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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 4. Amtliches Organ der Stadt Kassel. Donnerstag, 6. Januar 1927. Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Aus der Schweiz und Spanien lammt die Grippe.

Höhere Mieten?

Bedenkliche Seiten des Bauprogramms.

Genau so schwer wie die Arbeitslosigkeit lastet noch immer der Wohnungsmangel aus den brei­testen Volksschichten. Schlagwörter schwirren durch die Lust, Pläne werden geschmiedet, nur ... getan wird noch viel zu wenig zur lieber? Windung dieses Krebsschadens an der Volksge­sundheit und Volksseele, sodaß die folgenden aus Mitarbeiterkreisen stammenden Anregungen vielleicht das Problem zu fördern geeignet sind. Man schreibt uns: Bisher ist man bei der Wohnungsbau-Planwirtschaft von der Annah­me ausgegangen, daß in ganz Deutschland heute noch ein Bedarf von sechshunderttausend Woh­nungen vorhanden sei. Man nimmt außerdem an, daß sich dieser Bedarf durch Gründung neuer Familien, Zuzug, Abwanderung usw. um jährlich 150000 Wohnungen vergrö­ßere. Auf der anderen Seite steht das Woh­nungsbauprogramm der Reichsregierung eine Vermehrung der Wohnungen durch Neubauten aus öffentlichen Mitteln, insbesondere aus den Erträgen der Hau s z inssteuer, in Höhe von jährlich zweihunderttausend Wohnungep vor. Man glaubt aus Grund der vorliegenden Berichte feststellen zu können, daß diese Zahl von Wohnungsneubauten im Jahre 1926 unge­fähr erreicht worden ist, und hofft, in den nächsten Jahren mindestens die gleiche Zahl er­reichen zu können. Dann würde, so berechnet man, in zehn bis zwölf Jahren die ganze Wohnungsnot in Deutschland beseitigt fein.

Auf dem Papier und mit dem Rechenstist in der Hand kann man die schönsten Pläne machen. In der rauhen Wirklichkeit aber sehen die Dinge ganz anders und weit weniger schön aus. Der Wohnungswunsch und damit auch der Wohnungsbedarf ist seinem Ausmaß nach sehr wesentlich eine Frage des Wohnungs­preises. Die Erfahrungen lehren, daß in den Großstädten trotz der herrschenden, vielfach außerordentlich drückenden Wohnungsnot die aus öffentlichen Mitteln gebauten Wohnungen schon heute nur schwer Mieter finden, weil die Mietpreise, wie sie sich auf Grund der Baukosten und der Kapitalverzinsung trotz der billigen Hauszinssteuerhypotheken not­wendig ergeben, für die große Mafle btt Woh­nungssuchenden unerschwinglich sind. Wohnungswünsche und Wohnungsnachfrage, die zu den nun einmal gegebenen Preisen eine Wohnung tn Anspruch nehmen will, sind also zwei ganz verschiedene Dinge. Das heutige Wohnungsbausystem des Reiches stellt zwar schon genug Wohnungen her, aber Vielfach zu Preisen, zu denen sich die Wohnungswünsche nicht in eine Wohnungsnachfrage umsetzen kön­nen. Jnsolgedeffen können Wohnungsbedars und Wohnungsherstellung unter dem herrschen­den System nicht mehr genügend zusammen­kommen. DaS muß natürlich, wenn erst einmal der allerdringendste, nach dem Preise nicht so unbedingt fragende Bedarf befriedigt fein wird, von Jahr zu Jahr immer schlimmer werden. Darum ist die Wohnungsplanwirtschaft der Reichsregierung Wohl rechnerisch geeignet, die Wohnungsnot in längstens zehn Jahren aus der Welt zu schaffen. In der Praxis aher wird sie sehr bald daran scheitern, daß die durch das Reich hergestellten neuen Wohnungen, weil sie für einen großen Teil der Bevölkerung unerschwinglich sind, zur Bedarfsdeckung sich als ungeeignet erweisen werden.

Zur Zeit werden nun neue Projekte erörtert, die auf eine Vermehrung der Hauszins- fteuermittel hinauslaufen, um auf diese Weise noch mehr und vor allem billigere Wohnungen Herstellen zu können. Man er­wägt eine zehnprozentige Erhöhung sämtlicher Mieten, bereit Ertrag zu den bisher für den Wohnungsbau zur Verfügung stehenden Hauszinssteuermitteln hinzugeschlagen werden soll. Aber im Grunde genommen be­deutet daS nichts anderes, al» eine Verteilung der Wohnungslast, die für die einzelnen Woh­nungssuchenden zu schwer ist, auf die Ge­samtheit der Mieter. Aber diese Miets­steigerung hat eine sehr zu beachtende Kehrseite. Wenn alle Mieter eine um zehn Prozent höhere Wohnungsmiete zahlenmüflen, so ist das, nach­dem die Mieten den normalen Friedensstand er­reicht oder sogar schon ein wenig überschritten haben, nur möglich, wenn auch die Einkorn- men der breiten Bevölkerungsschichten und da­mit vor allem der Arbeitnehmer entspre­chend erhöht werden. Eine Mietssteigerung bedeutet also Erhöhung der Gestehungskosten der Industrie, des Handwerks und der Land­wirtschaft, damit auch eine Erhöhung des

freien, gewerblichen Wohnungsbaus ungelöst bleibt, wird keine behördliche Planwirtschaft die Wohnungsnot überwinden können.

