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Rr 123. 16. Jahrgang.

Kasseler Neueste Nachrichte«

®ettna6en8, 29. Mal 1928.

stahlglockengießerei Schilling und Luttermann in Apolda den Auftrag zum Guß von zwei neuen Glocken erteilen, die in diesen Tagen hier ankamen. Sie sind

aus Klangstahl hergestellt.

Die größere hat ein Gewicht von 2700 Kilo, einen Durchmesser von 1,80 Meter und eine Höhe von 1,45 Meter, während die kleiner? ein Gewicht von 1300 Kilo, einen Durchmefler von 1,40 Meter und eine Höhe von 1 Meter zu verzeichnen hat. Sie tragen dieselben In­schriften wie ihre Vorgänger, die größereEhre sei Gott in der Höhe" und die kleinereKommt her zu mir!" Gestern wurden nun die beiden neuen Glocken in feierlicher Weise eingeholt. Die Firma Gebrüder Heerdt hatte sich zur Abfuhr bereitgestellt. Die Jungmädchenvereine bekränzten Glocken, Wagen und Gespann mit Girlanden und Blumen. Der Oberstadtbahn­hof war das Ziel von Tausenden unserer Be­völkerung. Pünktlich 6 Uhr setzte sich der lange unendliche Zug in Bewegung. Vor dem Wa­gen schritt der Posaunenchor, der Kindergottes­dienst, die Jugendvereine mit Wimpel und die Pfarrer der Martinskirche im Ornat, ihm folgte der Kirchenvorstand, die Pfarrer der Auser­stehungskirche sowie die übrigen Gemeindeglie­der. In den Straßen bildeten di« Zuschauer dichtes Spalier. Feierlich wirkte es, als der Zug die Lutherkirche erreichte, daß diese Glok- ken ihre ehernen Stimmen erschallen ließen, dann aber auch der freudige Willkommengruß der Osanna und der Bürgerglocke.

An der Martinskirche

fand die Begrüßung statt. Nach feierlicher Ein­leitung durch den Posaunenchor, unter, der er­probten Leitung von Heinrich Semmler, hielt Kirchenrat Eisenberg unter Anlehnung an das Bibelwort Psalm 143, 5:Ich gedenke an die vorigen Zeiten" eine markige Ansprache. Zu der Not und dem Jammer unserer Tage gehöre es, daß all den tausenden von Opfern nicht mehr gedacht werde. Darum solle nun bei die­ser Gelegenheit mit Ehrfurcht und Stolz an die Zeit gedacht werden, wo ein Volk das hingab, was ihm höchst und heilig war. Die neuen Glocken sollen ein Symbol dafür sein, daß alle Opfer nicht vergeblich waren, sondern daß aus ihren Gräbern neues Leben sprieße. Besonders der Jugend rufe er zu:Wer keine Ehrfurcht hat vor der Vergangenheit und ihrer Geschichte, der hat auch keinen Segen von der Gegenwart und Zukunft!" Wuchtige Worte fand Pfarrer Junghans über die

Bedeutung der Glocken.

Nicht nur heute bei- der Einholung solle die Ge­meinde zur Stelle.sein, sondern auch wenn sie zum Gottesdienst laden und den Menschen zu­rufen:Gib Deinem Sonntag eine Seele und Deiner Seele einen Sonntag." Zum Schluß bai der Redner noch um den Opfersinn der Glan- bensgenosien. Jegliche Spenden nehmen die Pfarrer gern entgegen. Die einzelnen Anspra­chen wurden von allgemeinen Lobgesängen so­wie guten Darbietungen der Jugendchöre der Gemeinde umrahmt. Nach Gebet, in welchem Beistand und Hilfe sowie Gelingen des letzten Transportes erfleht wurde, fand mit Posau­nenschall die ernste Feierstunde ihren Abschluß.

*

Bilder der Einholung

sind ab heute in der Geschäftsstelle der Kasseler Neuesten Nachrichten ausgestellt. Sie wurden von Hofphotograph C. Eberth, Hohenzollernstra- ße, ausgenommen.

Erst Auto dann... pfer6.

Das große Reit- und Fahrturnier.

Am Sonntag Herkulesbergrennen, am kom­menden Sonnabend und Sonntag Reit - und Fahrturnier ... das sind die ersten großen Ereignisse dieser Kasseler »Saison". Dieses Turnier gibt uns schönen Ersatz für die Rennen, die wir einst auch in Kassel hatten. An und für sich macht schon der Freitag morgen den Anfang mit dem bereits traditio­nellen Geländeritt mit dem Zirkel in der Aue als Ziel.

