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Meler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Freitag, 18. $ebtuarl927

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Nummer 41. Amtliches Organ der Stadt Kaffel.

Df« RaHelei Neuesten Nachrichten erscheinen wSchentllch sechsmal nachmittag». Ln «bonnemeMEis beträgt sstr den Monat 2.- > bei srmer Zustellung MS Haus, in der Beschäiisftell« abaebott IM Jl. Durch die Poft monatlich 2. Jl ausschliehlich Zuftellungsgebühr. Verlag und Redaktion Schlachtboistrahe 28/80. Fernsvrecher 951 und 952. Kür unverlangt ernselandte Beitrage kann die Ne. daktion Sw Verantwortung ober Gewähr in keinem Kalle übemiebmen. Rück­zahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nickt ordnunasmLhi«r Lieierung tft ausaeschloften. Postscheckkonto Franks«» am Main Nummer «380.

Anaeioenvreite- Einheimische GeschästSan^igen Sette 20 A, auswärtig« ®ef<MM« an zeigen Seile' 20 4, Fant i lienan zeigen SeÜe 20 4, Klein« Anzeigen das Wort 4 IV ReklaLn di« Seile 7S Osfertgebühr 20 4 ,b» Zusendung der OiKnen 50 41. Rechnungsbeträge sind innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Tur d^« Richtig­keit aller Lurch Fernsprecher ausgegebenen Anzeigen sowie für-^utnabmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Für An^elgen rnrt besonders ichnne- riaem Satz 100 Prozent 'Aufschlag. Druckerei: SchlachthötstraK« 28/30. Gefchatts» stelle: Kölnisch« Straße 5, gegenüber der Svobrstratz«. Fernsprecher 851 und 8a2.

Rückkehr Gtrejemanns nach Berlin?

Die Finanzen in feilet Hand. «o®.B

Parteiurteile über Köhlers Programm / Auch Marschall Foch Mt-- b-gaun^ft«« ^a^tatuut

IW to«,. tim GVttfMifrtnhä hKHtAPt- ßrttfhioffnitna iibcrteuaf. s i u a » z mi u i ft ers Dr. R ' b ler.,)««

ist jetzt von Deutschlands völliger Entwaffnung überzeugt.

Schweden nicht für Abrüstungs-Sabotage.

Paris, 17. Februar. (Eigener Drahtbericht.) Die Nachricht, daß die Vertreter der skandina­vischen Staaten in Paris der französischen Re­gierung zur Kenntnis gebracht Hütten, daß ihr die Mehrheit des Völkerbundes bezüglich der Abrüstungsabsage an Amerika bei der Vertei­digung der Rechte der Schwachen folgen wür­den, wird von Schweden dementiert

Sin Segenprogramm von links.

Unterordnung und Hungerleiden".

Nach dem Finanzminister betonte Dr. Hertz lSoz.f, datz seine Partei keine Desizitwirtschaft wolle, sondern die Lasten müßten durch eine Steuerpolitik aufgebracht werden, die die ge­ringen Einkommen schone, die wirk-

Mitztrauen auch gegen Köhler.

Berlin, 17. Februar. (Privattelegramm.) Die Fraktionen im Reichstag tagten gestern abend. Die Linksparteien wollen sich über Mißtrauensanträge gegen den Finanz­minister Müssig werden, wenn sämtliche Red­ner im Reichstag zu Wort gekommen sind.

Das nennt man. .. Abrüstung.

Berlin, 17. Februar. (Privattelegramm.) Londoner Blätter melden aus Tokio: Im Reichstag hat der Marineminister achtzehn Kriegsschiff-Neubauten als Mindestforderung für 1927 und 1928 angegeben. Der Premier­minister teilte mit, daß der Flottenbau Japans

Sie kommen nicht zum Siel

England mit Kanton auf dem toten Punkt.

(Eigener Trahtbericht.t

London, 17. Februar.

