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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 23

Freitag, 28. Januar 1927

Amtliches Organ der Stadt Kassel.

Sie Semokralen machen den Rechtskurs nicht mit

iarn über

u n -

Seßler soll bleiben.

Januar. (Privattelegramm.)

iramm.) »aupten,

schätzen. Für jeden, der zudem die Verhältnisse der Pariser Presse auch nur einigermaßen und oberflächlich kennt, steht es fest, daß diese im wahrsten Sinne des Wortes Fabrikation der öf­fentlichen Meinung noch gan, anders wie in Deutschland von solchen dunllen Kräften ge­speist und unterhalten wird, deren Aufdeckung rrnd-Aufzählung das Helle Licht des Tages zu scheuen alle Veranlassung haben. Was aber

München, 27. I« Laut Pressenotiz toh

reit, den Chinesen strotze Konzessionen zu machen, wenn diese freundschaftliche Verhandlungen führen wolle. Aber China sei in y»ei Lager geteilt. Das Arbei-

Fertig bis auf die Liste.

Berlin, 27. Januar. (Privattelegi Die demokratischen Morgenblätter beh

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Llnd nachher?

Rechtskabinett und Verständigungspolitik.

Von

Staaissekr. z. D. Frhr. v. Rheinbaben, M. d. R.

Ltlmmung wegen irgendeiner in Paris zunächst nicht beliebten Zusammensetzung einer deutschen Kabinetts wie Spreu vor dem Winde ver­gehen. Für Deutschland aber insbesondere wird es dabei mindestens um so ernste Ent­scheidungen gehen, wie sie während der letzten Monate für Frankreichs finanzielle Sa­nierung heranstanden und eine so weitgehende Disziplin der Kammer und ein so erfolgreiches Zusammengehen verschiedenster politischer Pcr- lonlichckeiten und Richtungen gezeitigt haben. Warum wollen wir eigentlich in diesem Punkte den Franzosen einen so großen Vorsprung lauen!

«nietitnprtilt: lEinbetmtidu- (8d<6»h6anie:a<n Helle A) 4, auswärtige (ßeftbähS* ametgen Seile 90 4, yamilteaanrelsen Seile an 4 »leine flnietaen bar Wort 4 4, Stetlamen Me Seile 75 4. CHertgebübt 90 4 Ibet Sufenbung ber Offerten 50 41. 9ted>nnng8beträge ftnb innerhalb 5 tagen in bezahlen, ftür Me Richtig, fett aller durch »emforecbei anfoeaebenen fimeigen. fontie für Änfnabmebaten nnb Plätze kann nicht garantiert werben. Kür Sn,eigen mit besonders schwie­rigem Satz 100 Vroient «ufldtlag. Druckerei: Schlachibosstrafte 98/80. Geschäfts, stelle: »ölnifche Straße 5. gegenüber der Svobrffraße Äernfnreifier OM nnb 952

Wer stellt die Minister?

Drei Rechtskandidaten. Alte und neue Gefichter.

Berlin, 27. Januar.

Ueber die Personenfragen des neuen Kabi­netts wird erst heute verhandelt. Das Zentrum und die Volkspartei haben den Deutschnationa­len bisher drei Miniftersitze zugebilligt. Ein neues Vizekanzler-Amt wird geschaffen. Als Anwärter hierfür gilt Abg. Wallrafs. Das Zentrum wird neben dem Kanzler und dem Arbeitsminister das Ministerium für die besetzten Gebiete behalten.

im neuen Kabinett nur mit dem Postminister Stingl vertreten sein. Die bayrische Volks­partei beschloß darauf, daß das Reichswehrmi­nisterium bei Dr. Gehler verbleibt. Das Gleiche fordert auch die Deutsche Volkspartei, die neben dem Auswärttgen Ministerium auch das Wirtschastsministerium beibehält.

Nicht zurückwelchen.!

Die Presse ermuntert die Arbeiterpartei.

(Eigener Drahtbericht.f

London, 27. Januar.

Ein Blatt betont die großherzigen britischen Verzichte an China und bemängelt die Haltung der Arbeiterführer, die Unsicherheit und Schwä­che zeigten. Das Blatt sagt: Es wird die schwächliche und feige Andeutung gemacht, daß wir durch die Truppentransporte die Gefahr ei­nes Krieges Hervorrufen. Angesichts der Tat­sache, daß wir aus einer Konzession durch die Gewalttätigkeit des Pöbels in Verbindung mit militärischer Bedrohung h i n a u s ge­trieben worden sind, erscheint es nicht ganz unangemessen, daß Großbritannien ausreichen­de Vorsichtsmaßnahmen zurzeit trifft.

