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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
anjetgen»reife: Einheimische «eichäst»an;eiaen Seile 20 j, auswärtig« Pelchäsi». anzeigen.Zeile 20 4, ftamilienanzeigen Seile 20 4. Kleine Anzeigen da» Wort 4 J. Reklamen ine Zeile 75 4. CHertgcbübt 30 4 <bc Zusendung bei Offerten 50 41. Rechn»ngsbeträge ftnb innerbald 5 Lagen zu bezahlen, ftür bi« Richtig» teil aller durch fternforetber anfgegebenen Antigen sowie füt Auknabmebaten und Plätze kann nicht garantiert werben, ftür Anzeigen mit besonder» schtpie» n«em Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Lchlachiboisirafte 38/80. Geschäft»» Kelle: Kölnische Strafte 5. gegenüber der Svobrsirafte. fternfprecker 951 und 853.
Nummer 44.
Amtliches Organ der Stadt Kaffel.
Dienstag, 22. Februar 1927. Amtliches Organ der Stadt Kaffel.
17. Jahrgang
London toarnt zum Wen Mal.
Ein bluiigeSEhinesen-RegimmI. öoMitBartd
Im Zeickien liberaler Politik.
Wiweisu entwaffnet Tfchangtsolin.
ebruar. (Kabeltelegramm.)
man Stenogramme d r a h t l o s von einer Station zur anderen...photographiert. Es schein« festzustehen, daß diese Methode der Nach-
biS Delaware Millionenschaden angerichtet. DaS Meer steht an einzelnen Stellen drriviertel Meilen landeinwärts. Der Schiffsverkehr ist völlig gestört. Sleinrre Fahrzeuge find gesunken.
Wann kommt dle Stunde?
Berlin zur Räumungsoffenfive entschlossen. (Privat-Telegramm)
Zahlung im Osten leisten. Die Kolonien wird nun auch verstehen, weshalb Frankreich "ur"^hermilgenanntlderKorridor, gerade in diesem Augenblick bet dem deutsch« und Oberschlei,en sind bte Hauptsache, polnischen Konflikt den Polen mit so rücksichts- Hier soll der deutsche Verzicht erfolgen. Man losem Eifer sekundiert.
Schanghai in ber Smerzone.
Genf, 21. Februar. (Eigene Drahtmeldung.s Nach einer Pariser Meldung aus Schanghai haben die Truppen der Nord armer bei Ka- sching den Kampf mit den auf Schanghai an. rrüüenden Südtruppen ausgenommen. Die Vorstädte von Schanghai erhalten von Zeit zu Zeit schwere Artillerie-Treffer. Schanghai kann stündlich in die Kämpfe hincingezogen werden.
Berlin, 21 Februar. (Funktelegramm.)
Laut Pressenotiz wird die Reichspost im Verein mit der Firma Telefunken schon in wenigen Tagen den Probebetrieb einer neuen Art von
England schließt mit Kanton Frieden • Berlin vor der großen Räum mzs» Offensive / Warum die deutsche Volkspartei treu zur Republik steht.
Schanghai, .21- Fe Einer japanischen Mi
Genügt dle Warnung?
Roch kein Abbruch Englands mit Moskau. (Eigene Trahimelduna)
(Funkdiensts
Dessau, 21. Februar.
Der Bolksparteisührer Minister a. D. Dr. Scholz betonte auf einer Landwerkertagung, die Außenpolitik liege bei Dr. Stresemann in besten Händen. Die deutsch-russische Zusammenarbeit sei notwendig. Das nächste Ziel fei die Befreiung des Rheinlandes. Dr. Scholz trat für eine europäische Zollunion ein. Dr. Scholz forderte weiter steuerliche Erleichterungen. Die Bolkspartei wollte in die bürgerliche Koalition auch die Demokra- ten miteinbcziehen aus wirtschaftlichen Gründen. Der Reichspräsident sehe eine st a r k e S t ü tz r der von ihm gewünschten Poli- tik in der Deutschen Volkspartei und stelle sich selbst mit größter Hingabe in den Dienst der deutschen Republik, obwohl er innerlich Monarchist sei. Dieselben Grundsätze gelten auch für die Deutsche Bolkspartei.
Schanghai, 21. Februar. Während in der internationalen Niederlassung den Agitatoren der Nationalisten praktisch freie Hand gelassen wird, hat General Lipgotschong für die Chinesenstadt angeordnet, daß olle, welche Arbeiter aufhetzen, hinzurichten feien. Drei Agitatoren wurden bereits enthauptet. Taei- stig Personen wurden wegen verschiedener Vergehen enthauptet. 50 01'0 Mann der Armee Suntschuanfang stehen z. Zt. zwischen Kia- sching und Sunkiang.
