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Meter Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Dienstag, 4. Januar 1927

Amtliches Organ der Stadt Kaffel

Nummer 2

Politischer Hochdruck für 1927

deut

J

Paris, 3. Januar.

Briand erklärte einem Pressevertreter, durch

Lausende Geschäfte. - Srst nächste Woche.

Berlin, 3 Januar. (Funttelegramm.) Das geschäftsführende Reichskabinett wird Mitte die­ser Woche zusamnienireten. Man rechnet, daß die entscheidenden Besprechungen beim Reichs­präsidenten um den 9. oder 10. Januar.

Verhandlungen mit Frankreich (das Provi- s o r i u m läuft am 2L Februar ab) sollen be schleunigt werden. Im Innern stehen Reichs- schulgesetz und Artikel 48 im Vordergrund so­wie die Durchführung des Finanzaus­gleichs. Weiter ist dem Reichstag der Gesetz­entwurf über die Arbeitslosenversiche­rung und dem Reichsrat das Ar beitS- schutzgesetz zugegangen.

Panik in der Silvesternacht.

Erdbebenstötze in Kalifornien-Mexiko.

(Eigener Drahtbericht.)

Los Angeles, 3. Januar.

Erdstöße in der Neujahrsnacht haben in einer ganzen Reihe von Städten Metikos und Kaliforniens Sachschaden verursacht, der auf eine Million Dollar geschätzt wird.

Newyork, 3. Januar. (Durch Funkspruch.) Das Erdbebengebiet erstreckt sich bis weit nach Mexiko hinein. Es werden keine Toten gemeldet, doch eine größere Anzahl von Ver­wundeten. Die Erdstöße erfolgten in Ab- starrden oon zwei Minuten. Der Be- völkerung, die gerade Silvester feierte, be­mächtigte stch eine große Panik.

Amtliches Organ der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang

Die Gesetze warten...

HerkuleSarbeiten für Kabinett und Reichstag.

(Eigener Trahtbericht.,

Berlin, 3. Januar.

Durch die Regierungskrise blieben u. a. un­erledigt das neue Reichsschulgesetz und das Gesetz über Titel und Orden und der Entwurf eines Reichsstrafvollzuggesetzes. Für das Auswärtige Amt steht die Rheinland- räumung an erster Stelle, sowie die Kodifi­kation der Ordonnanzen. Ferner schweben Handelsvertragsverhandlungen mit der Tschecho­slowakei, Polen und Japan. Auch die neuen

<8ln teuflisches Verbrechen.

Kowno, 3. Januar. (Eigener Drahlbericht.) In den« litauischen Dorfe Blmidschius wurden ein 72jähriger Landwirt und dessen Ehefrau er­schossen und ihren vier Kindern die Kehle durch­schnitten. Die Mörder steckten darauf das Wohn­haus in Brand und flüchteten unerkannt.

Innsbruck, 3. Januar.

Gestern ging bei Zuos in Graubünden eine Lawine nieder, die zwei aus zehn Personen bestehende Skigesellschasten unter sich begrub. Bon den Verunglückten, drei Deutschen, angeblich Berlinern, sechs Engländern und ei­nem Skisührer miS Lech in Tirol, konnten nur drei lebend geborgen werden, während fünf andere nur noch als Leichen unter den Schnee- inaffen hervorgezogen wurden. Zwei der Ver­unglückten sind noch unauffindbar.

* * *

Zwei Deutsche und sechs Engländer.

München, 3. Januar. (Eigene Drahtmcl- dung.) Die eine der beiden Skiparteien bei Zuos bestand aus zwei Deutschen, dem Ober­regierungsrat Lehr und dessen Bruder Dr. Lehr aus Hamburg sowie aus einem Skilehrer aus Lech in Tirol. Von den Dreien konnte nur Dr. Lehr gerettet werden. Die andere Partie bestand aus sieben Engländern, von denen sechs unter den Schneemassen den Tod fanden.

eine grausige Silvesternacht.

Hamburg, 3. Januar. (Privattelegramm ) In der Silvesternacht erschlug der Seemaschinist von Skotnicki im Streit seine Frau mit einem Briefbeschwerer. Er leitete dann einen Schlauch von der Gasvorrichtung nach dem Schlafzimmer seiner beiden Kinder und ließ das Gas ausströ­men. Dann traf er letziwillige Verfügungen und jagte sich eine Kugel durch den Kops. Das Motiv der furchtbaren Taten war Eifersucht.

