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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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* (Seroäbr tn keinem stalle flbemebmen. Ruck- nivrüche wegen etwaige nicht orbnungSmäftlger scheckkonto Frankfurt am Main Nummer 6880.

Sonntag, 16. Januar 1927

Nummer 13. Amtliches Organ der Stadt Kassel.

Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Das Negierungsspiel beginnt von vorn.

S L« .....Hrz-finsli gegen die $e[o6ungsfron.

Ist man in Berlin mit der Weisheit zu Ende?

zu

Berlin, 15. Januar. (Privattelegramm.) Ohne aus die von Dr. Curtius in einem Schrei­ben an die Zentrumssraktion dargelegten Richt­linien für eine Koalitionsregierung naher einzu­gehen hat das Zentrum geantwortet, daß es eine Rechtsregierung unter Führung von Dr. Curtius nicht mitzumachen gedenkt und daß es eine Regierung der Mitte für die gegebene Lösung ansieht.

Berlin, 15. Januar. (Durch Funkspruch.) Reichspräsident von Hindenburg hat sich, wie wir hören, noch nicht darüber entschieden, ob er noch einmal Dr. Curtius oder eine andere Per­sönlichkeit dantit beauftragt, Verhandlungen über die Neubildung der Regierung zu führen. Der Reichspräsident empfing heute Vormittag nur den stellvertretenden Zentrumsführer von Guerard. Aus diesem Grunde vertagte der Reichstagsausschutz den Beginn seiner Sitzung um eine Stunde. Bor von Guerard hatte der

Lvsung der GntwaffnungskonfllNe s

Paris, 15. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Laut Pressenotiz war gestern ein merklicher Fortschritt zu verzeichnen. Es sei zu wünschen, datz die Rechtsfragen so rasch und loyal wie möglich geregelt werden. Auch ein vorher scharf hetzendes Blatt anerkennt heute, datz eine E n t - pannung zu verzeichnen fei, im besonderen in der Frage des Kriegsmaterials.

Sin Win» zur regten Seit

London, 15. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Ein diplomatischer Berichterstatter schreibt, in britischen Kreisen würden die in Paris zur Ver- Handlung stehenden Rechtspunkte alS nur unter­geordnete Fragen angesehen. Je eher sie erle­digt würden, um so besser sei es.

Fünf Tage lang hat Curtius mit erstaunli­chem Geschick, Weitblick und stählerner Tatkraft Brie den Parteicyklopen wie Jakob mit dem Engel gerungen. Aber es ruhte kein Segen aus seinem Gelehrtenhaupt, die Sphynx wollte sich ihm nicht beugen und so mußte er nach langen Jr Wahrten mit leeren Händen vor den Auftrag­geber treten, desien erste kühne Regierungsossen- sive nicht so überraschende Siege erfocht, als die Meisterstücke des großen Schlachtenlenkers. Ob der immerhin imposante Wurf, die bisher müßig und querköpfig beiseite stehenden Deutsch­nationalen mit Republikanerparteien ineinen Regierungskarren zu spannen, ein Umweg, eine Sackgaste, eine Niete war, wird erst die zweite oder dritte Etappe der Wüstenwandcrung zei- aen, die zur grünenden Oase einer blütenreichen Mehrheit oder ... in den Monsun der Aus­lösung und völligen Zersplitterung führen soll. Was frommt es uns heute noch, den nun schon abgestandenen Regierungsbrei nochmals aufzu­wärmen, wie das Zentrum seine Körbe an die Rechtspartei schon ein dutzend Mal austeilte. Hier liegt das Manko doch sehr viel weniger bei der Regie als . . . bei den Parteibuffos und Statisten, die ihre Schmacht- und Traueraricn . . . drei Tage oder vier Wochen früher hätten herunterleiern können. Seit sieben Jahren hat man nun Zeit gehabt, sich in der Oesfentlichkeit und in den Parlamenten täglich und stündlich auf den Zahn zu fühlen, vielleicht auch anzupas­sen, einzurenken. Aber es mußte erst die Krisen- Feuerprobe, wenn nicht gar das Chaos kommen, um den Riß in der Bürgerfront vollkommen und die Verwirrung allgemein zu machen.

