Einzelbild herunterladen
 

Kassckr Neueste Nach eich tm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitnng

Rümmer 18.

Sonnabend, 22. Januar 1927.

Amtliches Organ der Stadt Kassel.

Hiobspost iiiih kuglSuderslnchk aus China

Die letzte Runde. Mr oder nennt dieMraerreaiemua? Ein Glückskind rr versucht es mit den Dentschnationalen. ** ** 81 81 81 9lm nipfnirttifnn WpirfiÄfmnfiirnfih

Marx versucht es mit den Dentschnationalen.

Am Geburtstag des Reichsbankpräsidenten.

Stufe e«vorkletterte

ano-

ssion

Mcisttwiez, wegen der im ganzen Lande durch- I geführten Maffenvrrhaftungen von Kommunisten

anuar 1924 ernann-

den Hals fallen wird, so dürfte Vie! doch allmählich die Einsicht siegen, daß

nun

Marx und das Zentrum zum zweitenmal am Scheideweg / Eine über­raschende Aktion des Reichspräsidenten / Coolidge will Nicaragua räumen / Zn den Wogen des Fremdenhasses der Chinesen / Tscyangtsolin schwört Kanton ewige Rache / Litauen wirft sich in die Arme Polens.

M er de« bSÄltei. _______________ _________

Wirtschaft erreicht hatte, treten aus folg. Schat­tenriß nuferes Mitarbeiters markant hervor.

ieg des morgen sünfzig- denten Schacht, der mit

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

mienvofteu dentfcher

Llebermscht und enttäuscht.

Schwierigkeiten drohen überall. sPrivat-Telearamm.)

Berlin, 21. Januar.

Die Sozialdemokraten erhofften gestern die Berufung eines ihrer Abgeordneten. Hermann Biüller «stand dazu gestern Abend bereit. Unter dem enttäuschenden Eindruck des Hindenburg- Schreibens beriet der Vorstand bis kurz vor Mitternacht. Schwierigkeiten liegen noch in der Haltung der Demokraten und in den Be­sprechungen, die zwischen Demokraten und dem linken Flügel des Zentrums einerseits und den Sozialdemokraten andererseits bestehen.

Sein Ausstieg ist eigentlich niemand überra­schend gekommen. Schon als er in der Dresd­ner Bank auf verhältnismäßig bedeutungslosem Posten er war einer der Archivare anfing, sagten seine gleichalterigen Kollegen, die seinen Aufstiegswillen spürten:Ja, der wird's schaf­fen!" Schacht ist der Sohn eines Kaufmannes im Schleswig'schen und einer geborenen Freiin von Eggers, und hat den Reichsfreiherrn Chri­stian von Eggers zum Urgroßvater. Hjalmar Schacht, der den dänischen Vornamen nach dem ältesten Bruder seiner Mutter, Baron Hjalmar Eggers, führt, trat nach dem Studium der Na­tionalökonomie und nachdem er sich 1903 mit Luise Sowa vermählt hatte, als Hilfsarbeiter in den Archiv dienst der Dresdner Bank. Hier gelang es ihm nach einigen Jahren, den Sprung in die Praxis zu machen. Er kam in die Bankabteilung, wurde dort Prokurist, später stellvertretender Direktor. Natürlich

strebte er an die Spitze,

rung gegen die arbeitenden republika­nisch gesinnten Volksmassen bilden. Das Zen­trum berät, aber ist die Antwort nicht auch eine eigene persönliche Angelegenheit' für Marx?

AufgepeitschterLhinesenhaß.

Priester und Nonnen in Gefahr.

lDurch Funttvruck)

Peking, 21. Januar.

Als ein Schiff aus Futschau mit spanischen Priestern, Nonnen und chinesischen Waisenkin­dern an Bord in Amoy eintraf, wurde die Mannschaft an der Wcitersahrt verhindert. Stu­denten hatten nach Amog telegraphiert, daß die Flüchtlinge einige chinesische Kinder getötet hätten. Als Beweis zeigten sie die Leichen einiger neugeborener Kinder vor. Die spani- schen Missionsgebäudc wurden bedroht und mehrere Priester und Nonnen mutzten sich aus ein amerikanisches Schiff begeben.