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Locarno sei der Vertrag von Versailles reiwillig bestätigt worden. Die Annäherung an Deutschland sei nichts Leichtes. Der geringste Zwischenfall löse eine Polemik aus. Nach Mederzusammentritt des Parlaments nüffe eine klare präzise Aussprache er- olgen, damit man in Frankreich wisse, was man wolle. Die Behmtptungen über Meinungs­verschiedenheiten zwischen ihm und P o i n - cart seien reine Phantasie. (?) Die Friedensrüstung von 1926 sei ein solides Werk­zeug gegen die Gefahr eines Krieges. Der ____ssch-italienische Vertrag gliedere stch in das allgemeine Friedenssystem ein. Die französisch-italienischen Zwischenfälle halte er für vorübergehende Erscheinungen.

66 Wirb schon wieder kalt.

Aber nur imheißen" Süden.

(Eigener Drahtbericht.)

Madrid, 3. Januar.

In ganz Spanien herrscht starke Kälte. Un­aufhörlich fällt Schnee, sogar in Malaga. Fünf Züge sollen durch den Schnee, der stellen­weise drei Meter hoch liege, blockiert sein. In Madrid find sechs Personen der Kälte zum Opfer gefallen. Das Unwetter auf See hat vier Dampfer zum Sinken gebracht. Der schaden wird auf 250 Millionen Pesetas geschätzt.

66 fängt gut an.

Wüster Silvester-Hexrnsabbath in Berlin. Berlin, 3. Januar.

Aus der Neujahrsnacht meldet der Polizei­bericht: 535 Verhaftungen, fünf Todesopfer, echs durch Schüsse schwer Verletzte, emundacht- zig leichter Verletzte. In 495 Fällen mutzten Feuerwehr und Rettungswache Hilfe leisten. Ferner melden die Blätter fünf Selbst­morde in der Neujahrsnacht. In zwei Fällen war ehelicher Zank die Ursache. Durch Ver­kehrsunfälle kamen drei Personen zu Tode. In Köpenick wurde ein junges Mädchen von ihrem Bräutigam ins Wasser geworfen und ertrank.

Folge des Tauwetters wieder die Niederungen nördlich von Bautzen heim. Im Laufe von vierundzwanzig Stunden stieg das Wasser der Elfter um achtzig Zentimeter. Aus dem Flüß- chen wurde ein reißender Strom. Die ganze Gegend um Hoyerswerda ist ein einziger See. Der Wafferstand erreicht beinahe den Stand der großen Ueberschwemmung vom Juni v. I»

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Neujahrs- und Eilveftertragödien

Acht Tode unter den Alpenlawinen / Berlin in Sans und Braus Die Familie als Opfer der Eifersucht / Ein Banditendrama.

Briands Friedensgelöbnis für 1927

Baden als Anwalt der Freiheitspolitik.

MN frischer Kraft,

j Was wir 1927 erreichen wollen.

Silvesterfeierlichkeiten und Neujahrstrubel sind verrauscht, die Zeit der ernsten Arbeit ist nach all den Feiertagen wieder gekommen. So sehr man sich auch bemüht hat, durch Bletgteßen oder auf andere Weise sich Klarheit darüber zu verschafsen, was das neue Jahr bringen wird, so wenig enthüllt sich doch trotz aller Wahrsager und Propheten das Schicksal vor der Zeit. Sicher ist immer nur das eine, daß wir nut aller Kraft arbeiten müssen, um den Wiederaus- stiea Deutschklands zu ermöglichen, um bie Kriegswunden endgültig auszuheilen. Dte Pro­bleme bleiben in dieser Hinsicht auch tm sichre 1927 die gleichen wie in 1926, zumal wtr ja die Regierungskrise vom alten in das neue Jahr hinüberfchleppten. Nun wird es aber Zeit, daß wir eine aktionsfähige Regierung er­halten, denn das Entfcheidende ist nicht, daß irgend wie regiert wird, sondern datz Deutschland aus der Zeit der ewigen Regie­rungskrisen herauskommen mutz. Es geht nicht an, datz ein Kabinett eigentlich immer nur so­lange gesichert erscheint, wie der Reichstag Nicht tagt, während stch im Parlament bei jeder mög­lichen und unmöglichen Gelegenheit eine Oppo­sition zum Sturze der Regierung zusammen­findet, obwohl diese Opposition positive Arbeit nicht zu leisten vermag, d. h. ni.e einmal in der Lage ist, eine neue Regie­rung an die Stelle der Gestürzten zu setzen. Daß das Ziel einer Konsolidierung der innenpoliti­schen Verhältnisse mit dem heutigen Reichstag nicht erreicht werden kann, scheint allerdings klar zu sein, wenn auch Neuwahlen unter dem gegenwärtig geltenden Wahlrecht kaum eine we­sentliche Aenderung der Lage bringen wurden. Es muß deshalb immer wieder betont werden, datz die Frage der Wahlrechtsreform eine der wichtigsten und brennendsten ist, und es mutz, da die Parteien gegen sie eine begreif­liche Abneigung dagegen haben, von allen Sei­ten auf ihre Lösung gedrungen werden. Es ist auf die Dauer untragbar, datz uns im Sommer rind im Winter je eine Regierungskrise be­schert wird, datz es stets endloser Verhandlun­gen bedarf, bevor eine neue Regierung gebildet ist und datz jedesmal das große Rätselraten einsetzt: Große Koalition, Weimarer Koalition, Regierung der kleinen Rechten, oder wie sonst die technischen Ausdrücke lauten mögen.

