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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Sonnabend, 26. Juni 1926

^nmmer 148. Amtliches Organ der Stadt Kassel

Amtliches Organ der Stadt Kassel 16. Ja «rHang

Steuer- und Slreichholzkrieg in Warschau.

Der Rektor ais Bolschewist.

Paris, 25. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Soldaten der Mandschurei-Armee haben die Universität besetzt und den Rektor verhaftet. Letzterer wird beschuldigt, Unterstützung für bol­schewistische Propaganda angenommen zu haben.

nach zweiter Lesung mit nur kleinen Abände­rungen Wit 103 gegen 93 Stimmen an.

trieb gesetzt würde.

Die Garantie des bereits ausgegebenen Gel­des in Frankreich zu einem Mittelkurs, etwa dem Mittelkurs aus den letzten sechs Monaten, würde zunächst einmal den eminenten Erfolg haben, das Geld auf eine sichere Grundlage zu bringen, das französische Gold im Lande zu halten, anstatt es für fragwürdige und nur vorübergehende wirksame Stützungspunkt« zu verpulvern, die allgemeine Nervosität zu besei­tigen und insbesondere die internationale Spe­kulation aus das weitere Sinken des Francs zu einer so überaus a-sädrsick'-n zit machen, daß sie tatsächlich ausgeschaltet wäre. Dane­ben, neben diesem konsequenten (LyrlickmaLen des Papiergeldes, kann man hauptsächlich füi den Verkehr größerer Mengen Hartgeld, in Sil­ber und Kupfer, ausgeben. Das Geld wird gern aenommen und bringt dem Staat groben Gewinn, erlaubt ihm auch, entsprechende Men­gen Papiernoten aus dem Verkehr zu ziehen

Kein Lustmord in Schlesien.

Nur eine Kindertragödie in Neu - Dackisch.

(Privat-Telegramm.)

Breslau, 25. Juni.

Wie von der Untersuchungskommisston aus Nou-Sackisch mitgeteilt wird, ist der dort ver­übte Mord aufgeklärt. DaS Mädchen ist von dem eigenen Bruder erstochen worden, als es ihn beim Abschlachtender Ziegen überraschte. Der Bruder hat darauf Selbst­mord verübt, indem er sich mit einem Desching erschoß, daS zwischen dem Beit und der Wand eingeklemmt ausgefunden wurde.

und dadurch ebenfalls zur Verbesserung der Währung beizutragen..

Das ganz große Mittel freilich, um der In­flation Einhalt zu tun in Frankreich, liegt nicht auf wirtschaftlichem, sondern auf politischem Gebiet. Und zwar kann eine glückliche Lösung der Franckrise am schnellsten auf dem Boden einer deutsch-französischen Verstän­digung erfolgen, die auch Oesterreich von dem "chweren Dr"ck befreien würde, "vter dem die beiden friedfertigsten und emsigsten Völker Europas trotz Locarno noch immer schmachten..

Schon wieder am Ende?

Steuer- und RegierungSNiPpen in Polen.

(Eigene Drabtmeldung.)

Warschau. 25. Juni.

Der Haushaltsausschuß des Sejm strich beim Außenministerium 3,2 Millionen Zloty und von den Krediten 59 Millionen Zloty, wodurch die Kredite auf vierhundert Millionen herabgesetzt werden. Ferner lehnte er die geforderte zehn- prozentige Steuer ab, sodaß das Budget damit in sich zusammenfällt, denn vom Ertrage dieser Steuer sollten die Ausgaben für die Teuerungs­zulagen der staatlichen Angestellten bestritten »»erden. Die Regierung hat bekanntlich ange- kündigt, daß sie im Falle einer Ablehnung des Budgets zurücktreten werde. Ihre Lage ist nunmehr kritisch geworden, wenn der Sejm die Kredite nicht trotzdem bewilligt.

* * *

Noch einmal gerettet!

Ein Bcstechungs. und Streichholzfkandal.

Die Oder bricht durch.

Riesige Ueberschwemmungen. Schiffsabenteuer.