Derlorene Festungen?

Bor einem Pariser Kompromiß: Pawelsz-Foch. (Eigene Drahtmeldung.»

Ebenso wenig, wie mit der allgemeinen und verschwimmenden Formel der .Verständigungs- politik" noch mit dem beliebten Begriff des »Geistes von Locarno" allein wird man diese kommende Wtion treffend bezeichnen können. Auch der Völkerbund wird sich nur indi­rekt daran beteiligen können, da er letzten En­des ja ganz- andere und losere allgemeine Auf­gaben hat- Wenn es dann um viele Milliarden um das wirtschaftliche und finanzielle ©cfricffal ganzer Völker, um eine gerechte Schicdsrolle Amerikas bei dem gigantischen Prozeß des Auf­räumens mit R e p ar a t i o n s - und Schul- denwahnsinu gehen wird, Dann wird die

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Heute noch Ergänzungen und Verteilung der Miniftersitze / Die letzten Widerstände fallen / Englands und Südafrikas Arbeiter wollen keinen Chinakrieg / General v. Pawelz einigt sich mit Marschall Fach.

Berlin, 27. Januar. (Durch Funkspruch). Die demokratische Reichs­tagsfraktion hat einstimmig beschlossen, sich an der Kabinettsbildung mit Deutschnationalen und Zentrum nicht zu beteilige».

Paris, 27. Januar.

Das Militärkomitee von Versailles hat gestern unter Fochs Vorsitz daS Berliner Ab­kommen betreffend die Herstellung und die Aus­fuhr von Kriegsmaterial geprüft und offiziös gebilligt. Ein Kompromiß über die österreichischen Festungen ist in Vorbereitung. Gestern verhandelte das Komitee mit General v o n Pa w e l s, und Geheimrat Forster über Elnzelheiten der geplanten Verständigung. Die nebensächlichen Punkte wurden ausgeschieden. . .. _ - . Deutschland zerstlrr alle von «chle-

rd die Bahrische Volkspartet'sien bis Küstrin angelegten Werke.

In Deutschland bewegt sich die Arbeitslosen­zahl dauernd zwischen 1,4 bis 1,9 Hauptunter- stützungsempfänger, wobei zu beachten ist, daß heute schon die Zahl der tatsächlich Ar­beitslosen die Zahl der Hauptunter« stützungsempfänger um mindestens vier­hunderttausend überschreitet, jene Arbeitslosen, die bereits der Krisenfürsorge oder ande­ren Wohlfahrtseinrichtungen zur Last fallen. Ganz ähnlich sind die Verhältnisse Englands. Die Beendigung des Bergarbeiterstreiks hat keine Entlastung des Arbeitsmarktes gebracht. Im November wurden beispielsweise in Eng­land noch 1,2 Millionen Arbeitslose gezählt, im Dezember stieg diese Unglücksziffer trotz aller energischen Gegenmaßnahmen bereits in der ersten Woche aus weit über 1,5 Millio­nen. Ein Land sehr hoher Arbeitslosigkeit scheint auch Rußland zu sein. In der Sow­jetunion waren von den 250 Berichtsstellen al­lerdings in der Mitte dieses Jahres wenig über eine Million Arbeitslose eingetragen. Der letzte allrussische Gewerkschaftskongreß schätzte die Gesamtzahl der --

russischen Arbeitslosen aber auf über zwei Millionen.

Niemand weih Rat.

Arbeitslosigkeit in aller Welt.