Daß die ewige Regierungskrise möglichst schnell ihr Ende finden muß, ergibt sich auch aus außenpolitischen Erwägungen. Es müssen nicht nur die noch restlichen beiden Ent- wasfnungssragen nach Möglichkeit bis zum 31. Januar geklärt sein, sondern wir wol­len auch nach den ewigen Vertröstungen und Zusicherungen" nun das Ende der Rheinland­besetzung selbst noch erleben. Wenn man nach diesen Erfahrungen auch den Neujahrs­wünschen Briands, der für 1927 die Ent­wicklung der deutsch-französischen AnnaherungS- politik erhofft, etwas skeptisch gegenübersteht, ko ist das nicht unverständlich. Eine Politik der wirklichen Annäherung kann erst durchgeführt werden (man denke an Landau), wenn der letzte fremde Soldat deutschen Boden verlassen hat. Alle Bemühungen um eine Besserung der Be­ziehungen zwischen beiden Ländern, so erfreulich auch solche Bemühungen sonst sein mögen, sind doch zum Scheitern verurteilt, solange für Man­ner wie die Landauer Richter, die Möglichkeit besteht, eine solche Politik der Annäherung zu durchkreuzen, solange irgend ein Rouzier sich im Rbeinlande tummeln darf. Das neue Kabinett wird sich nicht mit bett etwigenW bienten Vorstellungen" begnügen dürfen, son­dern man wird mit ganzer Kraft dafür eintre- ten müssen, daß die Wurzel allen Uebels, näm­lich die Besatzung selbst, verschwindet.

Das Jahr 1927 würde kaum einen besseren Titel und eine größere Anerkennung erhalten können, als wenn matt es später als das Jahr der innenpolitischen Konsolidie- tuns und der Rheinlandräurnnng be­zeichnen könnte. Ob es diese Hoffnungen und Erwartungen erfüllen wird, wer vermag das heute zu sagen. Wir aber alle, jeder für seinen Teil, sollten allesdaran setzen, damit dies aufs innigste zu wünschende Ziel erreicht wird.

Was unsere Herzen bewegt.

Das neue Jahr ist uns vieles schuldig.

(Eigener Drahtbericht.)

Karlsruhe, 3. Januar.

Bei einer große» Morgenfeier im Landes­theater stellte Staatspräsident Dr. Köhler fest, daß unser staatliches Sein gefestigt sei und Deutschland sich in der Welt behauptet habe. Das sei das befriedigende Ergebnis unserer durchaus gradlinig gebliebenen Außenpolitik der lebten Jahre. Man möge sich aber draußen überall bewußt sein, daß die immer noch fort­dauernde Besetzung nicht vereinbar ist mit dem Gedanken eines Bundes freier Völker in der Welt. Der Redner wünscht Stetigkeit der inne­ren Politik und sagte:Was wir brauchen ist eine zielklare und feste Führung, die mög­lichst viele Volksgenossen heranzieht zu verantwortlicher Mitarbeit in den Parla­menten. Der Redner erinnerte dann an die ungeheuere materielle und seelische Rot unseres Volkes und die dringenden sozialen Pflichten.

Sn Sachsen wieder Hochwasser.

Bautzen, 3. Januar. (Privattelegramm.) Eine erneute Hochwafferkatastrophe sucht als

Stark und frei.

Die große Neujahrsbilanz in der Wilhelmstraße, Papfthotschatt nah Hinbenbnrsprogram«. Marr legt Rechenschaft und prophezeit. Der Reichs­präsident will sich auf alle Volkslieder stützen.

Reichswehr und Republik.

Berlin, 3. Januar.