Wenn man den ungeduldigen und unver­bildeten Wählern von rechts und links nun wo-

Freiheit, die ich meine.

Grzesinski als Rheinlandbefreier.

(Privat-Telegramm.)

Wiesbaden, 15. Januar.

Reichspräsident noch den Abg. Westarp (Dntl.) einer kurzen Besprechung empfangen.

Roch eine dunkle Woche..

Ein Zentrumskabinett mit Anschluß nach linkS.

Berlin, 15. Januar.

Die neue Krise kann wieder eine Reihe von Tagen bis zur Lösung in Anspruch nehmen. Die deutsche Volkspartei will erst am Montag zu der neu geschaffenen Lage Stellung nehmen. Auch die anderen Parteien haben für Montag Irak- tionssitmngen anberaumt. Tas Zentrum ist noch nicht entschlossen, klare Trennungslinien mit den Sozialdemokraten zu ziehen.

Berlin, 15. Januar. (Privat-Telegramm. Die größte Wahrscheinlichkeit besteht hevte früh für die neue Betrauung eines Zentrums­mitgliedes mit der Kabinettsbildung, daS in Gemäßheit des gestrigen Fraktionsbeschluffes nur eine Regierung der Mitte, d. h. nur mit Einschluß der Sozialdemokratie bilden könne.

In Villa Hügel.

Ein Besuch bei Frau Berta Krupp.

Ein Framole gibt feiner Bewnuderun« wj dem auch beute noch gigantischen Lebenswerk üruovs nach einer Besichtigung in folgende» imnr-sNouistischen Bildern Ausdruck, bie zu­gleich ein leichtes Gruseln vor der emtttuals ge» wattigsten europäische« Kriegswerkstatt »erraten.

Die Königin von Esten, das ist Berta Krupp, die Frau, in deren Händen im Jahre 1914 ein Stück des Völkerschicksals lag und deren Geschich­te nicht ihresgleichen hat. Ihre Residenz ist die .Villa Hügel", mitten in einem großen Park gelegen, doch ist die BezeichnungVilla" zu be­scheiden: es ist ein Palais, in dem hunderte Diener der Herrscherin der schwarzen Hauptstadt zur Verfügung stehen, mit der das Haus durch einen eigenen Schienenstrang verbunden ist. Der Park selbst liegt wie eine Oase von Grün in der Landschaft, viele Kilometer lang von Wäl­dern eingerahmt. Nicht weniger als für hun­dertsechzig Millionen Aktien der Metallwaren- sabrik enthält das Portefeuille her Frau, nach der dielange Berta" benannt wurde ihr Ge­samtvermögen wird von der deutschen Börse auf eine Milliarde geschätzt. Als der Vater die­ser Frau, König Krupp ber 2)ri11e, auf Capri starb, hinterließ er keinen männlichen Tronfolger. Nur zwei Töchter waren da, die seinen Namen trugen: Berta, die ältere, und Barbara, in denen beiden aber die starke Intelligenz des alten Friedrich Krupp weiter­lebte. Nach seinem Tode nahm die alte Frau Krupp die Ueberwachung des Direktionsrates des Riesenunternehmens in die Hand, desten Bilanz durch die Heeres-Bestellungen unausge­setzt stieg. Diese Frau war eine ausgesprochene Herrennatur, eine Tochter des Generals v. Ende, viel stärker als ihr weniger energischer Gatte, der es vorzog, sich mit wissenschaftlichen Problemen und Aesthetik zu beschäftigen und ; dem diese Frauaus Staatsgründen" seinerzeit : angeheiratet worden war. Sie konnte alles nur Esten einen männlichen Erben schenken, das i blieb ihr versagt. Wieder mußten Staatsgründe : ins Treffen geführt werden:

Bier verlorene Wochen.

Curtius gescheitert I Zurück zum Anfang.

(Durch Funkspruch.)

Berlin, 15. Januar.