4>te fielet lUeuetten Stachnchrea eit «einen roöthentitd) letbemoi nachmittags Der Avonnememspreis beträgt M Sen Monat J. X bet freier Aufteilung ins VauS, in Ser Gefchattsitelle ibgeholt tjt) X. Durch Sie Poft monatlich i. X ausichttefilich SuHeUungSgebütn Verla« und Redaktion Schlachtkofsfrafte 28/90. tjemipretber W>1 und 852. Wüt un»erlangt etngefanhte Beiträge kann Sie Re- »aknon eine Verantwortung oöer Gewähr in keinem Ralfe übernehmen. Rück- tabiung SeS BentgßaeldeS oder AnfvrÜcke wegen etwaiger nicht ordnungsmätzigei titeternno fff auSgefebloflen Pofttchechkonto ftranftnrt am Main Nummer ß88(l

Nun hat der Reichspräsident gleichsam ein Machtwort gesprochen. Marx soll versuchen, die rat Curtiusakt vom Zentrum vorschnell ab­gebrochenen Brücken zu den Deutschnatio­nalen doch noch zu schlagen, wobei dann die Verantwortung mchr noch wie dem Zentrum den Rechtsparteien zugeschoben wird, die jetzt zu zeigen haben, ob auch sie Parteiidole im Interesse einer sachlichen Mitarbeit am Staats- und Volkswohl zurüchzustelleu fähig

Warschau, 21. Januar. (Eigene Drahtmel- dung.) Wie ein Linksblatt behauptet, bestehen bedeutende Meinungsverschiedenheiten »roiftfen Marschall Pilsudski und dem Justizminister

PerfSalfchkett und Anfstii jährigen Reichsbankpräü! zäher Energie Stufe fiii

Der Weg ist vorgezeichnet

Aufmunterung und Warnung an das Zentrum.

(Durch Funkspruch?

Berlin, 21. Dezember.

Wie in den Blättern zum Ausdruck kommt, weist der Brief des Reichspräsidenten an Dr. Marx den Weg zu Verhandlungen des Zentrums mit den Deutschnationalen, denen sich das Zentrum, laut Kommunique, nicht entziehen wird. Ein Rechtsblatt hofft, daß der Aufruf nicht ungchört verhalle. Der gute Wille zu der gemischten Koalition, so chreibt ein zweites Rechtsblatt, sei bei den Deutschnationalen und bei der Volkspartei chon immer vorhanden gewesen. Soll wirk­lich ein ehrliches Zusammenarbeiten der bür­gerlichen Kreise Mttfinden, dann müssen auch ür die Rechte Sicherheiten geboten sein, daß nicht persönliche Neigungen und Stimmun- ren eine solche Zusammenarbeit gefährden. Ein Volksparteiblatt meint, schon C u r t i u s habe eine gemeinschaftliche Verhandlungsgrundlage o gut wie geschaffen. Wenn diese Haltung auch etzt vom Zentrum gewahrt wird, so wird man ich von dem Versuch einen Erfolg versprechen können. Ein Zentrumsiblatt siebt in dem Zen- trumskommunique keine Ablehnung zur endgültigen Klärung der Lage. Ein Linksblatt chreibt, Dr. Bkarr soll eine Kampsregie-f

Kampfrufe von Ifnto.

Gegen den Bürgerblock. Für Auflösung.

Berlin, 21. Januar.

Ein Linksblatt fordert die Ablehnung der Bürgerblocks-Aegierung durch die Sozialdemo­kraten und gleichzeitig die scharfe Einstellung der Sozialdemokratie gegen eine eventuelle Rcchtsregierung. Das Blatt bezweifelt, daß Marx auf diesem Wege zum Ziele kommt.

Köln, 21. Januar. (Privattelegramm.) In sozialdemokratischen Versammlungen wurde ge­stern abend angekündigt, durch Obstruktion eine Reichstagsauflösung und andere Mehr-- heitsverhältnisse zu schaffen.

Lchacht zu sichern. Anfang :221 __________

te ihn Ebert zum Präsidenten der R e ich s b a n k, ein Posten, den Schacht behielt, als diese als Folge des Dawes-Gutachtens un­ter internationale Kontrolle kam und aufhörte, Reichsbehörde zu sein. Diese l-m- wandlung hatte besondere Vorteile für den

Lieber Freund als Feind,

Sucht Litauen Beistand gegen Moskau?

(Eigene Trabttneldung.)

Warschau, 21. Januar.

