Meler Neueste Nachrichtm
Aesstsche Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Nummer 48.
Moskau beugt sich England nicht
Schlacht vor den Toren Schanghais. ! Lechs zuviel.^ Sittliche Arbeit und... Kosten.
Wird der neue Feldherr die Stadt gegen Kanton halten? / Fieberhafte
pflichte« könne«.
tton einer der
sind. Außer den Zolltarifen bestehen noch andere
*' |u Wasser
AnGenfwird flchö entscheiden Berlin gegen die Berewigung des Saarraubes (Funktelegramm)
Berlin. 25. Februar.
Dir Regierungskommission de« SaargrbieiS hat in dem Bericht an den Völkerbund die Bei- behaltimg der hundertköpfigen Eisenbahn- komMission (Offiziere und Beamte) sowie der Eisenbahnschutztruppe» »orgeschla-
ren Warenaustausch zu kostspielig. Auch werden die Grundlagen deS Handels noch immer durch verschiedene Währungen erschüttert. Das alles mutz beseitigt werden. Geheimrat Franz von Mendelssohn erwartete, daß die Internationale Handelskammer durch den Geist der Solidarität für den Frieden wirken könne, unter dessen Herrschaft die Wohlfahrt gedeihe.
Erregung bei Einheimischen und Fremd«» / Warnende Zeichen in London.
• Wann wird di« Saar erlöst? / Fort mit de» Wirtschaft«schranken r
Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang
sogar ..Buftealeiier" tat BL.
_______ haben, zieht ein answartiae« Blatt die i-la. beachtenswerte« Schlüsie. denen man kreilich nickt in alle» Ponkte« wird bei.
Aos der anck von «ns schon wieder»»« tut össeullicke« Disknilio« ges-eil--« Latsacke. da» im Sieick unb in den Landern l 3t nicht weniger als 1500 Parlamentarier dar^i brennen, sich in einem der bundert weiche« Mioisiersesiel sür ein, allenfalls aber zwei Iabr nieder,«lasse«. wobei bi« «nb wieder sogar Ber«ssb«»te »cd gelegentlich sogar ..Anhenseiter der .Wirt» schast Chancen
schädliche Beschränkungen. Die Wege zu______
und zu Lande find nock überall durch Forma, litäten aller Art behindert und machen unfe.
Amtliches Organ der Stadt Kassel. SotlttdbCttb. 26, JcbtHüt 1927
Die Verhältnisse der Kuglerschen Erbschaft waren überaus verworren. Die damaligen Zeiwevhältniffe trugen das Ihrige dazu bei. Frau Jürgens hat hinter dem Rücken ihre? Gatten Schulden gemacht um, wie sie sagt, die hinterlassenen Schulden ihres Gatetn zu decken. AuS diesen Verhältnissen leitet sich die Anklage wegen dreitzigfachen Kreditschwindels her. Hier wird die Untersuchung erst nach unerhörter Kleinarbeit Licht bringen können. Den weiter jur Last gelegten finaler len Einbruch, um in den Besitz der Versicherungssumme zu kam- men, nennt Jürgens einen kommunistischen Racheakt wegen seiner Verurteilungen von Parteiangehörigen.
Wenn Jürgen- überlaute klare Stimme ertönt, wird eS mäuschenstill, der Vorsitzende muß seine Mteu in unheimlichem Tempo durchblättern, wen er ihm folgen will. Seine Sätze sind klar und eindeutig, er spricht vorsichtig und hat für jede, auch die geringste Behauptung, den Beweis, den Hinweis o>>f einen Zeugen zur Hand. Seine Gattin spricht weniger geläufig, aber nicht minder sicher, sie bleibt keine Ant- wort schuldig. Ueber Schuld oder Nichtschuld bei dem einen oder anderen Teil läßt sich un möglich etwas sagen. Höchstens soviel: wenn eine Schuld besteht, dann sind ihre Anfänge bei der Frau zu suchen. Schon deshalb, weil sich für den AmtSgerichtSdirektor, der mit feiner Frau in Gütertrennung lebte, kaum ein finan- zieller Vorteil ergibt. Und weiter: wenn die Angeklagten schuldig sind, wenn st« wirklich die Verbrecher sind, sür die sie die Anklage hält, dann find die Uebeltäter ganz großen Stils. Wenn dieser korrekte Mann, der das Urbild einet pflichttreuen Beamten vom Scheitel bis zur Sohle nach außen hin ist — inner« lich eine Derbrechernatur fein soll — dann gehört dazu eine VerstellungSkunst. die ihresglei- chen sucht. Man wird aus Beben Seiten mit zähester Erbitterung kämpfen. Roch nie konnte man auf den AuSgang eines Prozesses so gescannt sein, zumal sein erst r Teil fast ausschließlich nach Kassel hinüberspielt.
