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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Rümmer 58. Amtliches Organ der Stadt Kassel. DoiMerstag, 10. MSrz 1927. Amtliche« Organ der Stadt Kassel. 17. Jahr §a«g

Stollen schwenkt von Moskau ab.

über

Sli

Rußland aufgefatzt werden dürfe, da dieser auch in Rumänien Genugtuung Hervorrufe.

besonders auch mit den Sozialdemokraten ihre evtl. Mitwirkung zu verhandeln.

Höhere Miete oder nicht?

Der Reichsrat hat jetzt daS letzte Wort.

(Durch Funkfpruck 1

Berlin, 9. März.

Die AuSfchüffe deS ReichsralS nahmen ge« lern zu der Verordnung Stellung,die Ariedens­miete am L April auf 110 Prozent und am 1. Oktober um weitere 10 Prozent zu erhöhen. An den Verhandlungen, die vertraulich waren, nahmen auch Arbeitsminister Dr. Brauns und Wohlfahrisminifter Hirtsiefer teil. Das Plenum des ReichSrales wird sich am Don­nerstag mit der Berordnung beschäftigen. Der Mieterbund hat den Reichsrat dringend ersucht, die Berordnung der Reichsregiervng obzulehnen

Da« Letzte au« dem Reiche von XDüringen

Weimar, 9. März. Nachdem der Abg. Baum (Soz.) seinen Auftrag zur Regierungsbildung urstckgegeben hat, soll nunmehr die deutsche VolkSpartei einen Unterhänd­ler für die Fortführung der Verhandlungen über die Thüringer Regierungsbildung stellen. Als drittstärkste Fraktion wären eigentlich die Kommunisten an der Reihe gewesen, die Re- gierungsbilduna zu versuchen, bei ihrer ganzen Einstellung mußte aber ihre Beauftragung als ausfichtS- und zwecklos erscheinen. Staats- Minister a. D. Bauer wird nun versuchen, eine Regierungskoalition zusammenzubriegen und

Macht es Deutschland nach!

Schweden soll ab- und nicht aufrüsten.

Funkdienst.

Stockholm, 9. März.

Der Stockholmer Bürgermeister Lindhagen hat im schwedischen Reichstag einen Antrag ein­gebracht, anstelle des Regierungsvorschlages über eine Flottenerweiterung, Ver­handlungen mit den andern ftandinavischen Staaten für eine Flottenherabsetzung, im Anschluß an die nunmehr in Deutsch­land erfolgte Abrüstung einzuleiten.

Tod und Verwüstung.

Frauen und Kinder als Erdbebenopfer.

Verschwundene Dörfer und Panik.

Tokio, 9. März.

In der vom Erdbeben heimgesuchten Provinz Tango haben Frauen und Kinder schwer gelitten. Die Bemühungen der Truppen und Polizei, Vorräte herbeizuschaffen, werden durch die Unterbrechung des MsenbahnverkehrS be­hindert. Auch sind nur einige Automobile und Wagen und ein paar Flugzeuge für das Hilfs­werk verfügbar. Zeitungsberichterstatter haben von Flugzeugen aus ganze Gruppen rauchen­der Ruinen erblickt, die früher Dörfer wa­ren. Sie berichten, daß fie viele Leichen Her­umliegen sahen, denen Priester die letzte Weihe gaben. Aerzte und Krankenschwestern begleiten die Halfskolonnen. Die wirtschaftlichen Verluste ind, wie man glaubt, nicht groß, nur wenige Fabriken und Industrie-Anlagen haben Scha­den erlitten. In Kobe und Osaka waren die von einer Panik ergriffenen Bewohner aus den Fenstern gesprungen. (S. a.A. a. Welt" )

Genf überrascht.

[ Italien für London gegen Moskau.

Wichtiger als die Völkerbundrats-Ereignisse in Genf ist die Nachricht, daß Italien das Ab­kommen vom Oktober 1920 über Bessarabien ratifiziert hat, das 1926 in Paris zwischen Rumänien und den vier Großmächten England, 'Frankreich, Italien und Japan unterzeichnet wurde und wodurch Bessarabien Rumänien z u g es p r ö ch e n wurde. In Kraft treten sollte dieses Abkommen in dem Augenblick, in dem toon den toter Hauptmächten es drei ratifizieren. Nun hat England das Abkommen 1922, Frank- reidj 1924 ratifiziert, während bisher die Rali- ftkation von Japan und Italien ausstand so­daß das Abkommen bis heute nicht rechtskräftig war. Selbst in dem italienisch-rumänischen Ver­mag, der soviel Staub aufgewirbelt hat, konnte sich Italien nicht entschließen, das Abkommen über Bessarabien zu ratifizieren, weil Rom seine guten Beziehungen zu Moskau nicht in Frage stellen wollte. Deshalb war tatsächlich der französisch-rumänische Vertrag für Rumä­nien bedeutungsvoller als der Vertrag mit AtEen, da er durch die französische Unterzeich nung des Bessarabien.Protokolls und durch die ausdrücklich ausgesprochenen Grenz- garnatien Rumäniens Nordgrenze sicherte, wäh­rend dem italienisch-rumänischen Vertrag die Ratifizierung des Bessarabien-Protokolls fehlte.

