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Hessische Abendzeitung

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»erknot dngefenäte Beiträse kann Me Sie» leroäbr in keinem Kalle übernehmen. Rück- rüche wegen erwaiaer nicht orbnunoSutäfetgei eclkonto Sranlmrt am Maio Nummer 6380.

Nummer 142 Amtliches Organ der Stadt Kaffel Sonntag, 20. Juni 1926 Amtliches Organ der Stadt Kassel 16. Jahrgang

Erlrinkende ernten und blutiger Wahlterror.

Darum prüfe...

Entscheidungen in schicksalsvoller Zeit.

Ein glanz- und glückloser, fast unheimlicher Sommer ist über die sonnendurstige Erde und Menschheit heraufgezogen. Mit blinden Augen starren Blumen und letzte Blütendiademe schon halb erloschen ins fahle, dämmerdunlle Wolken- chaoS, ducken sich unter klatschenden Regenschau­ern die schon nach Brot duftenden, mannshohen Aehrenschwaden, ost kilometerweit vom harten Hagelschlag nindergewalzt. Verstummt stnd süßer NatÄigallenlaut, silberne Lerchentriller, erstor­ben die seligen IVandermelodien in Haag und Hain, das jugendschäumende Tollen und Lärmen auf grünem Rasen, am glitzernden Strand, ver­ödet die Parks, die gastlichen Gärten, die auf- geweichten Wälder. Und selbst die Rosen haben dar Blühen eingestellt und harren mit hallige- öffneten Lippen deS erweckenden Sonnenlusses. Tosend aber stürzen die geschwollenen Bergbäche zu Tal, drängen die großen Ströme über die Ufer, daß Wiesen und Heu und die tieferen Straßenzüg« in Stadt uno Land, in Süd und Ost ertrinken und in den Balkan- und Donau­ebenen sich beispiellose Katastrophen abspielen.

Dieser Sommer des Mißvergnügens um­schließt als düstrer Rahmen die dramatischen Schattenspiele auf der europäischen Weltbühne. Die Pariser Jnflationssintflut hat, wie längst vorausgesagt, ein Kabinett verschlungen und Briand war erneut Arm. in Arm mit PoincarS in die Bresche gespruna> .. Poincart ist der ein­zige Mann, der mit schonungslosem Griff die Frankwunde schließen rann, der einzige, von dem sich der erschrockene und verbitterte Rentner den Staub großer Vermögensteile zur Sanie- rung würde gefallen sein. Freilich hätte der deutsche Däumling wieder wie in den Schrek- kenszetten an der Ruhr vor dem brutalen Men- schenfreffer jlttern müssen, wenn ihm nicht Lo­carno und Genf schon das Raubtiergebiß aus­gebrochen haben sollten. Wer H e r r i o t wollte sich mit dem Gewaltmenschen nicht einlasien und lieber selbst versuchen, die Inflationskatastrophe mit seinen Getreuen zu meistern, wenn ihn auch das Ausland und die eigenen Landsleute mit skeptischem Lächeln ansehen. Abe« lasten wir Ma­rianne mit ihren zerrütteten F ranknerven allein, wenden wir uns auch von John Bull ab, der sich noch immer mit dem Kohlen­streik abquält und dabei ungezählte Millionen zusetzt, die dafür in die Taschen der Ruhrzechen fließen, streifen auch nur flüchtig die Wiener Schul- und Religionsskandale, mit denen die Linke die Regierung Ramek aus dem Sattel heben will.