Meldung aus Peking zufolge wurde trotz Tschangtsolins Aufforderung zum Zusammenwirken ein mand- schurifches Bataillon an der Grenze von Honan von Wupeifu entwaffnet. Auch ein Waffen und Munitionstransport Tschangtsolins wurde angehalten.
Rheinlandräumung aufzufordcrn, verlautet, daß tatsächlich daran gedacht wird, den Artikel 431 zum Anlaß dcrGenferVer. Handlungen zu nehmen. Den Zeitpunkt müsse jedoch das Auswärtige Amt selbst bestimmen und vorher schwierige Vorverhandlungen führen. Laut Pressenotiz beabsichtigt Dr. Stresemann bis Ende d. M. in San Remo zu verweilen und alsdann unmittel, bar zur Tagung nach Genf zu fahren. (Den richtigen »Zeitpunkt* für diesen un.ruSweich- lichen Endkampf um die deutsche Freiheit, den wir an unferm Teil schon seit lange anfgk» nommen haben, nicht zu verpassen, dürste heute einer der ersten Pflichten unserer Staatsleiter sein. D. Red.)
Von Dr. Paul Rohrbach.
Man macht in Frankreich wunderliche Sprünge, um dem Eingeständnis zu entgehen, daß auf Grund des Friedensvertrages die Räumung des besetzten Gebietes schon jetzt fällig ist, und nicht erst in den Jahren 1930 und 1935 Di? Franzosen haben sich da in ihrer eigenen Schlinge gefangen — oder ist es vielleicht doch eine Schlinge, die ihnen, ohne daß sie eS merk- ten, von ihren Freunden und Alliierten gelegt wurde? In dem Versailler Friedensdiktat steht jener Paragraph, der vorstehr, daß, wenn Deutschland seine Verpflichtungen noch vor Ablauf der Räumungsfristen erfüllt hat, die Frej- gabe des besetzten Ges'ets entsprechend früher zu erfolgen hat. Nichts war so deutlich, wie die Absicht aus der französischen Seite, den Friedensvertrag für Deutschland unerfüllbar ?u machen und auf Grund der Unerfüllbarkeit mit immer weiteren Vergewaltigungen vorzugehen. So geschah es ja auch in der Tat jahrelang durch die „Sanktionen* unrühmlichen Angedenkens. Entweder war die oben zitierte Räumungsklausel eine heuchlerische Scheinkon- zession, darauf berechnet, ohne jede wirkliche Verpflichtung und ohne jede Absicht einer Er- füflung, nach außen einen guten Eindruck zu machen — oder der Paragraph war von englischer Seite „j«a «fo Fälle* in das Friedensdokument hineingebracht worden, und die Franzosen haben sie sich gefallen lassen, weil sie über- zeugt waren, er würde niemals praktisch werden. In zwanzig Jahren, so glaubte jedermann in Frankreich und seinen Vasallenländern, würde der Frtedensvertrag sein Werk an Deutschland getan haben, und was dann noch von Deutschland übrig wäre, würde als dauernd unschädlich angesehen werden können.
Diese- französische Ziel wurde illusorisch durch den DaweSplan, dessen grundlegenoe Bedeutung eben darin bestand, daß er durch die Regelung, der deutschen Zahlungspflichten und durch ihre Unte”*eKung unter eine internationale Kontrolle lenen ungeschriebenen Paragraphen in dem Dokument von Versailles durch, strich, der für Frankreich die Hauptsache war: Deutschland dürfe nie Wieder emporkommen. Seitdem hat sich die Lage noch viel weiter dadurch verschoben, daß es der französischen Wirtschaft und den französischen Finanzen bedenklich geht, und daß England aus verschiedenen Gründen ein Interesse an der Wiederaufrichtung Deutschlands gewannen hat. Dazu kommt Deutschlands unversiegbare Regeneralionskrasl. Locarno und Völkerbundeintritt haben die restlose deutsche „Erfüllung* bezeugt. Damit, daß Deutschland nicht erst nach zwanzig Jahren sondern schon nach sechs Jahren als Völker» bundswürdig befunden werden mußte, ist für die Franzosen die Verlegenheit entstanden, unter der sie sich jetzt so peinlich winden.
Berlin, 21. Februar.
Zu den deutschnationalen Forderungen in Gens oder durch eine Rote, die Hauptmächte auf Grund des Artikels 431 zur früheren
London, 21. Februar.
Ein parlamentarischer Berichterstatter schreibt, die kürzlichen Beratungen des Kabinetts würden wie verlautet nicht zum Abbruch mit der Sowjetregierung führen. Es wird jedoch ein n e u e r Protest in Moskau gegen die Flut england- feindlicher Propaganda erhoben. Eine solche Warnung, meint ein Blatt, kann leicht das Vorspiel zu einem zwangsmähigen Bruch mit der Sowjetregierung sein.
