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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 3. Amtliches Organ der Stadt Kassel. MiLttvoch, 5. Januar 1927. Amtliches Organ der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang

Verliert England den Stützpunkt Gibraltar?

ES ist nicht leicht...

Der Weg zur Verständigung draußen u. drinnen

Die jüngsten peinlichen Zwischenfälle im besetzten Gebiet (zu den granzosenrowdies ge­sellen sich jetzt auch die englischen Rüpel) be­weisen unwiderleglich, daß das Haupthindernis für die von allen Gutwilligen gebilligte Ver­söhnungspolitik die Besatzung ist, und vaß schon aus diesem Grunde ihre schleunigste Aushebung erfolgen muß, wobei dar­aus verwiesen sein mag, daß auch Briana erneut betonte, daß eine frühere Räumung des Rheinlandes im Rahmen des Versailler Ver­trages durchaus möglich Wäre. Allerdings hat sich der französische Staatspräsident be­müßigt gefühlt, ganz im Gegensatz zu den wahrhaft männlichen Friedensworten des veutschen Reichspräsidenten, erneut an die loyale Beobachtung der internationalen Pflichten" erinnern zu müssen, was weniger diplomatisch, aber deutlicher ausgedrückt, be­sagt, an die Innehaltung des Versail- ler $ er trage 8. Es wäre vielleicht aeck- mäßiger gewesen, diese Wendungen, mit jetten Herr Doumergue offenbar der französischen Rechten und auch der durch Herrn Marin im Kabinett vertretenen Gruppe entgegenzukom­men wünschte, aus der Rede völlig herauszu­streichen. zumal von den früheren Gegnern Deutschlands wlederholt anerkannt worden (st, daß der Versailler Vertrag von Deutschland im allgemeinen loyal erfüllt wurde, und daß o;e noch vorhandenen Streitpunkte am Verhand­lungstische beglichen werden können. Wir wol­len aber auch durch diese Redewendung uns die Hoffnung auf eine baldige Rheinlandräumung nicht vergällen lassen und müßten nicht Deutsche sein, wenn eine solche Forderung nicht auch für den innerpolitischen Kampf nutzbar gemacht werden würde.

Der .Vorwärts- ist es, der in seiner ersten Nummer im neuen Jahre auS der Forderung auf baldige Räumung des Rheinlandes glaubt innenpolitische Schlüsse ziehen zu müssen. Nicht nur Frankreich habe nunmehr, so sagt das so­zialdemokratische Blatt, gegenüber dem be­kannten Ausspruch Dr. WirthS, das Wort, son­dern auch Deutschland müsse letzt sprechen, näm­lich in dem Sinne, daß eine Regierung gebildet werde, die sich auf die Linke stütze. Einer Regierung, in der die Deutschnationalen ver­treten seien, und die ihre Stütze in den Vater­ländischen Verbänden suche, die erst in diesen Tagen schärfsten Kamps allen denen anaesagt habe, bte für eine Verständigungspolitik mit Frankreich eintreten, einer solchen Regierung würde man in Frankreich kein Vertrauen ent­gegenbringen: und eine solche Rechtsregierung würde deshalb auch das größte Hindernis für die Verwirklichung von Thoiry sein. Dieser Ansicht wird nun wiederum in den jetzigen Re­gierungsparteien lebhaft w i d er s p r o ch e n. Der Entschluß der Deutschnationalen, sich der außenpolitischen Führerschaft Dr. Strese- manns zu unterwerfen, würde, wie man hier urteilt, das Vertrauen des Auslandes in den guten Willen Deutschlands, zu einer Verstän­digung mit Frankreich zu gelangen, wesentlich stärken, wenn sie den Willen zu Positiver Mitarbeit aufbrächten.

Der Einfluß der parlamentarischen 'Zusam­mensetzung eines Kabinetts auf die außenpo­litischen Geschehnisse ist durchaus ein beding­ter.. Jedenfalls haben auch die Linksregierun- aen der Entente dem damaligen deutschen Links­kabinett gegenüber es durchaus verstanden, die Niederlage Deutschlands^für ihre wirtschaft­liche und politisch« Besserstellung vorteilhaft auszunutzen Nun hat es allerdings keines­wegs den Anschein, als ob die Deutschnationa­len schon jetzt den Weg der innerpolitischen Beruhigung und Stärkung der Einheitssroni nach außen, den der Reichspräsident noch in sei­ner Neujahcsrede mit weiser Hand wies, von sich aus gehen wollten. Die bürgerliche Mitte wird sich deshalb wahrscheinlich auf die So­zialdemokraten bei der Durchführung außenpolitischer Aufaaben stützen müssen. Da­mit ist natürlich nicht gesagt, das eine Regie­rung der Mitte alle sozialdemokratischen For­derungen in der i n n er p o l it i sch e n Gesetz­gebung erfüllen müßte. Eine klare Entschei­dung über die Zusammenarbeit mit der Rech­ten oder der Linken wird nicht herbeigeführt werden können, sondern es wird sich auch bei einem neuen parlamentarischen Kabinett um ein sogenanntes UebergangSkabi- nett handeln. Die Konsolidierung der M.chr- heitsverhältnifle läßt sich nicht überS firne b5echen. Die P - teien der Mitte bestreben sich deshalb, durch s a chl i ch e Arbeit den Staatsaufbau zu fördern und die Gegeuföye der Parteien langsam zu überbrücken.

