: Die Annahme bei Abfassung des Frie-

dcnsoertrages, daß die Bolksal'stimmung nach Frankreichs

must die Umsatzsteuer in der garantierten Höhe von 450 Millionen Mark zuqeteilt werden. Sie.»

i»f,rr <aw».T h,r fgrfrnfleRl

London, 11. März.

In London hofft man allgemein, daß die Verhandlungen über die Räumung der Rhein- lande bei der nächsten Völkerbunds-Session einen guten Schritt weiter gefördert wer­den können. England, so schreibt ein Blatt wird die Ansprüche Dr. Strefemanns unter­stützen, da bis zu diesem Zeitpunkt die deut­schen Abrüstungsbevmgungen vollständig erfüllt sein werden.

eigniffe widerlegt. Hat Frankreich demnach ein Interesse daran, überhaupt cs noch zu einer Volksabstimmung kommen zu lassen? Frank­reich müsse alle Schwierigkeiten vermeiden, die biS zur Abhaltung der Volksabstimmung fich bestimmt einstellen würden, wegen des pein­lichen Widerhalls, den diese Volksab­stimmung Hervorrufen würde. Frankreich müsse deshalb Dmrtschland das

Saargebiet so früh wie möglich zurückgeben und sich über die Saarbergwerke freundschaft­lich verständigen. Überlasse Frankreich es also der Saarbevölkerung, frei über sich zu be. stimmen, und zwar im Einklang mit der be­kannten Neigung der Saarbevölkerung zu Deutschland. Die Klugheit rate dies an und die Gerechtigkeit fordere es.

Kommt Moskau nach (Senf?

Chamberlain will die Schweiz urnstimmen.

Frankreich will nicht räumen.

Erregung über Strefemanns Ansprüche / Entscheidung erst im Juni in Gen Mit Englands A terstützung / Man will auch Moskau nach Genf holen. Briand» falscher »Loearnogeist" / Verteilung der Steuermillionen.

* versöhnt Stresemann Londonmit Moskau?

London, 11. März. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt schreibt zu Strefemanns Genfer Po­litik: ES ist klar, daß der Plan besteht, die pol­nische Frage vor Juni aus dem Wege zu schas­sen und dann die Rheinlandfrage aufzuwerfen. Es scheint möglich, daß inzwischen die deutsche Regierung versuchen wird, die Spannung zwi­schen London und Moskau zu erleichtern. Dr. Stresemann legte großen Nachdruck auf die Wichtigkeit einer Teilnahme rufsischer Delegierter an der Wirtschaftskonferenz.

England beabsichtigt sein Geschwader in China später noch zu verstärken. Fra« Boro­din und die drei verhafteten Ruff'« werden von den Chinesen gut behandelt, wenngleich sie immer noch als Gefangene zu bezeichnen find Die Meldung von ihrer Erschießung trifft nicht zu. Die Kantontruppen gehen auf Nanking vor. Enpang, südlich von Nanking ist bereits n ihrem Besitz.

Ein Stich ins Wespennest.

Paris will nichts von Räumung wissen. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 11. März.

Die gestrigen Ankündigungen Strefemanns in Genf vor den Pressevertretern, daß bei der Bölkerbundstagung im Juni die Frage der Rheinlandräumung offiziell zur Sprache ge­brackst werden würde, hat größte Beunruhigung hervorgerufen. Dir Blätter wollen nichts von einer vorzeitigen Räumung wisse«, die nicht nur durch bte Entwaffnungsfrage, son­dern auch durch den Dawesplan bedingt sei. Deutschland versuckie eine sowjetfeindliche Poli­tik i» Eurüpa herzustellen (!) wir auch in der fron zöfischen Politik, die ve" einer Entspannung im Westen auf Kosten der Sicherheit nichts wissen wolle. Die Linkspresse urteilt im Allgemeinen nicht so scharf. Sie vermeidet es aber, auf den Kern der Frage einzugchen. Ein Blatt glaubt, daß P o l e n gegenwärtig den Schlüssel zur Lage in Händen habe. Wenn es etwas nachgiebiger wäre, so könnte eS ein östliches Locarno zustandebringen, dem nach den baltischen Staa­ten auch Moskau sich anMießen würde. Der Anschluß Sowjetrußlands an den Völkerbund sei nicht unmöglich.

