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Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Freitag, 28. Febr«ar 1927.
Amtliche« Organ der Stadt Kassel.
Rrrmmer 47.
Abbruch ober Versöhnung mit Moskau?
Brüssel, 20. Februar.
Staatssekretär Kellogg gab gestern abend bekannt, dass Grotzüritannieu, wen« auch wider- wiMg die Entsendung eines Kriegsschif- f c s nach Nicaragua erwäge «m den Schutz britischer Staatsangehöriger im Falte weiterer Strastcnkämpse, Brandstiftungen und Plünderungen sicher;»stellen. Kelloggs einziger Kommentar war, daß Amerika so weit wie möglich auch Leben und Eigentum auch «6er Ausländer schützen wolle.
list sich den Anordnungen der deutsche» Gendarmen nicht fügte und deshalb von ihnen aus dem Zuge gesetzt wurde. Die Redaktion.)
Etwa wegen Dticaragira?
Kellog will gehen. — Hougthon Nachfolger)
London, 24. Februar.
Ein Blatt meldet aus Newyork, daß in Washington neuerdings das Gerücht mih Rücktritt Kellogs umgehe. Als möglicher Nathfolger werde der Botschafter in London Houghton und außerdem War reu ge- n«nnt, der seinerzeit von Coolidge als Gcne- ralstaatsanwalt vorgrschlagen, aber vom Senat «hgelehnt worden war.
Höhere Mieten ack i. April
Die Sozialdemokraten machen Front.
Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang
Jas Geheimnis der Rusiev-Munttion
Sogar die Kontrollkommission hat um die Bestellungen der Reichswehr gewußt Gcßler-Stresemann in Verdacht / Das Chinesen-Maffaere von Schanghai. TragSdien auf dem Eise / Selbstmord-Epidemie in den Tropen.
Auch England bewacht Nicaragua / Miuisterwechsel in Washington?
Ob Amerika es gem sieht?
Englands Dreadnoughts vor Nicaraguas Küsw (Eigener Drahtbericht.) Washington, 24. Februar.
Berlin. 24. Februar.
Im Auswärtigen Ausschuß wurde gestern laut Pressenotiz festgefieAt, daß die russischen Munitivnsliescrnngen an die Reichswehr weit zurückliegen, Daß man damals die Bestellungen in Rußland aufgab, hangt wvlst mit der dmnals herrschenden Unsicherheit der innerdentschen Berhältniffe zusammen. Ausgeführt wurden die Bestellungen erst in späteren Jahren. Gegen den Versailler Vertrag wurde mit der Abnahme in keiner Weise verstossen. Die Angelegenheit kann also keine außenpolitischen Folgen habe«. — Die Sozialdemokraten griffen deswegen außer dem Reichswehrministrr Geßler mich zmn ersten Male den abwesenden Reichsautzemninistcr an.
Tragödien beim Gislaus.
Die ganze FamUie ertrunken.
(Privat-Telegraumt.)
Berlin, 24. Februar.
In dem Dorfe Zittow bei Schwerin »ersuchte gestern der Lehrer Carmone seinen beim Schlittschuhlaufen eingebrocheneu zehnjährigen Sohn aus dessen Hilferufe zu retten. «mH er brach ein und geriet unter das EiS. Das gleiche Schicksal traf auch die Mutter, atS sie einen Rettungsversuch unternahm. Bor einigen Jahren war die Tochter der Lehrers in der Warna» ertrunken.
Berlin, 24. Februar. (Privüttelegramm.) Der siebenjährige Sohn und die sechsjährige Tochter der EHÄeute Heilinger brachen an der österreichische« Grenze auf einem Nebenge- wäffcr des Inn beim Schlittschuhlaufen ein, beide ertranken. Die Leichen wurden geborgen.
Englands letztes Wort.
Geyen den Berleumdungsfeldzug Moskaus. (Eigene Drahtmeldung.)
London, 24. Februar.