Der Sonnabend

bringt Vorprüfungen in der Reitbahn Alte Husarenkaserne und zwar vormittags Reitprüfung für Reitpferde Klasse L, Reit- prüfung der Vielseitigkeitsprüfung für Damen, Eignungsprüfung für Reitpferde, Äeitprüfung der Vielseitigkeitsprüfung für Angehörige des Reichsheeres, zugleich als Hauptprüsun- g e n: vormittags Reitprüfung der großen Vielfeitigkeitsprüsung: nachmittags folgen

Jagdspringen der Vielseitigkeitsprüfung für Angehörige des Reichsheeres, Jagdspringen Klasse L. Reitprüftrng der Vielseitigkeitsprü­fung für Angehörige des Reichsheeres, Pa­trouillenspringen für Angehörige des Reichs­heeres, Eignungsprüfung für Reitpferde, Reit- Prüfung für Reitpferde Klaffe L, Eignungs­prüfung für Wagenpferde (Zweispänner), Schleifenraub, Gruppenspringen.

Am Sonntag

gibt es wieder Vorprüfungen. Vormittags Dressurprüfung für Reitpferde Klaffe L und Klaffe M. Weltkampf und Reiterprüfungen der ländlichen Reitervereine. Die Vorprüfungen der ländlichen Reitervereine finden auf dem Turnierplatz statt. Der Nachmittag bringt als Hauptprüsungen u. a. Reiterprüfung für Mit­glieder der ländlichen Reitervereine, Jagd­springen. Eignungsprüfung für Wagenpferde (Vierspänner). Vorreiten der Sieger vom Jagdspringen für Mitglieder der ländlichen Reitervereine, Dressurprüfungen, Vielseitig­keitsprüfung für Damen (Reiten), Wettkampi der ländlichen Reitervereine, Fahrschule und Schlußmarsch der ländlichen Reitervereine. Tie Verteilung der Ehrenpreise er­folgt am Schluß jedes einzelnen Turniertages

Kommt Mttz Lonnllk-yoweNo

Die elegante Dame aus Kanada.

Mit großem Erfolge gastierte in der letzten Zeit in Berlin Miß Cormick-Howells, im Jahre 1884 angeblich in Kanada - geboren, auch Miß Melsu oder Miß Novells «ster Miß Keutel ge­nannt. Ihr Trick ist Hochstapelei. und Betrü­gerei ganz raffinierter Art und Weise. Sie

München, 28. Mai.

Sieg!

*

Nach Halms wird in der nächsten Woche eine

Die Wetterlage.

Reiter das Roß!

*

Ist da- noch eine Straße, die um die End­haltestelle der Herkulesbahn in weitem Bogen ins Druseltal führt?

Eine Sammlung von Löchern und Furchen ist eS. Armer Wagen, t. kann einem leid tun!

Vor uns fährt Kap'(er. In einemlichten Moment" erkennen w'r ihn inmitten einer Staubwolke. Das heißt ... wir sind inmitten seiner Staubwolke und fühlen, wie es den ar-

des deutschen Kraftwagens!

Rudolf Heynemann.

-..Der Frankfurter Wetterdienst meldet: Am Südrand eines bei England liegenden Tief­druckgebietes ist kältere Seeluft nach dem Fcst-

Geyen vas Dawesgift.

Deutsche Parlamentarier verhandeln in Paris.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 28. Mai.

Ak dkiiliASWm «miüBi 12 Seiten

Aedaknon: Vetutna Ferdinand Koch. BerantwortliH iür den volttttwen TeU itriti 1H a u: 'ür den lokalen und -elmattril R. Heunemann: für den unter«

LokalnatvrrclNen vom Xout.

4- Bon der Volkshochschule. Ter zweite Vor­tragsabend von Herrn Professor Dr Luthmer über »Fragen der Kunsterziehung" muß nm ad)t Tage verschoben werden und findet am 5. Juni abends 8 Uhr im Saale des Landesmuscums statt.