führt also eine Erhöhung der Mietskosten zu vermehrter Arbeitslosigkeit und da­mit auch zu vermindertem WohnungSbedarf.

Aus dem Wege der allgemeinen Erhöhung der Wohnungsmieten kann man also nicht zu einer Bezwingung der Wohnungsnot gelangen. Vor allem tut das Reich nichts, um auf dem privatwirtschaftlichen Wohnungsmarkt allmählich wieder Normalzustände herzustellen Es scheint, daß die ösfenttiche Planwirtschaft

Schiffbruch erleiden muß, bevor man sich tn Deutschland mit dem wirkMen Wohnungspro­blem wieder praktisch beschäftigen soll. Dieses Problem besteht nämlich darin, für die Nach­frage nach Wohnungen wieder ein entsprechen­des Angebot am freien Markt zu schaf­fen, damit die Wohnungsmieten allmählich wie­der der freien Preisbildung überlassen werden können. Solange das Problem des

allgemeinen Preisniveaus und eine!auch auf dem Wohnungsmarkte erst völlig

Verminderung der Wettbewerbsfähigkeit beut« ....... " " - - - .

scher Waren auf dem Weltmarkt. Letzten Endes

Fährt Briand zu Mussolini?

Holder Rivieratraum / Wird Curtius Reichskanzler? Die nächsten Regierungsanwärter / Engländer und Chinesen als Todfeinde / Ein ernster Zusammenstoß.

Paris, 5. Januar. (Eigene Drahtmeldnng.) Briand ist gestern im Autombil in Marseille angekommen und wird sich nach Ezel an der Riviera zur Erholung begeben. Es verlautet, daß eine Zusammenkunft mit Mussolini in ei­nem französisch-italienischen Grenzort geplant sei und daß die Reise Briands mehr durch diese Zusammenkunft begründet sei als durch ein Er­holungsbedürfnis des franz. Außenministers.

Wer bildet die Negierung?

Zuerst Curtius, dann Stegerwald oder Marx. lTurch Funkspruch.)

Berlin, 5. Januar.

Die Verhandlungen des Reichspräsi­denten mt den Parteführern über die Bil­dung der neuen Regierung, die am Montag be­ginnen, werden mit einem Empfang deS Reichstagspräsidenten L ö b e eingeleitet. Bis­her haben lediglich ganz interne Vorbesprechun­gen stattgefunden. Wie ein Blatt wissen will, wird der erste Auftrag vormissichtlich an einen Volksparteiler ergehen. Im Vordergrund steht dabei der jetzige Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius, von dem man leichter die be­vorstehenden Reformen in der Reichswehr erhofft. Für den Fall, daß er scheitert, werden wieder Stegerwald und Marx genannt.

*

Eurtius als. Versuchsballon.

Berlin, 5. Januar. (PrivattelegrammO Die Presiegerüchte von einer Regierungsbildung unter Reichswirtschaftsminister Curtius hält man hier für unwahrscheinlich. Dr. Curtius weilt zurzeit im besetzten Gebiet und wird erst Sonntag abend in Berlin zurückerwartet.

*

Wirth pendelt nach links.

Karlsruhe, 5. Januar. (Eigene Drahtmel­dung.) Dr. Wirth, der als zukünftiger Reichsfinanzminister genannt wird, erklärte einem Preffevertreter, er denke nicht dar­an, ein Kabinett der Mitte mitzumachen. Sein Platz sei nur in einer Regierung, die auch die Sozialdemokrat ie^einschlietze.

Oder doch-..Neuwahlen?

Berlin, 5. Januar. (Privattelrgramm.) Laut Pressenotiz gewinnt der Gedanke der Reichs­tagsauflösung auch in den Mittelparteien An­hänger. Der Parteivorstand der Deutschen Vollspartei hält nach wie vor die große Koalition nicht für haltbar.

Die Kugeln fitzen lose.

Von Chinefen gestürmt. Schießt England?

(Eigener Drahtbericht.)

London, 5. Januar.

