Kasseler Neueste Nachrichten
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unabsehbares Abenteuer stürzen könnten.
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LS I1 J{it vier Stunden und für Jugendliche ».--Ms 18 Jahren sechs Stunden täglich.
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Mutterschaftsurlaub mit vollem Gehalt.
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nicht allen
Königskandidaten, mit einer Tochter des Königs von Italien und die Folgen einer einer Besteigung des ungarischen Thrones.
Reichswehr und Demokraten.
Koch zieht gegen Reinhardt zu Felde.
Auf die gestern veröffentlichten Ansichten des Kasseler Gruppenkommandeurs General R e i r- Hardt, der sich bisher unbestrittener Sympathien in Linkskreisen erfreute, über den Reichswehrersatz erwidert jetzt der Demokratenführer Koch, der die Gegenbeweise in Reinhardts Ausführungen zu entkräften sucht und in dem es u. a. heißt: Ihr Aufsatz ist ein erschütternder Beweis für die politische Einseitigkeit und
ausgenommen auf dem Lande. Für Jugendliche unter sechzehn Jahren beträgt die Arbeits-
Achtstundentag im Reich Lenins.
Auch dort moderner Arbeiterschutz.
Berlin, 11. Januar.
Sowjetrußland hat nach einem Moskauer Organ für erwachsene Arbeiter den Achtstundentag festgesetzt, wobei an Sonnabenden und vor Feiertagen verkürzte Arbeitszeit eintritt, sodaß die Sechsundvierzig-Stundenwoche bestehl. Für Arbeiter unter Tag, für Kontorangestellte und geistige Arbeiter beträgt die Arbeitszeit sechs Stunden. Außerdem ist für alle ein jährlicher Urlaub von mindestens zwei Wochen vorgesehen; in gesundheitsschädlichen Betrieben erhöht sich die Urlaubszeit auf vier Wochen, Jugendliche unter vierzehn Jahren dürfen nicht gewerbsmäßig beschäftigt werden,
Politischen gänzlich entrückt u. in das über Nationales und Politisches gültige menschliche Gefühl gehoben. In vier Stunden lösen sich drei Menschenschicksale in einem gemeinsamen Gefühl unendlicher Trauer auf.
Wir schilderten hier schon die Handlung: Ein Soldat ohne Begeisterung, der das Geschick des Krieges mit hartem Willen trägt, kehrt auf Urlaub heim auf sein Gut. Für den ersten Urlaub des Krieges war die Hochzeit festgesetzt. Seine Braut, sein Vater erwarten ihn mit der Nachricht, daß er sofort zurückkehren muß. Man ruft den Soldaten in die vorderste Linie, zu einem Vorstoß, den man nicht überlebt. Vier Stunden verbleiben ihm für Braut und Vater. Sohn und Braut feiern in kurzer Liebesnacht ihre Hochzeit: Der Tod schreibt andere, unbürgerliche Gesetze, die der Vater, alt, verständnislos schroff ablehnt. Aber aus der Anklage des Vaters, der des Sohnes Braut wie ein letztes schönes Geschenk des Lebens liebt, wird die Anklage des Sohnes gegen den Vater, der Jugend gegen das Alter, das endlich begreift, daß Krieg den Tod bedeutet.
Berthold Viertel, der die Tragödie erst kürzlich im Düsseldorfer Schauspielhause inszenierte, kam als Gast mit der gleichen Besetzung nach Kastel. Er ist der Regisseur des Menschlichen. Seine Hand ist so gütig und mitfühlend hinter diesem „Spiel von Tod und Siebe“, daß sie im Wort, in der lautlosen oder lauten Bewegtheit der Darsteller aufgeht. Ueber die leise, traurtge Melodie der Liebenden steigt im Berühren von Liebe und Tod der furchtbare Aufschrei der Gefesselten, die Anklage gegen Gott und bett Krieg. Ein Zusammenspiel von seltener Harmonie entfaltete uns das dreifache Schicksal: Ernst Ginsberg als Soldat, herb und ehrlich und jäh versinkend in Weichheit und Zukunftsbildern. Ehmi Beste!, edel innig das Drama von Liebe und Müdigkeit des Herzens erleidend. Franz Everth als Vater schlicht und stark in der Wandlung des Herzens. Das Kasseler Publikum dankte herzlich für dies seltene Theatererlebnis, das wir Dem StaarStheater und seinen Güffeldorfer Gästen verdanken. G. M. V.