-T- Allerlei vom Tage Kurz vor der Einmün­dung des Grabens in den Pferdemarkt stieß ge­stern vormittag ein Radfahrer mit einem Arbei­ter. zusanunen. Beide kamen zu Fall, während der Arbeiter mit der Stirn so unglücklich auf die

Kältenden Teil Germann N n n a u. Änrementeil: 93er« lantmorttfch Konrad KachSmann. Druck u. Berlaa lani) vorgedrungen und Hal auch m unserem saficier Neueste Nachrichten (fteritnani Kochs. Kastel.

Huppenkonzert auf der Straße ruft zeitiger aus den Federn. Man hött's, daß Bergrennen bevorsteht, daß erster Trainingslag.

Ein großer Wagen slitzt vorüber, ein schmucker Wagen. Er hält.

»Guten Morgen, Herr Auto-Apell. Also zum vierten Male führende Kraft des Herku­lesbergrennens. Da ist auch Herr Dr. Schu­mann . . . Auch einen schönen guten Morgen!"

Man muß es oem Leiter des städtischen Ver­kehrsamtes lasten . . .'er ist »auf der Scheibe". In aller Frühe schon!

Einsteigen . . . eine elegante Fahrt dem grü­nen Park entgegen, dem ragenden Wahrzeichen auch dieses Spottereignisses .. .

Kunststück, der neueste Mercedes, 140 PS. . . . gehorsamer kann kein edles Pferd sein als diese Maschine!

Und vor diesem größten deutschen Wagen der allerkleinstc, einHanomäxe", eine regelrechte Landstraßenwanze, wie einer der Fahrer später despektierlich sprach . . . Konkurrenzhumor!

Groß und Klein ein Ziel ...das Ziel, der

Ab nach Kassel!"

Die Zielfahrt des Automobilklubs Kurheffen.

Anläßlich des Herkulesbergrennens am Sonntag hat der AutomobilklubKurheffen" bekanntlich eine Zielfahrt mit dem Kennwort Ab »ach Kassel" veranstaltet, an der sich zahl- reiche°Äutomobilklubs aus allen Teilen Deutsch­lands beteiligen werden. Die Wagen treffen voraussichtlich schon grötzt.-nteils am morgigen Sonnabend hier ein und werden eine

Korsofahrt durch die Stadt

und Wilhelmshöhe unternehmen. Die Aufstellung der Wagen erfolgt nach 6 Uhr nach­mittags am Friedrichsplatz vor dem Roten Pa­lais. Von da geht die Fahrt in geschloffenem Zuge durch die Königstraße, um Rathaus vor­bei, Wilhelmshöher Allee, Kohlenstraße bis zum Herkules und von da über die Rennstrecke wieder nach Kassel zurück. Diese Korsofahrt bildet gewissermaßen den Auftakt zu dem gro­ßen Ereignis des Herkules-Bergrennens!

Heute Vormittag fanden die Trauerfeierrt für die Opfer der Eisenbahnkatastrophe statt. Staatliche und viele Privatgebäude trugen Trauerbeflaggung. Auch die fremden Konsulare hatten Halbmast geflaggt. Die Gottes^ d i e n st c, zu denen alle Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden ufw. erschienen waren, wurden mit feierlichem Trauergeläut erngelettet und geschloffen. Im Landtagsausschuß gedach.e der Vorsitzende in bewegten Worten des Unglücks.

Schon sind Zuschauer am Start, an dem be­rühmten Kilometerstein im Grase vor der Do­mäne. Und jederbergwärts" fahrende Stta- ßenbahnwagen bringt neue Zuschauer.

Schon sind aber auch die Landjäger zur Stelle, Anfahrt regelnd, Ordnung haltend, ru­hig, liebenswürdig ... sie haben Erfolg!

Ugd felbstverständlich auch dieKanonen". Da ist vor allem Kappler, der jetzt zum vierten Male am Herkulesbergrennen teilnimmt. Er konnte am Sonntag bei größerem Rennen fah­ren, aber, so sagte er: Ich komme zum Herku­lesbergrennen!

Rosenberger, der Sieger vom Vorjahr. Kley er, Selve-Sleevogt, Carricciola . . . natür­lich, da ist auchGummi-Schäfer aus Kaffel . . . er hat nock mit Hanomag-Kompreffer gemeldet, er,, der erst kürzlich das Hainberg-Rennen so glänzend gewonnen hat...

Einem on dit zufolge ist er am Sonntag Füh­rer der kleinenHanomäxe" im Rudelstart . . .! Man sieht, es gibt etwas ganz neues!