Ein Blatt schreibt: Gestern im Auswärtigen Amt von OMalley eingegangene Telegramme besagen, daß soviel neue Punkte, Bedingungen und Vorbehalte von den Kantonesen vor­gebracht worden sind, daß die Frage über ein örtliches Abkommen betreffend die Konzessionen von Hankau und Kiukiang v o l l k o m me n dunkel ist. In amtlichen Kreisen wird zn- gegeben, daß man völlig auf einem toten Punkt angekommen ist. Rach einem anderen Tele­gramm sollen dagegen die Verhandlungen zwi­schen O'MaAey und Tschen beendet sein und nur noch der Billigung bedürfen.

<gln AufwerkungsappeN der Sparer.

Der Sparerbund schreibt uns: Wenn das Reich für die neue Reichsanleihe das Vertrauen der Sparer wiedergewinnen will, so mutz es vor allem die alten Reichsanleihen in gerechteter Weise aufwerten, als es ge­schehen ist. Der Sparerbund richtet deshalb im Ram->n von Hnnderttausenden deutscher Sparer an die maßgebenden Stellen die dringende Ditte sich der früher gemachten Versprechen zu erinnern und eine gerechtere Regelung der AnleiheablSsuna :m Sinne der Vorschläge des Sparerbnndes durMusühren.

Kein Riviera-Wiedersehn?

Stresemann wird wieder in Berlin erwartet. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 17. Februar.

Im Reichstag wurde heute früh von Freun­den Dr. Strrsemanns mitgeteilt, daß dieser vor seiner Reise nach Genf noch einmal wegen wichtiger außenpolitischer Beschlüsse nach Ber­lin zurückkehren werde. In der Pariser Presse ist es plötzlich von dem angeblichen Zusammen­treffen Briand und StresemannS an der Riviera völlig still geworden.

eine schwarze Srlppewoche.

London, 17. Februar. (Eigener Drahtbericht.) In der lebten Woche find in London und den bedeutendsten Städten Englands nicht weniger als 759 Personen an Grippe gestorben (gegenüber 818 in der Vorwoche).

Faschistische Vandalen.

Das Kaiserm-Elisabeth-Tcnkmal.. enthauptet.

(Eigene Drahtmeldung.)

Mailand, 17. Februar.

Allgemeine Entrüstung hat im füdttrolcr Kurort Meran die vandalistische Enthauptung des wiederholt beschädigten Marmorstaudbil- drs der Kaierin Elisabeth von Oesterreich im Park der Winter Promenade hervorgerufen. Heute früh lag der Kopf im Bache des Parks. Der Präfekt bedauert die rohe Tat und Erteilte Auftrag zur Verhaftung und fordert die Be­völkerung auf, ihn bei der Ermittlung des-

keine Deckung vorhanden

ist. Außerdem wird man aber auch insoseru ist. Auch dürfte für die den B e am t c n so ost gegebene Zusage auf Aufbesserung ihrer Bezüge leine Deckung vorhanden sein. Er glaubte aber trotzdem die Zusage machen zu können, daß nach Möglichkeit mit der Steuersenkung ortgefahrcn werden soll, wobei in erster Linie die Abgaben für die notwendigen Ver- brauchsartikel und die Realsteuern herankom- men solle. Die unbedingte Voraussetzung hier­für sei aber eine wesentliche Einschränkung der Ausgaben, zumal man das Haushaltjahr 1927 nur dann gut überstehen könne, wenn bei den Ausgaben beträchtliche Abstriche gemacht werden würden. Hinsichtlich der Steuergesetz- gebund kündigte der Minister Verein­fachungsmatznah men an, mit denen er­reicht werden soll, datz der