M 6DM mit Dkl WM'l-WDU

Scheidemann verficht die Rechte der Republikaner / Englän­der als Besatzungs-Rowdies / Deutsche als litauische Minister? Das Nicaragua-Abenteuer noch nicht zu Ende / Ab- oder Aufrüstung?

Berlin, 4. Januar.

In der Berliner Stadthalle veranstaltete gestern abend das Reichsbanner eine Kund­gebung, in der Bbg. Scheidemann sprach, lieber die Frage der Regierungsbildung sagte Scheide­mann, die Republikaner gehören in nie Regierung; selbst aus die Gefahr hin, daß die republikanischen Parteien keine Mehrheit haben, müssen sie die Regierung übernehmen.

* * *

Auflösung und Neuwahlen?

Taktische Manöver der Linkspartei.

Berlin, 4. Januar.

Scheidemann sprach gestern für die Reichs­tagsauflösung als Vorbereitung der kom­menden Regierungsneubildung. Auch die Abg. Hermann Müller und Wels haben sich für Neuwahlen ausgesprochen. Man will an­scheinend durch die Reichstagsauflösung zu ei­ner neuen Bildung der Weima rcr Koali­tion der deutschen Regierung lommen.

Verprügelte Engländer.

Selbsthilfe der Deutschen im Gastb^nH.

(Funttelegramm)

Berlin, 4. Januar.

Ein Blatt meldet aus Mainz: In Wörs­dorf belästigten in einem Gasthause drei an­getrunkene englische Soldaten die Gäste, so. daß diese zur Selbsthilfe schritten und die Soldaten hinauswarfen, wobei zwei von ihnen leichi verletzt wurden. Vier beteiligte junge Leute wurden festgenommen. Die Haft­entlassung wurde vom britischen Militärgericht abgelehnt. Die Schuld an dem Zwischenfall tragen die Engländer, die sich außerordentlich herausfordernd benahmen.

Roch ein Faustschlag ins Sesicht.

Mainz, 4- Januar. (Eigener Drahtbericht.) Ein französischer Fliegeroffizier, dem gegenüber ein Straßenbahnschaffner das Ersuchen um Ab­änderung des Fahrscheins mit der Begründung ablehnte, daß er sich dadurch einer Urkunden­fälschung schuldig machen würde, schlug den Schaffner mit der Faust ins Gesicht, der glücklicherweise, wie auch die anderen Mitfah­renden, seine Beherrschung nicht verlor.

Erhört man die Deutschen?

Memelländer sollen in Litauen mitregieren.

(Funktelegramm)

Berlin, 4. Januar.

Der litauische Ministerpräsident Professor Woldemaras hat, wie ein Blatt aus Kowno meldet, den memelländischen Abge­ordneten beruhigende Versicherungen wogender Wahrung der Rechte des Memellandes gegeben, und man erwartet daher das Eintreten der Memelländer in die Regierungskoalition.

Der General als Hetzer.

Diele Franzosen denken aber auch anders.

gehen werde. Coolidges Vorgehen ist das fol­genschwerste seit W i l s o n s E i n t r i t t in den tfielttrieg. Im Senat bereitet sich ein Sturm gegen den Präsidenten vor.

*

AuG Brasilien gegen Washington

London, 4. Januar. (Eigene Drahtmel­dung.) Ein Blatt meldet aus Rio de Janeiro: Senatoren und Deputierte fordern Brasiliens Eingriff für Nicaragua. Zahlreiche Amerika­ner verlassen Rio de Janeiro.

*

Der Mexikobrand schwelt weiter.

Berlin, 4. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Mexiko wird gemeldet: Präsident Calles hat zwei Jahresklassen einberufen. Der nord­amerikanische Gesandte überreichte gestern wegen Ausschreitungen des Pöbels vor dem Konsulat in Tampico eine Protestnote.