(Privat-Telegramm.)

Frankfurt a. O., 25. Juni.

Unter dem gewaltigen Andrang der Hochwas- 'ermassen der Oder ist der Damm im Königs­berger Kreise in einer Breite von hundert Me­tern durchgebrochen. Die Durchbruchstelle hat sich später wesentlich erweitert. Die Wassermassen überfluteten in wenigen Augenblicken weit über fünftausend Morgen. Sie rissen einen fahren- den Schlevpzug auseinander und preßten zwei große Oderkähne in die Durchbruchftelle. Die Schiffer vermochten jedoch im letzten Augenblick Anker zu werfen und einen Unfall zu verhüten.

In Frankreich scheint eS zurzeit auch recht viel konstruktive Köpfe zu geben. Wirklich voran kommen dort die Dinge nicht trotz der unend­lichen Zahl von Vorschlägen. Und was 6 a I I« laux an Plänen aufzubieten hat, ruht noch in den Zellen seines fieberhaft arbeitenden Ge­hirns. Kein vernünftiger Mensch in Deutsch­land Wünscht Frankreich ein ähnliches Schicksal, wie wir es erleiden mußten, keiner ist von dum­mer Schadenfreude erfüllt. Im Gegenteil, jeder Vernünftige weiß, daß bei den engen Beziehun­gen der Weltwirtschaft auch wir von der Ent­wertung des Francs miterfaßt werden. Frank­reich möge sich vor dem gewaltigen, nicht repa­rierbaren Fehler hüten, der bei uns gemacht wurde: vor der jähen Stabilisierung! Die Folgen der Deflation sind fast ebenso schlimm gewesen wie diejenigen der Inflation. Zu rasche Heilungen sind immer schlechte Hei­lungen. Tie Rentenmark war eben das letzte Mittel, der letzte, verzweifelte Ausweg, unter rücksichtsloser Niedertretung der für den Fort­bestand des Staates nützlichsten Existenzen, un­ter Lahmlegung der Kaufkraft von Millionen Menschen auf viele Jahre. Solche Kur nach Dr. Eisenbatth würde in Frankreich wohl noch viel tiefer gehende Wirkungen aus­lösen. Richt das letzte, sondern das vorletzte Mittel gilt es zu versuchen. Also kein neues Geld, sondern das ganz vorsichtige, ruhige, all­mähliche Ehrlichmachen des alten Geldes, ohne Zuhilfenahme von Auslandskrediten. Eine dem Inland wie dem Ausland vollkomme­nes Vertrauen einflößende Garantie sei­lens der Wirtschaft und zugleich die Uebernahme einer gewissen, ebenso beruhigen­den Mitwirkung und Sicherheit dafür, daß die Notcnpresse fortan nicht nach Belieben in Bc-

kverben ote Lüge eingestellte

Magdeburg, 25. Juni. (Privattelegramm.) Durch das steigende Elbe-Hochwasser ist auch die Eisenbahnverbindung zwischen Berlin und Mag­deburg gefährdet, sodaß man sogar mit der Ver- kehrseinstellung rechnet. Es besteht leider keine Aussicht, daß die Flut fallen wird. Die technische Rothilsc arbeitet mit achthundert Mann.

Wer beliefert England?

Wenig deutsche Kohlen. Eiserne Streikfront.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 25. Juni.

Im Vollzugsausschuß der Bergarbeiter-Jn- ternatwniile teilte Hodges mit, daß zwar eine geringe Zunahme der deutschen Kohlenförde­rung stattgefunden Hobe, aber dies genüge nicht, um irgendwelche wesentlichen Unterschiede für die Ausfuhr nach Enland zu bedeuten. Zwei srllos habe der geringe Mehrbetrag, der in Deutschland gefördert worden fei, zu anderen Ländern Europas ofixt nach den Mittelmeer und anderen Häfen seinen Weg gefunden. Ber- schöedene Gruben feien sogar in den letzten Wochen geschlossen worden. Es wurde be­schlossen, die englischen Bergarbeiter finanziell zu unterstützen und ferner in den verschiedenen außerenglischen Ländern nachdrücklicher als bis­her darauf hinzuarbeiten, die Ausfuhr von Kohle nach England zu verhindern.

