Meler NeMe Nachrichim
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
iltnetfltnt, reife: Stnbetmtfdje (Sefd)äft6anwaen .leit« 20 4, auswanige tSeftbaft». a melden .-teilt 20 4. Samtlienänteiflen Heile 30 4. »leine ««»eigen bae Wor> 4 4. ilteflamen die Heile 75 4. Cffertgcbübr 20 4 ,be‘ .-iuiendun« »er Cfierten 50 41. Rechnungsbeträge lind innerhalb 5 tagen ,u bezahlen. Für die Richtigkeit aller durch Fernlvrecher aufgegebenen Anzeigen sowie füt «itinahmebaten uitb Plätze kann nicht a mutiert werden. Für Anzeigen mit besonders tchw-e- rigem Latz I0o Prozent Aufschlag. Druckerei: Sdilaroihcaitrahc »soso. lSefchäftK. stelle: Kölnische Strebe 5. gegenüber der Svohrftrafce. Fernterecker 951 und 953
SfftttntiTfi SjL Amtliches Organ der Stobt Kastel. Dienstag, 8. 1927« Amtliches Organ der Stabt Kastel. 17. Jahrgang
Die «aüeler 'Jieuetten Rachrichlen erscheinen wöchentlich sechsmal naLmmag». Der 3lboniiemenievreie bcirägi für den Monat 2.— Ji bei freier Zustellung -.US H iU», in der Gefchäiisftelle abgeholi 1.80 Ji. Durch die Poft monatlich 2.— ausfchliefilich ,-iustellnngsgebübr 'Serie« und :>!edakiion Lchlachiboiltrane 28,20. Fernfvrecher 951 und «52. Für un»erlangt eingesandte tieiiröge kann die Re- daknon eine Beraniwonung oder (Seronbr in keinem Falle übernehmen. iliück- zabinng deS 4ie,ngsaeldes oder Ansprüche wegen etwaiger ni*t ordnungSmäf>,ger Lieferung ift au?geftbloften Postscheckkonto Frankfurt am Main Nummer «3«0.
Varis in der Teuemngswelle.
Schlechte Vorzeichen.
Keudelassäre und Regierungsmehrheit.
Das unerwartet starke Vertrauensvolum sür die neue Regierung zeigt neben manchem Nebensächlichen, daß es der Regierung gelang, die nicht allzu breite Basis durch Einbeziehung der vierzehn Deutsch-Hannoveraner und der sechzehn Bayerischen Bauernbündler zu erweitern. Während es nicht gelang, trotz aller Zusicherungen auch den Kern der Wirtichastspartei mit ihren cif Mandaten für das Vertrauensvotum zu gewinnen. Sehr imposant ist dieses Ergebnis nicht, wenn man daran denkt, daß der be- lannte Bries des Reichspräsidenten die Bildung einer Regierung mit einer festen und kompakten Reichstagsmehrheit als das große staatspolitische Ziel bezeichnete, dem sich die großen Be- benten unterzuordnen hätten, die dem Gedanken eines sogenannten Bürgerblocks an sich enl- gegenstanden Dieses Ziel ist sicherlich nicht erreicht worden, nicht nur nicht, weil die Mehrheit so schwach und künstlich ist, daß sie jeden Tag bei einer ungünstigen Konstellation zusam- utenbrechen kann, sondern auch, weil die Wertvolle, geistige und wirtschaftliche Kräfte enthaltende Demokratie b.-r Koalition ferngeblieben ist. Der Schritt zur Annäherung an das erstrebte ideale Ziel der Volks gerne in- schäft ist nicht getan; ein neues Parteiregi- vtenl mit ausgesprochener und kultureller Schattierung tritt auf den Plan, belastet mit der eni- fdnebenen Gegnerschaft einer gefährlichen und entWoffenen Minorität, die sich morgen in eine Mehrheit verwandeln kann, und angekränkelt von unverhohlenem Mißtrauen in seinen eigenen Reiben.