(Segen das Abenteuer in Nicaragua.

Washington, 4. Januar. (Funktelegramm.) Der demokratische Senator Wheeler hat in einer Entschließung die sofortige Zurück, ziehung aller amerikanischer Streitkräfte Hua Nicaragua gefordert.

Los von England!

Gibraltar will zu Spanien zurück.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 4. Januar.

Ein Blatt meldet aus Madrid: In Gibral­tar hat am Neujahrstage die größte Bewegung für Anschluß an Spanien stattgefunden. Auch die Stadtvertretung Gibraltars hat zum ersten Male in einer Entschließung Gibraltars Wunsch nach Anschluß an das spanische Mut­terland ausgesprochen. Eine Partei der Akti­visten hat sich gebildet.

Gewalt gegen Recht.

General von Pawels in der Löwengrube. (Eigene Drahtmeldung.)

Basel, 4. Januar.

Ein Blatt meldet aus Paris: Das interalli­ierte Militärkomitee in Versailles hat eine Sit­zung für Mittwoch einberufen. An ihr nimmt der deutsche Bevollmächtigte von PawelS teil. Der Botschafterrat tritt Freitag zusam­men. Der Abbau der Kontrollkommission in Berlin geht nur langsam vor sich. Von den dreiunddreitzig französischen Mitgliedern sind bisher erst neun nach Frankreich zurückgekehrt.

Letzt auch schon die Schuhindustrie.

Paris, 4. Januar. ) Privattelegramm.) Nach den Zeitungen dehnt sich die Arbeitslosigkeit der französischen Schuhindustrie aus. In dem Haupt-Schuhzentrum Fougeres zählt man siebenhundert Arbeitslose. Man hält eine Bes­serung vor 23 Monaten für ausgeschlossen.

Paris, 4. Januar.

Nach einer Meldung aus Nancy kam es an­läßlich einer Veranstaltung der französisch­polnischen Bereinigung zu einem Zwi­schenfall. Der Vorsiiiende, General W e y g a n d, erklärte nämlich, Polen habe durch Blut den Versailler Vertrag ratifiziert und das Blutopfer sei nötig, um den Frieden zu sichern. Die Versammlung geriet über diese Er­klärung in Erregung und der anwesende Prä­fekt verließ zum Zeichen des P r o t st e s gegen eine derartige Sprache die Versammlung.

EooUöge doch kriegslustig?

Proteststürme selbst im eigenen Lager.

(Eigene Drahtmeldung.)

Der Sriechenprofeffor als Gesandter.

London, 4. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Aus Athen wird berichtet, daß der frühere grie­chische Außenminister und Rechtsprofessor Streit zum Gesandten in Berlin ernannt worden ist.

Nur em frommer Wunsch.

Amerika möchte abrüsten, baut aber weiter.

Washington, 4. Januar.

Der Marineetat, der sich auf insgesamt 314 552 680 Dollar bei inst, will die Floltenstärke aufrechterhalten, schlägt dagegen eine Ver­minderung der Gelder für F l o t te n Manöver vor. Der Finanzausschuß teilt den Wunsch des Präsidenten nach weiterer Rüstungsbeschränkung. Der Bericht gibt jedoch die Bereitschaft des Hauses zu erkennen, mit dem Bau neuer Kreuzer fortzufah reu, wann immer der Präsident dies empfiehlt.

Alles im Zeichen der Abrüstung.

London, 4. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt meldet: Der englische Flottenbau für

1927 umfaßt sechs Kreuzer, zwei Zerstörer, vier daß man über Einsprüche und Proteste hinaus- Minenboote und sechzehn Unterseeboote.

London, 4. Januar.

Ein Blatt meldet aus Washi.tgton: Die Nach­richten über den Proteststurm aus Mittel- und Südamerika gegen das Vorgehen in Nicaragua ermuntern den Präsidenten Coolidge eher als daß sie abschrecken. Im Weißen Hause hört man schon, daß die Vereinigten Staaten die Vormacht des ganzen Erdteiles seien und

Wer wlrds?

Die große Minister-Parade hat begonnen.

Wir lallen beute die Partelfavoriten für den Kanzler- und die Miniftervosten aufntarschie- ren. die in diesen kritischen regierungslosen Seiten wieder die Augen nicht nur Teuisch- lands auf sich lenken.

