Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
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Dienstag, 15. Juni 1926
Nummer 137. Amtliches Organ der Stadt Kassel
Amtliches Organ der Stadt Kassel 16. Jahrgang
Ein Hchevzollernprvzetz in... Masnla.
(Sine aufreeenoe MorgensasiN.
sicherzustellen. Und hier ist auch eine große Aufgabe, an der alle Schichten und Parteien geeint arbeiten können. Vielleicht kommt uns dann auch die Erkenntnis, daß Las sozial bessere und gerechtere Volk auch das stärkere in Europa werden wird, weil es das geeintere ist. Trevir.
brahm in Rellinghausen bei Essen fuhr der be setzte Förderkorb in den Sumpf, während der Gegenkorb sich in der Seilscheibe icrfin«. Alle z. T. leicht verletzten Bergleute wurden gerettet.
Gas-, Wasser- und Elektrizitätstarise, sowie der Tarife für die Straßenbahnen an.
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Und vasSchuldenavtommen hängt in der Luft.
Washington, 14. Juni. (Durch Funkspruch.) Maßgebende Kreise nehmen an, daß die Ratifizierung des französischen Schuldenabkommens n dieser Session kaum erwartet werden kann.
Das leere vonemonnaie.
Brüssel, 14. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Minister Thcunis und Francquis reisen am Dienstag zu einer Besprechung nach London.
HohenzoNern in Südafrika.
Wilhelm II. will seine Güter wiederhaben.
(Privat-Telegramm.)
Johannesburg, 14. Juni.
Vom ehemaligen Kaiser ist in Windhuk eine Entscheidung dahin beantragt worden, daß der Familienbesitz der Hohenzollern in Süd-West- Afrika nicht den Bestimmungen des Versailler Vertrages unterliegt, daß ein Verbot gegen die Zwangsverwaltung des Besitzes erlassen und daß der Grundbuchrichter angewiesen wird, in das Grundbuch als Eigentümer wieder die Hohenzollern einzutragen.
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Eine Woche des Haffes.
Die Volksarbeit stockt. Die Parteien im Kampf. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 14. Juni.
Der Reichstag liegt verödet. Jnnerpolitisch ist auf acht Tage Ruhe eingetretcn. 'Rur a>n Dienstag soll die Entscheidung per Regierungsparteien fallen, ob der Zeitpunrt des Inkrafttretens der Zollerhöhungen vom 1. August auf später verlegt werden wird. Mit der Parole: „Massen heraus!" ruft der Vorwärts die Anhänger des Volksentscheids in Berlin für heute Abend zu Kundgebungen unter freiem Himmel auf. Bis kommenden Sonntag sind noch mehr als fünfzig Versammlungen einberufen.
Wie einst bei uns.
Murrende Beamte. — Erhöhte Tarife in Paris.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 14. Juni.
Der Sekretär der Steuerbeamten hatte zum Generalstreik aufgefordert, wenn die gleitende Lohn- und Gehaltsskala nicht bewilligt werde. Der Sekretär wurde daraufhin vor ein Disziplinargericht geladen. Der Kongreß der Gewerkschaft in Rizzo hat daraufhin gestern einstimmig die Haltung des Sekretärs gebilligt. ES wurde die Abberufung des Generaldirektors für indirekte Steuern verlangt, der das Difziplinar-
Straßburg, o Straßburg...
Ein Pariser Feldzug gegen Geistliche.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 14. Juni.
Aus Straßburg wird gemeldet: Der Justizminister habe für Dienstag den Generalkommissar in Straßburg, die Bischöfe von Straßburg und Metz und den Vorsitzenden des evangelischen Klosters nach Paris gerufen, um über Maßnahmen gegen die katholischen und evangelischen Geistlichen zu beraten, die die Kundgebung des Elsaß-Lothringischen Heimatbundcs unterzeichnet haben.
Der Lod als Chauffeur.
Kein Sonntag ohne Autombiltragödien.
(Privat-Telegramm.)
Leipzig 14. Juni.
In der Nähe von Threna fuhr ein Automobil in eine Gruppe SckKler. Ein elfjähriger Knabe wurde mit großer Wucht zu Boden geschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch.
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(Sin t»rung.ütf(er Verein.
Willingen, 14. Juni. (Privattelegramm.) Auf der Heimkehr von einer Bereinsfcstlichkri ist gestern abend ein Lastkraftwagen der Reichspost mit sechs Teilnehmern bei Marbach verunglückt. Dabei wurde einer der Mitfahrenden getötet, einer schwer und einer leicht verletzt.
verfahren eingeleitel hoi.
Paris, 14. Juni. (Eigener Drahtbericht. ------- -----, - -- - -
Die Zeitungen kündige« neue Erhöhungen der einer mit dem Handel von Alkohol befasse.
