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X». 89. 77. Jfnfirgöttff.

Kasseler Neueste Nachrichten

Freitag, 4. Februar 1927.

Verdienst des Lehrers Rose. Im Frühjahr 1854 wurde in den Stadtbausälen die erste Blu­me n a u s st e l l u n g veranstaltet. Sie machte den Ausstellern alle Ehre, doch trotz des großen Anklangs, den die Ausstellung gefunden, sie endete mit . . . einem Defizit! Von dem Vater des Gedankens war . . . nie wieder etwas zu hören!! Doch e in Gutes hatte die Ausstellung.. die Gründung des Gartenbauvertins. Lbergar- tengelstilfe Stumpffeldt rief die Freunde der Flora zusammen. Allerdings bedurfte es noch vieler Beratungen und eifriger Vorarbeiten, be­vor der Verein aus der Taufe gehoben werden konnte. Die Handelsgärtner Georg Bohl, Paul Dollberg, Johannes Hördemann, Daniel Schade, Wilhelm Siebrecht, der Kanzlist August Lutz und der Konditor August Kramm riefen den Verein ins Leben. Um diesen gegen .. . unvor­hergesehene Hemmnisse zu sichern, erbat man für ihn das Protcktoriat der Kurfürstlichen Regie­rung und unter diesem Schutz gedieh der Ver­ein zusehends. Nach einem halben Jahr über­nahm Dr. Ludwig Pfeiffer, dessen Liebhabe­reien auf botanischem Gebiet lagen, den Vorsitz. Noch beute trägt eine bestimmte Sorte Kakteen den ehrenden Beinahmcn Pfeiffer. Die Mit­glieder bestanden von Anfang an und bestehen auch heute noch vorwiegend ans Freunden des Gartenbaues. Darin liegt ein Beweis dafür, daß der Zweck des Vereins von der Bürger- scbaft verstanden und gewürdigt worden ist und wird: in uneigennütziger Weise durch Hebung des Gartenbaues, das Wobl des Ein,einen wie das der Gesamtheit ,it fördern, die Liebe zur Pflanzenwelt Mt wecken und zu verbreiten und daneben auf Veredelung einer sinniaen Natur- auffassung hin,uwirken. Aus die Verfolanna - seiner ästhetischen, wie auch praktischen Ziele war die Tätigkeit d-s Ver-ins ,u allen Zeiten eingestellt Durch Wort und Schrift, Vorträge, Knlturversnche, praktische Vorführungen und nicht zuletzt durch öftere

Ja und nein! Wenn ein Hämorrboidenkranker dieses wirk­lich ernste Leiden vernachlässigt, wird es ihm immer größere O,ual bereiten. Die anfangs unbedeutende« Knoten am Darm wachsen; sie wandern in den Tann hinein uns vlayen scklieülich aut. Tann besteht hie Ge>ahr. daß Blutgerinnsel in bix B!ut- dadnen kommen und dort.zu iehr gefährlichen Verstopfungen übten. Es kommt hinzu, daß die Schmerzen, das Brennen

Ausstellungen in Kassel, hat der Verein belehrend, anregend und umqe stallend gewirkt. Gerade diese Ausstellungen waren geeignet, der Allgemeinheit vorzügliche Leistungen vorzuführen und die Fortschritte in der Kultur der Pflanzen, der Blumen, des Obstes und Gemüses zu zeigen. D-r vierten Ausstellung im Jahre 1864 in den Honuschsälen war ein voller Erfolg beschieden. «licht minder erfolgreich wirkte der Verein durch Einfügung von Kulturversuchen in den Kreis seiner'Be­tätigung. ,T\

Seltsame Feuerlöscher.

Mittel, pie der Aberglaube erfindet.

Zu allen Zeiten hat man nach wirksamen Mitteln zur Feuerbekämpsung gesucht. Dabei verfiel man oft auf seltsame Tinge, besonders in den an Aberglauben so reichen früheren Jahrhunderten.

So verordnete z. B. im 18. ahrhundert ein

Künstlers Leid und Freud.

Bon Papa Haydn bis Thorwaldsen.

Als Richardson, der meistgelesene Schriftstel­ler des 18. Jahrhunderts, seinen Roman Pamela" schrieb, wurden beim Bekanntwerden des glücklichen Ausgangs des Romans in Slough, wo er die Heldin seines Werkes behei­matet sein ließ, alle Glocken geläutet.