Unsere Stirnen furchten ernstere Sorgen. Fürstensirenen schrillen durchs Land. Die Masten wälzen sich in phantastischen Umzügen durch die Straßen. In maßloser Erbitterung, Verun­glimpfung, mit Lüge, Schmutz und vergifteten Pfeilen wird der Kampf zwischen Enteignern und Rechtsfanatikern ausgefochten, der sich bis in die Kirchen, Schulen und Familien fort­pflanzt. Uns steht es nicht an. Parteiparolen auszugeben und damit den Sturm, der die Staatsfundamente erbeben macht, künsüich an­zublasen. Wir begleiten nur als betrachtender Chor, als wägendes, psalmierendeS Gewissen das aufeinanderprallende Millionentreffen, das sehr leicht ein Ereignis von welthistorischer Tragweite werden könnte. Drum Prüfe, wer sich ewig bindet. Zweifellos wird morgen eine politische Machtfrage großen Stils weit über das Fürstenfchicksal hinaus zum erstenmal feit 1918 zum Austrag gebracht. Darauf lasten nicht nur die gigantischen Werbeaktionen al­ler Parteien schließen, die Mein schon Fürsten­vermögen verschlingen. Das springt auch aus der amtlichen Andeutung in die Augen, daß ein Volkssa Auflösung und Neuwahlen nach sich zieht lvon der Präsidenten- und Staatskrise zu schweigen), die dann aber erst wegen der beginnenden Ernte im Herbst vor sich gehen könnten. So wären wir also ein Vierteljahr regierungslos? (Frankreich pflegt in drei Ta­gen aktionsfähige Regierungen und Program­me auf die Beine zu stellen.) So sollen also die Regierungsmaschinen wieder bis zur Unbrauch­barkeit einrosten, die Parlamentarier in tiefsten Dornröschenschlaf verfallen, die Arbeitslosen sich dem Bolschewismus verschreiben, der Dawes- krebs sich tiefer in unser Mark fressen, aus dem Rheinland ein Museum für fremden Soldaten- lurus und Locarno und Völkerbund vielleicht ein Wolkenkuckucksüeim werden? Oder welche Ueberraschungen haben die Staatswächter sonst für uns bereit ? Aber auch bei einem Volks-

An Linlskabinett als Frankretter?

Briand-Poinears gescheitert / Herrior-Caillaux in Sicht.

Nachdem, wie gestern berits kurz mitgeteilt, H e r r i o t auf Grund eines Beschluffes der ra- bilden Partei den Eintritt In ein Kabinett Brland-Poincart abgelehnt hatte, gab auch B r l a n d den Auftrag zur Kabinetts­bildung zurück. Der Präsident übertrug nun­mehr Herrlot selbst die RegierungSbfl- dung, der die Mission annahm und sofort in Besprechungen mit bestimmten Ministerkan­didaten eintrat. Die Herriotpartet brachte er­neut ihr Vertrauen in eine linksgerichtete republikanische Konzentration zum Ausdruck, von der sie die Durchführung der Finanzierung in entschieden demokratischem Geiste erwartet. Diese Entschließung wurde dem Mi­nistorpräsidenten Herrlot übermittelt. Vorher hatte Briand eine dreiviertelstündige Unterre­dung mit Poincars.

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Halb ober ganz links?

Fünf Linkskandidaten für die Herriofliste.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 19. Juni.

Nachdem Herr-iot das Elysee verlassen hatte, erklärte er, er werde mit seinen 23eranblungeit erst heute früh beginnen, da er Zeit zum Ueverj legen haben müsse. In den Wandelgängen der Kammer herrschte nur bei wenigen Abgeord­neten die Meinung vor, daß er ein r e i n e s K a- binett der Linken bilden wolle. Die

Mehrzahl der Abgeordneten vertrat den Stand­punkt, daß er sich bemühen müffe, ein K o n z e n- trationskabinett zustandezubringen, das nicht nur die Parteien der radikalen und der so­zialrepublikanischen Partei, sondern auch der vier übrigen Fraktionen der Mitte umfassen würde. Herrtot, so erklärt man, werde sich unter diesen Umständen die Mitwirkung von den fünf linksstehenden Abgeordneten Victor Borel, Mariges, Le TroquerS, Bolanows- k i und F l a n d i n sichern müssen.

Kein Vertrauen zu Herrlot.