Abb el Krim verschwindet.
Mit der ganzen Familie nach Madagaskar?
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 14. Juni.
Ein Blatt will wissen, die heute in Paris beginnende französisch-spanische MaroNokonfe- rcnz werde beschließen, daß Abd el Krim, seine Verwandten und seine nähere Umgebung, im ganzen etwa vierzig Personen, nach einer sran- zösischen Kolonie, wahrscheinlich nach Madagaskar deportiert «erden soll. Spani- schcrseits würde man zwar gern sehen, wenn Abd el Krim als Kriegsverbrecher ausge- licfert werden würde, aber, da er sich den Franzosen freiwillig ergeben habe, könnten diese ihn nicht ausliesern. Tie gefangenen spanischen Offiziere, deren Tod die Spanier Abd el Krim zum Vorwurf macken, seien übrigens an T Y - phus und anderen Krankheiten gestorben.
Ehmo zerfleisch! sich selbst.
Paris, 14. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Wie Havas aus Hankau meldet, hat die Kanto- ner Regierung dem in der Provinz Honan stehenden General Tangtschcngh bedeutende Verstärkungen gesandt, wodurch General Fehtaihstn gezwungen worden sei, sich nach Norden zurückzuziehen. Wuweisu habe die Weisung erteilt, daß einige Abteilungen nach der Grenze vcn Honan vorrücken, um General Tangtschengh zu helfen und die Provinz Wupe zu schützen.
Höher hinauf.
Soll Asien in Europa regieren?
Es kann kein Zweifel sein, die slavischen Randstaaten werden in absehbarer Zeit mit der großen Sowjetunion der slavisch-asiatischen Völker vereinigt werden. Die Entwicklung hüben wie drüben treibt unaufhaltsam dahin. Die Grenze Asiens, der revolutionären, europafeindlichen Völker wird dann weiter nach'-Westen, in das Herz Europas vorgerückt werden. Soll dann aller deutscher Boden, der jetzt in den Händen slavischer Völker ist, verloren sein? Rein, er muß gerettet werden, um Deutschlands und Europas willen. Es wird noch eine Weile dauern, ehe die Mächte von Versailles sich zu einer solchen Rettungsaktion durchringen werden. Wer wir dürfen nicht warten, dürfen keine Zeit verlieren. Wir müssen den deutschen Boden und die deutschen Minderheiten erhalten mit allen Mitteln. Das ist das erste. Im Verhandeln von Staat zu Staat selbst unter erheblichen materiellen Opfern; vor allem müssen wir alle Mittel u. Möglichkeiten rmVölkerbund ausnutzen.
Der Zar als Mörder?
Wie Wilhelm II. beseitigt werden sollte.
«ls im Februar 1917 die tnfiiidte Revolution ausbrach, wurden eiue Rerbe von bisber geheim geüaUeue« Dokumeuten von der reoo- ultiouäreu Regierung vcröücuttlcht. Untcr diele m ,»m Teil höchst bedeutsame» Material be- sandeu sich auch zwei blaue Hetze, d,« d,e Aui- ichritz „Plan der Ermord»«« Kaiier Wilhelm II." trüge«. Dem Inhalt dieser Hefte rst bisher nur wenig Beachtung geschenkt worden: jetzt werde« sie »o« de« Botzchennste« im ..rote« Archiv" verössevtlicht. Diese blaue« Heste habe« solge«de Geschichte:
Am 15. Januar 1916 besuchte ein hoher zaristischer Würdenträger den Verbrecher Soina im Zuchthaus von Moskau und hatte eine lange Unterredung mit ihm. Seinem Besuch war eine umfängliche Korrespondenz vorausgegangen, m deren Verlauf sich der Gefangene erboten hatte, Wilhelm II. zu ermorden. Er hatte den Plait dieses Attentats selbständig entworfen und ihn dem Minister des Innern zur Prüfung vorlegen lassen. Der Zuchthäusler hatte darauf hingewiesen, daß sich in Deutschland im Fall des Gelingens des Attentats die gleiche Sttua- tion ergeben werde, wie vor hundert Jahren nach dem Sturze Napoleons in Frankreich. Ter Mordplan sollte sich etwa folgendermaßen, abspielen. Sosna sollte sich nach einer schwedischen Provinzstadt begeben und dort mit drei icchtttjch geschulten Personen Zusammentreffen. Mit die- en drei Schweden würde er dann nach Petersburg zurüükehren, die russische Regierung sollte sie in ihre Dienste nehmen. Bei Einstell-rig -n Den Dienst sollten den Betreffenden ihre Papiere abgenommen und ihnen ftßjtt dessen^Kopien aus- gehändigl werden. Die Originale sollten L-oitta zur Verfügung stehen. Sodann erwartete der Urheber des ^Planes, daß die Regierung zwei Mitarbeiter zur Verfügung stellte, die 4iie deutsche und schwedische Sprache vollkommen beherrschten, erfahrene Lu-ftschisser wären und gegebenenfalls bereit wären, ihr Leben für die gute Sache zu oviern. Die zaristische Regierung sollte dem Verfasser des Planes ein Schreiben an den russischen Gesandten in Stockholm mitgeben, worin dieser aufgefordert würde, Sosna mit hervorragenden schwedischen Persönlichkeiten bekannt zu machen, die erklärte Deutschenfreunde wären. Einer von diesen sollte Sosna und seinen Komplizen eine Empfehlung an die deutschen Militärbehörden mitgeben, die es ihnen ermöglichte