Fürsten ols Bürger.

WSe die Entthronten ich« Tage verbringen.

Die vollkommen verfahrene Lage in der Für- stenabsindnng suchen. die Parteien J. 3t. im Rechlsausschutz ru klaren. L»rtvti«en labt st» einer unserer MNarbetier über das Leben «nd Treibe» der viclamkämpste» Fürftenbattvter tote folgt vernehmen:

Beinahe ein Viertel der vormals regieren- den Staatsoberhäupter sind inzwischen gestor­ben. Der erste von ihnen War König Wilhelm von Württemberg, oder, wie er sich nach seiner Abdankung nannte, Herzog Wilhelm von Würtz, temberg. der am 2. Oktober 1921, 73 Jahre alt, im Schlosse Bebenhausen, wohin er sich zurück- gezogen hatte, heimging. Nur Wenige Wochen päter wurde der drei Jahre ältere Komg Lud­wig III. von Bavern abberufen. Beiden folgte im April 1923, noch nicht sechsundvierztg Jahre alt, der Großherzog Wilhelm Ernst von Sach­sen-Weimar, der auf der schlesischen Herrschaft Heinrichau lebte. Genau zwei Jahre spater tarb, auch schon ein Siebziger, Fürst Gunther u Schwarzenburg. Daß Wilhelm II. und feine Gattin ihre Absicht, wegen des rauhen hollän­dischen Sceklimas, das der ost rheumattschen Kaiserin Hermine nicht bekommt, nach Spanten zu ziehen, aufgegeben haben, ist wohl sicher. Seide werden ihren Wohnsitz weiter in Doorn behalten. Das Haupt der bayerischen Koni.gr- samilie Kronprinz Rupprecht lebt teils in Mün­chen. teils in Berchtesgaden, völlig zufrieden mit der ihm vom bayerischen Staat gewährten Abfindung. Dasselbe gilt für den König von Sachsen, der seine Tage auf der über hundert­tausend Morgen großen Herrschaft Sibyllenott im Krei'e O?ls verbringt Großen Pnvatb-sitz in Schlesien hat auch der Chef der württember-- gischen Königsfamilie, der bekannte Heerführer Herzog Albrecht von Württemberg. Ihm gehört die vons seinem zweiten Sohn Herzog Albrecht Eugen verwaltete Herrschaft Carlsruhe bei Op­peln; freilich hält er sich dort nur selten aus, vielmehr ist sein ständiger Wohnsitz das so schon am Bodensee gelegene Schloß Friedrichshafen. Lange nicht so günstig wie er steht der letzte Grotzherzog von Baden, der

fast gar kein Privatvermögen hat.

Da er indessen kinderlos Ifc kann er mit der ihm vom Staat ausgesetzten Rente sorgenlos leben. Er wohnt im Winter in Freiburg i. Br., im Sommer auf der schönen Bodenseemsel Mainau bei Konstanz. Auch der Großherzog von Hessen, der seinen Wohnsitz im Neuen Palats in Darmstadt beibehalten hat, ist in keiner glänzenden Lage. Da er zwei Söhne hat, hofft er, daß der Staat die ihm gegebene Abfindung nach oben revidiert. Dagegen ist der, Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha, der die Veste Koburg oberhalb dieser Stadl bewohnt, durch den vor kurzem gefällten Spruch des Reiechsgerichts einer der reichsten deutschen Bundessnrsten geworden. Dieser Spruch, bef dem Lande Thüringen einen Teil seiner Do­mänen nimmt, hat bekanntlich die Frage der Fürstenabfindung, die in allen deutschen Län­dern mit Ausnahme von Preußen und Thürin­gen erledigt war von neuem ins Rollen ge­bracht. Weniger gut haben es die beiden Ge­schlechtsvettern des Koburgers getroffen. Her- zog Ernst von Sacksen-Ältenburg lebt im Win­ter in Berlin, im Sommer auf dem Schloß Fröhliche Wiederkunft bei Neustadt an der Otta, Herzog Bernbard von Sachsen-Meiningen, der Schwager Wilhelms II., hat seinen Wohnsitz im Meininger Residenzschloß beibehalten. In sehr auter Lage ist dagegen der Schwiegersohn des Kaisers, Herzog Ernst August von Braun­schweig, der den Winter in München, den Som­mer teils in Gmunden, teils in Blankenburg am Harz verbringt. Wenn sich auch das große Cumberland sche Vermögen, das zum überwie­genden Teil in österreichischen Staatspapiereu angelegt war, statt vermindert hat, so ist eS doch durch den Besitz an Kunstschätzen, von dem ein Teil kürzlich nach England und Amerika vettauft wurde, immer noch bedeutend genug, um seinen Inhaber