Wegen des i. 3i. faft für ganz Europa wich­tigsten sozialen Problems der tttbettslostgkelt bat unser Mitarbeiter mit einer sübreuüen Persönlichkeit der Reichsoerwaltung Rücksprache genommen und dabei lolgenbe Fingerzeige nnb Ausschlüsse erhalten.

termanifest beklagt die prahlerische Kund­gebung gegen die Kantonregierung, da sie ge­rade das Unglück herbetführen könnte, das sie angeblich verhindern soll und fordett die Auf­hebung von ungerechten und durchführbaren Verträgen.

auf deutscher Seite auf jeden Fall vermieden werden muß, ist ein Abhängigwerden unserer dringendsten, eigensten, nationalen Bedürfnisse Son einer solchen öffentlichen Meinung in Frankreich, die ihr Ziel zugestandenerweise im Gegenteil von nationaler Wiedererstarkung Deutschlands erblickt. Rach bittersten Leiden s- fahren sind wir doch nun glücklich so weit, daß die auch von mir an dieser Stelle immer wie­der vertretene Forderung verwirklicht ist: Ter weitaus größte Teil unseres Volkes bekennt sich hinsichtlich der-wichtigsten Forderungen künfti­ger deutscher Außenpolitik zu denselben und gleichen Formeln und ist gewillt, nach ihnen und mit ihnen p r a k t i s ch ans Werk zu gehen. Wer das innerhalb einer nun wieder Regierungspartei werdenden Partei etwa auch jetzt noch nicht tun will, der sollte wenigstens den Mut haben, auf die Gefahr des Mandats­verlustes bei der nächsten Reichstagswahl seine abweichende Ansicht bei der Vertrauens­abstimmung der neuen Regierung kundzugeben und öffentlich zu ihr zu stehen!

Notwendigerweise steht bei der allernächsten deutsch-französischen Politik das in Thoiry zum ersten Male aufgeworfene Problem derGe­samtlösung" weiter im Vordorarunde. Auch vom deutschen Standpunkt aus mußte man der Tätigkeit PoincarLs in den letzten Monaten alle Achtung zollen, der die widerstrebendsten Elemente von Herriot bis Marin zum großen Werk der Stabilisierung unter einen Hut brach­te und damit Raum für eine bessere Lösung schafft, als sie noch vor kurzer Zeit zu erzie­len war. Auch in der Außenpolitik wurde im Großen, Ganzen der Kurs von Locarno und Genf beibehalten. Thoiry allerdings, d. h. die praktische Inangriffnahme des Räumungspro­blems, wurde hintan gehalten und es kam zum berühmten angeblichenToten Punkt". Zwar hat B r i a n d die große außenpolitische Debatte in der Kammer noch nicht erzwingen können; aber der künftige Weg zeichnet sich doch schon deutlich ab. Das Räumunasproblem wird von der Regierung des Herrn Poincare als ein möglichst großes, zusammenhängendes Gesamt­problem aufgefaßt werden, das besonders auf finanziellem Gebiet Frankreich weitere erhebli­che Vorteile bringen soll. Der Kurs geht all­mählich auf eine solche Lösung hin, die mit e i - nem Schlage einerseits die französischen Fi­nanzen sanieren soll, andererseits in Ver­bindung mit der Regelung der interalliierten Schulden für Deutschland die Endlösung des Dawesplanes bringen muß. Das ist ein Prozeß, der weit über die deutsch-fran­zösische Politik hinausragt und aller Wahr­scheinlichkeit ein, zwei, vielleickn drei Jahre dauern wird. Alles andere, was über Kontrolle, Ofifestungen, moralische und sonstige Abrü­stung und ähnliches noch geredet und geschrieben wird, ist nichts als Beiwerk, Jntrigue, über­spannte Forderung oder sonstige Begleiterschei­nung. Mit anderen Worten: Der Grund­gedanke von Thoiry kebrt wieder, aber in erweiterter und verstärkter Auflage. Alles im Rahmen des Versailler Vertrages und unter Heranziehung des berühmten und nun schon so ost zitierten Artikels 431!

Jedenfalls steht heute das eine schon fest:

Richt Herz ober Gefühl, sondern nur der Verstand, die Vernunft, zwingendes wirtschaft­liches gegenseitiges Interesse und der allgemei­ne Wille zum Aufbau einer neuen europäischen Politik dürfen bei der deutsch-französischen Ver­ständigung die Entscheidung fällen. Gegen diese grundsätzlich allein richtige Einstellung zum deutsch-französischen Problem ist während der letzten Wochen zweifellos wieder statt ge­sündigt worden. Durch die Parteifehden anläßlich der Regierungsildung ist denn auch richtig in Paris gegen uns eineschlechtere Stimmung" hervorgerufen wordem Aber ob­wohl auch schon früher solche Gefühlsergüsse beiden Seiten mehr Schaden als Nutzen brach­ten, dürfen wir auch heute nicht den Wert und die Wichtigkeit solcher gegenteiligen Aeußerun- gen des lateinischen beweglichen Nachbi schätzen. Für jeden, der zudem die Ve

liches KommuniguL, paß die Truppensendungen lediglich die englischen Interessen in China schützen sollen. Die englische Regierung sei be­reit, den Chinesen groß zu machen, wenn diese f 1