Die au Moskau abgcsandte Rote betont u. a. daß, solange die Sowjettuachthaber dabei beharren, öffenttiche «eußetnngeu zur SäMähung Englands oder zugunsten einer Weltrevolution M machen, eine Besserung der Beziehungen nicht möglich sei. Der frühere Ge- schäftsttäger in London, Krassin, habe trotz ferner Freu«dschastsoersicherungen gleichzeitig an dem Feldzug der Verleumdung gegen Großbritannien teilgenommen. Die Rote wcndet sich dann gegen die fixe Idee, unter der Tschitscherin und viele seiner Kollegen leiden, daß Großbritannien beschäftigt fei, Komplotte gegen Rußland zu schmieden und er- heSt Einspruch gegen die übelwollende Parteilichkeit, mit der Sowjetbehörden tendenziöse Nachrichten und falsche Gerüchte über die englischen Absichten zur Stühe ihrer Polittk Äen. Die Fortscmmg solcher Handluagen früher oder später die Aufhebung des HandelsabkommenS unvermeidlich machen und ebenso müsse die Lösung der gewohnten diplomatischen Beziehungen eintreten.
ein Schlag ins Wasser?
Englands Warungsnote in Moskau überreicht.
(Eigene Drahtureldung.)
London, 24. Februar.
Zu der gestern überreichten mgttschen Warnungsnote an Rußland bemerkt die Presse, daß eine große Wirkung in Moskau kaum zu erwarte« ist. Wen« die Note die Polittk des Auswärtigen Amtes verteidige, so geschehe es hmrptsächlich Im Hinblick daraus, daß der Angriff der Sowjet- sich nicht nur gegen Großbritannien richte, sondern gegen die Zivilisation un allgemeinen. Die Klughett des Schrittes wird von dem Arbciterblatt bestritten, »en den liberalen Blättern augezweifelt und von den konservativen Zettungcn hervorgehobc«. Nur ern Blatt findet die Note nicht scharf genug.
Straße frei!
Aufmarsch der geknechteten Völker.
Im Schöbe be8 schon kürzlich beleuchteten Wett- W,rl«mc»ts, nenientli» der fchwarzen tri seh den, aber «uck der weiben »nterdriickten BSlker. in dem ««UsnaUsie». Seriellen and «ommn- nificn der (tarnen Erbe veretnist waren, oaben ft« dieser Tage folg, welthistorischen Borgans« «NeWelt:
Sie Mucken Gift.
Selbpmordepidemie in den Tropen.
(Turck Funklvrucb.»
London, 24. Februar.
Aus Buenos AireS wird gemeldet, daß In Argentinien seit einigen Monaten "eine ausgesprochene Sclbstmordcpidemie herrscht. Im ganze« Laude zählt man seit vier Monaten dreihundert Selbstmorde, davon zweihundert «klein I« Buenos Aires. Die meisten Selbitmorde find auf den Genuß eine? Giftes zurückzusühren, dessen Verlauf jetzt von der Regierung reglementiert werden soll.
(Privat-T elegramm)
Berlin, 24. Februar.
Gegen den Regierungsb-eschluß alle Woh- «UNgsmietetr ad 1. April u ist zehn Prozent und ab 1. Oktober um weitere zehn Pro- ' zent zu steigern liegen bereits die Ankündigungen der sozialdemokratischen Reichstagsfrak- , tton vor, im Reichstag die Berlängerung der gefetzlühcu Sperrfrist gegen Mietserhöhnn- gen bis zum 1. April 1928 zu beantragen.
Einer der typischen Höhepunkte des Kongresses war die wie ein Rausch über die große Versammlung von Weißen aller Rationen, von Farbigen aller Hautnuancen wogende Verbrü- verungsszene zwischen dem Vertreter des Exe- ' kutivkomitees der Kantoner Kuomintang Hans Lian und dem Generalsekretär der englischen Arbeiterpartei Brockway. Der , Engländer erklärte dem Chinesen unter Handschlag, daß die englischen Arbeiter einem Krieg gegen China mit allen Mitteln gegenübertreten würden und der Chinese nahm den Handschlag mit der seierckchen Versicherung auf, keinen Tag
Sin halbes Ultimatum
Polen ist Englands Sold« gegen Moskau. Von Tr. Paul Rohrdach.
