Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Dienstag, 1. Marz 1927
Amtliche« Organ der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang
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ta (Sefcbäitbftelle abgebolt IM Jt. Durch ^ic Pllfl^onalüL^ - ftern* w1“nnhUö?9 af ftiH , ®er,td° nn6 Redaktion Scbladitbofftra* 28/80.
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Nummer 50. Amtliches Organ der Stadt Kaffel.
Berlin zwischen Moskau-London.
300 Jahre Versailles.
(Durch Funkfprnch >
Ezige weibliche Chauffeur MannLims ist, war
Presse und dte politischen Kreise die Entsen- dung eines Kriegsschiffes nach Nivaragua sehr kühl ausgenommen. Die Presse drückt eine allgemeine Ansicht aus, daß England sich einen Verstoß gegen die Menroe Doktrin habe zu schulden kormnen lassen. In einer mtti> die Regierung aufgefordert, genügen» Kriegsschiffe mit Marinesoldaten nach Nicaragua zu entsenden. Wen» die Monroe Doktrin einen Sinn habe, so bestehe kein Grund da- fur, daß sich englisch« oder Kriegsschiffe anderer Nationen,n den dortigen Gewässern.
sagte bei seinem Verhör aus, daß er im A u f trage Moskaus nach Ungarn gekommen sei.
sonen find zumeist nicht verletzt, doch wurden einige Bewohner durch herabfällende T r ü m - mer leicht verwundet.
Auf der anderen Seite kann aber auch nicht
verkannt werden, daß Briand sich damit erneut EsseNMSUer bOF (SdMIlflhni zu Locarno bekannt hat. Das darf man ange- V' . " ' " öiyUliygUI.
Ms der bevorstehenden Zusammenkunft zwi- Sttlei Nordarmeen gegen die „Bolschewisten", schen Briand und Strefemann in Genf nicht (Eigene Trabtmelduna.)
übersehen und insofern scheint diese Aeußerung o0ttb0n L, ^r„nr
Briands, so sehr tm einzelnen auch Einwen-! — - . . ~ on» 28. Februar.
London, 28. Februar»
Ein diplomatischer Korrespondent berichtet von der deutschen Besorgnis über die gegenwärtige Spannung der englisch-russischen Beziehun- ßen. Stresemann selbst soll sehr beunruhigt sein und die Möglichkeit feiner Rück
kehr nach Berlin vor Zusammentritt des Völker- bundrates erwägen. Inzwischen hat er Lord Abernon einen Besuch abgcfiattet, der den deutschen Minister bezüglich irgendwelcher grundsätzlicher Mißverständnisse beruhigt haben dürste. Die Nachrichten, daß Großbritannien Polen eine Anleihe von zehn Millionen Pfund Sterling versprochen habe, wofür Polen englisches statt wie bisher französisches Kriegsmaterial kaufen werde, seien unrichtig, ebenso, daß Großbritannien, welches Polen als Sturmbock gegen Rußland zu gebrauchen Wünsche, versprochen habe, reine Revision der deutsch-polnischen Greze während einer Periode von fünfzehn bis fünfundzwanzig Jahren zuzulaffen und drittens, daß das Fehlen einer Bezugnahme auf die Rhein - landräumung auf der Völkerbundtagung auf polnischen Druck durchzuführen sei.
Dao Auto Im Rhein.
Rätselhafte TodeSfahrt einer Frau.
Funkdienst.
, Mannheim, 28. Februar. ^r^er^tta^,wt^n9 ^rzte hier das Auto der »rau des Fuhrunternehmers Ritter, die auf o»s^ÄEnheimer Insel Schiffer abholen wollte aus noch nicht aufgeklärter Ursache über die beS Dammes in den Rhein. Durch Polizei und Feuerwehr wurde das Auto mit der L e i ch e der Frau an Land gebracht. Bei Ararmg des Wagens wurde festgestellt, daß war, sodaß es H " CmJfLa ri'ch lst, daß das Auto nicht vor
«°"LL„"^d"°'.,»?ÄWerBlutt-gvonHongIschau.
Bürgerrache an Plünderern. — Ein Spielball.
*
Heist den Verwundeten!
Mexiko, 28. Februar. (Kabeltelegramm.) Der Vertreter Sacasas veröffentlicht einen Appell an das Rote Kreuz Amerikas und der anderen Staaten zwecks Unterstützung der Verwundeten der liberalen Truppen, die durch die Blockade Latimers ohne genügende ärztliche Pflege seien.