Paris, 19. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die republikanisch-demokratische Vereinigung er­klärt in einer Entschließung, Herriot fei nicht geeignet, das für die Stützung des Franken unerläßliche Vertrauen wiederher- znstellcn oder die für die Finanzierung gefor­derte Einigkeit zustande zu bringen.

Ohne Briand.

Tritt Caillaux an die Stelle PoincarsS?

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 19. Juni.

Aus den Erklärungen Herriots geht her­vor, daß ein? Entschettmnq, ob.er das Kabinett öi'*K rvU<! nicht vor heute abend erfolgen kann. Er unterhandelte mit CafllauK. Nebrlgens werde im Ministerium Herrlot, wenn eS zu- standekommt, Briand nicht als Minister des Aeußeren vertreten sein.

ist auch dann mehr als fraglich. Jedenfalls sollte man Mes daransetzen, um nach jedem Entscheid, gleichviel welcher Art, die entfesselten Instinkte wieder zur nüchternen StaatSvernunst zurückzulenken und keine Katastrophe von welcher Seite auch immer heraufzubefchwören, die den mühsam angebahnten Wiederaufstieg und das sorgsam gehegte Kleinod der Volksgemeinschaft wieder für.lange Zeit in Frage stellen. F. R.

ES fängt gut an.

Eine stundenlange Parteischlacht um die Fürsten. (Prlvat-Telegramm.)

Berlin, 19. Juni.

Zu einer größeren Schlägerei kam eS gestern abend zwischen Rechtsparteien und Reichsban­nerleuten sowie Frontkämpfern am Halleschen Tor, wo von den Linksparteien starke Wahlpro- paganda betrieben wurde. Die Krawalle zogen sich bis zum Blücherplaü hin, wo dann eine Rad­fahrerstreife und das Ueberfallkommando der Schutzpolizei eingriffen und die Kämpfenden in kurzer Zelt auseinanderbrachten.

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Mil Steinen und Latten.

Eine blutige Attacke auf Lastautos.

(Durch Funkspruch.)

Halle (Sale) 19. Juni.

Gestern abend wurden einige Lastautos mit Stahlhelmleuten auf einer Propagandafahtt in dem Vorort Glauchau von einen geschloffenen Zug roter Frontkämpfer mit Backsteinen be­worfen. Die Stahlhelmleute schlenderten die cieme zurück. In dem Kamps wurden aum Latten mit Nägeln als Waffen gebraucht. Schließlich drängte ein Polizieaufgebot die Ruhestörer ab. Von den 23 verletzten Stahl- helm^ukn trugen sechs schwere Verletzungen davon. Die Zahl der verteilten Kommunisten steht bis jetzt noch nicht genau fest.

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Verstopfte Straßen ttn Wablgetsimmei.

Berlin, 19. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) In Hunderten von Abteilungen durchzogen die roten Frontkämpfer in Lasttraftwagen die Strä­nen der Reichshauptstadt, begleitet von Sicher- heitswac^n der Schutzpolizei. Heute finden vier- undvierzia Versammlungen statt. Die Erregung ist außerordentlich gestiegen. Die Straßen sind vielfach durch die roten Umzüge nahezu gesperrt.

Acht Milliarden Schulden Wenn die Landwirtkredite nicht schneller fließen.

(Privat-Telegramm.)

Monopol werden soll. Ministerialrat Dr Q n a s s o w s k i teilte u. a. mit, daß die Verschuldung der Landwirlschast 3,1 Milliarden betrage. Dazu kämen etwa drei Milliarden Auf- wcrlungsschulden und zwei Milliarden Renten, bankgrundschuld. Großes Aufsehen machte die Mitteilung daß von dem bereitgestellten 250 Mil- lionenkredit bis heute nur etwa 120 Millionen an die Landwirte gelangt sind. Dr. Laslinde er- wähnte dazu: Wenn einzelne Institute noch zu ängstlich und engherzig in der Bewilligung der Kreditanträge find, so entspricht das durchaus nicht meinen Jntentione.,. Wenn es nicht ander» wird, dann würden die Kredite dahin abgegeben werden, wo man mit der Kreditaktion am schnell sten arbeitet. Ter preußische Landwirtschafts- Minister Dr. Steiger führte auS, daß für den kommenden Herbst 1,3 Milliarden Mark für die Bewegung der Ernte beschafft werden müßten. Dabei sei zunächst an die Sparkassen« verbände zu denken, die neue Kredite gewähren müßten.