als Freiwillige in das Fliegerkorps der deutschen Armee
ausgenommen zu werden. Sollte diese Empfehlung. verbunden mit den Papieren, die man den drei Schweden abgenommen hatte, sich in Deutschland als ungenügend erweisen, dann würde man die Protektion anderer :influßreicher Persönlichkeiten in Anspruch nehmen müssen. Sosnas Vetter war seit achtzehn Jahren Angestellter bei Krupp und verfügte über vorzügliche Verbindungen. Sosna bosste nun durch seinen Vetter sich bei Krupp selbst einsühren zu lassen und von diesem eine Emp- sehlung an die deutschen Militärbehörden zu erhalten. Auch lebten in der Nähr von Bonn noch zwei Professoren, bei denen Wilhelm II. als Student gehört hatte und mit denen er noch in Briefwechsel stand. Von die- sen beiden Gelehrten erhoffte Sosna weitere Empsehlungen an die Heeresbehörden und vor allem einige
Briefe, die ihn beim Kaiser selbst einführten. Das würde, so meinte Sosna, genügen, um ihn und seinen Mordgesellen den Eintritt in die deutsche Armee zu ermöglichen. Sobald er deutscher Soldat geworden sei wollte er für sich und seine Freunde sofort Schußwaffen und
Dolche mit vergifteten Spitzen besorgen. Diese Vorbereitungen sollten höchstens einen Monat in Anspruch nehmen, dann wollten sich alle drei im F lugz eu g in das Haupt- gnartier des Kaisers begeben. Kurz vor dem Hauptquartier wollten sie landen und ihr Flugzeug in so geschickter Weise beschädigen, daß jedermann eine durchaus natürliche Panne vor- aussetzen müßte. Mit diesem leichtbeschädigten Flugzeug wollten sie sich sodann ins Große Hauptquartier begeben, und dort folgende Geschichte erzählen: Sie wären über die «e-ndliche Front geflogen, stark beschaffen und durch die teilweise Beschädigung des Flugzeuges aezwun- i gen worden, so rasch als möglich das Komps. ■ gebiet zu verlaffen. Dann wollten üe einem Adjutanten des Kaisers die an den Kaiser ge- richteten Briefe der Bonner Professoren übergeben, in denen der Kaiser gebeten wurde, ■ die drei Freiwilligen im Hauptquartier zu be- : halten, da sie besonders d-vtse'-''"'N'>ttÄe und : zuverlässige Leute seien. Nun sollte der Mord- i plan ausgeführt werden Denn jetzt würde sich i den Dreien Gelegenheit bieten, mit den Gepflo- r genheiten des Kaisers sich vertraut zu machen.
Da der Kaiser gern allein für sich arbeite und
Bewußt werden müssen wir uns aber auch, daß uns eine Macht in diesem Ringen um Land und Menschen zur Verfügung steht, die wir bis heute noch nicht genügend erkannt und somit auch nicht genügend verwertet haben. Das rst die gewaltige Ueberlegenheit in kultureller und vor allem in sozialer Hin- f i cht. Es gibt im Osten zu beiden Seiten der Grenzen einen breiten Landgürtel, der von einer Mi Urbevölkerung bewohnt wird. Hunderttausende, die weder national-deutsch noch national-polnisch eingestellt sind. Sie werden sich dahin entscheiden, Wo sie ein besseres, helleres, freieres Leben sehen. Nach der Abstimmung rn Oberschlesien hat man durchaus richtig erkannt, daß fast die Hälfte aller, die für Polen gestimmt, dies getan hatten, weil sie bei Polen bessere Verhältnisse erwarteten als bei dem besiegten, mit ungeheuren Kriegstributen belasteten Deutschland. Ueberall da, wo die Löhne schlecht, die Wohnungsverhälmisse jammervoll und die Arbeitsbedingungen schwer waren, sttmmten die Leute für Polen. Der Glückliche, der Zufriedene, der etwas zu verlieren hat, liebt nicht den Wechsel. Wer nichts zu verlieren hat, wer glaubt, daß ihm der Wechsel nichts Schlechteres, nur Besseres bringen kann, der ist leicht zu beschwatzen. Auk der anderen Seite waren es die kleinen Bauern, die, inmitten von Riesengütern liegend, aus Landhunger für Polen stimmten, das ihnen Land und Kuh versprach.