Mit Baldwin unzufrieden.
Eine schwere Schlappe. Wirtschaft oder Moskau?
(Eigener Drahtbertcht.)
London, 25. Februar.
Nach einer Niederlage der Konservativen in der Ersatzwahl von Stourbridge schreibt ein Arbeiterblatt, die Wähler feien Baldwin und feinet Kollegen überdrüssig. Ein hochkon- fervattveS Blatt führt die Rrgierungsnieder- lage in der Hauptsache aus die wirtschaftliche Unzufriedenheit zurück und schreibt, daS Dreiparteiensystem arbeite den Sozialisten in die Hände. Ein für den völligen Abbruch mit Sowjetrußland agitierendes Blatt führt den riesigen Stimmenzuwachs der Sozialisten darauf zurück, daß die konfervattve Regierung ganz außer Fühlung mit ihrer eigenen Partei und dem brittfchen Bolle fei, was in der „verächtlich schwachen" Rote an die Sowjetre, gierung zu« Ausdruck komme. Man spricht auch von einer UnterhauSdebatte über Moskau in der nächsten Woche.
mngssystems ist und Jahr für Jahr unnötige Millionen verschlingt, darüber tst man sich allenthalben im klaren. Auch in den Regierungen und in den Parlamenten selbst ist man davon überzeugt, daß hier ein kostspieliger Unfug vorliegt, dem so schnell wie möglich ein Ende >ereitet werden sollte. Aber selbstverständlich ollen jeweils die anderen damit den Anfang nachen. Um so notwendiger ist eS, daß daS Reich mit gutem Beispiel vorangeht. Von den zwölf Ministerposten, die wir gegenwärtig im Reiche haben — zeitweise waren es in den letzten Jahren auch schon dreizehn und vier- zehn — könnte die
Sin weißer Derleidigungsgüriei.
Schanghai als Kriegsschauplatz?
(Eigene Trabtmeldung.)
London, 25. Februar.
Ein Sonderberichterstatter hält angeflchtS der vor Schanghai entbrennenden Kümpfe die Be- etzung der militärischen Berteidigungslinie im die internationale Niederlassung herum durch britische, möglicherweise auch andere, Truppen für unvermeidlich. Ein nachts aus Schanghai abgesandtes Telegramm meldet: ES wird berichtet, daß ein „nördliches Schlachtgeschwader" aus sechzehn Schiffen verfchiedener Größen aus Tsingtau nach Schanghai unterwegs ist. Ein Schiff ist mit Russen bemannt. Zwei Kompagnien de» ausländischen Freiwilligenkorps find für den Dienst am Rande der Niederlassung gegenüber der Station mobilisiert worden. In H a n k a u wurde nach einer antibritischen Agitation ein eintägiger Generalstreik angeordnet. Man befurchtet Unruhen.
London, 25. Februar.
Ein Telegramm von heute Mitternacht aus Schanghai besagt: Die Schanlunglruppen unter General Tschangtsungtschaug haben das Rennen nach Schanghai gewonnen. Die Trup pcn wurden sofort nach Sungkiang gebracht, um Marschall Sunfchuangsangs demoralisierte Heere die sich jetzt vor den Kantonheeren zurückziehen, zu verstärken. General Tschanztsungtschang ha endgültig den Befehl der nördlichen alliierten Strvitktäfte übernommen und wird hier mehr als dreitzigtaufend Truppen innerhalb der allernächsten Tage zusammen haben, darunter zwei- tceusend europäische Russen. General Tschang- tsungtschang will Schanghai unter allen Um- tänden gegen die Kantontruppen halten.
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Sn der fiebernden Krlegs^adt.