England versucht die Ruffengefahr noch im-! mer durch eine antirusitsche Eiuheitssrvnt zum Zweck der wirtschaftlichen Aushungerung zu bescküwören. Man verweigere, heißt es, Bai Russen jeden Kauf und Berkans, und die Folge Wird fein, daß die Sowjetregierung ihre Bedürfnisse an Maschinen, Lokomotiven, Chenn- kalien und dergleichen nicht mehr befriedigen kann und damit ihren Halt verliert! Du starke Seite dieses Plaues ist, daß durch einen solchen Boykott in der Tat nur die russtfchc Reaiernng getroffen werden wurde, nicht der russische Bauer. Dieser fühlt ohnehin mehr und mehr seine stärke. Er kann im Notfall ohne die Regierung leben, aber die Negierung nicht ohne ihn. Die schwache Seite des wirtschaftlichen Aushungerungsplanes gegen Rußland ist die, daß er, auch wenn alle übrigen Staaten zustimme«, ohne die Beteiligung Deutschlands unausführbar ist — und Deutschland hat sich, bevor es nach Locarno ging, ausdrücklich die Freiheit seiner Entschließungen gegenüber Rußland Vorbehalte«.
Eine andere Schule in England will daher mit Polen arbeiten. Wir erinnern uns an die jüngsten englischen Vorschläge zur Bildung eines englisch-sranzöMch-deutschen Dreibundes mit einem gewissen Entgegenkommen gegen Deutschland in der Rheinland- und in der Koloniatsrage. Ohne daß Rußland erwähnt wurde, war deutlich, daß der Plan im Hintergründe stand, Deutschland für die Einheitsfront gegen Rußland zu gewinnen. In dem deutschpolnischen Konflikt fühlt sich jedoch Polen neu- erdinas sehr stark von England unterstützt nnd dies ist ein Hauptgrund dafür, daß eS sich jetzt gegen Deutschland nicht nur unnachgiebig in der Sache, sondern auch betont schroff in der Form »erhielt.
Eine englische Rote an Rußland, dem Sinne nach eine Art Ultimatum wegen des russischen Gegenspiels gegen England in China, ist abgesandt. Im Gegensatz zu manchen minder nnterrichteten Stellen außerhalb Rußlands ist man in England über die militärische Schwäche Rußlands orientiert. Man hält heute für möglich, daß die Polen, wenn fie eint starke Rückendeckung an Kriegsmaterial und an Geld haben, mit Rußland fertig werde«. Die Sowjetregierung ist nicht imstande, alles was sie an verwendbaren Truppen hat, gegen Polen zu werfen, weil fit auf dtr einen Flanke durch Rumänien bedroht ist, auf der andern die Finnländer, die Ansprüche auf Oftkartlien tr-
Dkt Safiet« fieueften ?ia«rt«itn erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags. Dtr »bonntmenteOTetS bett äst ffrt den Mvna« 2.— X bei freier Zudeüvng i»S Haotz, tu der Geschautirelle «bsetwlt l£0 X. Durch 6tt $oft «saetü* i.- X »usichltetzlUh Sufteflunsisebübr Verlag ttnb .-Kebaftien schlacht bofkra« 28/30. Serntorecher 951 and 952. ssür anaerlangi ttnaesandte Beiträge kann di« Re- oattton eint Beraniworrnng oder Gewähr ht keinem Aalle übernehmen. Rück» Uthlung de8 BemgSaeldtS oder Anl-rnche wegen tcwaiger nt»i ortmttns8«8%is« Lieferntg tft an8»ekckloüen PvSfcheckkosw ftrattffert am Main Nummer 6386.
zu rasten, ehe der Besremngskampf gegen England tu China surchgefochren ist. Roch bedeutungsvoller muß es erscheinen, daß dtr aus Indien gekommene Vertreter des panindischen Na- rionalkongresses Jawahar Lal Rehru, dessen sehr schöne in ihre indischen Heimatstracht erschienenen Frau in Brüffts wahre VoÄsaufläuft verursachte, mehr andeutend, als enthüllend, aber sehr bestimmt erklärte: .Wir Inder werden es den
Chinesen bald nachnncchen!"