*
Auch England für die Konservativen.
eoriiUo, 28. Februar. (Funkdienst.) Der eng- Usche Geschäftsträger Patteson gab bekamtt, da England, wenn nötig, Präsident Dia, anerkennen werde.
Managua, 28. Februar. (Funttelcgramm.) Die amerikanischen Streitkräfte an der Westküste Nicaraguas betragen augenblicklich siebzehnhundert Mann und zehn Flugzeuge.
Auch Berlin beunruhigt.
Heimliche englisch-polnische Machenschaften? Der Dioskaukrach.
(Eigene Drahtmeldung.)
Das erste FrüstttngsgewMer.
Wirbelsturmschrecken im französischen Süden. (Eigener Drahtbericht.)
(Von unserem Pariser Mitarbeiter.)
Wie eine Perlenkette den FranenstalS, ziere» vruakcuüe Lustschlösser Frankreichs Lnnbschatt. iu betten mehr als in ident anderen Land sich ostmals dte Schicksale des Herrschers des Landes nnd ,einer Nachbarn entschieden. Diese Ge- danken fünften in einem Pariser Reifebrief unteres Mitarbeiters ans, wenn er schreibt:
Hofklatsches von ganz Europa, in. das Paradeschlaszimmer Ludwigs XIV. ein. E, wo dieser prachtliebende Monarch nach unfundstebzlgjähriger Regierung starb, und sein Volk unten vor den liliengekrönten Gittern den Le'chenzug mit Steinwürfeu crwar. tete. vich durchschritt die großen Apartements, in denen sein Nachfolger, der Regent, Unsiim. an seine Favoritin, die Herzogin ». Phola. ns verspielte Ich besuchte die darunter gelege- neu Gemacher der Marguise v. Pompa. b°ur' ^ren Motto: „Nach uns die Sündflut' war, nachdem ihre Politik im Siebenjährig >n Kriege zweihunderttausend Mann gekostet halte, bte Prestige in Nordamerika, Indien und <Sur£?\unb die Finanzzerrüttung der Mo. narchie den Todesstoß bereitete. Lange verweile ,l£ 'n de" letzt dem Publikum endlich geöffne- i^»TenträCmrt;brJÄttseri<^t.eteTl Rokokozimmerchen jener als Palastdame eingeführten ©offen- d'rne derDubarry. Sie hatte durch die
Kattgefundenen königlichen Orgien den letz, ten yunfen Anstand am Hose von Versailles unb beu. Thr°n zum Svmbol der Harlekinaden erniedrigt. Und weiter führte der ^En das Schicksal Frankreichs durch diese hinüber in jene sogenannten PetttS Apartements, welche noch heute die ganze Wohn- ttchken zeigen, mit der sie sich einst Marie. Antoinette hatte einrichten lassen, wo vie 5°"'«'n die verhaßte Etikette fahren ließ und sick> von ihrer Freundin, der Prinzessin Lam. balle, aus der kleinen Bibliothek vorlesen ließ b-^ S™fen von Artois kleine Theaterrol^ unb mit 'hren Kindern von Madame Lebrun gemalt wurde. Die schönen moff?«111 Lnenftrel,0^n9e von ihrem
satten, dessen Beruf besser das Schlaf, rotteten" »ta/.-/ ^LSic Regierung eines per.
Staates gewesen wäre. — Wenige inr£M. »fkiziellen Prunk- ofsTrHerrscherinnen Frankreichs. 6inein fl bete fia,lße' bewohnen mußten. Hier
stürzte der wütende Pöbel
<l78S). und als er die Oefterreicherin nicht fand, durchstnch er das eben verlassene Bett und schlug alles kur, wi tteirkr $ic Schicksalsstunde für Versailles ^rL8 fürchterlichem Aufzime
das Königtum aus srf,er geschänüten Residenz gefangen nach Paris geschleppt. Das
iv uh einzelnen au® ^rrnwen-l « tL , ,
düngen zu erheben wären, zum mindesten doch Pressenotiz hofft General Tschan-
nicht unerfreulich. Freilich wird man Kantonettn hi? „ n Oen die aus dem Hervortreten Briands nicht denIblc J*,sch-wisten be- Schluß ziehen dürfen, daß nun die Frage der d stellen zu können.
Rheinlandräumung ihrer Lösung zugeführl s, b°besich ar!Lbic Schanghaifront
werden könnte. Er erkennt zwar die Bereckti- Truppen sich gegenwärtig auf
gung der Deutschen, die Befreiung ihres Bo- ®Zonn belaufen,
dens zu fordern, durchaus an, zieht aber aus ------
Amerika ist verschnupft.
England in Nicaragua überflüfsig.