Haydn wurde während sein-s Aufenthalts in England sehr gefeiert. Da die Konzerte aber in der Regel unmittelbar nach der Hauptmahl­zeit stattfanden, kam es nicht selten vor, daß zu des Komponisten Leidwesen die Zuhörer bei sanften, leisen Stellen einschliefen. Daraufhin komponierte Haydn eine Symphonie mit einem ganz zarten Andante. In einem Pianisstmo schienen oCe Instrumente zu ersterben. Mitten im Pianissimo aber ließ er nach einem dröhnen­den Paukenschlage alle Instrumente wieder eiN- setzen. und die eingeschlafenen Engländer fuh­ren entsetzt empor. Haydn erhielt während sei­nes Aufenthalts in England vielerlei kostbare Geschenke. Die eigenartigste Gabe bestand jedoch in sechs Paar wollenen Strümpfen, in die sechs Melodien aus seinen Werken eingewebt waren

Thorwaldsen erhielt den Auktrag, lür Bres­lau ein Blücherdenkmal zu schaffen. Er wollte den Marschall Vorwärts zu Pferde darstellen Darauf bedeutete ihm die Zensurbebörde, daß nur gekrönte Häupter aufs Pferd gesetzt werden "dürsten, alle anderen aber, und wenn sie Reiter­generale waren, hübsch zu Fuß zu gehen hätten.

Dr. Zriedeusburg-Berlsn Polizeipräsident der Reichshauptstadt, wird als Nachfolger des Regierungspräsidenten Dr. Stölzel in Kassel bezeichnet.

Sind Hämorrhoiden heilbar?

Aus dem blumenreichen Orient

bezogen die hessischen Fürsten seltene und blühende Gewächse und bauten diese hier an. Von den Fürstengärten wanderten mit den Jah­ren die Kinder Floras in die Privatgärten und je schöner die Blumey sich ausnahmen, je grö­ßer war der Wunsch nach neuen unbekannten Gewächsen. Die Verwicklung und die Behand­lung der Blumen rief die Handelsgärtnerchen ins Leben. Die ersten Geschäfte dieser Art waren Schellhaas, Dollbach und Fennel. Der Schellhasesche Garten lag am Ausgang der Karlsttaße vor dem Weinberg und erstreckte sich b's zur Frankfurtcrstraße. Er war seiner Zeit eme Berühmtheit. Sehr oft kam der Kurfürst hierher zu Besuch. In seinen Warenhäusern züchtete Schellhaas blühende Topfgewächse und fremdländische Pflanzen und brachte es zu einem gewissen Weltruf. Sein großes Beispiel weckte Nacheiferung und so mehrten fich die Kunst garmereien. Es werden genannt: Georg Boül Johannes Hördemann. Daniel Schade und Wil­helm Siebrecht und sie alle übten durch ihre Be- tatlgung im Berufe mittel- und unmittelbaren Einfluß auf die

lebendige Schönheit der Gartengestaltung. Unvermittelt brach sich aber auch der Gedanke Bah", eine Vereinigung der Praxis mit der Wissenschaft rm Gartenbauwesen anzustreben. Den Stein ins Rollen gebracht zu haben, ist das

In der ©tobt, deren Verkehrsamt der Welt den Besitz desGartenwunders Deutschlands" verkündet, fordert das siebzigjährige Bestehen eines Vereins wie des Gartenbauver- eins Kassel, das am gestrigen abend in derGaststätte zum Ständehaus" gefeiert wurde, erhöhte Beachtung. Rektor W. Gonnermann, der feit Jahrzehnten als erster Schriftführer im Verein tätig ist und dessen Persönlichkeit im Mittelpunkt dieser Jubelfeier stand, gab einen bemerkenswerten Rückblick auf die Ge- chichte dieses Vereins. Danach reicht die Anlage von Gärten in Stadt und Torf in Hessen, von den Burg- und Klostergärten abgesehen, bis in das vierzehnte Jahr­hundert zurück, doch es bedurfte lange Zeit und beharrlicher Einwirkung, bis der Nutzen dieses Zweiges der Bodenkultur für den Einzelnen, wie für die Allgemeinheit in seinem Werte er­kannt wurde. Die hessischen Fürstenhäuser gaben ein lebendiges Beispiel durch die Anlage von Lustgärten mit reichen Pflanzen-, Blumen- und Obstbeständen.

und das Jucken der erkrankten Teile immer nnerkräglichei stanken körperlich und seelisch zugrunde richten- Schließlich bleibt dem verzweifelten Patienten nur noch übrig, sich aut dem Wege der Operation unsichere Heilung zu verschaffen.