Die EntslkMidungsschlacht vor den Toren.
London, 25. Februar
Laut Pressenotiz herrschte gesten abend in Schanghai große Spannung. Alle Ausländer sollen sich bereit halten, um sich unverzüglich in die Niederlassungen »urückziehen zu können. Es haben umfassende Berhastungen vou Agitatoren stattgesunden. während Panzerwagen außerhalb der Niederlassungen auf den Straßen hin- und herfahren, um Kundgebungen zu verhindern. Ein Zusammenstoß mit zurückgehen- den Truppen sand bei der Südbahnstation, eine halbe Meile südlich der Eingebo—nenstadt, statt. Eine Schlacht um Schanghai wird unmittelbar erwartet. Die Truppen ves Generals Sun stehen in Sungkiang, dicht bei Schanghai.
Hälfte ohne weiteres verschwinden.
Di« Reihe der unnötigen Ministerien beginnt zunächst damit, daß wir einen besonderen Kauz- ler und womöglich noch einen besonderen Vizekanzler haben. In Frankreich, wo es keine Länderverwaltungen gibt und wo bei der strengen Zentralisation des ganzen Staatsaufbaus--in den Ministerien viel mehr Arbeit zusammenströmt, hat der Ministerpräsident regelmäßig noch ein besonderes Ressort unter sich. Meistens ist eS das Außenministe- rium. P o i n c a r i hat neben der Leitung der StaatSqeschäste gegenwärtig sogar das komplizierte Finanzministerium zu der. walten. Warum geht das nicht in Deutschland? Wenn die Reichskanzlei mit einem jährlichen Verbrauch von 2,7 Millionen Mark auch noch das billigste Sdeichsressott ist, so ließe sich doch auch hier bei der Vereinigung des Reichskanzleiamtes mit einem anderen Ministerium wahrscheinlich eine ganz beträchtliche Summe sparen. Weit wichtiger aber ist die Aufhebung überflüssiger Ressortministerien. Ta ist das Justizministerium, dessen Etat knapp elf Millionen Mark erfordert, wovon noch annähernd sieben Millionen auf daS Reichspatentamt entfallen. WeShalb dafür ein eigenes Ministerium? Ter weitaus größte Teil der Justiz, fast die gesamte Rechtsprechung, der Strafvollzug, die Ausbildung der Justizbeamten und andere Gebiete der Justizverwaltung sind Sacke der Länder. In den größeren Ländern gibt es dafür eigene Justtz- minister. DaS Ressort veS Reichs justiz- ministeriumS beschränkt sich im wesentlichen auf das Reichsgericht und auf die Vorbereitung von ReickSgefetzen. Die damit verbundene Verwal- tungsarbeit ließe sich ganz
bequem im Rahmen deS Innenministeriums erledigen. Ebenso sollte man endlich dar »Ministerium für die besetzten Gebiete« aufheben, daS ja schon seit längerer Zeit von anderen Ministerien mitversehen wird und sollte dtp Aufgabe diese- Ministeriums dem Innenministerium überweisen. Zu dem Ressort der inneren Verwaltung gehörte sinngemäß auch alles, was heute vom ReichSarbettS- Ministerium versehen wird. Dieses Ministerium ist zwar insolge der ErwerhSlosenfür- sorge, der Arbeitsbeschaffung und der Sozialversicherungen tu einer der größten Behörden geworden und daS wichtige Gebiet der sozialen Fürsorgi darf selbstverständlich nicht unter einer Zusammenlegung der Ministerien zu Schaden kommen Aber wozu gibt eS in Berlin neben dem ReichsarbeitSministerium noch ein Preußische« Wohlfahrtsministerium, das zum großen Teil dieselben Funktionen zu versehen hat? Eine dieser beiden Spitzenbehörden ist sicherlich überflüssig.
Entweder ließe sich im Reich oder in Preußen da« soziale Ministerium mit dem Innenministerium vereinigen. Eine noch größere Ministerfülle alS in der inneren Verwaltung hat sich auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik herauSge.
i bildet. Da gibt es zunächst das Re ich S- toirtschaftSministerium, dessen eine Hälfte, die zollpolitische Abteilung, genau die gleiche Materie verwaltet wie Die Wirtschaft-, volitische Abteilung bei Auswärtigen Amte-, An allen HandelsverttaaS-VerbaNd-
l (muten sind beide Ministerien beteiligt, n>ui nicht etwa die Arbeit erleichtert, sondern nur zu Reibereien und Eifersüchteleien zwischen den
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<2in Lichtblick an der Saar.
