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Hessische Abendzeitung
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Nummer 129. Amtliches Organ der Stadl Kaffe!
Sonnabend, 5. Juni 1926
Amtliches Organ der Stadt Kaffe! 16. Jahrgang
Das deutsche Volk wünscht Lübeck Glück.
AllerleiWeltwirrwarr
Hexenkessel in Aegypten und China.
Nichts erhärtet die Tatsache, daß sich in Aegypten die Lage bedenklich zuspitzt, besser als die Entsendung englischer Schlachtschiffe. Man wird daher mit der Möglichkeit einer englischen Intervention in Aegypten rechnen müssen, zumal die ägyptischen Nationalisten nicht gerade geneigt zu sein scheinen, den englischen Wünschen und Forderungen nachzugeben. Auch die letzte Wahl in Aegypten hat wieder mit einer entscheidenden Niederlage sür die Engländer und einem großen Sieg für die Nationalisten, d. h. für die Partei Zaglul Paschas geendet. Damit droht in Aegypten wieder ein englandfeindlicheS Kabinett ans Ruder zu kommen, wobei es ziemlich gleichgültig ist, ob Zaglul Pascha selbst oder ein anderer Mann an der Spitze dieses Kabinetts steht. Die englische Presse erging sich in den düstersten Schilderungen der zu erwartenden Folgen des ägyptischen Opposttionssieges und sah bereits den Weg nach Indien über Aegypten bedroht. In diese Krise platzt nun die Freisprechung der sieben Mörder des englischen .Sirdar" General Lee Stack hinein, gegen die sich London alle weitere Schritte bot» behält. Die englische Presse läßt auch keinen Zweifel daran, daß sie die Lage als äußerst ernst betrachtet und daß es für England dringend erforderlich ist, ein wichtiges Glied in den Verbindungen des britischen Reiches zu schützen.
Englands Bedingungen stellen jedenfalls einen schroffen Eingriff in die Souvc- rLnität des ägyptischen Volkes dar und eS ist kaum anzunehmen, daß sich eine Regierung darein fügen wird. In London hat man denn auch bereits den Gedanken an einen Widerruf der Unabhängigkeit Aegyptens erörtert. Nach schweren Unruhen, Parlamentsauflösungen. Neuwahlen usw. haben sich bisher alle Bemühungen Englands, die nationalistische Partei und damit die Selbständigkeitsbestrebungen in Aegypten zu unterdrük- ken, als erfolglos erwiesen. Trotzdem ist man in London keineswegs geneigt, zu kapitulieren und auch das sür die Verbindung nach Indien so überaus wichtige Aegypten freiwillig zu verzichten. ES handelt sich hier um mehr als eine Prestigefrage für England, um einen Konflikt, der England an seiner verwundbarsten Stelle bedroht, sodaß man der weiteren Entwicklung der Dinge in Aegypten mit Aufmerksamkeit wird folgen müssen.
Auch in China herrscht immer noch heilloser Wirrwarr. Auch nach dem Einmarsch Tschang- tfolinS und Wupeifus in Peking gelang es diesen nicht, eine Regierung auf die Beine zu bringen, die, wenn auch nur zum Schein so etwas wie die oberste Verwaltungsbehörde eines Landes darstellen könnte. Zwar hat sich einer der befähigsten Politiker Chinas, Dr. W. W. Den, bereit gefunden, ein Kabinett zusammenzustellen. Aber dieses Kabinett steht nur auf dem Papier und ist nur ein Scheingebilde. Gesetzgeberisch tritt es nicht in Funktion. Machtbefugnisse sind ihm nicht gegeben, seine Autorität ist daher gleich Null. Das brachte mit sich, daß die Hauptstadt des Landes Peking als ehemaliger Zentralpunkt einer chinesischen Politik vollkommen ausgeschaltet ist. So fehlt im Augenblick vollkommen eine Machtbehörde oder auch nur eine Persönlichkeit, die an die Entwirrung der schier unlösbar gewordenen Verhältnisse Chinas herantreten könnten. Dies alles konnte nicht ohne Wirkungen bleiben. Letzten Endes ist Peking nicht China. Es gibt da einige Provinzen im Lande, die über ein recht kräftiges Eigenleben verfügen, die einen blühenden Handel haben und wirtschaftlich gut fundiert sind. So riß also der Generalgouverneur von Nanking, Sun-Chang-fang, die Verwaltung an sich, dehnte seine Macht aus andere Provinzen aus und gründete schließlich eine selbständige Regierung, die sich vollkommen unabhängig von Peking fühlt. Man kann dieses Vorgehen mehr als eine Notmaßnahme bezeichnen, die bezweckt, die blühenden Provinzen — hier ist die Stadt Schanghai mit ihrem starken Wirtschaftsleben mitzurechnen — aus den Wtrren der ewigen Krise herauszulösen.