Die Dämme brechen.

Ertrinkende Dörfer in Schlesien.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 19. Juni.

Durch das Hochwasser der Neiße im Land- kreise Guben sind mehrere Ortschaften von je­dem Verkehr abgefchnitten. Bei dem Dor­fe Str eg a ist gestern der Damm der Reiße gebrochen. Infolgedessen mußte das Dorf Pobsen geräumt werden. Pioniere wurden ein­gesetzt. Auch nach Antonienruhe wurde Reichs­wehr aus der nächsten Garnison beordert.

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Auf der FluAt vor dem

Roch ei« Dammbruch. Alarmierte Reichswehr. Ohne Ernte.

(Privat-Telegramm.)

Liebenwerda, 19. Juni.

Der Damm der Röder ist gestern gebrochen. Kilometerweit ist das Land überflutet. Würden. Hain ist geräumt. Schutzpolizei und Reichswehr frmie freiwillige Organisationen und die Feuer- wehren der gesamten Umgebung waren bisher erfolglos bemüht, die zwanzig Meter breite Bruchstelle zu verchopfen. Da weite fruchtbare Landstrecken von der Elfter und Pülnitz unter Wasser gesetzt sind, ist die Ernte fast vernichtet

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Wieder 5 3 nttmeter höher.

entscheidfiasko sollten dieHa6eimgebItebenenN sich tnäßigcn: Denn auch über das Fürstenkom- promiß können Regierung und Reichstag sehr leicht zu Fall kommen. Eine glückliche Lösung

München, 19. Juni

In der Ernährungsministerkonferenz ver. icherte Minister Dr. H a s l l n d e. daß ouS bet Getreidehandelsgesellschaft kein Getreide-

Konstanz, 19 Juni. (Eigener Drahtbericht.) Das Wasser des B o d e n f e e § ist um weit re fünf Zentimeter gestiegen. Die Anlagesteve- 6er Dampfer find überflutet.

Was kommt nachher?

Wenn das Volk gesprochen hat.

Ja «ad «ei«. Welche Stimmen stnb nngülttg. - Sonntag Nacht bereits entschieden. - Rechts- krästig erst drei Monate später. Kein Einspruch deS Reichsrates. Soll der Reichspräsident ab­gelebt werden? Kein Zwang tut Ansläsnng.

Gegenstand der morgen stattfindenden Volks­abstimmung ist die Frage, ob bei im Volksbe­gehren verlangte, vorn Reichstag abgelehnte Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der Fürstenvermögen Gesetz werden soll. Der Stimmzettel enthält eine entsprechende Frage vorgedruckt. Nach der Stimmabgabe wird zu­nächst in den Stimmbezirken das AbstimmungS- ergebnis ermittelt, worauf festgestellt wird, wie­viel gültige Ja- und Nein-Stimmen auf jede Frage entfallen stnd. Ungültig sind Stimmzettel: «) die nicht In einem amtlich abgestempelten Umschlag oder die in einem mit Kennzeichen versehenen Umschlag überge­ben werden; b) die nicht amtlich hergestellt sind; c) aus denen der Wille des Abstimmenden nicht unzweifelhaft zu erkennen ist, insbesondere sol­che, die keine Eintragung oder solche, die eine Eintragung aus Ja und Nein ausweisen; d) denen ein durch den Umschlag deutlich fühlbarer Gegenstand beigefügt ist; e) di« mit Zusätzen, Vermerken, Vorbehalten oder Kennzeichen ver­sehen sind. Der Hergang bei der Stimmabgabe und her Ermittlung des Ergebnisses wird in ei­ner Abstimmungsniederschrift sest- gelegt, die vom Abstimmungsvorstand zu unter­zeichnen ist. Sobald das Abstimmungsergebnis int Stimmbezirk sestgestellt ist, hat #8 der Ah- stimmungsvorstther bet Gemeindebehörde mit* zuteilen, die es für ihre Stimmbezirke fammelt und an die untere Verwaltungsbehörde tele­phonisch oder telegraphisch weitergibt. Von der unteren Verwaltungsbehörde werden die Er­gebnisse den Abstimmungsleitern auf fchnellstem Wege mitegetilt. Die Abstimmungsleiter ihrer- seits melden dem Reichswahlleiter. Nach den Erfahrungen bei den. letzten Reichswahlen ist damit zu rechnen, daß etwa