Unmittelbar, nachdem zwischen dem englischen Admiral und dem chinesischen Polizeidirektor gestern in H a n k a u die Zurückziehung der eng­lischen Marineabteilung vereinbart war, drang eine chinesische Volksmenge in die englische Kon­zession und bemächtigte sich der aus Sandsäckcn gebildeten Verteidigungsanlagen. Darauf er­hielten di eenglischen Seesoldaten Befehl, er­neut zu landen, der jeooch widerrufen tvurde, da dann ein Blutbad unvermeidlich ge­wesen wäre. Abends war die Lage sehr ernst.

* * *

ein überraschender Angriff.

Die Entscheidungsschlacht um Schanghai.

London, 5. Januar.

Blättermeldungen aus Schanghai zufolge ha» gestern bei Fuyang, etwa hundert Meilen

westlich von Schanghai, der Kampf um den Be­sitz von Schanghai begonnen. General Suntschuanfang hatte den Angriff auf die Kantonarmee eröffnet und seine Truppen gegen ihre Stellungen jenseits des Tschientangflusses oorgeschickt, um dem erwarteten Angriff vorzu­kommen. Die Schlacht dürfte sich auch auf die anderen Teile der Front ausdehnen.

*

Kaltes Blut in höchster Gefahr.

London, 6. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Weitere Berichte besagen, daß die Bedrohung der englischen Konzessin in Hankau etwa acht Stunden gedauert habe, wobei es nur der Kaltblütigkeit der englischen Marineoffi­ziere zu verdanken gewesen fei, daß kein weite­res Blutvergießen eingetreten wäre. Auch die besonnene Haltung der chinesischen Behörden und das Eingreifen der Kantontruppen habe dazu beigetragen, ein Blutbad zu vermeiden.

*

Das Englündervierlel in Shlnesenhanden.

Schanghai, 5. Januar. (Funktelegramm.» Nach einer Melduna aus Hankau haben gestern abend die in die britische Niederlassung einge­drungenen Chinesen das Zollgebände und die GemeindeVerwaliung der Niederlassung b e - fetzt und die Briten aus der Niederlassung vertrieben. Chinesische Polizei hält die Ord­nung im Englanderviertel aufrecht.

Die Grippe greift um sich.

Vorläufig in der Schweiz, Spanien u. Baden (Privat-Telegramm.)

Bern, 5. Januar.

Die Grippe-Erkrankungen in der West- und Zentralfchweiz nehmen bedenklich zu. Trotz des verhältnismäßig leichten Charakters der Epidemie sind zahlreiche Todesfälle zu verzeichnen. Im Kanton Gens sind rund acht­undzwanzigtaufend Personen an der Grippe er­krankt. Immer mehr Schulen werden geschlossen.

Freiburg (Breisgau), 5. Januar. Die in der Schweiz herrschende Grippe-Epidemie greift auch auf die angrenzenden badischen Ge­biete über. Auch im Breisgau-Gebiet mehren sich die Erkrankungen.

*

Halb Spanien grippekrank.

Paris, 5. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Nach einer Meldung aus Madrid grassiert die Grippe in Spanien außerordentlich stark. In Barcelona allein schätze man die Zahl der Kranken auf ungefähr hunderttausend. Jeden Tag mehrten sich die Todesfälle.

Als bas Schulschiff sank.

Explosionskatastrophe im Tropenhafen.

(Durch Funkspruch.)

Baltimore, 5. Januar.

Das französische SchulschiffRichelieu" war gerade mit dem Einladen von Pech beschäftigt, als eine schwere Explosion erfolgte. Die Doll­ar bei ter waren bereits von Bord gegangen. Dreiundzwanzig Personen wurden verletzt und mehrere Mitglieder der Besatzung werden noch vermißt. Alle Seekadetten blieben unversehrt.

Baltimore, 5. Januar. (Durch Funkspruch.) Durch die Explosion an Bord desRichelieu" wurden sechs Personen getötet und einund­dreißig verletzt. Der Dampfer ging sechs Stun­den nach der Explosiion brennend unter.

ZmXropen-pamdies.

Nicaragua: die Schweiz Mittelamerikas.