Noch etwas Neues gibts, das dem Spott- man durchaus nicht in den Kopf will. Außer Start- und Zielband über der Straße gibt es keine Fahne, kein Tuch, rein gar nichts auf der Strecke. So tot, wie heute früh die »Parkstraße" daliegt, so auch am Sonntag.

Die Krongutverwaltung will eben nichts gestalten.

Nicht einmal der Ballon soll über dem Schlosse fchwebcn wie sonst, das Zeichen des Rennbeginns, des Abbaus . . .!

Wie gesagt, es will nicht in den Kopf hin­ein, absolut nicht!

Grün, Blüte, Grün, Blüte und ... Kurven!

Schon geht's beim Kaskadenrestaurant in die erste derEcken" des Rennens, die Haar- nadelkuroen . . . scharf linksran wurde sie ge­nommen ... ,

Bravo!

Zick-Zack, blitz förmig ... blitzschnell ... Stein­chen spritzen beiseite, Zuschauer auch ... Kurve ... links ran ... kein Wort ... der Atem fliegt

Sonderzüge am Renntage.

Am Sonntag läßt die Reichsbahn anläßlich des Herkulcs-Bergrennens folgende Sonderzüge zwischen den Stationen Kassel und Wil­helmshöhe über Kirchditmold Verkehren: Kassel ab 7.45 und 8.13 Uhr vormittags! Das Rennen beginnt bekanntlich um 9 Uhr. Der spätere Termin ist mit Rücksicht auf die aus­wärtigen Besucher gewählt worden. Im ganzen Reichsbahnbezirk find auf den Bahnhöfen wir­kungsvolle Plakate für das Nennen ausgehängt, mit dem Bilde des Herkules ausgestattet.

* * M

Ein Bergrennen für Motorräder.

Die im vorigen Jahr in Dreubensels am Rhein ausgetragene Bergmeisterschaft für Motorräder wird dieses Jahr im August hier in Kassel auf derselben Renn­strecke im Wilhelmshöher Park zum Austrag aebracht. Auch dieses Bergrennen wird ein sportliches Ereignis werden.

Bordkante des Bürgersteiges fiel, daß er eine äußerst stark blutende Wunde davon trug, die ärztliche Hilfe erforderlich machte, erlitt der Fahrer nur leichtere Verletzungen am Arm und im Gesicht. Ein Fahrbursch, der am gleichen Vormittag mit einem leeren Sandwagen durch die Frankfurterstraße fuhr, hatte sich, den Rücken gegen die Wand gedrückt, auf die Teichsei ge­stellt. Beim Ueberfahren einer besonders un­ebenen Stelle verlor et plötzlich das Gleickge- wickst und stürzte ab. Er zog sich eine schwere Verletzung an der Hand und im Gesicht zu. Ein größeres Unglück wurde nur durch das tatkräf­tige Eingreifen eines Herren verhindert, der den Pferden in die Zügel sprang und sie zum Stehen zwang. Einen groß. Menschenauflauf verursachte am selben Vormittag ein älterer Mann, der vor dem Gerichtsgebäude ohnmächtig zusammen gebrochen war. Er war 'n einer Angelegenheit von der Strafkammer vernommen worden, was ihn allem Anschein nach zu sehr aufgeregt ba"e. Gestern nachmittag en'.rollte -lncm -twa sechsiäbriaen Jung?" -in Kinder­sportwagen, als er am Ufer der Ahna ihn un­achtsam i'ehen ließ. Ter Wagen fiel mit dem etwa dreivietteljährigeu Kind kopfüber in den Bach und der Junge folgte ihm ebenfo. Einige Vorüberkommende griffen schnell ein und ret­teten das Kleeblatt: Junge, Kind und Wagen! Geschadet ba' der Sturz ins Wasser niemand

-e- Veranstaltungen am Sonnabend. Staats­theater-Ende gut, alles gut", 7'/- Ubr. Kleines Theater:Tag-szeiten der Liebe", 8 Ubr. Ufa:Goldrausch". Kino des Westens:Panzerkreuzer Potemkin". Pa­lasttheater:Kinder unserer Zeit". Stadtpark: Kaffeekonzert, 4 Uhr, Konzert UNd Film:Eifersucht", 8 Uhr. Mar - tinsglocke: Stimmungsmusik, 8 Uhr. Ha- bichtswalder Berggarten: Frühlings­tage bei Mutter Keilberg.

