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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 141. Amtliches Organ der Stadt Kaffe! Sonnabend, 19. ZunilS26 Amtliches Organ der Stadt Kaffe ! 16. Jahrgang

Wie England am Streik verblutet.

Der demokratische Innenminister macht Front gegen den Volksentscheid.

Politik und... Ei.

Moskau zittert vor den Bauern.

Von Dr. Paul Rohrbach.

In dem Wirtschastsbericht der Sowjetpresse für den Monat Mai wird mitgeteilt, es sei ein Monatsexpott von 440 Waggons Eiern veran­schlagt worden — im letzten Berichtsmonat je­doch seien tatsächlich nur sechzehn Waggons zur Ausfuhr gekommen. Nachrichten dieser Art sollte man aufmerksam lesen. Eine Waggonladung Eier sind hunderttausend Stück, sechzehn Wag­gons sind anderthalb Millionen, 440 Waggons sind über vierzig Millionen Eier. Ihr Export­wert fällt zwar für die Handelsbilanz eines großen Landes nicht entscheidend ins Gewicht, aber auf das ganze Jahr berechnet macht es doch einen Unterschied, ob die Eieraussuhr fünfhun­dert Millionen Stück ausmacht oder nur ein Dreißigstel davon! Die Frage, aus die es hier ankomntt, ist natürlich die: Warum konnten nur so wenig Eier aus Rußland ausgeführt werden? Sobald wir darauf die richtige Ant­wort haben, wird die Sache ernst. Der russische Bauer hat das Vertrauen zum Gelde der Sow­jetregierung. dem Tscherwonez, v e r l o r e n. Er sträubt flch dagegen, seine Produkte gegen Tscher- wonezen zu verkaufen. Im vorigen Herbst, nach der Ernte, als jedermann auf Grund der über­treibenden Berichte aus Rußland an einen ge- waltiHen Ertrag und an einen bevorstehenden ebenso gewaltigen Kornexpori glaubte, scheiterte dieser an dem Widerstreben der Bauern, ihr Getreide zu verkaufen. Die Ernte war lange nicht so groß, wie die Moskauer Berichte glau­ben machen wollten, aber sie war immerhin eine Mittelernte und Getreide war da. Rur die Prei­se, die von der Regierung den Bauern gezahlt wurden, waren so gering — sie konnten nicht höher sein, weil die bürokrattsch« Organisation für den Aufkauf und den Transport zu kostspie­lig war — und die Fabrikate der Regierungsin- dnstrie, die der Bauer kaufen sollte, waren so teuer und so schlecht, daß er sein Getteide mög­lichst zurückhielt.

Der Bauer ist heute in Rußland unangreif­bar. Wenn er sagt, seine Hühner legten keine Eier, so wird selbst Dsershinski, vor dem fast jedermann in Rußland zittert, den Hühnern nicht imponieren. In den ersten Jahren nach der Einführung des Bolschewismus konnte die Sowjettegierung auf den russischen Bauern zäh­len, denn er verdankte ihr den Besitz des Ak- krrlandes, das er den verttiebenen und geflüch­teten Gutsherren sortgenommen hatte. Diese Sache ist jetzt erledigt. Der Bauer hat das Land und niemand ist da, der es ihm streitig macht. Militärische Invasionen von Emigrantenheeren, wie zuletzt noch die Armee des Generals Wran- gcl, kommen nicht mehr in Frage. Geschähe etwa dergleichen, so würde der Bauer auch so­fort wieder mit dem Bolschewismus zusam- mcnstehen. Das, worauf es für die Sowjet- regierung entscheidend ankommt, ist die Beschaffung von Gütern für den Erpott. Nur der Bauer kann sie liefern. Das weiß er und er kennt seine Stärke. Der Kreml zitterte schon lange im Herzen vor den Bauern. Die kleineren Oststaaten, Lettland, Estland und vor allen Din­gen Fsnnland, haben ihre Währung ganz oder halbwegs stabilisiert. Polen dagegen und Ruß­land, die »großen* Weltmächte, sind bei der Auf­gabe, ihre zusammengebrochenen Währungen zu sanieren, alle beide gescheitert. Hier wie dort sah es eine Zeit lang so aus, als ob der Versuch glücken würde Zloty und Tscher­wonez wurden als vollwerttg bettachtet. wenngleich die Sowjettegierung so vorsichtig war. Tscherwonzen überhaupt nicht auf dem in» tern-tionalen Geldmarkt handeln zu lassen.

