Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Dl, »»fiel« Weueften «a-vnchwu ernbetnen wüchernuch ied>emal nad>mtttoge D« ilbonnementeortie beträgt für hen Monat 2.— Jt bä freier Suftetong ms Haus, in her <3efcbäft6fteUe »bgtbolt !.»> Jt. Lurch bte Poft monatlich 2.— Jt 4U8id)lie6lt» SulteH tmg8jebüln «erlag und IHebaftion Scbladttboffttufie 28.'Sl ierBiorerber *51 unb 852 i>üi unverlangt ängefanbte «eiträae kann bt« Re- »attton eine «eranttDortnna ebei Gewähr in feinem fcafle übernehmen Stück» tablung bt8 tfeengggelbee ober Anivrüche roegen.etmataer nicht orbnungSmäbigti «tefernne tft tubatftbloffen Postscheckkonto Frankfurt am Main Nummer
Hessische Abendzeitung
«ntemenoreüe: Glnbämi'che GächäfiSanmacn Heile 80 Jt, auswärtige Geschäft», anjägen Heile 20 Jt, »amtlienantetgen Seile SO Jt «leine Anzeigen baS Wort 1 Jt, iHeflamen bte Heile 75 4 Cfferrgebübi SO j (bä Sufenbnng her Offerten 50 41. «edtniingeberräae ftnb innerhalb 5 tagen m bezahlen, ftur Me Nichtig, kett aller bnrch nernforedter aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnabmebateu unb Plätze kann nicht garantiert werben ffür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei' Schlachibofftraüe 28'30. Geschäfts, stellet Kölnische Strafte 5. gegenüber brr Tvobrftrafte Wernfpretber 051 nnb 952
Nummer 3. Amtliches Organ der Stadt Kassel. MiLttvoch, 5. Januar 1927. Amtliches Organ der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang
Verliert England den Stützpunkt Gibraltar?
ES ist nicht leicht...
Der Weg zur Verständigung draußen u. drinnen
Die jüngsten peinlichen Zwischenfälle im besetzten Gebiet (zu den granzosenrowdies gesellen sich jetzt auch die englischen Rüpel) beweisen unwiderleglich, daß das Haupthindernis für die von allen Gutwilligen gebilligte Versöhnungspolitik die Besatzung ist, und vaß schon aus diesem Grunde ihre schleunigste Aushebung erfolgen muß, wobei daraus verwiesen sein mag, daß auch Briana erneut betonte, daß eine frühere Räumung des Rheinlandes im Rahmen des Versailler Vertrages durchaus möglich Wäre. Allerdings hat sich der französische Staatspräsident bemüßigt gefühlt, ganz im Gegensatz zu den wahrhaft männlichen Friedensworten des veutschen Reichspräsidenten, erneut an die „loyale Beobachtung der internationalen Pflichten" erinnern zu müssen, was weniger diplomatisch, aber deutlicher ausgedrückt, besagt, an die Innehaltung des Versail- ler $ er trage 8. Es wäre vielleicht „ aeck- mäßiger gewesen, diese Wendungen, mit jetten Herr Doumergue offenbar der französischen Rechten und auch der durch Herrn Marin im Kabinett vertretenen Gruppe entgegenzukommen wünschte, aus der Rede völlig herauszustreichen. zumal von den früheren Gegnern Deutschlands wlederholt anerkannt worden (st, daß der Versailler Vertrag von Deutschland im allgemeinen loyal erfüllt wurde, und daß o;e noch vorhandenen Streitpunkte am Verhandlungstische beglichen werden können. Wir wollen aber auch durch diese Redewendung uns die Hoffnung auf eine baldige Rheinlandräumung nicht vergällen lassen und müßten nicht Deutsche sein, wenn eine solche Forderung nicht auch für den innerpolitischen Kampf nutzbar gemacht werden würde.