Eins steht fest, ein viertes Kabinett Marx werden wir nicht bekommen. Der Gesund­heitszustand des Reichskanzlers Marx, der in diesem Monat vierundsechzig wird, dann also schon nahe an der Altersgrenze ist, hat sich durch die aufreibende Arbeit der letzten Jahre so verschlechtert, daß er jetzt selbst den Wunsch geäußert hat, nur noch parlamentarisch tätig zu fein. Von den früheren Kanzlern kommen wohl nur noch die Herren Wirth und Luther in Betracht, denn Herr Sttefe« mann hat mehr als einmal erklärt, daß er den stabilereren Posten des Reichsaußenminister, auf dem er ja FachrniAister geworden ist, dem schwankenden des Reichskanzlers vorzieht. Mit Wirth werden die Namen anderer Parlamenta­rier als Reichskanzler genannt, so Koch-We- ser von den Demokraten, Stegerwald vom Zentrum. Und neben dem Namen des parla­mentarisch nicht abgestempelten früheren Reichs­kanzlers Luther schwirren Namen durch die Luft, für deren Träger dasselbe gilt. Man kann er ja nach dem Standpunkt als Vorzug oder Nachteil betrachten. So wird wieder ,wie bei jeder Kabinettskrisis, der Kölner Oberbürger­meister Dr. A d e n a u er genannt. Doch würde dieser seine nicht nur in der Stadt Köln, son­dern in ganz Rheinland einflußreiche Poksttio^ mit dem Reichskanzlersessel nur unter ganz be­sonders günstigen Umständen vertauschen. Be­trächtliche Schwierigkeiten wird die Besetzung des Reichswehrministeriums bereiten, dessen Portefeuille

weder die Rechte der Linken, noch die Linke der Rechten gönnt. Daß die Deutschnationalen oder die SPD. es erhalten, ist aus naheliegenden Gründen unwahrschein­lich. Kandidaten der SPD. für den Posten des Reichswehrministers sind die Abgeordneten S e- bering, der frühere preußische Innenmini­ster, Sollmann und Schö pflin, Redner der Partei für alle militärischen Angelegenhei­ten. Unter den Deutschnationalen ist Wohl der Abg. Generalmajor a. D. Graf Friedrich von der Schulenburg auf Tressow bei Greves- wühlen der Kandidat für das Reichswehrmi­nisterium, der lange Militärattachee in London toar. Als Stabschef der Kronprinzenarmee nahm er an der Beratung über die Abreise Wilhelms des Zweiten nach Holland teil. De­mokratische Kandidaten für den schwierigen Po­sten des Reichswehrministers sind der frühere oldenburgisch» Ministerpräsident T a n tz e n, der im Rufe eines besonders starken Man­nes steht und der Berliner Vize-Polizeipräsi­dent Friedensburg, der schon seit langem die Nachfolge Getzlers erstrebt. Der gegebene Mann der Volkspartei für das ReichSwehrmi- nisterium ist der Abg. Konteradmiral a. D. Brünighaus, ein Schwiegersohn des Groß­admirals Koester. Er ist sowohl mit Mari­ne- wie Reichswehrfragen völlig vertraut. Der Reichsarbeitsminister Brauns u. der Reichs­finanzminister Reinhold werden ihre Por­tefeuilles auch im neuen Reichskabinett behal­ten. Herr Reinhold wird getragen von dem Beifall aller am deutschen Wirtschaftsleben In­teressierten, Herr Branns aber, der beinahe

sieben Jahre ReichSarbeitöminister

ist und nach dem Ausscheiden Geßlers Doyen des neuen ReichskabinettS werden würde, ist nun einmalHeinrich der Wertbeständige". Scherz beiseite, durch seine politische Klugheit, seine langjährigen Erfahrungen im Kabinett hat sich Herr Brauns einen Einfluß gesichert, der viel größer ist, als man draußen ahnt. Da­gegen wird fein getreuester Schildträger und Freund, Geßler, den er wieder in die Arme der katholifchen Kirche zurückge- führt hat, das steht wohl rechts und links gleicherweife fest, im neuen Reichskabinett nicht mehr fitzen. Für das Reichsinnenministerium, das Herrn Külz sicher nicht wiederfehen wird, werden die Deutschnationalen, falls sie sich an der neuen Regierung beteiligen, Herrn S ch i e- l e nicht mehr delegieren. Reichsminister Schie­le hat fich, wie allgemin bekannt ist, in den Räumen feiner Behörde

fo gut wie garnicht blicken lassen und die Geschäfte von feiner schönen Dienst­wohnung in der Wilbelmstraße 74, geführt. Daß das zu mancherlei Mißständen sührte, liegt auf der Hand. Verbindungsoffizier mit feinem Ministerium am Platz der Republik war Ober-