Muß das lein? In den meisten Fällen: Nein! Denn Hamorrdoiden. rechtzeitig als solche erkannt und sachgemäß vehandeli, können mit großer Aussicht auf Erfolg auch ohne Operation beseitigt werden. Reben peinlicher Säuberte t mit t eine geeignete Salbe zur Anwendung kommen, die die Knoten zur Schrumpfung bringt, die Schmerzen lindert, die Entn'in- dungen be'ettigl..Tie bewährte Hum idon-Salbe verbindet alle b-e>e Eigenschaften in bervorragendem Mate. Schon nach ganz kurzer Anwendung läßt das Jucken und Brennen nach. Damit in tchon viel aero'>nnert, denn fällt der Juckreiz fort, io verringert,ich auch die Gefahr weitergetrageuer Fniektionen Jiu.n erst kann der Heilungsprozeß beginnen. Die Humidon-

einzelne bedeutende -Persönlichkeiten (Cettner, Pforr, Nahl, Rohden, Dcscoudres, Kolitz, Wün­nenberg, Olde, Bantzer etc ) herauszustellen, so wird man dem verfügbaren Raum entsprechend, sich auch da noch arg beschränken müssen, zumal auch Maler, die eine besondere Beziehung zu Kassel hatten, und die Zeichenakademie in Ha­nau berücksichtigt werden sollen. » '

Der Gegensatz von Theorie und Praxis tritt besonders kraß hervor, als Professor Seder, der Architekt der Akademie, den Vertetlungsplan des Orangerieschlosses erläutert Der Eingang wird von dem Stadtpavillon nach der Mitte des Schlosses verlegt. Man tritt also zuerst in den hallenartigen Mittel, der Plastik und Mosaik enthalten soll. Die nach der Stadt zu gelegene Hälfte des Schlosses wird zu etwa */» den hi­storischen Teil der Ausstellung enthalten. Zwei Fünftel ist den lebenden Malern der Akademie Vorbehalten: d. h an Prof. Bantzer anschließeno Burmester, Witte und Nebel. Die andere Hälfte der Orangerie soll hessische und deutsche Maler der Gegenwart bringen.

Aus dem was Dr. Pastarge an ausznstellen- den Werken vorschlug, gewann man ohne wei- teres den Eindruck, daß eS sich um eine sehr bedeutende, auch über Hessens Grenzen hinaus wertvolle Ausstellung handelt. (Die Werke wer­den von größten Galerien des Reiches und von Privatsammlern zur Verfügung gestellt.» Man wurde sich jedoch ohne weiteres klar, daß der zur Verfügung gestellte Raum den Absichten in keiner Weife gerecht werden kann, es fei denn, man beschränkte die Gegenwart auf ein gemein­sames Kabinett und schlösse die hauptsächlich wohl als Propagandafaktor nach außen gedachte Ausstellung der heutigen deutschen Kunst ans. Der ntt sich ideale Raum der Orangerie kann, wenn man etwas Vollständiges, etwas Ganzes-geben will, nur das eine oder das ande­re In fugen. Entweder eine histor 1 sche Aus­stellung mit Einschluß der hessischen Gegen­wart oder eine moderne beutfcbe Kunstaus­stellung Daß der vorliegende Plan sich über den Charakter eines interessant. Kunstpotpourris erbeben wird, davon hat man uns gestern nicht überzeugen können.

Wie bei 'früheren Ausstellungen soll auch jetzt ein Garantiefonds geschaffen werden, für dessen Bildung Bankier Pfeiffer, der ver­dienstvolle Vorsitzende des Kasseler Kunstvereins warb. Man hoffe indes, daß dieser Fonds nicht angegriffen werden brauche- G M. Vonau.