kcn müssen sich wölben über die Tiefen der Fremdheit.des Mißverstehens hinweg zu freundlichem Erkennen und Begreifen. Brücken der Sehnsucht.der ach sicht, des Verstehens, über den Abgrund gebaut von Mensch zu Mensch, verbinden die Seelen im Erfühlen gleichgestimmter Wünsche, wegweisender Hoffnungen und überwölben den Zwang der Einsamkeit. Der Menschenwille aber, der Brücken schlug über die breiteste Tiefe der Schluchten, über gischtende Ströme hinweg, wie oft blmbt er ratlos und verzagt am Abgrund, der ihn vom ersehnten User des anderen Menschen, vout Freundesherzen scheidet.
Stärkeren Zwang, als unbändiger Trotz der Natur ihtt aufreißt,trägt in sich selbst der Mensch, und seine Straße der Sehnsucht zu wandern, den Weg zu vollenden zu erträumtem Ziel, muß er immer neue Brücken bauen, immer neue Abgründe der Fremdheit und Einsamkeit überwinden durch den Glauben und den starken Willen seines Vorwärtsstrebens: Jeder Weg ein Ziel, jede Stunde ein Gewinn, jeder Tag ein Suchen und Vordringen in die Erlebnisbezirke des anderen, Brucken schlagend von Seele zu Seele, nimmer müde des Bauens. Bis auch zwischen den Herzen die Brücken hoch und stark gewölbt, die Wege öffnen zum Verstehen und gestützt von den P-eilern der Liebe die Lasten der Zweifel, der Sorgen tragen,nur leise zitternd,fast unspürbar schwingend in ihren sanftgeschrägten Bogen; und der Abgrund lief unten vergessen ruht, kaum ein Gurgeln aufsteigt aus dem Dunkel der Einsamkeit, und über verbundene Ufer die Straße führt zur Hellen, am Horizont verblauenden Ferne
Deutschenterror In Memel.
Königsberg, 11. Januar. In Memel wurde in der Nacht das Landtagsgebäude militärisch besetzt. Damit ist die Absicht des Zusammentritts der Landtagsfrattion unmöglich gemacht worden. Einem Blatt wurde verboten, militärische Maßnahmen zu besprechen.
kyankee-KompagnIen für China.
Washington, 11. Januar. Das Marinedepartement teilt mit, daß dreihundert Marine- füfeliete nach China beordert werden würden.
nzeint sinh die Gerüchte über eine V e r m lung des Erzherzogs Albrecht,
____________ ________ Nacht
arbeit und Ueberstunden sind verboten. Fr (tuen erhalten acht Wochen vor und nach der Geburt
Litauen nimmt alles zurück.
Berlin, 11. Januar. (Funktelegramm.) Die litauische Regierung beabsichtigt laut Pressenotiz im Laufe dieser Woche die Ausweisung der deutschen Redakteure zurückzuziehen.
Bischöfe hinter Kerkergiüern.
Mexiko, 11. Januar. Laut Pressenotiz ist über Pascul Diaz, Bischof von Tabasco und über fünf weitere mexikanische Bischöfe die Haft verhängt worden.
Welt: 50 Meter hoch, 45 Meter breit und 22 Nieter tief. Das Gewaltswerk sollte die Siege Navoleons um 1806 verkünden. Unter den kriegerischen Reliefs der Riesenpfeiler wird die Allegorie der „Segnungen des Friedens“ von 1815 leicht übersehen. 172 Schlachten und 386 Offiziersnamen künden ein blutiges Heldentum. Der Kriegsruhm strahlt aus dem gigantischen Gemäuer, durch dessen Bogen der Kaiser mit seiner Großen Armee aber niemals eingezogen ist. Tenn erst von 1836 datiert die Vollendung: Fünfzehn Jahre nach dem tödlichen Ausgang von St. Helena.
Unter diesem lauten Monument des Kriegsruhms liegt ein stilles Grab: Das Grab deS unbekannten Soldaten. Man hat die armen Knochen eines Namenlosen, eines nicht mehr zu legitimierenden Poilu hier beigesetzt: einen der Hunderttausenden aus der Masse Mensch, der nun als Emer für Alle die hohe Ehre genießt, unter dem Denkmal des Krieges „in Frieden“ zu ruhen. Vielleicht gehörte sein Leib einem der Edelsten seines Volkes, vielleicht war's ein Verbrecher. Gleichviel: er war der Mensch für alle namenlosen Menschen.