Und dieses Wort zündete am stärksten bei den GhiNescn und ries spontane Aeußerungen hervor, daß die Chinesen den Indern bei ihrem Befreiungskampf zur Seite stehen würden. Es kam noch mehr zutage. Mit größtem Eindruck spr ach der schon recht alt und als zäher Kämpfer sehr bekannte japanische Revolutionär Katayama; weniger über Japan als über R i c- derländisch - Indien. Südafrikanische Neger in ganz herrlichem Schwarz kündigten das Erwachen ihrer Landsleute und den schärfsten Kamps gsgen England an. Wie ein langer Miy durchzuckte die Versammlung dann eine unerhört radikale Rede des mexi- kauischen Unterrichtsminifters der im Slawen aller südamerikanischen Staaten ohne Rücksicht aus ihre wirtschaftliche oder parteipolitische Auffassung, den geschlossenen Widerstand gegen den nordamerikanischen Imperialismus ankündigte. Selbst ganz skeptisch eingestellte, aber kühl abwägende Beurteiler hatten den Eindruck, daß sich in diesen Tagen eine internationale
Sttrrmkolonne gegen England und Amerika gebildet hat, deren tatenlustiger Zusammenschluß nicht ohne tieffte Wirkung auf das Weltgeschehen bleiben kann. Kolonial- und Protektionsvölker gaben durch ihre nationalistischen Vertteter einem leidenschaftlichen Hatz gegen die beiden Nationen Ausdruck. Der mexikanische Unterrichtsminister meinte mit brutalem Spott, daß die europäischen Festlandsvöl- ker ja selbst bereits der Versklavung durch England und Amerika unterlegen seien. Noch stärker als bei ihm trat aber bei den eigentlichen Kolonialvettreteru die Auffassung hervor, daß der europäische Krieg für die Kolonialvölker eine überraschend günstige Gelegenheit zur endgültigen Abschüttelnng europäischer Fremdherrschaft geschaffen habe, da die europäischen Völker sich in der Niederhaltung der Kolonien nicht mehr einig seien und eine so überlegene starke Mikitänncubt wie Deutschland aus ihren Reihen ausgeschieden fet. Bon Deutschland wurde im übrigen sehr wenig gesprochen. Die astatischen Völker machten die Musik und einige der sehr zahlreich vertretenen Engländer hätten sich davor wohl am liebste« die Ohren zugehalten. Welche Form die von den Unterkommiffioneu noch zu sassenden Be- j'chlasse auch finden werden, ein unübersehbares Ereignis hat dieser Kongreß: die Ausrichtung einer ständigen Weltorganisation gegen koloniale Unterdrückung, die die Freiheitsbe- strebnngen dieser Länder planmäßig zusammenfaßt. In dieser Organisation wird eines Tage? vermutlich auch die Sowjet-Union nicht fehlen, ans der auffallenderweise kein einziger Vertreter anwesend war. Welche Haltung dir Sowjetunion anck einnehmen mag, mit oder ohne ihre Miüoirkung steht man von dieser Brüsseler Tagung ab vor einer planmäßigen
Entfesselung a6et revolutionäre« Kräfte in den Kolonien. Diese Saat ist auch durch Ge- sckmtze und Maschinengewehre nicht mehr zu tilgen. In Asien und Afrika hat für England die Entscheidungsstunde geschlagen. Dieser Kongreß ist noch keine praktische Tat; aber et bedeutete die Legung der Mine. Sie wird ex-.
»metgenoreise: «ttidckwstcbt SefchöstSanzttsen Selle« 4, «uSwärnse Geschäft«, «meist» Zeile 20 4, Kamilienaszeize« Zeile 20 4, Meine Anzeigen ba8 Wort < 4. Reklamen int Zeile 75 4. Crfertoebübr 20 4 ibet Zusendung ixt Eiferten 50 4}. Rechnungsbeträge find innerhalb 5 Tagen ja bezahlen. Für die Richtig- ktü «fier durch nernsorecher aufgegrdenen Anzeigen sowie für Aufnakunedaten atri Plätze kann nicht «»rentiert werde». SSt Anzeigen mit besonders schnurrigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Sch lach tdvi strafte 28/80. Geschäfts. Kelle: Kölnische Strabe 6, gegenüber der Svohrftrahe. sternfvrtcher 851 und 852.