Oberzwehren, 3. Februar. (Generalver- iimmlung desAelteren Gesangvereins".) Die- , ®e fanb die Generalversammlung des Aeltereu Gesangvereins" statt. Der Verein tohlt 94 männliche und 51 weibliche Mitglieder. ~er dusMAmtfliche Besuch der Gesangsstunden 85 Prozent. Die Vorstandswahl ergab W. Momberg, 1. Vorsitzender; K. Lücking, 2. Vorsitzender; K. Plettenberg, 1. Kassierer; K. Waßumch 2. Kassierer; G. Ziegler, 1. Schrift- fuhrer; K. Ahrend, 2. Schriftführer. Der dem herein angeschlosserte Frauenchor wählte Frau Friedrich zur Vorsitzenden und Frau Becker und tfrau Sonnenschein zu Kassiererinnen. -i

* Oberzwchrcn, 3 Februar. (Erloschene "ns Klauenseuche.) Die seit Monaten hier herrschende Maul- und Klauenseuche, die ast alle stalle hermsuchte, ist erloschen, wsx sperrmaßnahmen wurden aufgehoben. i

* -Weimar, 3. Februar. (UnlerhaltiingS- abend.) Hier veranstaltete der vor kurzer Zeit !'/"^b^""^bte MusiWerein Weimar feinen ersten Unterhalturigsabend. Unter der Leitung des vÄsr,C«trn £errn Günther und Herrn "Lehrer Radlcff legte -er Verein die erste Probe seines Könnens ab. Abwechselnde Gestmgsvorträge,

Theaterstücke sowie instrumentale Musik- stucke konnten voll befriedigen.

ho« Februar. (Wintervergnügen bei

.Eisenbahnern.) Htet fand in dem Kramer- schen saal ein Wuttervergnügen des Eisenbahn- Betems Walbürg statt. Nach dem Erössnungs- matich, Vorspruch, Ansprache etc. wurde das etnanige TheaterstückWenn man sich im Dun- In, küßt" und im weiteren Verlaus das Lust- fptelEm Sonntagnachmittog in der Kaserne" aufgesuhrt. Lobenswert sind noch die gymna- stiich-rhvthmtschen Tanzbewegungen der Turne­rinnen des Turnvereins Helsa. -a

* Dörnberg, 3. Februar. (Hohes Alter.) Der frühere Schuhmachermeister Heinrich Carl bc- gebt am Freitag bei voller Körper- und Geistes- Msche seinen 85. Geburtstag. Er ist ein treuer Leser der Kasseler Neuesten Nachrichten, -x

* Eschenstruth. 3. Februar. (Wildschweine.) ®ro6e Rudel Wildschweine haben in den letzten ~ageu tu der hiesigen Feldgemarkung enorme 8lachen besonders abgeerntete Kartoffelfelder, vollständig verwüstet. =a

*^""marsen, 3- Februar. (Neuer Stadträt.) An stelle des verstorbenen Stadtrats Theobald wurde der Stadtverordnete T h i l l gewählt. An Stelle des Letzteren wurde der ^tverordnete Freimuth in die Kassenprü- sungskommifsion berufen.

* Weiterode, 3. Februar. (Gegen die Anstel­lung eines Berufsbürgermeisters.) Wit berichte­ten dieser Tage, daß die Gemeindevertretung ""leres etwa zweitausend Seelen zählenden Or- ies me .lnstellung eines Bertifsbüraermeisters beschlossen habe. Gegen diesen Beschluß lehnte sich die überwiegende. Mehrzahl der Wablbcrecki- U.aten ans,indem von den 1080 Wahlberechtigten 81t, sich m einer Liste gegen die Anstellung auS- rprachen. Eine von der Kreisbehörde einberu- ,^1cini>ebertreterfibung war nicht be- lchlußfahig. da die Partei, die den Beschluß der Anm^nna^saßte. nicht erschienen war . -I.