1700 Tote und siebentausend Häuser.

Tokio, 9. März. (Funkdiensts Das Mini­sterium des Inneren gibt bekannt, daß infolge bei Erdbeben- im Tango-Bezirk 1699 Personen getötet wurden, 3529 Häuser sind ringe- türzt und 3426 durch Feuer zerstört worden.

Publikum gegen Volizei.

Eine Revolte im Polenstädtchen.

(Funkdiensts

Warschau, 9. März.

Im kongretzpolntschen Städttl-en Zychlin kam es gestern beim Serfntfe einer Gruppe junger Burschen, einen Polizisten zu entwaffnen, zu Ruhestörungen. Der Polizist schoß aus den RS dclsführer. Hierauf rotteten sich ungefähr 600 Personen zusammen die mehrere Schutzleute durch Steinwürse verletzten. Herbeigeru­fene Polizei stellte die Ordnung wieder her. Vierzehn Personen wurden verhaftet.

Arbeiter gegen den Wnakrieg

Scharfe Regierungslritik im Unterhaus / Fragwürdige Dementis über Geheimvertrage / Ein schwedischer Ab­rüstungsfreund / Der Reichsrot als letzte Mietsinstavz. Rauchende ErdbebendSrfer / Straßenkrawalle in Polen.

6in Liebesdienst für London.

Mussolini wollte Briand und Moskau treffen.

London, 9. März.

Ein Genfer Korrespondent schreibt, die Rati­fizierung des bessarabischen Vertrages durch Italien,diesen plötzlichen Streich", der Bemü­hung Italiens zu, den Einfluß Rumä­niens wiederzugewinnen, der zuletzt in Frank­reichs Hände gelangt war. Italiens Entschluß wird auf BriandS Unterstützung der britischen Politik gegenüber China und Ruß­land unter der BorauLsetzung, daß die britische Regierung ihren Flirt mit dem Faschis­mus aufgiebt, zurückgeführt. Chamberlains Er­klärungen vor der Presse feie« nicht geeignet, den herrschenden Verdacht, daß irgend etwas im Gange ist, abzuschwächen, sondern ihn zu verstärken. Italiens Aktion ist der schwerste Schlag, so fageit andere Berichterstatter, der in Genf seit der Errichtung des BölkerbunveS ge­gen die Bolfchewisten geführt worden ist. Man ist in Genf der Meinung, daß Großbritan- ttien in feinen Beziehungen mit Rußland eine starke Stütze erhalten hat.

Verdächtiges Schweigen.

Mussolini tröstet Moskau über Bessarabien.

(Durch Funtfpru» >

Rom, 9. März.

Mussolini hat dem Sowjet-Botschafter K a mtnero perf önlkch die Rote über die ita­lienische Ratifizierung der Anerkennung der rumänischen Souveränität über Bessara­bien übergeben. Kaminew hat die Rote schwei­gend entgegengenommen. In Rom ist man der Ansicht, daß die endgültige Anerkennung des ru­mänischen Besitzes von Bessarabien in Moskau nicht als eine feindselige Geste gegenüber

Doch ein kleiner Unterschied.

Seine Geheimverträge Englands?

(Eigener Drahtbericht.)

London, 9. März.

Die törichten und schädlichen Geschichten von einem geheimen englisch-polnischen Pakt gegen Sowjetrußland, so schreibt ein diplomatischer Berichterstatter wurden jetzt begraben. Ich bin ermächtigt, mit dem gleichen Nachdruck die nicht weniger törichten und schädlichen Gerüchte heute zu dementieren, daß Großbritannien nach einem gleichen englisch-deutschen Bündnis mit dem gleichen Ziele strebe. Abgesehen von der Weigerung Chamberlains, irgend ein Land zu einem Angriff oder einer Herausforderung ge­gen Moskau zu ermutigen, wäre eine derartige Aktion im Falle Deutfchlands praktisch unmög­lich angesichts des rnsstsch - deutschen Vertrages vom vorigen Frühjahr. (Während ein englisch, deutsches Bündnis in der Tat ein Hirngespinst sein dürfte, ist das Dementi bezüglich Polens mehr eine politische Finte, da zweisellos sehr weitgehende Vereinbarungen bestehen oder noch chweben. Die Redaktion.)