Bezeichnend dafür ifi die interessante Episode deS lebten Diskuistonstages, auch wenn sie nur eine Episode bleiben und keine unmittelbaren Folgen haben sollte? Ging schon nachdem ersten Graes-Unfall der Stapellauf bei sta-kem Gvolter vonstatten und war die Westarp-Rede wie der Habicht in den Hühnerbof gefahren, so schoß nun am Sonnabend die Opposition auch den zweiten Pfeil erb, den sie noch für Minister v. Kendel im Köcher führte.
Man hatte festaestellt, daß der junge Nachfolger pon Külz auf dem Ministersessel als Landrat in der Zeit des Kapp Pntsches Proklamationen und Erlasse der Kapp-Reaierung amtlich verbreitet hatte, Ja. die Kommunisten hatten sogar entdeckt, daß Minister v. Keudell einmal eine Gruvve des Verbandes Olympia auf seinem Schlöffe beherbergt stabe. Was wäre näher» lieaend gewesen, als v. Keudell als Kapvist bin» znstellen. obwohl die Verbreitung und Veröffentlichung von Proklamationen der Kapp- R-ateruna noch nicht beweist, daß v. Keudell wirklich Anhänger Kapps achteren ift, sondern von ihm selbst darauf zurückaefLstrt wird daß der neue Mann in den wenig durchsichtigen Tagen jenes Pntsches auf Anweisung seiner vor- g-testten Behörde gebandelt bat. Svür diese Auffassung spricht immerhin, daß die preußische Re- gientna dem Anwaa v Kendells ein Verfahren gegen ihn eimuleiten. nicht statt»eoeben hat. Reichskanzler Dr. Marr hat angefünbtet, daß baS Verhalten d-s neuen Innenministers in der damaligen Zeit zum Gea-nstand einer Untersuchung, die mit tunlichster Beschlen» ni"ung aenistrt werden soll, gemacht werden wird, und man wird gut tun, das Ergebnis dieser Itnterfirbitna erst einmal ab-nwart-n da nur sie eraeb-n kann, ab etwa v Keudell sich in iraent-'-iner Form K->nn iur Vermauna erstellt bat, oder ob er tatfs-*-T:(ft mit der rrchtenä^i gen R->^iernna die Füßfuno Valoren batte, w"nn ibn auch die e"vörte Ovu--siften am lieb- st-n tefnrf dem Sattel o-ch-sten bst*e. Besser h-äre es schon, w-nn mit diesen unliebsamen Zmitrstensäaen ein für all-mal n-ündltch ottffl*« räumt wtrtz. tzam't die neuen Männer nun endlich die Häntze für das große Gesetzgeberwerk frei beftrennen. * -r-
Dttut zur QEPa^rfteft
Jetzt hat Strefemann alle gewonnen.
Paris, 7. Februar.
Zu ^tttnteS Mortane, der sehr sachlich gebal. lene Artikel über Deutschland verSlfentlschte. äußerte sich Dr. Stresemann in einem fXnter View, man müsse gelegentlich den Mut hasten der öffentlichen Meinung zu widerstehen. Hätte er dielen M"t nicht gestabt, so wäre feine Politik noch fews Monaten nefrfieitert. während er dagegen heute sogen könne, daß die große Mestrsteit des deutschen Volkes feine Außenpolitik billige Stretemann bedauerte, daß die fr-m-Ssss'l-e BeeNe in der Regel nur ertremb stjcche Blättxrstimnren zitiere. Man gef>e dadurch ein falsches Bild von der öffentlichen Meinung in Deutschland.
Blutige Wirren in Portugal.
Sports unter schwerem Artillerlefeuer / S'resemannS letz eAnweisungen vor dem Erholungsurlaub/Briand hißt öle Frtevensfahne vor den Fronrtämp.^rn.
MN Hindernissen.
Abstimmungssieg und . . . Innenminister.
Wie von »nS mit SlAethell oornnSaefn-rt. ist das fUcidiafabincii am Snnnnbeni) nachmittag vom Reichstag mit überraschend starke» Mehrheit bestätigt worden. Die Wlrtfchatttzpartet i*»
London, 7. Februar.