Frankreich bestiu nt ist, n i ch t z u ü b e rf ch ä t- z e n und sich nicht in dem Gedanken zu wiegen daß nun etwa in Genf die Befreiung des besetzten Gebietes erreicht werden könnte. Man braucht deshalb den Willen Briands, an der Politik von Locarno festzuhalten, nicht in Zweifel zu ziehen, wohl aber kann man Zwei- fel daran haben, ob es Briand möglich sein wird dem Ansturm des größten Teils der 6b wntlichen Meinung Frankreichs und erheblicher des Kabinetts zu begegnen, welchem A^e in erster Linie das Derteidigungsinter- View offenbar dienen soll.
wie ein Hohnruf
‘ des Schicksals, hatte doch in ihm Ludwig XIV. die Verwüstung der schönen Pfalz und dir Annexion des Elsaß dekretiert, und in ihm wurde nach dem Weltkrieg Deutschland der Wille der Sieger dittiert. Diese Erinnerungen wiegen jenen Zwischenakt nach dem siegreichen Kriege von 1870 auf, als in der Spiegelgalerie dos deutsche Kaisertum proklamiert wurde. Aber wir werden hören, daß auch Frankreichs Schicksalsstunden hier geschlagen haben. Tas Schloß von Versailles, dessen ominöser Name „Korn-Umwerfer', nach den Stürmen, die hier über die Getreidefelder zu brausen pflegten, bedeutet, mitten im dreißigjährigen Kriege als Jagdhaus, bis es vom „Sonnenkönig' zur würdigen Residenz des von ihm zur sellstapotheose erhobenen Königtums ausqe- baut wurde. Zwölf Jahre später wurde es mit dem denkbar größten Pomp eingerichtet und bezogen. Aber nur hundert Jahre sollte des Königtum hier seine Triumphe feiern. Welche Bilder äußeren Glanzes und innerer Hohlheit ziehen am Auge des nachdenklichen Besnchirs vorüber, wenn er die Prinzentreppe hinaufstewt und durch den Saal btä Ochsenauges, einst Zentrum des 1
unsere Sicherheit ausgeben, d. h. uns das ein- „ *ot J*1 Räumung
ölge rauben, was Deutschland fürchtet, nämlicliBewaffnete Bürger hätten die Möglichkeit, den Kriegsschauplatz sofort auf ^Ä^^'E Ermordung von Hunderten deutsches Gebiet zu legen.' Men diesen str,- '"'^^'v^^ Solvatcn furchtbare Rache tikern gegenüber verweist Briand darauf daf!?/"ommen. Auf Grund dieser Vorgänge sei der Frankreich alles erreicht habe, was zu er- ^"^ug der Äontonefen von den Bür- reichen fei. Gleichzeitig führt Birand dem pol- willkommen geheißen worden, insbe- nischen Bundesgenossen vor Augen, was durch b“ b,e weitaus bessere Aus-
die letzten Vereinbarungen über die deutschen HU* 7U «t taxttondMdjen Truppen aus sie Ostfestungen erreicht worden ist, nämlich die hatte. In Futsch au haben
entmilitarisierte Zone sowohl im die Postbehiensteten mit Stöcken bewaffnet das Westen wie auch im Osten. Es ist also ?m Eintreten in die Postgebäude gr
ein gut Teil Eigenlob in dieser Rede em-I^'"b°" und den ausländischen Leiter des Posthalten, die darauf berechnet ist, den immer bynebe$ TP1 Gewalttätigkeiten bedroht, zahlreicher werdenden Gegnern der Politik von ’"?»!?” ‘S"6" höhere Löhne
Locarno vor Augen zu führen, wie man es doch fewahre. Der Letter mußte sich dem Wunsche so herrlich weit gebracht. fugen.
Entschließung , Die Stürme der Revolution haben viele Schlös. genügenduer dem Erdboden gleichgemacht, zuletzt ging bei - - der Belagerung von Paris (1871) das beliebte «t. Cloud in Flammen auf, und während des Welttrieges braniue fast Compiegne nieder. Die übrigen dienen jetzt als kunsthistorisch« Museen, nur das Prächtigste, die einstige Residenz des Sonnenkönigs, blieb auch der Stolz der Repu- blik, in ihm wird fein bürgerlicher Nachfolger, der Präsident, gewählt, und jeden Sommer, monai einmal springen die herrlichen Wasser, kunste, um Hunderttausenden des Volkes ein „königliches Schauspiel' zu bieten. Für deutsche Ohren aber klingt der Name des Schlosses
Was wird aus Brttinds^sihönen ÜBorten? I Bolschewisten-Razzm in Ungarn ewafewfr Der französische Außenminister, dem man in Moskau finanziert > Nachwehen aus der Rätezeit.