Rur 800 Franzosen sollen bleiben. Funkdienst.
Paris, 25. Februar.
Während die meisten Zeitungen bU Schwei- ter Meldungen über den ,ast vollständigen franzosen-Rückzug aus dem Saargebiet mit Fragezeichen wiedergeben, bestätigt ein Blatt das Kompromiß, wonach die Truppen bis auf achthundert Mann zurückgezogen würden Diese werden durch eine neue N n i s o r m zu einer internationalen Pollzeitruppe gestempelt.
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Der schon im Herbst erörterte Plan einer französischen Polizeitruppe von achthundert Mann für das Saargebiet soll jetzt gelöst werden. Der DöMrbund hat anerkannt, daß die jetzigen Zustände im Saargebiet illegal sind und der Aenderung bedürfen. Es ist ober zu befürchten, daß die achthundert Mann Eisenbahnschutz nicht in Kasernen, sondern in Bür. gerquartiere« Untergebracht werden, sodaß die Bevölkerung dadurch noch mehr Lasten alS durch eine eigentlich« Besatzung haben würde. ES ist daher dringend zu wünschen, daß bei der bevorstehenden Tagung des BölkerbundSraiS in Genf dies« Angelegenheit zur Erledigung gebracht wird.
Moskau stellt sich taub.
... und gibt England den Rüffel zurück. (Eigene Drahtmeldung.)
Moskau, 25. Februar.
Ein Blatt erblickt in der englischen War- nungSnote keinerlei begründete Anschuldigungen für die Abbruchdrohungen. Die Sowjetregierung habe sich niemand gegen- über verpflichtet, irgend einem ihrer Bürger, einerlei, ob es sich um Privatpersonen oder um Regierungsmitglieder handelt im eigenen Lande zu verbieten, in Roden die Ueberzeugung von der Unabwendbarkeit der Weltrevolution auszusprechen. Auch Churchills und BirkenheichS Reden enthielten Beschimpfungen und Beleidigungen von Mttgliedern der Sowjetregierung, sodaß gerade die Sowjetunion von systematischer Schmähung durch englische Staatsmänner reden könne.
gen. Außerdem verlangt der Bericht, wen« nötig, die Intervention von zwei franzö- ischen Bataillonen, in Forbach und Daarge- münd, die i« diesen Garnisonen verbleiben. Dte deutsche Regierung wird jetzt versuchen, so bemerkt dazu ein der Regierung nahestehendes Blatt in diplomatisch«« Borverhandiungett ihren gegenteiligen Rechtsstandpunkt zu vertrete«, damit diesmal in Gens eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann.
Tnt «jfleln Oieueften «a»n»ien erftbt’nen wäckeatlick tedwnwl nathmlttM». Bei Abonnemente Dreie beträgt füi Sen Siunat 3.— X bei freie: Zustellung >.«« Hau«, tn der Äelchättoltelle ibgeboli IM X, Dur» die Poft monatlich 3.—af aueWtefdtdi -HuiteUungegebübi Verlag und Redakno« Scklacklbosftrake 38i8O. Kernkvrecker *51 und «52. itih an »erlangt eingefandt« «et'räge kann b>e Ne- daknon eine Verantwortung oder (8eroäbi tn keinem tdalle übernehmen. »tüa» wblnng des Verugsgeldes oder Änforiicke wegen etwaiger nithi orbnnngbmdhtgei ÖTC’fTuncj tft ouSftfftfiloflen ’Softftbedfonto ittiinffuri am Main Nummer
Daß diese Parlaments- und Minister-Jnfla- .. ...... l.r Hauptschäden unseres Berwal- ist und Jahr für Jahr unnötige schlingt, darüber ist man sich
anjewnoretfe: «tnbetmtfdn l»efd>äft8anietgen Ze"e 40 . auswüniae »etoäf«. anieleen Heile Kl j, itamtlienanietgen Seile 20 -t. Kleine Anzeige» m» aott 4 Otetlamen die -teile 75 i Cffertgcbübr 3" J 'de, 3uknöum» >ei Cfterten 50 41. Rechnungsbeträge ftnd innerhalb 5 tagen tu betablen. bie SHottB» kett aller durch Äernfprethei aufgegebenen 21 nteigen sowie «Ür «nfnabmedate» und Vldtze kann ntch, garantiert werden. Aür Jtnjetgen mit beider» Ämie- rtaem Latz 100 Protem Aufschlag. Truderet: Lchiachtbosslrafte ^>'80 ©efmaft«. stelle: Kölnische Strafte 5. gegenüber der Spobrftrafte Äernf»re4er 051 unb QM.