Und fein Grab steht unter dem Ehrenbogen wie ein ewiges Hindernis künftiger Triumphzüge. Denn könnte man sich denken, daß jemals wieder eine Siegesarmee mit Schritt und Tritt über die geweihte Grabplatte marschieren dürfte, um den Toten zu stören — um den Frieden jählings aufzuschrecken? So ist das Kriegsmal zu einem Monument der Anklage geworden. Ein symbolischer Friedhof mitten im Lärm des Platzes, auf den zwölf Riesen-Avenuen münden. Da liegt der unbekannte Soldat.
In diesem Symbol ist die Tragik der Rah- nalschen Tragödie beschlossen, in dem furchtbaren Gegensatz von Sieg und Tod, Krieg und Frieden, Kampffront und Heimat, Blutvergießen und Ruhe, Haß und Liebe.
Raynal schildert das typische Schicksal des Soldaten, der Braut, der Daheimgebliebenen. Es ist eine der schwersten Anklagen gegen den Krieg, den der Franzose Raynal einen Bruderkrieg nennt, aber das Werk ist der Sphäre des
Unwissenheit, die in leitenden Kreisen der Reichswehr noch vorkommt. Kennen Sie nicht die Ausführungen, die Jahr für Jahr zum Hee- reSetat von.den Wortführern unserer Partei gemacht worden sind? Wissen Sie nicht, welch heftigen Angriffen unsere Haltung in den Organen eines radikalen Pazifismus jahraus, jahrein ausgesetzt ist? Können Sie nicht das demokratische Parteiprogramm in dem es heißt: „Das uns aufgezwungene Söldnerheer ist baldigst durch ein Milizsystem mit allgemeiner Wehrpflicht zu ersetzen, das geeignet ist, zur Verteidigung unserer nationalen Unabhängigkeit?“ Koch zitiert dann ehvge Aeußerungen für und gegen den Pazifismus und meint: Solche Gesinnung, wie sie von Walter Rathenau bis Gustav Stresemann auch Richtschnur der amtlichen Außenpolitik gewesen ist, als einen Pazifismus abzutun, der zum Eintritt in die Reichswehr unfähig macht, ist politischer Dilettantismus. Im übrigen hat
aiu< Boni« und awrtfcimft.
Das Gruppenkommando bleibt in Kassel. Von einer Verlegung des Reichswehrgruppenkommandos Kassel nach München ist dem Reichswehrministerium nichts bekannt.
Fünfundzwanzig Jahre Berliner Kaufmann- fchast. Ein Werk des Syndikus der Berliner Kaufmannschaft, Professor Dr. Max Apt ist eine Fundgrube für den künftigen Geschichtsforfcher, da es zeigt, wie der Verfasser lange vor dem Kriege die Ideen der mit-
Könlgsabenteuer in Ungarn ?
Bethlens Reise nach Rom. Adria ober Heirat- Budapest. 11. Januar.
Die bevorstehende Romreise Bethlens wird mit der Ueberlassung eines jugoslavwischen Freihafens in der Adria an Ungarn in Verbindung gebracht. Graf Bethlen würde in Rom die direkten Verhandlungen mit Mussolini zur Lösung der schwebenden Fragen herbeizu- sühren trachten. Entscheidende Beschlüsse seien jedoch noch nicht gefaßt. Ein Linksblatt verweist auf die phantastischen Kombinationen, die sich an die Reiseabsichten des Ministerpräsidenten knüpfen und warnt die Ocffent- lichkeit vor einer Ueberrumpelung mit vollzogenen Tatsachen, die das Land in ein
entstehenden Lasten mittragt. Man darf dabei nicht vergessen, daß der Vertrag von Versailles dem gesamten deutschen Volke ungeheure Lasten auferlegt hat. Die befonberen Schaben der Rheinprovinz, die durch die Besatzung entstanden sind, müssen wieder gutgemacht werden. Die Staatsregierung wird hier im Rahmen des Möglichen alles tun. In der Frage des Slädte- bangefetzes kann die Staatsregierung augenblicklich nichts mehr tun. Der Minister versickerte zum Schluß, daß er der Wirtschaft überall h e l f e N w ü r de wo er helfen könne.