Gott sei Dank sieben diesen kosmopolitisch gebo­renen und versippten oberschlesischen Magnaten e.ne Reibe deutschstämmiger gegenüber, so bet Fürst Hohenlohe Herzog von Ujest, ber Herzog von Ratibor, ber Prinz Hohenlohe-« Koschentin und die Grafen Balleftrem. Garnier, Schafsgofich-Godulla und Tiele-Winckler Der reichste von ihnen ist trotz mancher Verlust» die sein Bruder, der kürzlich verstorbene Fürst Christian Kraft Hohenlohe, bunt- verunglückte Spekulationen erlitten hatte. Fürst Johann zu

nach Frankreich zu tragen, so gil, dasselbe um­gekehrt auch für daS Eindringen französischer Heere in Italien Im Lrnftiall würde Italien bte Entscheidung schwe.iick an der Alpenfiont ober in dem schmalen Rivieradefilee suche», son­dern viel eher in Tunis oder am Libanon! Tunesien und Svrien, namentlich das erstere, sind die eigentlichen Ziele deS italienischen SehnenS, und nach beiden Küsten haben bie Italiener einen Vie! kürzeren Weg als die Franzosen. Dazu kommt die Sympathie der Syrier mit jedem, der alS Feind Frank­reichs kommt.

In Gens legt man unS gegenwärfig nahe, auf die etwas erschütterte Gesundheit deS Herrn Briand und aus die Schwächen feiner "poli« fischen Stellung Rücksicht zu nehmen. Wenn wir die RäumungSfrage aus Grund des Arfi- felS 431 formell aufrollten, so tonnte Briand

kürzen und dann ...l ES wird außerdem auch lanae nicht besser, sondern eher schlechter wer- nicht an vertraulichen Hinweisen gefehlt haben, ben, wie die italienische BolkSverrnehrung die der Auaenblick sei ungünstig wegen der italieni- Politik jeder italienischen Regierung ganz schen Rüstungen usw. Leider aber wird daS gleich ob faschistisch oder nicht in bte Rich- BerhältniS zwischen Italien und Frankreich so tung auf koloniale Expansion drängt.

zurückgeblieben und infolgedessen mutz zur vol­len Deckung ber Garantiesumme ber Ertrag der Einkommensteuer mit etwa zweihundert Millio­nen Mark herangezogen werden. Diese zwei­hundert Millionen werden bett Ländern nach dem Schilüffel der Umsatzsteuer, d. h. nach der Kopfzahl zugeteilt, während bie Einkommen­steuer nach dem DclstMel des Steueraufkom­mens verteilt wird. Es wurde auch die Auf­hebung der Gemein degetränkepeuer besprochen, die nun am 1. April außer Kraft treten soll. Geplant ist, daß das Reich hier btt zu einem gewissen Grade eingreift, wenn der Ausfall der Steuer eine erhebliche Schädigung der städtischen Finanzen zur Folge hat. Ferner will der Finanzminister den Schutz bet finanz­schwachen Länder weiter ausbaueu.

Hintergründe.

Frankreich rüstet nach zwei Seiten.

Bon jlfüitl #t o tl i 0 t cb

Für den französischen Festungsgürtel und für das hartnäckige Festhalten ber Besatzungs- Politik im Rheinland« klingt jetzt allmählich ein neuer Motiv aus. Dies Motiv heißt: Ita­lien. Denn ein Oberst Fabry ries noch kürzlich in der Kammer:Wir müssen auch nach der italienischen Seite hin Maßnahmen der Vorsicht treffen, weil in Italienernste militärische Rü­stungen' im Gange sind.' Die Frage:Gegen wen rüstet eigentlich Frankreich?» bildet seit einer Woche ein Leitmotiv der italienischen Zei­tungen, und die Antwort, die man hört, lautet: Gegen Deutschland, Italien und Spanien." Eines der führenden Faschistenblätter hat sogar entdeckt, daß die Vernichtung der deutschen Flotte im Weltkriege die Rückkehr dergroßen Flotten" (d. h. der Flotten Englands und Frankreichs) in das Mittelmeer gebracht, habe, und damit eine Bedrohung Italiens. Das Blatt spricht dann weiter von den militärischen Rü­stungen ber Tschechen, Polen, Südslawen und Rumänen, die jetzt von Marschall Foch inspi­ziert worden seien, und alle verhältnismäßig mehr für ihre Rüstungen ausgäben als Italien. Anderwärts wird darauf hingewiesen, daß Südslawien sich feir< neue Kriegsflotte in Eng­land bauen lasse. Diese Anklagen, die haupt­sächlich gegen Frankreich gerichtet sind, werden dann regelmäßig mit der vorgeschriebenen These abgeschlossen, daß Italien auch für sich das Recht aus Rüstungen in Anspruch nehme!