Nachdem Dr. C u r ti u S dem Reichspräsiden­ten gestern spät abends das Scheitern seines Versuchs zur Bildung einer Regierung der Mitte mit Einschluß der DeutschnMionalen mit­geteilt hatte, liegt jetzt die Entscheidung wieder beim Reichspräsidenten. Ein Rechtsblatt will das Scheitern des Versuchs nicht zugeben. Die Deutschnationalen würden auch unter anderer Führung nicht ihre Bereitschaft verweigern wenn die sachliche Basis die gleiche bleibt. Ein Blatt das die Betrauung eines Zentrumsman­nes für das Wahrscheinliche hält, nennt die Namen Stegerwald, Dr. Brauns und von Guörard. Das Volksparteiblatt schreibt, daß der Fraktionsvorstand den Gedanken der großen Koalition ebenso ablehnen wird, wie den Gedanken einer Koalition der Mitte mit Bindung nach links. Ein Zentrumsblatt urteilt, datz sich ein Kabinett der Mitte nur an die Sozialdemokratie anlehnen könnte, da die Deutschnationalen ein Mittelta- binett nicht tolerieren würden. Die demokrati­schen Blätter halten es für das gegebene, datz ein Zentrumsmitglied beauftragt wird, und nur ein Minderheitskabinett unter Anlehnung nach links möglich sei. Die Sozialdemokratie will ihr Entschluß von der Zusammensetzung deS Kabinetts u. vom Programm abhängig machen.

Franzosenrache in der Vsalz.

Ein ruchloses Eisenbahnattentat.

(Privat-Telegramm)

Landau, 15. Januar.

Aus dem Bahnkörper der Strecke Landau- Zweibrücken lagen kürzlich in allernächster Nähe der Franzosen-Kaserne fünf große Ze- mentröhren. Die sofort angestellten Er­mittelungen ergaben, daß zahlreiche Fußspuren, die von genagelten Schuhen herrühtten zur Mauer der französischen Kaserne führ­ten. Da auch ein Polizeihund die Fährte zu der Mauer verfolgte, steht es außer allem Zwei­fel, daß die Täter französische Soldaten waren, die nachts über die Safernenmaucr gestiegen sind. Anzeige ist erstattet worden.

Immer mehr Srippeopser.

I» der Kaserne, am Rhein, an der Wafferkanle. (Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 15. Januar.

In der Polizei-Kaserne I» Aschaffenburg herrscht eine heftige Grippe-Epidemie, die an­scheinend durch Urlauber eingeschleppt worden ist. Bon Hunde« Beamten find achtundsechzig erkrankt, darunter auch der Arzt. Im Rheinisch- weftsälischen Industriegebiet hat sich die Grippe sehr stark ausgebreitet und auch in die Hans a- städte ihren Einzug gehalten. Allein in »er letzten Woche steigerten sich die Krankheitsfälle um fünfundsechzig Prozent, zum Teil sogar acht­zig Prozent gegenüber der Vorwoche. Die Epi­demie tritt indeffen gutartig auf. In Saar­brücken forberte sie bis fetrt 44 Todesopfer.

und Aussaugung, mit schlotterndem Gebein Souveränität, Zölle und selbst die Riederlassun- gen zurückgeben will, wenn sie reißende Bestie erst erwacht ist? Und werden die Funken nicht auf die versengten Fluren Indiens, Afrikas, AeghptenS ufto. überspringen? Sollte sich der Fluch von Versailles in einem Weltenbranoe : rächen, gegen den der große Weltkrieg noch ein 1 Kinderspiel war? .- E. K

Minister Grzesinski sprach sich bet einem ge­selligen Zusammensein im Kurhaus nochmals über die Besatzungsfrage aus, die ihm nach dem Völkerbundeintritt und nach Thoiry unertrag- lich erschiene. Beide Nachbarvölker hätten in ihrer übergroßen Mehrheit den Wunsch in Frie­den und Freundschaft zu leben. Er könne nur wünschen, daß sich die Vertreter der Völker end­lich und recht bald zurechtsinden, das zu tun, was der Kulturwelt zur Ehre gereichen wurde, nämlich die Besatzung vom deutschen Volke zu nehmen. Er wünsche, daß dieser Tag recht bald kommen möge und daß im Inneren Deutschlands nichts geschehen werde, was diesen Zeitpunkt hinausschieben könne.