Eben geht Kappler ab. Arved Klippert, der Starter, läßt ihn los. Ah, da ist jamein" FreundDer grüne Hugo" ...! Ich kenne den Wagen, den kleinen strammen und lebendigen Mercedes von Landkammerrat C o e n n i n g. Auch er ist bei den Kasseler Kanonen, bei W e st- h o f f und wie sie alle heißen. Ja so, Peter Wegmann ... auch er ist stattbereit.

Wie ist's?!"

Selbstverständlich, Herr Rat ... Trainings­fahrt natürlich ... echte!"

Und schon geht'S mit demgrünen Hugo" die Fahrstraße aufwärts. Das ist heute anders als bei der Sternfahrt im Vorjahr, als der Re­gen den Wagen zum Wafferreservoire machte ...

Die Rechte faßt krampfhaft den Handgriff hinter dem Fahrer. Schars geht's in diebe­rühmte" Kurve ...Schwengersruh!"

Das Schloß, der Aquaeduct fliegen vorüber, steigt mit ihrer 21 Jahre alten Tochter Maria- Thea in den ersten Hotels ab, bestrickt alle Welt durch Liebenswürdigkeit und Eleganz, macht große Einkäufe und ... verschwindet mit den unbezahlten Waren und läßt die Hotelrechnung ebenfalls unbezahlt zurück.

Als die Kriminalpolizei sich allzu lebhaft für die Dame interessiert zeigte, schüttelte sie den reichshauptstädtischen Staub von ihren Lack- schühchen. Es heißt, daß sie sich nach dem Westen begeben habe, um etappenweise ins Ausland zu kommen. So ist Gefahr im Verzug, daß auch Kassel von ihnenbeglückt" wird. Polizeilicher- seils wird verlautet, daß die Jüngere nicht die Tochter ist, sondern daß das Mädchen ins Aus­land verkuppelt werden soll.

Uebrigens ... die Damen beliebten sehr oft die an und für sich schon reiche Kleidung zu wechseln!

*

Gras Friedrich von Westfalen-Fürstenberg, ist der klangvolle Name eines Schwindlers, der größere Firmen besucht und für einen neuen Bismarckfilm sammelt. In seiner Einzeich­nungsliste sind eine Reihe Firmen mit größeren Beträgen eingetragen, die aber nur vorgetäuscht sind. Der Schwindler ist 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, schmächtig, hat langes blondes Haar.

Wo die Damen und dieser Herr anstauchen, verständige man sofort die Kriminalpolizei oder übergebe sie dem nächsten Beamten der Schutz­polizei.

... weder Sivck noch Siern.

Berlin, 28. Mai. (Durch Funkspruch.) Gei stcrn nacht verletzte infolge-ehelicher Zerwürfe Nisse und geschäftlicher Schwierigkeiten der vicr- unddreitzigjährige Hauptmann Ritter hau« f cn feine Frau und fein fünfjähriges Söhnchen -durch Revolverfchüffe schwer. Darauf schoß er sich selbst eine Kugel in den Kopf. Bater und Sohn sind tot. Tie Frau liegt hoffnungslos darnieder.

' K ,Jta<t)e eines DerfchmSd'en.

Berlin, 28. Mai. (Privattelegramm.) Die neunzehn Jahre alte einzige Tochter der Witwe dcS Parfümeriefabrikanten Schwarzlofe ist in der Wohnung ihrer Mutter von einem Studen­ten erschaffen worden, wett sie feine Anträgs zurückgcwiesen hatte. Der Student verübte da­raus cin^n Selbstmordversuch.

Warum teym Gerhart) yauvimann ab?

Berlin, 28. Mai. (Durch Funkspruch.^, Zu der Ablehnung Gerhard Hauptmanns. Mitglied einer Sektion für Dichtkunst der preui tzjschen Akademie der Künste zu werden, bemerkt ein Blatt daß Thomas Mann, Hermann Stehr und Ludwig Fulda die Berufung angenonntzen haben. ....

Noch ein Eifenbahnunfall.

Stuttgart, 28 Mai. (Privattelegramm.) Bon einem Militärzug sind gestern abend infolge un« zeitiger Umstellung einer Weiche zwei mit Pfer­den beladene Wagen entgleist und umgestürzt. Bon den Begleitmannschaften wurde ein Mann getötet, ein zweiter schwerverletzt, desgleichen einige Pferde.

Sp'vne in her Luft.