Weder in Moskau noch in Warschau hat man begreifen wollen, daß die Wirtschaft ihren eige­nen Gesetzen folgt und daß diese sich nicht be­liebig aus politischen Motiven übertreten lassen. Das Ei ist stärker als die Politik, stärker als Bolschewismus und Sowjetismus, stärker als nationalpolnischer Chauvinismus. Der pol­nische Außenhandel ist in einem Jahr so viel wert wie der deutsche, selbst jetzt in seinem ver- ringetten Nachkriegsumsang, in einem Monat wett ist. Uebcr vierzig Prozent der polnischen Ausfuhr gingen vor dem Ausbruch des Zoll­krieges nach Deutschland, gegen acht Prozent, die Deutschland von seiner Ausfuhr nach Polen schickte. An sich hätte Deutschland nicht den mindesten Grund, Polen auf den Weg der witt- scbaftlichen Gesundung zurückzuhelsen. Polen ist es, um dessen willen Deutschland zerstückelt worden ist. Polen hat im Osten weit über eine halbe Million Deutsche von Haus und Hof, Arbeit und Brot vertrieben. Polen drang­

saliert den verbliebenen Rest, beraubt ihn seines Grund und Bodens, bemüht sich, die deutsche Sprache, die deutsche Presse, die deutschen Ver­eine mundtot zu machen und beschimpft täglich aufs neue die Deutschen und das Deutschtum. Es liegt an uns, ob wir als Gegengabe dafür die jetzige verzweifelte Wirtschaftslage Polens sortdauern und sich verschärfen lassen wollen, so lange uns das beliebt. Stets wird Deutsch­land damit zu rechnen haben, daß Polen aus der Seite steht, wo man Deutschlands Nachteil und Schwäche will. Polen, nicht Deutschland, hat den Wirtschaststtieg gewollt. Nun hat es hie Folgen davon; es sieht wie stark daS Ei ist. Trotzdem sind wir bereit, den Krieg zu beenden. Nur kann man von uns nicht verlangen, daß wir ihn beenden, ohne daß von polnischer Seite angemessene Erleichterungen bewilligt werden. Wir wollen den Frieden, aber wir wollen ihn mit Ehren und ohne Nachteil.

Niesenverluste durch Streik.

England spart Kohlen und Gas.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 18. Juni.

Den Blättern zufolge sind gestern Mittrilnn- gen über eine weitere Verminderung der Be­lieferung von Kohlen und über eine RationÄi- sierung der Gasbe.ieferung für den Hausver­brauch bekannt gegeben worden. Die gei amten Bestellnngen der schwedische., Staatseisenbah- nen in Höhe von 250 000 Tonnen für Juni blS Oktober sollen an die westfälischen und fchlesi schen Gruben gegangen sein, statt wie früher nach North-Cmnberland und Schottland. Tie Bergleute haben bisher an Lohnausfällen eine Einbuße von vierundzwanzig Millionen Pfund Sterling erlitten, während der Ausfall in der Kohlenförderung 37% Millionen Tonnen be­trägt. Der indirekte Verlust durch den Bergar­beiterstreik wird auf 250 Millionen Pfund Ster­ling geschätzt. Bisher seien aus dem Auslande etwa 350 00Ö Tonnen Kohlen eingesührt worden.

ArmeHaßr

Brutale Knebelung der Meinungsfreiheit. (Eigener Drahtbericht.)

Patts, 18. Juni.

Wie Havas aus Straßburg meldet, hat der Straßburger Gerichtshof den Notar Waeßle, der das gutonomistische Manifest des Heimatbnn- des mitunterzeichnet hatte und vor Gericht die volle Verantwortung für seine Handlungsweise auf sich nahm, seines Amtes enthoben.