Laut Pressenotiz ist der Aufstand m Tavira, der zugleimer Zeit mit dem in Porto ausbrach, üedcrgeschlagen. Die Aufständischen ergaben sich, als die Stadt von dem Kanonenboot beschaffen wurde. In Porto lehnten die Auf- ständischen bedingungslose Uebergabe ab. Sie zogen sich nach schar em Artilleriekampf vor den Regierungstruppen in das Innere der Stadt zurück. Eine Waffenstillstandsaktion des Konsuls von Uruguay scheiterte. Die Regierungs- truppen verloren nur wenige Tote und zehn Verwundete. Die Aufständischen viele Tote und etwa hundert Verwundete. Auch einige ZivUi- sten fanden bei dem Kampf den Tod.
M
Sporte schon genommen.
Paris, 7. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Wie ein Blatt aus Lissabon meldet, sollen dte Regierungstruppen nach einem großen Arlil- lenekamps bereits in Oporto eingerückt fein und nunmehr die strategisch wichtigen Punkte in der City besetzt halten.
Bor Gtresemanns Bbrefe.
Hoesch^s Instruktionen für Paris und Genf.
(Eigener Trahtbencht.)
Berlin, 7. Februar.
Die Reise des deutschen Botschafters in Paris, v o n H o e f ch, nach Berlin, dient laut Pres- senotiz der Erörterung aller akuten Fragen, vor allem den Vorbereitungen für die VölkerbundS- tagnng im März. v. Hoesch wird noch mehrere Tage in Berlin bleiben und nach Dr. Strefe» manns Abreise mit dem Gesamtkabinett und Staatssekretär von Schubert alle schweben» den Einzelfragen erörtern. Dazu gehört in erster Linie der Abschluß der Entwaffnung.
FrleSen ift besser als Krieg.
Briand vor den Frontkämpfern.
(Eigener Drahtberlcht.)
Paris, 7. Februar.
Auf dem Ehrenbankett der ehemaligen Orient- Frontkämpfer führte Briand u. a. aus, das siegreich« Frankreich vergebe sich nichts, wenn eS sich etitfd-(offen dem Frieden zuwende und wenn eS der Welt geradezu sage: Ich erkläre dir den Frieden! Briand bemerkte weiter: Ich gehöre nicht zu denen, die, wie feine Gegner behaupteten, fortgesetzt noch Frieden schreien. Ein siegreiches Land wie Frankreich wisse seine Maßnahmen zu treffen, was auch kommen möge und et als Außenminister fei bemüht, jeden Brandherd, der sich irgendwie zeige, unschädlich zu machen. Schließe daS aber die Möglichkeit aus, planmäßig für den Frieden zu arbeiten? Die Stellung Frankreichs erlaube es, diese Friedenspolitik zu betreiben.
Dazu ist Deutschland gut.
Stresemann soll England in China helfen.
(Eigener Trahtbericht-l
London, 7. Februar.
In einem Leitartikel heißt es: Der Bölker- bimb ist gegen den Krieg und für Vernunft und
Hannover, 7. Februar.
Die Zahl der Grippekranken ist hier rote überall im Reiche erheblich gestiegen. In den letzten Wochen erkrankten über lausend Personen, von denen sich aber nur etwa neunzig in Krankenhäusern befinden. Die Krankheit verläuft nicht fehr schwer (nur drei Todesfälle).
Rees a. Rh., 7. Februar. Nachdem vor vierzehn Tagen die Frau des Sparkaffenrendanten W e i n e r an der Grippe gestorben war, folgte ihr fetzt auch der Gatte. Das einzige kleine Töchterchen ist ebenfalls schwer erkrankt.
Tilsit, 7. Februar. Wegen der besonders unter den Schulkindern stark austretenden Grippe wurden sämtliche Schulen geschloffen.
Gerechtigkeit geschaffen worden. Seine Satzung enthält mindestens zwei Artikel, die erlauben, die chinesische Frage in Genf aufzuwersen. Es würde einen schweren Schlag für das Prestige des Böllerbundes bedeuten, wenn zwei seiner Mitglieder sich in KriegSabenteuer einlassen würden, ohne vorher den Völkerbund in Anspruch zu nehmen. Gegen einen Appell an den Völkerbund spreche, daß Borodin glauben könnte, er habe jetzt das Spiel in der Hand, und daß die Bereinigten Staaten wohl kaum mit na cheGnf gehen würden. Am besten sei die Vermittlung einer neutral ”i Macht, Dentsch land, das alle Vorrechte nusgegeben habe und besonders gut mit allen Teilen der Chinesen stehe. Stresemann habe in der Vergangenl)e!t Beweife für seinen ut in der Diplomatie abgelegt. Was hier vor allem erforderlich fei, fei Takt und Urteilssähigkest.