Gegen zwei Fronten.

Pawelsz' Pariser Angebot. In Berlin günstig.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 15. Januar.

Hier wird nicht behaupt«, datz Deutschland die Verhandlungen verzögern wolle. Man be­grüßt es, daß die Verhandlungen betr. Kriegs­material in Berlin geführt werden. Alle früheren Revarations- und Dawesverhandlun-

nonen zu Ende, während Briand schon in Epochen und Kontinenten zu denken gelernt hat. Sollte sie der Freiheitskamps der Gelben und Iüdamerikaner gegen imperialistische Machtge­lüste, der, vorläufig nur schwelend, wie ein Steppenbrand ganze Weltteile in Flammen setzen könnte, nicht rechtzeitig warnen? Was hilft es jetzt England, daß es den schlitzäugigen Kulis nach saft hundertjähriger Unterdrückung

nigstens klaren Wein über das Schachergeschäft ! hinter den Kulissen einschenken wollte. Wenn . man uns zum mindesten mit zwingender stichhal- j tiger Logik von den unabweisbaren, einleuchten- . den, unüberbrückbaren Gegenpolen in allen gro- j sten Wirtschafts-, Lebens- und Menschheitssta- , gen, von der klaftertiefen Geisterscheide über- j zeugt hätte. Wenn man überhaupt nur genau wüßte, welche schreckhaften Phantome, heimliche . Gefahren, Gifte, falsche Götzen und Irrlehren bei den zusammengekoppelten Regierungsehen für bie einzelnen Partneruntragbar" sind! : Warum verhüllen die orakelnden Parteiolympier ihre weisen Häupter erhaben und unsichtbar in den mystischen Wolken nichtssagender Pro­grammfloskeln, mit denen die breite Maste schon längst nichts mehr anfangen kann? Klarheit und Sachlichkeit in der Mamten sozialen, kulturellen, politischen Staats- und Geisteshaltung kann al­lein das Regierungs- und Parteienrätselsviel zum guten Ende führen, das jetzt wieder den ganzen Staatsbetrieb lahmzulegen droht. Wird das Zentrum nun vor allem nach der ausge­schlagenen Rechtshand die sich halb entgegen» streckende der Linken ergreifen, durch Steger- wald oder einen anderen Vertrauensmann das gawo« der Volkspartei entlocken und das lecke taatsschiff mit de» Großen Koalition wieder flottmachen? Hier dürften fteilich Curtius' Spu­ren schrecken, zumal sich Scholz und Scheidemann seit Insterburg u. des letzteren famosen Reichs­wehrstreichen total auseinandermanövettert ha­ben. Darum hatte man für Scholz bei der Bür­gerblockbildung sthon den verträglicheren Strese- mann eingeschoben, der die Rechtsradikalen auf Locarno, Thoiry und ... aus die Dersastung vereidigen sollte, um sie für das Zentrum ge­nießbar zu. machen. Aber das Gespenst der Ar­beitslosigkeit, sozialen Verelendung und das energische Veto der Gewerkschaften trieb bann boch bie Zentrumsleiter von bet gastlichen Tafel der Rechten in bie offenen Arme der Arbeiter­und Schwarz-rot-golb-Partei zurück, mit denen sie der Krise eher Herr zu werden hoffen.