L St 8< •» S'f«»berten Ehi»°s°n-S<°dt
Nummer zu lesen stand, jetzt seinem bedrängten Budapest, 28. Februar.
Herzen durch ein Presseinterview Luft, in dem In Budapest wurden wegen einer das non« er seinen Gegnern auf der Rechten sehr aus- Land umfassenden b o lschew itzisitzen A a i- fuhrllch vorhielt, was er alles durch die Politik tation, die sich zum Beispiel auf fünf größere
Locarno erreicht hat, wie Deutschland frei- ungarische Provinzstädte erstreckt, mehrere Agi- wrllig die Verpflichtung übernommen habe, bie toteren verhaftet. Ihr Leiter war Sian. Rhemgrenze zu respektieren, wie Deutschland t o, der während der Räteregierung in Unaarn ferner formell anerkannt habe, daß Elsaß-Lo- nebst Schamclu Leiter des mtiinunnsnmfpa mnr französisches Gebiet gewor- Außerdem einer, £ S Me KmSS de" ist. wle in Zuknft eine Verletzung der ent- Gelder verwaltete und einer her Militarisierten Zone durch Deutschland genügt,!behufs Errichtuna cinerin”r »rfe r ri um die englische und die italienische AktionIUnigebung von Budavett heraetoirft mnrhe„ bundeten, wenn sie die Ovfer eines Anariikesl.i.^'gmlzen etwa fünfzig, sind verhaftet geworben sind zu Hilke zu eilen' Und von b,r unter dem falschen Namen
nem Standpunkt nicht mit Unrecht ruft Herr nach Ungarn kam und zahlreiche
®.ri“nb leinen Gegnern zu: Ist das alles» nichts? Dann wendet sich Briand In nicht mißzuverstehender Deutlichkeit gegen die mannigfachen Ausführungen, die von französischen Militärs zu einer landräumnng gemacht wurden und deren Er-, gebniffe wir vor einiger Zeit Mitteilen konnten. Diese Aeußerungen liefen mehr oder weniger darauf hinaus daß die Räumung der Rhein- Sckanabai =>r
lande, toie es General Bourgeois darstelltc, *8' Februar,
„die Schlüssel unseres Hauses abliefern d h Meldungen von Missionaren haben die unsere Sicherheit aufgeben, d. h. uns das ein- H°ugtschau
zige rauben, was Deutschland fürchtet, nämlich Bewafj
Berlin, 28. Februar.
Saut Pressenotiz ging im «erlaufe eines furchtbaren Gewitters über die Touraine, be- d-e Stadt Tours, ein gewaltiger u-tbelfturm hinweg, der viele Gebäude umriß hw "’"w2'"L“*•*" »“*/* vor
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all den Erfolgen, die für Frankreich die Locar- no-Polttik gebracht hatt und aus der Sicherheit die für Frankreich nunmehr erreicht ist, keines-
Wutz, daß damit auch die Räu-! (Durch Funkspruch.)
mung der Rheinlande eine Sekbstverständlich°i ~ .
kett geworden fei, sondern erklärt daß die den! & u 850<ifmngton, 28. Februar,
drei interessierten Mächten zu liefernden G a - Zt^sdevarie^^elligen Berficherungen des rantlen auyerordentlich schwierig durchzu-I ^E->departements haben die amerikanische Mhren feien. Damit bekundet der französische! —----
i-G-WZWs 6Hirje* Serie nn _ . een des Friedensvertrages und zu sei- Maffenopfer der Grippe am Balkan
nen eigenen Ausführungen über die Sicherheit ~ _
Frankreichs, wenn auch Briand nicht etwa wirI h„,^c6,rUm' äu8 dkizza wird gerne!« sein sozialistischer belgischer Kollege^Bänder- 9 ^2”* ®orfe Roguebilliöre gestern
belbe in der neuen deutsche" Regierung eine !«■&£ e“r,er Erdrutsch erfolgte,
@efabrtoittett, sondern deren Taten abwar - .«» November. Die Ueber-
ten will. «Tte des Bürgermeisteramtes wurden zerstört.
«Bringt auch die Rede Briands eine neurjft"?^ ?/»!i»?M>^^^brooember geräumt Bekundung zur Politik von Locarno, so wird Auch in einem
man doch guttun, diese Rede, die in aller erfter >?Cr -"b Erdrlsse festgestellt
Linie für den innenpolitischen Gebrauch in ” ®e”‘ 9utb b,cfcS Dor f wird geräumt.