£>te Raffel« «eneften «a»rt»ttn erl »einen wöchentlich fettem al aact) mittag®. Der «bonnementBprei* beträgt füt ben Monat 9. X bet freier Suftetlnno ms Haus, tn ber iSeichaftsbelle rbgebolt tjt) X. Durch Me Poft monatlich 9. X atimiteftlitb Su«ellung8gebübt «erlag onb Redaktion Schlachtbofllratze 98/80. Kerntorech« *51 und *52 ftüt unverlangt efttgefattbie «eiträgt kann Me Re­daktion eine Verantwortung ob« (Semitin tu keinem Falle übernehmen. Rück- tahlnna des «ezugsgelbes ober Änfvrüche wegen etwaiger nicht orbnungSmäftiger Lieferung fft ausaefchlollen Bnfttcheckkonto Frankfurt am Main Rnmm« 08H0

Berlin, 27. Januar.

Nach der Sensation, die die Veröffentlichung der Marx'schen Richtlinien gestern abend im Reichstag hervorrief, begann der Donnerstag verhältnismäßig ruhig. Die Demokraten nahmen schon heute vormittag ihre gestern abge­brochenen Beratungen wieder auf. Die Fraktion dürste sich aber mit ihrer Entscheidung darüber, ob sie sich an diesem Regierungsprogramm be­teiligen soll, nicht allzusehr beeilen, da einmal die Zusammenarbeit mit den Deutsch, nationalen mcht von allen gewünscht wird und zum anderen die Fraktion zunächst abwarten will, welche Wirkung die Berössentlichung der Richtlinien auf die Deutfchnationalen ausübrn wird, die erst gegen 2 Utzr wieder zusammentre­ten. Reichskanzler Dr. Marx beabsichtigt, vor­läufig nichts weiter zu unternehmen, ehe ex die Entscheidung der Demokraten in Händen hat. Warum noch'kein Kabinett?

Man balgt sich um ein halbes Programm. (Funkdienst)

Berlin, 27. Januar.

Zu der durch die vorzeitige Veröffent­lichung der Richtlinien für die Regierungs­bildung (stehe Kasten 2. Seite) geschaffenen Lage schreibt ein Rechtsblatt: Die Teutschnatio- nalen würden heute vormittag Dr. Marx erklä­ren, daß man für die neue Regierung neue Grundlagen werde suchen müssen, wenn sie zustande kommen soll. Ein anderes Blatt bringt die Abgeordneten Dr. Wirth und Joos mit der Affäre in Zusammenhang. Ein Blatt hat von Dem Programm nur einen unvollständigen Eindruck. Eine Reihe pofltiver Erwägungen namentlich auf dem Gebiete der Wirtschaftspo­litik würde von den Deutschnationalen bean­tragt werden. Ein Regierungsorgan teilt mit, daß neben den Richtlinien ein Protokoll fixiert wurde, das wichtige Ergänzungen enthält. Ein Bolksparteiblatt zweifelt daran, daß die deutsch- nationale Reichstagsfraktion endgültig zustimmt, wenn über die Zusammensetzung des Kabinetts selbst eine Einigung erzielt sein wird. Die Zen­trumspresse schätzt die Tatsache hoch ein, daß die Deutschnationalen sich ohne Vorbehalt zur Wei­marer Verfassung bekennen. Ein Demokraten- organ spricht von einem gefährlichen Experi­ment, daß das Zentrum mit den beiden Rechtsparteien unternimmt. Die Demokraten werden in aller Ruhe ihre Zeit abwarten kön­nen. Die Deutschnationalen würden ihre Ent­scheidung nicht vorn Regierungsprogramm, son­dern von der Erfüllung der deutschnationalen Portefeuilleforderungen abhängig machen. Der Vorwärts nennt die veröffentlichten Richtlinien eine peinliche MaSkerade.