Die Sache will «!
DaS Glaubensbekenntnis der Bolkspartei.
Werk Wte onl SWOt.
Newyork schaufelt fich aus dem Schnee heraus. — Die Kaste überschwemmt
Ueberbrückung der Klassengegensätze eintrat. Unter internen Parteikonfltkten in OpposttionSstellung glitt man in den SB eit» krieg vor dem Bassermann vergeblich prophetisch gewarnt hatte. Stresew-«»nz hier im Vereinshaus ausgegebene Parole „Durchhal- ten* konnte den Zusammenbruch nicht aushalten, nach dem die Nationalliberalen sich all D rutsch« Volkspartei verantwortungs. und pflichtbewußt trotz schwerster GewissenS- belastung wieder entsagungsvoller Staatsarbeit . zur Verfügung stellte, sodaß aus der Partei der
Reichsgründung die der Reichserhaltung wurde mit dem Ziel, daS g a n z e Volk wieder
richtenübermittlung bedeutend schneller und
Telegraphie aufnehmen, die darin besteht, daß wirtschaftlicher arbeitet alS der jetzige Telegraph.
Technische Wunder bei der Reichspost
Telegramme werde» drahtlos ... photographiert.
De« feckzlgiäbrige« Gedenktag bet «ational» liberalen Parteigründung beging die diesige Be- rirksgruvve der TcuilLcu Bolksvartei mit eise« Festabend im Logrnfaal, dem geichmack« voll« z. T. erlefen« mufikalifch« Darbietung«« »nd eine lichivolte Parieibilanz des NibliotbekS- direkfors Dr. Hopf eine beiondere Weihe und Bedeutung gaben. Uuier R> Mtarbeiter berichtet:
Bor dem dunklen Lorbeerwald der Kulissen, aus dem die Marmorbüste des oft bekämpften aber immer heißvcrehrten eisernen Kanzlers grüßt, versenkt Ludwig Kaisers Meisterhand sich und seine Hörer in Schuberts träum» süße, harmonienbrausende Wunderwelt (Symphonische Etüden), macht auch Chopins in atemlosen Läusen, in schwärmerischer Innigkeit schwelgendes H-Moll-Scherzo zum beglückenden Erlebnis. Aus Schuberts und Schumanns Melodiengarten brachen auch Maria Lötze- r i ch mit klarer Diktion und sympathischem Wohlklang und Ferdinand Franz in voluminösem, gut geschultem Baß duftige Blüten, denen zwar der volle Glanz gebrach; die Loewe- ballade des letzteren hatte jedoch künstlerischen Rang. — An bte
Wiege des Liberalismus führte bann in konstruktiver Rück- und programmatischer Vorschau Bibliotheksdirektor Dr. Hopf; Wie der schon in den Freiheitskämpfen geborene, in den Sturmtagen von 1848 hell auf- flackernde, aber erst am 28. Februar 1867 zur Parteigründung sich verdichtende liberal' Gedanke sich anfangs in unfruchtbarer '£)?'• Position gegen das Bismarckregiment festlies, sich dann aber nach dessen Kraftprobe u. Großtat von 1886 zur positiven Mitarbeit im werdenden Nationalstaat entschloß. Den
Traum von der deutschen Reichseinheit über die Einzelstaaterei hinweg hatte schon in der engeren und weiteren Heimat Friedrich Oetker lebendig gehalten. Scharf wird die Trennungslinie von der Demokratie, dem reinen Parlamentarismus gezogen: Volks- und Regierungs- ober Monarchiegewalt sollen sich ausgleichen, gleichberechtlgt nebeneinander stehen. Der Herrscher soll keine bloße Repräsentationsfigur sein. Bennigsen ging als erster ben Weg des K o m p r o m i s se s, bet von Fall zu Fall sich ben Einfluß auf bte Regierungsgeschäfte sichern will. Auch wollte man zuerst ben Staat nach außen zur Geltung bringen, ehe man an seine innere Ausgestaltung ging. Trotzbem burchsetzte man für die nächsten Jahrzehnte alle neuen Gesetze stark mit liberalem Geiste. Obenan aber stand der Wille zur Schaffung des Einheitsstaates über die Mainlinie hinweg, für ben man nun auch Süddeutschland nach und nach gewann. Daneben waren die Liberalen Bismarcks festeste außenpolitische Stütze und schlugen sich auch im Kampf gegen die Bevormundung der Kirche auf seine Seite. Schwere Krisenzeiten ziehen nun für die Nationalliberalen mit dem Auf- tauchen der sozialen Frage, der wachsenden Industrialisierung, der
Spaltung zwischen Arbeitgebern und -Nehmern herauf. (Bismarcks Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie, Sozialversicherung, Kaiserattentat).) Die Schwere unb Tragweite der sich anbahnenden wirtschaftlichen und sozialen Umwälzung v e r t a n nt, in dieser schicksalSvol- Jen Zeitfrage versagt zu haben dadurch, daß man in diesen Entwicklungsprozeß nicht ein- griff, sich aus der praktischen Gestaltung diese» Entwicklungslaus» selbst ausschaltete (Bismarck machte feine Zollgesetze mit Hilfe deS Zentrums), war einer der verhängnisvollsten Grunde für die Spaltung und Mißer- folge der Partei, wozu dann später nach dem unglücklichen Bündnis MiguelS mit de« Konservativen noch der Fehlgriff der verlängerten Parlamentsperiode kam, Niederlagen, von denen sich die Partei nie wieber ganz er- bolte. In der ziel, und führerlosen, tastenden Nach-Bismarckära war eS dann Bass ermann, der für eine kraftvolle Außenpolitik, für Kolonien, Weltgeltung, aber auch für
Auf den Ruinen der Stadt.