Neuwahlen in Oesterreich?

Skandalszenen im Nationalrat.

(Eigene Drahtmeldung.)

Wien, 18. Juni.

Im Nationalrat kam es wegen des zurückge- tretencn Unterrichtsministers Dr. Schneider zu seit Jahren nicht erlebten Raufszenen. Ab. G l ö ü e l (Soz.) richtete die heftigsten An­griffe gegen den im Saal anwesenden Bundes­kanzler Dr. R a m e k und die Christlich-Soziale Partei warf ihnen Wortbruch und gesunkene Moral vor. (Stürmischer Beifall und Hände­klatschen bei den Sozialdemokraten.) Die Sit­zung wurde ergebnislos geschlossen. Die parla­mentarische Lage ist nunmehr völlig ungeklärt Allem Anschein nach arbeiten die Sozialdemokrat ten auf eine Auflösung des National­rat s und auf Neuwahlen hin.

♦ * *

Die Szene toirb zum Tribunal

Faustkampf im Wiener Parlament.

Abg. Leu ihn er (Soz.) bezichtigt den Kanzler des Wortbruchcs und machte belei­digende Aeußerungen, für die er wiederholt zur Ordnung gerufen wurde. Hieraus erhält der Abg. Gürtler das Wort. Gleich zu Beginn seiner Rede setzt ein planmäßiger ohrenbetäuben­der Lärm bei den Sozialdemokraten ein. Ein Sozialdemokrat tritt vor die Bank Gürtlers, entreißt dem Stenographen das Manuskript und ruft: „Das gibt es nicht, daß hier geredet wird! '. Zwischen den sozialdemokratischen Abgeordneten und einigen Chrtstlich-Sozialen kommt es hierauf zu einem längeren heftigen Handge­menge. das auf der vollbesetzten Galerie laute Rufe des Unwillens hervorruft. Präsident Dinghofer untcrbttcht die Sitzung, die n->ch einiger Zeit wieder aufgenommen wurde Die Sozialdemokraten suchen den Abg. Güttler am Reden durch lärmende Obstruktion zu hindern. Ein Abgeordneter versucht wiederum, dem Stenographen das Manuskript zu ent­

reißen, doch stollen sich die christlich-sozialen Ab­geordneten schützend vor Güttler.

Eine zweite Rwowtion.

Wie Innenminister Külz über die Fürsten denkt. (Durch Funkspruch.)

Berlin, 18. Juni.

Der demokratische Innenminister Dr. Külz äußerte sich zu einem Pressevertreter über den Volksentscheid wie folgt: „Die entschädigungs- lofe Enteignung, wie sie der Volksentscheid er­strebt, geht weiter als das, was die Machthaber der Revolutton ersttebt und der Reichsregierung vor der Verfassung als zulässig erllärt haben. Nachdem wir aber seit acht Jahren die Revolu­tion hinter uns haben, und nachdem inzwischen in den meisten ©taten die Auseinandersetzung mit den Fürsten durch die Volksverttetung ge­regelt worden ist geht es nicht an, sich' zu einer Maßnahme zu entscheiden, die ihrem Charakter nach revolutionär ist. Ich halte die unterschied­los ausgesprochene entschädigungslose Enteig­nung aber auch für eine große Ungerechtigkeit. Manche Fürsten haben für Kunst und Wissen­schaft, für Kultur- und Wohlfahttszwecke mehr Mittel aufgewendet, als sie aus der Zivilliste erhielten. Es ist also mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit unvereinbar, alle Fürsten gleich, mäßig ohne Entschädigung zu enteignen." Auf die Frage „Setzen Sie sich mit Ihrer entschiede­nen Ablehnung der Enteignung nicht in Wider­spruch mit der demokratischen Partei?" erklättc der Minister: „Im Gegenteil, wenn ich für diese Enteignung wäre, wurde ich die Pattei des­avouieren. Ich würde die Demokratie verleug­nen, die Gerechtigkeit und Ordnung bedeutet.

Nicht cians 20 Millionen.

Wieviel Stimmen sind zum Volksentscheid nötig?