Die Tragödie des Krieges.
Raynals „Grabmal des unbekannten Soldaten" im Kasseler Staatstheater.
Der französische Dichter Raynal hat mit feinem „Grabmal“ das ernsthafteste Nachkriegs- Drama geschrieben. Er gab der Tragödie eines Soldaten den Titel „Das Grabmal unter dem Triumphbogen“ Ter Triumphbogen, der „Arc de Triomphe d l'Etoile“ zu Paris ist, wie Diebold erzählt, der größte "Triumphbogen der
Rach Italien... Prag.
Auch die Tscheck^n bieten uns die Friedenshand.
London, 11. Januar. Nach einem Bericht aus der Tschechoslowakei hat sich dort die Forderung nach Verhandlungen mit Deutschland verstärkt. Man erwarte schon in allernächster Zeit einen Vertrag zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Auch ein tschechischer Wirtschaftsvertrag mit Oesterreich steht bevor.
Wie del Riflöwe knurrt.
Die Spanier in Nöten. Geheime Waffenlager.
Paris, 11. Januar.
Meldungen aus Tetuau zufolge häufen sich die Handstreiche und Ueberfälle der Anfständi- chen auf Transporte. In der unterworfenen Zone seien die Gemüter sehr erhitzt, und zahlreiche Eingeborene schlöffen sich neuerdings den Aufständischen wieder an. Der spanische Generalstab sei fieberhaft tätig. In Ajdir wurde ein umfangreiches Waffenlager entdeckt. Eine Unterfuchung ist eingeleitet.
Bund für Haus und Schule.
Kirchenrat Eisenberg über den westf. Schulstreik.
Der Bund für Hans und Schule veranstaltete gestern im Evangelischen Vereinshaus einen Teeabend mit musikalischen Darbietungen von Frl. Reufsurth (Violine) und Frl. Joel (Klavier) sowie Landgerichtsdirektor Dr. Bähr als Cellist. Kirchenrat Eisenberg sprach über den Westfälischen Schulstreik, über den feiner Zeit berichtet wurde, hervorgerufen dadurch, daß in Dortmund ein Schulrat von difstdentischer Gesinnung, der aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist, für den dortigen Schulbeziri er«
2n der Ehinapoffche.
Besorgte Ministergesichter in London.
London, 11. Januar.
Der englische Premierminister Baldwin wird in aller Kürze eine Kabinettssitzung einberufen, um über die Lage in China zu beraten. Amtlich verlautet, daß durch die,Räumung der britischen Konzession in Honkau irgendwelche Rechte bisher nicht aufgegeben worden seien. Man müsse die weitere Entwicklung den Verhandlungen in Hankau überlassen.
Und die Allerärmflen?
Wenn die Zwangswirtschaft fällt: Rentnerheime.
Von befonderem Interesse waren in der längeren anschließenden Diskussion unter den nicht allzu reichlich erschienenen Hörern die Zweifel des Hausbesitzervorstandes Scherer an der Durchführbarkeit des Programms in punkto freier Kapitalsaufbringung, da heute kein Kapitalist fein Geld in eine aus- sichtslofe Sache stecken wolle. Roch schwerer wogen die Bedenken wegen der Aufhebung der Zwangswirtschaft. Allein in Kassel hätte ein Drittel der Hausvorstände Stundung oder Niederschlagung der Mieten beantragt. Man rechne mit einem Hauszins st euer- au§ f all für 1Q9R von drei Millionen, d. h. zehn Prozent des Eesumtauskommens. 16 500 Haushaltungen scheiden damit für die Wohnungsnachfrage aus, weil ... sie die Mieten nicht erschwingen können. Die großen und mittleren Wohnungen würden gar nicht oder schwerer vermietbar werden als bisher. Wie will aber die Zentralbank diese Milliardenverluste decken? Nicht Mietgewinn, sondern riesige Ausfälle, namentlich seitens der Arbeitslosen und Kleinrentner, wären die Folge. Wo will man dieses zahlungsunfähige Meterproletariat unterbringen? In Rentnerheimen, wie sie auch hier in Kassel verlangt werden? Die unglücklichen Jnflations- opfer verlieren dort ihre letzte Heimstätte, aber sie sind vor dem Untergang bewahrt, wenn man ihrer vielleicht in wenigen Jahren vergessen hat. Noch weitere Einwände und Bedenken wurden erwogen und . . . zerstreut, so durch Bankier Pfeiffer von banktechnischer Seite (auch der Mietervertreter Vetter erklärte sich zur Mitarbeit bereit), die Dr. Grassert noch einmal in schärferer Herausarbeitung von Einzelheiten zu zerstreuen und entkräften fuchte. -r-
Dle Lodnwelle schäumt heran.