Der frühere Bürgermeister von Kowno, Janrzewski, soll sich als geheimer litauischer Abgesandter nach Warschau begeben haben, nm den Boden für den Beginn unmittelbarer polnisch-litauischer Ver­handlungen vorzubereiten. Der litauische Delegierte soll von Pilsudski und dem Außen­minister Zaleski empfangen worden sein.

Da« Ende der Diktatur?

Paris, 21. Januar. (Eigene Drahtmel- dung.) Rach einer Meldung aus Madrid soll in zehn oder zwölf Tagen baS Dekret veröff-nt- licht werden, durch das die spanisch! National­versammlung einberufen wird.

Selbst der 2ustizminister murrt

ilnrewnpretfe: ittnbetmMe (Sefd)äfr8antetgcn Seile 10 4. auswärtige Geschäfts- unaetgen Seile 30 4, ftomütengnaetgen Seile »1 4. Kleine Anzeigen das Gort t 4. iHeflamcn dir Seile 75 4. Cifengeiübr 30 4 Ibei Sufehöung der Offerten 50 4). Rechnungsbeträge find innerhalb 5 tagen an bezahlen, stur die Richtig- keit aller durch sternforecher aufgegebenen Anzeigen, foroie für #lufnabme6aten und Plätze kann nicht garantiert werden, stllr Anzeigen mit besonders schwie­rigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: $<bla*tbofftra6e 38'80. Geschäfts­stelle: Kölnische Strafte 5. gegenüber her Spobrftrahe sternlorecher öM und 952

aber da waren schon führende Männer genug, und so hielt Schacht nach Direktionsposten bei andern Großbanken Umschau. So wurde er glücklich 1915 Volldirektor der National- üank, die er dann im Juli 1922 mit der weit älteren und kapitalkräftigeren Darmstädter 2: a n k f u s i o n i e r»c. Eine faßliche Pof.' tion hatte sich Schacht im deutschen Wirtschafts­leben errungen. Dazu kam ein bedeuten­des Vermögen, das er geschickt durch die Fährnisse der Inflation gebracht hatte und die Zukunft seiner Familie sicherte. Zwei Güter, ein großes bei Guben und ein kleineres in sei­ner Heimat Schleswig-Holstein, gaben ihm die Annehmlichkeiten des Landlebens als Herr auf eigener Scholle, wenn er einmal ausspannen wollte. Aber in der Danat-Bank, wie die Darmstädter und Nationalbank nach ihrer Fu­sion in der Abkürzung des Börsenjargons hieß, war ein Nebenbuhler in der Führung dieser BankJaques Goldschmidt, bank- und börsentechnisch weit begabter als Schacht. DaS und ein altes wiedererwachtes Interesse an der Politik bewegte Schacht, der 1918 Demokrat ge- mokrat geworden war, politisch mehr hervorzu­treten. Durch den Reichstagspräsidenten L ö b e, mit dem er im Sommer 1923 häufig in Schloß Schwante, dem bei Berlin gelegenen Landsitz des Herrn Litwin, Generaldirektors der Deut­schen Evaporatorwerke, zusammen war, kam er

an den Reichspräsidenten Ebert.

Im Aufsichtsrat dieser Werke saßen damals schon Schacht und Stresemann. Ebert fand es nützlich den Berliner Großbankdircktor öfter zu sich zu bitten, um mit ihm die Rettung der sich damals von Tag zu Tag rapide verschlechtern­den deutschen Währung zu erörtern und war dankbar für die ihm gegebenen Ratschläge. Darum bot er ihm 1923 im Kabinett Strese­mann das Portefeuille des Finanzministe­riums an. Schon lag das Ernennungsdekret aus Eberts Schreibtisch zur Unterschrift, als ihn ein führender Volksparteiler im Auftrage von Hugo Stinnes aufsuchte und ihn bat, Schacht nicht ins Reichskabinett zu berufen, da Stinnes in einer Aufsichtsratssitzung der Bayerischen Motorenwerke mit Schacht unüberbrückhare, nicht nur sachliche, sondern auch persönliche Differenzen gehabt habe; auch wirke es nicht gut in der öffentlichen Meinung, wenn außer dem Reichskanzler Stresemann mit Schacht noch ein anderes Aufsichtsratsmitglied des Litwinkonzerns in die Reichsregierung kom­me. Das Ernennungsdekret Schachts zum Reichsfinanzminister wurde nicht unterschrieben und so sprang der damalige Reichsernährungs­minister Luther ein, wurde gewissermaßen von

einer Minute zur anderen Finanzminister Herrn Schacht aber übertrug der Reichspräsident zum Tröste das zu diesem Zweck neugeschafsene Amt des Reichswährungskommissars. Als dann plötzlich der Reichsbankpräsident Havenstein starb, war die Macht der Linksparteien groß genug, um die Kandidatur des Demokraten