Saide wwiieit Fahren au n tu verzweifelten Fällen gebraucht geleiftet^bat1.16 fftanfe be3eU3en' daß sie fast-W ind.-rd-enste m ^ne Wnnderkur. sondern das

Re, iiltal einer mtsien^chattlich wohlburchda tzten Arbeit. In vieler Saide sind alle Stoffe nere-nt, d e diese tückische Krankheit eriolgreich zu dekamv-engeeignetsins. De Hnm Von-Gneil: statt will überzeugen «63 nicht überreden. Sie schickt deshalb jede n ausreistenv- 'Brobe öumiöon nebst arz licher oE r 'er ^tmorrhoivenleiven- Diesen foneni 3-en

SAß jeder 'einer Geiundlheit fch lldig, und b;e v t n ho t« r a t V* ä^crlt 03003 dgg leier Berätch ein votier vr iola wird- Asso schreiben sie soiort, ehe Sie es vergessen wesr,R 3r,'? treait die Hu-Nivon-Hssetlschatt m. b. H.,'

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Zur gestrigen Feier im Slandehous / Die Entwicklung der Kasseler ©arten Blumenausstellungen im vorigen Jahrhundert / Verdiente Botaniker.

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Was soll sie bringen und was kann sie bringen?

Die zartMleuden Frauen...

Und der enttäuschte Richter.

Der Chtcatzser Friedensrichter Btrd ist ein etwas sentunntal veranlagter Mann. Er ist überall dafür bekannt, daß in den von ihm ge­führten Prozessen niemals die Frau Unrecht hat, dtlß vielmehr immer wieder die Männer »erbammt werden. Stets wiederholt er, daß die Frauen weichherzige und anhänglick-e Ge­schöpfe sind, denen man bi?a ober jenes nicht zv.trauen könne.

Dieser Richter hatte nun einen eigenartigen (gebauten. Schon lange hatte es ihn gequält, daran beuten zu müssen, wie einsam und ver­lassen biejenigen Frauen sich fühlen müßten, bte irgend ein Fest, etwa ihren Geburtstag, allein feiern müßten, weil der Gatte irgendeines Al- koholvergehens wegen eingesperrt war. Und deshalb schrieb er jeder der 54 Frauen, deren Männer gerade in dem ihm unterstehenden Ge- fängms saßen, einen Brief und forderte sie auf. ihm mttzuteilen, wie sie sich dazu stellen wür­den, wenn man ihren Ehemännern an ihren Geburtstagen gestatten würde, sie zu befuchen. Mit 54 von Herzenswärme triefenden Antwort- Briefen wollte er zu feiner Oberbehörde gehen und feine Vorgesetzten erweichen, sodaß sie sei­nem Plan zustimmten...

Die Briese waren abgeschickt der Richter wartete. Nichts kam. Er war geduldig und meinte, die Frauen könnten sich vor lauter Glück nicht fassen. Aber auch als die Frist um war, die selbst bas empfindsamste Her; zum Sich- Fassen benötigt, kam noch immer keine Antwort. Und endlich, nach langer Zeit, kam ein Brief, in dem eine Frau schrieb, zum Geburtstag brauche sie den Mann zwar nicht, aber wenn er ihr am 1. Februar beim Großreinemachen hel­fen könnte, so wäre ihr das ganz angenehm. Man ist sehr darauf gespannt, wie bas nächste Urteil des Richters aus fallen wirb...

deutscher Landesfürst,daß in einer jeden Stadt und Dorf verschiedene hölzerne Teller, worauf schon gegessen gewesen, des Feiertags bei abneh- mendem Monde, mittags zwischen 11 und 12 Uhr mit frischer Tinte und neuen Federn be­schrieben, vorrätig sein, sodann aber, wenn eine Feuersbrunst entstehen sollte, ein solcher Teller mit den WortenIm Namen Gottes" ins Feuer geworfen und, wofern das Feuer weiter um sich greifen wollte, dreimal solches wiederholt toer­ben soll, daburch denn die Glut unfehlbar ge­tilgt wird. Dergleichen Teller haben nun die regierenden Bürgermeister in den Städten, auf dem Lande aber die Schultheißen und Gerichts- schöppen in Verwahrung auszubehalten und bei entstehender Not beschriebenermaßen zu ge­brauchen." Das unfehlbare Mittel scheint sich aber bed) nicht bewährt zu haben, penn die Ver- orbnung würbe balb wieber aufgehoben.