Berlin, 18. Juni. (Pttvaltelegranlii. Las Statistische Reichsamt hat eine Nachprüfung der Zahl der Wahlberechtigten vorgenommen, die für den Ausfall des Volksentscheids von maß­gebender Bedeutung ist. Unter Zugrundelegung der Volkszählung vom Jahre 1919 kann die Zahl der Wahlberechtigten, die beim Volksbe­gehren mit rund 39,5 Millionen angenommen wurde, höchstens 39 Millionen betragen.

9tur fcerriot schwankt noch.

Mit Poincare in einem Kabinett?

(Eigener Drahtbettcht.)

Paris, 18. Juni.

Havas berichtet über die Kabinettsbildung, daß Briand, da die Sozialisten es für unmöglich gehalten hätten, sich seinen Ansich­ten anzuschlietzen, sich einer etwas anderen Lösung, als der anfänglich geplanten, zugewandt habe. Der Erfolg dieser neuen Kombination bleibe jedoch davon abhängig, daß Herriot und P o i n c a r f ihr beitreten, da Briand die Mitarbeit dieser beiden Politiker für unerläßlich halte. Gestern abend habe eine Mitarbeit PoincarSs als wahrscheinlich gegol­ten, die Verhandlungen mit Herriot dagegen seien noch nicht soweit gediehen Heute vormittag würde eine entscheidende Besprechung zwischen Briand und Herttot ftattfinbcn, da Briand heute mittag dem Präsidenten der Republik seine Ant­wort überbringen müsse. Ein Blatt glaubt, daß Briand bei einem Scheitern seiner Bemühungen dazu raten werde Herriot selbst mit der neuen Kabinettsbildung zu betrauen.

M

Serrioi läßt Briand im Stich

Paris, 18. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Rach der heutigen BorstandSsitzung der radika­len Pattei erklärte Herriot, er werde das Angebot, in das Kabinett einzutreten, ablehnen.

Städte ohne Geld

Sachsens Uhrenmetropole vor dem Bankerott. (Prival-Telegramm.)

Berlin, 18. Juni.

Die Stadt Glashütte in Sachsen, der Hauptsitz der deutschen Uhrenindustrie, «st in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten, die auf das Stillegen von vier Fünfteln aller Betriebe znrückznführen sind. Eine Gläubiger- versommlnng habe laut Pressenotiz beschlossen, der Stadt einen dreijährigen Zahlungsaufschub zn bewilligen, wenn die Gläubiger, darunter die Hypothekenbank Meiningen, mit der Forderung von einer Million, zustimm-'n. Die sächsisck>e Regierung wolle der Stadt helfen. Es sei aber noch nicht sicher, ob es. gelinge, den Konkurs über das Vermögen der Stadt zu vermeiden.

Volk und Fürsten.

Worüber wird am 20. Juni ab gestimmt?

Sonntag zur Abstimmung ftebeude« schicksals- vollcu Eutscheid«»« schlich-» lasse«, lege« wir bcntc nochmal ohne jede Parteinahme de» Ab-

hischea Staates mit dem Hohen stellt. Aus diese» Rechtsvergl jeder kommende Füritenkomvr,

im Falle

Den Hohenzollern hatte man kurz nach der Revolution das gesamte Vermögen, auch dus Vrivatvermögen, beschlagnahmt und zwar .vor­läufig", d. h. bis zur Feststellung der Eigen­tumsverhältnisse. Man hatte dem Kaiser ge­wisse Beträge aus dem Erlös von verkauften Grundstücken vorläufig ausgezahlt, um ihm einen Ankauf in Holland und die Bestrei­tung seines Lebensunterhaltes zu ermöglichen. Erst Anfang 1924 wurde an die Generalverwal­tung des ehemaligen Königshauses aus den lleberschüssen der Hoftammer zur Bestreitung der gesamten Kosten der unterhaltsberechtigten Mitglieder, neunundvierzig an der Zahl, sowie der Kosten der Verwaltung, Gebäudeunterhal­tung usw. mauatlich fünfzigtausend Mark aus- aezahlt. Mehrere Vergleichsversuche scheiterten, sodaß nach fünf Jahren vergeblicher Einigungs­versuche der Rechtsweg zur Klärung gewisser Eigentumsverhältnisse beschritten werden mußte. Das ehemalige Königshaus gewann sämtliche Prozesse. Darauf kam ein neuer Veraleich zustande, welcher der Hohenzollernfamilie als Erträgnis der ihm zugestandenen Werte eine Rente beließ, die die Aufrechterhaltung der ver­bleibenden Verwaltungen sowie die Lebenshal­tung der unterhaltsberechtigten Familienmit­glieder gewährleistete. Der Staat erhielt