Die Ucberlaftuitg des städtischen Arbeiismatttcs in Rußland verschärft sich wegen ber anschei­nend heute vollständig ausgeschöpften Beschäs« tigungs- und Erwerbsmöglichkeilen aus dem flachen Lande. Selbst in M o s k a u, in dem die Verhältnisse noch am günstigsten liegen, werben zur Zeit an 180 000 Arbeitslose gezählt. Tas ist eine Ziffer, bie verhältnismäßig selbst über bie Arbeitslosenziffer Berlins von rund zwei- hmtbertachtzigtausend weit hinausgeht; benn Moskau hat kaum zwei, Berlin aber vier Mil­lionen Einwohner. Recht hohe Arbeitslosen­ziffern werden bann noch in Oesterreich mit 150 COO, in der Tschechoslowakei mit über 80 OOO und in Italien mit annähernd 100000 festgestellt. In den tatsächlichen Ziffern unbe­deutend, verhältnismäßig hoch ist aber bie Ar­beitslosigkeit auch noch in Norwegen, Dä­nemark und der Schweiz. In Deutsch­land beträgt bie Arbeitslosenziffer auf je 100 Gewerkschaftsmitglieder zur Zeit rund achtzehn. In Norwegen aber über zweiunbzwanzig. Po- len bat eine Arbeitslosigkeit von weit über zwei­hunderttausend, in Ungarn werben dauernd über zwanzigiausend Arbeitslose gezählt. Ohne Uebertreibung darf man die Gefamtziffer aller europäischen Arbeitslosen

auf 6 bis 7 Millionen Mensche» veranschlagen. Eine sehr günstige Lage des Arbeitsmarktes haben in Europa eigentlich nur Belgien und Frankreich. Nach der Va­lutabesserung hat aber auch in diesen Ländern bie Arbeitslosigkeit recht kräftig eingesetzt. Wach­sende Arbeitslosigkeit bedingt zwangsläufig weitere Vermehrung der Beschäftigungs- loiigkeft, weil der Ausfall von Arbeitseinkom­men breiter und kopfreicher Schichten immer wieder zu einem empfindlichen Verlust von Kaufkraft und damit zu einer unüberwindlichen Verringerung des Absatzes führt. Der Ausfall einer so großen Zahl von Käufern auf dem europäischen Markt wie sechs bis sieben Millio- nen Arbeitslose mit ihrem Anhang von minde­stens der doppelten Zahl weitere Verbraucher muß natürlich die Wirtschaft ungemein statt be­lasten. Dieser lähmende Druck verschärft sich durch die Notwendigkeit seitens der Wirtschaft, das Millionenheer der beschäftigungslosen mit- zuschleppen, wobei es völlig gleichgültig ist, ob vieles Heer aus öffentlichen Mitteln oder ans Sonderbeiträgen der Wirtschaft aufgebracht wird, denn die öffentlichen Mittel stammen ja ebenfalls ans der Wirtschaft. Jedenfalls wirkt diese Arbeitslosensteuer, in welcher Form sie auch erhoben wird, weiter verteuernd und ver­schlechternd, auf ben Absatzmattt. Bislang hatte man angenommen, daß die Arbeitslosen- frage eine selbsttätige Lösung erfahren würde, wenn in den Jahren von 1932 ab der Aus­fall an Arbeitskräften ber Menschen- Verluste durch Tod unb Krankheit während des Krieges wirksam wird. Genaue Untersuchum gen haben aber mit vollkommener Deutlichkeit pezeigt, daß auch in diesen Jahren keine Er» leichterung des Arbeitsmatttes sondern g& messen an den heutigen Verhältnissen

eher eine Verschlimmerung

der Gesamtlage, Eintritt, und daß höchstens von einer Verschiebung der Arbeitslosigkeit m bat

das Regiernngsprogramm über die Kultur­politik sei für die Demokraten unannehm- bar. Im übrigen ist das neue Kabinett ge­schaffen. Es wird sich am 3. Februar dem Deutschen Reichstag vor st eilen.

Die Waffen nieder!

Was Englands Arbeiter, fordern. Bon oben. (Eigener Drahtberichi.)

London, 27. Januar.

In Beantwortung eines Manifestes der Ar­beiterpartei an den kantonesischen Außenminister wegen Fottfetzung der Verhandlungen und Ein­stellung der Truppentransporte erklärt ein amt-