Steuerzahler auch ohne Steuerberater auskommen könne. Es wird zweckmäßig sein, wenn wir auch bei der Umsatzsteuer nur vierteljährliche Voranmeldungen und Vorauszahlungen einfordern. Sehr stark sei die hohe Belastung durch die Kriegs- und Reparationskosten, die im Etatsjahr allein z,3 M i l l ia r d e n beträgt, wobei zu be­rücksichtigen ist, daß diese Lasten sich noch wei­ter (teiger n. Gewiß werde Deutschland alles tun, um seine Verpflichtungen loyal zu erfül­len, doch müsse mau ihm dann auch die wirt­schaftliche Möglichkeit dazu geben. Zur Ablö­sung der alten Reichsanleihen erklärte der Minister, sie werde, wir er bestimmt hoffe, um die Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Den Gedanken der Umwandelung der aus der Anleiheablösung hervorgegangenen sogenannten Auslosungsscheine in eine verzinsliche Anleihe wies der Minister als undurchführ­bar zurück. Eine Frage von besonderer Schwere, eine Schicksalsfrage, bedeute die Frage des Ausgleichs der durch die Liquidation deutschen Eigentums Deutschen zugefügten Schäden. Die Schwierigkeiten unserer Staats­wirtschaft nötigen hier zur

schmerzlichen Zurückhaltung.

Die Einbeziehung dieser Lasten in die Annui­täten des Londoner Paktes sei zwar im Haag abgewiesen worden! Das Reich werde sich aber damit nicht zufrieden geben. Hinsichtlich des Finanzausgleiches betonte Dr. Köhler, daß der endgültige Finanzausgleich am 1. April 1928 vorgelegt werden könne sei kaum anzu­nehmen, zumal dieser Finanzausgleich auch eine von Krisen freie Privatwirtschaft voraussetze. Bei der vorläufigen Regelung wolle das Reich dem Finanzbedürfnis der Länder dadurch Rech­nung tragen, daß die Gesamtgarantie für die Umsatzsteuer von 2,1 auf 2,4 Millia r- d e n Mark erhöht wird. Mit der Zusicherung, daß er mit allem Eifer an der Drosselung der Ausgaben arbeiten werde, schloß der Minister,

Der HeeresauSschuß will möglichst bald über den Bericht Paul Böneours betreffend die Organisation der Rationen im Kriegsfälle und über den Gesetzentwurf betr. die Neuorga­nisation des Heeres beraten. Bei dem Entwaff­nungsbericht über Deutschland nahm Marschall Foch Bezug auf die Feststellung der Kontroll­kommission und der Botschafterkonferenz sowie die deutschen Verpflichtungen bezüglich der O st - festungen. Foch betonte, daß die deutsche Entwaffnung nunmehr effektiv sei, daß man für die Zukunft wachsam bleiben müsse.

Sin trübes Bild.

Köhlers Programm. Unerträgliche Saften. Berlin, 17. Februar.

Der Reichsfinanzminister Dr. Köhler hat in seiner gestrigen Etatsrede im Plenum des Reichstages auf die ernste Lage der Reichssinan- z-n hingewiesen, die zu Besorgnissen Anlaß ge­ben muß. Die optimistischen Voranschläge des früheren Reichssinanzministers Dr. Rein­hold haben seine Krittler schon früher ost beanstandet. Wie Dr. Köhler nun Mitteilen. konnte, sind die von Dr. Reinhold erwarteten Einnahmen aus der Umsatzsteuer er­heblich hinter dem Voranschlag zurückge­blieben. Man hatte für 1926 mit einer Ein­nahme in Höhe von 1% Milliarden Mark aus der Umsatzsteuer gerechnet und nun stellt sich her­aus, datz diese Steuer noch nicht einmal eine Milliarde Mark bringen wird. Bei der Beurteilung des Etats für 1927 muß weiter daraus hingewiesen werden, daß die srüheren Ueberschüsse jetzt voll verbraucht sind. Die Gesamtbelastung des Reiches für das Etatsjahr 1927 beträgt rund acht Milliarden Mark. Die Mehrbelastung von neunhundert Millionen Mark wird ausgeglichen durch Verminderung der Ausgaben der allgemeinen Reichsfinanzver­waltung und durch Erhöhung einiger Einnah-

NichtS wäre leichter...

Aber Chamberlain schreckt vor dem Bruch zurück (Eigene Drahtmeldung.)

London, 17. Februar.