Moskau, 28. Mai. (Funkdienst.) Finnische Flugzeuge haben in den letzten Tagen an Finn­land angrenzendes Gebiet der Sowjetunion überflogen und Beobachtungen angestcllt. Mitglieder einer englifchen Militärde legation haben am Fluge teilgenommcn.

i) e Höllenmaschine im . tzochzeilsparel.

Muskegou (Miffouri), 28. Mai. (Funkdienst.)' Beim Oeffnen eines Postpakets, in dem man ein Hochzeitsgeschenk vermutete, ereignete sich eine Explosion. Ein Teil des Haufes wurde durch die Explosion in krümmer gelegt. Der Eigentümer des Haufes und fein Schwiegersohn wurden getötet, während die Braut schwer vec< letzt wurde. Das Motiv scheint Eifersucht zu fein.

Tuch 3tal en macht sich ein.

London, 28. Mai. (Eigener Drahtbericht.)! Ein Korrespondent schreibt: Da mit Bestimmt­heit zu erwarten sei, daß zum mindesten eine' Aendernng des territorialen Statuts des Risgebietes erfolge, so fei mit einer diploma­tischen Aktion Italiens zu rechnen. Ein römisches Blatt schreibt, daß Italien aus Afrika nicht mehr auszufckalten wäre und auch in Marokko nicht geringe Interessen habe.

200 000 Vfuno gegen hen Streik.

London, 28. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Die nationale Spende zu Gunsten der brittschen Polizei als Dank der Bevölkerung wegen der Haltung im Generalstreik hat bereits mehr als, zweihnnderttaufend Pfund Sterling ergeben.

Eine irr orene Stabt

Moskau, 28. Mai. (Durch Funkspruch.) Die Stadt Kotelnitsch im Gouvernement Wjatka, das zum großen Teil ans Holzhäusern besteht, steht null schon seit drei Tagen in Flammen. Alle städtischen Gebäude sind bereits abgebrannt, lieber siebenhundert Menschen sind obdachlos. Tie Zahl der Opfer steht noch nicht fest.

Gebiet zu Bewölkungszunahme und auch ve» einzelt zum Auftreten von Regenfällen geführ^ Ta sich im wesentlichen die südwestlichen 6'5 westlichen Winde bei uns halten werden, ton) die Witterung vorläufig unbeständig und ettoyj kühler als seither bleiben. Niederschläge treten jedoch nur einzeln und leicht auf.

Vorhersage bis Sonnabend abend;

Veränderliche Bewölkung, nur vereinzelt und meist leichte Niederschläge, bei südwest­lichen bis westlichen Winden nur mäßige Er­wärmung. __________

Letzte Depeschen.

men Fußgänger öfters zumute ist ...

Man hat unS später bescheinigt, daß wir __

Ar gut gefahren sind Glückauf nun am ^^^7s^^^^ra^ösis^^e^irts^^aft^k7nferenz in Pa-

Sonntag, am Ehrentag des Kasseler Sports, rj§ Atfinden. Eine Abordnung deutscher Po- litiker wird mit französischen Parlamentariern eine Aussprache über die Anwendung des Dawesplanes haben. Die deutsche Abord­nung besteht aus den Abgg. Mittelmann (D. Vpt.), Drewitz (Wirtsch. Vgg.), Dr. Haas (Dem.), Dr. Kröhne (Ztr.), Paep. low (Soz.), Rauch (B. Vpt. und Wrssell (Soz.). Die Abordnung wird auch vom Mmtt sterpräsidenten Briand empfangen werden.

, München in Trauer.

Jflir bJLd?0h\F2eutoÄimmt YnSen Feierliche Gottesdienste für die Eifenvahnopfer. men ... ein stolzes x,euu)t.n gnmmt in jeinen ics-tn.ne Drabtrneldrrna)

Augen auf, nur einen Augenblick und jetzt ... (läl6ene ^ayrmeroung.) _ _ ,

der Herkules ... am Ziel vorbei . . wir hät­ten etwasgemacht", wenn's schon die Sonn­tagsfahrt wäre...

Und jenseits des Oktogons balteN, die vor uns statteten. Wir auch. Liebevoll klopft der Herr Landkammerrat den Motor ab ... wie der

M aoMog JUKI IMMUN»

Erste Kanonen bei derMorgenarbeit."

Die Rennstrecke ohne Sportgepräge / Kein Signalballon / Sm grünen Hugo