Vor einem bewegten Frühjahr.
Berlin, 11. Januar.
Alle Arbeiter-Kategorien rüsten schon jetzt im Reiche für die neue Lohnbewegung des Frühjahres. Das Berliner Gewerkschaftskartell unterhandelt seit gestern über die Höhe der neuen Forderungen, die sich diesmal zwischen zwöl und fünfundzwanzig Prozent bewegen sollen. Im Ruhrbergbau erfolgen teilweise schon Ta- rtskündigungen, ebenso im Südwesten.
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—- \ Wo die «SlpSLerke sich niederraffen.
Nordhausen, 11. Januar. Mit Sitz Nordhausen wurde am 5. d. Mts. die Verkaufsstelle Mitteldeutscher Gipswerke G. m. b. H. endgültig gegründet, die voraussichtlich am 17. Januar ihre Tätigkeit aufnehmen wird.
lichkeit der Mtion, verhehlte aber auch die Bedenken und Widerstände, die von Seiten sich entgegenftetten.
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Von Ufer zu Ufer.
Brücken sind Symbole des Lebens.
Von
Heinrich Leis.
Hoch und steil wölben sich Brücken hinweg über dunkel klaffende Abgründe; wuchtig gespannt sind ihre ehernen Träger, stark wachsen die kantigen Pfeiler empor aus schwarz verdämmernder Tiefe. Drunten bricht jäher Steilhang nieder zur Talsohle, zackiges Felsgeröll besät schroff gespaltene Schluchten; strömende Flut drängt in breitgefügtem Bett, zwischen Bergmassiven sich windend, mit unablässigem Gischten und Tosen anrennend gegen die Brük- kenpfeiler, die wuchtend mitten in ihrem Wirbel eingerammt stehen. Die Brücken aber leiten in sanstgewölbtem Schwung über die Tiefen fort, verbinden trennende Ufer, weisen Richtung und Ziel vom Abgrund über die Helle Straße, entgegen der am Horizont verblauenden Ferne.
Ueber die Brücken wandert der Zug des Lebens, nimmt den gewohnten Gang, kaum mehr bewußt der Tiefen, die unter ihm aufgerissen. Und die Brücken wuchten sicher und stark, tragen auf ehernem Rücken die Last der Wagen und der Bahnen, die dröhnend über sie hinweg schüttern und stampfen. Nur ein seifes Zittern, ein kaum spürbares Schwingen ist in ihrem Bau, und aus dem Abgrund empor steigt das Gurgeln der Wasser, das ewige Raunen der Flui.
Als Wahrzeichen von starkem, unbeugbarem Menschenwillen sind die Brücken aufgerichtet, die Tiefe beherrschend, daS Trennende überwölbend, die Ferne erfchließend für die Wege der Sehnsucht. In ihren stolzgeschwungenen Bogen ist Sieg des schassenden Geistes über irdischen Zwang, über trotzig ungebändigte Natur. An wuchtig aufgefdrragten Trägern, an steilgerammten Pfeilern zerbricht der Sturm und die Urkraft zerstörerischer Elemente.
Doch Klüfte, tote Die Stromtiese dunkel und steil, sind ausgebrochrn zwischen den Menschen, die voneinander getrennt stehen tote die von jähem Steilhang zerschnittenen U'er. Und Briik-
Grzeflnökl will Helsen.
Aber nur wo er kann.
Düsseldorf, 11. Januar.
Innenminister Grzestnski führte vor Wirt- fchasts- und Arbeitervertretern u. a. aus: Vor allem müssen Regierung und Wirtschaft der wetteren Verelendung der älteren Erwerbslosen Vorbeugen. Man wird von der Wirtschaft verlangen müssen, daß sie einen Teil der dadurch
Neues aus Mel.
Rue für Damen!
Ein Vortrag in den Bürgersäleu.