Ten Blättern zufolge hat das Kabinett gestern keinerlei Aenderungen der Politik gegen­über Rußland beschlossen. Churchill sagte in einer konservativen Versammlung, es würde nichts weniger aufregend fein, als eine Geste, durch die die russischen Delegationen aus Eng­land herausgefegt werden würden. Im ganzen Lande würde ungeheure Zufriedenheit ent­stehen. Aber, wenn wir diesen Schritt nicht t u n, dann darf man uns glauben, datz wir die Angelegenheit in jeder Richtung geprüft und dabei die allgemeinen Interessen des Landes und des Weltfriedens berücksichtigt haben.

denken Doumergue in Warschau und einem Gegenbesuch des polnischen Präsi­denten in Paris. Der Besuch soll spätestens, wie in Diplomatenkreisen verlautet, im Mai fiattfinden. t

Sn der Luft unbesiegbar.

Wenn Italien mobil macht.

(Eigener Drahtberichi.)

Rom, 17. Februar.

Einem Dekret zufolge ist die Regierung er­mächtigt, bei der Mobilmachung alle Zivilslug- vuge zu requirieren und sie als militäriscl-e Reserveflugz-uge zu benutzen. Alle Hersteller und Besitzer von Zivilslugzeugen müssen daher in Frieden^eiten sich besttmmteu Beschränkun­gen und Vorschriften unterwerfen, die eine un­verzügliche Umwandlung der Zivilflugzeuge in Kriegsflugzeuge ermöglichen.

mequellen. .. _ 1

Außerordentlich bedenklich stimmen bie Dar­legungen des Finanzministers über die Repa­rationszahlungen auf Grund des Da- wesplaues. Dr. Köhler mußte ausdrücklich dar­auf Hinweisen, datz man sich noch nicht im kla­ren darüber ist, wie der Reparationsbetrag im nächsten Jahr ausgebracht werden soll. In die­sem Jahre beginnen nämlich die vollen Da- weszahlungeu, die sich aus jährlich 625 Millionen Dollar belaufen. Die Frage einer Revision des Dawesplanes wird also die Reichs­regierung spätestens im Frühjahr nächsten Jah­res aufwerfen müssen. Die sinnlosen Aus­führungen des Dawes-Mitarbeiters und derzeitigen Präsidenten der ersten Nationalbank Los Angeles, des Amerikaners Robinson, nach denen Deutschlands Finanzlage die Aus­führung des Dawesplanes gestatte, werden durch die Etatrede Dr. Köhlers bereits schla­ge n d w i d e r l e g t. Die zuständigen Berliner Regierungsstellen weisen im irrigen darauf hin, datz Robinsons Darlegungen durchaus nicht die Auffassung der maßgebenden amerika­nischen Hochfinanz widergeben. Seine Anstchten muten mehr als l a i e n ha f 1 an. Als ernst­hafter Finanzmann hätte Robinson nachrechnen müssen, was Deutschland jetzt insgesamt an La­sten zu tragen Hai, und nicht das, was ihm vor dem Kriege oblag. Die damaligen Kriegslasten sind durch eine ganze Reihe anderer Lasten, die nach dem Kriege entstanden sind, vollgültig ersetzt worden. Neben der Belastung des Budgets für die jetzigen laufenden Militär­ausgaben von rund sechshundert Millionen kom­men ungefähr vierzehnhundert Mil­lionen für Militärpension unb für die Renten der Kriegsbeschädigten usw. in Be­tracht. Außerdem ist die große Belastung für die Erwerbslosigkeit zu berücksichtigen. Die VorkriegSausgaben für das Militär sind also nicht nur mindestens wieder durch neue La­sten ausgeglichen, sondern materiell sind diese angesichts des gesunkenen Volksvermogens und Volkseinkommens noch erheblich hoher anzusetzen. Zu allen diesen Lasten kommen nun noch die Daweslasten, und es wird auch noch In den nächsten Jahren noch nicht end­gültig sich Herausstellen, ob Deutschland dafür t r a g s a h i g genug ist.