Der .Vorwärts- ist es, der in seiner ersten Nummer im neuen Jahre auS der Forderung auf baldige Räumung des Rheinlandes glaubt innenpolitische Schlüsse ziehen zu müssen. Nicht nur Frankreich habe nunmehr, so sagt das sozialdemokratische Blatt, gegenüber dem bekannten Ausspruch Dr. WirthS, das Wort, sondern auch Deutschland müsse letzt sprechen, nämlich in dem Sinne, daß eine Regierung gebildet werde, die sich auf die Linke stütze. Einer Regierung, in der die Deutschnationalen vertreten seien, und die ihre Stütze in den Vaterländischen Verbänden suche, die erst in diesen Tagen schärfsten Kamps allen denen anaesagt habe, bte für eine Verständigungspolitik mit Frankreich eintreten, einer solchen Regierung würde man in Frankreich kein Vertrauen entgegenbringen: und eine solche Rechtsregierung würde deshalb auch das größte Hindernis für die Verwirklichung von Thoiry sein. Dieser Ansicht wird nun wiederum in den jetzigen Regierungsparteien lebhaft w i d er s p r o ch e n. Der Entschluß der Deutschnationalen, sich der außenpolitischen Führerschaft Dr. Strese- manns zu unterwerfen, würde, wie man hier urteilt, das Vertrauen des Auslandes in den guten Willen Deutschlands, zu einer Verständigung mit Frankreich zu gelangen, wesentlich stärken, wenn sie den Willen zu Positiver Mitarbeit aufbrächten.
Der Einfluß der parlamentarischen 'Zusammensetzung eines Kabinetts auf die außenpolitischen Geschehnisse ist durchaus ein bedingter.. Jedenfalls haben auch die Linksregierun- aen der Entente dem damaligen deutschen Linkskabinett gegenüber es durchaus verstanden, die Niederlage Deutschlands^für ihre wirtschaftliche und politisch« Besserstellung vorteilhaft auszunutzen Nun hat es allerdings keineswegs den Anschein, als ob die Deutschnationalen schon jetzt den Weg der innerpolitischen Beruhigung und Stärkung der Einheitssroni nach außen, den der Reichspräsident noch in seiner Neujahcsrede mit weiser Hand wies, von sich aus gehen wollten. Die bürgerliche Mitte wird sich deshalb wahrscheinlich auf die Sozialdemokraten bei der Durchführung außenpolitischer Aufaaben stützen müssen. Damit ist natürlich nicht gesagt, das eine Regierung der Mitte alle sozialdemokratischen Forderungen in der i n n er p o l it i sch e n Gesetzgebung erfüllen müßte. Eine klare Entscheidung über die Zusammenarbeit mit der Rechten oder der Linken wird nicht herbeigeführt werden können, sondern es wird sich auch bei einem neuen parlamentarischen Kabinett um ein sogenanntes UebergangSkabi- nett handeln. Die Konsolidierung der M.chr- heitsverhältnifle läßt sich nicht überS firne b5echen. Die P - teien der Mitte bestreben sich deshalb, durch s a chl i ch e Arbeit den Staatsaufbau zu fördern und die Gegeuföye der Parteien langsam zu überbrücken.
M 6DM mit Dkl WM'l-WDU
Scheidemann verficht die Rechte der Republikaner / Engländer als Besatzungs-Rowdies / Deutsche als litauische Minister? Das Nicaragua-Abenteuer noch nicht zu Ende / Ab- oder Aufrüstung?
Berlin, 4. Januar.
In der Berliner Stadthalle veranstaltete gestern abend das Reichsbanner eine Kundgebung, in der Bbg. Scheidemann sprach, lieber die Frage der Regierungsbildung sagte Scheidemann, die Republikaner gehören in nie Regierung; selbst aus die Gefahr hin, daß die republikanischen Parteien keine Mehrheit haben, müssen sie die Regierung übernehmen.
* * *
Auflösung und Neuwahlen?
Taktische Manöver der Linkspartei.
Berlin, 4. Januar.