Gegen das EMaabenteuer.
Macdonald würde es anders machen.
(Eigene Trahtmeldung.)
London, 7. Februar. Bei einer Arbeiter- Kundgebung für den Frieden mit China erklärte Macdonald, wenn Großbritannien alle Vorrechte der alten Verträge mit China aufgeben folle, so müfle dies im Wege der Verhandlungen und nicht unter Gewaltanwendung geschehen. Er fürchte, daß die Erpcditonsstreit- Iräfte womöglich mehr schaden als nützen würden. Großbritannien sollte Tschen erklären, wenn das Hankalter Dokument unterzeichnet würde, sodaß keine weitere Sicherheit für Schanghai erforderlich wäre, würden die Truppen tudj England zurücktransportiert werden.
* ★ *
A 'kv Japan ernstlich besorgt
Streitkröste für China. — Eine Wendung?
London, 7. Februar.
Ein Blatt berichtet aus Tokio, die japanische Admiralität habe auf Grund geheimer Informationen einen Kreuzer mit Marinetrup pen und vier Zerstörer veranlaßt, sich zur Abfahrt nach China bereitzuhalten. Japanische Berichterstatter berichten pessimistisch über die Lage in Peking und Hankau. Das Flottendepartement berichtet von einer Spaltung in den Reihen der Kantonesen, die dazu führen könne, daß die Extremisten die Oberhand gewinnen.
Eine frische Teuerungswelle.
Die Verbraucher schlagen Warm.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 7. Februar.
Infolge Rückgangs des Franken ziehen in Paris affe Brot- und Fleischpreise wieder ungewöhnlich an. Der Sonnabend brachte in Paris allgemeine Preissteigerungen bis zu zehn Prozent. Arn Sonntag durchzogen Paris zahlreiche Demonstrationszüge. Einige vierzig Verhaftungen werden gemeldet. Die städtischen Angestellten und die BerkehrSarbeiter drohen bei Nichtzahlung einer zwanzigprozentigen Lohnzulage mit dem Streik.
Köln, 7. Februar. Einem Landwirt in Gendin ge n starben in etwa vierzehn Tagen von fünf Kindern vier hinweg.
*
Am Daikon noch gefährlich.
Prag, 7. Februar. In der Tschechoslowakei wurden in der letzten Woche fünsundzwanzig- tausend Fälle von Grippe und fünfundfünfzig Todesfälle registriert. Die Epidemie flau! in der Tschechoslowakei aber bereits ab.
Belgrad, 7. Februar. Die Grippeepidemie nimmt namentlich in Altserbien und ’•* dem westlichen Kroatien an Ausdehnung zu. ES werden zahlreiche Todesfälle gemeldet.
rote einige CBltiidi# Landen btt brr Abßimronnq Gewehr bei Fnh. roübrcnb die Striaen VEII1« Wien mit Demakralen. Soitnlbentefrafen nnb fiomntnnifieu eben!« wie Ab«. Dr. Viriß (3fr.) bet SHeciernna mit „fitein" bnS Vertrauen ab'nraäen. Die ftfrott 1. T. le bet TannteqS- ttnmmer vetkssrpilichten 5!e*e!t6Ia6<en nnb das Ergebnis klick eniroidelten M wie feiet:
Abg.-Stegerwald (Ztr.) bestellt zunächst die Möglichkeit der großen Koalilion und fuhr fort: Es blieb schließlich leint andere Lösung möglich, als die gegenwärtige Stcgierung Sie ist, so erklärte der Redner, weder der Führung nach, oder nach der Besetzung der Wich igsten Ministerien eine Rechlsregierung. (Widerspruch links). Prakllsch wird von ihr eine ähnliche Außenpolitik gemacht werden, rote sie Von der großen Koalition gemacht worden ist.