Durch Italiens gestrige Ratifizierung voll, zieht sich damit ein »olltger Kurswechfes in der italienischen Rußlandspolitik. Zwar wird von Italien betont, daß diese Ratifikation nicht als feindselige Tendenz gegenüber Ruß­land betrachte werden dürfte, doch vermag solch offizieller Kommentar die Bedeutung des Schrittes nicht herabzumindern. Zudem dürfte das Echo aus Rußland sehr schnell Star- vtet darüber schaffen, wie man in Moskau über die italienische Aktion denkt. Darüber kann gar fein Zweifel bestehen, daß man in Moskau in bent Schritt Italiens eine unfreundliche Handlung erblicken wird, haben doch seiner­zeit Tschitscherin und Rakowsky Einspruch gegen den Vertrag erhoben und hat doch im Oktober Iffl6 bal russische Außenkommissariat bet dem Abschluß des italienisch-rumänischen Vertrages erneut Rußland Ansprüche aus Bessarabien angemeldet. In dieser russischen Note heißt eS u. a daß die russische Regierung weder letzt noch künftig einen Akt anerkennen werde, der Bessarabien wider den Willen sei­ner Bevölkerung an Rumänien fesseln würd' In dem Schluß der Note wird die Aufmerksam- keit der italienischen Regierung darauf gelenkt, .daß die Verwirklichung der Möglichkeit der Ra- tifizerung eine Verletzung souveräner Rechte und Jnteressn der Sowjetunion fein würde was mit den freundschaftlichen Beziehungen bei­der Länder unvereinbar wäre." Wenn man sich diese Worte vor Augen hält, so wird man leicht erkennen, welche Bedeutung die Be­hauptung der italienischen Delegierten hat, daß die Ratifizierung des Bessarabien-Abkommens keine feindselige Tendenz gegen Rußland zeige.

ohne Rotor, ohne Motor, ohne Segel und ohne Ruder im Winde, denselben auf die praktischste Weise ausnutzenb, ausgezeichnet fährt, sogar direkt gegen Wind, sobaß ein La­vieren nicht notwendig ist, durch Umsteuerung sofort auch Rückwärtsbewegung erzielt werden und bei welchem niemals Kentern eintrete« kann! ES unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß beim Anblick eines solchen Probe- Bootes in Funktion die Großindustriellen sofort gierig die Hande danach ausstrecken und einen neuen Industriezweig von riesigstem Ausmaß ins Leben rufen uhb einen ungeheu­ren Erport folcher Fahrzeuge nach dem Ausland ins Werk fetzen würden. Ich felbst hätte außer­dem kontraktlich mit den Großindustriellen zu vereinbarenden Lizenzgewtnn, mein durch die früheren Verleumdungen feiten» behördlich .autorisierter" Zeitungen geschädigte» Renom-

Gin deutscher Edison?

Hanswinbt klagt die Oeffentlichkeit an.

Der bekannte Erfinder Hanswinbt bezeichnet sich in einem Schreibe« an uns als Opfer einer Eriinderiraaöbie, ba er als 7t-Iäbriaer nicht mehr die Erillenzmittel kür seine zwölf Köpfe starke Familie erschwinge« könne. In einer Eingabe an den Reichsprästdenlen hat er nun eine vierteljährliche Uni-rltübungsrate als aner­kannter erster Lnstschisseriinber nachsefnchi. Seine Angaben laufen ans Folgendes hinan»: Ich bin der erste Erfinder des rattonellen Leukluftschisses (D. R. P. 29014 von 1883), zuerst vom Fürsten Bismarck dem Kriegsministerium überwiesen,von diesem aber die Prüfung abgelehnt. Trotzdem ist später vieles daraus militärisch benutzt worden. Ich bin Erfinder auch des ersten Flugzeuges und zwar in vollkommenster Form, nämlich der des Hebeschrauben-Aeroplans, den ich schon seit dem 28. Juni 1901, mit zwei Mannern in die Luft emporsliegend, täglich vielen Zuschau- ern in natura und der Berliner .Wintergarten" allabendlich vor etwa 5000 Besuchern im Film vorführte, (nachdem Exzellenz Gras Schliessen mir über meinen Vorversuchsflug schon 1890 ein anerkennendes Gutachten gegeben hatte.) Der Aeroplan kann auch senkrecht aufsteigeii, langsam niedcrgehen und in der Lust anhalten Er beansprucht nur eine ganz kleine Start- und Lanvungsflache, z. B. das Dach einer Villa. Bis jetzt hat ihn