Scheidemann sprach gestern für die Reichstagsauflösung als Vorbereitung der kommenden Regierungsneubildung. Auch die Abg. Hermann Müller und Wels haben sich für Neuwahlen ausgesprochen. Man will anscheinend durch die Reichstagsauflösung zu einer neuen Bildung der Weima rcr Koalition der deutschen Regierung lommen.
Verprügelte Engländer.
Selbsthilfe der Deutschen im Gastb^nH.
(Funttelegramm)
Berlin, 4. Januar.
Ein Blatt meldet aus Mainz: In Wörsdorf belästigten in einem Gasthause drei angetrunkene englische Soldaten die Gäste, so. daß diese zur Selbsthilfe schritten und die Soldaten hinauswarfen, wobei zwei von ihnen leichi verletzt wurden. Vier beteiligte junge Leute wurden festgenommen. Die Haftentlassung wurde vom britischen Militärgericht abgelehnt. Die Schuld an dem Zwischenfall tragen die Engländer, die sich außerordentlich herausfordernd benahmen.
Roch ein Faustschlag ins Sesicht.
Mainz, 4- Januar. (Eigener Drahtbericht.) Ein französischer Fliegeroffizier, dem gegenüber ein Straßenbahnschaffner das Ersuchen um Abänderung des Fahrscheins mit der Begründung ablehnte, daß er sich dadurch einer Urkundenfälschung schuldig machen würde, schlug den Schaffner mit der Faust ins Gesicht, der glücklicherweise, wie auch die anderen Mitfahrenden, seine Beherrschung nicht verlor.
Erhört man die Deutschen?
Memelländer sollen in Litauen mitregieren.
(Funktelegramm)
Berlin, 4. Januar.
Der litauische Ministerpräsident Professor Woldemaras hat, wie ein Blatt aus Kowno meldet, den memelländischen Abgeordneten beruhigende Versicherungen wogender Wahrung der Rechte des Memellandes gegeben, und man erwartet daher das Eintreten der Memelländer in die Regierungskoalition.
Der General als Hetzer.
Diele Franzosen denken aber auch anders.
gehen werde. Coolidges Vorgehen ist das folgenschwerste seit W i l s o n s E i n t r i t t in den tfielttrieg. Im Senat bereitet sich ein Sturm gegen den Präsidenten vor.
*
AuG Brasilien gegen Washington
London, 4. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt meldet aus Rio de Janeiro: Senatoren und Deputierte fordern Brasiliens Eingriff für Nicaragua. Zahlreiche Amerikaner verlassen Rio de Janeiro.
*
Der Mexikobrand schwelt weiter.
Berlin, 4. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Mexiko wird gemeldet: Präsident Calles hat zwei Jahresklassen einberufen. Der nordamerikanische Gesandte überreichte gestern wegen Ausschreitungen des Pöbels vor dem Konsulat in Tampico eine Protestnote.
(Segen das Abenteuer in Nicaragua.
Washington, 4. Januar. (Funktelegramm.) Der demokratische Senator Wheeler hat in einer Entschließung die sofortige Zurück, ziehung aller amerikanischer Streitkräfte Hua Nicaragua gefordert.
Los von England!
Gibraltar will zu Spanien zurück.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 4. Januar.
Ein Blatt meldet aus Madrid: In Gibraltar hat am Neujahrstage die größte Bewegung für Anschluß an Spanien stattgefunden. Auch die Stadtvertretung Gibraltars hat zum ersten Male in einer Entschließung Gibraltars Wunsch nach Anschluß an das spanische Mutterland ausgesprochen. Eine Partei der Aktivisten hat sich gebildet.
Gewalt gegen Recht.
General von Pawels in der Löwengrube. (Eigene Drahtmeldung.)
Basel, 4. Januar.