fünf Sechstel des ehemaligen Besitzes der Hohenzollernfamilie. Hiermit erklärte sich das preußische Staatsministerium einverstan­den. Dr. Höpker-Aschoff, der Finanzminister, unterzeichnete den Vergleich, und man konnte, im Dezember 1925, mit der Zustimmung deS Landtages rechnen.

Bei dem Vergleich mit dem preußischen Staate erhielt dieser solgende Werte: Land- und Forftbesitz, Wett etwa 18000000 R.-Mk„ Nutzungsgrundstücke 35000000 R.-Mk., Schlösser und Gärten 474 000 000 R.-Mk., Kapitalien 300 000 R.-Mk., Mobiliar der historischen Schlös- fei 75000 000 R.-Mk., Kunstwerte in den Ber­liner Museen 35 000 000 R.-Mk., Schackgalerie in München 2 500 000 R.-Mk., Theater-Baulichkei­ten 30000 000 R.-Mk., Theater-Fundus 16 000 000 R.-Mk„ Kroninstgnieu 400000 R.-Mk., zusammen etwa 686 200 000 R.-Mk. Hinzu kommt der Fort­fall der Kronfideikommißrente von 2% Millionen Talern, d. h. Kapitalwert von etwa 187 500 000 R.-Mk. Gesamtsumme 873 700 000 R -Mk„ rund 875000 000 R.-Mk. Die Kunstwerte in den Ber­liner Museen werden von Sachverftändigen auf achtzig Millionen geschätzt, also aufs Doppelte, die Schackgalerie aufs Vierfache Zu den etwa fünfzig Schlössern, auf die das Haus Hohenzol­lern verzichtet, gehören u. a.: das Schloß in Berlin, das Kronprinzenpalais in Berlin, daS Stadtschloß in Potsdam. Sanssouci. Neues Pa­lais, Marmorpalais, Charlottenburger Schloß, Pfaueninsel.

Schlösser zu Kassel, Königsberg, Marienburg. Stettin, Breslau, Lieg» nitz, Kiel, Hannover, Münster, Wiesbaden. Koblenz, Stolzenfels u. a. Dem Königs, hause selbst verbleibt nach dem Vergleich etwa ein Sechstel seines Eigentums und zwar desteht b'tfeS aus Land- und Forstbesitz, Nutzungsgrundstücken, Schlösser und Götten und zwar dem Palais Kaiser Wilhelm L Schloß Bellevue und Babelsberg, die sich die Hohen» zollern aus Pietätsgründen -rhalten möchten, sowie aus Villen und Landsitzen, die den Wohn­sitz der Familienmitglieder bilden. Als Entschä­digung für die überlassenen, teilweise als Pri­vateigentum beanspruchten Immobilien soll eine einmalige Summe von dreißig Mil« l i o n e n bezahlt werden deren Zinsen dazu die­nen. den verbliebenen Besitz zu bewittschaften und neunundvierzig Familienmitgliedern eine angemessene Lebenshaltung sicher zu stellen. Diese dreißig Millionen stellen ein Neunund- zwanzigstel der Werte dar. die der Staat von den Hohenzollern erhält. Bei der Kroniidei- kommißrente, auf die das Haus Hohenzollern ;m Vergleich verzichtet hat, handelt es sich um nrivatrechtliche Ansprüche.

* * * Unfi nochmals Marx.

Was den Fürsten und dem Staat zusteht.

Bei einem Presseinterview äußerte sich Reichs- kanzler Marx über die Fürstenabsindungs-