Das Beispiel Suns fand Nachahmung. Auch in Kanton verschafften sich ähnliche innige Bestrebungen und Ansichten Durchbruch. Der Regierung, die dort gebildet wurde, gelang es, ihre Macht über verschiedene Provinzen auszu- dehnen. Diese beiden Macht,entren in China verdichten sich zu einem äußerst gefahrdrohenden Moment für die Pekinger Zentralstelle, da sie zu einem gemeinsamen Handeln gegen Peking führen können. Diese Gefahr ist den Pekinger
Machthabern schon recht fühlbar geworden, denn die Heere der Kantoner Regierung haben bereits ihren Vormarsch nach dem nördlichen Teil Chinas angetreten. Dazu kommt, daß sich auch die geschlagene Nationalarmee wieder energisch rührt. Betrachtet man so die Gesamtlage in China, so wird man festzustellen haben, baß sie eher verworrener geworden ist als klarer und übersichtlicher. Ader umso stärker und unwiderstehlicher wird der Drang in diesem seit Jahren gepeinigten und ausgesogenem, nur den ehrgeizigen Gelüsten verschiedener Generäle ausgelieferten Volk crivachen, die Lösung der Frage selbst in die Hand zu nehmen. Es wäre dem chinesischen Volk zu wünschen, wenn diese notwendige Entscheidung nicht mehr allzu lange aus sich warten lassen würde.
Glückauf fflr Lübeck!
Ein Ruhmestag der Ostseefeste. (Privat-Telegramm.l
Lübeck, 4. Juni.
Im Stadttheater begrüßte heute vormittag bei der 700-Jahrfeier der Stadt, zu der sich eine große Festversammlung vereinigt harte, Ber- rehrsminister Dr. K r o h n c als Verirrter des Reichspräsidenten und der Reichsregierung Lübeck als den Hüter der besten deutschen Traditionen, als einen Vorposten friedfertiger Expansionen und als einen bewährten Mittler geistiger und kultureller Werte zwischen unö und den nördlichen und östlichen Nackharn. Alsdann verlas der Minister folgendes H a n d s ch r e i. den des Reichspräsidenten: Die freie und Hnuocissiadt Lübeck kann in diesen Tagen ans eine Geschichte und auf Leistungen zurückblicken, wie sie gleich wertvoll wen'ie t’bie nufz'nvci- sen haben. In vielen siegreich bestandenen Kämpfen um feine Unabhängigkeit hat Lübeck an der Spitze des Handels die Fahnen des Deutschtums seit Jahrhunderten im Ror- den Europas hoch gehalten. In echt deutscher Tatkraft haben seine Bürger auch in Zeiten des Niedergangs und der Zerrissenheit unseres Vaterlandes unverzagt an dem Ausbau und der Befestigung des deutschen Handels gearbeitet, deutsche Sitte und Kultur verbreitet und den deutschen Namen zu hohem Ansehen gebracht. Möge die alte Hansaftadt die Rückschläge der neuen Zeit kraftvoll überwinden und einer Zukunft entgegengehen, würdig ihrer großen Vergangenheit. Möge sie getreu den lieber« lieferungen der Väter, ihre Söhne erziehen zu Mitarbeitern an Deutschlands Aufstieg
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Ein Aufruf zur veuschen Gemein.chaft.