Ein Blatt meldet aus Paris: Das interalliierte Militärkomitee in Versailles hat eine Sitzung für Mittwoch einberufen. An ihr nimmt der deutsche Bevollmächtigte von PawelS teil. Der Botschafterrat tritt Freitag zusammen. Der Abbau der Kontrollkommission in Berlin geht nur langsam vor sich. Von den dreiunddreitzig französischen Mitgliedern sind bisher erst neun nach Frankreich zurückgekehrt.
Letzt auch schon die Schuhindustrie.
Paris, 4. Januar. ) Privattelegramm.) Nach den Zeitungen dehnt sich die Arbeitslosigkeit der französischen Schuhindustrie aus. In dem Haupt-Schuhzentrum Fougeres zählt man siebenhundert Arbeitslose. Man hält eine Besserung vor 2—3 Monaten für ausgeschlossen.
Paris, 4. Januar.
Nach einer Meldung aus Nancy kam es anläßlich einer Veranstaltung der französischpolnischen Bereinigung zu einem Zwischenfall. Der Vorsiiiende, General W e y g a n d, erklärte nämlich, Polen habe durch Blut den Versailler Vertrag ratifiziert und das Blutopfer sei nötig, um den Frieden zu sichern. Die Versammlung geriet über diese Erklärung in Erregung und der anwesende Präfekt verließ zum Zeichen des P r o t st e s gegen eine derartige Sprache die Versammlung.
EooUöge doch kriegslustig?
Proteststürme selbst im eigenen Lager.
(Eigene Drahtmeldung.)
Der Sriechenprofeffor als Gesandter.
London, 4. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Aus Athen wird berichtet, daß der frühere griechische Außenminister und Rechtsprofessor Streit zum Gesandten in Berlin ernannt worden ist.
Nur em frommer Wunsch.
Amerika möchte abrüsten, baut aber weiter.
Washington, 4. Januar.
Der Marineetat, der sich auf insgesamt 314 552 680 Dollar bei inst, will die Floltenstärke aufrechterhalten, schlägt dagegen eine Verminderung der Gelder für F l o t te n • Manöver vor. Der Finanzausschuß teilt den Wunsch des Präsidenten nach weiterer Rüstungsbeschränkung. Der Bericht gibt jedoch die Bereitschaft des Hauses zu erkennen, mit dem Bau neuer Kreuzer fortzufah reu, wann immer der Präsident dies empfiehlt.
Alles im Zeichen der Abrüstung.
London, 4. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt meldet: Der englische Flottenbau für
1927 umfaßt sechs Kreuzer, zwei Zerstörer, vier daß man über Einsprüche und Proteste hinaus- Minenboote und sechzehn Unterseeboote.
London, 4. Januar.
Ein Blatt meldet aus Washi.tgton: Die Nachrichten über den Proteststurm aus Mittel- und Südamerika gegen das Vorgehen in Nicaragua ermuntern den Präsidenten Coolidge eher als daß sie abschrecken. Im Weißen Hause hört man schon, daß die Vereinigten Staaten die Vormacht des ganzen Erdteiles seien und
Wer wlrds?
Die große Minister-Parade hat begonnen.
Wir lallen beute die Partelfavoriten für den Kanzler- und die Miniftervosten aufntarschie- ren. die in diesen kritischen regierungslosen Seiten wieder die Augen nicht nur Teuisch- lands auf sich lenken.