Bei dieser ganzen Polemik der Italiener geht es im Grunde nicht ganz aufrichtig zu. Als Mussolini vor dem Abschluß des deutsch­italienischen Schiedsvertrages in Berlin Vor­schlägen ließ, dem Abkommen eine breitere Grundlage in Form einer gegen Frankreich zie­lenden italienisch-deutschen Verstän- d i g u n g zu geben, sorgte er selbst dafür, daß man diese Glocken auch in Paris etwas läuten hörte. Bei Lichte besehen, war es ja überhaupt unmöglich, daß Deutschland auf eine solche An­regung einging, und deshalb muß man beinah« vermuten, daß das ganze Manöver dazu be­stimmt war, den Franzosen eine Andeutung zu geben, was kommen könne, wenn sie sich dem italienischen Expansionswillen dauernd entge- genstellten. Ist es also ein Wunder, wenn die Franzosen bei ihren Rüstungen zugleich an Ita­lien denken? Auch ohne daß sie es aussprechen, versteht man dabei die Besorgnisse ihres schlech­ten Gewissens gegenüber Deutschland. Man ist zu vorsichtig in Paris, die Furcht vor dem an­geblich deutschen Generalstab, vor den fabelhaf­ten deutschen Wehrverbänden und den Jnstruk- tionsbüchern der Reichswehr noch besonders da­durch zu begründen, daß man auf die Gefahr eines Konflifis mit Italien hinweist. Aber nach Lage der Dinge wäre eS in der Tat kein Wunder, wenn die Ostbefestiaung, die Milliar­den kosten wird, indirekt auch die Bestimmung hätte, Italien einzuschüchtern.

Ein tlalienisch-fianzösischer Krieg wäre an sich eine Sache, die man sich nicht ganz leicht vorstellen kann. Beide Länder sind durch die \ ho^n und unwegsamen Wefialpen getrennt, über die es nur einen einzigen Etsenbahnüber- ; gang, am Mont CkniS, gibt, und außerdem die Bahn längs ber Küste von Genua nach Nizza. Mit einer solchen geographischen Operation-- . basts kann man heute keinen Krieg führen, we­nigstens keinen Angriffskrieg. Die Zeit der Alpenfeldzüge, wie sie Hannibal und Napoleon unternahmen, ist vorüber. Außerdem mutz be- ;

Locarno trägt Zinsen.

Aber in punkto Elsaß Irrt sich Herr Briand.

(Eigener Drahtbertcht.)

Genf, 11. März.

In einm Interview erklärte Briand zu einer Westarprede: Graf Westarp sieht ben Locarno- vertrag als Verzicht auf bie Anwendung von Gewalt für die Zurückeroberung von Elsaß- Lothrinaen an. Et und feine Freunde erklären jedoch, sie könnten nicht auf bie Hoffnung ver­zichten, baß Elsatz-Lothringen früher ober spä­ter kraft des SelbstbestimtnungsrechtS zu einem unabhängigen Staat werden wird. Eine solche Denkart entspricht nicht dem Geiste von Larorno (?) Ich bin sicher, daß Graf Westarp bei einiger Neberlegung mich begreifen wird. (?) Ich kann nur feststellen, daß während dieser Ses­sion, die Stresemann mit großem Geschick leitet, unsere Beziehungen sich nut gebessert ha­ben und batz wir Genf verlassen werden mit verstärktem Vertrauen zur deutsch-französi­schen Annäherungsvolitik. (Briand gibt nicht nur dem Grafen Westarv, sondern dem ganzen deutschen Volke Rätsel auf. wenn er meint, daß wir seine nichtssagenden Andeutungen Hegrei­sen werden, denn für bas SelbftbeftimmungS- recht und bie Autonomie beS Elsaß setzt sich be kanntlich bie ganze beutsche Nation von Westarp biS.. .Ruth Fischer ein. Die Redaktion.)

dacht werden, daß Frankreich ben Italienern tn der Lust um ein Vielfaches über­legen ist, und daß die italienischen Armeen sich schon seit lange keinem starken bewaffneten

Wie man die Steuern verteilt.

Der alte Ausgleich, ballende Getränkesteuer

Funkdienst.

Berlin, 11. März.

Zwischen ben Regierungsparteien würbe estern ein einheitliches Vorgehen be- züglich beS Finanzausgleichs im StaatSaus- 'chuß vereinbart. Die Regierungsparteien sind damit einverstanden, daß bet endgültige Fi nanzauSgleich nicht schon am 1. April 1928 in Kraft tritt, sondern daß dem vorläufigen kkinanza uSgleich noch ein weiteres Jahr Geltungsdauer verliehen wird. Den Ländern

Marsch auf Nanking.

Die Russen leben noch.

. (Eigene Drahttneldung.)

London, 1L März.

Blaues Blut.