Freilich, es war ein böses Erwachen, das Polnisch-Oberschlesien erleben mußte. Das Land ist heute ruiniert, es hungert und liegt im tiefsten Elend Weiß Gott, im deutsch gebliebenen Teil hat man auch seine Not und Schwierigkeiten. Wer im Verhältnis zu drüben geht es dem Land gut. Und nun sehen Tausende voll Sehnsucht über die Grenze, an der sie selber mitschuldig sind, hinüber nach Deutschland. Wenn heute in Polnisch-Oberschlesien noch einmal und unbehindert abqesttmmt würde, die große Mehrzahl würde für Deutschland stimmen! Und wie es in den oberschtesischen Gebieten ist, so ist es auch sonst. Die Lehre, die daraus zu ziehen ist, liegt auf der Hand. Im Ringen um die Mis^>evölkerung und die Randgebiete wird endlich siegen das Volk, das sozial gerechter und besser ist. Da, wo die Arbeilsbedingungen besser, menschlicher sind, wo die Löhne ein gutes Leben ermöglichen, wo die Wohnung menschenwürdig, hell und freundlich ist, da, wo der Arbeiter die Hoffnung haben kann, daß seine Kinder es nicht schlechter haben werden als er, wo er gar Ausstiegmöglichketten für seine Kinder sieht durch gute Schulen usw., da drängt es ihn hin. In ein Wort zusammengefaßt: D i e h ö h e r e K u l t u r ist es, die in den östlichen Gebieten einmal siegen wird.
Lassen wir dock von dem Wahn, als ob jemals ein.moralischer Rechtsanspruch" uns die enttisse- nen Gebiete wiederbringcn könnte. Auch veränderte Machtverhältnisse können die endgültige Entscheidung nicht bringen. Gewinnen wir das Land und di- Menschen im Osten, das kulturell und sozial höher stehende Volk. Und daraus ergibt sich unsere besondere Aufgabe. Wrr müssen unser deutsches Ostland in wittschastlich-materi- eller wie sozialer Art so gestalten, daß es wirft mit dauernder immer stärker werdender Anziehungskraft. Es geht das g a n, e d e u t- sche Volk an, ob einmal Asien bis an die Weichsel reicht, oder ob die ehemals deutschen Gebiete Deutschland und Europa erhalten werden. Darum muß ganz Deutschland in dem sozialen Kamps um die östlichen Mischgebiete mithelfen. Es ist Pflicht des Reiches und Preußens, diese Mithilfe des Lekamten deutschen Volkes
Er «reibt die Mönche aus.
Das Ende eines tausendjährigen Reiches.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 14. Juni.
Rach einer Meldung aus Athen hat General Pangalos die Gesellschaft der Mönche des Berges Athos aufgelöst. Diese Gesellschaft, die eine Art Staat im Staate darstellte, zählt achttausend Mönche und besteht seit über tausend Jahren. Der Grund der Auslösung ist unbekannt, hangt jedoch mit der ■ Erneuerungspolitik zusammen.
Präsident Eoolidge hat im Kongreß ein Kreditbegehren von einer Million Dollar für den Bau schneller Küstendampfer «egen die Altohol- !chmuggler eingereicht. Die Prohibitionsbehür- den teilen mit. daß von den 110 Millionen Eir. wohnern der Bereinigten Staaten vierzig Mil Honen regelmäßig alkoholische Getränke genießen. Das Hauptquantum dieser Getränke werde im Lande selbst heimlich fabriziert. Die Einfuhr von Sckmuftgel-Alkohol sei im letzten Jahre um 12 Millionen Dollar geringer geworden. Man könne sagen, daß sich von hirndert Amerikanern
Sft Amerika trocken?
3ä>ct zweite Yankee trinkt heimlich.
(Durch Funkspruch.)
Washington, 14. Juni.
MS die Wolken barsten.
Schwere Sonntagsgewittrr in Sachsen.
(Privat-Telegramm.)
Leipzig, 11 Juni
lieber Leipzig und Umgebung gingen am Sonntag schwere Gewitter mit schweren Regen- fallen und Hagelschlag nieder. Der Landwirtschaft hat das Unwetter außerordentlichen Schaden zugefüqt. An mehreren Stellen schlug der Blitz ein. Eine Feldscheune brannte nieder. In Hainichen schlug der Blitz in einen Gesangverein. Achtzehn Personen wurden betäubt. In Naumburg und Jena hat der zweistündige Ha- gelfchlag große Verwüstungen angerichtet. Die Weinkulturen im Unstruth-Tale find zerstört.