Lübeck, 4. Juni. (Privattelegramm.) Nach den Glückwünschen der Ländervertreter betonte Studienrat Dr. Endres in seiner Festrede: Noch sei die Lstseegemeinschaft nicht so eng wie sie sein müsse und könnte. Die Gemeinschaft müsse aber nicht nur das Wirtschaftliche umfassen. Sie bedürfe einer lebendigen seelischen Vereinigung der Völker gleicher Stämme und gleichen Glaubens. Aber auch im Reiche bedürfe es noch einer solchen Vereinigung.
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Was uns Lübeck lehrt.
Durch Nacht und Graus zur deutschen Freiheit. (Privat-Telegramm.)
Lübeck, 4. Juni.
In seiner Ansprache führte Minister Dr. Kröhne u. a. aus: Diese 7vv-Jahrseier soll dem deutschen Voll wieder Kraft geben in seinem schweren Kampfe beim Wiederaufbau Deutschlands Lübeck hat in der deutschen Geschichte eine weit über seine Grenzen htnausreichenoe Mission erfüllt. Unsere Glückwünsche gellen der Hüterin des Deutschtums an der Cftfce, der Bor- kämpserin für die Wiedergewinnung der Ostseeküsten an das deutsche Volkstum, dem sie in der unruhevollen Zett der Völkerwanderung verloren gegangen waren. Ter Redner gab bann einen Ueberblick auf die Geschichte der Stadt Lübeck und führte weiter aus: Auch auf dieser Stadt liegt der Schatten banger Sorge um die Zukunft unseres Vaterlandes, die Entwicklung unseres Bolksmms. Wir find auch nicht hierher geettt, um Feste zu feiern, sondern um an einem Hallepunkt, den uns die unbekümmert über Schicksale fortgehende Weltenuhr zeigt, Rück- I ch a u und innere Einkehr zu halten. Dankbar erinnern wir uns der Arbeit und Mühen unserer Väter und Vorväter, die uns einen geachteten Namen geschaffen, den Blick über das Weltenmeer hin erweitert und uns Denkmäler der Kunst, der Poesie und cet Malerei hinterlassen haben, an denen wir heute noch unser Herz erheben. Wir gedenken heute der Männer, die ihre Gesundheit und ihr Leben bingegeben haben zur Vetteidigung deutschen Bodens und deutscher Ehre und in der Rüstung für die Zukunft stärken wir uns an dem Be
wußtsein, die Abkömmlinge Geschichte schaffender Völker zu sein und daß wir nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht haben, den Aufstieg zu neuer Freiheit ungeachtet aller Mühen zu erzwingen.
Knechttchaft auf ewig?
Millerand spielt Versailles gegen Locarno aus. (Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 4. Juni.
Nach einer Unterbrechung der Kammersitzung erklärte der Berichterstatter Senator Latz r 0 u s f e : Locarno bedeute die m 0 r a l i s che Garantie für die territoriale Sicherheit Frankreichs. Di Abkommen von Loraerno seien gegen keinen Staat abgeschlossen, sie hätten Wert bis zu dem Augenblicke, in dem der Völkerbund den Vertragschließenden die gleichen Garantien gäbe. Das Werk von Locarno fei groß; aber man müsse auch anerkennen, daß die Autorität des Völkerbundes nur moralisch sei, und daß er über keine Sanktionen verfüge Locarno also bedeute nicht die vollkommene Sicherheit. Die Sorge um die Zukunft Frankreichs erfordere, daß man olle Maßnahmen treffe, einen unvorhergesehenen Angriff verteidigen zu können. Senator Millerand führte auS: Die Engländer, die wohl begriffen hätten, daß ihre Grenze am Rhein liege hätten noch nicht begriffen, daß sie auch an der Weichsel läge. Die Abkaomrnen von Locarno hätten einen großen Fehler. Die Absichten Deutschlands und Frankreichs feien nicht die gleichen. Frankreich erwarte, daß der Vertrag von Versailles reftlos tzesteb--n bleibe. Deutschland dagegen verheimliche nicht, daß sein Ziel die Reoision der von ihm für unausführbar erklärten Verträge sei. Es trete in den Völkerbund ein, um ihn zu seinem Vorteil abzuändern. Das französische Parlament könne die Abkommen von Locarno nicht ablehnen und die Haltung der Vertreter Frankreichs desavouieren. Deshalb trete er für die Ratifizierung ein. Wenn Deutschland nur seinen wirtschaftlichen Wiederaufbau wolle, könne man sich dem nicht widersetzen; aber man verlange voi ihm, daß es seine Tätigkeit nur im Rahmen der Friedensverträge verfolge.