Athen, 21. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Eine Feuersbrunst zerstörte in zwei Stunden bie Stadt Kavala vollständig. Neben achtzig Geschäftshäusern brannte auch das kleinafla- tische Flüchtlingszentrum vollständig ab. Dir Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt.
Da es keinen haltbaren Grund gibt, die Räumung des Rheinlandes zu verweigern, so heißt eS jetzt, daß die Aufrechterhaltung der deutschen Räumungswünsche „zu ernsten Mißverständnissen*, vielleicht sogar zu „unangenehmen Rückwirkungen* auf französischer Seite führen könne. Diese politische Stilblüte findet sich in einem Pariser Artikel, in dem es heißt: Deutschland möge alles vermeiden, was in Frankreich den Eindruck immer neuer Forderungen, trotz des reichlichen schon bewiesenen Entgegenkommens von französischer Seite, machen könne. Nach Klärung der Räumungsfrage würde Deutschland jedenfalls die Fragen bei polnischen Korridors, Danzigs, Oberschleflens und der Kolonien aufs Tapet bringen. Dieser gewaltige Kompler flöße der sranzösischen Poli- kik „keineswegs Entsetzen* ein — aber Deutschland müsse die Rheinfraae Jn dilatorischer Weise* behandeln, und ausserdem werde es die Räumung des besetzten Gebiets „nicht umsonst* — erhaltens Das heißt so viel wie: Wir sind zwar in der Lage, unser weiteres Verbleiben hn Rheinland durch irgend ein vertragsrechtliche» Argument zu begründen, aber wir beabsichtigen trotzdem nichts hera'uszugeben und werden unangenehm werden, wenn Ihr Euren Rechtsanspruch im Ernst verfolgt!
Auf jeden Fall erwartet Frankreich, daß Deutichlend noch etwas dafür zahlt, daß es fein Recht erhält. Außerdem ist die Andeutung unmißverständlich, daß wenn die Rheinlandfrage aufaerollt wird auch die Frage der deutschen O st g r e n z e zur Verhandlung kommen soll. Mit anderen Worten: Will Deutschland das Rheinland geräumt sehen, so muß es dafür
Frieden statt Krieg.
England hat sich rasch mit Kanton geeinigt. (Funktelegramm)
Hankau, 21. Februar.
Amtlich wird bekannt gegeben, daß der englische GesandschaftSrat Ö'Mallegund «nd der Kanton-Minister T s ch e n gestern abend ein Abkommen unterzeichnet haben.
London, 21. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Etzamberlain, der dasWeekend in seinem Land. Haus verbringt, erklärte auf Die Unterzeichnungs-Nachricht, alles, was er zu sagen habe, werde er heute im Unterhaus mittcUen.
Newyork, 21. Februar. (Durch Funkdienst.) In den östlichen Staaten herrschen gegen- wärtrg heftige Schneestürme. Der Wind et. reichte stellenweise eine Stundengeschwindigkeit von 80 Kilometern. In Newyork ist während achtzehn Stunden Schnee gefallen, sodaß der Verkehr zur Zeit stockt, «chtzehntausend Schnee- chipper schaffen den Schnee weg. Im Staate Massachusetts sind bei einem SchiffSunteraang neunzehn Mann ertrunken.
Newyork, 21. Februar. (Funkbericht.) Eine eit fünfzig Jahren nicht mehr erlebte Spring, flut hat an der ganzen Nordostküste von Maine