So kehren wir also nach endlosem Kreisel­spiel wieder zur alten Liebhaberei des Minder- heftAabinetts mit der Linken als füttern Teil­haber zurück? Denn an Auslösung und Neu­wahlen wagt angesichts der wachsenden Be­drängnis drinnen und draußen, der zischenden Feuerraketen jenseits der Weltenmeere uno an­gesichts der völligen Plan- und Aussichtslosig­keit, der Verschärsung des Klaflenkampfes, der Zerstörung aller zart aufschietzenden Verstänvi- gungskeime kaum noch jemand zu denken. In Paris steht bei waffenlose Siegfried Pawels gegen drei Nibelungenunholde und den finsteren polnischen Dienstmann Hagen. Den Festungs­gürtel im Osten und ein Stück Lebensader der Wirtschaft will man uns zerschneiden, ohne des Friedensvertrags und der großen Verarmung zu achten. Denn Poincares und seiner Gene­räle Witz und Hirn ist bei Tanks, Gas und Ra«

Wilhelm II. persönlich vermählte Berta die ältere Tochter Friedrich Krupps, an einen Skandinaven seiner Wahl, Herrn von Boh­len-Halbach, dem im Heiratskontrakt eine Rente von fünshunberttausenb Mark und das Recht der Führung des Namens Krupp zu dem seinen zugestanden wurde. Als bei der Beset­zung Essens durch die Franzosen nach dem Zu­sammenbruch Herr Krupp v. Bohlen gefan­gen genommen wurde, blieb Berta Krupp ge­nau so ruhig, wie sie es während der atemlosen Tage im Juli und August 1914 gewesen war. Luch die Stadt blieb ruhig, diese Stadt des Feuers, bie sich an bie geschwärzten Ziegelbau- ten um bie alte Münsterkirche bet Altstadt schließt. Im Westen ist bie Hölle, mit endlosen Gasten längs der Mauern, bie ben tückischen Zweck der Fabriken verbergen, bie hinter ihnen liegen, jener Fabriken, bie burch eine Riesen­zahl von Uebergängen, Brücken und Kanälen in allen Swckwerken wie ein Labyrinth mitein« anbei verbunden sind und wo die Lust aus Rauch und Ruß zu bestehen scheint. Essen, ein Krater gesestelter böser Kräfte, Solingen mit seiner Ernte von Waffen, DuiSburg mit seinen dreißig Meter hohen Hochöfen und seinem Hafen am Rhein für Kanonen und Ge­schosse, die von Arbeitern wimmelnden Schiffs­werften von Kiel, sie bilden einen Staat im Staate:

Den Staat des Todes.

Die staunenswerteste Erfindung Krupps war das Palasthotel. Palasthotel in Kiel bei den Schiffswerften ;Palasthotel in Essen, wo die großen Käufer für Geschosse und Geschütze emp­fangen werden. Das sind die einzigen Hotels bei Erde, in denen der Gast keine Rechnung be­te mm t Herr Krupp ist es, der für die Kosten des Aufenthalts auskommt . . . Man sah am Essener Hof am selben Tisch die Militärmissio­nen brennender Länder oder von Staaten, die diesem Zustand nahe waren: japanische und russische Käufer, Türken und Griechen und die Vettreter der südamerikanischen Republiken, die im ewigen Streit, Revolution und Guerillakrieg leben. Krupp behandelte alle diese Käufer von Waffen und Mordinstrumenten wahrhaft kö­niglich und die jährlichen Auslagen seiner Pa­läste beziffern sich auf einige hunderttausend Mark. Am offenen Karnin der Halle des Essener Hofes, in der sich bie Kanoneneinkäufer in ben rotüberzogenen Kanapees unb Fauteuils nie­derlassen, hat ein Bildhauer in ironischer Art die Typen bet menschlichen Familie in Stein

Noch einmal im Kreise herum / Zentrumskanzler und Kabinett der Mitte? Fangballspiel zwischen Paris und Berlin / Franzosenanschlag in der Pfalz, gen hätten bewiesen, daß die Schwierigkeiten in Berlin sich immer leichter heben ließen.

Paris, 15. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) General von Pawelsz überbrachte gestern General Baradier schriftliche Vor- ch l ä g e, bie von den militärischen Sachver- tänbigen eingehend geprüft werden. Sie dürs­ten vermutlich eine Berhandlungsbasis bilden. Die Berliner Besprechungen über das Kriegs­material sollen g ü n ft i g fortschreiten. Ergän­zende Aufklärung werde bald erwartet.