Oberschlesische Magnaten einst und jetzt, Ao die Gerüchte, daß der jetzt in Poluiich-Obev, ichlefte» wohnende Graf Oppersdorfs, der be- kannttich bei der Adltunmung in Oberichlesten eine zweideutige Rolle geivieU und dann für Pole» optiert bat. »ach Deutschland zurückzu- kebre» beabsichtigt, knüpft unser Mitarbeiter folg, wirtschaftlich und gesellschaftlich gleich iuteresiaute Betrachtungen.

' Jedenfalls ist Graf Hans Oppersdorfs ber einzige oderschlesische Magnat, der nicht treu > zu seiner deutschen Heimat gestanden Hai. Da- ' bei sind andere oderschlesische Magnaten durch Abstammung, Heirat und mancherlei verwandt- schaftltche Beziehungen ebenso kosmopoltttsch : abgestempelt wie er, dessen Mutter und Gattin Ausländerinnen sind. Seine schon 1880 verstor­bene Mutter entstammte der bekannten franzö­sischen Familie Talleyrand, seine Gattin ist eine Prinzessin Radziwill. Das Verhalten des Grafen HanS Oppersdorfs und der Gräfin Do­rothea, alsDoda Oppersdorfs" eine der belieb), testen Damen der Berliner Gesellscüast, hat ihre zahlreichen dortigen Freunde schmerzlich ent­täuscht. Machte doch das gräfliche Paar der Graf gehörte dem alten Reichstag als Zen- trumsabgrordneter an eines der interessan­testen Hauser der Retchshauptstadt. Das aalt besonders für bie Zeit im Kriege, in dem es allmittäglich zum Frühstück alle möglichen in der Politik und der Diplomatie führenden Männer um sich sammelte Fast alle damals auf einem dieser Gebiete Prominenten hattett einen bestimmten Tag in der Woche, an dem sie ganz regelmäßig bei Gras uttb

Gräfin Oppersdorfs zu fiühstücken pflegten. Diese luden dann andere dazu pas­sende Gäste ein, sodaß der Salon Oppersdorfs im Kriege ber Mittelpunkt besonders anregen­der und interessanter Diskussionen war. Noch ein anderer oberschlesischer Magnat hat mütter­liches französisches Blut in ben Adern, Fürst Lichnowsky. der letzte Kaiserliche Deutsche Botschafter in London. Seine Mutter war eine geborene Prinzessin Croy aus der bel- aifch-sranzöstschen Linie. In der im Kriege nicht sehr angenehmen Lage, Ausländerinnen als Frau und Mutter zu haben, war freilich nicht nur Graf Oppersdorfs. Auch Prinz Biron von Curland. dessen große Herrschaft War­tenberg ber Versailler Frieden in zwei Hälften zerschnitt, hat eine Russin als Mutter und eine Französin zur Frau. Seine Mutter war eins geborene Prinzessin Mestschersky, seine Gattin entstammte ber Pariser Bankierfami­lie be Jaucourt. Eine Russin zur Frau hat auch der dem Prinzen Biron benachbarte Fürst Hermann Hatzfeldt, Herzog zu Trach enberg, dem die gleichnmnige.im Kreise Milttsch belegene Herrschaft gehört. Sei­ne Gattin ist eine geborene Gräfin Bencken- dorff. Russin ist auch die in Berlin im Blücher- Palais Pariser Platz 2 wohnende Fürstin Rina Henckel geborene Murawjew, die Witwe des BiSmarck befreundeten Fürsten Gu- tdo Henckel-Donnersmarck. Der verstorbene Fürst, vor dem Kriege ber

höchstbesteuerte preußische Steuerzahler nach Krupp, hatte in erster Ehe ebenfalls eine Russinaeheiraiet, und zwar eine Mos­kauer Jud in Blanche Lachmann. Sie war im zweiten Kaiserreich bie reichste und be­rühmteste aller ftanzösischen Kokotten. Dagegen war die erste Gattin bei Fürsten Pleß, bef« en mittelschlesische Besitzungen deutsch geblte- ben sind, während seine im Kreise Pleß gele­genen ®üter und Kohlenselder jetzt zu Polen gehören, Engländerin. Fürst Daisy Pleß war eine geborene West aus dem Hause ler Grafen Delewarr. Wie ihre Schwester, die Herzontn von Westminster, war sie eine be­rühmte europäische Schönheit. Beide Schwestern sind inzwischen geschieden worden, bte Pleß'sche Ehe ging 1922 auseinan­der Vor zwei Jahren hat Fürst Pleß in Lon­don in zweiter Ehe eine tn Holland geborene Spanierin Clotilde be Silva geheiratet, sicher der