Es gibt Stücke, die daran kranken, daß eine Lösung, die sich schon zu Beginn in ihren Um­rissen ziemlich klar abzeichnet, erst nach drei oder noch mehr langen Wien erreicht wird, was ge­wöhnlich nicht gerade dazu beiträgt, die Zu­schauer besonders zu fesseln. Das gilt auch für das miserable Stück Regierungsbildung genannt, das sich das deutsche Volk zur Zeit be­trachten darf. Wie aber alle Vergleiche hinken, so auch dieser, denn wenn auch schon bei der Betrauung des Herrn Dr. C u r t i u s sich eine Lösungsmöglichkeit der Krise erkennen ließ, so war es auf der anderen Seite doch Pflicht und Aufgabe der maßgebenden Faktoren, alle Mög­lichkeiten zu untersuchen und zu klären, aus welche Weise die Krise überwunden werden könnte. Wenn diese Klärung so ungemein lauge Zeit in Anspruch genommen hat, so liegt das weniger an dem Reichspräsidenten und an dem von ihm mit den Sondierungen beauftrag­ten Dr. Curtius und Dr. Marx, als vielmehr au den F r a k t i o n e n d e s R e i ch s t a g e s, die zunächst einmal bemüht waren, der Entschei­dung aus dem Wege zu gehen, und die Verant­wortung für das Scheitern der Verhandlungen der Gegenseite zuzuschieben. Nur so er­klären sich die verschiedenen Fraktionsbeschlüffe, die oft den Sprüchen des D e 1 p h is ch e n Ora­kels gleiOommen und fast ausnahmslos ver­schiedene Deutungen sanden. Erschwert wird die Lage naturgemäß weiter dadurch, daß in den Fraktionen eine einheitliche Stimmung nicht vorhanden ist, daß vielmehr fast in allen Parteien ein linker und ein reckt er Flü­gel vorbanven ist, in Deren Köpfen sich die Dinge keineswegs gleich malen. So hätten die Verhandlungen des Herrn Dr. Curtius viel­leicht bereits ein Ergebnis gezeitigt, wenn eine einheitliche Auffassung bei den Deutschna­tionalen vorhanden gewesen wäre, denn cs geht schließlich nicht an, daß mißverständliche Aeußerungen über Fragen der Verfassung und der Außenpolitik immer wieder Verhandlimgs- ergebnrsse gefährden. So wagt denn auch ein Regierungsorgan unverhohlen auszusprechm, das es jetzt entscheidend darauf ankommt,ob die Verfahrenhert und das Durcheinander der Meinungen m der deutschnationalen Partei, die vielfach in öffentlichen Aeußerungen dep-letzten Tage zu beobachten waren, einer klaren und einheitlichen Führung Platz machen/

Daß Marx' Aussicht für die Bildung einer Regierung der Mitte mit Unterstützung von links nicht gerade aussichtsreich waren, haben wir wiederholt angedeutet. Der Opposi­tion, die das Kabinett Marx gestürzt hatte, um dadurch die Schaffung klarer Verhält­nisse zu erzwingen, konnte man nicht gut zu­muten, nun ein neues Kabinett Marx, das ja doch das alte Kabinett gewesen wäre, zu tole­rieren. Man wollte, wenn der Sturz des Ka­binetts Marr überhaupt irgend einen Sinn hatte, durch diesen Sturz eben das Regieren mit wechselnden Mehrheiten verhindern. Da sich nun bekanntlich sowohl rechte wie linke Flügelpartei einer Mehrheitsregierung bereit­willigst zur Verfügung gestellt hatten, war es kein Wunder, daß Marx nochmals ein Trommel­feuer gegen die Volkspartei eröffnete, um sie seinem ewig ungestillten Lieblingstraum von der großen Koalition gefügig zu machen. Diesen Weg zu gehen, fanden sich aber die also Umworbenen nicht bereit und es ist sicher, daß hier die mannigfachen Angriffe aus Linkskrei- fen gegen die Reichswehr nicht eben geeignet

und geneigt sind. Und wenn man auch nicht, nickt mit dem Kopf durch die Wand kann. Und gleich den nuien Waffenbrüdern enthusiastisch es wird nun vielleicht doch, wie schon mancher um den Halssallenwftch^sodürfte vielleicht vorher vielsagend und ahnungsvoll zitierte, man!,alles kommen, wie es kommen mutzte". r.