noch niemand nachahmen können, obgleich mein Schutzkomitee damals 35 000 Jt als Herausforderungspreis dafür auf der Reichsbonk deponiert hatte,welcher dann mir zufiel. Ferner bin ich dcr Bahnbrecher deS An- tomobilismus. Schon 1894 bestellte die Ber- liner Feuerwehr auf Grund meines in den Straßen Berlins damals großes Aussehen er» regeben Probewagens den ersten pferdelofen Feuerwehrwagen, welchen ich auch laut der amtlichen Jahresberichte der Wehr von 1695 bi» 1896 ff. zu ihrer vollen Zufriedenheit gelte- fert habe.Und schließlich bin ich der Erfinder des bekannten Freilaufs, schon für meinen ältesten Vorläufer des Automobilismns an­fangs der 60er Jahre von mir erfunden, aber erst 1896 laut Agrement mit Editärd Samuel Bond nach Birmingham gesandt und von dort aus überall eingeführt. Weiter habe ich die Klavierfaiten-Drahtachfen erfunden, welche sich nach Urteil vieler Sachverständiger sehr gut be* ivährt haben. Hanswindt fuhrt noch viele an« bere eigene Erfindungen an, die man totge­schwiegen habe (wie Konstruktion des Lenkdal- lons ohne das starre System usw.) und^schließt dann anklagend: Leider verlangen z. B. noch die amerikanische und englische Regierung daß ich wenigstens Modelle meiner Geheimkonstruk- tion vorher vorführe, ehe sic den geforderten Preis zahlen. Sie denken also ebenso kurzsich­tig, wie Heinrich der Siebente Columbus ge. geniiber und nicht wie die Königin Isabella von Spanien. Meine Fabrik und meine Modelle sind mir aber durch meine Verfolgungen ver. nichtet worben. Aber bie Herstellung eines Bal- Ions, ber ebenso aussehen kann, wie andere auch, also das Geheimnis seiner Herstellung vor Zahlung des Kaufpreises nicht zu betraten brauchte, aber dennoch zeigte, daß er nicht da­geringste Quantum Gas entweichen läßt, wür­de zu diesem großen Geschäftsabschluß genügen!

Mir fehlt jedoch das Kapital dazu.

Dem preußischen Finanzminister hat der Ersin- der solgenvc Eingabe mitgeteilt: Ist nickt auch ohne meine Prozeßanstrengung vor Gericht ein Weg, ein Modus zu finden, unter dem mir z. B. als eine Teilentschädigung 100 000 M zuaewiesen werden können zu folgend. Zweck?: Ick habe außer vielen anderen wegen Geldman- gels noch unverwerteten gebeimgehaltenen Er­findungen einen BootStyp bezw. einen Schtff- typ erstunden, welcher

Festzustellen ist also, daß die eine Zeit lang fchr gute Beziehungen zwischen Ro mund Mos­kau einem sehr kühlen Verhältnis Platz gemackt haben. Dieser Kurswechsel in der italienischen Politik geht, worüber wohl kein Zweifel bestehen kann, zurück auf Einwir­kungen von London. Chamberlains Be- nmhungen um die Schaffung einer einheitlichen europäischen Front gegenüber Ruß- land sind also erfolgreich gewesen und da sich leit längerer Zeit eine starke Annäherung zwi­schen England und Italien seststellen ließ, so *°.ar e» naheliegend, daß Italien London tn ferner Antcrußlandpolitik unterstützt, wofür Italien sich die Unterstützung seiner Balkanpo- litlr durch England gesichert hat, wurde doch schon bald nach Abschluß des italienisch-albani- schen Vertrages bekannt, daß dieser Vertrag die Zustimmung London- erhalten habe. Natür­lich ist die Entscheidung nicht erst in Gens ge- fallen, vielmehr liegt der italienische Schritt ganz auf der Linie, die durch Rapallo und Livorno gekennzeichnet wird, er bedeutet aber für Rußland eine nicht zu unterschätzende Schlappe, die die russische Politik veranlas­sen dürfte, mit umso größerem Nachdruck an der 8 o s l ö f u n g der baltischen Staaten aus der englischen Antirußlandfront zu arbeiten So dürfte das große Genfer Ereignis noch wei­tere Kreife ziehen und man wird auch in Deutschland guttun, die Dinge recht aufmerksam zu verfolgen, wenn man nicht eine» Tages eine unangenehme Ueberrafchung erleben will.

London, 9. März

In der Debatte über den KostenanMag für die Chino-Expedition von einer Million Pfund Sterling übten die Redner der Arbeiterpartei an der Chinapolitik der Regierung scharfe K r i - tik. Kenworthy erklärte, die brittfchen Mot­tenstreitkräfte hätten zum Schutze der britischen Untertanen in Schanghai genügt, für die Ent­sendung der ExpeditionSstreitkräfte habe keine Notwendigkeit bestanden. Nedgewood forderte zur Anerkennung der chincfifchen Süd­regierung als die Regierung Chinas auf. Der Staatssekretär betonte die vollkommen neu- trale britische Haltung und erklärte, die Schwierigkeiten lägen darin, daß niemand im Namen Chinas für daS chinefifche Volk verhan­deln könne. Der Ergänzungsvoranfchlag wur­de darauf mit Mehrheit angenommen.