heben, zum mindesten beobachten mutz, und zu alledem auch die Ukrainer, Georgier und Muhammedaner im Innern und im Rücken keineswegs sicher ist. Dazu kommt, wie gesagt, das ausgesprochen kühle Verhältnis, in dem heute der Bauer zu den bolschewistischen Machthabern steht. Es wäre der gröbste poli- ttsche Fehler, sich darüber zu täuschen, daß der polnische Chauvinismus große Pläne verfolgt. Die Anneiion Litauen?, natürlich in Form einer „Union" und vielleicht mit dem alsdann sehr unschädlichen Versprechen von Wilna, ist ein fester Punkt in der polnischen Politik. Fast dasselbe kann man von den Erweiterungswünschen in der Richtung auf Weißrußland sagen. Die große Besorgnis der Polen ist, daß sie eines Tages den sogenannten Korridor nnd Oberschlesien könnten hergeben müssen. Aus diesem Grunde fürchten sie nichts so sehr, wie eine politische Konstellation, bei der England darauf angewiesen toäre, Deutschland für eine Hilfeleistung (Segen. Zugeständnisse zu machen. Polen ist nicht nur bereit, sondern es verlangt danach, den Soldaten Englands gegen Sowjetrußland zu fpitle«, uud es sagt sich, daß wenn eS dazu angenommen wird, der Korridor und Oberschlesien „gerettet" sind.
Auch die ultimative Note an Rußland braucht nicht durchaus als Vorbereitung zu einem Bruch angesehen zu werden. Es ist ebenso gut möglich, daß die Sowjetregierung im Bewußtsein ihrer militärischen Schwäche nad)gibt und, statt die Chinesen weiter gegen England zu hetzen, gezwungenermaßen die Hand zu einer chinesisch.englischen Verständigung bietet. Natürlich könnte keine Rede davon fein, daß ein solches Nachgeben ehrlich und auf die Dauer gemeint wäre. Benn es auch um die Jahrhundertwende sicher ein schwerer Fehler war, zu glauben, England nnd das damalige Rußland könnten nicht zu einander kommen — ein bolschewistisches Rußland, dessen einziae Chancen in den englische» Interessen- und Kolonialgebieten in Asien liegen, wird den Ausgleich mit England in der Tai weder annehmen noch ertragen können.
Wie sie die Welt beMgen.
Der nette Rechtsbruch tu der Pfalz.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 24. Februar.
Halbamtlich wird bestritten, daß die beiden deutschen Gendarmen in Linde« und Stein» selde verhaftet worden feien, weil sie einen Trupp junger Teutfcher von dem Abtransport zur Fremdenlegion zurückl,alten wollten, denn die deutsche« Behörden hätten das Recht, den GeenzüLergcmg Deutscher, die sich nach Frankreich begeben wolle«, zu kontrollie» reu. Die beide» Gendarmericchefs feie« wegen Vergeltens gegen die Rheinland-Ordonnanzen verhaftet worden. Sie hatte« vor einiger Zeit ohne Grund ritt Mitglied der Befatzungs- behörden in Zivil, das im Besitze eines ordnungsmässigen Paffes war, festgenomme«. (Die Franzmänner unterschlagen nur die „Moral der Geschichte"; Daß nämlich dieser Zivi»
In der Stadt des Grauens.
Schanghai protestiert gegen die Massenmorde. (Eigene Traüimeldung.)
London, 24. Februar.
Einem Sonderberichterstatter zufolge haben die chinesische Handelskammer und andere öffentliche Körperschaften in Schanghai gegen das brutale Vorgehe« des Kommandanten Lipavtschen protestiert. D«ser habe insgesamt über sechzig Arbeiter, nnd Studentenführer hinrichten lassen, darunter einen zehnjährigen Knaben. Die entrüstete Bevölkerung entfernte die zur Schau gesellten abgeschlägeuen Köpfe. Auch die öffentlichen Hinrichtungen wurden eingestellt, doch sollen fie hinter Kasernenmcmern weiter gehen.