Die neue Regierung sei kein Dürgerblock, mindestens die Hülste der Wähler der vier ftoa> lilionsparteien sind auch Arbeitnehmer. Meine politischen Freunde wollen nicht wieder ein KlassendeutsLland. Die Mehrheit des Bolles will die Bekenntnis sch-le. Unsere deutsche Landwirtschaft Äuß zoll- und handelspolitsch genau so behandelt werden wie die übrige Wirtschaft. Mit Zöllen und hohen Preifen können wir ihr nicht Helsen. Ste muffe ‘bre Produkte absetzen können. Darum ist die Stärkung des Inneren Marktes notwendig durch Erhöhung der Löhne und Gehakter. Ter Redner verlanat schließlich die Förderung des Mittelstandes, Schutz der Qualitätsarbeit und Ausbau der Sozialpolitik. Abg. Stöcker (Kom.) wandte sich gegen den Reichsinnenmini-, fier v. Keudell. Man könne sich vorstellen, wie diefer safchistische Junker die gegen die antire- publikanischen Wehrberbände gerichteten Bestimmungen deS Regierungsprogramms als Innenminister anwenden werde. Abg. Feder (Rat.» Soz.) wird, als er von der „»erlogenen“ Rede des Herrn von Guerard spricht, zur Ordnung gerufen. Große Heiterkeit gibt es, als der Redner mit einem Hinweis auf den sehr spärlich besetzten Sitzungssaal sagt! „Sehen Sie sich doch mal die deutsche Volksvertretung an. So steht ste aus. Es gibt unter den Abgeordneten sehr wenig nordische Menschen.“ (Zurus bei den Deutschnat.: „Die sind ja übergeschnappt.“) Abg. Landsberg (Soz.): Herr von Keudell hat es gestern so dargestellt, als ob er während des Kapp- putsches derselbe treue Beamte geblieben sei wie vorher. Tatsächlich hat er aber damals seine Sympathie für Kavp in Wort und Tat bekundet. Er hat als Landrat in feinem Kreise nur die Aufrufe und Verordnungen der Kappregie- rung verbreiten lassen, nicht aber die der rechtmäßigen Regierung. (Hört, hört, links.) MS der Vertrauensmann deS Landarbeiterbundes in Bärwalde für den von der rechtmäßigen Re» n.ierung proklamiert n Generalstreik eintrat, ließ ihn Herr von Keudell kommen und tagte ihm: Die neue Regierung Kapp hat schon mit der alten Regierung eine Einigung erzielt und ersetzt sie. Bei weiterer Agitation werde er in Sckutzhast genommen. Minister von Keudell ersucht ums Wort und erklärt unter lauten Hört! Hört!-Rufen von rechts, er habe lediglich die Anweisungen seines Vorgesetzten, des Regierungspräsidenten von Frankfurt a. O. und auf dessen Anweisung die des Militärbe- fehlshabers befolgt. Andere Verordnungen oder Anweisungen der rechtmäßioen Regierung habe er nicht erhalten. Er habe auf Veranlassung des MilitSrbesehlsbabers auch wiederholt vor dem Generalstreik gewarnt. Der Vertrauensmann d-s LandarbeiterverbandeS, auf den sich Abg. Landsberg beruft habe die Unwahrheit getagt und fei auch sonst sehr unglaubwürdig. (Hört, hört, rechts.) Zu der kommunistischen Interpellation erklärt Minister v Keudell: Ich habe festgestellt, daü die Organisation „Olympia“ am 2. Mai 1926 von der preußischen Regierung verboten worden ist. Zwei Jahre vorher war eine Feriengruppe der damals also noch nicht verbotenen „Olympia“ auf meinem Gute. Auß-rdem hatte ich auf meinem Gute auch eine Feriengruppe des I u n g n a - tionalen Bundes, einer Organisation, die, wie ich aus den Akten festgestellt habe, unter Gegenzeichnung des sozialdemokratisch.n StaatS- tekretörs Schulz unter meinem Amtsvoreän- ger mit finanziellen Zitwendungen bedacht wor- den ist. (Stürmische Heiterkeit rechtS.j MS
Immer neue Grlppeopfer.
Leder laufend Kranke i« Hannover / Ein böser Winter.