Ni« Dr. Köhler betonte, wird Deutschland auch weiterhin alles tun, um Reparationen zu leisten, aber es müssen ihm hierfür die nötigen Voraussetzungen gegeben werden. Man wird annehmen dürfen, datz die Rede des Reichs- sinan'Ministers im Auslande mit großer Au,- merksamkeit gelefen und in den nüchtern den­kenden maßgebenden Finanzkreisen das Echo finden wird, datz eine Revision des Da- wesplaneS spätestens im nächsten Jahre wird erfolgen müssen.

Deutschland völlig wehrlos

Marschall Foch alS Bürge.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 17. Februar.

fiuanzmiuifters Dr. R<6l«t. ber w- iotertt i# einet nicht «ans eiusacheu Siluatio» ftch befindet, als et eine« Etat zu vertreten bat­te der nicht fein Werk ist. Die Rede des neuen Mannes, der das Hans trotz det trockenen Ma- tetie jn fefteln mutzte, weil eben ben e am (Selbe mehr noch rote früher alles bangt, war auf einen ein wenig pefftmiftiftben Ton abge- ftimmt. wenn er auch ielbft von PrfitmtEUs nichts willen wollte und ergab etwa folg. Bild.

In der Bilanz, die Dr. Köhler als Ein­leitung gab, stellte er fest, datz die srüheren Ueberschüsse verbraucht sind und daß die Wirt­schaftslage die erhoffte Besserung nuft er- Nhreil hat. Die Steuersenkung hat sich als ein etwas zweifelhaftes Experiment er­wiesen, denn es ist weder die erwartete Ven- kung der Preise eingetreten, noch hat die Her­absetzung der Steuersätze den Gesamtertrag der Steuern steigern können. Die Aussichten für das neue Etatsjahr sind insofern wenig erfreu­lich, als das Gleichgewicht des vorliegenden Etats nur scheinbar ist, da keine Mittel vorgesehen sind für die zu erwartenden größe­ren Ausgaben und da auch keine Reserven vorhanden sind. Wenn das Arbeitslosenver- lcherungsgesetz am 1. April noch nicht in Kraft treten kann, so erwachsen dem Reich für die Er- werbslosensürsorge Ausgaben von monatlich vierzig M i I i o n e n, für die

MMi-Mit in MM uni M.

Eine infame Denkmalsschandung in Südtirol / Der Grippetod im Znselreich

Berlin, 17. Februar, inun fortgesetzt werd«, ungeachtet Japans Teil- Sämtliche Blätter, auch die der Opposition, nähme an den Abrüstungskonferenzen.

stellen dem neuen Finanzmiiiist:r Dr. Köhler! wegen der großen Sachlichkeit seines gestern im Reichstage vorgctragenen Finanz- Programms ein gutes Zeugnis aus. Wäh­rend aber die deutschnationaleu Blätter von einem völligen Shstemwechsel gegenüber seinem Vorgänger sprechen, ist ein Volkspartei­blatt der Ansicht, datz im Großen und Ganzen der bisherige Kurs weiter verfolgt wird. Ein Rechtsblatt schreibt, das Ab rücken Dr. Köhlers von seinem Vorgänger ist umso bemer­kenswerter, als dahinter die völlig einhellige Meinung des gesamten Reichskabinetts steht. Ein zweites sagt, im Vorjahre kündigte ein glänzender Redner, gestützt auf eine wohl ge- üllte Rcichskasse, Stcuererteicbt-rungen an. Jn diesem Jahre erklärt ein nüchterner Be­richterstatter, datz die finanzielle Lage auf das äußerste gespannt ist. Jn der Börsen­zeitung heißt es, die Wirtschaft hat gewiß mit Dr. Köhlers Berufung leine Schlacht verloren. Ein Dcmokratenblatt kennzeichnet die Rede Dr. Köhlers mit dem Wort:Fehlanzeige«. Nach einem Sozialiftenblatt ist der neue Kas- enwart des Rechtskabinetts sich des Wertes und auch der Gefahr einer fachlich und überzeugt geführten Opposition voll bewußt.

Wien, 17. Februar. IterS zu unterstützen. Die Wiederherstellung des Ein Blatt verzeichnet Gerüchte von einem be- Denkmals soll unverzüglich erfolgen.

vorstehenden Besuch des französischen Präsi-