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Sin feierlicher All im KvnftiSfchlotz.
Warschau, 4. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Vereidianna des neuen Staaisprstd-nten wird heute 12 Uhr mittags im alten Krönungsschloß Hierselbst stattfinden.
Eile mit Meile.
Die Einheitsflagge noch in weiter Ferne. (Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 4. Juni.
Zu der Pressenotiz, daß das Reichskabinett demnächst prüfen wolle, ob dem Reichstag ein Gesetzentwurf vorgelegt werden soll, durch den eine Einheitsflagge für das ganze deutsche Reich geschaffen wird und daß die Vorarbeiten bereits weit fortgeschritten seien, teilt das Volksparteiorgan mit: Es handele sich zunächst darum, einen Ausschuß zu bilden, an dem nicht nur Vertreter des Parlaments und der Regierung, sondern auch weitere Kreise beteiligt seien. Das Kabinett werde sich voraussichtlich am Montag darüber schlüssig werden, durch welche Minister es in diesem Ausschuß vertreten fein werde. Die Einbringung einer Vorlage im Reichstag über die Schaffung einer Einheitsflagge könne selbstverständlich erst in einem späteren Stadium erfolgen, wenn über die Vorverhandlungen ini- germatzen Klarheit geschaffen sei, welche endgültige Vorschläge in Betracht kämen.
jOefterreich wird mündig.
Ende der Finanzkontrolle. — Und Ungarn?
(Eigene Drahtmeldung.)
Genf, 4. Juni.
Das Finanzkomitee des Völkerbundes hat im Hinblick auf die am Montag beginnende Ratstagung gestern mit der Beratung der Finanzlage in Oesterreich und Ungarn begonnen. Während die Aufhebung der Finanzkontrolle in Oesterreich bereits vor einem halben Jahre beschlossen wurde und jetzt die Abberufung des Bölkerbundkommiffars Zimmerman nauf 1. Juli endgültig vollzogen werden soll, wird die Abschaffung der Finanzkontrolle in Ungarn und die Flücht lingsanleihe in Bulgarien erst in der nächsten Woche entschieden werden. Der ungarische Wunsch auf Abschaffung der Kontrolle widerstrebt Frankreich und die Kleine Entente.
Suberhilofefürforge.
Vom Kampfgebiet Kassel.
Günstige Wirkung der ärztlichen Meldepflicht. Tuberkulose und Wohnungsfürsorge.