Schwerer Verdacht.
Jürgens Blitzlichter aus dem Gerichtssaal.
(Von unserem Sonderberichterstatter.)
Berlin, 24. Februar.
Den Großkampftag am Schwurgericht Moa btt dokumentiert schon die äußere Ausmachung: Schupobeamte, strengste Kartenkontrolle, quer- gestellte Bänke vor dem Eingang zum $er Handlungssaal — weil man kommunistisch Störungen befürchtet. Aber auch rein juristisch werden e- — wie man annimmt vierzehn Großkampftage werden. Der angeklagte Landgerichtsdirektor Jürgens macht un itJstoarjen Gehrock mit seinem kahlen, eckige» Bauernschädel und dem klugen, scharsgeschnitte- nen Gesicht, den denkbar günstigsten Eindruck. Man sieht eS seinen stahlgrauen Augen an, daß er der strenge Richter war, den man ihm nachsagt. Der Ausdruck seines Gesichtes würde andererseits Jeden von seiner ehernen Pflichterfüllung überzeugen — wenn man ihn nicht hter in der Roll« des Angeklagten sähe. Seine Frau, Maria Jürgens, verwitwete Kugel, zählt zu jenem Typus, von Frauen, denen man es äußerlich nicht ansicht, tote alt sie eigentlich sind. Die Personalakten sagen: zweiundvierzig Jahre. Ihr Gatte ist Ende der Vierziger. Sie ist klein, schmächtig, mit einem Gesicht, das ehedem vielleicht nickt reizlos, aber gewiß nie mal- sympathisch gewesen ist.
Die>brkd»i' Angekfaaten leugnen jede Schuld. Im Herbst 1919 hat Jürgen- die verwitwete Frau Maria Kugler geheiratet. Er Hai sich, wie er auSführt, von allem Anfang an nicht um die Vermögensverhältnisse feiner Fran gekümmert und lehnte j e de E i n m e n g u ttg in die Vermögensangelegenheiten der Gattin, die ihm tn den Revolutionstagen das Leben gerettet hat, ab, umfo mehr, als er wußte, daß der Fabrikant Kugler, der plötzlich gestorben war, ohne seine VermögensverhälMifle geordnet zu haben, grau Jürgens wurde nach ihrer An- gäbe von ihrem ersten Gatten über die wahre Vermögenslage im unklaren gelassen. Sie bat sich auch nicht weiter darum gekümmert, im Gegensatz zu ihrer Schw i eg e r mu11er, die als Frau eines KomerzienratS geschäftlich bewandert war und mit dem Sohn selbst in geschäftlichen Beziehungen stand. Kugler hatte seine Frau ohne weitere Beifügungen zur Universal- erbin eingesetzt. Die Schwiegermutter erhob Ansprüche auf 135000 Mark, die sie dem Sohn geborgt haben wollte.ss Sie behauptete weiter, daß sie um ihren Pflichtteil betrogen worden wäre. In einem Kasseler Zivilprozeß soll dann dar Ehepaar in zweiter Instanz b e - wußt falsch e Aussagen gemacht haben.
Sine Hand wäscht öieonOere
Rieder mit de« Zoll, und Handelsschranken! (Telegraphifche Meldung.)
Paris, 25. Februar.
Bei einem HandelSbankett führte Sir Alan Anderson aui: Die Welt muß einsehen ler- nett, daß der Handel seine Wohltaten dem Käufer toi« dem Verkäufer zuteil werden läßt und daß unsere wirtschaftliche Gesundheit leidet, wenn unsere Nachbarn krank