Ein Vertreter der sog. Rohkost, Emil Grotzinger von dem Sanatorium Diätreform in Lehmreide bei Leipzig hielt in den vollbesetzten Bürgersälen einen Lichtbildervortrag über die Welt- und Menschenkatastrophe und ihre Erklärung und den seelischen und körperlichen Zusammenbruch der Menschen.“ Ter Redner versuchte sein reichlich wett gestecktes Thema, unterstützt von einer Anzahl Lichtbildern,dem Damenpublikum klar zu machen. Er hält im allgemeinen die Hausfrau für eine arge Giftmischerin, denn Fleisch ist Gift, Ei ist Gift und wenn sie Kuchen backt, bann tut fie ihrer Familie keinen Liebesdienst, sondern schädigt ihre Gesundheit. In beredten Worten klagte der Redner, daß ihm der Magistrat für seinen Vortrag Vergnügungssteuer berechnet. Für die Anhängerinnen ,ber Rohkostbewegung mag der Vortrag manches Interessante gebracht haben. Schade, daß wir nicht mehr den Segen der Rohkostbewe- gung erleben, denn erst die folgende Generation, so sagte der Redner, wird an ihrem Körper die heilsamen Folgen verspüren. Der Vortragende pries hauptsächlich die Vorzüge seines Sanatoriums, eines besonderen Rohkostdämpsers und verschiedener Literatur. Im übrigen ist nach Ansicht Herrn Grotzingers dxr Blinddarm unentbehrlich, also behalte man ihn... so lange man kann und ihn »och hat. L. E.
sich Koch, wie verlautet, gleichzeitig an den Reichswehrminister Dr. Geßler gewandt mit dem Ersuchen, die demokratischen Führer gegen ungerechtfertigten Vorwürfe zu schützen.
Mittwoch, 11 Januar 1927.
sondern durch Anleihen am freien Kapitalmarkt: Baukredite zu Bedingungen, die die Rentabilität des Besitzes verbürgen; Einschaltung einer Zinsen - Ausgleichs st eile (zwischen fünf bis acht Prozent), die zugleich das Risiko der zweiten Hypothek übernimmt; Ausschaltung der Bürokratie zum Wohle der Allgemeinheit und schließlich allmähliche Mietsteigerung um vierzig bis sechzig Prozent, entsprechend der gebesserten Lebenshaltung. — Dr. Grassert unterstrich sehr lebhaft die Dring-
■ 17. Jahrgang. — Nr. 1
teleuropäischen Wirtschaftsgemeinschaft, der liberalen Parteiverschmelzung, der internattonalen Schiedsgerichtsbarkeit usw. vertreten hat.
Woran die Meisten sterben. Die Tuberkulose- Sterblichkeit ist im letzten Vierteljahr von ri,49 auf 10,54 Prozent auf 10 000 Köpfe zuruckge- aangen. Krankheiten der Kreislauforgane und Krebs sind dagegen als Todesursache leicht gestiegen; auch d.e Selbstmordziffer ist etwas erhöht. Insgesamt starben im Viertesiahr m Preußen an übertragbaren Krankheiten 2692a Personen, d. h. 28,03 davon durch Tvphus 0,17, Tuberkulose 10,34, Grippe 3,24, Kreislauforgane 17,43, Nervenkrankheiten 10,15, Selbstmords, <6.
Heiratslustige Kriegerwitwen. Laut etatu stik haben von ben rund 630000 französischen Kriegrewitwen sich bereits 262 000 wieder verheiratet. Ein besonderer Anreiz dürfte der Umstand sein, oaß die Kriegerwitwen bei ihrer Wiederverheiratung eine Abfindungssumme ui Höhe von drei Jahrespensionen erhalten.
Aus der demokratischen Mittelstandstagung in Berlin am 15. und 16. Januar wird u. a. Abgeordneter Kniest-Kassel die Mitiel- standsarbeiten in den Ländern behandeln. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold wird über Steuerpolitik und gewerblichen Mittelstand sprechen. In einer Mittelstandskundgebung soll die Stellung des gewerblichen Mittelstandes bargelegt werben. Auch Handelsminister Dr. Schreiber spricht.
Ein Waffenlager unter der Erde. Beim italienischen Dorfe Collegno wurde durch ein Zufall unter der Erde ein umfangreiches Lager bon Gewehren, Maschinengewehren, einer kleinen Kanone und 25 Kommunistenhelmen entdeckt, die offenbar schon vor Jahren von den Kommunisten vergraben worden sind.