Geschickte «rrd Natnr reicke« stck die Hand, «m a»s der schmale« Vanäbriide. die zwei Ozeane bespüle«, das Paradies vo« Nicaragua z« mache«, das soebe» in das grelle Lchcinwerser- lickt der Weltpolttik gerückt w«rde. Unser Mtt- arveiter laut seine» Zauber lebendig werden. In den tropischen Dschungeln, die die Trüm­mer alter Städte bergen, schläft das Geheimnis einer versunkenen, von brutaler Erolerergewalt jählings zerstörten hohen Kultur, aus Schritt und Tritt stößt der Fremde auf gewaltige Denk­mäler und Zeugnisse der spanischen Kolonial­zeit, und ein goldener Uebersluß ruft nach dem entzückten Auge, zu Blumen und bunte Vögel. Mail hat das Land

die Schweiz Mittelamerikas genannt, aber so sehr es auch diesen Vergleich mit der Nalurschönheit der Eidgenossenschaft zu bestehen vermag, so wenig Gemeinsames hat feine Geschichte mit dem Bürgersinn einer europäischen Schwester. Seit 1840 ist die Ge­schichte Nicaraguas ein unaufhörlicher Bürgerkrieg, der das Land in zwei Par­teien teilte, ein Zustand, der von mächtigen Drahtziehern Himer den Kuljssen begünstigt wurde. Von Corinto, dem Hasenplatz an der Pazifischen Küste, fährt der Zug in zweiein- halvstündigei Fahrt nach Leon, dem Haupt­quartier der Liberalen. An kleinen Holzhäu­sern, Kokospalmen und Wlangroben geht es durch fruchtbares Land, durch ein Meer wogen­der Zuckerrohrfelder; am Horizont grüßt der Vuttaukegel des Chinandega. Noch ist Leon von dem Komfort, den die modernen Stemwüsten zu bieten haben, weit entfernt. Aber wer die Romantik sucht und Ilnbequemlichckeiten ver­schmerzen kann, wird hier auf feine Kosten kommen. Ein freundlicher Empfang wartet feiner, Droschkenkutscher mit der unver­meidlichen Zigarre und allzeit fröhlicher Laune bemühen sich um den Fremden. Zwar ist die Fahrt über die holprigen Straßen, die-sich in der Mitte zu einem Rinnstein senken, kein Ver­gnügen; aber es ist ja nicht weit zu den Sehens­würdigkeiten der Stadt, die in der Kolonial­zeit eine große Rolle gespielt hat, und der es nicht an historischen Erinnerungen mangelt. Leon befaß eine Universttätsschule und ein Dominikanerkloster, eine weite und imposante Kathedrale mit einer unschätzbaren Sammlung von Smaragden. Die Stadt ist feit der Unab- hängigkeit des Landes das Bollwerk des Libe- ralismus, der hier hauptsächlich in antiklerika­len Tendenzen offenbar wird. Auch wurde in Leon mit besonderer Hingabe die Idee eines mittelamerikanischen Staatenbimdes gepflegt. Der Hauptsttz der Konfervativen ist das an dem Ufer des herrlichen

Nicaragua-See gelegene Granada.

Der See, der die ungeheure Fläche von 8500 Quadratkilometer bedeckt, ist von Vulkanen um­geben, an deren einem, dem Mombacho, Gra­nada liegt. Noch immer ist diese Stadt, deren Lage ihresgleichen sucht, wunderbar in ihrer Würde und ihrem Reichtum, obwohl auch sie längst ihre einst bevorzugte Stellung als Han­delsplatz eingebüßt hat. Seit der San Juanfluß mit dem Vordringen der Eisenbahn seine Rolle als Hauptverkehrsader Nicaraguas ausgespielt hat, ist es auch mit der Bedeutung der Stadt vorbei Ein Uebriges haben die Kämpfe einer wechselvollen Geschichte getan; erst vor siebzig wahren wurde der größte Teil der Stadt nt ebergebrannt Freilich find aus den Trümmern wieder prachtvolle, in herrliche Gär. ten gebettete Häuser erstanden, die zusammen mit der großen Kathedrale und der irnposan-

r^e des heiligen Franziskus den alten Ruhm der Stadt bewahren. Granada war auch von jeher der Schaffung eines Kanals z w i. Len beiden Ozeanen günstig gesinnt, und hier lag noch etn Grund des Streites mit tean, das sich diesem Gedanken widersetzte seit 400 Jahren war ja das Projekt eines Nicaragua-Kanals immer wieder erörtert wor­den und der ernsthafteste Konkurrent des P a n a m a k a n a l s gewesen. Quer durch Nicaragua geht das große Rückgrai des vulka- nifchen Gebirgszuges ziemlich parallel mit der pazifischen Küste und ungefähr 160 Kilometer landeinwärts. Am westlichen Abhang dieser Gebirgswand liegen die herrlichen Seen des Landes, bereit einer schon erwähnt wurde, wäb- renb der andere, der Managua-See der Hauptstadt ihren Namen gegeben hat. In Gruppen bereinigt wohnen und wohnten seit urbeicklichen Zeiten um diese beiden Seen herum Me Hauptteile der eingesessenen Bevölkerung Nicaraguas. Zwischen den nordöstlichen Au«, läutern der mittleren Gebirgskette liegen die großen Kaffee- und Berawerksgebiete mit ben Handelszentren Ocotal (Segovia) und Mata-