Mer Sorgen zu entheben.

Auch der Schwager des Herzogs Ernst August, »er letzte Schweriner Großherzog, ist infolge der ihm in reichlichem Maße gewordenen Ab­findung in guter Lage. Er residiert im Win­ter in Ludwigslust, im Sommer an der See in Gelbensande und Heiligendamm. Wie der Braunschweiger Herzog hat sich auch der letzte Großherzog von Oldenburg durch Verkauf von Kunstschätzen einen Privatbesitz geschaffen, der ihn zusammen mit der Staatsabfindung finan­ziell völlig unabhängig macht. Er hat bekannt» ftch unmittelbar nach der Revolution seine werwolle Gemäldegalerie nach Holland verkauft. Dagegen muß sich der Fürst Reuß jüngere Linie ziemlich einrichten, eine Umstel­lung, die seinem Vetter, dem Fürsten Reuß ältere Linie, Bruder der Kaiserin Hermine, er­spart blieb, da er seit seiner Kinderzeit schwach-

Die Frau nicht ebenbürtig.

Ohne Sitz und Stimme im Oberhaus.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 25. Juni.

Im Oberhaus hatte Lott» Astor einen Ge- setzentwutt eingebrächt, der den weiblichen P«rs, daS Recht geben wollte, den mit dem Titel verbundenen Ditz im Oberhanfe einzu- nehrnen. Das Oberhaus hat jedoch mit 124 gegen 80 Stimmen den Gesetzentwurf abgelehnt. Lord ff etil hatte erklärt, dir Regierung habe btt Masi-^lmte nicht selbst h: Vorschlag gebracht, da im Kabinett in der Frage keine Einftunnngkett geherrscht habe. Er befürwortete den Antrag. An dem Gesetzentwutt sind zwanzig weibliche Inhaber von Peerstiteln intercffiert

(Eigene Drabtmelvung.)

Warschau, 25. Juni.

Die Budgetkommission des Sejm hat, nach­dem Ministerpräsident und Finanzminister ostentativ den Sitzungssaal verließen, in spater Abendstunde das Budget angenommen; desgleichen den Gesetzentwurf, der die Regie­rung erntächtigt, eine Sechs-Millionen- Tollaranleihemit der ZÜndholzmonopol- A.-G. abzuschließen, wobei feftgeftettt wurde, daß bei dem Abkommen starke Durchstechereien vorgekommen feien. Der Abg. Wyroikowski er­klärte, es seien einige tausend Dollar Vestechungsgelder verausgabt worden, und er verlange, daß der gewesene Ministerprä­sident Grabski vor ein Staatsgericht gestellt werde und der Leiter des Zündholznio- nopols Tnrtzynski zur Verantwortung gezogen werde. Schweden habe sich nicht an das Ab­kommen gehalten. Die Zündholzfabriken in Po­len ständen still, die Arbeiter seien beschäf­tigungslos und inzwischen überschwemm­ten die Schweden das Land mit schwedischen Zündholzfabrikaten. (S. a. Depesche 2. S.)

Ehrliches Geld.

Wie ist der Franksturz aufzuhalten?