um Mitternacht beS AbstimmungZtageS

das vorläufige Abstimmungsergebnis feststeht, das dann voraussichtlich am Dienstag nach dem Abstimmungstage vom Reichswahlleiter im »Reichsanzeiger" bekanntgegeben wird. An die Ermittlung des vorläufigen Ergebnisses schließt sich die Feststellung des endgültigen Ab­stimmungsergebnissesan. Dor Reichs­wahlleiter prüft die Abstimmungsniederschristm sämtlicher Stimmbezirke des Deutschen Reiches, rund achtunvsechzigtauscnd, durch. Er stellt das Ergebnis der Vorprüfung in einem Prüfungs­berichte zusammen. Das Wahlprüfungs­gericht beim Reichstag prüft das Abstim- mungsergebnis und, entscheidet über die Gültig­keit der Abstimmung. Nach Abschluß des Vrü- fungsverfahrens veröffentlicht der Reichsmini- ster das Abstimmungsergebnis im Reichsanzei­ger. Bis zu dieser Veröffentlichung werden auch bei schnellster Arbeit immerhin zwei bis drei Monate vergehen. Erst wenn das Abstim­mungsergebnis auf Grund der Entscheidung des Wahlprüfungsgerichts feststeht, kann beurteilt werden, ob das zur Volksabstimmung gestellte Gesetz zu verkünden ist oder nicht. Führt die Volksabstimmung zu einem Erfolg im Sin­ne des Volksbegehrens, so wird das Gesetz vom Reichspräsidenten ausgesertigt und im »Reichsgesctzblatt, verkündet. Dem Reichs- r a t steht gegen die vom Volke im Volksentscheid beschlossenen Gesetze lein Einspruchs­recht zu. Der Rcichsrat hat nur gegen die vom Reichstag beschlossenen Gesetze bas Recht bes Einspruchs. Dem trägt auch bereits bie Prä­ambel Rechnung, bie bem Gesetzentwurf von der Reichsregierung in ber Verorbnung zur Durch­führung bes Volksentscheibs gegeben ist. Sie lautet: »Das brutsche Volk hat auf Volksbegeh­ren im Volksentscheib bas folgenbe Gesetz be« l ch l o s s e n, bas hiermit verkündet toirb." Die Rcichsverfassung enthält keine Bestimmungen welche politische Folgerungen an ei­nen erfolgreich^ Volksentscheib zu knüpfen sinb. Nach Artikel 43 Absatz 2 der Reichsver- fassung kann der Reichspräsident vor Ablauf sei­ner Wahlperiode auf Antrag des Reichstags durch Volksabstimmung a b g e s e tz t werden. Die Ablehnung der Absetzung durch die Volks­abstimmung gilt als neue Wahl und hat kraft des Gefekes die Auflösung des Reichstages zur Folge. Die gleiche Folge­rung zieht die Reichsverfassung nicht für den Fall, daß ein im Volksbegehren verlangtes und vom Reichstag abgelehntes Gesetz im Volksens scheid Annahme findet. Ein Zwang zur Auf­lösung des Reichstages bestehtdahernicht. Wohl aber kann sich unter Umständen durch das Abstimmungsergebnis ein so starker Wider-