Beim großen Neujahrsempfang durch den Reichspräsidenten feierte der päpstliche Nuntius Pacelli den wachsenden Friedensgedanken und stellte fest, daß der Gedanke der Solida­rität der Nationen, deren Wohl gegenseitige unlösbare Bande wie in einem gemeinsamen Schicksal vereinen, im Bewußtsein der Völker immer klarer und tiefer geworden ist.Mögen in dem Jahre, dessen Anbruch wir heute begrü­ßen, diese Keime stch entwickeln, wachsen und reiche, heilbringende Früchte bet Wohlfahrt und Befriedung tragen!"

Reichspräsident von Hindenburg

gab in seiner Erwiderung der Ueberzeuguug Ausdruck, daß diese Bestrebungen mit allen Kräften fortgesetzt werden müssen, um den Ge­danken der Zusammengehörigkeit der Rationen zur Verwirklichung zu bringen.Hieran mn- z u a r b e i t e» hat sich das Deutsche Reich durch die von Ihnen erwähnten internationalen Abmachungen erneut bereit erklärt. Jedes Volk hat in erster Linie das Recht und bte Pflicht, seine politische Unabhängigkeit, seine Freiheit und seine Eigenart aufrecht zu erhalten. Das soll und darf aber nicht hknoern. auf der Grundlage der Gerechtigkeit und der Gleichberechtigung aller Nationen das allge- men Wohl der Menschheit zu pflegen und zu fördern. Seien Sie überzeugt, daß das deutsche Volk an diesem Ziele mit aller Kraft mitarbei- ten wird." Hierauf begrüßte der Reichspräsi­dent die einzelnen Botschafter nsw.

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Durch Einigkeit zur Freiheit.

Reichskanzlers Jahresbilanz und Ausblick.

Alsdann empfing der Reichspräsident die Reichsminister und Staatssekretäre, wobei Reichskanzler Marx in einer Ansprache u. a. feststellte: Die Mahnung zur Arbeit und Sparsamkeit, die Sie, Herr Reichspräsident, vor einem Jahre hier ausgesprochen haben, ist nicht unbeachtet geblieben. Im Zusammmenwir- kcn von Regierung, Parlament und Wirtschaft, von Reich und Ländern, sind beträchtliche An­strengungen mit bemj Ziel der Arbeitsbe­schaffung entfaltet worden, während es an- dererseits gelungen ist, trotz steigender Lasten den Reichshaushalt ohne tatsächliche Anleiheaufnah­me auszugleichen und den Haushalt des kom­menden Jahres in den Grenzen der vorausge­gangenen zu halten. Außenpolitisch wurden dis Beziehungen zu früheren Gegnern immer mehr aus die Grundlage der gegenseitigen Verständi­gung und Gleichberechtigung gestellt. Erfreuli­cherweise konnte sich dabei die politische Leitung im zunehmenden Maße aus einen die verschieden­sten Bevölkerungsschichten und Parteigruppiern- den umfassendenWillen zmn Wiederauf­bau der deutschen Weltgeltung mit den Mitteln einer ebensosehr auf die friedliche Verständigung wie auf die Wahrung der natio­

nalen Würde.

bedachten Politik stützen. Dieser Zug zu ein­heitlicher Willensbildung in den gro­ßen Lebensfragen der Nation, von dem wir wünschen und hoffen, daß er stch immer stärker entfallet, berechtigt zu der Erwartung, daß unter Ihrer vorbildlichen Leitung Deutschlands Be­mühungen um die europäischeVerständigung zum Wohl des deutschen Volkes und der internatio­nalen Gemeinschaft erfolgr. fortgeführt werden."

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Das Vaterland geht vor.

Ein Hindenburgappell an alle Verständigen.

Der Reichskanzler erwiderte auf die Glück­wünsche des Kanzlers u. a. In erster Linie must es im neuen Jahr unser aller gemeinsames Ziel sein, baldigst die Räumung der immer noch be­setzten Gebiete zu erreichen, damit das deutsche Volk überall in deutschem Land frei und unge­stört seine Kräfte in friedlicher Arbeit entfalten kann. Im Bereiche der inneren Politik ist am dringendsten die Behebung der wirtschaft­lichen Not, der immer noch überaus großen Er­werbslosigkeit, die täglich für über eine Million deutscher Arbeiterfamilien schwere materielle und moralische Sorge» bringt. Daneben harren wichtige sozialpolitische Fragen, harrt die Neu­regelung der finanziellen Beziehungen zwischen Reich , und Ländern der Lösung. Für Gesun­dung und Wiederaufstieg aber ist die erste Vor- ausfetzung, datz in allen Lebensfragen unser«