Ein österreichisches Blatt stellt im Anschluß on die Neubildung des Pariser Kabinetts über die F r a n k k a t a st r o p h e und ihre mögliche Heilung die folgenden fesselnden Bettachtungen an: Diejenigen in Deutschland, die etwa An­fang 1922 voraussagten, daß ganz dieselben Schrecknisse, Lächerlichkeiten und Unsinntgketten der Inflation, wie sie sich damals in anderen Ländern zeigten, bei uns in aller Kürze und womöglich noch viel krasser austreten würden, begegneten fast überall Unglauben und Spott. Mit abwehrender Geste wurde stolz gesagt: Deutschland ist nicht Oesterreich! Niemals wer- den eS unsere konstruktiven Köpfe zu solchen Zuständen kommen lassen!" Nun, trotz der kon- struttiven Köpfe oder vielmehr gerade ihretwe­gen, weil ihrer so viele waren, daß jeder ein anderes Heilmittel hatte und keiner dem ande­ren recht geben Wollte, haben wir die Inflation bis zum allerletzten bitteren Rest genießen müs­sen. Oesterreich aber, daS mit so großartiger Ueberlegenhett verlachte, ging entschlossen schon viel früher daran alS wir, und zu unvergleich- lich günstigerem Dollarkurs, Ordnung in seine Währung zu bringen. Wir in Deutschland muß­ten solange warten, biS die Mark auf Null hcr- abgeschnurtt, bis die offizielle Notierung an den großen Auslandsmärkten eingestellt war und eine Billion Papiermark genau ein« Goldmark galt Nämlich -er besseren Rechnung wegen ... Da kam daS sogenannteWunder der Renten­matt'. Man bat längst erkannt, daß es ganz und gar kein Wunder und durchaus kein Kunst­stück, noch weniger eine geniale Verwegenheit bedeutete. Denn natürlich läßt sich aus. einem vollkommen eben gemachten Boden und bar aller Verpflichtungen bequem etwas anderes aufbauen. Unter diesem Boden aber liegt daS enteignete Vermögen des deutschen Vol­kes, das mühsam im Laufe vieler Jahre ersparte Kapital deS Mittelstandes u. der alten Rentner.

Züngelnde Flammen.

Gefährliche Arbeiter-Unruhen in Schanghai.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 25. Juni.

«Reuter meldet aus Schanghai, unter den dortige» Arbeitern herrsche große Unruhe und werde Agitation getrieben. In einer japani- cken Baumwollfabrik zündete» sechshundert treitenbe Arbeiter die Baumwollvorräte an und griffen die Feuerwehr bei ihrem Erscheinen mit einem Hagel von Ziegelsteinen an. Zwölf Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Lage wird als sehr ernst angesehen.

Rein tSeneraiftreif in Europa.

London, 25. Juni. (Eigener Drah«bericht.s Im Vollzugsausschuß der Bergarbeiter-Inter­nationale wurde vereinbart, eine Zusammen­kunft am 13. f>uti in Ostende oder Paris ab zuhalten. In dieser Entschließung wird jedoch der Gedanke eines internationalen Bergarbei- terstreiks zur Unterstützung der englischen Berg- lettte, von der vorher mehttach die Repe gewe­sen war, mit keinem Worte erwähnt.

f.

Das Schicksal rollt.

Fütttenfriede oder Regierungswirren?

(Eigener Drahtbettcht.)

Berlin, 25. Juni.

Das Zentrum und die Demokraten sind sich darüber einig, daß der Rücktritt des ge­samten Kabinetts Marx unvermeidbar sei, Wenn alle Möglichkeiten der Verabschiedung der Fürsienvorlage scheitern sollten. Tas Zentrum soll sogar die Ermächtigung zur Reichstagsaus- lösung fordern. Man erwartet für morgen eine grundsätzliche Erklärung des Reichskanzlers für die Konsequenzen, die das Reichskabinett aus der Ablehnung der, Vorlage ziehen würde

Berlin hat wieder einen Etat.

Berlin, 25. Juni. Tie Stadtverordneten »erfammtung nahm gestern den städtischen Etat