Eins steht fest, ein viertes Kabinett Marx werden wir nicht bekommen. Der Gesundheitszustand des Reichskanzlers Marx, der in diesem Monat vierundsechzig wird, dann also schon nahe an der Altersgrenze ist, hat sich durch die aufreibende Arbeit der letzten Jahre so verschlechtert, daß er jetzt selbst den Wunsch geäußert hat, nur noch parlamentarisch tätig zu fein. Von den früheren Kanzlern kommen wohl nur noch die Herren Wirth und Luther in Betracht, denn Herr Sttefe« mann hat mehr als einmal erklärt, daß er den stabilereren Posten des Reichsaußenminister, auf dem er ja FachrniAister geworden ist, dem schwankenden des Reichskanzlers vorzieht. Mit Wirth werden die Namen anderer Parlamentarier als Reichskanzler genannt, so Koch-We- ser von den Demokraten, Stegerwald vom Zentrum. Und neben dem Namen des parlamentarisch nicht abgestempelten früheren Reichskanzlers Luther schwirren Namen durch die Luft, für deren Träger dasselbe gilt. Man kann er ja nach dem Standpunkt als Vorzug oder Nachteil betrachten. So wird wieder ,wie bei jeder Kabinettskrisis, der Kölner Oberbürgermeister Dr. A d e n a u er genannt. Doch würde dieser seine nicht nur in der Stadt Köln, sondern in ganz Rheinland einflußreiche Poksttio^ mit dem Reichskanzlersessel nur unter ganz besonders günstigen Umständen vertauschen. Beträchtliche Schwierigkeiten wird die Besetzung des Reichswehrministeriums bereiten, dessen Portefeuille
weder die Rechte der Linken, noch die Linke der Rechten gönnt. Daß die Deutschnationalen oder die SPD. es erhalten, ist aus naheliegenden Gründen unwahrscheinlich. Kandidaten der SPD. für den Posten des Reichswehrministers sind die Abgeordneten S e- bering, der frühere preußische Innenminister, Sollmann und Schö pflin, Redner der Partei für alle militärischen Angelegenheiten. Unter den Deutschnationalen ist Wohl der Abg. Generalmajor a. D. Graf Friedrich von der Schulenburg auf Tressow bei Greves- wühlen der Kandidat für das Reichswehrministerium, der lange Militärattachee in London toar. Als Stabschef der Kronprinzenarmee nahm er an der Beratung über die Abreise Wilhelms des Zweiten nach Holland teil. Demokratische Kandidaten für den schwierigen Posten des Reichswehrministers sind der frühere oldenburgisch» Ministerpräsident T a n tz e n, der im Rufe eines besonders starken Mannes steht und der Berliner Vize-Polizeipräsident Friedensburg, der schon seit langem die Nachfolge Getzlers erstrebt. Der gegebene Mann der Volkspartei für das ReichSwehrmi- nisterium ist der Abg. Konteradmiral a. D. Brünighaus, ein Schwiegersohn des Großadmirals Koester. Er ist sowohl mit Marine- wie Reichswehrfragen völlig vertraut. Der Reichsarbeitsminister Brauns u. der Reichsfinanzminister Reinhold werden ihre Portefeuilles auch im neuen Reichskabinett behalten. Herr Reinhold wird getragen von dem Beifall aller am deutschen Wirtschaftsleben Interessierten, Herr Branns aber, der beinahe
sieben Jahre ReichSarbeitöminister
ist und nach dem Ausscheiden Geßlers Doyen des neuen ReichskabinettS werden würde, ist nun einmal „Heinrich der Wertbeständige". Scherz beiseite, durch seine politische Klugheit, seine langjährigen Erfahrungen im Kabinett hat sich Herr Brauns einen Einfluß gesichert, der viel größer ist, als man draußen ahnt. Dagegen wird fein getreuester Schildträger und Freund, Geßler, den er wieder in die Arme der katholifchen Kirche zurückge- führt hat, das steht wohl rechts und links gleicherweife fest, im neuen Reichskabinett nicht mehr fitzen. Für das Reichsinnenministerium, das Herrn Külz sicher nicht wiederfehen wird, werden die Deutschnationalen, falls sie sich an der neuen Regierung beteiligen, Herrn S ch i e- l e nicht mehr delegieren. Reichsminister Schiele hat fich, wie allgemin bekannt ist, in den Räumen feiner Behörde
fo gut wie garnicht blicken lassen und die Geschäfte von feiner schönen Dienstwohnung in der Wilbelmstraße 74, geführt. Daß das zu mancherlei Mißständen sührte, liegt auf der Hand. Verbindungsoffizier mit feinem Ministerium am Platz der Republik war Ober-