Der Verein Tuberkulosefürsorge im Regie« rungsibezirk Kassel trat gestern nachmittag im Sitzungssaal der Landesverstcherung zur diesjährigen Hauptversammlung zusammen. Aus dem eingehenden Verwaltungsbericht und Erläuterungen durch den Vorsitzenden, SanitäiS- rat Dr. von Wild sowie den rührigen Geschäftsführer Landesoberinspektor Loeber er- gab sich, daß
die Tuberkulose in Kassel
zwar langsam ansteigt, daß aber auch ihre Bekämpfung Fortschritte verzeichnet. In dem auf Grund des preußischen Tubertulosegesetzes vom 4. August 1923 zu führenden Verzeichnis befinden sich bis Ende März 1926 insgesamt 370 Offerttuberkulöse eingetragen, von denen 135 im Laufe der Zeit gestorben sind, so daß sich noch 235 Osfentuberkulöse in Fürsorge befinden. Unter den bekannten 2166 Fürsorgefällen, die in das neue Jahr übernommen wurden, befinden sich also 10,84 Prozent Offentuberkulöse. Wenn es auch schon vor dem Inkrafttreten des er- wähnten Gesetzes mit Hilfe aller beteiligten Stellen gelungen war, einen großen Teil der in Kassel vorhandenen Tuberkulösen in die Fürsorge des Vereins zu bringen, so muß doch gesagt werden, daß durch die eingeführte Meldepflicht der ansteckenden Fälle durch dir behandelnden Aerzte zweifellos ein weiterer Schritt zu der Erfassung aller Tuberkulosefälle getan worden ist. Und gerade dadurch, daß die Offen- tuberkulösen der Fürsorgestelle in immer größe- ner Zahl bekannt werden, erhält der Wert der Arbeit auf dem Gebiete der Tuberkulose« tzekämvfuna eine ganz besondere Bedeutung. Mit der Ausstellung einer Röntgeneinrichtung wurde gleichzeitig ein kleines Laboratorium eingerichtet, in dem die Untersuchungen des Auswurfes der Kranken alsbald vorgenommen werden. Beide Tättgkeiten, die Bedienung der Röntgen-Einrichtung und die Vornahme der Sputumuntersuchungen, werden durch die hierfür besonders tiotgebilbete Schwester Paula Damms wahrgenommen, die sich seit dem 1. April 1925 im Dienste der Fürsorges.elle befindet. Ihre Ausbildungsarbeft war von dem Hessischen Diakomssenhause und von dem Diagnostischen Institute des Fräulein Toni Katz in Kassel in entgegenkommender Weise übernommen worden. Ein großer Teil der Arbeit in der Fürsorgestelle wird von den in ihr tätigen Schwestern getragen. Sie gehen den beratenden Aerzten zur Hand, gehen den einzelnen Fiirsorgefällen in den Wohnungen nach und führen die entsprechenden Aufzeichnungen. In 1925 sind 7777 Hausbesuche ausgeführt worden Die Schwestern-Sprechstunden wurden von 1386 Personen in Anspruch genommen, gegenüber 879 Personen in 1924. Einer Bestrahlungskur mit künstlicher Höhensonne wurden in dem Winterhalbjahr 314 Kinder unterzogen. Die Ausgabe von Lebertran an die vorn Arzte dafür bestimmten Kinder hat in 1925 in umfangreicher Weise stattgesunden. Die Darreichung von Milch an die von den Aerzten hierfür ausgesuchten besonders bedürftigen erwachsenen Personen ist im Berichtsjahr weiter ausgebaut worden, die Milch wird jetzt täglich an 80 Personen ausgegeben. Die zur
Durchführung von Heilverfahren
erforderlichen Mittel belaufen sich auf rund 120 000 Mark. Auf die einzelnen Heilstätten verteile!' sich 418 Patienten tote folgt: Heilstätte zu Oberkausungen 146, Philippstist zu Immenhausen 95, Heilstätte Lindenberg bei Kassel 48, Geschäftsstelle der Landesversicherungs- und Sonderanstalten in Bad Lippspringe 90, Heilstätte Rupvertsheim i. T. 18, Lupusheilstätte Gießen 4. Heidehaus bei Hannover 2, Deutsche Heilstätte in Davos (Schweiz) 2, SB alb» crholungsstätten Kragenhof 5, Lungenkraissen- haus Hanau 2. Bad Salbungen 2, Heilstätte Römhild 1, Genesungsheim Buchwald im Riesengebirge 1, Bad Sooden t. T. 1, Sanatorium Stubbe in Sülzhain (Südharz) 1. Notwendig ist die
Weiterversicherung der Kranken,
sowohl bei der Kranken- als auch bei der Invalidenversicherung Für die arbeitslos gewordenen Personen erfolgt oft während der Dauer der Arbeitslosigkeit irgendwie eine Beitrags» enttichlung zur Invalidenversicherung. Die Folge hiervon ist, daß diese Personen mit ihren Anträgen aus Bewilligung von Heilstättenkuren wegen Nichterfüllung der hierfür maßgebenden Bedingungen von der Landesversicherungs- onstc.lt in der Regel abgelehnt werden. Viel Verspricht sich der Verein von dem von Professor