Fast wie im Kriege.

Immer neue Hiobsposten aus China.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 21. Januar.

Laut Pressenotiz wurden in Kiangsi, Huang und Wutschang die englifdjen Niederlassungen zerstört. In Hankau sind immer noch an drei­hundert englische Frauen und Kinder in der Gewalt der Aufständischen. In Kanton sind Aufttände gegen die Engländer im Gange. Alle Wege zu den englischen Schiffen sind von Flüchtlingen überfüllt. Die Blätter halten den Krieg Englands gegen China für unvermeidlich, wenn sich nur ein Bruchteil der Schreckensnach­richten bestätigt. Sie spotten über den Dölker. bund, der nicht einmal Kriege zwischen seinen eigenen Mitgliedern vermeiden könnte.

ßrft in vier Wochen kriegsbereit.

Rotterdam, 21. Januar. Die englische Admi­ralität erklärt, daß das konzentrische Vorgehen englischer Streickrüfte in China frühestens in vier Wochen möglich fein würde. Einberu­fungsbefehle ergeben an alle beurlaubten Offi­ziere und Mannschaften.

waren, die Neigung mit den Sozialdemokraten zusammenzuarbeiten, bei der Volkspartei zu stärken. So ergab sich denn auch der Fraktions­beschluß der Volkspartei, in dem von denaus­sichtsreich geführten Verhandlungen des Herrn Dr. Curtius" gesprochen wird, worin zugleich das heimliche Hofftiungsfünkchen für die Wie­deraufnahme dieseraussichtsreichen Verbano- lungen* glomm. Damit war aber d'e Mission des bisherigen Reichskanzlers Dr. Marx zu­nächst gescheitert. Die Regierung der Mitte konnte nicht zustande gebracht werden. Marr mußte seinen Auftrag in die Hände des Reichs­präsidenten zurücklegen. Der Vorhang senkte sich damit über den zweiten Akt.

Tschangtsolkn unversöhnlich.

Kantons und der Bolschewisten Todfeind.

London, 21. Januar.

Ein Blatt hat Marschall Tschangtsolin rele- graphisck aufgefordert, sich zu den Berichten uuit die Mbtzl-chck u eines Zusammenaehei'» zwischen den nördlichen und südlichen Militär­führern zu äußern. Der Marschall antwortete: Ich will den Bolschewismus bis zum Ende be­kämpfen. Die Meldung über eine Zusammen­arbeit mit den Santonefen ist eine Erfindung der Südführer und völlig unbegründet."

Berlin, 21. Januar. (Durch Funkspruch.) Nachdem der Reichspräsident gestern nach dem Scheitern einer Regierung der Mitte, Reichs­kanzler Dr. Marx abermals mit der Bildung eines Mehrheitskabinetts aus bürgerlicher Grundlage beauftragt hatte, schreibt ein Zen­trumsblatt: An Wortlaut und Sinn der Reichs Verfassung gemessen, stellt der Hindenburg-Brie gelinde gesagt, ein singularesDokumeni dar. In die Terminologie des Zentrums, des­sen Wählerschaft zu einem sehr starken Bruchteil sich aus christlichen Arbeitern zusammensetzt, paßt der Ausdruckbürgerliche Parteien" schlecht hinein. Der Brief ist nicht lediglich ein Auf­trag zur Kabinettsbildung, wie ihn die Reichs­verfassung vorsieht, er ist ein ausgesprochen po­litischer Akt. Er zwingt die Zentrumspartei ein politisches Bekenntnis abzulegen. Ohne eine vorherige gewissenhafte und gründliche Feststel­lung der sachlichen Ziele der Deutschnatio­nalen und Volkspartei aus den Gebieten der Außen-, der sozialen und der VerfaffungSpoli- tik, die ein positives oder ein negatives Resultat zeitigen mag, kann es für das Zentrum über­haupt nicht in Frage kommen, einen weiteren Beitrag zur Lösung der Krise zu leisten.