Durch Feuerbeschwören glaubte man einff mehr zu erreichen als burch Löscharbeiten, und noch bei dem großen Brande in Hamburg erbot sich ein Mann, gegen Zahlung von 50 000 Talern dem Brande dadurch Einhalt zu gebieten, in­dem er einen von ihm beschriebenen Zettel in die Glut Werfen wollte.

Aus der öefmat.

Heist derKari Futzrmann-Herverge".

Eine Mündener Massenkundgebung für ihre Erhaltung.

Die Karl Fuhrmann-Jugendherberge in Not! hieß es, als ein erwartetes Darlehen von 8000 Mark, bas seitens der zuständigen Stellen er­hofft wurde, ausblieb. Aber die Heger des gro­ßen Werkes, als Führer allen voran Rektor Kracke, ließen den Kopf nicht sinken. Die mit zweihundert Betten im neuen herrlichen Heim ausgestalttete Karl Fuhrmannbleibe darf nicht Not leiben. Was Einigkeit vermag, bewies die WerbeveranstaltunA in den übervollen Kroneu- salen in Hann. Munden. Hier waren zum besten einer guten Sache alle Schranken gefallen, fo- dgß eine Art Massenkundgebung der Gesamtbe- volkerung für die Jugend aus dem Abend wurde Es fangen und tanzten und turnten und ttantpflen in bunter unermüdlicher Reihe Wait- vervogel und Arbeiterjugend, Lyzeum und Pfad­finder, Volksschüler, Deutsche und Freie Tur- nerschgst, Gymnasiasten und Naturfreunde rurj alle Farben und Arten von Jugendverbän- ben Hand in Hanb.

Am 18. Oktober 1927 werben es bekanntlich hunbertfünfzig Jahre, daß die Kunstakademie zu Kassel ins Leben trat. Sie gedenkt diese Er­innerung durch eine Ausstellung zu feiern, die einen Ueberblick über das Schaffen der Künstler gibt, die fett 1777 an ihr gewirkt haben und derer, die jetzt an ihr tätig sind. Dieser Abtei­lung soll eine zweite angegltebert werden, die Arbeiten der freien Künstler ganz Hessens zeigt, und eine dritte, die in ausgewählten Werken die heutige Kunst des übrigen Deutschlands zur Anschauung bringt. Die Akademie veranstaltet diese Ausstellung gemeinsam mit dem Kunstver­ein zu Kassel.

Die Stuatsregierung, der BezirkSverband und die Stadt Kassel unterstützen das Unter­nehmen in großzügiger Weise. Sie haben jeder einen ansehnlichen Betrag für seine Kosten zur Verfügung gestellt, und so tote 1913 und 1922,

wird auch die Jubiläumsausstellung in der Orangerie stattfinden können. Der Erfolg der Ausstellung ist aber nur dann gesichert, wenn sie von vornherein von der Teilnahme der füh­renden Streife unserer Stadt getragen wtrd.Um diese zu gewinnen, wurde Mittwoch in der Aula der Kunstakademie in Gegenwart der Vertreter der Behörden vor einem geladenen Publikum der Plan der Ausstellung dargelegt und bespro­chen. \

Nach seiner Begrüßung erwähnte Professor Witte, der derzeitige Direktor der Akademie, daß der dritte Teil der Ausstellung (moderne deut- fchen Kunst) Werke von Liebermann, der in diesem Jahr seinen Ä). Geburtstag feiert, bis zu den Führern der jungen Generaion zeigen soll, im ganzen werden etwa 30 Maler vertreten fein.

Dr. Paffarge, der Kunsthistoriker der Akademie, dem nach Dr. Luthmers Vorarbeiten die Bearbeitung des historischen Teiles ddr Ausstellung (150 Jahre Kunstakademie) obliegt, entwickelt bann ben Plan biefer Ausstellung, indem er, in Epochen teitenb, mit einem Trom­melfeuer von Namen aufwartet,bie auf ein Aus- tellungsgebäude schließen lassen, wie es in ganz Kassel nicht zu finben wäre. Allem bie Maler­familie Tischbein wirb so breit behanbelt, daß Dr. Passarge selbst vorschlug, einmal in einer Sonderausstellung bas Werk ber Tischbeins übersichtlich zu machen.

Wenn man beabsichtigt, nicht einen vollstän­digen Ueberblick über bie Lehrer unb Schüler der Kasseler Akabemie zu geben, sondern nur